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Medienrundschau:
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News vom
14. - 19. Mai 2006
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Zitat
des Monats:
"Berlin
ist die Stadt für Singles. Nirgends lernt man leichter
Gleichgesinnte kennen, unverbindlicher Sex ist der beste Freund
des Alleinstehenden, der dennoch den Gang ins Kloster nie
ernsthaft erwogen hat. Natürlich ist es so, dass man manchmal
Angst hat. Immer wieder geht jemand von Bord, flüchtet sich in
eine Ehe, eine lange Beziehung, manche bleiben dort, andere
kommen zurück und sind nicht mehr die selben. Wirklich, nichts
gegen Beziehungen. Wer sie verflucht, macht sich etwas vor. Aber
wenn ich darüber nachdenke: Die meisten Beziehungen die ich
kenne, bestehen aus Kompromissen, und zu einem guten Teil aus
schlechten Kompromissen. Bloß nicht allein sein. Es könnte ja
die letzte Möglichkeit sein. Hat das etwas Beruhigendes? Da muss
man schon den Mut zum Selbstbetrug haben. Den können sich
Pärchen übrigens nicht nur besser leisten als Singles, es ist
manchmal schon Voraussetzung für eine erfolgreiche Bindung. Wenn
der Single hingegen dem Selbstbetrug erliegt, bescheißt er nur
sich selbst. Wieso sollte er das tun?"
(Marco Senna im
Stadtmagazin zitty vom 10.05.2006, S.23)
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FUHR, Eckhard (2006): Wenn der Bürger wieder Wurzeln sucht.
Das Gute liegt ganz nah: In
Deutschland blüht ein aufgeklärter kulinarischer Patriotismus,
in: Welt v. 19.05.
- Inhalt:
"Was
(...) soll der bürgerliche Mensch, Europäer und Deutsche essen,
womit soll er Leib und Seele zusammenhalten? fragt FUHR und schließt
eines sofort aus:
"Sushi
kann es nicht sein. Das ist die Nahrung abstiegsbedrohter
Angestellten-Singles und zukunftsarmer
Praktikanten."
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MAYER, Susanne (2006): Oh Pa-pa-pa-pa-gene.
Norbert Bolz sucht zwischen
Müttern, Emanzen, Softies und Kindern nach Helden der Familie. Leider
kennt er nicht den neuen Familienbericht,
in: Die ZEIT Nr. 21 v. 18.05.
- Inhalt:
Susanne MAYER rechnet mit Norbert
BOLZ und seiner buchlangen Verteidigung der Hausfrauenfamilie ("Die
Helden der Familie") ab:
"Bolz
sagt schöne Dinge über die Familie. Kinder haben gilt ihm als
»Abenteuer«. Eltern, die unter widrigen Umständen Familie leben,
sind »die modernen Helden«. Das geht uns natürlich runter. Aber er
spricht doch meist von Müttern und Kindern. Kaum von Vätern. Im
Herzen dieses Buchs über die Familie wird eine tiefe Kluft zwischen
den Geschlechtern verteidigt. Da ist eine Leere der Stille, inmitten
der Familie, und in ihr versteckt sich, geschützt durch
Nichtthematisieren, der Vater. Unantastbar. Nicht hinterfragbar.
Jedenfalls nicht zuständig, so wie Mutter, schon gar nicht für den
Niedergang der Familie, auch dafür zeichnet sie verantwortlich,
heißt dann aber erwerbstätige Mutter."
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- SIGUSCH, Volkmar (2006): Die sexuelle
Frage.
Jahrgänge 1942, '57,'72,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.05.
- Inhalt.
SIGUSCH berichtet über eine
generationenvergleichende Sexual-Studie des
Forscherteams um Gunter SCHMIDT:
"Bei
den 60-Jährigen ist die eheliche Sexualität noch quantitativ
entscheidend; 75 Prozent der Akte finden in ihr statt. Bei den
45-Jährigen ist es nur noch gut die Hälfte, und bei den 30-Jährigen
sind es sogar nur noch 20 Prozent. An diesen Ergebnissen kann
abgelesen werden, dass sich die Sexualität heute nicht mehr
überwiegend in ehelichen, sondern in nichtehelichen Beziehungen
abspielt.
(...).
Im statistischen Mittel haben
heute 30 bis 60 Jahre alte west- und ostdeutsche Großstädter alle 13
Jahre eine sexuelle Affäre. Anders gerechnet: In 100
Beziehungsjahren kommt es zu sieben Seitensprüngen. Männer aller
Generationen waren in den letzten drei Jahren ihrer Beziehung
gleichermaßen zu 20 Prozent untreu. 45- und 30-jährige Frauen
dagegen sind es heute signifikant häufiger als 60-jährige Frauen,
das heißt sie sind so häufig untreu wie die Männer."
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ASTHEIMER, Sven (2006): Die Mär von der Generation Praktikum,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.
- Inhalt:
ASTHEIMER sieht für die Generation Praktikum
eine goldene Zukunft kommen:
"Denn
die kontinuierliche Veränderung im Beschäftigungssystem einer
Dienstleistungsgesellschaft geht einher mit einer steigenden
Nachfrage nach Höherqualifizierung. Gleichzeitig nimmt die Zahl der
Erwerbspersonen bis zur Mitte des Jahrhunderts stark ab. Dieser
demographische Wandel wird für einen Mangel an Hochqualifizierten
sorgen."
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BRUNNER, Simon (2006): Generation Smart.
Die Welt der 30-Jährigen ist
so bunt, da würde Babyblau nur stören. Sie lieben es, gefordert zu
werden, doch sie möchten bitte selbst entscheiden, von wem. Und was
Glück ist, lässt sich dieser schlaue Jahrgang nicht vorschirrmachern,
in: Weltwoche v. 18.05.
- Kommentar:
BRUNNER schreibt erst einmal auf, wie es
aussähe, wenn man die deutschen Scharfmacher die Schweiz beurteilen
ließe:
"Der
Generation der Dreissigjährigen wird derzeit der Prozess gemacht.
Sie sei dafür verantwortlich, dass «der gesamte Wohlstand in Gefahr
gerät», schreibt der Spiegel. Ihr «Superindividualismus rächt
sich durch Selbstzerstörung von Familie und Gesellschaft», sagt der
Historiker Paul Nolte."
Zwischendurch
blitzt immer mal wieder eine neue Ernsthaftigkeit auf:
"
«Die Geburtenrate hat ein wirklich alarmierendes Niveau angenommen»,
warnt das nicht für Alarmismus bekannte Bundesamt für Statistik, was
gleichbedeutend sei mit einem «Risiko zur sozialen und
wirtschaftlichen Auszehrung»."
Aber
ansonsten mixt BRUNNER popjournalistisch die deutsche
Feuilletondebatte der letzten Wochen mit Schweizer Daten zur
demographischen Lage.
Zuletzt wird den nationalkonservativen Apokalyptikern und ihren
Sympathisanten à la SCHIRRMACHER aber aus Sicht der Dreißigjährigen
eine Absage erteilt:
"Die
Generation 30 ist besser als ihr Ruf. Sie wird zwar weder die AHV
retten noch das Schweizerblut rein halten, noch die Grossfamilie
revitalisieren. Aber ihren pragmatischen Optimismus lässt sie sich
nicht nehmen. Jammern gehört nicht zum Programm."
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MONATH, Hans (2006): "Jetzt wird es wirklich ernst".
Bischof Wolfgang Huber über
moderne Familienpolitik und die neue Vaterrolle,
in: Tagesspiegel v. 18.05.
- Inhalt:
Bischof HUBER hat Vorbehalte gegen den
vorrangigen Ausbau der Kleinkinderbetreuung:
"Was
halten Sie von der Idee des Finanzministers Peer Steinbrück, das
Kindergeld zu kürzen, um so den Ausbau der Kinderbetreuung zu
finanzieren?
Ich
halte den Begriff »Betreuung« für problematisch. Ich spreche lieber
von Bildungs- oder Erziehungsangeboten für kleine Kinder, die
zeitlich abgestimmt sind auf die Lage berufstätiger Eltern. Ich
halte es für sehr vernünftig, das Gesamtvolumen staatlicher Ausgaben
für Familien- und Jugendpolitik daraufhin zu überprüfen, wie sie
wirksamer, gerechter und weitsichtiger eingesetzt werden können.
Dabei muss aber auch der Familien-Leistungsausgleich gestärkt
werden."
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SCHMIDT, Birgit (2006): Abwärts immer.
Prekär, schlecht bezahlt,
kaum abgesichert, nie krank: die working poor in der deutschen
Erwachsenenbildung. Fragmente aus ihrem täglichen Leben und Arbeiten,
in: Jungle World Nr.20 v. 17.05.
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SEEßLEN, Georg (2006): Die Sonnenbrille der Philosophie.
Was tun, wenn alle Diskurse,
die dem Pop zu eigen waren, gescheitert sind?
in: Jungle World Nr.20 v. 17.05.
- Inhalt:
"Pop
gibt es nicht, Pop geschieht. Anders, als die meisten Theoretiker
des Pop meinen, kann nicht alles zu Pop werden, vielmehr kann mehr
oder weniger alles in Popform geschehen. Dennoch gibt es einige
charakteristische Diskurse des Pop",
meint Georg SEEßLEN und arbeitet sich dann an einem 13-Punkte-Programm
des Pop ab, das von Hedonismus bis Coolness reicht.
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GALLUS, Alexander (2006): Links vorbei am Lustprinzip.
Die Meinhof-Tochter Bettina
Röhl erzählt die Geschichte der Zeitschrift "Konkret" und so die
Geschichte ihres Vaters,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.
- Inhalt:
"Bettina
Röhl liefert (...) die bislang detaillierteste Geschichte der
Zeitschrift Konkret",
meint GALLUS zum Buch
"So macht Kommunismus Spaß!".
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NÜCHTERN, Klaus (2006): "Schnittblumen sind camp".
Der Frühling ist da, und Max Goldt liest wieder in Wien. Ein
jahreszeitlich angemessenes Gespräch über Butterblumen und
Bügelwäsche, über Blumfeld und Bücher,
in: Falter v. 17.05.
- Inhalt:
Der Schriftsteller
Max GOLDT lässt weder an Moritz von
USLAR ("Waldstein") noch an Blumfeld ("Jenseits von jedem" und
"Verbotene Früchte") ein gutes Haar:
"Zurzeit
versuchen mir viele Leute einzureden, dass Moritz von Uslar den »state
of the art« des deutschen Erzählens repräsentiert; ich werde da
gleich misstrauisch – womöglich aber zu Unrecht. Können Sie mir da
vielleicht etwas Orientierung geben?
Kann
ich leider nicht. Als Autor ist man ja dazu aufgerufen und
auserlesen, den Stand der Kunst selbst zu bestimmen. Man steht
inmitten von Leben, im Zentrum der Gegenwart und macht sich zur
Aufgabe, diese so kunstreich wie möglich in Worte zu setzen. Ich
hatte gerade drei Wochen lang Rohrleger in der Wohnung, und ich
glaube, es ist besser, selbst mit Rohrlegern zu reden als zu lesen,
was ein Zeitgenosse über Rohrleger schreibt. Ich neige der
Auffassung zu, dass ein Schriftsteller keine lebenden Kollegen
braucht, außer zum Plaudern am Biertisch natürlich, das ist ja immer
nett, ein wenig zu tratschen. Viel mehr lernen aber kann man von den
Alten, es muss ja nicht unbedingt Goethe sein (...).
Lassen
wir Ihre Kollegenschaft aus und kommen zur Musik. In den Submilieus,
zwischen denen ich mich bewege, tobt gerade eine Debatte, ob die
Hamburger V-Pulli-Band Blumfeld präsenil-privatistischen
Pfadfinderpop produziert oder nach wie vor das Beste ist, was die
deutschsprachige Jugendmusik im letzten Dezennium hervorgebracht
hat. Haben Sie eventuell dazu eine Meinung?
Nein,
die neue Platte habe ich noch nicht gehört. Bei der letzten hatte
ich den Eindruck, dass die Musiker unfrei sind, sehr eingeengt,
verzagt und ängstlich, dass sie sich darauf angewiesen fühlten,
durch Reduktionismus beeindrucken zu müssen, obwohl sie
möglicherweise mehr könnten. Verängstigte Künstler sind aber nichts,
was mich beeindruckt."
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RÜHLE, Alex (2006): Windelweiches Wohnidyll.
Deutschland stirbt aus. Kein Wunder, bei den Familienbildern, mit
denen Bücher, das Fernsehen und der Alltag einen täglich bombardieren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.05.
- Kommentar:
"Drei Arten gibt es in Deutschland, das Thema Familie
zu verhandeln, den Schocker, den Kitsch und das Verschweigen",
erzählt uns RÜHLE. Die vierte Art wäre dann seine: eine Kombination
von Schock, Kitsch und Verschweigen.
"Die
einschlägigen Bücher zur Demographie stehen heute im Buchladen da,
wo früher die Frauenliteratur zu finden war".
Dies
stimmt zwar nicht, wie jeder weiß, der Buchhandlungen besucht, aber
es ist zumindest noch originell, um den Trend vom Emanzipatorischen
zum Reaktionären zu beschreiben.
"Eigentlich
schlägt uns in Sachen Kinderlosigkeit inzwischen ja tatsächlich
niemand mehr. Mit 1,3 Kindern pro Frau, haben wir sogar die
Italiener, Griechen und Spanier eingeholt",
behauptet RÜHLE und bleibt
damit wenigstens der SZ-Linie treu.
RÜHLE
heult uns - wie bereits
SCHIRRMACHER - vor, dass die TV-Geburtenrate selbst die der
Deutschen noch unterbietet. Dazu kommt:
"In
den fiktionalen Fernsehformaten tummeln sich doppelt so viele
Singles wie in der Wirklichkeit".
Von
welcher Wirklichkeit redet da RÜHLE?
Von der Debattenwirklichkeit oder von der Alltagsrealität?
Der
kinderlose Mann hängt jedenfalls vor dem Fernseher ab, wo "Familie
zum überdimensionierten quasireligiösen Wunschraum aufgebläht
wurde". Ist er davor erst auf der Flucht, dann erschrecken ihn die
real existierenden Eltern, die Wohnungen in Gummizellen verwandeln,
um ihre Kinder vor Unheil zu schützen!
Ob
der Artikel von RÜHLE anderes bewirkt als das, was er kritisiert,
das darf doch eher bezweifelt werden...
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Zum ersten Deutschen Familientag
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- GEPPERT, Dominik (2006): Gegen die
Ausbeutung der Enkel.
Metaphysik der Reformen: Kurt
Biedenkopf plädiert für eine drastische Selbstbeschränkung des Staates,
in: Tagesspiegel v. 15.05.
- Inhalt:
Der Historiker Dominik GEPPERT, von dem im
Jahr 2003 das Buch "Maggie Thatchers Rosskurs. Ein Rezept für
Deutschland?" erschienen ist, skizziert zuerst wertfrei die
"Metaphysik der Reformen" in BIEDENKOPFs Buch "Die Ausbeutung der
Enkel", vermisst dann jedoch eine Handlungsanleitung und fragt
zuletzt, ob mit dem derzeitigen politischen System solche
drastischen Reformen überhaupt durchführbar sind:
"So
brillant Kurt Biedenkopf in seinem Buch die deutsche Sozial-,
Wirtschafts- und Arbeitsverfassung seziert, so schmerzlich vermisst
man eine Analyse der politischen Ordnung. Es bleibt letztlich offen,
ob ein derart
radikaler Umbau, wie er Biedenkopf vorschwebt, innerhalb der
etablierten Parteien und Spielregeln stattfinden kann, oder ob er
diesen Rahmen sprengt."
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- FETSCHER, Caroline (2006): Das geteilte
Land.
Zukunft Deutschlands,
in: Tagesspiegel v. 14.05.
- Kommentar:
"Wenn also in diesem Jahr der Zukunft, 2026, wie uns
Demographen in einer Expertise der Bundesregierung vorrechnen, mehr
als die Hälfte aller Berliner Kinder einen so genannten
Migrationshintergrund haben werden, wenn in den Schulklassen neben
jedem Christian ein Mahmut sitzt, und neben jeder Charlotte eine
Fatima, dann haben wir – und wissen das bereits jetzt – es mit einer
anderen Welt zu tun. Es gibt dann, weder in Neukölln noch in Köln
oder Stuttgart – keine kleinen »Parallelgesellschaften« mehr,
sondern zwei gleich große Teile einer Gesellschaft", droht uns
FLETSCHER mit der Überfremdung.
Wir
leben im Jahr 2006.
Vor etwas mehr als 30 Jahren hat
der Spiegel in seiner Titelgeschichte gefragt
Sterben die Deutschen aus? Für
Frankfurt a/M
wurde damals behauptet, dass dort bereits 1976 über die Hälfte der
Geborenen Ausländer sein werden:
"In
Frankfurt wuchs die Zahl der Gastarbeiterkinder fast im gleichen
Tempo, wie die Geburtenzahl der Einheimischen schrumpfte: 1964
wurden 8992 deutsche und 800 ausländische Kinder registriert, 1972
betrug das Verhältnis 3730 zu 2216, 1974 etwa 3056 zu 2400, und 1976
werden voraussichtlich in der Main-Stadt mehr Ausländer als Deutsche
geboren" (SPIEGEL, 24.03.1975, S.41).
In
Frankfurt a/M müssten gemäß dieser Entwicklung der Geburtenzahlen,
die uns der SPIEGEL vor 30 Jahren präsentierte, heute bereits fast
nur noch Ausländer die Schulen besuchen. Möglicherweise lebt dort
schon längst kein einziger Deutscher mehr? Einen Deutschen muss es
dort aber noch geben: Frank SCHIRRMACHER. Minimum.
Was
FLETSCHER für 2026 prognostiziert, müsste schon seit Jahrzehnten in
den Großstädten Realität sein.
Wir
hätten gerne eine Erklärung für diesen eklatanten Widerspruch! Gibt
es da im SPIEGEL nicht so eine Rubrik, in der alten Storys
nachgegangen wird? Da könnte der SPIEGEL doch mal zeigen, was
tatsächlich daraus geworden ist.
Wär'
doch eine spannende Sache, wenn der SPIEGEL endlich aufdecken würde,
dass Frank eigentlich Ali heisst...
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BOSBACH, Gerd (2006): Die demographische Revolution liegt schon hinter
uns.
Gerd Bosbach empfiehlt als
Statistiker Vorsicht im Umgang mit Statistiken - und mehr Einsatz für
die Kinder, die wir haben, statt über die niedrige Geburtenrate zu
jammern,
in: Welt am Sonntag v. 14.05.
- Inhalt:
Gerd BOSBACH, der bereits in der
aktuellen Neon und
auf
single-generation.de die verzerrte Darstellung des
demografischen Wandels kritisiert hat, weist nun auch in der Welt
darauf hin, dass der größte demografische Wandel bereits im 20.
Jahrhundert stattgefunden hat:
"Im
Jahre 2300 sind die Deutschen ausgestorben. Das ist der Fluchtpunkt
einer Debatte, die sich von der Panik nährt, daß wir Deutschen wegen der
geringen Geburtenrate die Zukunft nicht meistern werden.
Dabei
haben die Deutschen im vergangenen Jahrhundert demographisch größere
Veränderungen bewältigt, als für die Zukunft erwartet werden. Die
Lebenserwartung stieg um mehr als 30 Jahre, der Anteil der
Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung sank von 44 auf 21 Prozent,
der Anteil der über 65jährigen wuchs von knapp fünf auf über 16
Prozent, also auf mehr als das Dreifache! Auch die
Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes für 2050 geben bei
ganzheitlicher Sichtweise keinen Anlaß zur Panik."
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Zum Muttertag
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MÜNCHHAUSEN, Anna von (2006): Genug gejammert, Mama!
Alle Mütter haben es schwer. Ganz besonders schwer haben es aber
deutsche Mütter, glaubt man ihren Klagen. Ist das unabänderlich?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.05.
- Inhalt:
MÜNCHHAUSEN meint, dass Deutschland bei den
familienpolitischen Leistungen mittlerweile recht passabel dastehe,
aber obwohl sich die staatliche Familienfürsorge auf 150 Mrd. Euro
belaufe, werden weniger Kinder geboren als in anderen vergleichbaren
Staaten. Am Geld allein kann es also nach Meinung von MÜNCHHAUSEN
nicht liegen.
- KLOEPFER, Inge (2006): Erst Familie,
dann Beruf. Fünf Frauen, die das Comeback geschafft haben,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.05.
- Kommentar:
"Die Unmöglichen: Mütter, die Karriere machen"
heißt ein Buch mit 11 Mütterporträts, das kürzlich erschienen ist.
KLOEPFER liefert nun quasi eine Kurzform mit weiteren 5
Karrieremüttern.
Als
Vorreiterin dieser neuen Frühgebärinitiative kann
Susanne GASCHKE betrachtet werden, die mit ihrem Buch "Die
Emanzipationsfalle" dieses Thema auf die Agenda gesetzt hat. Die
entscheidende Frage ist jedoch, ob Frühgebären eine Strategie für
alle Akademikerinnen sein kann.
Single-dasein.de
hat in einer Kritik des Buches von GASCHKE auf die Heterogenität der
Akademikerinnen hingewiesen. Es zeigt sich, dass zwischen
Geburtselite und Aufsteigerinnen einerseits und
verschiedenen Studiengängen andererseits differenziert werden
muss.
Frühgebären
ist nicht unbedingt für alle der richtige Weg, sondern das
Spätgebären eröffnet unter den
neuen Bedingungen einer
Gesellschaft der Langlebigen
auch neue Gestaltungsspielräume für Frauen.
Ein
Artikel von Christine BRINCK hat im März in der ZEIT
eine
lebhafte Debatte um den
richtigen Zeitpunkt ausgelöst.
-
SCHMERGAL, Cornelia & Günther LACHMANN (2006): Eltern - Betreuung
wichtiger als Geld.
Umfrage der "Welt am
Sonntag": Wenig Hoffnung auf die Familienpolitik. Neue Debatte über
freies Kindergartenjahr,
in: Welt am Sonntag v. 14.05.
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HOLLSTEIN, Miriam & HÖHER, Sabine (2006): Lassen sich Kinder und
berufliche Karriere zeitgleich unter einen Hut bringen?
Die Arbeitswelt braucht engagierte Mütter, meint Hollstein. Alles
hat seine Zeit, findet Höher,
in: Welt am Sonntag v. 14.05.
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VOWINKEL, Heike (2006): "Die Kinder haben uns verändert".
Zwischen Kino, Kindern und
Karriere: Wie die Schauspieler Andrea Sawatzki und Christian Berkel
es schaffen, sich nicht zu verlieren,
in: Welt am Sonntag v. 14.05.
-
FRIESEN, Astrid von (2006): Das große Geschlechtergezeter,
in: DeutschlandRadio v. 14.05.
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Zu den News vom 11. - 13.
Mai 2006
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