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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 15. - 18. Mai 2018: [15.05.] [16.05.] [17.05.] [18.05.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Urban Birding als coole Beschäftigung der Stadtmenschen

Rotkehlchen in der Großstadt, Foto: Bernd Kittlaus 2018

"Lindo sagt: »Urban Birding ist der neue Rock'n'Roll.«
Es gab auch schon vor ihm Menschen, die wussten, dass es in Städten Rotkehlchen und Amseln gibt (...).
Braucht Natur diesen neuen Anstrich?
»Ja, unbedingt«, sagt Derk Ehlert. Er ist seit 18 Jahren Wildtierreferent der Stadt Berlin (...). Wer nur Tauben und vermooste Wegplatten vor Augen hat, wenn er an Natur in der Stadt denkt, wird auch nur diese sehen, wenn er auf die Straße tritt. Dabei gibt es in Berlin 20.000 nachgewiesene Tier- und Pflanzenarten, mehr als auf gleicher Fläche im ländlichen Brandenburg."
(Claudia Fromme "Wild in der City", Süddeutsche Zeitung v. 05.05.2018)

 
       
       
   

18.05.2018

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Wirtschaftsthema: Lebensversicherer in der Krise.
Was die Branche von der Politik fordert und wer am Ende zahlt

FROMME, Herbert & Jonas TAUBER (2018): Heißer Sommer in Berlin.
Die Lebensversicherer kämpfen für Erleichterungen in Niedrigzinszeiten. An den Provisionen wollen sie nicht rütteln,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.05.

FROMME, Herbert (2018): Die Lösung wird zum Problem.
Für Kunden mit hohen Zinsgarantien gibt es seit 2011 eine besondere Rückstellung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.05.

 
       
   

Die Linke und die soziale Frage in der Debatte

KRÖGER, Martin (2018): Linke liegt im Berlin-Trend vorne.
22 Prozent würden die Sozialisten wählen, Parteispitze will weiter "dicke Bretter" bohren,
in: Neues Deutschland v. 18.05.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2018): Unauffindbare Versicherte.
In der Schweiz liegen 5,1 Milliarden Franken kontaktlose Vermögen bei Vorsorgestiftungen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

ENZ, Werner (2018): Die Pensionskassen im Minus.
Der BVG-Deckungsgrad ist nach vier Monaten wieder rückläufig,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): AHV-Deal soll die Steuerreform retten.
Kontroverse Verknüpfung zweier Baustellen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): Hoher Preis für die Steuerreform.
Kommentar,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

FORSTER, Christof (2018): So bezahlen Bürgerliche für Steuerreform.
FDP und SVP bieten Hand für die Verknüpfung von Steuerreform und AHV,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

BRAUN, Michael (2018): Die Antieuropäer einigen sich auf Koalitionsvertrag.
Die rechtsextreme Lega und die linksradikalen Fünf Sterne halten ihre Wahlversprechen: weniger Steuern, Rentenreform und Bürgereinkommen. Mit der EU willo man sich nur ein bisschen anlegen,
in:
TAZ v. 18.05.

 
       
   

17.05.2018

 
       
   

Die Erwerbsminderungsrente in der Debatte

THELEN, Peter (2018): Ohne Reha gleich in die Rente.
Erwerbsminderung,
in: Handelsblatt v. 17.05.

Peter THELEN berichtet über die Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage Rehabilitation als Beitrag zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Grünen (BT-Drucksache 19/2014).

"Nur 15 Prozent der Arbeitnehmer, die 2013 an einer Reha teilgenommen haben, schieden anschließend aus dem Erwerbsleben aus. Acht Prozent erhielten eine Erwerbsminderungsrente, sechs Prozent eine Altersrente und ein Prozent verstarb",

berichtet THELEN über die sagenhafte Erfolgrate von Reha-Maßnahmen. Tatsächlich beziehen sich diese Zahlen nur auf das Jahr 2015. Eine andere Statistik ist dagegen aussagekräftiger (vgl. Tabelle S.12), nach dieser wird die Zahl der Reha-Maßnahmen 5 Jahre vor Bezug der Erwerbsminderungsrente angegeben - inklusive der Zahl der Folgemaßnahmen. Erstaunlicherweise ist die Zahl der Männer, die Reha-Leistungen erhalten wesentlich niedriger als jene der Frauen. Auch bei der Zahl zweiter und dritter Leistungen sind Frauen häufiger vertreten. Lediglich bei 4 und mehr Leistungen sind Männer häufiger vertreten, was darauf schließen lässt, dass Männer kränker sind, bevor sie Reha-Maßnahmen überhaupt in Anspruch nehmen. Über diesen Gender-Gap lesen wir in dem Artikel nichts.

22.458 Männer bekamen eine Leistung. 12.829 Männer - also rund 36 % - benötigten innerhalb von 5 Jahren vor der Erwerbsminderungsrente mehr als eine Reha-Maßnahme. Wäre der Erfolg "dauerhaft", dann sähe diese Bilanz anders aus.

THELEN behauptet, dass von 173.996 Erwerbsminderungsrentnern nur 48.744 eine Reha-Maßnahme erhalten hätten. Diese Zahl aber wird in der Antwort der Bundesregierung gar nicht genannt. Wenn man die einmaligen Behandlungen von Männern (22.458) und Frauen (26.285) addiert, dann kommt man auf 48.744 Einmalbehandlungen. Die mehrmaligen Behandlungen fallen dabei jedoch unter den Tisch. Die Zahl 173.966 findet sich in der Broschüre Rentenversicherung in Zeitreihen 2017 (Tabelle S.104), wodurch sich eine Quote von 28 Prozent ergibt.

Die zuerst zitierten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum 2013 bis 2015, während sich die letzten Zahlen auf den Zeitraum 2011 bis 2016 beziehen. Ob man beide Ergebnisse in Beziehung setzen kann wie THELEN das tut, das wäre zu hinterfragen.

Fazit: Im Bericht werden die Erfolgsaussichten von Rehamaßnahmen vor dem Rentenbezug überschätzt, indem nur ein zweijähriger Zeitraum statt ein fünfjähriger Zeitraum betrachtet wird und zudem mehrmals nötige Maßnahmen unberücksichtigt bleiben.  

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

BOEHRINGER, Simone (2018): Neue Konzepte, dringend.
Altersvorsorge: Deutschlands Sparer sitzen auf Forderungen - bei null Zinsen führt das in die Altersarmut,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.05.

Simone BOEHRINGER, Jahrgang 1971, will die kapitalgedeckte Altersvorsorge weiter ausbauen, d.h. die Finanzdienstleister noch stärker subventionieren und die Geringverdiener damit noch stärker dem Kapitalmarkt ausliefern. Lebensversicherer sollen dadurch gerettet werden, dass sie die Infrastruktur unseres Landes noch günstiger erwerben können. Tatsächlich bieten die von den Finanzdienstleistern mitgeschriebenen Gesetze jede Menge Schlupflöcher, um sich ihrer Lasten zu entledigen. Was BOEHRINGER fordert, ist nichts anderes als das, was der GDV schon lange auf seiner Forderungsliste hatte und längst in der Umsetzung begriffen ist.

Im Jahr 2012 gab Simone BOEHRINGER das Buch Der private Rettungsschirm heraus. Darin wurde der heutige AfD-Bundestagsabgeordnete Peter BOEHRINGER, Jahrgang 1969, hofiert. Er schrieb in dem Buch passenderweise über die geistige Vorbereitung! Er ist zudem Mitglied in der wirtschafts- bzw. neoliberalen Friedrich A. von Hayek Gesellschaft, die von der AfD unterwandert wird.

Fazit: Das Gegenteil dieser neoliberalen Politik wäre notwendig, nämlich den Staat nicht noch weiter zum Sklaven des Finanzkapitalismus zu machen.

 
       
   

Das Renteneintrittsalter und die Erhöhung der Erwerbsquote von Älteren in der Debatte

SIEMS, Dorothea (2018): Fröhlich später in Rente.
Leidartikel: Eine wachsende Zahl von Senioren ist erwerbstätig. Und sie sind extrem zufrieden mit ihrer Arbeit. Von diesen Avantgardisten kann die große Koalition lernen, wie eine Rentenreform in Zeiten des demografischen Wandels aussehen muss,
in: Welt v. 17.05.

Dorothea SIEMS Artikel sprüht von Widersprüchen. Zum einen stilisiert sie die Minderheit der Privilegierten der oberen Mittelschicht zur Avantgarde, die fröhlich später in Rente gehen. Zum anderen geißelt sie die Tatsache, dass die Rente ab 63 dankend angenommen wird. Um dann eine Reform zu fordern, die finanzielle Anreize setzt, damit künftig mehr Rentner später in Rente gehen. Zu den drei Wissenschaftlern, die angeblich überraschend in die Rentenkommission berufen wurden, ist bereits alles gesagt worden.

Fazit: Wenn Erwerbsarbeit Spaß machen würde, wie SIEMS behauptet, dann bräuchte es keine finanzielle Anreize, um die Frührente zu vermiesen. 

 
       
   

Das Single-Dasein in Ostmitteleuropa

BENZ, Matthias (2018): Gleiche Arbeit für einen Drittel des Lohnes.
Die Ostmitteleuropäer fühlen sich ausgebeutet - tatsächlich lässt sich das große Lohngefälle zwischen Ost und West nicht leicht erklären,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.05.

Weil sich die Realität nicht an die neoliberalen Theorien hält, erklärt Matthias BENZ die Lohnangleichung zur neuen Utopie, die in etwa dem Marx'schen Glaube an die Revolution entspricht, die ja auch irgendwann kommen sollte. Nur das Wann ist ungewiss!

Fazit: Lohnangleichung ist neoliberales Opium fürs Volk. Sollten sich tatsächlich minimale Schritte in die richtige Richtung erkennen lassen, dann wird gleich ein Lohnwunder ausgerufen! Wunder kann es jedoch nur dort geben, wo Wunderglauben vorherrscht! 

 
       
   

16.05.2018

 
       
   

Die Kinderbetreuung in der Debatte

LOMBARD, Jérôme (2018): Aufstehen gegen die "Kitakrise".
Berlin: Katja Cattien beteiligt sich am Protest gegen die prekäre Lage in den Kindertagesstätten,
in: Neues Deutschland v. 16.05.

 
       
   

Soziale Herkunft, Bildungsaufstiege und soziale Mobilität in der Debatte

REMBERG, Denis (2018): Als spräche man eine andere Sprache.
Viele Studenten, die aus Arbeiterfamilien stammen, müssen einen sozialen Rückstand aufholen,
in: Neues Deutschland v. 16.05.

In der aktuellen ZEIT hat Martin SPIEWAK für das akademische Wohlfühlmilieu ein schönfärberisches Bild von den Aufstiegschancen der Kinder aus einer Nicht-Akademikerfamilie gezeichnet. Dabei wurde jedoch nur der Übergang von der Schule zur Universität betrachtet, wie auf dieser Website kritisiert wurde. Dagegen heißt es in dem ND-Artikel:

"Von 100 Nicht-AkademikerInnen-Kindern erhalten 44 das Abitur, 21 beginnen ein Studium, 15 beenden das Studium mit einem Bachelorabschluss, 8 mit einem Masterabschluss und nur eine Person erlangt am Ende ihres Studiums einen Doktortitel. Demgegenüber erreichen von 100 Kindern aus akademischen Haushalten 78 das Abitur, 74 beginnen zu studieren, davon schließen 63 mit einem Bachelor und 45 mit einem Master ab und 10 erhalten die Doktorwürde."

Auch diese Darstellung ist nicht für jedermann sofort verständlich, denn man könnte das folgendermaßen verstehen: Von 100 Nicht-AkademikerInnen-Kindern schaffen 44 das Abitur und 56 gehen vorher ab oder scheitern am Abitur. Von 100 Nicht-AkademikerInnen-Kindern, die mit dem Studium beginnen, schaffen 15 einen minderwertigen Bachelor-Abschluss und 8 einen höherwertigen Masterabschluss. 77 bleiben dagegen auf der Strecke, weil sie entweder das Studium abbrechen oder am Abschluss scheitern. Nur ein einziger von 100 studierenden Nicht-AkademikerInnen-Kindern kann eine Wissenschaftlerkarriere im Hochschulbereich beginnen, weil er zumindest die Doktorwürde erlangt hat.

So könnte man das interpretieren, was in der Rubrik Zahlen und Fakten steht. Nimmt man dagegen das Original, nämlich den Hochschul-Bildungs-Report 2020 mit seinem Bericht 2017/18 zur Hand (vgl. Schaubild S.12), dann wird das folgendermaßen dargestellt:

Grundgesamtheit sind also Grundschulkinder. Wer niemals eine Grundschule besucht hat, der bleibt bei dieser Perspektive außen vor. Während bei dem ND-Artikel eine Selektionsstufe Abitur beschrieben wird, wird diese im Original weggelassen.. Im Bericht wird die Selektivität des Bildungssystems folgendermaßen erklärt:

"Von 100 Grundschulkindern aus Nichtakademikerhaushalten nehmen nur 21 ein Studium auf, von 100 Akademikerkindern schreiben sich hingegen durchschnittlich 74 an einer Hochschule ein. Im Hochschulsystem setzt sich diese Tendenz fort: Die Quote der Nichtakademikerkinder, die vom Studienanfang bis zum erfolgreichen Bachelorabschluss dabeibleiben, liegt bei 70 Prozent und ist damit um 15 Prozentpunkte geringer als die Quote der Akademikerkinder (mit 85 Prozent). Bis zum Masterabschluss summieren sich die Unterschiede, sodass von anfänglich 100 Nichtakademikerkindern letztlich nur acht den Masterabschluss erwerben. Von den Akademikerkindern sind es aber mit 45 rund sechsmal so viele. Bei der Promotion beträgt das Verhältnis bei den Nichtakademikerkindern schließlich insgesamt 1:100.
Man kann aus den Zahlen auch etwas Positives ablesen: In der Phase vom Beginn des Bachelorstudiums bis zu dessen Abschluss verändert sich die soziale Zusammensetzung der Studierenden relativ gesehen am wenigsten. Im Bachelorstudium ist die soziale Selektion (zum Beispiel durch sozialspezifische Abbruchquoten) relativ gering ausgeprägt, sie findet vielmehr vor und während der Masterphase statt. Von 100 Bachelorabsolventen aus akademischen Elternhäusern erreichen 72 Prozent einen Masterabschluss, aus nichtakademischen Elternhäusern sind es 56 Prozent. Die deutliche soziale Selektion im Masterbereich ist sowohl auf geringere Übergangsquoten vom Bachelor in den Master als auch auf geringere Erfolgsquoten von Nichtakademikerkindern im Masterstudium zurückführen." (2017, S.12)

Auch der Bildungsbericht ist nicht in Wirklichkeit die Originalquelle der Zahlen. Der Wegfall des Abiturs als Selektionsstufe liegt wohl darin begründet, dass der Bericht das Studieren ohne Abitur propagiert.

Fazit: Die Darstellung der Selektivität des Bildungssystems hängt davon ab, welche Selektionsstufen überhaupt betrachtet werden und welche Abgrenzungen für die Bestimmung der jeweiligen Grundgesamtheit vorgenommen wird. Möglichkeiten des zweiten Bildungswegs werden z.B. bei der Betrachtung ausgeblendet.  

 
       
   

Das Mutterideal in der Debatte

KAISER, Marelce (2018): "Die MILF ist ein Markt".
Die Autorin Katja Grach über ihr Buch "Die MILF-Mädchenrechnung" und über die Frage, wie aus "Moms I'd like to fuck" selbstbestimmte Fuckermothers werden,
in: TAZ v. 16.05.

 
       
   

Die Linke und die soziale Frage in der Debatte

SCHULZ, Bert & Antje LANG-LENDORFF (2018): "Das wird die Linkspartei mächtig ärgern".
Michael Müller (SPD) will Hartz IV abschaffen. Sein Alternativkonzept: das "solidarische Grundeinkommen",
in: TAZ v. 16.05.

Die Sinkflug-SPD möchte ihr Agenda-Image loswerden, indem sie Etikettenschwindel betreibt. Das solidarische Grundeinkommen klingt nach bedingungsloses Grundeinkommen, ist aber das genaue Gegenteil. Die SZ hat vor 2 Tagen es als "gemeinnützige Stellen für alle willigen Arbeitslosen" bezeichnet, d.h. die Spaltung, die mit der Hartzgesetzgebung erzeugt wurde, soll weiterhin aufrechterhalten werden. Die Trennung von "willigen" und "unwilligen" Arbeitslosen ist konstitutiv für neoliberale Identitätspolitik im Zeichen der Agenda 2010. Und im Wort "solidarisch" wird das Gegenteil gleich mitgeliefert: Wer keinen Anspruch darauf hat - aus welchen Gründen auch immer, der ist unsolidarisch oder asozial!

Fazit: Mit dem solidarischen Grundeinkommen kann problemlos an die Sozialschmarotzerdebatten der Agenda-Reform angeknüpft und die neoliberale Spaltung der Gesellschaft weiterbetrieben werden.

 
       
   

Die Renteninformation in der Debatte

KROHN, Philipp (2018): Viele Deutsche verstehen ihre Renteninformation nicht.
Die Verwirrung ist groß. Deshalb soll eine einheitliche Darstellung aller Ansprüche her. Die Koalition unterstützt das. Den Prototyp könnte es schon bald geben,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.05.

 
       
   

Michael Angele - Schirrmacher

ANGELE, Michael (2018): Mythos und Alltag.
Wie man wurde, der man war: Frank Schirrmacher durchschritt den George-Kreis, die Suhrkamp-Kultur und schließlich eine Zeitungsredaktion,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.05.

Vorabdruck aus der SCHIRRMACHER-Biografie, die in der SZ bereits scharf kritisiert wurde.

 
       
   

Die Alternative für Deutschland in der Debatte

KAMANN, Matthias & Ricarda BREYTON (2018): Bei de Rente bietet die AfD keine Alternative.
In der Sozialpolitik ist die Partei tief gespalten,
in: Welt v. 16.05.

KAMANN & BREYTON unterscheiden bei der AfD drei Positionen zur Rentenpolitik:

"(W)eil ein Systemwechsel aktuell kaum vorstellbar ist und die Alternativutopien der Wirtschaftsliberalen und der Sozialnationalen so weit auseinandergehen, dürfte sich bis auf Weiteres die eher mittlere Position von Kleinwächter und Schielke-Ziesing durchsetzen."

KLEINWÄCHTER und SCHIELKE-ZIESING vertreten die AfD im Fachausschuss Arbeit und Soziales. Mit den Wirtschaftsliberalen meinen KAMANN & BREYTON den AfD-Vorsitzenden Jörg MEUTHEN, während mit Sozialnationalen die Position von Jürgen POHL gemeint ist. An anderer Stelle wird auch von "nationalpaternalistischen Haltungen" gesprochen:

"Vom Common Sense, dass die gesetzliche Umlagerente durch private und betriebliche Vorsorge ergänzt werden müsse, rücken vor allem ostdeutsche AfDler mit nationalpaternalistischen Haltungen ab."

Drei politische Herausforderungen für die Alterssicherungssysteme werden von KAMANN & BREYTON beschrieben:

"Da ist die demografische Entwicklung, bei der bis etwa 2050 die alternden Babyboomer der geringen Zahl nachwachsender Einzahler gegenüberstehen. Hinzu kommt Altersarmut, die vor allem in Ostdeutschland ab etwa 2025 aufgrund der lückenhaften Erwerbsbiografien stark zunehmen und auf die Schnelle nur durch steuerfinanzierte Staatszuschüsse abgemildert werden kann.
Nicht zu vergessen die niedrigen Zinsen, die kapitalgedeckte Modelle gefährden."  

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FORSTER, Christof (2018): Zahl der IV-Neurenten steigt leicht.
Bund sieht darin keine Trendwende - Invalidenversicherung künftig ohne Defizit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.05.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

SPALINGER, Andrea (2018): Italien droht ein kostspieliges Regierungsprogramm.
Cinque Stelle und Lega wollen eine Art Flat Tax sowie eine Arbeitslosenunterstützung einführen und gleichzeitig das Rentenalter senken,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.05.

 
       
   

Das Single-Dasein in Thailand

BELZ, Nina (2018): Thailands Kinder gebären zu viele Kinder.
Die Geburtenrate ist seit Jahren rückläufig - doch die Zahl der Minderjährigen, die ungewollt schwanger werden, ist angestiegen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.05.

"Im Vergleich mit den zehn Asean-Staaten hat Thailand nach Laos und Kambodscha die dritthöchste Rate an Teenagerschwangerschaften, noch vor Indonesien und den Philippinen. Die Zahl ist im Nachgang der Krise von 1997 und besonders zwischen 2000 und 2012 – um 73 Prozent – angestiegen. Seit 2012 ist die Ziffer zwar wieder rückläufig, aber sie ist hoch für einen Staat, in dem der Zugang zu Verhütungsmitteln leicht ist und 90 Prozent der Kinder eingeschult werden",

berichtet Nina BELZ anlässlich der Pressemitteilung Addressing the patterns of child marriage, early union and teen pregnancy in Southeast Asia: A matter of urgency der UNFPA. Zur Geburtenentwicklung in Thailand heißt es:

"Die Geburtenrate sei zwischen den siebziger und den neunziger Jahren von 4,5 Kindern pro Frau auf 2,1 zurückgegangen."

Eine Grafik zeigt eine Entwicklung der Geburten zwischen 1990 und 2012, wobei es sich dabei nicht - wie angegeben - um die Geburtenrate handelt, die derzeit in Thailand bei 1,5 Kindern pro Frau liegt. Es handelt sich um die rohe Geburtenziffer, die sich nicht nur auf gebärfähige Frauen, sondern auf alle Frauen bezieht. Die Geburtenrate 1,5 bedeutet, dass 1000 Frauen 1500 bekommen haben. Die Geburtenrate bei den 15 bis 19-Jährigen liegt dagegen bei etwas über 50 Kinder pro 1000 Mädchen. Würde man in der Grafik also die Geburtenrate statt der rohen Geburtenziffer benutzen, dann läge die Linie der Teenagerschwangerschaften nicht über, sondern weit unter derjenigen der gebärfähigen Frauen. Mit dem Darstellungstrick wird also die Entwicklung überdeutlich dargestellt, die ansonsten nicht so prägnant sichtbar wäre.  

 
       
   

15.05.2018

 
       
   

Die kinderreiche Familie in der Debatte

DESTATIS (2018): 12 % der Familien haben drei und mehr Kinder.
Zahl der Woche,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 15.05.

"In 12 % der Familien in Deutschland lebten im Jahr 2016 mindestens drei Kinder. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tags der Familie auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit. Ehepaare lebten mit 14 % etwa doppelt so oft mit drei und mehr Kindern im gemeinsamen Haushalt wie Lebensgemeinschaften (8 %) und Alleinerziehende (7 %).
Sehr große Familien sind in Deutschland selten anzutreffen. Im Jahr 2016 wurden 9 000 Familien mit sieben und mehr Kindern gezählt, das entspricht einem Anteil von weniger als 0,1 % an allen Familien mit Kindern.
Zu Kindern zählen hier auch volljährige ledige Personen ohne Partner, die mit ihren Eltern im gemeinsamen Haushalt leben", meldet das Statistische Bundesamt.

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

MPIDR (2018): Steigender Entwicklungsstand kann Rückgang der Geburtenrate umkehren.
Lange glaubten Forscher, dass in reicheren Bevölkerungen weniger Kinder pro Frau zur Welt kommen. Für Europa stimmt dies nicht mehr. Heute tendieren Regionen mit höherem Einkommen zu höhere Geburtenraten, zeigt eine neue MPIDR-Studie,
in: Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung v. 15.05.

Pressemitteilung zur Studie Is a Positive Relationship Between Fertility and Economic Development Emerging at the Sub- National Regional Level? Theoretical Considerations and Evidence from Europe im European Journal of Population.

 
       
   

Der Standortwettbewerb in der Debatte

HÄGLER, Max (2018): Glasfaser im Wolfsland.
SZ-Serie Gipfelstürmer (1): Über Jahrzehnte war Freyung im Bayerischen Wald das Ende der westlichen Welt. Mittlerweile leben hier Raubtiere - und immer mehr Gründer,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.05.

Die kosmopolitische Großstadtzeitung SZ hat den bayerischen Landtagswahlkampf eröffnet und wandelt sich zur CSU-Heimatzeitung:

"Freyung: 6987 Einwohner, zwei Ampeln, Garnisonsstandort. Und mittlerweile auch so was wie eine Gründerstadt, oder besser gesagt ein Gründerstädtchen".

Die Website der Gemeinde Freyung gibt dagegen 7.277 Einwohner an (Stand: 31.12.2017).

Freyung gehört zum Wahlkreis 227 Deggendorf. Dort wurde die AfD mit 19,2 Prozent zweitstärkste Partei bei der Bundestagswahl 2017. In Freyung wählten immerhin 17,9 Prozent die AfD, die damit zur zweitstärksten Partei nach der CSU wurde. Offenbar ist es mit der Gründerzeit in Feyung nicht weit her. Statt Zahlen werden uns nur 4 Gründer vorgestellt.

"Während anderen Orten dieser Größe ihre Mitte abhanden gekommen ist, finden sich in Freyung mittlerweile wieder ein halb Dutzend sehr ordentlicher Lokale. (...). Die Gastwirte sagen: Sie haben investiert, weil das Kino modernisiert wurde (...)",

erzählt uns Max HÄGLER. Freyung ist Kreisstadt des Landkreises Freyung-Grafenau und ist damit höchstens mit Kreisstädten der gleichen Einwohnerzahl zu vergleichen. Wodurch die großmäulige Ansage relativiert wird.

Wie es für Neoliberale gehört, wird die EU-Förderung und die CSU-Politik besonders hervorgehoben:

"Leben ist hier wieder eingekehrt, mit Unterstützung der EU, die aufgrund der Abgeschiedenheit immer noch fast alle Investitionen mit 25 Prozent fördert. Mit Unterstützung vom Regionalmarketing Niederbayern, sowie von jungen Politikern, die hier das Sagen haben."

Es ist schließlich Landtagswahlkampf!  

 
       
   

Die Lebensversicherer als Akteur der Altersvorsorge: Von vollmundigen Versprechungen zur Entledigung der Altlasten

KROHN, Philipp (2018): Welche Insurtechs überleben?
Nach drei Jahren digitaler Welle in der Versicherungswirtschaft trennt sich die Spreu vom Weizen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.05.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

LOOMAN, Volker (2018): Angst vor Aktien führt im Alter zu Magerkost,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.05.

Volker LOOMAN geht von einem gesamtdeutschen Durchschnittsgehalt aus, das nicht zwischen West- und Ostdeutschland unterscheidet. Das westdeutsche Durchschnittsgehalt liegt bei 37.103 Euro, das ostdeutsche bei 33.148 Euro. Für die "Normalbevölkerung" wäre das Medianeinkommen aussagekräftiger als das Durchschnittseinkommen.

Für Aktien rechnet LOOMAN das Ergebnis schön, indem er für jedes Jahr einem durchschnittlichen 8 %-Anstieg entspricht. Diese Entwicklung nahm der DAX. 1973 gab es jedoch noch keine ETF-Fonds wie sie heute verbreitet sind. Dennis KREMER datiert den Beginn auf das Jahr 1976 (FAZ 22.01.2017). Erst ab Mitte der 1980er Jahre sind solche Fonds überhaupt nennenswert verbreitet - in Deutschland gab es einen Run erst nach der Jahrtausendwende. Es ist also völlig unrealistisch, dass jemand die angegebene Rendite erhalten hat, während die gesetzliche Rente sicher war. Am Aktienmarkt konnte man sich völlig verzocken und seine ganze Rente verlieren, Glückpilze konnten auch höhere Gewinne machen. Depotgebühren und Gebühren bei An- und Verkauf fallen bei LOOMAN natürlich auch nicht an.    

Fazit: Mit unrealistischen Zahlen soll die gesetzliche Rente schlecht gerechnet werden, indem sie mit nur theoretisch zu erreichenden Renditen am Aktienmarkt verglichen wird. Für Geringverdiener war die Rente bislang auf alle Fälle die bessere Option.

 
       
   

Die Ökonomen-Elite und die Ökonomie in der Debatte

PLICKERT, Philip (2018): Ein kritischer Europäer.
Menschen und Wirtschaft: Gabriel Felbermayr wird Chef des Instituts für Weltwirtschaft. Der Österreicher wird künftig von Kiel aus die Deutschen zu Globalisierung, Trump und Brexit beraten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.05.

Philip PLICKERT porträtiert den neoliberalen Ökonom Gabriel FELBERMAYR, der zuvor an der neoliberalen Kaderschmiede Ifo-Institut arbeitete. PLICKERT lobt ihn als Mann der starken Worte, der nichts von differenzierten, leisen Tönen wie sein Vorgänger im Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel hält, sondern Hans-Werner SINN nacheifert.

 
       
   

Der Standortwettbewerb in der Debatte

GAMMELIN, Cerstin (2018): Nach dem Lob ist vor der Gefahr.
Der IWF nennt die deutsche Wirtschaftskraft beeindruckend - und fordert zugleich niedrigere Steuern und Abgaben, mehr Bildung und Frauen in Vollzeitjobs,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.05.

Cerstin GAMMELIN zitiert aus der gestrigen Pressemitteilung Germany: Staff Concluding Statement of the 2018 Article IV Mission des IWF, in der ein anonymer IMF-Mitarbeiter seine Vorstellungen zu Deutschland als Diskussionsgrundlage präsentiert. Da diese Sicht dem neoliberalen SZ-Wirtschaftsteil in die Hände spielt, wird so getan, als ob das Empfehlungen des IWF-Direktoriums wären, was gar nicht der Fall ist. In dem Diskussionspapier heißt es:

"Consider pension and labor market reforms to lengthen working lives, which would increase labor force participation of older workers, reduce aging-related fiscal pressures, mitigate the need for workers to save as much for retirement, and lower risks of old-age poverty."

Aus der Erhöhung des Renteneintrittsalters wird bei GAMMELIN eine "Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenszeit", was man auch als Kopplung des Rentenalters an die durchschnittliche Lebenserwartung verstehen könnte, was wiederum der von der SZ hofierte Axel BÖRSCH-SUPAN fordert.

Die Empfehlung enthält jedoch auch einen Paradigmenwechsel in Sachen kapitalgedeckter Altersvorsorge, was das eigentlich Revolutionäre ist, denn es wird eingestanden, dass diese Art der Altersvorsorge nicht vor Altersarmut schützen kann, was vor 20 Jahren bei Axel BÖRSCH-SUPAN noch ganz anders klang. Damals versprach er nämlich sagenhafte Renditen durch die private Altersvorsorge im Vergleich zur jämmerlichen gesetzlichen Rente. Derzeit ist jedoch das Gegenteil der Fall!

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÄFER, Michael (2018): Fintech erobert die dritte Säule.
NZZ-Serie Private für das Alter vorsorgen: Wer im Alter finanziell nicht zurückstecken will, muss in der Regel selbst vorsorgen - neue Angebote können dabei hilfreich sein,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.05.

 
       
 

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