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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 26. - 30. September 2003

 
       
     
     
     
       
   
Zitat des Monats:
"Der kranke Alleinleidende lebt exterritorial, er ist ein doppelt Vertriebener. Denn sein Reich, das bunte Beziehungsgeflecht der unbegrenzten Freiheit, existiert nur jenseits von Viren und Bakterien. Schon dauerhaft schlechte Laune schränkt den üblichen Bewegungsspielraum empfindlich ein. Dem Single geht es nur gut, wenn es ihm gut geht. Der Pflegefall ist ausgeschlossen."
(Reinhard Mohr in "Generation Z", 2003, S.108)
 
       
     
   
  • WENZEL, Uwe Justus (2003): Der Zungenschlag des Zaungastes.
    Reinhard Mohr über die "Generation Z",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 30.09.
    • Kommentar:
      WENZEL enttarnt MOHRs Generationenbild der "
      Generation Z":
                "Reinhard Mohr beschreibt keine Generation mehr, er beschreibt ein Milieu, das seines eigenen Selbst".
 
     
     
   
  • ROLL, Evelyn (2003): Zwischenzeit.
    Und alle Schönheit uns verlässt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.09.
    • Kommentar:
      Herbstzeit - RILKE-Zeit. Mit dem Gedicht "Herbsttag" werden jetzt wieder Partnerlose gequält:

                "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Aktien treiben", zitiert hier Evelyn ROLL frei nach RILKE.
      Soziologen wie Stefan HRADIL weisen inzwischen ausdrücklich darauf hin:

                "Es ist (...) nachweislich falsch, partnerlose Singles gleichzusetzen mit partnersuchenden Singles, wie das viele Medien wissen wollen" (2003, S.43).
                Single-dasein.de hat diesen Unterschied dagegen schon immer beherzigt!
 
   
  • BRAUN, Ludwig Georg (2003): Mehr Macht dem Nachwuchs.
    Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik - denn Kinder entscheiden über unseren Wohlstand,
    in: Tagesspiegel v. 30.09.
    • Kommentar:
      Der Tagesspiegel nutzt die Debatte um das Familienwahlrecht, um den Präsidenten des Industrie- und Handelskammertags wieder einmal über familienbewusste Personalpolitik schreiben zu lassen.
 
   
  • BARTELS, Gerrit (2003): Der Anti-Illies.
    Die Party ist vorbei, und das Leben muss jetzt ganz anders und viel bewusster weitergehen: Matthias Kalle gibt sich in seiner Generationsinspektion "Verzichten auf" als selbstkritischer Bedenkenträger,
    in: TAZ v. 30.09.
 
   
  • WALTER, Klaus (2003): Das bringt Roland Koch.
    Ein Kanzlerkandidat empfiehlt sich: Das hessische Sparprogramm "Operation Sicher Zukunft" ist die effizientere Version von Helmut Kohls "geistig-moralische Wende",
    in: TAZ v. 30.09.
    • Kommentar:
      Mit einem Seitenhieb auf unsere aufmerksamkeitsgeile Künstleravantgarde beschreibt Klaus WALTER wie Roland KOCH 1968 abwickelt:

                "Bei Schlingensiefs »Church of Fear« waren mehr Leute auf den Beinen, auch war die Stimmung besser. Es gibt Aufregenderes als Proteste gegen staatliche Kürzungen. Popgestützte Happenings gegen hooliganöse Populisten wie Haider oder Schill versprechen mehr Glamour. Verglichen mit dem Aufschrei, der durch Deutschland ging, als Ronald Schill zum Hamburger Innensenator aufstieg, ist die Aufregung um das »Sparpaket« der CDU-Regierung erst recht außerhalb Hessens kaum vernehmbar."
 
   
  • MOHR, Reinhard (2003): Soundtrack eines Biotops.
    "Herr Lehmann", Leander Haußmanns Romanverfilmung, ist Milieustudie und Männerfilm,
    in: Spiegel Nr.40 v. 29.09.
    • Inhalt:
      Der 78er
      Reinhard MOHR schreibt nostalgisch über den Film "Herr Lehmann":
                "Am Ende zerbricht diese Idylle zwischen Mehringdamm und Kottbusser Tor am Lauf der Welt und der Liebe. Anders als Eichendorffs »Taugenichts« treibt Herr Lehmann jedoch keine antibürgerliche Erlösungssehnsucht, keine Vision einer erträumten Gegenwelt, sondern die Hoffnung, der morgige Tag möge ungefähr so sein wie der gerade vergangene.
      In der alkoholgestützen Betriebsamkeit dieses übrig gebliebenen Soziotops ist die konkrete Utopie das nächste »Beck's« - und Männerfreundschaft wird zur tragenden Konstruktion des Alltags".
 
   
  • BRUSSIG, Thomas (2003): Unsanfte Landung.
    Die Schriftstellerin Julia Franck kam 1978 als DDR-Kind in die Bundesrepublik. In ihrem Roman "Lagerfeuer" schildert sie die Strapazen der Ankunft im Westen,
    in: Spiegel Nr.40 v. 29.09.
 
   
  • ALBRECHT, Christoph (2003): Keine zornigen jungen Männer.
    Die Demographie tanzt,

    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.09.
    • Kommentar:
      ALBRECHT hat das Buch "Kindermord aus Staatsraison" von Gaston BOUTHOUL aus der Mottenkiste hervorgekramt und doziert:

                "Den Krieg erklärt Bouthoul darin sozialbiologisch als Ausgleich von Bevölkerungsüberschüssen. Immer wenn zu viele Junge um zu wenige Stellen rangeln, die ihnen einen Unterhalt verschaffen, immer wenn Seuchen, Krankheit und natürliche Sterblichkeit nicht mehr ausreichen, dann wird es zu einer Frage der Staatsraison, die »viel zu vielen« zornigen jungen Männer im Krieg zu dezimieren."
                Diese Einführung aus - zynisch gesprochen - besseren Zeiten, dient ihm dazu das Buch "Die gierige Generation" von Bernd W. KLÖCKNER in den ihm genehmen Rahmen zu stellen:
                "Seuchen und Soldaten waren zwar grausam, aber intelligent. Sie sorgten für den bevölkerungspolitischen Ausgleich. Unsere Sozialsysteme dagegen begnügen sich mit Grausamkeit", polemisiert ALBRECHT - ganz im Sinne der Feuilleton-Revoluzzer - gegen den räuberischen Sozialstaat. 
 
   
  • KIESERLING, André (2003): Die Absteiger der Bildung,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.09.
    • Kommentar:
      Obwohl sich unsere Gesellschaft als Leistungsgesellschaft beschreibt, spielt die soziale Herkunft eine entscheidende Rolle, worauf in letzter Zeit vor allem der Soziologe Michael HARTMANN hingewiesen hat.

                Was passiert nun, wenn jemand, der aufgrund seiner sozialen Herkunft für Höheres bestimmt ist, scheitert?
                Dieser Frage ist Martin SCHMEISER in seinem Buch "»Mißratene« Söhne und Töchter" nachgegangen. KIESERLING schreibt dazu:
                "Man kann (...) einen akademischen Titel, anders als einen Bauernhof, seinen Kindern nicht einfach »vererben«. Das Wort bedeutet hier, daß die im Elternhaus erworbende Vertrautheit mit den Besonderheiten des akademischen Milieus einen erheblichen Startvorteil bietet."
                Scheitern, trotz Startvorteil, das ist für Akademikerkinder doppelt problematisch.
                Kann sich der soziale Aufsteiger beim Scheitern auf seine soziale Benachteiligungen berufen, so muss der Akademikersohn andere Begründungen liefern.
                KIESERLING nennt die als Auffangbecken die "Würde-Asyle der Alternativkultur" oder die Möglichkeit der "Simulation einer akademischen Existenz".    
 
   
  • ADORJÀN, Johanna (2003): Mich hat die Furcht durch diesen Film getragen.
    MTV-Moderator Christian Ulmen über seine erste Hauptrolle in "Herr Lehmann" und seine geheime Lust an der Provokation,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.09.
 
   
  • LANGE, Alexa Hennig von (2003): Die Richtigen fürs Bett.
    Im Herbst freut sich jeder über schöne Bettwäsche - oder auch nicht: Autorin Alexa Hennig von Lange über Krümel im Bett, Gespenster im Schlafzimmer und die Freude an weißen Laken
    in: Welt am Sonntag v. 28.09.
    • Kommentar:
      Wenn ein neues Buch einer Autorin aus der Generation Golf herauskommt, dann sind offenbar selbst Artikel über Bettwäsche verkaufsfördernd. "Woher ich komme" heißt das neue Buch von Alexa Hennig von Lange...
 
   
  • STEINFELD, Thomas (2003): Damenwahl.
    Zwei Drittel aller Leser sind heute Leserinnen. Die Frauen haben viel nachzuholen. Und die Männer viel zu verlieren,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.09.
    • Kommentar:
      Thomas STEINFELD schreibt:

                "Die Statistik sagt vorläufig nur dieses: In einer Wohnung ohne Bücher lebt meistens ein allein stehender Mann."
                Falls dies stimmen sollte, dann liegt das sicher nicht an single-dasein.de, denn hier werden jene Bücher vorgestellt, die auch alleinstehende Männer interessieren müssten.
 
   
  • SCHÜMANN, Helmut (2003): Zurück aus dem Cyberspace.
    Punker, Computer-Freak, Schriftsteller: Peter Glaser war der Vordenker des virtuellen Zeitalters. Heute findet er, das alles sei "langweilig" und "eintönig" geworden,
    in: Tagesspiegel v. 27.09.
 
   
  • DIEKMANN, Kai (2003): "Linke wird es immer geben".
    Herr Doktor Kohl, warum ist aus ihnen kein Linker geworden? Der Altkanzler fragt sich bis heute, warum er die taz lesen sollte,
    in: TAZ v. 27.09.
    • Kommentar:
      Helmut KOHL beschreibt den typischen Neue-Mitte-Linken aus der kleinbürgerlichen Perspektive:

                "Nach meiner Beobachtung kommen in unserer Zeit die ideologisch geprägten Zeitgenossen aus gehobenen Elternhäusern. Sie haben mit 20 Jahren schon ihre Wohnung und der Papa zahlt für das Auto und vieles mehr. In diesen Kreisen ist es auch »in«, links zu sein. Aber das war nie meine Sache. Ich habe mir mein Studium über drei Jahre während der Semesterferien als Schichtarbeiter bei der BASF verdient, unter kommunistischen Arbeitern und Steinhauern. Das waren sehr schwere Berufe, mit erheblichen Gesundheitsgefahren. Wenn ich dagegen diese ganzen piekfeinen Gestalten sehe, die sich heute in der Bundesrepublik und hier in Berlin als Linke tummeln, dann kann ich nur sagen: Dafür habe ich gar nichts übrig."
      Apropos: falls es niemand gemerkt haben sollte, DIEKMANN arbeitet normalerweise für die BILD, aber anlässlich 25 Jahre TAZ dürfen die Lieblingsfeinde schreiben...
 
   
  • SCHIRRMACHER, Frank (2003): Sind taz-Leser Masochisten?
    Hinter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" steckt immer ein kluger Kopf. Aber wer liest eigentlich die tageszeitung? Erinnerungen eines "FAZ"-Herausgebers daran, wie er selbst einmal auf dem Dach des Rudi-Dutschke-Hauses stand,
    in: TAZ v. 27.09.
 
   
  • RUTSCHKY, Michael (2003): Feindschaft pflegen.
    Einander hassen wie die Pest: Das ist die höchste Form der Animosität. Aber sollte man sie per Konsens mildern? Oder mit ihr das Glühendste leben?
    in: TAZ v. 27.09.
    • Kommentar:
      Ganz konsequent ist die TAZ auch nach 25 Jahren noch nicht, deshalb gibt es Ausnahmen...
 
   
  • ZAJCEK, Jasna (2003): Feindliche Übernahme.
    Hartmut ist die erste Liebe für Sofia. Ihr Pech, dass sie für das Studium nach Berlin zieht und Hartmut an eine andere verliert. Sofias Freundin Gitti ist viel pragmatischer. Sie will nach Frankfurt, eine bedeutende Kommunardin werden. Und der Weg nach Frankfurt führt direkt über Hartmut, den attraktiven Politaktivisten
    in: TAZ v. 27.09.
    • Kommentar:
      Weißt Du noch? Damals als es noch WG-Matratzen gab. Da war die Welt der männlichen Linken noch in Ordnung...
 
   
  • SCHÄFER, Frank (2003): Wir sind hier in Seattle.
    Wenn Grunge-Rocker mit ihrer Adoleszenz abschließen, ergibt das Stoff für einen tollen Roman,
    in: junge Welt v. 26.09.
    • Kommentar:
      Auch einst rebellische Grunge-Rocker werden nun erwachsen:

                "Die Generation X kommt langsam in die Jahre. Es fühlt sich noch etwas komisch an, man wehrt sich ein bißchen, aber doch schon eher halbherzig. Lindquist läßt die Rock’n’Roll-Ideale fahren für so etwas Uncooles wie Verantwortung, Moral, ja sogar Reue – bürgerliche Tugenden also. Aber auch wenn er hier argumentiert wie die jüngste Fernseh-Werbung für Bausparen bei der LBS, er schildert Petes Leiden an sich selbst ebenso tiefenscharf wie warmherzig, so überzeugend, daß man seine allmähliche Verspießerung mit Anteilnahme verfolgt und sogar deren Notwendigkeit einsieht. Der Mann hat einfach Angst, allein zu sterben!"
 
     
   

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