[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

 
   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 15.-20. September 2007
News 09.-14. September 2007
News 01.-08. September 2007
News 26.-31. August 2007
News 17.-25. August 2007
News 10.-16. August 2007
News 06.-09. August 2007
News 01.-05. August 2007
News 28.-31. Juli 2007
News 21.-27. Juli 2007
News 14.-20. Juli 2007
News 05.-13. Juli 2007
News 01.-04. Juli 2007
News 27.-30. Juni 2007

News 20.-26. Juni 2007
News 11.-19. Juni 2007
News 01.-10. Juni 2007
News 25.-31. Mai 2007
News 21.-24. Mai 2007
News 08.-20. Mai 2007
News 01.-07. Mai 2007
News 20.-30. April 2007
News 10.-19. April 2007
News 01.-09. April 2007
News 25.-31. März 2007
News 22.-24. März 2007
News 17.-21. März 2007
News 09.-16. März 2007
News 06.-08. März 2007
News 01.-05. März 2007
News 21.-28. Februar 2007
News 17.-20. Februar 2007
News 10.-16. Februar 2007
News 07.-09. Februar 2007
News 01.-06. Februar 2007

News 23.-31.Januar 2007
News 16.-22.Januar 2007
News 09.-15.Januar 2007
News 01.-08.Januar 2007
News 23.-31.Dezember 2006
News 14.-22.Dezember 2006
News 07.-13.Dezember 2006
News 01.-06.Dezember 2006
News 18.-30.November 2006
News 09.-17.November 2006
News 07.-08.November 2006
News 01.-06.November 2006
News 21.-31. Oktober 2006
News 18.-20. Oktober 2006
News 11.-17. Oktober 2006
News 05.-10. Oktober 2006
News 01.-04. Oktober 2006

News 01.-30. September 2006

News 2006
News 2005
News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
       
   
Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 21. - 30. September

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Die gegenwärtige geburtenfördernde Familienpolitik ist aktionistisch und hilflos

"• Männer und Frauen, die in instabilen Partnerschaften leben oder Singles sind, erreicht man mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen - selbst für unter Dreijährige - nicht.
Karriereorientierte Frauen nützt es für ihr berufliches Fortkommen nichts, wenn die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten verbessert wird.
• Ein bewusst kinderloses Paar wird weder durch finanzielle Transfers noch durch weitere Kinderbetreuungseinrichtungen motiviert, Kinder zu bekommen.
• Und wenn Männer sich aufgrund fehlender finanzieller und sozialer Planungssicherheit gegen Kinder entscheiden, lassen sie sich weder durch erweitere Teilzeitmöglichkeiten während der Elternzeit noch durch ein einkommensorientiertes einjähriges Elterngeld umstimmen.

             Diese Beispiele zeigen, dass die meisten Gründe für Kinderlosigkeit nicht oder nur bedingt politisch beeinflussbar sind. Der/die fehlende PartnerIn kann nicht mittels politischer Maßnahmen »herbeigezaubert« werden; gefördert werden kann höchstens die frühe ökonomische Eigenständigkeit von jungen Frauen und Männern. Entscheiden sich Männer und Frauen bewusst gegen Kinder, ist dieser Entschluss politisch zu respektieren. Und die ökonomische Situation einer Familie hängt weniger vom Kindergeld als von dem auf dem Arbeitsmarkt erzielten Haushaltseinkommen ab. Das konservative Mutterleitbild sowie die fehlenden Zukunftsperspektiven infolge wirtschaftlicher Unsicherheiten hängen von gesamtgesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen ab, die nur zum Teil und nicht im Rahmen der Familienpolitik politisch steuerbar sind. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird nicht nur von rechtlichen Regelungen zu Elternzeit, Teilzeitarbeit und Kinderbetreuungseinrichtungen beeinflusst, sondern vor allem von unternehmerischen Auffassungen von karriereadäquatem Verhalten.
(Diana Auth im Sammelband "Grenzen der Bevölkerungspolitik" 2007, S.98)

 
       
       
   
  • TÖNNIES, Sibylle (2007): Eine Last, die keiner sieht.
    Die Ansichten Eva Hermans zur Familienpolitik der Nazis haben die Nation entsetzt. Warum eigentlich?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.09.
    • Inhalt:
      Die 68erin Sibylle TÖNNIES, Enkelin des Gemeinschaftsideologen Ferdinand TÖNNIES, verteidigt Eva HERMAN und bekennt, dass sie sich die Mutterkreuz-Ideologie zurück gewünscht hat:

                  "Meine Kinder sind in den siebziger und achtziger Jahren geboren, in denen die Fortpflanzung suspekt war. Die Abtreibung wurde höher geachtet. Ich habe in dieser Zeit sechs Kinder zur Welt gebracht und wurde in meinem Freundeskreis als Karnickel oder Gebärmaschine bezeichnet. Ich muss bekennen, dass ich damals (...) gedacht habe: Wo ist eigentlich das Mutterkreuz geblieben?"
 
   
  • SCHAAF, Julia (2007): Mutter - Mutter - Kind"
    Von der Ausnahme zum Trend: Eine neue Generation von Lesben kriegt selbstverständlich Kinder. Einige machen auf Kleinfamilie, andere leben Utopien. Aber wo bleibt die Biologie?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.09.
 
   
  • KEGEL, Sandra (2007): In den Sehnsuchtsmaschinen.
    Partnersuche im Internet,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.09.
    • Inhalt:
      "Wer weiland Kontaktanzeigen schaltete, musste das Vorurteil fürchten, beim herkömmlichen Anbandeln glücklos geblieben zu sein, weshalb Paare, die sich auf diesem Wege fanden, oft die Legende einer zufälligen Begegnung strickten. Die digitale Annonce, die freilich keinen anderen Zweck erfüllt als ihre analoge Schwester, befördert hingegen ein anderes Bild: Denjenigen, der sich im Internet auf Liebessuche macht, umweht die Aura des digital kompetenten Zeitgenossen, der jung ist, hart arbeitet, viel verdient und deshalb für die beschwerliche Suche nach Frau oder Herrn Richtig keine Zeit hat", meint Sandra KEGEL.

                  Beim Blick nach Amerika verdüstert sich jedoch die optimistische Perspektive. Erst wenn ein Markt seine Sättigungsgrenze erreicht hat, dann - so lässt sich KEGEL interpretieren, geraten auch die Schattenseiten eines Marktes in den Blick:
                  "In Amerika, wo man Europa bei der digitalen Partnersuche einige Jahre voraus ist, sank im Jahr 2005 erstmals die Zahl der Nutzer. Auch hierzulande liegt der Verdacht nah, dass alle, die für Internetdating in Frage kommen, schon online sind. Und wenn der Chat-Flirt erst einmal den Glanz und die Aura des Neuen verloren hat, wird auch sichtbar, was wir mit der Substituierung wirklicher Kommunikation durch die virtuelle opfern: Die persönliche Begegnung wird zum knappen Gut."
 
   
  • SCHLOEMANN, Johan (2007): Schreibt das nicht auf!
    Es gibt immer mehr Sachbücher von Frauen, deren einziger Maßstab ihre eigene Erlebniswelt ist. Das sollen sie lassen - sich und uns zuliebe,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 29.09.
    • Anmerkungen:
      Die SZ ist gegen die Hausfrauenehe (Eva Herman) und Kinderlosigkeit (Corinne Maier). SCHLOEMANN behandelt beides unter der Rubrik "Frauenbuch".

                  Angeblich ist die Subjektivität das Problem. Eva ILLOUZ, die israelische Modesoziologin, wird deshalb von SCHLOEMANN als Vorbild präsentiert.
                  Warum hat sich dann SCHLOEMANN aber nicht den Bekenntnisbüchern der Männer gewidmet? Etwa nur deshalb, weil der bekennende Vater das neue Hätschelkind der Nation ist? Ist die eigene Erlebniswelt also nur dann akzeptabel, wenn sie politisch korrekt ist?
 
   
  • FRIEBE, Jens (2007): Dann eine Totale auf das Reich der Sterne.
    Der Sänger, Blogger und taz-Kolumnist Jens Friebe veröffentlicht heute sein neues, drittes Album "Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache, dir ist nichts passiert". Was es mit den elf Songs auf sich hat, lässt sich den Liner Notes entnehmen, die er exklusiv für die taz geschrieben hat,
    in: TAZ v. 29.09.
 
   
  • POHLMANN, Sonja (2007): Klick dich glücklich.
    Dating-Börsen im Internet boomen: Singles können hier gezielt und unkompliziert Partner finden,
    in: Tagesspiegel v. 28.09.
    • Inhalt:
      POHLMANN stellt Dating-Sites vor, wobei eine der vier vorgestellten Internetdienste zum gleichen Konzern wie die Zeitung gehört.
 
   
  • KUHLBRODT, Detlef (2007): Liebende des missratenden Kinds.
    Manchmal fällt einem einfach so ein Buch in die Hände. Vielleicht eins über die 60er. Dann findet man sich unter Musterhippies und Acidheads, Ex-Freaks und Heute-noch-Langhaarigen auf einer Wiese wieder. Ein Bericht von einer Art Klassentreffen,
    in: TAZ v. 28.09.
    • Inhalt:
      Detlef KULBRODT stellt sich das nostalgische 60er-Jahre-Buch "Alles schien möglich" als Klassentreffen der anderen Art vor:

                  "Sie sind zwischen 53 und 75. Der Anteil derer, die ab und an Hasch rauchen, dürfte ein wenig höher sein als in der Gesamtbevölkerung; der Anteil derer, die ihr Leben nach gesundheitlichen und ethischen Gesichtspunkten ausgerichtet haben, aber auch. Die meisten der ungefähr sechzig Gäste sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad gekommen. Nur drei Autos stehen vor dem ländlichen Anwesen: zwei Ökomobile mit Hybridmotor und ein schicker, dunkelroter Opel Kapitän. Der verbraucht 13 Liter und gehört Jürgen Ploog. Der Schriftsteller, ehemaliger Pilot und Herausgeber der Beatnikzeitung Gasolin, trägt Anzug und eine dunkle Sonnenbrille und sieht recht elegant aus. Vor wenigen Wochen hatte ich Jörg Fausers Roman »Rohstoff« gelesen, in dem er auch beschrieben ist. Er steht da jedenfalls mit drei Leuten herum, die staunend an seinen Lippen hängen."
                  Aber vielleicht war damals ja alles ganz anders. Der Herausgeber Werner PIEPER berichtet über eine britische Umfrage, die sich auch auf Deutschland übertragen lässt:
                  "27 Prozent derer, die Ende der Sechzigerjahre jung gewesen waren, hätten behauptet, damals Hippies gewesen zu sein. Auf Nachfrage erklärten sie aber auch, ihre Biografie modifiziert zu haben, um vor ihren eigenen Kindern als cool zu erscheinen. Diese Kinder waren dann Punks geworden, weil sie das Hippiegelaber der Alten nicht mehr ertragen konnten. Das heißt: Die, die nie echte Hippies waren, haben die echten Hippies in Misskredit gebracht."
                  Aber es gab bereits in den 1960er Jahren ein unüberbrückbarer Graben, der mitten durch die Protestkultur führte:
                  "Die meisten hier schimpfen auf die studentischen, politischen 68er. Die seien »weitgehend humorlos«, eine »beinahe fundamentalistische, bestimmt jedoch eine engstirnige Bewegung«, machtorientiert, kurz: »lustfeindliche Protestpuritaner«" gewesen."
                  Und nicht zuletzt findet KUHLBRODT eine Gruppe, die der 60er-Jahre-Nostalgie nichts abgewinnen mag:
                  "Ich entferne mich von den 60ern, die immer noch aufgeregt über die Sixties sprechen. Da hinten stehen drei Leute etwas unschlüssig herum. Das sind doch..., genau: Günter Amendt, Günter Wallraff und Renée Zucker.
                  (...).
      Die taz-Kollegin Renée Zucker erzählt, dass sie zunächst auch einen Beitrag für das Buch geschrieben hätte. Da wäre aber zu viel Wut drin gewesen, ein falscher Ton, den sie beim Redigieren auch nicht mehr rausgekriegt hätte. Deshalb habe sie den Text dann wieder zurückgezogen und Werner Pieper geschrieben: »Weißt du, mich interessiert dieses Thema überhaupt nicht. Ich habs eigentlich nur dir zuliebe getan, aber jetzt merke ich auch, dass das nicht ausreicht.«"
 
   
  • BINDER, Nora (2007): Putz dich.
    Hausarbeit als Workout-Programm,
    in:
    Frankfurter Rundschau v. 28.09.
    • Inhalt:
      BINDER lässt uns wissen: Putzen und Fitness-Training lassen sich vereinen. Beides zusammen wird in den USA bereits unter dem verkaufsfördernden Etikett "Wellness" vermarktet, sodass es nicht mehr lange dauern wird, bis uns die neuen glücklichen Putzfeen auch aus deutschen Frauenzeitschriften entgegenblicken werden. 

 
     
   

JUNGLE WORLD-Titelgeschichte: Migration à la carte.
Europa bestellt Facharbeiter

  • FRENZEL, Korbinian (2007): Unterschiedliche Realitäten in Europa.
    Die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter nimmt in den EU-Ländern stetig ab. Die europäischen Staaten haben unterschiedliche Strategien, um den Arbeitsmarkt zu regulieren. Migration spielt dabei eine immer wichtigere Rolle,
    in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
    • Anmerkungen:
      Der auch bei Feministinnen beliebte neoliberale Ökonom Thomas STRAUBHAAR hat in seinem Beitrag  "Demographische Entwicklung: Problem oder Phantom?" (zusammen mit Sebastian SCHRÖER) vorgerechnet, dass es kein demografisches Problem gibt, wenn die Sozialsysteme an die veränderte Altersstruktur angepasst werden und das Arbeitsmarktproblem gelöst wird, das folgendermaßen beschrieben wird:

                  "Aufgrund des technischen Fortschritts und des wachsenden internationalen Wettbewerbs steigen (...) die Qualifikationsanforderungen, was den Bedarf an hoch qualifizierten Erwerbstätigen erhöht und gleichzeitig die Nachfrage nach gering qualifizierten sinken lässt. Wenn zukünftig das durchschnittliche Alter der Erwerbstätigen steigt und damit ihre Ausbildung immer weiter zurückliegt, führt dies tendenziell zu einer ungedeckten Nachfrage nach Hochqualifizierten bei gleichzeitigem Überangebot Niedrigqualifizierter."
                  STRAUBHAAR plädiert deshalb für gezielte Migration und einen radikalen Umbau der Sozialsysteme.
                  Die Titelgeschichte der Jungle World schließt an diese prinzipielle Lage-Einschätzung an, wenngleich die Frage des Umbaus der Sozialsysteme hier ausgeklammert bleibt und die Migrationsfrage etwas anders akzentuiert wird.
  • UWER, Thomas (2007): Herzenssache Abschottung.
    Nicht einmal wenn man sie braucht, wollen sich Deutsche mit Ausländern umgeben. Wirtschaftlich erklären lässt sich das nicht,
    in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
    • Inhalt:
      "Hat der Bund der Steuerzahler jemals die Milliardenverschwendung beanstandet, die mit Maßnahmen der Grenzsicherung, der Flüchtlingsverwaltung und -verwahrung, der Herkunftslandanalyse und Widerrufsprüfung, mit Rückkehrprogrammen und Rückführungsabkommen betrieben wird? Rechnete man die Kosten zusammen, so dürften sie jene locker übersteigen, die entstünden, fände der berüchtigte »Zuzug ins Sozialsystem« tatsächlich statt", meint Thomas UWER.
  • FANIZADEH, Andreas (2007): Seelsorger und Manequins.
    Deutschland ist kein Einwanderungsland. Es sei denn, man meint mit diesem Begriff die Integration der längst hier lebenden Arbeitsmigranten der sechziger und siebziger Jahre,
    in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
    • Inhalt:
      "Der Idealfall des neuen deutschen Gastarbeitertypus, so sieht er aus: jung, ledig und die Ausbildungsgebühren vom Herkunftsland bezahlt, beweglich und zur Rückkehr verpflichtet", meint Andreas FANIZADEH.
 
   
  • SEELIGER, Julia (2007): Monogamie ist keine Lösung.
    Die Orientierung der Familienpolitik auf monogame Ehepartnerschaften ist weder gerecht noch zeitgemäß. Künftige Gesellschaftsmodelle müssen auf Vertrauen und Verantwortung in den verschiedensten Beziehungsformen aufbauen,
    in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
 
     
   
  • NEUSTADT, Jeannette (2007): "Ich beweise, dass Entertainment tödlich ist".
    Der Schriftsteller Wilhelm Genazino erhält in diesem Jahr neben dem Büchner-Preis auch den Kleist-Preis. Zuletzt erschien sein Roman "Mittelmäßiges Heimweh". Im Gespräch erzählt er was für ihn Normalität bedeutet und warum seine Komik ohne Pointen auskommt,
    in: Welt v. 27.09.
    • Inhalt:
      Wilhelm GENAZINO u.a. über die verschwundene gesellschaftliche Mitte:
      "Neustadt: Ihre Protagonisten gehören meist dem so genannten Mittelstand an. Würden Sie sich selbst als Chronisten der Mitte bezeichnen?

                  Genazino: Eigentlich fühle ich mich nicht so. Ich bin eher ein Chronist der geflohenen Mitte-Darsteller. Die Mitte in diesem Sinne würde ich als zerbrochen beschreiben. Die Figuren stammen aus dem akademischen Prekariat. Die würden sich gern irgendwie an die Mitte anlehnen, aber da sie sie nicht mehr finden und sie ihnen nichts mehr verheißt, sind sie Flüchtlinge der Mitte. Dass Akademiker nicht mehr heiraten, nicht mehr planen, ist für mich eine Form des weitergegebenen Drucks. Wenn Sie sich heute umschauen, wie die Stellen für Geisteswissenschaftler reduziert wurden. Wie die Gesellschaft ihnen die Angstspritze einjagt. In der Scheu des Mittelstands drückt sich doch nur ein übergreifendes gesellschaftliches Problem ab. Sie sind diejenigen, die den Klumpfuss des gesellschaftlichen Problems mit sich herumschleppen. Aber sie sind nicht damit gemeint."
 
     
   
  • WIDMANN, Arno (2007): Nie den Klassenkampf vergessen!
    Politik schafft den Feind: Chantal Mouffe geht mit Ulrich Becks Welt-Pazifismus ins Gericht,
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.09.
    • Anmerkungen:
      Der 68er Arno WIDMANN rezensiert das Buch "Über das Politische" von Chantal MOUFFE.

                  Bei den ex-linken Neubürgerlichen zeichnet sich bereits seit längerem ein Abschied vom Konsensprinzip ab.  Nicht nur der Erfolg von rechtsradikalen Parteien, sondern auch der Erfolg der Linkspartei zeigt, dass die Sehnsucht nach einem neuen Populismus mit klaren Feindbildern auch im linken Milieu zugenommen hat.
                  WIDMANN beschreibt die Hintergründe  folgendermaßen:
                  "Dass viele der SPD-Sympathisanten, die Gerhard Schröder durch seine Anpassung an neoliberale Forderungen verloren hat, nun rechtsradikale Gruppierungen unterstützen, wissen wir vor allem aus ostdeutschen Milieus. Chantal Mouffe zitiert ähnliche Entwicklungen aus England, Belgien und Österreich: »Im Unterschied zu denen, die glauben, Politik könne auf individuelle Motivationen reduziert werden, wissen die neuen Populisten ganz genau, dass Politik immer in der Schaffung eines von einem 'Sie' unterschiedenen 'Wir' besteht, also die Schaffung kollektiver Identitäten erfordert. Daher die starke Anziehungskraft ihres Diskurses, der kollektive Formen der Identifikation mit 'dem Volk' anbietet.«
      Mouffe geht davon aus, dass die von den Sozialdemokratien und ihren Theoretikern beförderte »Zweite Modernisierung« immer größere Teile der Bevölkerung in die Arme der Rechtsradikalen treibt. Eine Politik, die den eigenen Leuten keinen Gegner zeigt, ist, so Chantal Mouffe, keine Politik, sondern Verwaltung. Die Theoretiker der reflexiven Modernisierung erscheinen bei Chantal Mouffe als Reflektoren eben jener Bürokratie, gegen die der Kampf geführt werden müsste.
      "
                  Single-dasein.de hat dies bereits seit längerem als Verblassen der Individualisierungsverheißungen beschrieben und den Terror der Individualisierungsthese aufgezeigt.
                  Im Gegensatz zu WIDMANN sieht single-dasein.de diese Sehnsucht nach einem "linken" Populismus nicht im Aufkommen eines Rechtsradikalismus begründet, sondern als immanente Konsequenz einer Politik der Besitzstandwahrung, die die Gewinner der ersten Bildungsexpansion in den letzten Jahren betrieben haben.   
 
     
   
  • GEISSLER, Cornelia (2007): Das Baby soll warten.
    Weil zu viele Frauen ungewollt schwanger werden, ist heute Welt-Verhütungstag,
    in: Berliner Zeitung v. 26.09.
 
   
  • KUCKUK, Mirja (2007): Kinder? Nein danke!
    Kinder sind etwas Wundervolles, sie sind der Augenstern ihrer Eltern, die Basis unserer Gesellschaft. Soweit die Theorie. In der Praxis, davon ist Corinne Maier überzeugt, gibt es viele Gründe, dem Nachwuchs abzuschwören - vierzig an der Zahl,
    in: sueddeutsche.de v. 25.09.
 
   
  • WALTER, Franz (2007): Schutzmacht der Neuen Mitte.
    Die Renaissance des "demokratischen Sozialismus" im SPD-Programm kann neuerliche Enttäuschungswellen auslösen, wenn die Partei nun nicht wirklich nach links rückt,
    in: TAZ v. 25.09.
    • Inhalt:
      Der Politikwissenschaftler Franz WALTER kritisiert den programmatischen Etikettenschwindel, den die SPD zurzeit betreibt.

                  Während die SPD längst zur
      "
      Partei der Gewinner der ersten Bildungsreform, also die parlamentarische und gouvernementale Vertretung einer selbst geschaffenen »neuen Mitte«"
      geworden ist. Dafür steht programmatisch Peer STEINBRÜCK ("Auf der Höhe der Zeit") und die Netzwerker der "Generation Berlin":

                  "Die neuen Sozialdemokraten der Fasson Steinbrück und Steinmeier wollen nicht schützen und sichern, sondern aktivieren und modernisieren. Ihr Appell richtet sich daher zuvörderst an die Leistungsstarken in der Mitte der Gesellschaft, die sich fortwährend bilden, dadurch Chancen nutzen, beruflich vorankommen, nach oben strecken. Für den Rest - den »Bodensatz«, wie es in Modernisiererkreisen der SPD gern heißt - mag sich die Lafontainesche Linkspartei zuständig fühlen."
                  WALTER prophezeit der SPD, wenn sie am Etikettenschwindel "demokratischer Sozialismus" festhält, weitere Enttäuschungswellen, von denen nur die Linkspartei profitieren wird.
 
     
     
   
  • WICHTERICH, Christa (2007): Paradoxie der Integration.
    Opfer und Ego (6): Der neoliberale Feminismus lässt eine Kritik an Ungleichheiten kontraproduktiv erscheinen und ordnet sich den Gesetzen der globalen Märkte unter,
    in: TAZ v. 24.09.
    • Inhalt:
      "Wo die Forderungen von Frauenbewegungen nach Chancengleichheit und nach Gleichstellung in Führungspositionen aufgenommen werden, wird das Etikett Feminismus auf alles und jedes geklebt, wo Frau drin ist. Dem Feminismus der zweiten Frauenbewegung ging es jedoch um Kritik an Herrschaftsverhältnissen. Ihr Ziel war die Veränderung dieser Strukturen, nicht Geschlechtergleichheit in ihnen. Emanzipation meinte nicht nur die individuelle Befreiung von Fesseln, sondern die Beseitigung struktureller Gewalt und Diskriminierung.

                  Die Melodie des neoliberalen Feminismus, die Katja Kullmann, Thea Dorn und die Weltbank verbindet, ist dagegen die von Wahlfreiheit, Aufstiegschancen und Leistungsgerechtigkeit. Sie lässt eine Kritik an Hierarchien und Ungleichheiten als kontraproduktiv erscheinen und verkauft sie deshalb für dumm und intellektuell billig", meint WICHTERICH.
 
     
   
  • BRUNS, Tissy (2007): Mutter gegen Mutter.
    Die meisten Regelungen im Eherecht privilegierten bislang die Häuslichkeit der Frau. Hier besteht großer Nachholbedarf,
    in: Tagesspiegel v. 24.09.
    • Inhalt:
      "Ob Ehegattensplitting, das alte Erziehungsgeld oder Unterhaltsrecht – alle Regelungen privilegieren die mütterliche Häuslichkeit. Wie wir längst wissen: zum Nachteil von Kindern und Müttern. Nichts führt so verlässlich in die Falle der Isolation wie die Kombination von alleinerziehend und Transferabhängigkeit. Auf eigenen Füßen stehen, das ist für geschiedene und nichteheliche Mütter wichtiger als der Ruf nach Gleichstellung", meint Tissy BRUNS.
 
   
  • CASATI, Rebecca (2007): Verlorenes Verhältnis zu sich selbst.
    Geistesgrössen (X): Entfremdung - Warum die Suche nach dem wahren Ich vergeblich bleibt,
    in: Spiegel Nr.39 v. 24.09.
 
     
     
     
   
  • BRINCK, Christine (2007): Wie viel Krippe braucht das Kind?
    Qualität vor Quantität – für die Kleinsten gelten bei uns offenbar andere Regeln,
    in: Tagesspiegel v. 23.09.
 
     
     
   
  • HERPELL, Gabriela (2007): Wem was fehlt.
    Warum Paare keine Kinder haben? Wir haben Frauen und Männer getroffen, die auf Nachwuchs verzichten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.09.
    • Inhalt:
      HERPELL leitet ihre Reportage über Kinderlose folgendermaßen ein:

                  "München lässt sich nicht von Statistiken beeindrucken, von negativen schon gar nicht: Münchner Frauen brachten im Januar dieses Jahres 1262 Babys zur Welt, das sind zwanzig Prozent mehr als noch im Januar 2006, was sich natürlich besonders in so geburtenstarken Stadtteilen wie dem Glockenbachviertel niederschlägt. In den Cafés dort scheint es, als wären von zehn jungen Frauen neun schwanger.
                  Das ist schön, ändert aber nichts daran, dass in diesem Land Leute, die keine Kinder haben, sich leicht wie Egoisten oder Versager fühlen, die der biologischen Bestimmung oder dem gesellschaftlichen Auftrag nicht folgen. Aber es gibt nun mal - trotz reproduktionsmedizinischer Fortschritte - Menschen, bei denen es einfach anders kommt als gedacht, geplant, geträumt.
                  Wir haben vier von ihnen getroffen, Paare wie alleinlebende Frauen, die ohne Kinder leben und die erzählen, wie es dazu gekommen ist."
 
     
     
   
  • BITTNER, Wolfgang (2007): Von der Wiege bis zur Bahre.
    Privilegien: In seinem Buch "Der Zweiklassenstaat" zieht der SPD-Politiker Karl Lauterbach eine erschütternde Bilanz des Sozialstaats Deutschland,
    in: Freitag Nr.38 v. 21.09.
 
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom   15. - 20. September 2007

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
    [Suche] [ Homepage ]  
   
 
   
© 2000-2009
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 20. Dezember 2008 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002