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Medienrundschau:
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News vom 21. - 30. September
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Zitat
des Monats:
Die gegenwärtige
geburtenfördernde Familienpolitik ist aktionistisch und hilflos
"•
Männer und Frauen, die
in instabilen Partnerschaften leben oder Singles sind, erreicht
man mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen - selbst
für unter Dreijährige - nicht.
• Karriereorientierte Frauen nützt es für ihr berufliches
Fortkommen nichts, wenn die steuerliche Absetzbarkeit von
Kinderbetreuungskosten verbessert wird.
• Ein bewusst
kinderloses Paar wird weder durch finanzielle
Transfers noch durch weitere Kinderbetreuungseinrichtungen
motiviert, Kinder zu bekommen.
• Und wenn Männer sich aufgrund fehlender finanzieller und
sozialer Planungssicherheit gegen Kinder entscheiden, lassen sie
sich weder durch erweitere Teilzeitmöglichkeiten während der
Elternzeit noch durch ein einkommensorientiertes einjähriges
Elterngeld umstimmen.
Diese Beispiele zeigen, dass die meisten Gründe für
Kinderlosigkeit nicht oder nur bedingt politisch beeinflussbar
sind. Der/die fehlende PartnerIn kann nicht mittels politischer
Maßnahmen »herbeigezaubert« werden;
gefördert werden kann
höchstens die frühe ökonomische Eigenständigkeit von jungen
Frauen und Männern. Entscheiden sich Männer und Frauen bewusst
gegen Kinder, ist dieser Entschluss politisch zu respektieren.
Und die ökonomische Situation einer Familie hängt weniger vom
Kindergeld als von dem auf dem Arbeitsmarkt erzielten
Haushaltseinkommen ab. Das konservative Mutterleitbild sowie die
fehlenden Zukunftsperspektiven infolge wirtschaftlicher
Unsicherheiten hängen von gesamtgesellschaftlichen und
ökonomischen Entwicklungen ab, die nur zum Teil und nicht im
Rahmen der Familienpolitik politisch steuerbar sind. Die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird nicht nur von
rechtlichen Regelungen zu Elternzeit, Teilzeitarbeit und
Kinderbetreuungseinrichtungen beeinflusst, sondern vor allem von
unternehmerischen Auffassungen von karriereadäquatem Verhalten.
(Diana Auth im Sammelband
"Grenzen der Bevölkerungspolitik" 2007, S.98)
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TÖNNIES, Sibylle (2007): Eine Last, die keiner sieht.
Die Ansichten Eva Hermans zur Familienpolitik der Nazis haben die
Nation entsetzt. Warum eigentlich?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.09.
- Inhalt:
Die 68erin Sibylle TÖNNIES, Enkelin des
Gemeinschaftsideologen Ferdinand TÖNNIES, verteidigt Eva HERMAN und
bekennt, dass sie sich die Mutterkreuz-Ideologie zurück gewünscht
hat:
"Meine
Kinder sind in den siebziger und achtziger Jahren geboren, in denen
die Fortpflanzung suspekt war. Die Abtreibung wurde höher geachtet.
Ich habe in dieser Zeit sechs Kinder zur Welt gebracht und wurde in
meinem Freundeskreis als Karnickel oder Gebärmaschine bezeichnet.
Ich muss bekennen, dass ich damals (...) gedacht habe: Wo ist
eigentlich das Mutterkreuz geblieben?"
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- SCHAAF, Julia (2007): Mutter - Mutter -
Kind"
Von der Ausnahme zum Trend: Eine neue Generation von Lesben kriegt
selbstverständlich Kinder. Einige machen auf Kleinfamilie, andere
leben Utopien. Aber wo bleibt die Biologie?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.09.
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KEGEL, Sandra (2007): In den Sehnsuchtsmaschinen.
Partnersuche im Internet,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.09.
- Inhalt:
"Wer weiland
Kontaktanzeigen schaltete, musste das Vorurteil fürchten, beim
herkömmlichen Anbandeln glücklos geblieben zu sein, weshalb Paare,
die sich auf diesem Wege fanden, oft die Legende einer zufälligen
Begegnung strickten. Die digitale Annonce, die freilich keinen
anderen Zweck erfüllt als ihre analoge Schwester, befördert hingegen
ein anderes Bild: Denjenigen, der sich im Internet auf Liebessuche
macht, umweht die Aura des digital kompetenten Zeitgenossen, der
jung ist, hart arbeitet, viel verdient und deshalb für die
beschwerliche Suche nach Frau oder Herrn Richtig keine Zeit hat",
meint Sandra KEGEL.
Beim
Blick nach Amerika verdüstert sich jedoch die optimistische
Perspektive. Erst wenn ein Markt seine Sättigungsgrenze erreicht
hat, dann - so lässt sich KEGEL interpretieren, geraten auch die
Schattenseiten eines Marktes in den Blick:
"In
Amerika, wo man Europa bei der digitalen Partnersuche einige Jahre
voraus ist, sank im Jahr 2005 erstmals die Zahl der Nutzer. Auch
hierzulande liegt der Verdacht nah, dass alle, die für
Internetdating in Frage kommen, schon online sind. Und wenn der
Chat-Flirt erst einmal den Glanz und die Aura des Neuen verloren
hat, wird auch sichtbar, was wir mit der Substituierung wirklicher
Kommunikation durch die virtuelle opfern: Die persönliche Begegnung
wird zum knappen Gut."
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SCHLOEMANN, Johan (2007): Schreibt das nicht auf!
Es gibt immer mehr Sachbücher von Frauen, deren einziger Maßstab
ihre eigene Erlebniswelt ist. Das sollen sie lassen - sich und uns
zuliebe,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.09.
- Anmerkungen:
Die SZ ist gegen die Hausfrauenehe (Eva
Herman) und Kinderlosigkeit (Corinne Maier). SCHLOEMANN behandelt
beides unter der Rubrik "Frauenbuch".
Angeblich
ist die Subjektivität das Problem. Eva ILLOUZ, die israelische
Modesoziologin, wird deshalb von SCHLOEMANN als Vorbild präsentiert.
Warum
hat sich dann SCHLOEMANN aber nicht den Bekenntnisbüchern der Männer
gewidmet? Etwa nur deshalb, weil der bekennende Vater das neue
Hätschelkind der Nation ist? Ist die eigene Erlebniswelt also
nur dann akzeptabel, wenn sie politisch korrekt ist?
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FRIEBE, Jens (2007): Dann eine Totale auf das Reich der Sterne.
Der Sänger, Blogger und taz-Kolumnist Jens Friebe veröffentlicht
heute sein neues, drittes Album "Das mit dem Auto ist egal,
Hauptsache, dir ist nichts passiert". Was es mit den elf Songs auf
sich hat, lässt sich den Liner Notes entnehmen, die er exklusiv für
die taz geschrieben hat,
in: TAZ v. 29.09.
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POHLMANN, Sonja (2007): Klick dich glücklich.
Dating-Börsen im Internet boomen: Singles können hier gezielt und
unkompliziert Partner finden,
in: Tagesspiegel v. 28.09.
- Inhalt:
POHLMANN stellt Dating-Sites vor, wobei eine der vier
vorgestellten Internetdienste zum gleichen Konzern wie die Zeitung
gehört.
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KUHLBRODT, Detlef (2007): Liebende des missratenden Kinds.
Manchmal fällt einem einfach so ein Buch in die Hände. Vielleicht
eins über die 60er. Dann findet man sich unter Musterhippies und
Acidheads, Ex-Freaks und Heute-noch-Langhaarigen auf einer Wiese
wieder. Ein Bericht von einer Art Klassentreffen,
in: TAZ v. 28.09.
- Inhalt:
Detlef KULBRODT stellt sich das nostalgische
60er-Jahre-Buch
"Alles schien möglich"
als Klassentreffen der anderen Art vor:
"Sie
sind zwischen 53 und 75.
Der Anteil derer, die ab und an Hasch rauchen, dürfte ein wenig
höher sein als in der Gesamtbevölkerung; der Anteil derer, die ihr
Leben nach gesundheitlichen und ethischen Gesichtspunkten
ausgerichtet haben, aber auch. Die meisten der ungefähr sechzig
Gäste sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad gekommen. Nur drei Autos
stehen vor dem ländlichen Anwesen: zwei Ökomobile mit Hybridmotor
und ein schicker, dunkelroter Opel Kapitän. Der verbraucht 13 Liter
und gehört Jürgen Ploog. Der Schriftsteller, ehemaliger Pilot und
Herausgeber der Beatnikzeitung Gasolin, trägt Anzug und eine dunkle
Sonnenbrille und sieht recht elegant aus. Vor wenigen Wochen hatte
ich Jörg Fausers Roman
»Rohstoff« gelesen, in dem er auch beschrieben ist. Er steht da
jedenfalls mit drei Leuten herum, die staunend an seinen Lippen
hängen."
Aber
vielleicht war damals ja alles ganz anders. Der Herausgeber Werner
PIEPER berichtet über eine britische Umfrage, die sich auch auf
Deutschland übertragen lässt:
"27
Prozent derer, die Ende der Sechzigerjahre jung gewesen waren,
hätten behauptet, damals Hippies gewesen zu sein. Auf Nachfrage
erklärten sie aber auch, ihre Biografie modifiziert zu haben, um vor
ihren eigenen Kindern als cool zu erscheinen.
Diese Kinder waren dann Punks geworden, weil sie das Hippiegelaber
der Alten nicht mehr ertragen konnten. Das heißt: Die, die nie
echte Hippies waren, haben die echten Hippies in Misskredit
gebracht."
Aber
es gab bereits in den 1960er Jahren ein
unüberbrückbarer Graben, der mitten durch die
Protestkultur führte:
"Die
meisten hier schimpfen auf die studentischen, politischen 68er.
Die seien »weitgehend
humorlos«, eine »beinahe fundamentalistische, bestimmt jedoch eine
engstirnige Bewegung«,
machtorientiert, kurz: »lustfeindliche Protestpuritaner«"
gewesen."
Und
nicht zuletzt findet KUHLBRODT eine Gruppe, die der
60er-Jahre-Nostalgie nichts abgewinnen mag:
"Ich
entferne mich von den 60ern, die immer noch aufgeregt über die
Sixties sprechen. Da hinten stehen drei Leute etwas unschlüssig
herum. Das sind doch..., genau: Günter Amendt, Günter Wallraff und
Renée Zucker.
(...).
Die taz-Kollegin
Renée Zucker erzählt, dass sie zunächst auch einen Beitrag für
das Buch geschrieben hätte. Da wäre aber zu viel Wut drin gewesen,
ein falscher Ton, den sie beim Redigieren auch nicht mehr
rausgekriegt hätte. Deshalb habe sie den Text dann wieder
zurückgezogen und Werner Pieper geschrieben: »Weißt du, mich
interessiert dieses Thema überhaupt nicht. Ich habs eigentlich nur
dir zuliebe getan, aber jetzt merke ich auch, dass das nicht
ausreicht.«"
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BINDER, Nora (2007): Putz dich.
Hausarbeit als Workout-Programm,
in: Frankfurter Rundschau
v. 28.09.
- Inhalt:
BINDER lässt uns wissen: Putzen und Fitness-Training
lassen sich vereinen. Beides zusammen wird in den USA bereits unter
dem verkaufsfördernden Etikett "Wellness" vermarktet, sodass es
nicht mehr lange dauern wird, bis uns die neuen glücklichen Putzfeen
auch aus deutschen Frauenzeitschriften entgegenblicken werden.
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JUNGLE
WORLD-Titelgeschichte: Migration à la carte.
Europa bestellt
Facharbeiter
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FRENZEL, Korbinian (2007): Unterschiedliche Realitäten in Europa.
Die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter nimmt in den EU-Ländern
stetig ab. Die europäischen Staaten haben unterschiedliche
Strategien, um den Arbeitsmarkt zu regulieren. Migration spielt
dabei eine immer wichtigere Rolle,
in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
- Anmerkungen:
Der auch bei Feministinnen beliebte
neoliberale Ökonom Thomas STRAUBHAAR hat in seinem Beitrag
"Demographische Entwicklung: Problem oder
Phantom?" (zusammen mit Sebastian SCHRÖER)
vorgerechnet, dass es kein demografisches Problem gibt, wenn die
Sozialsysteme an die veränderte Altersstruktur angepasst werden
und das
Arbeitsmarktproblem gelöst wird,
das folgendermaßen beschrieben wird:
"Aufgrund
des technischen Fortschritts und des wachsenden internationalen
Wettbewerbs steigen (...) die Qualifikationsanforderungen, was den
Bedarf an hoch qualifizierten Erwerbstätigen erhöht und
gleichzeitig die Nachfrage nach gering qualifizierten sinken
lässt. Wenn zukünftig das durchschnittliche Alter der
Erwerbstätigen steigt und damit ihre Ausbildung immer weiter
zurückliegt, führt dies tendenziell zu einer ungedeckten Nachfrage
nach Hochqualifizierten bei gleichzeitigem Überangebot
Niedrigqualifizierter."
STRAUBHAAR
plädiert deshalb für gezielte Migration und einen radikalen
Umbau der Sozialsysteme.
Die
Titelgeschichte der Jungle World schließt an diese
prinzipielle Lage-Einschätzung an, wenngleich die Frage des Umbaus
der Sozialsysteme hier ausgeklammert bleibt und die
Migrationsfrage etwas anders akzentuiert wird.
-
UWER, Thomas (2007): Herzenssache Abschottung.
Nicht einmal wenn man sie braucht, wollen sich Deutsche mit
Ausländern umgeben. Wirtschaftlich erklären lässt sich das nicht,
in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
- Inhalt:
"Hat der Bund der Steuerzahler jemals die
Milliardenverschwendung beanstandet, die mit Maßnahmen der
Grenzsicherung, der Flüchtlingsverwaltung und -verwahrung, der
Herkunftslandanalyse und Widerrufsprüfung, mit Rückkehrprogrammen
und Rückführungsabkommen betrieben wird? Rechnete man die Kosten
zusammen, so dürften sie jene locker übersteigen, die entstünden,
fände der berüchtigte »Zuzug ins Sozialsystem« tatsächlich statt",
meint Thomas UWER.
-
FANIZADEH, Andreas (2007): Seelsorger und Manequins.
Deutschland ist kein Einwanderungsland. Es sei denn, man meint
mit diesem Begriff die Integration der längst hier lebenden
Arbeitsmigranten der sechziger und siebziger Jahre,
in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
- Inhalt:
"Der Idealfall des neuen deutschen
Gastarbeitertypus, so sieht er aus: jung, ledig und die
Ausbildungsgebühren vom Herkunftsland bezahlt, beweglich und zur
Rückkehr verpflichtet", meint
Andreas FANIZADEH.
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SEELIGER, Julia (2007): Monogamie ist keine Lösung.
Die Orientierung der Familienpolitik auf monogame
Ehepartnerschaften ist weder gerecht noch zeitgemäß. Künftige
Gesellschaftsmodelle müssen auf Vertrauen und Verantwortung in den
verschiedensten Beziehungsformen aufbauen,
in: Jungle World Nr.39 v. 27.09.
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NEUSTADT, Jeannette (2007): "Ich beweise, dass Entertainment tödlich
ist".
Der Schriftsteller Wilhelm Genazino erhält in diesem Jahr neben dem
Büchner-Preis auch den Kleist-Preis. Zuletzt erschien sein Roman
"Mittelmäßiges Heimweh". Im Gespräch erzählt er was für ihn Normalität
bedeutet und warum seine Komik ohne Pointen auskommt,
in: Welt v. 27.09.
- Inhalt:
Wilhelm GENAZINO u.a. über die
verschwundene gesellschaftliche Mitte:
"Neustadt: Ihre Protagonisten gehören
meist dem so genannten Mittelstand an. Würden Sie sich selbst als
Chronisten der Mitte bezeichnen?
Genazino:
Eigentlich fühle ich mich nicht so. Ich bin eher ein Chronist der
geflohenen Mitte-Darsteller. Die Mitte in diesem Sinne würde ich als
zerbrochen beschreiben. Die Figuren stammen aus dem akademischen
Prekariat. Die würden sich gern irgendwie an die Mitte anlehnen,
aber da sie sie nicht mehr finden und sie ihnen nichts mehr
verheißt, sind sie Flüchtlinge der Mitte. Dass Akademiker nicht mehr
heiraten, nicht mehr planen, ist für mich eine Form des
weitergegebenen Drucks. Wenn Sie sich heute umschauen, wie die
Stellen für Geisteswissenschaftler reduziert wurden. Wie die
Gesellschaft ihnen die Angstspritze einjagt. In der Scheu des
Mittelstands drückt sich doch nur ein übergreifendes
gesellschaftliches Problem ab. Sie sind diejenigen, die den
Klumpfuss des gesellschaftlichen Problems mit sich herumschleppen.
Aber sie sind nicht damit gemeint."
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KEMPE, Martin (2007): Abschied von Gorz.
Das "Reich der Freiheit" hielt Gorz für möglich. Das Mittel
hierzu sah er in der Umverteilung der Arbeit,
in: TAZ v. 26.09.
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SEMLER, Christian (2007): In Liebe in den Freitod.
André, der Sohn eines jüdischen Holzhändlers, und Dorine, die
Engländerin in Paris, lebten in Autonomie - bis zum Schluss,
in: TAZ v. 26.09.
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WIDMANN, Arno (2007): Der Weg ins Freie,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.09.
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- WIDMANN, Arno (2007): Nie den
Klassenkampf vergessen!
Politik schafft den Feind: Chantal Mouffe geht mit Ulrich Becks
Welt-Pazifismus ins Gericht,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.09.
- Anmerkungen:
Der 68er
Arno WIDMANN rezensiert das Buch
"Über das Politische"
von Chantal MOUFFE.
Bei
den ex-linken Neubürgerlichen zeichnet sich bereits seit längerem
ein Abschied vom Konsensprinzip ab. Nicht nur der Erfolg von
rechtsradikalen Parteien, sondern auch der Erfolg der Linkspartei
zeigt, dass die Sehnsucht nach einem neuen Populismus mit klaren
Feindbildern auch im linken Milieu zugenommen hat.
WIDMANN
beschreibt die Hintergründe folgendermaßen:
"Dass
viele der SPD-Sympathisanten, die Gerhard Schröder durch seine
Anpassung an neoliberale Forderungen verloren hat, nun
rechtsradikale Gruppierungen unterstützen, wissen wir vor allem aus
ostdeutschen Milieus. Chantal Mouffe zitiert ähnliche Entwicklungen
aus England, Belgien und Österreich: »Im Unterschied zu denen, die
glauben, Politik könne auf individuelle Motivationen reduziert
werden, wissen die neuen Populisten ganz genau, dass Politik immer
in der Schaffung eines von einem 'Sie' unterschiedenen 'Wir'
besteht, also die Schaffung kollektiver Identitäten erfordert. Daher
die starke Anziehungskraft ihres Diskurses, der kollektive Formen
der Identifikation mit 'dem Volk' anbietet.«
Mouffe geht davon aus, dass die von den Sozialdemokratien und ihren
Theoretikern beförderte »Zweite Modernisierung« immer größere Teile
der Bevölkerung in die Arme der Rechtsradikalen treibt. Eine
Politik, die den eigenen Leuten keinen Gegner zeigt, ist, so Chantal
Mouffe, keine Politik, sondern Verwaltung. Die Theoretiker der
reflexiven Modernisierung erscheinen bei Chantal Mouffe als
Reflektoren eben jener Bürokratie, gegen die der Kampf geführt
werden müsste."
Single-dasein.de
hat dies bereits seit längerem als
Verblassen der Individualisierungsverheißungen
beschrieben und den
Terror der Individualisierungsthese
aufgezeigt.
Im
Gegensatz zu WIDMANN sieht single-dasein.de diese Sehnsucht
nach einem "linken" Populismus nicht im Aufkommen eines
Rechtsradikalismus begründet, sondern als immanente Konsequenz einer
Politik der
Besitzstandwahrung, die die Gewinner der ersten Bildungsexpansion in
den letzten Jahren betrieben haben.
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GEISSLER, Cornelia (2007): Das Baby soll warten.
Weil zu viele Frauen ungewollt schwanger werden, ist heute
Welt-Verhütungstag,
in: Berliner Zeitung v. 26.09.
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KUCKUK, Mirja (2007): Kinder? Nein danke!
Kinder sind etwas Wundervolles, sie sind der Augenstern ihrer
Eltern, die Basis unserer Gesellschaft. Soweit die Theorie. In der
Praxis, davon ist Corinne Maier überzeugt, gibt es viele Gründe, dem
Nachwuchs abzuschwören - vierzig an der Zahl,
in: sueddeutsche.de v. 25.09.
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WALTER, Franz (2007): Schutzmacht der Neuen Mitte.
Die Renaissance des "demokratischen Sozialismus" im SPD-Programm
kann neuerliche Enttäuschungswellen auslösen, wenn die Partei nun
nicht wirklich nach links rückt,
in: TAZ v. 25.09.
- Inhalt:
Der Politikwissenschaftler
Franz WALTER kritisiert den
programmatischen Etikettenschwindel, den die SPD zurzeit betreibt.
Während
die SPD längst zur
"Partei der
Gewinner der ersten Bildungsreform, also die
parlamentarische und gouvernementale Vertretung einer selbst
geschaffenen »neuen Mitte«"
geworden ist. Dafür steht programmatisch Peer
STEINBRÜCK ("Auf
der Höhe der Zeit") und die Netzwerker der
"Generation Berlin":
"Die
neuen Sozialdemokraten der Fasson Steinbrück und Steinmeier wollen
nicht schützen und sichern, sondern aktivieren und modernisieren.
Ihr Appell richtet sich daher zuvörderst an die Leistungsstarken in
der Mitte der Gesellschaft, die sich fortwährend bilden, dadurch
Chancen nutzen, beruflich vorankommen, nach oben strecken. Für den
Rest - den »Bodensatz«, wie es in Modernisiererkreisen der SPD gern
heißt - mag sich die Lafontainesche Linkspartei zuständig fühlen."
WALTER
prophezeit der SPD, wenn sie am Etikettenschwindel "demokratischer
Sozialismus" festhält, weitere Enttäuschungswellen, von denen nur
die Linkspartei profitieren wird.
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GRAF, Ric (2007): Feiern kommt mit dem Fall.
Jens Friebe macht aus der Party hohe Kunst - mit neuem Album und
dem Buch der "52 Wochenenden",
in: Tagesspiegel v. 25.09.
- Inhalt:
Ric GRAF hat sich anlässlich seines neuen Albums "Das mit dem
Auto ist egal, Hauptsache dir ist nichts passiert" mit
Jens FRIEBE getroffen.
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WICHTERICH, Christa (2007): Paradoxie der Integration.
Opfer und Ego (6): Der neoliberale Feminismus lässt eine Kritik an
Ungleichheiten kontraproduktiv erscheinen und ordnet sich den Gesetzen
der globalen Märkte unter,
in: TAZ v. 24.09.
- Inhalt:
"Wo die Forderungen von Frauenbewegungen nach
Chancengleichheit und nach Gleichstellung in Führungspositionen
aufgenommen werden, wird das Etikett Feminismus auf alles und jedes
geklebt, wo Frau drin ist. Dem Feminismus der zweiten Frauenbewegung
ging es jedoch um Kritik an Herrschaftsverhältnissen. Ihr Ziel war die
Veränderung dieser Strukturen, nicht Geschlechtergleichheit in ihnen.
Emanzipation meinte nicht nur die individuelle Befreiung von Fesseln,
sondern die Beseitigung struktureller Gewalt und Diskriminierung.
Die
Melodie des neoliberalen Feminismus, die
Katja Kullmann,
Thea Dorn und die Weltbank verbindet, ist dagegen die von
Wahlfreiheit, Aufstiegschancen und Leistungsgerechtigkeit. Sie lässt
eine Kritik an Hierarchien und Ungleichheiten als kontraproduktiv
erscheinen und verkauft sie deshalb für dumm und intellektuell
billig", meint WICHTERICH.
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BRUNS, Tissy (2007): Mutter gegen Mutter.
Die meisten Regelungen im Eherecht privilegierten bislang die
Häuslichkeit der Frau. Hier besteht großer Nachholbedarf,
in: Tagesspiegel v. 24.09.
- Inhalt:
"Ob Ehegattensplitting, das alte Erziehungsgeld oder
Unterhaltsrecht – alle Regelungen privilegieren die mütterliche
Häuslichkeit. Wie wir längst wissen: zum Nachteil von Kindern und
Müttern. Nichts führt so verlässlich in die Falle der Isolation wie
die Kombination von alleinerziehend und Transferabhängigkeit. Auf
eigenen Füßen stehen, das ist für geschiedene und nichteheliche
Mütter wichtiger als der Ruf nach Gleichstellung", meint
Tissy
BRUNS.
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CASATI, Rebecca (2007): Verlorenes Verhältnis zu sich selbst.
Geistesgrössen (X): Entfremdung - Warum die Suche nach dem wahren
Ich vergeblich bleibt,
in: Spiegel Nr.39 v. 24.09.
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BRINCK, Christine (2007): Wie viel Krippe braucht das Kind?
Qualität vor Quantität – für die Kleinsten gelten bei uns offenbar
andere Regeln,
in: Tagesspiegel v. 23.09.
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HERPELL, Gabriela (2007): Wem was fehlt.
Warum Paare keine Kinder haben? Wir haben Frauen und Männer
getroffen, die auf Nachwuchs verzichten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.09.
- Inhalt:
HERPELL leitet ihre Reportage über Kinderlose
folgendermaßen ein:
"München
lässt sich nicht von Statistiken beeindrucken, von negativen schon
gar nicht: Münchner Frauen brachten im Januar dieses Jahres 1262
Babys zur Welt, das sind zwanzig Prozent mehr als noch im Januar
2006, was sich natürlich besonders in so geburtenstarken Stadtteilen
wie dem Glockenbachviertel niederschlägt. In den Cafés dort scheint
es, als wären von zehn jungen Frauen neun schwanger.
Das
ist schön, ändert aber nichts daran, dass in diesem Land Leute, die
keine Kinder haben, sich leicht wie Egoisten oder Versager fühlen,
die der biologischen Bestimmung oder dem gesellschaftlichen Auftrag
nicht folgen. Aber es gibt nun mal - trotz
reproduktionsmedizinischer Fortschritte - Menschen, bei denen es
einfach anders kommt als gedacht, geplant, geträumt.
Wir
haben vier von ihnen getroffen, Paare wie alleinlebende Frauen, die
ohne Kinder leben und die erzählen, wie es dazu gekommen ist."
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BITTNER, Wolfgang (2007): Von der Wiege bis zur Bahre.
Privilegien: In seinem Buch "Der Zweiklassenstaat" zieht der
SPD-Politiker Karl Lauterbach eine erschütternde Bilanz des
Sozialstaats Deutschland,
in: Freitag Nr.38 v. 21.09.
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Zu den News
vom 15.
- 20. September 2007
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