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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 25. - 31. August 2006

 
 
     
 
 

Zitat des Monats:

"Die Geburtenrate ist keine individuelle, sondern eine kollektive Grösse. Sie hat nichts mit individueller Schuld zu tun, sondern mit gesellschaftlichen Zusammenhängen. Der säkulare Rückgang der Geburtenrate seit dem 19. Jahrhundert steht in Verbindung mit einer Reihe von Entwicklungen, die nur positiv gesehen werden können. Zu diesen Errungenschaften gehören die Hygiene, die Medizin, die Wissenschaft, die Bildung, die Armutsbekämpfung, die soziale Sicherheit, die private Freiheit und die individuelle Lebenserwartung.
          
 Die Fortschritte in diesen Gebieten beschleunigen sich sogar, obwohl seit längerem die Geburtenrate in allen Industriegesellschaften unter die magische Ziffer von 2,1 Geburten pro Frau gefallen ist, durch die eine stabile Reproduktion der Bevölkerung angeblich gewährleistet ist. Statt sich dadurch zu schaden, profitieren moderne Gesellschaften offenbar von den Kindern, die nicht geboren werden. Sie brauchen die Kinder nicht, zumindest nicht in gewohnter Zahl. Auch wenn die zahlen- und altersmässige sowie die kulturelle Zusammensetzung ihrer Bevölkerungen keinen Bestand haben - darauf kommt es gar nicht an. Die Aufmerksamkeit der Demographen und der Angstgemeinde, die sich um sie schart, richtet sich auf Bestände, die irrelevant sind."
(Karl Otto Hondrich in der Neuen Zürcher Zeitung vom 29.07.2006)

   
   
 
  • KÖNIG, Jens (2006): Was Angela Merkel über Kinderarmut zu sagen hat.
    2,5 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Ein Skandal, den Unicef und andere endlich öffentlich diskutieren wollen. Zur Unterstützung haben sie einen prominenten Gast eingeladen: Angela Merkel. Dass die Armut auch mit ihrer Politik zu tun hat, will sie jedoch nicht wissen,
    in: TAZ v. 31.08.
 
 

TAZ-Brennpunkt: Bald werden wir wieder alle gezählt

 
  • ROßMANN, Robert (2006): Volkszählung beschlossen.
    Die Bundesregierung hat am Dienstag eine neue Volkszählung beschlossen. Anders als bei der letzten Erhebung sollen jedoch nicht mehr alle Bürger befragt werden. Die Erhebung soll sich auch auf Behördendaten stützen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.08.
 
 
  • RUTSCHKY, Katharina (2006): Im Mantel einer Präzeptorin.
    Die "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman erregt mit ihren Thesen zur Emanzipation viel aufsehen. sie hat sich übernommen,
    in: Welt v. 29.08.
    • Inhalt:
      Katharina RUTSCHKY bewertet das Medienphänomen Eva HERMAN, das bereits die SZ zur Vorabberichterstattung genötigt hat:

                
       "Das Buch nun, das zum Rückzug der Moderatorin führte, ist der - meine Prognose - Anfang vom Ende des Phänomens Eva Herman und wird dem Menschen Herman schmerzhafte Lehren erteilen.
                
       Wieder trifft es eine Frau, weil Frauen im Schnitt eben immer noch ungeschickter, ja dümmer sind als Männer. Wer als dilettierender Gesellschaftsdiagnostiker Anstöße geben, Debatten auslösen, sprich Wirbel machen will, der männlichen Beispiele sind viele in letzter Zeit, muss cool bleiben und das Showbusiness als Business begriffen haben. Frau Herman dagegen hat sich dopen lassen, von ihrem Erfolg, quasi mit Eigenblut. Vorläufiges Fazit: Die Emanzipation ist kein Irrtum der letzten Jahrzehnte - eher immer noch ein unabgeschlossenes Kapitel der Menschheit.
                
       Andererseits möchte ich meine Frauensolidarität doch dosieren. Wenn Frau Herman jetzt die Selbstkritik der Feministinnen und eine Besinnung der Frauen auf ihre Verantwortung gegenüber der deutschen Spezies und der Zivilisation überhaupt einklagt, dann möchte man sie doch gern am eigenen Portepee fassen."
 
  • ULLRICH, Wolfgang (2006): Der intellektuelle Doppelagent.
    Kritik der Kritik (7): Als Freiberufler muss man ständig abwägen, auf wessen Seite man sich schlägt. Dann gilt es im kulturellen Feld die Eventmanager zu ernüchtern oder den Künstler ein wenig in seinem Sendungsbewusstsein zu bremsen. Eine Anleitung,
    in: TAZ v. 29.08.
 
  • SCHIRRMACHER, Frank & Andreas PLATTHAUS (2006): Ist Deutschland noch zu retten?
    Ein Streitgespräch über Demographie zwischen Herwig Birg und Albrecht Müller,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.08.
    • Exklusiv-Story von single-dasein.de:
      Frank SCHIRRMACHER muss sich fragen lassen, warum er Albrecht MÜLLER und nicht den Demografen Gerd BOSBACH gegen den Demografen BIRG hat antreten lassen.

                
       Er hatte offenbar ANGST, dass ein Bevölkerungsstatistiker die PHRASEOLOGIE des Herwig BIRG ganz anders auseinander genommen hätte als Albrecht MÜLLER.
                
       MÜLLER hat jedoch aufgezeigt, dass der Erklärungswert der nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaft insgesamt eher gering ist, weil die Entwicklung der sozialversicherungsfähigen Jobs und die Produktivitätsentwicklung für den Wohlstand der Bevölkerung entscheidender ist als die Erreichung des Bestandserhaltungsziels.
                
       Es liegt auf der Hand, dass Frankie MÜLLER eine auswischen wollte, was er bereits im März 2005 versuchte.
                
       Herwig BIRG bläht sich entsprechend bis kurz vorm Platzen auf:
                
       "1946 gab es in Deutschland 920.000 Geburten, 2005 nur noch 686.000. Nach meinen 1998 publizierten Berechnungen werden es 2030 noch 532.000 und 2050 nur 438.000 sein. Wie zuverlässig sind solche Prognosen? Die für 2005 prognostizierten Geburten und Sterbefälle haben eine Fehlerrate von einem Promille."
                
       WOW! 1 Promille Fehlerrate! Der Mann ist echt doll.
                
       BIRG suggeriert uns, dass auch die Werte für 2030 und 2050 ernst zu nehmen seien.
                
       BIRG muss sich jedoch fragen lassen, was das für eine Fehlerrate sein soll. Ein Hinweis auf den Zaubertrick gibt BIRG im Interview selbst:
                
       "Das sind die Ergebnisse der siebten Variante des Statistischen Bundesamts, die mit der bisherigen Entwicklung am besten übereinstimmt."
                
       Der Zaubertrick des Herwig BIRG ist also ganz simpel: Man nehme 100 Berechnungen und suche sich rückblickend jene eine heraus, die die geringste Abweichung zur tatsächlichen Entwicklung hatte.
                
       Man gehe auf die Homepage des Herwig BIRG und schaue sich die dortigen Simulationsberechnungen an. Dann bleibt nicht mehr viel übrig von der Selbstherrlichkeit  des "weltweit angesehensten Demographen" (FAZ).
       
      Jahr FAZ-Geborenenzahlen Spannbreite Geborenenzahlen BIRG-Homepage
      2005 686.000 601.000 (A11) - 701.000 (A12) - 826.000 (E24)
      2030 532.000 417.000 (A11) -
      546.000 (D12/22) -
      976.000 (E24)
      2050 438.000 288.000 (A11) - 447.000 (E21) - 1.135.000 (E24)

      Die Spannbreite der immer noch möglichen Geborenenentwicklung ist also enorm. Die in der FAZ publizierten Zahlen liegen vom Möglichkeitsraum aus gesehen im unteren Bereich.
                
       Herwig BIRG muss sich also fragen lassen, ob er die Entwicklung nicht bewusst dramatisiert, denn die Entwicklung der Geborenenzahlen über lange Zeiträume wie sie BIRG immer wieder provokant hervorhebt, kann sich selbst in kurzen Zeiträumen erheblich verändern.
                
       Dies hat sowohl der Babyboom in den 60er Jahren als auch der Geburtenrückgang in der ehemaligen DDR gezeigt.
                
       Im Buch "Die Single-Lüge" wird die Strategie von Herwig BIRG und seinen Mitstreitern detailliert aufgezeigt und eine Gegenstrategie entworfen. Singles sollten sich von der Phrasendrescherei des Herwig BIRG nicht blenden lassen.

 
  • SCHEUB, Ute (2006): Schuld & Scham.
    Günter Grass und sein spätes Geständnis: Warum die aktuelle Debatte das Wichtigste ausblendet,
    in: Tagesspiegel v. 27.08.
    • Inhalt:
      Ute SCHEUB nimmt nun selber Stellung zum Fall GRASS. Burkhard SPINNEN hatte bereits zu Beginn der Debatte um GRASS auf die historische Verquickungen zwischen SCHEUB und GRASS hingewiesen.

                
       Kannten sich GRASS und ihr Vater also bereits seit Kriegstagen und nicht erst seit dem denkwürdigen Ereignis auf dem Stuttgarter Kirchentag im Jahr 1969?
                
       "Grass, 14 Jahre jünger als mein Vater, kämpfte an ganz anderen Fronten. (...). Mein Vater schimpfte später auf »den roten Hund« (..). Seine Schmähungen galten dem Dichter, dem politischen Mahner, da war nichts zu spüren von einer persönlichen Bekanntschaft.
      Bei Grass ebenfalls nicht.
      "
                
       SCHEUB beurteilt das Verhalten von GRASS wohlwollend:
                
       "Ihm sei der Tod meines Vaters »sehr nahegegangen«, sagte Grass neulich seinem Fernseh-Interviewer Ulrich Wickert, und ich hatte nie Anlass, daran zu zweifeln. Günter Grass wollte von uns mehr erfahren, er wollte diesen Mann verstehen; er riskierte mit seinem Besuch, in eine unbequeme Situation zu geraten, mit unangenehmen Gefühlen konfrontiert zu werden, und ich rechne ihm das heute noch hoch an. Denn das unterschied ihn von der großen Mehrheit unserer Mitmenschen in Tübingen und anderswo, die hinter unserem Rücken über uns redeten, aber nicht mit uns, die auf uns zeigten, aber unseren Blicken auswichen.
                
       Ob ihn darüber hinaus noch etwas antrieb? Scham- und Schuldgefühle? Eine Art Resonanz, die die letzten Worte meines Vaters, »ich grüße meine Kameraden von der SS«, in ihm wachgerufen hatte? Das ist möglich. Vielleicht hat er, der reuige Ex-Nazi, den uneinsichtigen Nationalsozialisten und verstockt schweigenden Geheimnisbewahrer Manfred Augst im Grunde seiner Seele besser verstanden, als wir es damals für möglich gehalten hatten. Mein Vater, der Totalschweiger, Grass, der Abschnittsgeläuterte."
                
       SCHEUB hebt die gegensätzlichen Reaktionsweisen von GRASS und ihrem Vater hervor.
                
       Sie versucht sich das Verhalten von GRASS aus der Dynamik der Scham zu erklären, die ihr als Erklärung wesentlicher erscheint als Schuldgefühle:
                
       "Im Unterbewusstsein grob und heftig und unbehauen belassen, entfaltet sie enorme Destruktionsmacht: Weil sie körperlich und seelisch so unerträglich ist, dass sie abgewehrt werden muss. Wer sich beschämt und abgewertet fühlt und dieses Gefühl nicht durch die Abkühlkammer seiner Vernunft jagt, neigt dazu, andere zu beschämen und abzuwerten: durch Arroganz, Gefühlsstarre, Verachtung, Zynismus, Männlichkeitswahn, Verhöhnung, Spott.
                
       Ist Grass’ Spottlust vielleicht auch durch abgewehrte Scham erklärbar?
                
       (...).
      Beim Gespräch mit Ulrich Wickert erblickte man einen Grass, wie man ihn kaum je sah: hilflos und kleingeschrumpelt in seinem Sessel. Was er sagte, war das eine, was sein Körper ausdrückte, das andere. Es war die unverhüllte Körpersprache der Scham. (...). War die patriarchalische Selbstgerechtigkeit, die ihn früher des Öfteren heimgesucht hat, auch nur Schamabwehr gewesen? Grass allein weiß die Antwort.

                
       SCHEUB kritisiert, dass dem Aspekt der Schamabwehr in der bisherigen Debatte zu wenig Beachtung geschenkt wurde:
                
       Lange schon wird der Casus Grass nun herauf- und herunterdekliniert, so lange und ausführlich, dass er einem zum Maule heraushängt. Und doch, und das ist das Verrückte, sind viele Fragen bisher nicht oder kaum gestellt worden. Zum Beispiel die nach der Scham und wie sehr sie Gedächtnis und Erinnerung verfälscht, auch die des Autobiografen Grass".
 
  • OESTREICH, Heide (2006): Frauen? Oberpeinlich!
    "Die Zeit" fordert eine neue Frauenbewegung. Sehr gut! Aber wenn man genau hinsieht, muss man feststellen: Kein Mann will sich zur großen Forderung bekennen. Schämen sich die Herren etwa?
    in: TAZ v. 26.08.
    • Inhalt:
      Eine bitterböse Abrechnung mit der Leben-Beilage der ZEIT zum Thema Feminismus liefert Heide OESTREICH. Ästhetischer, statt politischer Feminismus lautet der Vorwurf:

                
       "die Frauen (werden)(...) inszeniert wie bei der Abtreibungskampagne: man outet sie als Gruppe der heimlichen Feminismus-Anhängerinnen.
                
       Interessant, denn Abtreibung war ja damals illegal. Damit hat man den Status des Feminismus in der Zeit wahrscheinlich ziemlich exakt bestimmt.
                
       Das steht dann auch vorne im Editorial. Es sei ja eigentlich oberpeinlich, einen neuen Feminismus zu fordern. Man tut es aber jetzt trotzdem mal. Wegen dieser Art von Backlash à la Schirrmacher und Matussek. Aber was wird eigentlich gefordert? Männer, die sich um Kinder kümmern? Mehr Frauen als Chefs, beispielsweise in der Zeit? Oder wenigstens das Recht auf einen Kinderkrippenplatz? Nichts dergleichen. Nur ein »neuer Feminismus«. Was soll der Inhalt dieses neuen Feminismus sein? Nach sechs Seiten Lektüre ist man nicht schlauer. Feminismus wird hier nicht als politisches, sondern ästhetisches Projekt inszeniert."
                
       OESTREICH beklagt das Verschämte der Beilage. Doch wer sollte bei der ZEIT für den Feminismus eintreten? Etwa Susanne GASCHKE, die behauptet, dass der Feminismus gesiegt hätte und die Frauen deswegen in der Emanzipationsfalle säßen? Susanne MAYER etwa?
                
       Oder gar der Quotenmann Harald MARTENSTEIN, der erst vor kurzem mitgeteilt hat, dass er nichts von Kinderkrippen hält?
 
  • UNFRIED, Peter (2006): "Wir wären die Nazis".
    Musiker Bernd Begemann und die Grass-Frage aus Sicht der 40-Jährigen: "Die Empörten sind gute Grass-Schüler",
    in: TAZ v. 26.08.
    • Inhalt:
      Bernd BEGEMANN, der Sänger der neuen Bescheidenheit, möchte sich wohl fühlen, deshalb mag er weder Günter GRASS noch Heinrich BÖLL:

                
       "Für mich waren Heinrich Böll und Grass nie Lichtgestalten. Willy Brandt schon - der stand für Party und eine gute Zeit. Aber Grass und Böll haben dafür gesorgt, dass sich Leute schuldig fühlten, die überhaupt nichts gemacht haben. Sie gehörten zu einer Unwohlfühlindustrie."
 
  • SEELMANN, Hoo Nam (2006): Das "Appat" als Lebensform.
    Die Südkoreaner haben ihren bäuerlich-dörflichen Gemeinschaftssinn ins Hochhaus hinübergerettet,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 26.08.
    • Inhalt:
      SEELMANN berichtet über die Hintergründe des Hochhausbooms in Südkorea, der in den 70er Jahren begonnen hat:

                
       "Die Konturen der Hügel und Berge können in Südkorea mit den an ihren Flanken emporschiessenden Wohnbauten oft kaum noch konkurrieren. Diese in die Vertikale wachsenden Häuser beherbergen sogenannte «Appat», wie die koreanische Variante des «appartement» heisst. Das Begehren, eine Wohnung in einem der Hochhäuser zu besitzen, grenzt inzwischen an Manie (...).
                
       Lange glaubte man, der Boom der «Appat» liege an der Knappheit des Bodens, aber nun ist nicht mehr davon die Rede. Denn «Appat» verkörpert inzwischen einen bestimmten, positiv besetzten Lifestyle. Diese grosse Vorliebe der Koreaner für das «Appat» hat daher mittlerweile Soziologen auf den Plan gerufen. Sie sollen Deutungen liefern für ein in Ostasien einmaliges Phänomen.
                
       (...).
      Zu Beginn der Hochhausbauten waren die Grösse und die Ausstattung (drei bis vier Zimmer mit Küche und Bad) überall ähnlich, aber heute hat man eine grosse Auswahl: von 40 bis 50 Quadratmeter kleinen Wohnungen bis zu 400 Quadratmeter grossen Penthouses mit luxuriösen Innenausbauten, Parkgaragen inklusive. In der Regel kümmert sich die Hausverwaltung mit Hilfe von Personal um Bewachung, Reinigung des Gebäudes und Pflege der Gartenanlage. Wie in Europa gibt es auch in Seoul grosse Preisunterschiede, die wesentlich von zwei Faktoren abhängen: Qualität der Schulen und Wohngegend. (...). Das «Appat» ist zu einem Kriterium geworden, mit dessen Hilfe man den sozialen Hintergrund eines Menschen taxiert. (...).

                
       Auf die Frage, was die Koreaner an Wohnungen in Hochhäusern schätzen, hört man häufig: Es ist bequem, praktisch und sicher. Man habe gute Lebensqualität. Man sei mobil und ein «Appat» schliesslich eine gute Geldanlage. Die Befürchtung, die alte dörfliche Lebensweise würde durch die neue Wohnform ganz verschwinden, hat sich nicht ganz bewahrheitet. (...). Die Koreaner haben ihren bäuerlich- dörflichen Gemeinschaftssinn ins Hochhaus hinübergerettet, wenn auch ein solcher Sinn manchmal in Konformitätsdruck ausarten kann.
                
       (...).
      Gut vier Jahrzehnte leben die Koreaner nun in Hochhäusern, und eine neue Generation ist herangewachsen, die keine andere Heimat kennt als die Wohnungen in der Höhe. Diese Generation ist in einer bis dahin unbekannten Urbanität gross geworden. Die Sehnsucht, die die alte Generation noch nach der ländlichen Heimat hegte, ist etwas Fremdes für sie.
      "
 
  • KAHLWEIT, Cathrin (2006): Allein unter Frauen.
    Evas Welt: "Tagesschau"-Sprecherin Herman steht mit ihren antifeministischen Thesen einsam dar,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.08.
    • Anmerkungen:
      Die Angst geht um, dass Eva HERMAN mehr sein könnte als eine Eintagsfliege.

                
       Die ZEIT hat gleich 15 Frauen aufgeboten, um HERMAN entgegen zu treten. Es sind in erster Linie die Männer, die dem Eva-Prinzip etwas abgewinnen können.
                
       Dass es keine Eintagsfliege sein wird, dafür spricht, dass der angesehene Medienwissenschaftler Norbert BOLZ erst vor kurzem das Buch "Die Helden der Familie" auf den Markt geworfen hat.
                
       Single-dasein.de hat bereits dem "Keimling", einem FAZ-Artikel, dem schon die zentralen Buch-Thesen zu entnehmen waren, eine ausführliche Kritik im Jahr 2003 gewidmet.
                
       KAHLWEIT vermutet, dass der Wirbel um HERMAN nun so richtig los geht:
                
       "Wahr ist (...), dass von Freitag an ein öffentlicher Diskurs beginnen dürfte, der die mediale Aufregung um Minimum, das Buch des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher über die Verantwortung der Frauen für den Geburtenrückgang, in den Schatten stellen könnte."
                
       Warum - abseits des medialen Getöses - die refeudalisierte Hausfrauenfamilie auf dem Vormarsch ist, hat single-dasein.de bereits im November 2000 aufgezeigt.
                
       Wenngleich auch gegenwärtig viel von der "Abschaffung der Hausfrauenehe" die Rede ist, so verkennt die politische Debatte, dass es alltägliche Strukturen sind, durch die die Geschlechterrollen tagtäglich reproduziert werden.
                
       In seinem neuen Buch "Kochende Leidenschaft" hat der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN aufgezeigt, dass selbst im familienpolitischen Vorzeigeland Frankreich, die Familienwelt nicht mehr in Ordnung ist.
                
       Single-dasein.de wird diesem Buch im Herbst eine ausführliche Rezension widmen, denn KAUFMANNs Ansatz zeigt, dass unsere Probleme in erster Linie alltagspolitische sind.
                
       Die Feuilletondebatten verkennen zum einen die Macht der alltäglichen Gewohnheiten und zum anderen die gesellschaftlichen Strukturen, die sich hinter dem Rücken der Beteiligten verändern.
                
       Die Single-Lüge ist dafür verantwortlich, dass sich Deutschland gegenwärtig im Blindflug befindet...  
  • SIMON, Ulrike (2006): Das Eva-Prinzip.
    Auszeit von der "Tagesschau" - weil Sprecherin Eva Herman mit ihrem Buch selbst zur Nachricht wurde,
    in: Tagesspiegel v. 25.08.
    • Inhalt:
      SIMON meldet, dass der Erscheinungstermin des Buches "Das Eva-Prinzip" vorgezogen wird und stellt bereits Vergleiche mit dem Fall GRASS an.
 
  • BUHR, Elke (2006): Ob Küssen schwanger macht.
    Von Marilyn Monroe zu Tokio Hotel: Vor 50 Jahren, am 26. August 1956, erscheint die erste "Bravo",
    in: Frankfurter Rundschau v. 25.08.
    • Inhalt:
      "
      Als Aufklärungsorgan ist die Zeitschrift bis heute ungeschlagen. (...) Mantra: Alles ist erlaubt, wenn beide es wollen, und: Nehmt euch Zeit. Das Heft versucht auch, dem allgemeinen Schönheitswahn etwas entgegen zu setzten. Ganz unprätentiös stellen sich hier Jugendliche nackt vor die Kamera und präsentieren sich und ihren Körper wie sie sind, und die Leser und Leserinnen haben die Chance, auch mal andere Maße als die von Models zu sehen und mit dem eigenen Körper zu vergleichen", meint Elke BUHR.
 
  • LUCIUS, Robert von (2006): Das deutsche Sibirien.
    Die Jungen verlassen Gardelegen, weil es an Arbeitsplätzen fehlt - eine wirtschaftliche Perspektive für die alte Stadt in Sachsen-Anhalt ist nicht in Sicht,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.08.
 
   

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Zu den News vom   19. -  24. August 2006

 
 
   
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