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Medienrundschau:
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News vom 27. - 31. August
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Zitat
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Den Deutschen fehlt die
Gelassenheit in Sachen demografischer Wandel
"Fehlprognose
nach Fehlprognose hinderte Demographen
und andere Publizisten nicht daran,
die Katastrophe an die Wand zu malen. Für
fünf bis 20 Jahre kann man sinnvolle Prognosen stellen, auf
Generationen voraus aber sagen sie seit je den Untergang vorher
- denn nur durch die Wahl »möglichst weite[r] Zeiträume für
statistische Berechnungen [kann] die konstatierte
Bedeutungsschwere der Bevölkerungsentwicklung überhaupt
publikumswirksam« dargestellt werden.
Noch im Jahre 2005 wiederholen die deutschen Medien
unverdrossen die alten Schreckensmeldungen -
»Kontinent ohne Kinder«,
»Land ohne Kinder«, »Land der Greise«,
»Den Deutschen fehlt der Wunsch zum Kind«,
»Lieber kinderlos als arbeitslos«,
»Die kinderarme Gesellschaft« - wie ein Mantra.

(...).
Ja, wie soll man eigentlich nicht in allertiefste Lebensangst
verfallen, wenn Deutschlands Publizisten sich zu derart
schrillen Geißelungszügen durch die Republik aufmachen? Sie
vereinnahmen jedes Problem, jede Veränderung.
(...).
Wie erleichternd ist es da, schwedische Tageszeitungen zu lesen.
Dank Viggo und Jakob und Elisa wächst die Bevölkerung. Ausländer
gehören dazu, man muß sie nur zu integrieren. Immer wieder gibt
es einen baby boom, in den 1960ern, 1990ern und just nach
der Jahrtausendwende. Junge Akademikerpaare ziehen in die
Großstadt, heiraten nicht, arbeiten beide und bekommen trotzdem
Kinder, oft mehr als zwei. Die drohende Flut der Alten? Ein
Mythos, schreibt der Chefökonom des Arbeitgeberverbandes (...).
Die Alten lebten länger und seien gesünder als früher, man müsse
sie nur ins Arbeitsleben integrieren, jeden nach seinem
Vermögen. Ohnehin habe die Kategorie des Alters etwas
Willkürliches, deshalb könne man sie auch neu definieren. (...).
Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. (...). Die
schwedische Geburtenrate ist die niedrigste in Nordeuropa, so
etwas wurmt. (...). Aber (...) die Gelassenheit, mit der etwas
als Problem beschrieben wird, wenn es wirklich ein
Problem aufgefasst wird, um es dann zu lösen, sollte man
auch in Deutschland etwas mehr pflegen."
(aus: Thomas Etzemüller
"Ein
ewigwährender Untergang"
(2007, S.146ff.)
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NIEJAHR, Elisabeth (2007): Der wahre Altersunterschied.
Heute geht es den meisten Rentnern gut. Aber die Altersarmut wird
zunehmen, weil viele Bürger nicht in der Sozialversicherung sind,
in:
Die ZEIT Nr.36 v. 30.08.
-
HEUSINGER, Robert von (2007): Weniger für die Bank.
Die deutschen Finanzinstitute verdienen viel Geld an der privaten
Altersvorsorge ihrer Kunden. Der Mannheimer Professor Martin Weber hat
einen Reformvorschlag,
in:
Die ZEIT Nr.36 v. 30.08.
- Inhalt:
Zeit: Sie fordern den Staat auf, gemeinsam mit der
Finanzindustrie einen kostengünstigen Fonds anzubieten?
Weber:
Das ist der liberale Paternalismus. Jeder Bürger darf das Produkt
wählen, das er für richtig hält, und er darf auch auf gut gemachte
Werbung hereinfallen. Aber der Staat muss dafür sorgen, dass es als
Alternative einen solchen Günstig-Fonds gibt. Es kann doch nicht
sein, dass der Staat die Finanzierung der Altersvorsorge seiner
Bürger privatisiert, die Gewinne daraus aber Banken, Versicherungen
und Fondsgesellschaften zuschanzt. Die Gewinne gehören den Bürgern!
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ASSHEUER, Thomas (2007): Die Dunkelseher.
Ob Stefan George oder Oswald Spengler: Intellektuelle
Untergangspropheten haben Konjunktur. Was macht sie so faszinierend?
in:
Die ZEIT Nr.36 v. 30.08.
- Inhalt:
Thomas ASSHEUER huldigt erschaudernd Oswald
SPENGLER:
"Spengler
schrieb so fiebernd und suggestiv, so süchtig nach Blut, Opfer und
Untergang, als habe ihn das Unheil persönlich in die Welt
geschickt".
ASSHEUER
sucht nach Parallelen, warum SPENGLER noch heutzutage die diversen
Demografische Niedergangsszenarien
antreibt:
"Vieles
spricht dafür, dass der »Übergang von einer westlichen zu einer
asiatischen Wirtschaft« (Hobsbawm), also die rasante Karriere
Chinas, ähnliche Ängste auslöst wie für Spengler der Aufstieg
Japans."
Zuletzt
verbindet ASSEUER diese Ängste mit dem
aktuellen
Merkur-Sonderheft, in dem der fehlende Wille zur
Macht beklagt wird:
"In
der einst ruhmreichen Zeitschrift Merkur hat ein
irrlichternder Zeitgenosse gerade noch einmal den Untergang des
Abendlandes inhaliert und spenglert nun enthemmt vor sich hin. Mit
Spenglers »Tatsachenblick« schaut Uwe Simon auf die deutsche
Sozialstaatsdekadenz und fragt sich an jeder Kebab-Bude, ob die
Demokratie in der Stunde der chinesisch-islamischen Gefahr noch die
richtige Staatsform ist. »Kann unsere Methode der politischen
Willensbildung das leisten?« Die Antwort der kleinen Spengler klingt
so wie immer, und sie lässt schaudern: Vermutlich nicht."
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SCHOTT, Oliver (2007): Dem Leben Schönes schenken.
Warum ist heute die Monogamie auch im linken Milieu die gängige
Form der Liebesbeziehung? Ist es nicht fortschrittlicher, in puncto
Freundschaft und Sexualität einen verantwortungsbewussten Hedonismus
zu pflegen? Was an konformistischen und romantischen
Beziehungsmodellen abzulehnen ist, warum Eifersucht dumm ist, welche
Vorteile das »Fremdgehen« haben kann und wie wir dabei zu besseren
Menschen werden,
in:
Jungle World Nr.35 v. 30.08.
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NIKOLOW, Rita (2007): Einbußen durch Abwanderung und
Geburtendefizit,
in:
Tagesspiegel v. 30.08.
- Inhalt:
"Sachsen-Anhalts
Bevölkerung schrumpft: Seit 1990 ist die Zahl der Einwohner von 2,9
Millionen auf weniger als 2,4 Millionen gesunken",
berichtet NIKOLOW.
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SCHMITT, Cosima (2007): Bund bringt Licht in die Kitas.
Kompromiss im Kita-Streit: Der Bund wird sich stärker an den
laufenden Kosten beteiligen, indem er den Ländern mehr von der
Umsatzsteuer abgibt,
in:
TAZ v. 29.08.
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BACHMANN, Andreas (2007): "Skeptisch bei 750.000 neuen Plätzen".
Die Kita-Betreiber bezweifeln, dass mit dem Kompromiss zwischen
Bund und Ländern das Angebot besser wird - Interview mit Ulrich
Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband,
in:
TAZ v. 29.08.
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MONATH, Hans (2007): "Erfreulicher Tag" für Eltern und Kinder.
Familienministerin von der Leyen feiert mit einem Freudensprung die
Einigung über die Finanzierung des Krippenausbaus,
in:
Tagesspiegel v. 29.08.
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GASEROW, Vera (2007): Kinderkrippen.
Weg für den Ausbau ist frei,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.08.
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JANOSITZ, Paul (2007): Fast ewig.
Die Lebenserwartung in Deutschland ist erneut gestiegen. Wie alt
kann der Mensch noch werden?
in:
Tagesspiegel v. 29.08.
- Inhalt:
"In
Deutschland haben Jungen inzwischen gute Chancen, 76,6 Jahre alt zu
werden. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts. Mädchen
kommen auf 82,1 Jahre. Jede zweite Frau wird zurzeit 85 Jahre alt;
die Hälfte der Männer erlebt noch den 79. Geburtstag. Bei einem
ungebrochenen Trend würde die menschliche Lebenszeit bis Ende des
Jahrhunderts um weitere 23 Jahre steigen",
berichtet JANOSITZ.
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EVERTS, Lotte & Felix PETERSEN (2007): Rechtschaffen müde.
Die digitale Bohème aus der Sicht der Generation Praktikum,
in: Berliner
Zeitung v. 28.08.
- Inhalt:
"Der
Verteidigungsversuch eines »linken
Neoliberalismus« ging deswegen gründlich schief. Schnell wurde
deutlich, dass es über den Wunsch der Rechtfertigung hinaus keinen
Grund für die Veranstalter gab, sich selbst als politische
Interessengruppe zu titulieren. Denn niemandem wäre konkret damit
geholfen, wenn es
Friebe
gelänge, »links« und »neoliberal« auf seiner eigenen Fahne mit einem
Bindestrich zu versehen, solange die unter links aufgezählten Werte,
wie Solidarität, Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und gerechte
Verteilung des Privateigentums nur für die bereits erfolgreichen
Mitglieder der Digitalen Bohème gelten.
Statt
Phrasendrescherei und Name-Dropping hätte man gern darüber
gesprochen, wie ein von bereichernder Arbeit erfülltes Leben erst
erreichbar wird. So aber erschien es geradezu als Provokation, den
Habitus einer Szene vorgeführt zu bekommen, die sich damit
beschäftigt, Labels für ihren Lebensstil zu designen - und aus der
Diskussionsveranstaltung wurde eine aufgeblasene Werbekampagne, die
das politische Desinteresse der digitalen Bohème nur mäßig verdeckte",
kritisieren Lotte
EVERTS & Felix PETERSEN.
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ERB, Nadja (2007): Die Kinder-Reichen,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.08.
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DÜCKERS, Tanja & Anton LANDGRAF (2007): Schöne neue Arbeitswelt,
in: Frankfurter Rundschau v. 27.08.
- Inhalt:
"Die
Organisatoren verstehen es gut, alte Begriffe lediglich mit neuen,
hippen Namen zu belegen. Aus Freiberuflern wird die
»digitale Bohème«, ein Kongress nennt sich lässigerweise
»Festival-Camp« und das, was man zu Zeiten des Tunix-Kongresses
ganz dröge, aber treffend »Realpolitik« genannt hat, nennt sich
nun »linker Neoliberalismus«.
So
lange auf dem Festival konkrete Projekte angeboten werden wie
Informationen über Copy-Right, wenn Überlegungen zur Vereinfachung
der Steuererklärung angestellt oder vorgeführt wird, wie ein Song
an einem einzigen Tag geschrieben, umgesetzt, vermarktet und
abends im Radio gespielt werden kann, funktioniert das Festival
als Ort der Vernetzung von Menschen und Informationen.
Sobald
man sich aber am großen Überbau versucht, kommt nicht viel Neues
oder Kluges heraus",
kritisieren Tanja DÜCKERS und Anton LANDGRAF.
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Die digitale Bohème: Links und neoliberal
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BISKY, Jens (2007): Arbeit tötet.
Eine Branchenmesse für Menschen, die Branchenmessen verabscheuen:
Die digitale Bohème diskutiert in Berlin über ihre Zukunft: Ist
Arbeit ohne Festanstellung besser als Sex?
in: Süddeutsche
Zeitung v. 27.08.
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MATZIG, Gerhard (2007): Ich mache was mit Medien.
Eine neue Gesellschaftsklasse, die "digitale Bohème", will das
Erbe von Kunst, Kultur und Intellekt antreten - aber die "Kreativen"
verwechseln Geist und Ökonomie,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 27.08.
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RATHENOW, Lutz (2007): Leben und trinken in der Trostlosigkeit.
Der Osten zerfällt: In den Städten herrscht der Erfolg, in der
Provinz dagegen jugendlicher Stumpfsinn,
in:
Tagesspiegel v. 27.08.
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Zu den News
vom 17.
- 25. August 2007
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