| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage
] |
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
20. - 24. Juli 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
Zitat
des Monats:
"Sie
wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die
Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles
heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des
Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die
Felskanten schien.
Gegen Mittag glühte der Körper
mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher
zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In
Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die
Gischt und das Gesicht."
(aus:
Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.) |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- HANK, Rainer (2005): Was ist heute
konservativ?
Die Union muß wieder konservativ werden. Sie muß sagen, warum
zunächst die Freiheit kommt. Und dann erst die Gleichheit,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.07.
- Kommentar:
Rainer HANK lobt den Oswald SPENGLERschen Furor von DI FABIO,
der sich in seinem Buch
"Die Kultur der Freiheit" nicht davor scheut unsere Situation
mit dem Untergang des römischen Reiches gleichzusetzen.
Denn
um dem libertären Konservatismus (PRANTL) des Udo DI FABIO überhaupt
etwas abgewinnen zu können, ist nichts weniger als der
Ausnahmezustand (z.B. Trümmerlandschaften wie in den goldenen 50ern)
notwendig.
HANK
deutet wie DI FABIO das
Subsidiaritätsprinzip, bei dem der vereinzelten Familie die
Lasten der modernen Gesellschaft aufgebürdet werden, als
Verkörperung christlicher Nächstenliebe.
Durch
Rechtsgleichheit soll die Entfaltung der "natürlichen Ungleichheit"
gesichert werden.
Angesichts
des Mythos von den Leistungseliten bedeutet dies, dass die
Zunahme sozialer, d.h. herkunftsbedingter, Ungleichheit bewusst
in Kauf genommen wird.
|
|
| |
|
- MÜNCHHAUSEN, Anna von (2005): Geschlossene
Gesellschaft.
Nachbarschaft? Ausgeschlossen. Die Potsdamer Wohnanlage "Arcadia"
ist die erste "gated community" in Deutschland. Beliebt ist sie nicht
- jetzt droht neuer Krach,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.07.
|
|
| |
|
-
Die Fernsehansprache des
Bundespräsidenten Horst KÖHLER in den Medien
- Kommentar:
Deutschland ist Absurdistan! Wenn ein
Bundespräsident die Auflösung des Bundestages - also eine
verfassungsrechtliche Frage - mit gesellschaftspolitischen
Argumenten begründet, dann läuft etwas grundsätzlich verkehrt.
Die FAZ versteht sich als eilfertiger
Musterschüler, der gleich die Richtigkeit der Gründe
veranschaulicht.
"Wir haben zu wenig Kinder" tönt es da bei KÖHLER.
Ist diese Aussage bereits umstritten, so zeigt sich, dass sie von
einem - offenbar hörgeschädigten - taz-Kommentator
- noch weiter verstümmelt wird.
Dass KÖHLER damit eine
Steilvorlage für Frank "Panik" SCHIRRMACHER geliefert hatte, war
von vornherein klar. Und Frankie hat sich natürlich gleich mit einem
Staatsnotstandsartikel revanchiert. So ist das eben unter alten
Kameraden.
Wenn Gustav SEIBT das in der
SZ als Kitsch abtut, dann ist das zwar richtig, aber nur
halbherzig.
- HAP (2005): "Unsere Zukunft und die
unserer Kinder steht auf dem Spiel".
Bundespräsident Köhler benennt die wirtschaftlichen Problemfelder
Deutschland,
-
in: Frankfurter Algemeine Zeitung v. 23.07.
-
SCHIRRMACHER, Frank (2005): Nur acht Sätze.
Die Zeit unserer Kinder läuft ab: Horst Köhlers Ultimatum,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.07.
- Kommentar:
Leider benötigt SCHIRRMACHER mehr als 8
Sätze, um seiner Egomanie zu genügen
Der SCHIRRMACHER-Sound
wird übrigens so richtig verständlich erst, wenn man sich dazu das
Album "Mutter" von Rammstein auflegt.
KÖHLER dient ihm nur
dazu,
seine altbekannten Ansichten nochmals
breitzuwalzen.
Nach dem Motto "Papi hat gesagt", möchte Kindchen
SCHIRRMACHER uns Uneinsichtigen nun ein Ultimatum setzen, denn:
"Was ein Bundespräsident anerkennt, existiert".
Offensichtlich sind die sachlichen Argumente so
schwachbrüstig, dass sie nicht für sich selbst sprechen und sich
SCHIRRMACHER hinter KÖHLERs Rücken verstecken muss...
-
KUZMANY, Stefan (2005): Der Staatsoberhauptdarsteller.
Horst Köhler ist offensichtlich kein großer Redner. Diese
Erkenntnis verdankt sich weniger dem Inhalt seiner Ansprache als
vielmehr seiner Körpersprache,
in: TAZ v. 23.07.
- Kommentar:
"Tragen
die Kinderlosen die Schuld an der schlechten wirtschaftlichen Lage
des Landes, wie Köhler unterstellt?"
fragt uns KUZMANY.
Der Autor schließt aus der umstrittenen
Aussage, dass wir zu wenig Kinder haben, umstandslos darauf, dass
nur Kinderlose dafür verantwortlich sein können.
Zu diesem Fehlurteil könnte man durchaus
kommen, wenn man die publizierte Meinung liest. Nichtsdestrotrotz
ist dies falsch.
Dies hat der Familiensoziologe
Hans BERTRAM anhand von Lebensverlaufsdaten nachgewiesen.
Nicht der Anteil der
Kinderlosen, sondern der Rückgang von 2- bzw. 3- und mehr
Kind-Familien ist entscheidend für die Geburtenrate in
Deutschland.
Wie
Christian SCHMITT nachgewiesen hat, ist der Kinderlosenanteil
der Mitte der 60 Jahre geborenen Frauen wesentlich niedriger als
offiziell bislang zu gegeben.
- SEIBT, Gustav (2005): Die
Scheidung der Dinge.
Es steht Spitz auf Knopf: Horst Köhler und der Kitsch,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.07.
- Inhalt:
"»Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand
gebietet«, erklärte der flackernde Staatsrechtler Carl Schmitt,
der den »Hüter der Verfassung« erfunden hat. Dass Bundespräsident
Horst Köhler der Versuchung nicht widerstand, sich in die
rhetorische Nähe zu solchem verfassungsrechtlichen Kitsch zu
begeben, darf als Missgriff von Rang bewertet werden", meint
Gustav SEIBT.
|
|
| |
|
-
BARTELS, Gerrit (2005): Revoltensehnsucht.
"Sweet Sixteen": Die Schriftstellerin Birgit Vandebeke möchte noch
einmal Teil einer Jugendbewegung sein,
in: TAZ v. 23.07.
- Inhalt:
"Um es leicht abgewandelt mit der inzwischen auch
nicht mehr so jugendlichen deutschen Rockband Tocotronic zu sagen:
Die Idee von Birgit Vanderbeke ist gut, doch die Jugend nicht
bereit. Oder, um es etwas härter zu formulieren: Die Idee ist gut,
doch mehr auch nicht. Birgit Vanderbeke (...) hat - leider
vergeblich - versucht, mit
»Sweet Sixteen« einen Roman über die Jugend von heute zu
schreiben, über eine aus dem Ruder laufende Konfrontation dieser
Jugend mit den Eltern, mit Institutionen wie der Schule und dem
Staat - und nicht zuletzt auch mit den Medien", erläutert der
Rezensent das Romanvorhaben.
BARTELS weist VANDERBEKEs Zaungast-Hoffnungen,
die er als Projektionen auf die Jugend von heute versteht,
entschieden zurück:
"»Sweet Sixteen« liest sich so, als
projiziere da jemand sein Unbehagen an dieser Gesellschaft, als
sollte da eine Jugend die Eisen aus dem Feuer holen, an denen sich
die ewig jugendlichen 78er (wahlweise 89er, Golf, Nutella und der
ganze Quatsch) nie richtig verbrennen wollten und nicht mehr
verbrennen wollen.
Nur gut, dass »die Jugend«
realiter doch komplexer ist als von Vanderbeke imaginiert und
vielleicht sogar schläfriger und letzten Endes gar einverstandener.
Sollen doch ruhig noch mal die Altvordern ran - denn wo steht
geschrieben, dass Jugend und Revolte automatisch zusammengehören?"
|
|
| |
|
-
BURMEISTER, Silke (2005): Lahm & öde.
"Land & Liebe",
in: TAZ v. 22.07.
- Inhalt:
"Um die Landeier von der Partnerlosigkeit zu
befreien, stellt der NDR die Einsamen vor, sammelt Briefe von
potenziellen Partnern und versucht zu vermitteln. So aufregend wie
der Titel »Land & Liebe« ist die Sendung:
lahm, öde, anachronistisch", urteilt BURMEISTER über die
Partnersuche auf dem Bauernhof.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
WELTWOCHE-Titelgeschichte:
Was, Sie haben kein Kind?
Über die Arroganz der Jungeltern, die sich für bessere Menschen
halten
|
-
MÜLLER, Franziska K. (2005): Kinderwahnsinn.
Moderne Väter und Mütter (vor allem Mütter) erinnern an
Sektenmitglieder. Sie halten sich für die besseren Menschen,
belästigen ihr Umfeld mit einem militanten Enthusiasmus und geben
Kinderlosen das Gefühl, sie seien Schwerverbrecher,
in: Weltwoche Nr.30 v. 21.07.
- Kommentar:
Der neuste Sommerloch-Medienhype sind die
selbstgefälligen Eltern.
Bereits im
November 2001 hat sich single-dasein.de diesem Phänomen
gewidmet.
Damals - im Windschatten vom
PflegeFEHLurteil des
Bundesverfassungsgerichts - nahm die Aufblähung des
Eltern-Ichs seinen unguten Anfang.
Erst mit den Prenzlauer-Berg-Eltern erfuhr
das Phänomen der selbstgefälligen Eltern die Aufmerksamkeit der
Medien.
In der Zeitschrift EMMA
löste ein Artikel von
Annette C. ANTON (März/April 2004) eine Kontroverse aus, die
nun im Mainstream angekommen ist.
Matthias KALLE pöbelte im Berliner
Stadtmagazin ZITTY vor kurzem gegen die Elterndarsteller
und nun hat die Schweizer Weltwoche das Thema zur
Titelgeschichte ausgebaut.
"Es ist ja schön, dass sich junge Mütter und Väter
durch ihren Nachwuchs aufgewertet fühlen. Sie mutieren – sozusagen
über Nacht – zu weisen, selbstlosen Wesen. Sie betrachten sich in
stolzer Erfüllung ihrer Pflichten fortan als Nabel der Welt. Aber
müssen sie den Kinderlosen andauernd zu verstehen geben, dass ein
von Stundenplänen, Monogamie und Legomonstern geprägtes Leben
moralisch wertvoller sei als ein unbeschwertes
Junggesellinnen-Dasein?
Der Verdacht drängt sich auf, dass viele
Jungeltern, entgegen der zur Schau getragenen Zufriedenheit,
schlicht frustriert sind", folgert Franziska K. MÜLLER
scharfsinnig.
Single-dasein.de hat diese schlichte
Frustrationsthese 2001im Beitrag
Feindbild Single
präziser dargestellt und das Feindbild der Kinderlosen als
Identitätsstabilisator für frustrierte Eltern auf negative
Bilanzierungen, die medial verstärkt werden, zurückgeführt.
MÜLLER sieht nun ausgerechnet
in den Spätgebärenden die Kerngruppe derjenigen, die die
Elternrolle über alles idealisieren und einen kinderlosen
Lebensstil mit Furor ablehnen.
So wie ehemalige Raucher zu den
militantesten Nichtrauchern werden oder Neubürgerliche mit
68er-Vergangenheit zu den schärfsten Kritikern der
Spaßgesellschaft mutieren, so müssen Spätgebärende Kinderlose
missionieren, als ob ihr Seelenheil nicht vom Elterndasein,
sondern vom Unglück der Kinderlosen abhängt.
Im letzten Drittel versucht MÜLLER dann der
Überschätzung der Elternschaft entgegen zu treten.
MÜLLER führt zum einen aus,
dass es eine kinderfreie Gesellschaft in der Schweiz nicht geben
wird:
"Der
Ruf der Kinderlosen ist im Eimer, obwohl sich alarmistische
Szenarien, wonach sich die Schweiz aufgrund zu vieler
Karrieristinnen in eine kinderfreie Gesellschaft verwandle, als
falsch erwiesen haben: Die Zahlen der Volkszählung zeigen, dass es
in der Altersklasse der Zwanzig- bis Vierzigjährigen nur
unwesentlich mehr Kinderlose gibt als Eltern (Eltern: 939617;
Kinderlose: 1179099). Zudem sind bei den Dreissig- bis
Vierzigjährigen die Geburtenraten seit Jahren leicht steigend
(1993: 40997; 2003: 44126)",
kritisiert MÜLLER.
Es ist offensichtlich, dass die Journalistin
im Dschungel der Bevölkerungsstatistik umherirrt, denn sie
übernimmt die singlefeindlichen Darstellungen von
Familienfundamentalisten.
Dies ist die Hauptmisere derjenigen, die
über Kinderlosigkeit aufklären möchten, aber dazu UNREFLEKTIERT
auf das Material jener zurückgreifen, die sich die Bekämpfung von
Singles - und nicht die Förderung der Elternschaft - zum Hauptziel
gesetzt haben.
Das Verhältnis von Kinderlosen zu Eltern basiert
offenbar auf Haushaltszahlen. Single-dasein.de hat
nachgewiesen, dass diese singlefeindliche Darstellung ein
zentraler Punkt der Single-Lüge ist.
Eine singlefreundliche Darstellung stellt dagegen
den Anteil von Eltern an der gleichaltrigen Bevölkerung in den
Mittelpunkt. Dadurch wird deutlich: Kinderlose sind eine kleine
Minderheit im mittleren Lebensalter und keine Mehrheit, wie
fälschlicherweise bei MÜLLER nachzulesen ist
Die Journalistin ist völlig unbedarft in die
Falle der Single-Rhetorik
getappt.
Dies ist leider keine Ausnahme,
sondern die Regel. Auch Kritiker einer bevölkerungspolitischen
Blickverengung wie Matthias KALLE, lassen
Artikel durchgehen,
die auf falschem Zahlenmaterial zur Kinderlosigkeit basieren.
Zum anderen versucht MÜLLER nachzuweisen,
dass Kinderlose keineswegs auf Kosten der Eltern leben.
Ein Unterfangen, das aufgrund der Intransparenz
politischer Subventionspraxen bisher gescheitert ist. Für
Deutschland gilt, dass es keine faire Berechnungen gibt. Hier
dominieren eindeutig die Familienlobbys.
Astrid ROSENSCHON
hat zu diesem Thema bisher die
singlefreundlichste Betrachtung geliefert.
Zum Abschluss geht MÜLLER noch auf die
Bewegung der Kinderfreien in den USA ein:
"Was
in der Schweiz hinter vorgehaltener Hand vorgebracht wird – Kritik
an selbstgefälligen Erzeugern –, geschieht in den USA weniger
diskret: Kinderlose mobilisieren zum Gegenangriff. In ihrem
Bestseller «Der Kindersegen» (The Baby Boon) rechnete die
Schriftstellerin Elinor Burkett pedantisch genau aus, was die vom
Arbeitgeber finanzierten Hortplätze die Kinderlosen kosten und
welche selbstverständlichen Opfer von ihnen im tagtäglichen
Berufsleben erwartet werden. Und Jerry Steinberg, Gründer des
Internetportals no.kidding.com, ergänzt: «Langweilige
Kinderzeichnungen, die den Arbeitsplatz tapezieren, sind noch das
kleinste Übel.» Überstunden, weil die Eltern zu Hause ihre kranken
Kinder pflegen, seien eine Selbstverständlichkeit, Anpassung des
Urlaubs an die Schulferien auch. «Und natürlich übernimmt man die
Aufgaben der Kollegin, wenn sie schwanger ist oder Papa sein
Töchterchen während der Arbeitszeit zum Zahnarzt chauffieren
muss.»
(...).
Inzwischen gibt es in jeder grösseren amerikanischen Stadt
Ortsgruppen der sogenannten Childless-Bewegung sowie unzählige
Internetforen wie overpopulation.com oder childfree.com für die
dreizehn Millionen Kinderlosen in den USA."
|
|
| |
|
-
RADISCH, Iris (2005): Was kommt?
Nach dem Ende der rot-grünen Literatur,
in: ZEIT Nr.30 v. 21.07.
- Kommentar:
Schlechte Zeiten für Normalos, sind gute
Zeiten für die Kultureliten, so muss man RADISCHs Kritik an der
Kuschelliteratur der jungen Literaten deuten.
Wenn postpubertäre Jungs wie Ijoma
MANGOLD einen Ernst JÜNGER der Berliner Republik vermissen, dann
dürfen ihnen postpubertäre Mädchen offenbar in Nichts nachstehen.
Wer engagierte Literatur fordert, der darf sich nicht
wundern, wenn das Engagement eine demokratiefeindliche Richtung
einschlägt...
|
|
| |
|
-
HANSEN, Sven (2005): Operation Supersenior.
Japan sieht alt aus. Immer mehr Alte, kaum Kinder und keine
Zuwanderer - so sieht Japans demografisches Problem aus. Die
Gesellschaft dort orientiert sich um: auf gesunde, konsumfreudige
Pensionäre. Auch Herrn Yamasakis Zielgruppe sind die Senioren. Nur
darf der PR-Fachmann sie nicht so nennen,
in: TAZ v. 21.07.
|
|
| |
|
-
TAGESSPIEGEL (2005): Was ist links?
Eine Blitzumfrage unter Intellektuellen,
in: Tagesspiegel v. 21.07.
- Inhalt:
Der Tagesspiegel hat die seit der
FAZ-Serie "What's left?" (1992/1993) beliebte Frage gestellt, was
links ist und geantwortet haben Hans NEUENFELS,
F. C. DELIUS,
Georg KLEIN,
Andreas MAIER, Reinhard HAUFF und Jens SPARSCHUH.
"»Links« ist offenbar ein Wort, das dazu da ist, dass
man sich darüber unterhält, was es meint. Anders als »vögeln« oder
»Abseits«. Oder können Sie sich eine Handlung vorstellen, bei der
Sie sich ernsthaft fragen würden, ob das nun vögeln sei, oder
nicht?"
merkt Andreas MAIER ("Kirillow")
"handlungstheoretisch" zur Frage an, die die anderen Autoren - bis
auf SPARSCHUH - traditionell "einstellungstheoretisch" angehen.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
MAAS, Harald (2005): Sie geh'n Gatten suchen im Park.
In Peking gibt es eine öffentliche Heiratsbörse – ältere Leute
halten Ausschau nach Partnern für ihre Kinder,
in: Tagesspiegel v. 20.07.
|
|
| |
|
-
HARTMANN, Martin (2005): Die konstruierte Wirklichkeit.
Der französische Wissenschaftler Alain Desrosières über
Bevölkerung, Demographie - und die moderne Statistik,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.07.
- Inhalt:
HARTMANN rezensiert mit Alain DESROSIÈRES'
Buch
"Die Politik der großen Zahlen" ein
Grundlagenbuch zur Bevölkerungsstatistik.
Ausgehend von den beiden Autoritätsformen, der
administrativ-politischen und der kognitiven, d.h.
wissenschaftlichen, Autoritätsform, beschreibt DESROSIÈRES die
Institutionalisierung der Bevölkerungsstatistik in Frankreich, den
USA, Großbritannien und Deutschland.
Dabei wird deutlich, dass Bevölkerung kein
wertfreier Begriff ist, sondern eine politische Konstruktion, die
erst jene Probleme und -lösungen hervorbringt, die mittels Statistik
erst geschaffen werden.
Aufschlussreich hierfür ist z.B. das Beispiel
der USA, wo "eine Sklave 60 Prozent eines freien Mannes zählte".
HARTMANN bemerkt deshalb treffend:
"Statistik beschreibt in diesem Sinne
die Welt und konstruiert sie, genauer: sie beschreibt eine Welt, die
sie selbst konstruiert, und verändert damit die Welt, die wir
kennen.
Was das heißt, kann man sich
leicht am Diskurs über die »Überalterung« der Gesellschaft
veranschaulichen. Was immer dieser Diskurs sonst ist, er ist immer
auch ein Diskurs, den die Statistik möglich macht. Nicht zuletzt
deshalb ist die Überalterung, die die Statistik doch erst ankündigt,
für uns schon ein Ding, das existiert."
- Kommentar:
Bei single-dasein.de wurde von Anfang
an die Statistische Konstruktion und damit das
Statistische Bundesamt in Wiesbaden
als eine Macht, die sich im Verborgenen entfaltet, in den
Mittelpunkt der Kritik gestellt.
Die
Debatte um Singles oder die Geburtenkrise ist Ausdruck einer
"Politik der großen Zahlen", deren Selbstverständlichkeit von
Singles nicht hingenommen werden darf.
Die Statistik darf nicht den
Familienfundamentalisten überlassen werden.
|
|
| |
|
-
SCHMITT, Michael (2005): Das Immer-mehr-Wollen der Susi Gern.
Wenn sich die Literatur des Wirtschaftslebens annimmt, schrammt sie
gelegentlich - aber glücklicherweise nicht immer - die altbekannten
Klischees der Entfremdung,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.07.
- Inhalt:
Mit Luc BOLTANSKI & Ève CHIAPELLO ("Der
neue Geist des Kapitalismus") und Richard SENNETT ("Der
flexible Mensch") als theoretischem Hintergrund nähert
sich SCHMITT den neueren "fiktiven Ökonomien" in der Belletristik
der Gegenwart.
Er verwirft die
Herangehensweisen von Georg M. OSWALD ("Alles
was zählt"), Kathrin RÖGGLAs
"wir schlafen nicht" oder Rainer
MERKELs
"Das Jahr der Wunder", um zum
Schluss ein Loblied auf Martin WALSERs
"Der Lebenslauf der Liebe" zu
singen.
Ausgerechnet dessen
Protagonistin Susi Gern soll prototypisch die Gesetze des
Kapitalismus aufzeigen:
"Susi geht nie voll und ganz in dem
Milieu auf, in dem sie gerade lebt. So bleibt sie - und mit ihr
Autor und Leser - bis zu einem gewissen Grade auf Distanz zu allem,
auch zu sich selbst: Anfangs zum Reichtum ihres Mannes, denn sie ist
eine »Aufsteigerin« per Standesamt, dann auch als ehemals reiche
Frau gegenüber der Ärmlichkeit der Sozialhilfe. Das ergibt eine
durchgängige immanente Relativierung aller Facetten ihrer
Geschichte, die durch keine von außen herangetragenen moralischen
Wertsetzungen abgesichert werden müssen. Und weil Walser auch noch
die Sprache zum Tanzen bringt, und etwa den Gatten von Susi die
eigenen Unternehmungen in Versform bejubeln lässt, steht am Ende ein
selten drastisches Resümee einer Gesellschaft, die nach Luc
Boltanski und Ève Chiapello ihre zentralen kollektiven Werte zur
Begründung von Gerechtigkeit preisgegeben hat, und in der jeder
Einzelne, durchaus im Konsens mit dieser Gesellschaft, auf sich
selbst und auf die eigenen Ansprüche als Norm aller Gerechtigkeit
zurückverwiesen ist."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
MANGOLD, Ijoma (2005): Ohne Pulverdampf kein Abenteuer.
Ran an die Jugend: Birgit Vanderbekes oberspießiger
Rebellionsroman,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.07.
- Inhalt:
"Es gibt ein weitverbreitetes Unbehagen an dem, was
man Entpolitisierung nennt. Und es gibt eine neue Faszination für
den Straßenkampf und den Aktionismus. Die Romane von Christoph Hein,
Uwe Tellkamp und Andreas Maier aus diesem Frühjahr sind - auf je
sehr verschiedene Art - Ausdruck dieses Unbehagens. Jetzt hat
die Erfolgsschriftstellerin Birgit Vanderbeke dieses Thema
aufgegriffen."
Mit dieser Feststellung hat
Ijoma MANGOLD
seine lange Einleitung beendet - inklusive einem Exkurs über das
Jugendbewegungsgefühl der 70er, die wutlose Jugend der 00er und
einer Kurzzusammenfassung des Films "Die fetten Jahre sind vorbei".
Der Erläuterung des Plots
von VANDERBEKEs Roman
"Sweet Sixteen" widmet sich MANGOLD
nur missmutig, denn ihm fehlt hier das Ernst-JÜNGER-mäßige.
"So jedenfalls kriegen wir die
Kids nicht auf die Barrikaden",
bemängelt MANGOLD.
|
|
| |
|
-
TRAMPERT, Rainer (2005): Grüne Alchimie.
The final countdown,
in: Jungle World Nr.29 v. 20.07.
- Kommentar:
Die Grünen erhalten von der JW ein Begräbnis
erster Klasse. Rainer TRAMPERT erweist sich als scharfzüngiger
Grabredner.
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom
16. - 19. Juli 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|