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Medienrundschau:
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News vom
20. - 31. Mai 2006
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Zitat
des Monats:
"Berlin
ist die Stadt für Singles. Nirgends lernt man leichter
Gleichgesinnte kennen, unverbindlicher Sex ist der beste Freund
des Alleinstehenden, der dennoch den Gang ins Kloster nie
ernsthaft erwogen hat. Natürlich ist es so, dass man manchmal
Angst hat. Immer wieder geht jemand von Bord, flüchtet sich in
eine Ehe, eine lange Beziehung, manche bleiben dort, andere
kommen zurück und sind nicht mehr die selben. Wirklich, nichts
gegen Beziehungen. Wer sie verflucht, macht sich etwas vor. Aber
wenn ich darüber nachdenke: Die meisten Beziehungen die ich
kenne, bestehen aus Kompromissen, und zu einem guten Teil aus
schlechten Kompromissen. Bloß nicht allein sein. Es könnte ja
die letzte Möglichkeit sein. Hat das etwas Beruhigendes? Da muss
man schon den Mut zum Selbstbetrug haben. Den können sich
Pärchen übrigens nicht nur besser leisten als Singles, es ist
manchmal schon Voraussetzung für eine erfolgreiche Bindung. Wenn
der Single hingegen dem Selbstbetrug erliegt, bescheißt er nur
sich selbst. Wieso sollte er das tun?"
(Marco Senna im
Stadtmagazin zitty vom 10.05.2006, S.23)
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IN EIGENER SACHE (22.05.2006)
Ab sofort
wird es auf dieser News-Seite keine Kommentare mehr geben,
sondern nur noch kurze, inhaltliche Zusammenfassungen zu
wichtigen Medienberichten.
Bewertungen
werden sich auf die Themen des Monats oder spezielle Debattenbeiträge
beschränken. Durch weiterführende Links werden die
Medienberichte aber auch weiterhin in einen größeren
Debattenzusammenhang gestellt.
Im
Juni wird das Buch "Die Single-Lüge. Eine Kritik
der Argumentationsmuster im Zeitalter der Demografiepolitik" von
Bernd Kittlaus erscheinen.
Zum
Buch gibt es eine eigene Website:
www.single-luege.de. Dort werden Sie zukünftig in einem
Tagebuch zur Buchveröffentlichung auch mehr darüber erfahren,
wie es sich anfühlt, wenn sich ein Autor, der bisher kaum in der
Öffentlichkeit aufgetreten ist, in diese Öffentlichkeit wagt und
das auch noch mit einer Streitschrift für mehr
Singlefreundlichkeit, die in diesen Zeiten ja keineswegs offene
Türen einrennt. Die ersten Interviews haben bereits
stattgefunden und werden demnächst erscheinen.
Die
neue Website wird ihr Gesicht sicherlich noch verändern, aber
bereits jetzt finden Sie dort die Inhaltsangabe und das
Inhaltsverzeichnis des Buches sowie ein FAQ, das weiter ergänzt
wird.
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BARING, Arnulf (2006): Finis Germaniae?
Die große Geburtenlücke und die großen Probleme der
postindustriellen Gesellschaft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.05.
- Inhalt:
BARING präsentiert Zeitschriften, die sich mit dem
demografischen Wandel beschäftigen und
Deutschland am Abgrund zeigen. Eva HERMAN, Josef SCHMID und
Gunnar HEINSOHN werden ausgiebig gewürdigt.
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LÖWENSTEIN, Stephan (2006): "Familie besser als ihr Ruf".
Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie. Von der Leyen
wirbt für Mehrgenerationenhäuser,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.05.
- Inhalt:
LÖWENSTEIN stellt die Ergebnisse einer
Allensbach-Studie vor, die vom "Forum Familie stark machen" in
Auftrag gegeben und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
finanziert wurde.
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GORRIS, Lothar/VOIGT, Claudia & Bettina STIEKEL (2006): "Panik im
Patriarchat".
Die Feministin Alice Schwarzer über die kinderarme Gesellschaft und
die Emanzipation, die Rollenmodelle Angela Merkel und Ursula von der
Leyen, über die Folgen von 35 Jahren Geschlechterkampf und die Angst
der Männer,
in: Spiegel Nr.22 v. 29.05.
- Inhalt:
Am Ende steht die unausweichliche Frage:
"Spiegel:
Haben Sie in ihrem Leben jemals eigene Kinder vermisst?
Schwarzer:
Ganz ehrlich, nein. Schon deshalb nicht, weil ich viel mit Kindern
zu tun habe. Man muss ja nicht jedes Kind, das man mit ins Leben
schickt, auch selbst auf die Welt bringen."
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TAGESSPIEGEL-Themenausgabe
"Gutes, altes Deutschland".
Ach ja? Vergreist dieses Land
nicht gerade, langsam aber sicher, ängstlich und zunehmend alarmiert?
Werden nicht Methusalem-Komplotte ausgerufen, Alterspyramiden
ausgegraben, Szenarien entworfen, die das Aussterben der Deutschen
datieren? Der Tagesspiegel widmet also aus gutem Grund diese Ausgabe
dem Thema Demografie. Wir erden schließlich alle älter, jeden Tag. Das
muss kein Drama sein.
- SCHUMANN, Harald (2006): Offene
Geschichte.
Alternde Gesellschaft,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- TAGESSPIEGEL (2006): Keine Angst -
Deutschland altert,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- Inhalt:
Der Tagesspiegel hat "29 höchst
subjektive Einschätzungen" zum Thema zusammen getragen.
"Berichte
zur gefühlten Lage der Nation" lieferten Christoph Maria HERBST,
Margot KÄSSMANN, Wolfgang BÖHMER, Masako KATAGAMI-THEIS, Georg
SCHRAMM, Beate WEDEKIND, Lothar LEONHARD, Manuela HEYDENREICH,
Heide SIMONIS, Cornelia HÜBSCH,
Katrin GÖRING-ECKHARDT, Friedel DRAUTZBURG, Emel ALGAN, John
GLASSPOOL, Dieter LENZEN, Sascha WALTZ, Tobey WILSON,
Peter HAHNE, Dietrich KRÄTSCHELL,
Thomas BRUSSIG, Arne FRIEDRICH, Ulrike NASSE-MEYFAHRTH,
Hermann BRÖRING, Reinhard MEY,
Jürgen BORCHERT, Dirk MENSEN,
Hans BERTRAM und
Bernd
KITTLAUS, der Betreiber dieser Website.
- SCHMIDT, Michael (2006): Es reicht
nicht mehr.
Deutschland schrumpf. "Es verödet und verblödet", sagen die
einen. "Alles halb so wild", sagen die anderen. Bleibt noch Zeit,
etwas zu tun?
in: Tagesspiegel v. 28.05.
-
MARTENSTEIN, Harald (2006): Reif fürs Bett.
Körperliche Liebe bis 70? Betroffene sagen, sie findet statt. Sie
sagen auch: Es könnte öfter sein. Die Medikamentenerfinder wissen
das,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- EUBEL, Cordula (2006): System-Pflege.
Mehr private Vorsorge oder mehr Beitragzahler? Wie Kranken- und
Pflegeversicherung zukunftsfest gemacht werden können,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- SCHUMANN, Harald (2006): Wo die Rente
sicher ist.
Könnte die Schweizer "Volksversicherung" ein Modell für
Deutschland sein? Die Meinungen der Experten liegen weit
auseinander,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- HUGUES, Pascale (2006): Paradies mit
Schönheitsfehlern.
Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, gilt
Frankreich weithin als Vorbild - doch das stimmt nur zum Teil,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- SIEGMUND-SCHULTZE, Nicola (2006): Die
Regeln der Vergänglichkeit.
Verschleiß oder Programm der Natur - Forscher suchen nach den
Ursachen des Alterns,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- KÖHLER, Harriet &
Norbert BLÜM (2006): "Ich vermisse nichts ohne Kind" - "Das ist
Ich-Verkrampfung".
Die Roman-Autorin und der Ex-Arbeitsminister diskutieren über
eine Gesellschaft ohne Nachwuchs, unsichere Renten und die neuen
Alten,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- LEYEN, Ursula von der (2006): Amerika
- da ist es besser.
Eine persönliche Erfahrung aus vier Jahren in den USA: Familie,
Gemeinschaft und Beruf bilden das Ganze des Lebens,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- METZNER, Thorsten (2006): In der
Altmark.
Brandenburg organisiert den Generationenwandel,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- KELLER, Claudia (2006): Die ganz
große Familie.
Kinder, Eltern, Großeltern unter einem Dach und die Freunde auch
dabei: So zu leben wird immer beliebter,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- LEBER, Sebastian (2006): Diktatur der
Falten.
Wenn die Alten erst in der Mehrheit sind, werden sich die Jungen
noch wundern,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- MÜLLER, Kai (2006): Aber sonst ist
heute wieder alles klar.
Über das Altern der Popkultur oder Warum es ganz normal ist, dass
ein 65-Jähriger noch E-Gitarre spielt,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- RINKE, Moritz (2006): Ihr da drinnen,
wir hier draußen.
Viel Bingo, wenig Sex - 2050 kann heiter werden, muss aber nicht.
Eine Vision,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
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SCHÜMANN, Helmut (2006): Junge Alte, alte Junge.
Bei Sportlern stimmen die gefühlten Lebensjahre selten mit den
biologischen überein,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
- BRÖNSTRUP, Carsten & Juliane SCHÄUBLE
(2006): Die stille Reserve.
Schon bald könnten der Wirtschaft die jungen Fachkräfte ausgehen:
Eine Chance für die Alten,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
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KIRSCH, Guy & Klaus MACKSCHEIDT (2006): Arbeiten bis 90.
Warum eigentlich nicht? Einige Bemerkungen zu einem nach oben hin
offenen Renteneintrittsalter,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.05.
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SCHMITT, Christian & Gert G. Wagner (2006): Der Untergang des
Abendlands fällt aus.
Die Kinderlosigkeit von
Akademikerinnen wird überbewertet,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.05.
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NL (2006): Studie: Akademikerinnen haben häufiger Kinder als
angenommen.
Nach dem Deutschen Institut
für Wirtschaftforschung haben mehr als 75 Prozent der deutschen
Akademikerinnen eigene Kinder,
in: Welt v. 26.05.
- Inhalt:
"Die
jetzt veröffentlichte Studie des DIW, die in Zusammenarbeit mit
Infratest Sozialforschung erarbeitet wurde, kommt (...) zu dem
Ergebnis, daß insgesamt 20 Prozent aller Frauen in Deutschland
kinderlos bleiben",
schreibt die Welt.
Anmerkung:
Im Buch
"Die Single-Lüge" von Bernd
KITTLAUS heißt es dazu:
"Betrachtet
man die Geburtenentwicklung, dann lässt sich auch heute seriös nur
eine lebenslange Kinderlosigkeit belegen, die bei ca. 20 % liegt.
Nationalkonservative malen dagegen das Horrorbild von 40 %
lebenslang Kinderloser an die Wand."
(2006, S.252)
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WALTER, Franz (2006): Die Frustrierten des Bürgertums.
Noch hält die schwarze
Tünche. Doch bald schon werden die Risse immer größer und erkennbarer
werden, die sich durch die CDU ziehen - die Grundlagen des alten
christdemokratischen Erfolgsmodells sind porös,
in: Spiegel Online v. 25.05.
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STAFFEN, Daniel (2006): Abschied von der Heim-und-Herd-Politik.
WÜRZBURG / Kaum Lust auf
Kinder. Wie eine Stadt das ändern will. Der Demografiebericht des
Berlin-Instituts hat es ans Licht gebracht: Nur in Heidelberg kommen
noch weniger Babys zur Welt. Wo liegen die Gründe?
in: Rheinischer Merkur v. 25.05.
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MÜLLER, Franziska K. (2006): Der Eizellgänger.
Die Reproduktionsmedizin
sorgt dafür, dass Männer überflüssig werden? Es geht auch umgekehrt:
Ian Mucklejohn ist ohne die Störfaktoren Sex und Mutter zu drei Söhnen
gekommen,
in: Weltwoche Nr.21 v. 25.05.
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Zum Vatertag
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BUHR, Elke (2006): Vatertagsfluchten.
Der infantile Mann,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.
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DILK, Anja (2006): Hey Boss, ich brauch mehr Zeit.
Deutschlands Wirtschaft hat
ein Vaterschaftsproblem: Seit Einführung des Elternzeitgesetzes 2001
bekunden immer mehr Väter Interesse, tatsächlich für ihre Kinder da
zu sein, statt sich eine soziale Vaterschaft nur zu wünschen: drei
Männer im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.
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FAZ-Dossier: Das betrifft uns alle - Die Bevölkerung von China,
Russland und Indien altert dramatisch
- Inhalt:
Nicolas EBERSTADT, vom American Enterprise Institute in
Washington, schreibt über den weltweiten demografischen Wandel.
Am 4. Mai hat die SZ
bereits über das Thema berichtet.
EBERSTADT, Nicholas (2006): Worum es geht: Alte neue Welt.
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.05.
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EBERSTADT, Nicholas (2006): Grautöne: Was uns morgen erwartet,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.05.
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EBERSTADT, Nicholas (2006): China: Eine Tragödie in Zeitlupe für
Millionen ältere Menschen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.05.
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EBERSTADT, Nicholas (2006):
Rußland: Der Tod ist den Jungen so nahe wie anderswo den Alten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.05.
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EBERSTADT, Nicholas (2006): Indien: Erst 2026 so alt, wie es Europa längst ist,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.05.
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VOLAND, Eckart (2006): Blut ist dicker als Wasser.
Die Lieben Verwandten: Ein Grundkurs in Soziobiologie (1),
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.05.
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KUHN, Philip (2006): Im siebten Himmel.
Lieber schüchtern als arrogant: Wie eine Online-Agentur den idealen
Sitznachbarn für das Flugzeug vermitteln will,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.05.
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MEFFERT, Christine (2006): Eine fehlende Farbe.
Sie wurden keine Eltern –
weil das Schicksal es so wollte oder sie selbst. Wie geht ein Leben
ohne Kinder?
in: Tagesspiegel v. 21.05.
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BERTH, Felix (2006): Späte Mütter.
Immer mehr Frauen bekommen
erst mit 40 Jahren Kinder. Warum eigentlich?
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.05.
- Kommentar:
Felix BERTH meldet, dass 2004 der Anteil der
Spätgebärende über 20 % betragen hat. In Großstädten wie München
nähert sich der Anteil der 30 %-Marke. "Wer
über Kinderlosigkeit spricht, sollte die späten Mütter also nicht
aus dem Blick verlieren",
rät BERTH.
Bereits
vor 3 Jahren hat single-dasein.de aufgezeigt, dass bei
der Debatte um den Fruchtbarkeitsrückgang das Phänomen der
Spätgebärenden nicht ausreichend berücksichtigt wird.
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KREYE, Andrian (2006): Die letzten Dandys.
Vor 20 Jahren wurde "Tempo" gegründet - das Zentralorgan der
glamourösen, doch am Ende recht folgenlosen Achtziger. Versuch einer
Verklärung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.05.
- Inhalt:
Andrian KREYE
(Version
des SZ-Artikels auf der Autorenhomepage),
Gründungsmitglied der Zeitgeistillustrierte Tempo, schreibt
anlässlich des 20. Jubiläums der Zeitschrift einen Artikel über die
langen 80er Jahre (1976 - 1992):
"1976
zündete Punk den ersten kulturellen Sprengsatz gegen das Bollwerk
der Ideologien und genau das sollte den Kern der Achtziger Jahre
bilden. Es war der letzte Befreiungsschlag gegen die Grenzen im Kopf
und im Leben. Da kamen zunächst einmal die 68er gerade recht. Die
hatten erst die Errungenschaften der amerikanischen
Bürgerrechtsbewegung für sich deklariert, um dann als
selbstgefällige Dogmatiker Machtpositionen zu zementieren. Gegen so
viel besserwisserischen Ernst half nur die Wiedererweckung des
Dandytums. Denn nichts höhlt das politische Argument so wirkungsvoll
aus, wie Stilbewusstsein und Ironie.
Statt
Ché Guevara und Jack Kerouac standen der neuen Generation Beau
Brummel und Dorothy Parker Pate, statt Freiheitskampf und Utopien,
zählten Stilbewußtsein und scharfer Verstand. Das war kein ein Bruch
mit der Kulturgeschichte und schon gar kein Bekenntnis zum
Konservatismus, nur bezogen sich die Autoren von Tempo eben
nicht mewhr auf die Gruppe 47 und
ADORNO,
sondern auf den New Journalism von Hunter S. Thompson und Tom
Wolfe, auf die Kulturkritk der Cahiers du Cinema und des
New Yorker. Dazu gehörte, dass man den Modeschöpfer Helmut Lang
genauso ernst nahm wie den Grünenpolitiker Joschka Fischer, sich mit
den ersten Eruptionen elektronischer Tanzmusik genauso ernsthaft
auseinandersetzte wie mit der Literatur, und man das Nachtleben von
Tel Aviv genauso gründlich recherchierte, wie die
Auseinandersetzungen in Gaza.
Das
stieß natürlich gerade in Deutschland auf heftigen Widerstand. In
einem Land, in dem Subkultur heute noch nach den Maßstäben eines
herzhaft anachronistischen Antikapitalismus bewertet wird und jede
Form der Populärkultur als zerstörerische Antithese zum Kanon des
Abendlandes gilt, mussten Mode- und Stilbewußtsein, Camp und Pop
zwangsläufig als Verrat und Ausverkauf empfunden werden.
Doch die Liste der Autoren, die mit Tempo groß wurden und
Journalismus und Literatur in Deutschland bis heute mitgeprägt
haben, ist lang. Dazu gehören Andreas Banaski,
Maxim BILLER, Alf Burchardt, Jörg Burger, Christoph Dallach,
Marc Fischer, Peter GLASER, Gabriela Herpell,
Matthias HORX,
Thomas Hüetlin, Olaf Dante Marx, David Pfeifer,
Bettina RÖHL,
Christian KRACHT,
Adriano SACK,
Claudius SEIDL, Jochen Siemens, Helge Timmerberg,
Moritz von Uslar, und das waren längst nicht alle. Tempo-Gründer
Markus Peichl hat das Fernsehen modernisiert, Artdirektoren wie Lo
Breier, Walter Schönauer und Alexander widerin haben ihre
Bildsprache durchgesetzt."
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MANGOLD, Ijoma (2006): Ein müder Nihilist.
"Der Sound der Väter": Helmut Lethens großartige Studie über
Gottfried Benn und seine Zeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.05.
- Inhalt:
"Zwischen drei alten Männern wandern die Blicke hin
und her. Alle drei verband in der Zwischenkriegszeit eine polemische
Gegnerschaft zum Liberalismus. Sie waren, jeder auf seine Weise,
Parteigänger einer konservativen Moderne und jedenfalls nicht als
Gegner des Nationalsozialismus ausgewiesen. Nun ist der Krieg zu
Ende und alle drei wissen genau, dass die neue Zeit sie nicht ohne
weiteres aufnehmen wird. (...). Aber alle drei huldigen einem Pathos
der Unsentimentalität, einem soldatischen Stolz, dem nichts geradezu
körperlich widerlicher ist als moralische Zerknirschung und
demonstrative Büßergesten. Nur nicht aus Opportunitätsgründen im
Strom der neuen Schamkultur mitschwimmen, verlangt dieser
Ehrenkodex. Andererseits ist klar: Wenn man sich gar nicht rührt und
bewegt und keinerlei Zeichen aussendet, dann wird man in der neuen
Zeit Paria bleiben. Who blinks first? Wer rüht sich als
erster, wer wird schwach und knickt ein? Lauernd sind die Blicke,
mit denen Gottfried Benn, Ernst Jünger und Carl Schmitt sich
gegenseitig beobachten.
Eindringlich beschreibt Helmut Lethen diese Szene im elften, dem
vorletzten Kapitel seiner glänzenden Abhandlung
»Der Sound der Väter. Gottfried Benn und seine Zeit«. Und
tatsächlich ist in dieser Episode, vermutlich zum letzten Mal, etwas
zu greifen, was den intellektuellen Habitus seit der
Jahrhundertwende bis zum Ende der Zwischenkriegszeit entscheidend
geprägt hat", meint
Ijoma MANGOLD.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 14. - 19.
Mai 2006
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