[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 16.-20. Oktober 2004
News 11.-15. Oktober 2004
News 05.-10. Oktober 2004
News 01.-04. Oktober 2004
News 24.-30. September 2004

News 16.-23. September 2004
News 11.-15. September 2004
News 05.-10. September 2004
News 01.-04. September 2004
News 25.-31. August 2004
News 16.-24. August 2004
News 06.-15. August 2004
News 01.-05. August 2004
News 22.-31. Juli 2004
News 16.-21. Juli 2004
News 11.-15. Juli 2004
News 06.-10. Juli 2004
News 01.-05. Juli 2004
News 23.-30. Juni 2004
News 16.-23. Juni 2004
News 01.-15. Juni 2004
News 22.-31. Mai 2004
News 11.-21. Mai 2004
News 05.-10. Mai 2004
News 01.-04. Mai 2004
News 21.-30. April 2004
News 15.-20. April 2004
News 06.-14. April 2004
News 01.-05. April 2004
News 24.-31. März 2004
News 16.-23. März 2004
News 09.-15. März 2004
News 01.-08. März 2004
News 20.-29. Februar 2004
News 15.-19. Februar 2004
News 08.-14. Februar 2004
News 01.- 07. Februar 2004
News 25.- 31. Januar 2004
News 15.- 24. Januar 2004
News 08.- 14. Januar 2004
News 01.- 07. Januar 2004
 
News 17.- 31.Dezember 2003
News 08.-16.Dezember 2003
News 01.-07.Dezember 2003
News 16.- 30.November 2003
News 01.-15.November 2003
News 26.-31. Oktober 2003
News 21.-25. Oktober 2003
News 11.-20. Oktober 2003
News 01.-10. Oktober 2003
News 26.-30. September 2003
News 16.-25. September 2003
News 06.-15. September 2003
News 01.-05. September 2003

News 21.-31. August 2003
News 11.-20. August 2003
News 01.-10. August 2003
News 16.-31. Juli 2003
News 01.-15. Juli 2003

News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 21. - 31. Oktober 2004

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"»Um die Erfinder neuer Werte dreht sich die Welt« - so kündet Friedrich Nietzsche ostinat im Zarathustra. Jesus hat die soziale Innovation der Nächstenliebe in die Welt gebracht. Die Hingabe für Clan, Volk, Reich und Führer, die gab es lange schon. Doch Mitgefühl und Fürsorge für den Nächsten, Blutsunverwandten - das war neu. Die Provokation, alle Menschen seien vor Gott gleich, bezog sich keineswegs auf das Jenseits. (...).
Doch das Gebot der Nächstenliebe gerät in Konflikt mit dem Darwinismus des Marktes. (...). Nicht Mitleid, sondern Verachtung für die Schwachen und Armen, die Verlierer und Ausgesonderten der Märkte, greift um sich. (...). Reichtum ist Synonym für Leistung und Verdienst. Das muß nicht mehr im Einzelfall nachgewiesen werden, sondern wird unterstellt.
(...).
Streichung und Kürzungen von Sozialleistungen firmieren als »Anreize zur Stärkung der Eigenverantwortung«. Die Kürzung von Arbeitgeberbeiträgen zur Rentenversicherung wird verkauft als »Beitrag zur Generationengerechtigkeit«. Die Freistellung der Arbeitgeber vom hälftigen Anteil an wesentlichen Krankenversicherungsleistungen (...) wird als Reform zur Beitragssenkung vermarktet. (...).
Schon finden sich Forscher, die das Mitgefühl mit jemandem, der nicht zum Clan gehört, als genetische Störung erkannt haben wollen."

(Peter Ungut "Die Agonie des Sozialen" in Kursbuch 157 Die große Entsolidarisierung, S.11-31)
 
 
 
 
  • Der wichtige Artikel
    SCHWENTKER, Björn (2004): Schuld ist natürlich das Volk.
    In Deutschland werden zuwenig Kinder geboren ,heißt es. Doch gesicherte Daten für Prognosen gibt es nicht. Weil sich niemand richtig nachzufragen traut,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 31.10.
    • Kommentar:
      SCHWENDTKER widmet sich einem Thema, das in Deutschland ein Tabu ist: die katastrophale Datenlage zu Kinderlosen in Deutschland.

            
        Einzig single-dasein.de hat immer wieder auf diesen Missstand hingewiesen, weswegen der folgende Satz mehr als merkwürdig ist:
            
        "Einig sind sich die deutschen Demographen (...), daß die deutschen Kinderlosenzahlen in Europa einzigartig unzuverlässig sind".
            
        Aber hat überhaupt jemals ein einziger deutscher Demograf auf diesen Missstand hingewiesen?
            
        Man muss sich nur die Aussagen unserer Demografen anschauen, dann wird schnell klar, dass ihnen gar nichts an Aufklärung liegen kann.
            
        Vielmehr tragen Polarisierer wie Herwig BIRG dazu bei, das Problem zu verschleiern.
            
        Obwohl es seit Jahren ein offenes Geheimnis ist, dass unsere ehezentrierte Statistik aufgrund der hohen Scheidungsraten und der Zunahme unehelicher Geburten gar nicht in der Lage ist, das Ausmaß der Kinderlosigkeit zu beziffern, wurde dies in der öffentlichen Debatte noch nie so offen ausgesprochen wie bei SCHWENDTKER:
            
        "Die Standesämter melden zwar ordnungsgemäß jede Geburt, geben aber die Reihenfolge der Kinder in der Familie nur innerhalb einer bestehenden Ehe an. Zudem wird dei große und steigende Zahl unehelicher Geburten ganz ohne Reihenfolge der Kinder erfaßt. Wieviel unverheiratete Kinderlose erstmals Mutter werden, ist aus den Zahlen der Standesämter nicht ersichtlich. Und in der Geburtenstatistik wird etwa eine Frau mit zwei Kindern, die sich scheiden läßt und neu heiratet, als kinderlos gezählt."
            
        Single-dasein.de hat diesen Skandal der Überschätzung dauerhaft Kinderlosen als Ergebnis einer "katholischen Statistik" kritisiert.
            
        Die Soziologin Michaela KREYENFELD vom Max-Planck-Institut für Demographie in Rostock beschreibt die Folgen:
            
        "Die Kinderlosigkeit wird (...) generell überschätzt, (...) das führt etwa zu der Horrormeldung von 40 Prozent Kinderlosigkeit bei Akademikerinnen."
            
        Dieses Phänomen wurde von single-dasein.de bereits vor längerem als politische Konstruktion der Geburtenkrise kritisiert.
            
        Auch wenn man den Mikrozensus, statt der Geburtenstatistik zweckentfremdet, wird die Erfassung der Kinderlosen nicht besser, denn hier werden nur Kinder erfasst, die im Haushalt der Eltern leben.
            
        Mit dem Neuentwurf des Mikrozensusgesetzes ist durch den Bundesrat wiederum eine Chance vergeben worden, die Kinderlosigkeit genauer zu erfassen.
            
        Es ist offenbar von Seiten der Politik nicht erwünscht, genauere Daten zu erhalten, denn es könnte sonst offenbar werden, dass es gar nicht so viele dauerhaft Kinderlose gibt, wie das von Sozialpopulisten behauptet wird.   
 
  • REMKE, Susann (2004): Meint er's ernst?
    Ein amerikanischer Selbsthilfe-Ratgeber für Single-Frauen entschlüsselt das Schweigen der Männer,
    in: Focus Nr.45 v. 30.10.
    • Kommentar:
      Was HOUELLEBECQ für die Männer ist, das ist "Sex and the City" für die Frauen.

            
        Wer sich irgendwie dem Dunstkreis dieser Markennamen zurechnen kann, der wirft nun seinerseits seine Produkte auf den Markt.
            
        In diesem Fall sind es Greg BEHRENDT & Liz TUCCILLO, die ihren Single-Ratgeber "He's Just not That into You" auf den Markt geworfen haben.
            
        Ein weiterer wichtiger Punkt: wer Ratgeber-Rezepte aus der Zeit vor 1968 aus der Mottenkiste hervorkramt, der kann inzwischen der medialen Aufmerksamkeit gewiss sein...   
 
 
  • DATH, Dietmar (2004): Was heißt eigentlich Hartz IV auf amerikanisch?
    Von der sozialen Spaltung Amerikas macht sich Europa keinen Begriff - was aber nichts schadet, denn Bush und Kerry tun das wohlweislich genausowenig,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.10.
 
  • SCHUMANN, Harald (2004): Die Apo des Kapitals.
    Als überparteiliche Reformbewegung definiert sich die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft". Tatsächlich handelt es sich um eine PR-Maschine zur Bekehrung der deutschen Wähler,
    in: Tagesspiegel v. 30.10.
    • Inhalt:
      SCHUMANN erzählt die Entstehungsgeschichte der neuen Bürgerbewegungen, zu der u.a. die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gehört:

            
        "Dieter Rath (...) ist Chef der »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« (INSM), eines in Deutschland einzigartigen Unternehmens.
      Rath und seine Leute definieren sich als »überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmern und Verbänden«, die gegen den »Abwärtsstrudel aus hohen Arbeitskosten, unfinanzierbaren Sozialsystemen und dauerhafter Wachstumsschwäche« streitet. Doch das Etikett Bewegung ist irreführend. Tatsächlich handelt es sich um eine straff geführte, professionelle PR-Maschine, die wie keine andere den politischen Diskurs der Republik maßgeblich beeinflusst. Da ist die Dahrendorf-Ansprache nur der jüngste Baustein eines ganzen Systems.
      Dessen Geburtsstunde schlug, als die Demoskopen des Allensbach-Instituts im Herbst 1999 im Auftrag der Arbeitgeberverbände ermittelten, dass zwei Drittel der Deutschen den von den Unternehmen geforderten Rückbau der Sozialsysteme »skeptisch« sahen oder sogar als »bedrohlich« empfanden. »Was die Bevölkerung will, und was die Führungskräfte in der Wirtschaft für notwendig hielten, klaffte meilenweit auseinander«, erkannte Martin Kannegiesser, Chef bei Gesamtmetall und sorgte dafür, »dass man viel Geld in die Hand« nahm, um diesen Zustand zu ändern, wie er dem »Stern« erzählte. Ein Dreivierteljahr später trat deshalb die INSM auf die politische Bühne, die seitdem an allen Fronten der deutschen Reformdebatte mitmischt. Immerhin zehn Millionen Euro jährlich, und das eine ganze Dekade lang, lassen sich die Unternehmen der Metall- und Elektrobranche das Umerziehungsprogramm für die widerspenstigen Bürger kosten."
 
  • JÄGER, Michael (2004): Das Einmaleins der Jobwechselkunst.
    Sigmar Gabriel und Gösta Esping-Andersen. Wie die SPD ihr Comeback vorbereitet,
    in: Freitag Nr.45 v. 29.10.
    • Inhalt:
      JÄGER beschreibt den Paradigmenwechsel der Sozialdemokratie, der mit der Auswechslung der Chefideologen vonstatten geht: Gösta ESPING-ANDERSEN statt Anthony GIDDENS heißt die Devise.

            
        JÄGERs These ist nun, dass mit der Focusierung auf den familienpolitischen Aspekt, der eigentliche Kern des Paradigmenwechsels verschleiert werden soll:
            
        "das Problem fehlender Arbeitsplätze in ein Problem mangelnder Wechselfähigkeit der Arbeitsuchenden umzuformulieren, bestand von Anfang an die Lüge der Schröderschen »Arbeitsmarktreform«, die durch den neuen Rückgriff auf Esping-Andersen nur neuartig vernebelt wird. (...).
      Esping-Andersens Argumentation wird durch eine mächtige Klammer zusammengehalten: den ständigen Verweis auf das Funktionieren der dänischen Volkswirtschaft. Dort ist die Arbeitslosigkeit niedrig und der sozialstaatliche Standard hoch. Die Frankfurter Rundschau hat kürzlich einen Bericht darüber veröffentlicht, der deutsche Leser nur neidisch machen kann. Dabei gibt es in Dänemark praktisch keinen Kündigungsschutz. Da wird die Jobwechselkunst wirklich gebraucht, die man laut Esping-Andersen schon als Kleinkind erlernen soll. Seine ideologische Eignung für die SPD erhält der Mann aber erst dadurch, dass er die Kehrseite des dänischen Systems nicht betont. Denn die will Schröder nicht übernehmen.
      Wer in Dänemark arbeitslos wird, bekommt Arbeitslosengeld bis zu vier Jahren. Es beträgt bei den besonders gefährdeten Niedriglohngruppen 90 Prozent des letzten Einkommens.
      "
 
  • MÄRZ, Ursula (2004): Immer wieder Kinderläden.
    Die unendliche 68-Diskussion,
    in: Frankfurter Rundschau v. 29.10.
    • Inhalt:
      Ursula MÄRZ war im Potsdamer Einstein-Forum und hat sich dort die Debatte zwischen Sophie DANNENBERG, Heinz BUDE und dem Publikum angehört.

            
        Die Unruhe, die von 1968 ausgeht,  ist für MÄRZ kein Generationenkonflikt, sondern das Problem der Vermischung von Idealismus und Gewalt:
            
        "Mit dem Generationenkonflikt allein, dem Konflikt zwischen den heute über 60jährigen, die, von ihren Häusern in der Toskana abgesehen, höchste Staatsämter bekleiden und Professorenposten innehaben, und den 30 bis 40jährigen, die sich die Träume und Toskana und Professur abgeschminkt haben, ist die Unruhe nicht zu erklären. Die antiautoritären Kinderläden sind schon lange, wirklich lange passé. Aber als Geschichtskonflikt ist 68 nicht passé.
      Es symbolisiert die Anfälligkeit idealistischen Denkens für Formen der Destruktivität, der Grausamkeit, der Gewalt. Mit den Folgen von 68 wird die Gesellschaft fertig. Aber damit, 68, den Terrorismus oder die antisemitischen Impulse als Folge der Geschichte zu betrachten, ist sie offensichtlich noch lange nicht fertig.
      "
 
 
  • PFEIFFER, Ulrich (2004): Zukunftsinvestition Kind.
    Die Familienpolitik ist in Gang gekommen. Doch zu lange Ausbildungs- und Studienzeiten und falsche Subventionen schädigen immer noch das "Unternehmen Familie",
    in: Financial Times Deutschland v. 29.10.
 
 
 
 
 
 
  • BERTH, Felix & Heidrun GRAUPNER (2004): "Krippengesetz scheitert nicht".
    Familienministerin Schmidt will Bundesrat aushebeln,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.10.
 
  • ORZESSEK, Arno (2004): Für alle reicht es nicht.
    Der Staat wird's schon richten? Und warum fehlt das Grundvertrauen in die Wirtschaft? Eine Tagung auf Schloss Neuhardenberg suchte nach Antworten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.10.
 
 
 
  • BUTTLAR, Horst von (2004): Tee mit Onkel Hartz.
    Viel wird in Deutschland über Reformen geredet. Die Wirklichkeit der jungen Generation hat diese Debatten längst hinter sicher gelassen. Bestandsaufnahme eines 29-Jährigen,
    in: Financial Times Deutschland v. 26.10.
 
  • MATZIG, Gerhard (2004): Ohne Kindheit, ohne Alter.
    Das dauererwachsene Leben zwischen Lego und Rheumadecka,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 26.10.
 
  • PROFIL-Titelgeschichte: Die armen Väter.
    Trennung/Scheidung: Geld weg, Kinder weg! Wie die Männer leiden und wie sie sich wehren

    • PROFIL (2004): Papa  muss draußen bleiben.
      Immer mehr Väter kämpfen um ihre Kinder
      in: Profil Nr.44  v. 25.10.
    • PROFIL (2004): "Ein Prozess komplizierter Kränkungen".
      Interview mit Gerhard Amendt,
      in: Profil Nr.44  v. 25.10.
    • HAGER, Angelika (2004): Friendly Fire: Wenn Mütter ihre Kinder als Waffen einsetzen.
      Über Schlachten, in denen es nur Verlierer gibt,
      in: Profil Nr.44  v. 25.10.
 
  • GENAZINO, Wilhelm (2004): Der Untrost und die Untröstlichkeit der Literatur.
    Laßt die Finger weg von unserer Langeweile! Dankesrede zur Verleihung des Büchner-Preises.
    in: Süddeutsche Zeitung  v. 25.10.
    • Inhalt:
      Wilhelm GENAZINO
      verteidigt die Langeweile gegen die Agenten der Erlebnisgesellschaft:

            
        "Am bedeutendsten ist für uns heute (ausgerechnet) ein Lustspiel, »Leonce und Lena«. Denn hier tritt ein Leiden auf, das im Laufe der Zeit immer mehr an Einfluß gewonnen hat, das Leiden an der Langeweile. Bei Büchner wird Langeweile nicht vertrieben, sondern angenommen. Von dieser Errungenschaft sind wir meilenweit entfernt. Langeweile bei Büchner ist eingestandener Stillstand, der beim Subjekt bleibt. Wir heutigen kennen Langeweile als verscheuchte Langeweile."
            
        Angenommene Langeweile ist für GENAZINO die Voraussetzung für die Entstehung von Literatur. Dagegen setzt die Erlebnisindustrie mit ihren Angeboten (Konsum und Promiskuität) auf die Verscheuchung der Langeweile.
 
  • ADAM, Konrad (2004): Stiefvater Staat,
    in: Welt v. 25.10.
    • Inhalt:
      Familienfundamentalist ADAM beschäftigt sich heute mit der vater- bzw. mutterlosen Gesellschaft, d.h. mit unvollständigen Familien:

            
        "Theodor Hellbrügge, Gründer und viele Jahre lang Leiter des Kinderzentrums in München, spricht für die überwältigende Mehrheit seiner Kollegen, wenn er den Verlust der Familie als eine Gefahr "für die Gesundheit und das Leben unserer Kinder" beschreibt. Die Säuglingssterblichkeit von vaterlos aufwachsenden Kindern sei signifikant höher als diejenige in vollständigen Familien - und die Mortalität ist ja nur das handfesteste von allen Alarmzeichen. Mit Blick auf solche Erfahrungen prangert Hellbrügge die Leichtfertigkeit an, »mit der alleinerziehende Mütter und Väter als Familien deklariert werden«."
 
  • DIETRICH, Stefan (2004): Hadern mit der neuen Mitte.
    Franz Walters Abgesang auf die sozialdemokratische Emanzipationsbewegung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.10.
 
 
  • MROZEK, Bodo (2004): Wörter, die wir noch vermissen werden.
    Heute wird das schönste deutsche Wort gekürt - andere sind längst ausgestorben. Ein ABC bedrohter Begriffe,
    in: Tagesspiegel v. 24.10.
    • Kommentar:
      MROZEK hat den Begriff "Yuppie" auf die Liste der bedrohten Begriffe gesetzt. Seine Erklärung:

            
        "Seit dem Fall der New Economy mangels Deckung nur noch selten anzutreffen. Letzte Exemplare sollen ihren unbezahlbar gewordenen Lebensstil in der »Dritten Welt« als Schnöselliteraten fortführen, z.B. in Katmandu"
 
  • VÖLZKE, Daniel (2004): Pop ist ein Stahlbad.
    Dietmar Dath geht nicht in den Untergrund,
    in: Tagesspiegel v. 24.10.
 
  • GEER, Nadja (2004): Neokonservative, seid ihr alle da?
    Stochern im Gesinnungsnebel: "Theater heute" und "Texte zur Kunst" entdecken in der Pop-Kultur ein neues deutsches Phänomen,
    in: Tagesspiegel v. 24.10.
 
 
 
 
  • Büchner-Preis 2004 an Wilhelm Genazino

    • GENAZINO, Wilhelm (2004): Funkelnde Scherben.
      Der Autor und sein Preis,
      in: TAZ v. 23.10.
    • BARTELS, Gerrit (2004): Das Glück des Sisyphos.
      Vom beobachtenden Subjekt zum Objekt der Beobachtung: Eine Begegnung mit dem Schriftsteller Wilhelm Genazino, dem heute Abend in Darmstadt der Georg-Büchner-Preis 2004 verliehen wird
      in: TAZ v. 23.10.
    • KÖHLER, Andrea (2004): Die Scham, das Warten, die Komik, der Schmerz.
      Ein Besuch bei dem diesjährigen Büchnerpreisträger Wilhelm Genazino,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 22.10.
    • RÜDENAUER, Ulrich (2004): "Ich will keinen Rennwagen".
      Wilhelm Genazino, der heute den Büchner-Preis erhält, über seine Scheu vor den Medien,
      in: Frankfurter Rundschau v. 23.10.
 
  • PÖRZGEN, Gemma (2004): Ganz orthodox: Partnersuche im Netz.
    Die Internet-Seite Dosidate vermittelt bessere Hälften für religiöse Juden. Ein "Liebeslabor" aus Israel,
    in: Frankfurter Rundschau v. 23.10.
 
 
  • WINKLER, Willi (2004): Ärmer war er nie, der Mittelstand.
    Opel, Karstadt, Spar - und die Frage, was aus der nivellierten Gesellschaft geworden ist,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.10.
 
  • HILLGRUBER, Katrin (2004): "Die Menschen hassen Kompliziertes".
    Der Schriftsteller Wilhelm Genazino über Humor, den Büchner-Preis und das Ende des Wohlstands,
    in: Tagesspiegel v. 22.10.
    • Inhalt.
      Wilhelm Genazino spricht u.a. über die Abschaffel-Trilogie:

            
        "Gerade ist die »Abschaffel«-Trilogie neu erschienen, Ihr Debüt über das so genannte falsche Bewusstsein der Angestellten im Geiste Siegfried Kracauers. Darin ist vom „mannigfachen Betrug“ an den Lohnempfängern die Rede. Wie aktuell ist das in den Zeiten von Hartz IV?
      Es ist inzwischen eingetreten, was Abschaffel an die Wand gemalt hat. Wovor er immer Angst hatte, ist jetzt ein Massenschicksal geworden, auch die Depersonalisierung, also das eigenartige oder auch gar nicht so eigenartige Herauskippen aus an sich festen Biografien, die dann plötzlich erodieren, wenn die Menschen nicht mehr wissen, wo sie morgens hingehen und was sie eigentlich tagsüber machen sollen. Diese Zustände sind in »Abschaffel« schon angelegt. Ich habe sowieso damit gerechnet, dass irgendwann das Wohlstandszeitalter zu Ende gehen wird, was man sich noch in den Achtziger- und Neunzigerjahren zu meinem Erstaunen nicht vorstellen konnte. Die Menschen hassen eben die Entdeckung der Kompliziertheit"
 
 
  • ZITZMANN, Marc (2004): Feldarbeit am eigenen Selbst.
    Kulturszene Frankreich (11): Marc Augé oder Der Anthropologe als Zeitkritiker,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 22.10.
 
JOURNAL Frankfurt-Titelgeschichte:
Nie mehr Single.
Aktion: Wir bringen Sie in die Partnerschaft
  • Der singlefeindliche Artikel:
    TOMIC, Boris (2004): Aus Eins mach Zwei.
    Zweisamkeit ist in - gar nicht einfach in einer Stadt, in der über die Hälfte aller Haushalte Singlehaushalte sind,
    in: Journal Frankfurt Nr.22  v. 22.10.
    • Kommentar:
      Die Frankfurter Single-Statistik zur Titelgeschichte ist ein Ärgernis!

            
        Es sollte mittlerweile bekannt sein, dass von der Zahl der Einpersonenhaushalte nicht auf die Anzahl der Partnerlosen geschlossen werden kann. Dennoch tut das TOMIC umstandslos.
            
        Noch schlimmer: nicht einmal nach dem Alter wird differenziert, d.h. der Student, der Yuppie und die allein lebende Witwe werden in einen großen Topf geworfen. Folge: 47,2 % Männer stehen sehen sich 52,8 % Frauen gegenüber. Verschwiegen wird jedoch, dass das Alter weiblich ist, während das Singledasein im mittleren Lebensalter männerdominiert ist.
            
        Gerade in Großstädten wie Frankfurt leben in Single-Haushalten von Berufstätigen vorwiegend Menschen, die mit einem Partner eine Fernbeziehung oder Wochenendbeziehung führen. Kein Wort davon bei TOMIC.
            
        Dies passt nämlich alles nicht so recht ins Klischee vom einsamen Partnerlosen, das seit einiger Zeit bevölkerungspolitisch korrekt die Runde macht. Bei TOMIC wird die Single-Statistik zu Unrecht als Einsamkeitsstatistik diffamiert.
            
        Der neue Familienfundamentalismus geht inzwischen so weit, dass mittlerweile das aktive Mobbing von Singles medientauglich wird:
            
        "Den Vogel in Sachen »Druck von außen« (...) schoss vor geraumer Zeit mein alter Freund Klaus ab. Weil ihn die mehr oder weniger direkten Fragen seiner aufdringlichen Nachbarin nach seinem Liebesleben (»Finden Sie denn keine Frau?« »Wollen Sie eigentlich keine Familie?«) nervten, erstellte er nach mühseliger Recherche einen Zeitplan zum Verlassen und Wiederbetreten des Hauses, nach dem er erwähnter Nachbarin unter keinen Umständen begegnen würde. Doch Pech gehabt! Das Fass zum überlaufen brachte dann eine Bemerkung der Dame, die nach mehreren Wochen der Ruhe offensichtlich sein System durchschaut hatte, ihn im Hausflur abpasste und mit der Frage konfrontierte: »Sie sind doch schwul, oder warum klappt das mit den Frauen bei Ihnen immer noch nicht?« Das war zu viel. Klaus zog aus."
            
        Partnerlose werden damit zum Freiwild selbsternannter Kuppler.
            
       
      TOMIC propagiert das Speed-Dating, d.h. das Beenden der Partnerlosigkeit, als Lösung für gemobbte Singles.
            
        Wie kommt es, dass Stadtmagazine mittlerweile zu singlefeindlichen Publikationen mutieren?
            
        Ein Grund liegt darin, dass Stadtmagazine vom Geschäft mit der Einsamkeit profitieren möchten. Das JOURNAL Frankfurt veranstaltet z.B. eine "Fisch sucht Fahrrad"-Party.
            
        Ignoriert werden alle Bedürfnisse von Single-Haushalten, die sich nicht in das Klischee vom unfreiwilligen Partnerlosen einordnen lassen.
  • TOMIC, Boris (2004): "Woher kommt eigentlich der Trend zur Einsamkeit?"
    Prof. Dr. Stefan Hradil von der Uni Mainz klärt uns auf,
    in: Journal Frankfurt Nr.22  v. 22.10.
    • Kommentar:
      Stefan HRADIL ignoriert die Fragestellung vollständig und spricht dagegen über den Wertewandel, der seit Mitte der 60er Jahre zur Durchsetzung des Single-Lebensstils führte.

            
        Seit den 90ern bläst den Singles jedoch immer stärker der Wind des Sozialpopulismus entgegen.
            
        Unerwähnt bleibt bei HRADIL jedoch, dass die geburtenstarken Trägerschichten des Single-Lebensstils mittlerweile das Familiengründungsalter erreicht haben und nunmehr nur noch geburtenschwache Jahrgänge für einen geringeren Nachschub an Singles sorgen.
  • TOMIC, Boris (2004): Auf der Suche nach Liebe.
    Tag für Tag und Nach für Nacht begeben sie sich in die Schluchten der Großstadt, um endlich den passenden Gegenpart zu finden - die Singles. Oft genug ohne Erfolg. Aber der Mensch braucht Ersatzbefriedigungen. Wir haben fünf der 187 800 Singles in FFM nach ihren gefragt,
    in: Journal Frankfurt Nr.22  v. 22.10.
    • Kommentar:
      Wenig repräsentativ für Einpersonenhaushalte, aber passend zur werbewirksamen Zielgruppe des Blattes wird die 20-jährige Arijana, der 19-jährige Zivi Pete, der 24-jährige Eventveranstalter Michael, der 34-jährige Produktionsleiter Eran und die 19-jährige Azubi Lynn vorgestellt.

            
        Ihre Ersatzbefriedigungen sind Streicheln von Tieren (Frau), Filme anschauen (Mann), Autofahren- und putzen (Mann), Essen (Mann) und Musikhören (Frau).
  • TOMIC, Boris (2004): "Geht dahin, wo Männer sind!"
    Susanne Fröhlich ist seit 16 Jahren mit ihrer Sendung "Ausgehspiel - wer mit wem" im RAdio auf der Mission, die zusammenzuführen, die zusammen sein wollen,
    in: Journal Frankfurt Nr.22  v. 22.10.
    • Kommentar:
      Susanne FRÖHLICH empfiehlt Männern den Besuch von Lesungen und Volkshochschulkursen, weil dort vorwiegend Frauen anzutreffen sind.

            
        Männer sollten jedoch auch das beherzigen, was FRÖHLICH den Frauen rät: "Und macht Sachen, die euch Spaß machen".
 
 
  • RATH, Christian (2004): Standesamt statt Schützengraben.
    Jeder Wehrpflichtige kann jetzt die Einberufung umgehen - indem er heiratet. Das gilt selbst dann, wenn er sein Land verteidigen müsste. Lobbyorganisation der Kriegsdienstverweigerer: So eine Wehrpflicht "ist nur noch eine Farce",
    in: TAZ v. 21.10.
 
 
 
  • ESCH, Christian (2004): Wir wollen alles.
    Aber die Rüsselsheimer Opelproleten wollten nicht - ein Stück bundesdeutsche Kulturgeschichte,
    in: Berliner Zeitung v. 21.10.
    • Kommentar:
      ESCH rollt nochmals die Geschichte der Rüsselsheimer Betriebsprojektgruppe auf, aus der Joschka FISCHERs "Revolutionärer Kampf" entstanden ist und die im Rüsselsheimer Opel-Werk vergeblich agitierte:

            
        "Der Erfolg der Agitation war kümmerlich. Im Herbst 1971 stürmten italienische und spanische Arbeiter das Podium einer Betriebsversammlung unter der RK-Parole »Eine Mark für alle«, immerhin. Im Frühjahr 1973, endlich, kam der langersehnte Streik - aber nicht in Rüsselsheim, sondern im Opelwerk Bochum, ausgerechnet, wo doch dort die rivalisierenden K-Gruppen agitierten! Nach diesem Misserfolg war der Weg des »Revolutionären Kampfes« vorgezeichnet: weg vom Opel und vom Proletariat, hin zum Häuserkampf in eigener Sache - den Fischers »Putzgruppe« mit buchstäblich gewaltigem Erfolg führte.
            
        2004 wird beim Opel wieder gestreikt, wieder in Bochum statt Rüsselsheim", berichtet ESCH.
  • HOFFRITZ, Jutta (2004): Erst 20 000, jetzt 10 000, bald nur noch 6 000?
    Am Zaun des Bochumer Opel-Werkes treffen sich Menschen voller Wut und Angst. Den Betriebsräten scheint der wilde Streik zu entgleiten,
    in: Die ZEIT Nr.44 v. 21.10.
    • Inhalt:
      HOFFRITZ stellt uns einen K-Gruppen-Mann vor, der bei Opel Bochum für eine erfolgreiche Streiktaktik steht:

            
        "Peter Jaszczyk, der ehemalige Betriebsratschef, ist dieser Tage allgegenwärtig (...), schließlich war er über 40 Jahre lang Opelaner.
      Früher streikten sie immer freitags – und zermürbten so die Manager
      Der Mann mit der Hornbrille steht für die Ära, als die Arbeiter noch mächtig waren. Nicht dass die Belegschaft untereinander damals wenig gestritten hätte. Im Gegenteil. Keiner kennt die Flügelkämpfe der Linken besser als Jaszczyk, der die KPD 1986 bekehrt verließ, um 1995 für ein paar Jahre der SPD beizutreten (»mein zweiter großer Fehler«).
      "
 
  • RÜHLE, Alex (2004): Belohnt fürs Schauen.
    Wilhelm Genazino - Sammler, Jäger, Büchnerpreisträger. Die laute Mitte scheut er, dem leisen Alltag aber ist er erlegen - warum sich der Frankfurter Literat über die höchsten Ehren eher verhalten freut,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 21.10.
    • Inhalt:
      RÜHLE hat Wilhelm GENAZINO in dessen Frankfurter Westend-Wohnung besucht. Nebenbei bespricht RÜHLE noch die wichtigsten Romane des Schriftstellers und wir erfahren, dass GENAZINO bei der Büchnerpreisverleihung über die Langeweile reden wird.
 
  • BALTES, Paul B. & Ulman LINDENBERGER (2004): Geist im Alter.
    Bei der Geburt ist man am wenigsten das, was man werden kann: Der individuelle Lebenslauf entsteht beim Menschen als Ko-Konstruktion der Einflüsse aus Kultur und Biologie,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.10.
 
  • KLIMM, Leo & Ines ZÖTTL (2004): Mehr Freiheit!
    Deutschland bewegt sich. Nur, wohin? Vier junge Deutsche - ein Unternehmer, eine Gewerkschafterin, ein Politiker und eine Schriftstellerin - diskutieren über die Zukunft des Landes, über ihre Erwartungen an den Staat und darüber was sie sich am meisten wünschen,
    in: Financial Times Deutschland v. 21.10.
    • Kommentar:
      Die Generation Golf (Schriftstellerin Juli ZEH, die Gewerkschafterin Silke MADER, der FDP-Politiker Philipp RÖSLER und Axel SCHMIEGELOW) sitzt am Deutschland-Stammtisch.
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom  16. - 20. Oktober  2004

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2005
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 22. November 2005 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002