| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage
] |
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
23. - 31. Oktober 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
Zitat
des Monats:
"Die
steigenden Single-Raten sind ein wichtiges Indiz für die
fortschreitende Liebesweisheit unserer Gesellschaft, denn es
handelt sich dabei vor allem um
Menschen, die lieber allein bleiben als in einer Beziehung, die
sie nicht erfüllt.
Ein
Orpheus, Prototyp aller traurigen Singles, hat mir Weiberhelden
vom Schlage eines Casanova oder Porfirio Rubirosa nichts gemein
- Männer, die zwar keine Nacht allein verbringen, aber doch
ungebunden bleiben wollen, weil sie die Einschränkung und die
Verantwortung scheuen, die zur Liebe gehört. Orpheus dagegen
hatte in Eurydike seine große Liebe gefunden und wieder
verloren, aber dabei etwas Unschätzbares gelernt.
Während
Männer meistens einen Rockzipfel brauchen, an dem sie sich
festhalten können, weil sie sonst schnell wunderlich werden,
sind wir umgeben von inspirierenden alleinstehenden Frauen,
weniger vom Typ Bridget Jones als dem von George Sand, Coco Chanel oder
Marion Gräfin Dönhoff. Viele von ihnen haben das Modell Ehe in
seinen verschiedenen Ausprägungen erlebt und verworfen - oder
konnten sich von vornherein nicht dafür erwärmen.
(Felicitas
von Lovenberg in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom
18.09.2005)
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- POSCHARDT, Ulf (2005): Pop mit
Seehofer.
Die Kulturkritiker Gustav Seibt und Diedrich Diederichsen beweisen,
wie schwierig es für Bürgerliche und Linke sein kann, in der Gegenwart
anzukommen,
in: Spiegel Nr.44 v. 31.10.
- Kommentar:
Ulf POSCHARDT, ein Günstling von Matthias MATUSSEK,
hält das Anständigbleiben in den Stürmen der Globalisierung für
bürgerlich-muffige Fünfziger-Jahre-Nachkriegs-Bigotterie.
Jetzt
brechen neue Zeiten an, schleudert POSCHARDT dem Poplinken
DIEDERICHSEN entgegen, den er als Seehofer des Pop diskreditiert.
POSCHARDT
beruft sich dagegen schon einmal vorsorglich - ganz dem
risikoscheuen Vorsorgegedanken verhaftet - auf ein Recht auf Irrtum.
Nach
dem Motto: Wenns gut geht war ich verantwortlich dafür, wenns schief
geht, dann waren es andere, z.B. die Stürme der Globalisierung...
|
|
| |
|
- SCHMIDT, Renate (2005): Die
Kinder-Aufschieber.
Familienministerin Renate Schmidt über die "Emanzipationsfalle" von
Susanne Gaschke,
in: Tagesspiegel v. 31.10.
- Inhalt:
Die scheidende Familienministerin Renate
SCHMIDT lobt das Buch
"Emanzipationsfalle" von Susanne
GASCHKE, indem sie jene Passagen hervor hebt, die ihrer Politik der
Mütterelite schmeicheln.
Im
Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen legt SCHMIDT nochmals ihre
bekannten Positionen dar.
SCHMIDT
hebt außerdem die Bedeutung von Kindern für die zukünftige
Altersvorsorge hervor:
"Lebensqualität
im Alter wird auf drei Pfeilern beruhen: Der erste ist die
erarbeitete, gesetzliche Rentenversicherung, sie wird vor Armut
schützen. Der zweite sind die freiwilligen Ersparnisse. Sie werden
unseren Lebensstandard sichern. Der dritte ist unsere soziale
Altersversicherung – unsere Familie. Defizite in den ersten beiden
Säulen, können durch die dritte ausgeglichen werden. Defizite in
unserer sozialen Alterssicherung aber nicht durch die ersten beiden.
Liebe und Zuwendung lassen sich nicht kaufen."
|
|
| |
|
- AUTH, Diana (2005): Fataler Fehler.
Die mit einer gewissen Leidenschaft geführte Debatte über die
Generationengerechtigkeit überdeckt die Wirklichkeit - die
sozialpolitische Privatisierung,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.10.
- EKARDT, Felix (2005): Die Grenzen der
Freiheit.
Individuelle Autonomie muss in ihren Wirkungen auf die
Weltbevölkerung und künftige Generationen gedacht werden,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.10.
- Inhalt:
EKARDT sieht im Schrumpfen der wohlhabenden deutschen
Gesellschaft durchaus Positives, denn dies würde "mehr Lebenschancen
für unsere Kinder und Enkel und für andere Völker bedeuten".
|
|
| |
|
-
NOLTE, Paul (2005): Weniger Staat, mehr Büger?
Es ist etwas faul mit dem
Staate Deutschland. Staat und Bürger sind einander entfremdet. Also
weniger Staat? Nein. Aber auf jeden Fall: Mehr Bürger! Denn nur eine
starke Bürgergesellschaft trägt auch einen starken Staat,
in: TAZ v. 29.10.
- GAUS, Bettina (2005): Ehrenamtliches
Engagement ist der Kitt einer jeden Gesellschaft.
Ehrenamtliches
Engagement ist der Kitt einer jeden Gesellschaft. Heißt das: Also doch
mehr Bürger? Und weniger Staat? Nein. Denn der engagierte Bürger ist
nicht der Reparaturbetrieb von eklatanten Fehlleistungen des Staates,
in: TAZ v. 29.10.
|
|
| |
|
- COULMAS, Florian (2005): Eine Last und
keine Lust.
Die Japaner heiraten nicht gern und wünschen sich keine Kinder: Das
Land schrumpft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.10.
- Inhalt:
Florian COULMAS erzählt die Geschichte von
Midori Ohara, einer gut gebildeten, 30jährigen Nesthockerin als
typische Frau einer jungen Generation, die sich der Tradition
verweigert:
"Das
traditionelle Verhältnis der Geschlechter und damit das
Brotverdienermodell der japanischen Familie ist obsolet, ein neues,
in dem zwei arbeitende Partner und Kinder Platz haben und auch die
Großeltern nicht nur als Last angesehen werden, ist noch nicht
etabliert."
COULMAS
sieht im steigenden Heiratsalter und der niedrigen Geburtenrate ein
Symptom dieses gesellschaftlichen Wandels, bei dem
Bevölkerungsalterung und neoliberale Ökonomisierung des Lebens
zusammenwirken.
In
Tokio ist für COULMAS dieser Trend am ausgeprägtesten:
"Die
Geburtenrate der japanischen Hauptstadt liegt mit 1,0 noch deutlich
unter dem Landesdurchschnitt."
|
|
| |
|
- KNIPP, Kersten (2005): Kinderkriegen
als Bürgerpflicht.
Folgen einer demographisch alternden Gesellschaft,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.10.
|
|
| |
|
-
JAHN, Uwe (2005): Hörnchen.
Der
Herbst fördert die Weinerlichkeit menschlicher Singles,
in: Freitag Nr.43 v. 28.10.
- Kommentar:
Uwe JAHN geht es nicht um Singles, sondern nur
um die Untergruppe der Partnerlosen:
"Der
Herbst fördert die Weinerlichkeit menschlicher Singles. Von
Eichhörnchen ist das nicht bekannt.
Andererseits
gibt es auch Menschen, die es versuchen den Eichhörnchen nachzutun.
Nur dass es dabei nicht um Nüsse sondern um Liebhaber geht."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- METTKE, Marika & Elena SENFT (2005):
Das letzte Reservat.
Sie lieben Kastanienmännchen
und Bambi – warum in Prenzlauer Berg alle Kinder bleiben wollen,
in: Tagesspiegel v. 28.10.
- Kommentar:
Auf der Jugendseite wird der Prenzlauer Berg
nicht als Zentrum der
neuen Elternbewegung, sondern als
Zentrum der Infantilisierung beschrieben:
"Heute
kann man mit Mitte 20 wieder Kind sein. Die Hochburg der
Infantilitätsbewegung befindet sich in Prenzlauer Berg, in der
Gegend um die – wie passend – Kastanienallee (...).
Die
Anhänger dieser Infantilitätsbewegung kommen ursprünglich aus
München, Stuttgart oder Düsseldorf, sie sind ledig, studieren oder
verdienen ihr eigenes Geld – vorzugsweise in selbstständigen
Berufen. Sie wollen und müssen nicht erwachsen werden, wenn sie in
Prenzlauer Berg wohnen, denn sie haben sich hier eine Nische
eingerichtet, in der das niemand von ihnen verlangt."
|
|
| |
|
-
WINKELMANN,
Ulrike (2005): Die Parasiten wohnen woanders.
Die Koalitionäre wollen für
die gigantischen Mehrkosten von Hartz IV junge Leute verantwortlich
machen,
die ausziehen und ALG II bekommen. Mit den Zahlen der Bundesagentur
für Arbeit ist das allerdings nicht belegbar,
in: TAZ v. 27.10.
- Inhalt:
Ulrike WINKELMANN liefert neue Berechnungen im Hartz-Krieg um die Single-Haushalte:
"Wäre
es wahr, dass Partner und Kinder ausziehen, müsste ja die Zahl der
»1-Personen-Gemeinschaften« zugenommen haben. Doch das ist nicht
belegbar. Im Januar zählte die BA 1.855.000
»1-Personen-Gemeinschaften« - im März 2.005.000. Für den Juni gibt's
nur vorläufige Zahlen, doch demnach haben die 1-Personen-Haushalte
jedenfalls nicht zugenommen.
Der
messbare Zuwachs der 1-Personen-Haushalte beträgt also 150.000.
Veranschlagt man die Kosten jedes Haushalts für den Steuerzahler mit
dem Durchschnittswert von 840 Euro, so entspricht dies Mehrkosten
von 125 Millionen Euro. Das ist rund ein Hundertstel des
diesjährigen Planungsfehlbetrags.
Die
geleugnete Partnerschaft sowie die Kinder, die Mamas und Papas Haus
verlassen und es sich lieber auf Staatskosten in einer eigenen
Wohnung gemütlich machen, mag es geben - viele können es laut
Statistik nicht sein."
|
|
| |
|
-
FEDDERSEN, Jan (2005): Die Sehnsucht der Lifestyle-Linken.
Einige haben sich nach der
Bundestagswahl einem neuen Projekt verschrieben: die strukturelle
linke Mehrheit in Deutschland müsse regierungsfähig werden. Unsinn.
Die gesellschaftlichen Realitäten kümmern sich nicht um die
Machtperspektiven von Milieus und Parteien. Sie sind längst weiter,
in: TAZ v. 27.10.
- Kommentar:
Jan FEDDERSEN knüppelt die Lifestyle-Fraktion
(siehe Klaus WALTER)
mit dem Philosophen Richard RORTY nieder:
"Um
mit dem amerikanischen Soziologen Richard Rorty zu antworten:
Poschardt wie
Diederichsen und all den anderen deutschen Projektlinken ist das
Linke eine identitäre Veranstaltung, eine, in der es um Kulturelles
geht, vor allem um das Gefühl, die besseren Analysen, die klügeren
Perspektiven und ausgefuchstesten Strategien zu liefern. Im Grunde
die edelste Art, rechthaberisch zu sein, ohne sich je einem
Praxistest ausliefern zu müssen. Rorty schrieb dieser Linken in
seinem Essay "Stolz auf unser Land. Die amerikanische Linke und der
Patriotismus" ins Gemüt ein, die Neue Linke, die aus den
Kulturkämpfen der Sechziger heraus entstand, habe sich immer nur um
Finessen und Raffinessen gekümmert - und, sozusagen, den einfachen
Mann, die einfache Frau auf der Straße aus dem Blick gesperrt. Mehr
noch: sie zu Spießern, intellektuell Ohnmächtigen (und
Erhellungsbedürftigen!) erklärt.
Rortys Analyse ist auf deutsche Verhältnisse exzellent zu
übertragen: Lasst die Identitätssuche und nehmt die Probleme in den
Blick."
Single-dasein.de
hat bereits vor mehreren Jahren den
Konflikt zwischen der sozialen und kulturellen
Linken (Nancy FRASER) als eine der
Ursachen für die Single-Lüge
aufgezeigt.
Dieser
Konflikt lässt sich auch an der
Debatte um Sophie DANNENBERG
ablesen, denn die Kampffront verlief haargenau zwischen diesen
beiden Linken, deren Konflikt
Wolfgang KRAUSHAAR auf den Punkt gebracht
hat.
Solange
diese Spaltung weiter existiert, lebt die 68er-Generation als
Zombie-Generation der Berliner Republik weiter. Sophie DANNENBERG
ist das beste Beispiel dafür, dass durch soziale Vererbung bereits
die Generation Golf infiziert ist.
|
|
| |
|
-
KNÜPLING, Friederike (20059: "Kinder stören hier nur".
Jugendkulturen (6):
Julia, Karin und Katharina aus München sind junge Mütter – eine
Minderheit in Deutschland, die sich in der U-Bahn schief ansehen
lassen muss,
in: Die ZEIT Nr.44 v. 27.10.
- Kommentar:
Die ZEIT arbeitet an der Aufwertung
junger Mütter. Mit KNÜPLING wird eine Journalistin an die
bevölkerungspolitische Front geschickt, die noch nicht einmal das
bevölkerungspolitische ABC
beherrscht:
"Die
Geburtenrate in Deutschland nimmt schon seit dem so genannten
Pillenknick in den Sechzigern ruckweise ab. Seit 1991 gibt es stetig
weniger Neugeborene, im Durchschnitt kommen auf jede Frau 1,4
Kinder. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass ein Durchschnitt
von 2,1 Kindern pro Frau erforderlich wäre, um die Bevölkerungszahl
langfristig stabil zu halten – und um Deutschland gegen eine nahende
Flut gesellschaftlicher und vor allem volkswirtschaftlicher Probleme
abzusichern",
will uns KNÜPLING weismachen.
Erstens
sinkt die Geburtenrate nicht erst seit dem "Pillenknick", zweitens
ist die Geburtenrate seit Jahrzehnten nicht rückläufig (auch wenn in
absoluten Zahlen gesehen die Kinderzahlen zurückgehen), sondern
relativ stabil, drittens hängt die langfristige Stabilität einer
Bevölkerung keineswegs nur von der so genannten
Bestandserhaltungszahl 2,1 ab, sondern Sterblichkeit und Migration
relativieren die Bedeutung der Geburtenrate.
Ganz
zu schweigen von der Tatsache, dass die Geburtenrate eigentlich nur
aussagekräftig ist, wenn das Erstgebäralter stabil bleibt, was seit
Jahrzehnten gerade nicht der Fall ist.
Wir
empfehlen deshalb nicht den Grundkurs von Herwig BIRG, sondern die
Lektion von Karl Otto HONDRICH.
Seit
kurzem müsste auch der Öffentlichkeit klar sein:
unsere deutsche Demografie ist dabei ihren
Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung zu verspielen.
Gerade
die neuen Bundesländer zeigen, dass die nationalkonservative
Demografie vor einem Scherbenhaufen steht, den sie selber zu
verantworten hat.
|
|
| |
|
- MÖNCH, Regina (2005): Meine Mutti, die
ist tüchtig.
Ein Gebärstreik hat nicht stattgefunden: Der Osten Deutschlands ist
familienfreundlicher als der Westen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.10.
- Kommentar:
Regina MÖNCH berichtet aus den neuen
Bundesländern, der angeblich vom Gebärstreik der Ostfrauen heimgesucht
wird.
MÖNCH nutzt die
Gelegenheit, um das Buch "Frauen Porträts Kinder" (Nicolai Verlag,
2005) vorzustellen.
Des
Weiteren stellt MÖNCH die Studie von
Michaela KREYENFELD & Dirk KONIETZKA über die Geburtenentwicklung in Ost- und
Westdeutschland vor.
Im
Gegensatz zur nationalkonservativen deutschen Demografie haben die
beiden Soziologen deutlich höhere Geburtenraten nachgewiesen. Dies war
bei single-dasein.de bereits vor einem halben Jahr zu lesen.
Deutlich
wird auch, dass die deutsche Bevölkerungsstatistik - aufgrund
erzwungener politischer Korrektheit - geradezu zu Fehlinterpretationen
ermuntert.
Das
nationalkonservative Deutungsmonopol zu zerschlagen, ist die
wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre.
|
|
| |
|
- COULMAS, Florian (2005): Wenn Frau
Nakai vergeblich klingelt.
Japan schrumpft - und macht eine letzte Volkszählung von Haus zu
Haus,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 27.10.
- Inhalt:
Florian COULMAS berichtet aus
Japan:
"Die
Volkszählung (...) soll die Datengrundlage für die Entwicklung neuer
politischer Konzepte in den Bereichen Familie, Rente und Gesundheit
liefern. Nach den Wahlen im September kam eine aktive
Bevölkerungspolitik unter den bei den Bürgern erfragten Erwartungen
an die Politik immerhin auf den fünften Platz. Viele Menschen sehen
in der niedrigen Geburtenrate und der ihr folgenden
Bevölkerungsschrumpfung eine Bedrohung."
|
|
| |
|
-
LÜTHI, Theres (2005): Die Evolution ist zu Ende.
Wer sich als Knabe kastrieren
lässt, lebt 13 Jahre länger – fragt sich nur wofür? Nun, etwa um zu
erforschen, ob Postleitzahlen oder Testosteron tödlicher sind.
Fachleute wissen jetzt, in dem Gespräch mit Steve Jones geht es um
Gene. Und Laien werden gleich sehr staunen,
in: Weltwoche Nr.43 v. 27.10.
|
|
| |
|
-
SIGNER, David (2005): Dramen und Herren.
Es gibt nichts Gutes, ausser
Frauen tun es. Denn wo Männer sind, herrscht das Unglück. Zu diesem
Schluss gelangt, wer Gast war – sein durfte! – auf dem Weltkongress
für Matriarchatsstudien. Hätte es anders kommen können, als es bleibt?
Ein Rechenschaftsbericht,
in: Weltwoche Nr.43 v. 27.10.
|
|
| |
|
-
REICHERT, Martin (2005): Frau beißt Hund.
Frau und Hund waren früher
ein seltenes, gar tragisches Gespann. Doch neue Zeiten erfordern neue
Freunde,
in: TAZ v. 26.10.
- Inhalt:
"Die
moderne junge Hundehalterin ist aktiv und kontaktfreudig, denn sie
muss regelmäßig an die frische Luft und begreift ihr Tier auch als
ein Mittel der Außendarstellung. Während der Mann zur Anschaffung
eines »Funktionshundes«
tendiert, machen sich Frauen Gedanken: Der Dobermann passt zum
schwarzen Cabrio und besagt: Du solltest mich respektieren; der
Golden Retriever hingegen kann auch als Einladung zur
Familiengründung aufgefasst werden - und ein Dackel als ehrlicher
Ausweis von Langweiligkeit",
berichtet Martin REICHERT.
|
|
| |
|
-
WALTER, Klaus (2005): Immer schön unentspannt.
Poplinke,
Live-Rock-'n'-Roller und Querdenkerposen: auf Spurensuche in der
vermeintlichen Mehrheit links von der CDU. Über produktive linke
Berührungsängste und die falsche Suche nach einem Wir,
in: TAZ v. 26.10.
- Kommentar:
Klaus WALTER demonstriert poplinken Autismus:
"Poschardts
Bewerbungsschreiben für ein Kulturpöstchen bei Merkel verbinden den
vornehmen Pluralis Majestatis mit dem dröhnenden »Du bist
Deutschland«-Sound: »Deutschland braucht Wachstum«, heißt es
apodiktisch, oder: »Deutschland könnte das modernste Land werden«
(taz vom 30. 9.).
Mark Terkessidis hat dieses Gesprächsangebot mit guten
Argumenten zurückgewiesen (taz vom 8./9. 10.). Dem
ist nur hinzuzufügen: Wer ist wir? Oder: Distanz bitte! Das von
Poschardt beschworene Wir ist eine Schimäre wie die viel zitierte
Mehrheit links der CDU. Schon die »I can't relax«-Linke bildet kein
Wir mit der erschlafften Literaturhaus-Linken. Und was verbindet
Otto Schily mit den Goldenen Zitronen? Wolfgang Clement mit René
Pollesch? Eine logische Gegnerschaft, ja. Aber nicht einmal
wechselseitige Antipathie. Dafür müssten Schily und Clement die
Hamburger Band und den nomadischen Theatermacher wenigstens kennen.
Nein, links der CDU ist zu wenig Harmonie für Hegemonie. Die Linke
sollte jedes falsche Wir von sich weisen und - mal wieder - die
Differenz betonen. Das unterscheidet links von rechts, auch wenn es
auf die Dauer langweilt, immer nur nein zu sagen."
|
|
| |
|
- RUTSCHKY, Katharina (2005): Billige
Polemik.
Die US-Amerikanerin Dagmar
Herzog versucht sich an einer Sittengeschichte der Deutschen im 20.
Jahrhundert,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.10.
- Inhalt:
Katharina RUTSCHKY rezensiert das Buch
"Die Politisierung der Lust" von
Dagmar HERZOG:
"Herzogs
Buch zur Sexualgeschichte zwischen den Bezugspunkten 1933 und 1968
illustriert das Problem. Auch wenn sie einige interessante
Hypothesen aufbietet, so fehlt es doch an einer plausiblen
Beweisführung. Ihre Quellen sind zu disparat, deren Gewichtung zu
willkürlich und oft genug auch schlicht falsch. Als Gesamteindruck
resultiert daher - trotz des wissenschaftlichen Apparats, der fast
ein Drittel des Buches ausmacht - eine Polemik gegen »68« aus der
Generation der dafür offenbar prädestinierten Vierzigjährigen. Das
mindert die Freude an Herzogs Pioniertat jedenfalls bei einer
Rezensentin (Jahrgang 1941), die zugleich auch Zeitzeugin ist."
|
|
| |
|
- BUHR, Elke (2005): Jugend, verkorkst.
Frank Goosen und die Abgründe des Ruhrgebietsspießers,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.10.
|
|
| |
|
- VISSER, C. (2005): Im Netz der Liebe.
Immer mehr Menschen suchen
online nach dem oder der Richtigen – doch die Methoden mancher
Anbieter sind zweifelhaft,
in: Tagesspiegel v. 25.10.
|
|
| |
|
- BEIKLER, Sabine/KNEIST, Sigrid/ZAWATKA-GERLACH,
Ulrich (2005): Erste eigene Wohnung - die Arbeitsagentur bezahlt.
Kritik an Hartz IV-Förderung
für Jugendliche. Seit Mai 20000 Single-Haushalte mehr in Berlin.
Finanzsenator fordert Änderung,
in: Tagesspiegel v. 25.10.
- Kommentar:
Die Hartz-Reformen bringen es an den Tag: Die
Haushaltsstatistik ist nicht in der Lage moderne Lebens- und
Liebesverhältnisse zu erfassen:
"Zwar
stieg die Zahl der Hartz-IV-Einpersonenhaushalte von 178 000 im
April auf 197 000 im September, dennoch können die Arbeitsagenturen
nicht sagen, in wie weit dies auf Trennungen bei nicht-verheirateten
Paaren oder jetzt allein lebende Jugendliche zurückzuführen ist."
Was
im Zusammenhang mit Hartz gilt, das gilt erst recht bei der Debatte
um die Kinderlosigkeit in Deutschland. Obwohl es keine verlässlichen
Zahlen gibt, werden Schuldige für die Geburtenkrise gesucht.
Gebärstreik, Zeugungsstreik usw. sind Etiketten für Phänomene, die
sich sozialstatistisch nicht mit jenen Methoden beschreiben lassen,
die gegenwärtig dominieren.
LEBEN IM STATISTISCHEN UNTERGRUND
haben wir das bezeichnet.
|
|
| |
|
-
GEIPEL, Ines (2005): Männer im Zeugungsstreik.
Nicht die Frauen sind schuld, wenn Deutschland ausstirbt. Es fehlt
vor allem an Vätern
in: Berliner Zeitung v. 24.10.
- Kommentar:
Auf dieser Website wurde von Anfang an darauf
hingewiesen, dass das Alleinleben im mittleren Lebensalter von
männlichen Singles dominiert wird.
Dies
war bis zum Erfolg von Michel HOUELLEBECQ jedoch kein Thema.
Die
"Singleforschung" war lange Zeit Domäne feministischer
Sozialforschung. Dieser Richtung ging es jedoch primär um die
Aufwertung des Alleinlebens von Frauen.
Wir haben gezeigt, dass dieses Bild Teil der Single-Lüge ist, die
nun beklagt wird.
Nun
stehen auch männliche Singles im Mittelpunkt der öffentlichen
Debatte. Der Blick auf diese männliche Singles ist jedoch genauso
einseitig, wie der Blick auf die weiblichen Singles.
Von
Ulrike WINKELMANN und
Meike DINKLAGE wurde der Zeugungsstreik auf die Agenda gesetzt.
Es ist jedoch fraglich, ob diese Art von Befreiungsschlag die
gewünschten Erfolge bringen wird.
Die
Reportage von Ines GEIPEL über kinderlose Männer setzt die
Berichterstattung der Berliner Zeitung
zum Thema fort.
|
|
| |
|
-
- KAPPUS, Monika (2005): Zukunft im
Kinderblick.
Demographische Strategien,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.10.
- Inhalt:
"Ein einziges Neugeborenes liegt auf der Säuglingsstation - umgeben von
lauter leeren Bettchen. Zum Bild setzte Der Spiegel die Schlagzeile
»Generation
Kinderlos« über eine Geschichte, die vom »Land ohne
Nachwuchs« erzählt. Ein Beispiel, das beim Demographie-Kongress in
Gießen am Wochenende als Beleg dient für eine von »Alarmismus und
Aktionismus« geprägte Debatte".
So
beginnt der Bericht von KAPPUS, in dem unterschiedliche Positionen
zur "Geburtenkrise" dargestellt werden.
|
|
| |
|
-
BECK, Hanno (2005): Kalkulierte Liebe.
Wer ist der richtige Partner? Soll man heiraten? Oder besser in
wilder Ehe leben? Fragen, um die sich Ökonomen normalerweise nicht
kümmern. Das ist ein Fehler: Mit der Liebe muß man rechnen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.10.
- Kommentar:
Von Hanno BECK erscheint das FAZ-Buch "Der
Liebesökonom. Nutzen und Kosten einer Himmelsmacht". Eigentlich
müsste das Buch "Der Heiratsökonom" heißen, wenn es nach dem Artikel
ginge.
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 19. -
22. Oktober 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|