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Medienrundschau:

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News vom 28. - 31. Oktober

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Probleme sind wie Goldfische - sie wachsen, wenn man sie füttert

"Weil der Halt der Konventionen fehlt, ist das Bedürfnis nach der Bestätigung der eigenen Ansichten durch den Partner heute ungleich größer als früher. Damals bestätigte die Gesellschaft dem Einzelnen, dass die Art und Weise, wie er dachte und handelte, die einzig richtige war. Heute erwarten wir diese Bestätigung vom Partner.
            (...).
Viele Paare wenden sich einander nur zu, um über Probleme zu reden, die sie miteinander haben.

            (...).
Ein Paar, das am Ende eines Tages anfängt, sich über seine Beziehung zu unterhalten und über das, was zwischen ihnen alles schiefläuft, destabilisiert die Partnerschaft. Probleme sind wie Goldfische - sie wachsen, wenn man sie füttert.

            Halten Sie es anders: Meiden Sie Problemgespräche - aber reden Sie viel miteinander. Gute Gespräche sind ein entscheidender Schlüssel für die Stabilität einer Beziehung. (...). Reden Sie (...) über alles, was Ihnen wichtig ist: Schwierigkeiten mit dem Chef, das neue Buch, das Sie gerade lesen, Auseinandersetzungen mit den Kindern. Das ist entscheidend, um sich im Alltag nicht zu verlieren".
(aus: Christian Thiel "Was glückliche Paare richtig machen", 2007, S.88f)

 
       
       
     
   
  • ZERAHN, Melanie (2007): Eine Überdosis Einsamkeit.
    Die Ehe kaputt, das Geld weg, der Status auch – Gisela hat Todesangst. Sie nimmt „Benzos“, um sich zu beruhigen. Aber statt der Ruhe kommt die Sucht. Und irgendwann steht sie dann auf diesem Bahnsteig,
    in: Tagesspiegel v. 30.10.
 
   
FOCUS-Titelgeschichte:
Wohin mit den Kindern?
Mama oder Krippe - eine Diskussion spaltet die Gesellschaft
  • BODE, Katja Nele/ HOLZER, Kerstin/STARKE, Anna/HARTMANN-WOLF, Elke (2007): Wohin mit dem Kind?
    Die Diskussion über "Krippe oder Mama" spaltet die deutsche Gesellschaft. Den Preis zahlen die Frauen und - die Allerkleinsten,
    in: Focus Nr.44 v. 29.10.
    • Inhalt:
      Mit der psychoanalytischen Bindungstheorie argumentiert der Focus gegen einen Ausbau der staatlichen Kinderbetreuung für Kleinkinder unter 3 Jahren.
  • SCHUMACHER, Andrea (2007): Das Leid der frühen Jahre.
    Tierversuche und psychiatrische Studien zeigen, dass Traumatisierungen in der frühen Kindheit häufig zu lebenslangen Störungen führen,
    in: Focus Nr.44 v. 29.10.
  • BRÜNING, Nicola & Kerstin HOLZER (2007): "Eine Frage der Fairness".
    Bundesministerin Ursula von der Leyen über die schwierige Situation der Frau in der modernen Gesellschaft und eigene Lebensziele,
    in: Focus Nr.44 v. 29.10.
  • SCHUMACHER, Andrea (2007): Bildung fürs Baby?
    In Deutschland boomt die Frühförderung. Forscher erkunden Chancen und Risiken von Frühenglisch und Babymathe,
    in: Focus Nr.44 v. 29.10.
    • Anmerkungen:
      SCHUMACHER stellt die Kinderkrippe der Zukunft vor:

                  "Es ist eine Krippe nach dem Lehrbuch der Frühpädagogik. Doch das Idyll hat seinen Preis. Ein ganzer Krippenplatz an fünf Tagen die Woche kostet bei Le Jardin 595 Euro im Monat, trotz städtischer Zuschüsse."
                  Krippen für die Mütterelite statt Förderung der Kinder aus bildungsfernen Schichten?
  • BODE, Katja Nele (2007): "Von Kindern ist nicht die Rede".
    Der Kindertherapeut Wolfgang Bergmann kann nicht verstehen, warum in unserer Gesellschaft den Kindern immer mehr die Mutter entzogen wird,
    in: Focus Nr.44 v. 29.10.
  • ANONYMA (2007): Basteln, spielen, toll?
    Die Leiterin einer Privatkrippe in einer westdeutschen Großstadt erzählt, wie sich Kinder fühlen, was sich Eltern wünschen und was Erzieherinnen das Herz schwermacht,
    in: Focus Nr.44 v. 29.10.
    • Anmerkungen:
      Der Artikel wiederholt mehr oder weniger  nur die Argumente von Wolfgang BERGMANN aus dem vorangestellten Interview. Berufstätige Mütter werden zudem zu Rabenmüttern abgestempelt:

                  "Natürlich müssen die meisten Frauen arbeiten. Bloß, was ist einem wichtig? Braucht man es finanziell? Wie weit gehe ich in meiner Karriere? Man kann nicht alles haben. Ich kann nicht Kinder großziehen und keine Abstriche machen wollen."
 
   
SPIEGEL -Titelgeschichte: Es war nicht alles schlecht.
Gnade für die 68er
  • SCHNIBBEN, Cordt u.a. (2007): "Bürgerlich bis in die Knochen".
    Kindermangel, Familienkrise, Werteverfall - und Schuld haben die 68er? Ein Wochenende lang stritten 16 Rebellen darüber, was aus ihnen geworden ist und warum die Gesellschaft sich so ganz anders entwickelt hat, als sie sich das vorgestellt haben,
    in: Spiegel Nr.44 v. 29.10.
    • Anmerkungen.
      SPIEGEL-Ressortleiter Cordt SCHNIPPEN macht Werbung in eigener Sache.

                  Die Titelgeschichte ist ein Vorabdruck des Buchs "I can't get no". 16 Angehörige der Single-Generation, die 68 zufällig in Bremen lebten, erzählen ihre Veteranengeschichten und darüber was sie wollten und was sie wurden. Vor 30 Jahren fragte das Peter MOSLER seine Generationsgenossen, nun also sind die Mitläufer der Single-Generation dran.
                  "Wir, die wir als so große Solidaritätswesen angetreten sind, sind - paradoxerweise - die Vorreiter der individualisierten Gesellschaft geworden. Aber da sind wir schuldlos schuldig", heißt es da von Tissy BRUNS.
                  Es ist offenbar gerade diese Schizophrenie, aus der sich die Kirche von Ulrich BECK speist. Warum die Popularität der Individualisierungsthese gerade bei ex-linken Neubügerlichen ungebrochen ist, darauf gibt dieses Gespräch Antworten.
                  Es finden sich dort alle Gemeinplätze, die hier bereits als Merkmale der Pioniere der Single-Generation angesprochen wurden: der Kulturschock der "sexuellen Revolution" oder die Überhöhung des Familienmenschen zum Widerstandskämpfer.
                  16 Bürgerkinder haben ihre Bürgerlichkeit nun auch rhetorisch wiederentdeckt, gerade auch dann, wenn sie sich gegen das Altbürgerliche abgegrenzt haben:
                 "Barbara: Ich habe zum Beispiel zehn Jahre in einer Frauen-WG gewohnt, und wir haben darauf geachtet, dass wir, als wir Frauen mit unseren männlichen Partnern zusammengezogen sind, nach wie vor in einer Hausgemeinschaft leben und Teile unserer alten Idee weiter verwirklichen. Und in der Planung fürs Alter sind wir dabei, Alten-WG-Modelle zu diskutieren.
                 Matthias: Ach Quatsch, das sit Frau von der Leyens Mehrgenerationenhaus, das hat mit 68 nichts zu tun.
                 Irmela: Die hat sich bei uns bedient. Das tut sie unaufhörlich. Ich glaube, ich habe in dieser Runde am meisten die Forderung der Frauenbewegung ernst genommen und auch gelebt, nämlich, dass man keinen Mann braucht, auch nicht zum Kinderaufziehen. Und das habe ich ja zumindest mit meinem ersten Kind eine Weile auch durchgezogen, und bei meinem zweiten habe ich dann zum Vater gesagt: »Also, kannst gerne mitmachen, aber geht auch ohne«. Hatte Glück, der sagte: »Aber selbstverständlich mache ich da mit!« Und so entdeckte ich - praktisch gegen meinen Weill - die Segnungen einer funktionierenden, bürgerlichen Familie.
      (...).

                 Cordt: Wir haben uns doch damals eine Gehirnwäsche verordnet. Wir stellten an uns die Forderung, wir müssen uns entbügerlichen. Unser Leben ist aber so verlaufen, dass wir das eine Zeitlang versucht haben, und dann gab es eine Wende, und es begann ein Prozess der Verbürgerlichung."
                  Wenn die 68er also inzwischen bürgerlicher sind als diejenigen, die schon immer Bürger waren, dann hat sich 68 sozusagen von selbst erledigt. Aber leider ist das alles nur ein Spiegel-Gefecht...
 
   
  • NEWMARK, Catherine (2007): Keusche Fragen,
    Anke Bernau erzählt die Kulturgeschichte der Jungfräulichkeit,
    in: Berliner Zeitung v. 29.10.
 
   
  • DEHMER, Dagmar (2007): In Norwegen ist das Betreuungsgeld umstritten.
    Was in Deutschland diskutiert wird, führte Oslo bereits 1998 ein – es nutzen vor allem Unterschicht- und Einwandererfamilien,
    in: Tagesspiegel v. 29.10.
 
     
   

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Zu den News vom   15 - 27. Oktober 2007

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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