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Medienrundschau:
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News vom
19. - 22. April 2006
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Zitat
des Monats:
"Er sei es gewohnt,
Distanzen zu ertragen, erklärt Chris, er sehe ja sogar seine
Freundin Anika nur dreimal im Jahr, noch nicht einmal an
Feiertagen. Dass sie sich an Weihnachten verabreden würden, sei
klar, denn da müssten sie beide nie arbeiten, aber Ostern zum
Beispiel, er könne sich nicht daran erinnern wie er die letzten
Osterfeste verbracht hätte. »Irgendwie ging Ostern meistens an
mir vorbei, ich habe noch nicht einmal Eier gekauft. Manchmal
überweist meine Oma ein Osterei auf mein Konto. Ostern ist ein
typisches Pärchenfest. Die Pärchen fahren für ein paar Tage
raus, ein bisschen ins Grüne. Aber wenn man alleine ist oder die
Freundin irgendwo in der Pampa, auf dem Land, aber leider in
einem anderen, dann feiert man Ostern eben nicht. Oder man führt
zu den Eltern. Aber ich will, ehrlich gesagt, nicht mit meinen
Eltern zu dritt am Frühstückstisch sitzen, Vivaldi hören und
bunte Schalen in den Eierbechern stapeln. Diese Festtage werden
doch echt überschätzt.«"
(aus:
Nikola Richter "Die Lebenspraktikanten", 2006, S.51f.)
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THIEL, Christian (2006): Singles sind rarer als gedacht.
Für Alleinstehende sind die
Chancen auf einen neuen Partner nicht so hoch, wie es manche Statistik
suggeriert,
in: Welt v. 22.04.
- Kommentar:
Nach 15 Jahren Debatte um die
Single-Gesellschaft ist offenbar immer noch Aufklärung darüber
notwendig, dass
Alleinlebende nicht unbedingt Partnersuchende
sind:
"Von
30 Prozent Singles in den Großstädten ist da die Rede und von 50
Prozent in den Innenstädten. Wo also sind alle diese Singles?
Die Antwort der Wissenschaft: Es gibt sie nicht.
Als
Beleg für den enormen Zuwachs an Singles müssen in der Presse immer
wieder die Zahlen des Statistischen Bundesamtes herhalten. Das
erfaßt aber nicht die Zahl der Singles in Deutschland, sondern die
Zahl derjenigen Menschen, die allein in ihrer Wohnung gemeldet sind,
die sogenannten Einpersonenhaushalte. Und wenn ein Paar seit Jahren
schon in verschiedenen Städten arbeitet, dann finden sie sich in der
Statistik eben als Single wieder.
Je
reicher unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten wurde,
desto mehr Menschen leisteten sich eine eigene Wohnung. Und
behielten sie in manchen Fällen auch, wenn sie schon längst wieder
fest liiert waren. Die große Zahl von Einpersonenhaushalten in den
Großstädten erklärt sich auch dadurch, daß es vor allem Homosexuelle
besonders stark dort hinzieht. Auf ihre eigene Wohnung verzichten
sie allerdings nur selten, auch wenn sie in einer Beziehung leben.
Hinzu
kommen allein lebende Senioren, getrennt oder verwitwet, die
natürlich auch alle in die Statistik eingehen. Vor allem junge Leute
zwischen 20 und 30 sind heute zwar tatsächlich häufiger Single als
in früheren Zeiten. Für die Altersgruppen darüber aber gilt: Alles
wie ehedem. Wissenschaftliche Untersuchungen des Soziologen
Stefan Hradil von der Universität Mainz kommen jedenfalls zu dem
Ergebnis, daß in den mittleren Lebensjahren zwischen 30 und 50
Jahren heute genauso viele Menschen Singles sind wie vor drei oder
fünf Jahrzehnten: knapp zehn Prozent. Mehr nicht. Und ein guter Teil
von ihnen gehört zur Gruppe der bekennenden Singles, will also
partout nichts von einer Zweierbeziehung wissen.
So
trifft ein 25 Jahre alter Mann noch häufig auf Frauen, die solo
sind. Ein 35jähriger dagegen muß merklich zielstrebiger Ausschau
halten. Die übergroße Mehrheit der Frauen ist inzwischen fest
gebunden. Mit dem Alter sinkt also die Zahl möglicher Partner, da
immer mehr Männer und Frauen in festen Händen sind."
Die
Argumentation von THIEL ist nur scheinbar logisch! Die Anzahl der
weiblichen allein wohnenden Partnersuchenden mag im mittleren
Lebensalter geringer sein als diejenige der männlichen allein
wohnenden Partnersuchenden, dafür gibt es jedoch in dieser
Altersgruppe vermehrt
allein erziehende Partersuchende.
Die Auswahl ist also höchstens für Männer, die gleichaltrige Frauen
ohne Kinder suchen, geringer.
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- RUTSCHKY, Katharina (2006): Kein Geld,
keine Ideen.
"Bündnis für Erziehung": Werte als Mauersteine gegen Zukunft,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.04.
- Inhalt:
"Das
Elterngeld ist als kleines Projekt (...) geeignet, Licht auf die
politischen Verhältnisse zu werfen. Schöne Bilder gab es von der
Amtsübernahme von Renate Schmid zu Ursula von der Leyen. Als ob man
sich einig gewesen wäre, jenseits der Parteien, zugunsten der
Frauen, der Kinder und Familien tätig gewesen zu sein und weiter zu
werden. Was für einer Täuschung man da erlegen ist, hat von der
Leyen nun mit ihrem »Bündnis für Erziehung« klar gemacht",
meint Katharina RUTSCHKY.
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ROTEN, Michèle (2006): Unsere heimliche Hauptstadt.
Ein bisschen hässlich ist
manchmal ganz schön. Warum viele Schweizer Berlin in ihr Herz
geschlossen haben,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 22.04.
- Inhalt:
Die Schweizerin Regula NEERACHER findet das
Prenzlauer Berg-Mütterdasein
einfacher als in der Schweiz:
"Regula
hat eine vierjährige Tochter und arbeitet 80 Prozent in einem
Geschäft für Künstlerbedarf in Kreuzberg, ihr Mann arbeitet voll -
das geht hier. »Mutterschutz, Erziehungsgeld, Erziehungsurlaub,
Teilzeitarbeit, alles ist wirklich elternfreundlich. Ich habe nach
vier Monaten wieder gearbeitet, dann war Sofie bei der Tagesmutter,
jetzt in der Kita, da geht sie wahnsinnig gern hin. In Deutschland
Kinder zu haben, ist viel einfacher als in der Schweiz.«
Das
stimmt - vor allem in Prenzlauer Berg. Hier sieht man kaum ein
Fahrrad ohne Kindersitz, keinen gut aussehenden Mann ohne Buggy, und
wer sich daran stört, stets irgendein Kinderspielzeug aus seinem
Essen fischen zu müssen oder selbst beim ersten Kaffee morgens
stillenden Müttern gegenüber zu sitzen und nicht rauchen zu dürfen,
ist selber schuld. Als das Viertel nach der Wende plötzlich sexy
wurde, zogen die jungen Wilden her, fast zwei Drittel der Anwohner
tauschten sich einfach aus, und die Zugezogenen sind nun halt in dem
Alter, wo man Kinder kriegt und werden »Neoliberale« genannt und
»Neokonservative«."
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BARTELS, Gerrit (2006): Gute Zeichen, lichte Zeiten.
Anzeigen, Winkels etc.,
in: TAZ v. 21.04.
- Inhalt:
BARTELS widmet sich im Zusammenhang der
"WEIDERMANN-Affäre" einer Anzeige für das Buch
"Gute Zeichen" von Hubert WINKELS:
"Die
späte Werbung wirft nun Fragen auf: Ob Winkels nachträglich als
Autor beschwichtigt werden soll, wendete sich das Blatt doch schon
bald zu Weidermanns Gunsten? Wird hier gar mit den Einnahmen des
Weidermann-Buchs eine Winkels-Anzeige finanziert, was eine feine
Ironie der Debatte wäre? Oder wird Hubert Winkels Dank dafür
abgestattet, dass er
in seinem Zeit-Text die KiWi-Kultur ins Literatur- und
Gesellschaftsspiel gebracht hatte, die in den vergangenen Jahren
möglicherweise die Suhrkamp-Kultur abgelöst habe?"
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BAUMANN, Birgit (2006): Neues Elterngeld reizt Merkels Männer.
"Kopernikanische
Wende" in der Familienpolitik: Kritik an den von Familienministerin
von der Leyen geplanten "Vätermonaten",
in: Der Standard v. 21.04.
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BAUMANN, Birgit & Barbara TÓTH (2006): Pro & Contra - Verpflichtende
Väterkarenz?
Mama ante Portas,
meint Birgit Baumann - Privat muss privat bleiben, steht für Barbara
Tóth fest,
in: Der Standard v. 21.04.
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FACTS-Titelgeschichte:
Im Netz der Liebe
Internet - Der effizienteste Weg zur guten Beziehung |
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ZIEGLER, Julia (2006): Liebe ist, wenns klick macht.
In Bars abendelang ausharren und auf en Richtigen warten? Nicht
doch! Wer heute die Frau oder den Mann fürs Leben sucht, geht ins
Internet. Dort tasten sich Sehnsüchtige mit Vernunft in Richtung
Traumpartner,
in: Facts Nr.16 v. 20.04.
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Stern-Titelgeschichte:
Gehen oder bleiben?
Wenn die Beziehung in der Krise
steckt - Paare erzählen von der schwersten Entscheidung ihres
Lebens |
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LACHE, Anette (2006): Gehen oder bleiben?
Fast jedes Paar macht irgendwann mal eine Krise durch.
Weiterquälen? Aufstecken? Kämpfen? Oft ist den Streithähnen nicht
klar, warum ihre BEZIEHUNG an die Wand gefahren ist.
Wissenschaftlern schon: Sie haben die Stolpersteine genau erforscht
- und auch die Wege, sie zu umgehen,
in: Stern Nr.17 v. 20.04.
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WEIZSÄCKER, Jakob von & Robert FENGE (2006): Der Rentengewinn der
Generation Enkellos,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.04.
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VOLKMANN-SCHLUCK, Sonja (2006): Prämien für den Nachwuchs.
Eltern im Hunsrück geht wegen der Geburtenflaute neue Wege in der
Kinderbetreuung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.04.
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FALLER, Heike (2006): Haben wir die Emanzipation verspielt?
Wir jungen Frauen
hielten die Gleichberechtigung für selbstverständlich. Dann
kokettierten wir mit altmodischen Rollen. Und nun leben wir plötzlich
wieder in einer Männerwelt,
in: Die ZEIT Nr.17 v. 20.04.
- Kommentar:
Heike FALLER, eine
Angehörige der Generation Ally,
schreibt
"Husband-Material" Teil II. 2 1/2
Jahre später klingt das nun noch fatalistischer:
"Heute
verkleiden sie sich nur noch so als seien sie jemandes Ehefrau, als
gäbe es im Hintergrund einen Mann, der nicht will, dass sie arbeiten
muss. Im Zweifelsfall haben sie weder die Karriere noch die Familie.
Harald Schmidt hat das in einem ZEIT-Interview sehr brutal auf
den Punkt gebracht: »Ach, nehmen Sie doch nur mal die meisten der
kinderlosen Frauen in meiner Branche, dieses sexuelle Medienproletariat.
Die haben mit Glück einen One-Night-Stand mit einem Beleuchter,
sozusagen Last Minute in Sachen Kinderwunsch. Da rücken jetzt die
25-Jährigen nach, und es wird ganz bitter. Das ist die Wahrheit - und
die wird gerade von Frauen, die früh Kinder bekommen haben, unverblümt
ausgesprochen.«
Aua. Da erwachen sogar Postfeministinnen aus ihrem 15-jährigen
Wachkoma. Die Frage ist nur, was fieser ist, die Verhältnisse oder der
Ton, in dem sie beschrieben werden."
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KÖHLER, Harriet (2006): Für immer Disco.
Die Jugend ist umstellt vom
Jugendwahn der Alten. Was heißt da noch Jungsein? Eine Abgrenzung aus
Anlass der Frankfurter Ausstellung »Die Jugend von heute«,
in: Die ZEIT Nr.17 v. 20.04.
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WALTER,
Klaus (2006): Für den Apfelkuchen.
Die Band Blumfeld überrascht
Fans und Feinde mit Naturlyrik. Auf ihrer neuen Platte »Verbotene
Früchte« besingt sie den Mondfisch und das Gnu, den Rhododenron und
das Vergissmeinnicht,
in: Die ZEIT Nr.17 v. 20.04.
- Kommentar:
Popmutter
Elke BUHR hat noch vor kurzem
behauptet, dass Pop und Elternschaft unvereinbar seien.
Klaus
WALTER macht nun - am Beispiel des Albums "Verbotene
Früchte" der Band
Blumfeld
- vor, wie die
Wende zum Adult-Pop sogar
poplinksintellektuell zu schaffen ist:
"Wie
Joni Mitchell haben Cohen und Dylan den Songschreiber Distelmeyer
begleitet auf dem langen Weg von der Hamburger Post-Hardcore-Härte
zum lichten Klang von heute, den sich viele mit dem Kampfbegriff
Schlager vom Leib halten. (...). Was aber nichts daran ändert, dass
es sich hier um tolle Liedkunst handelt. Das muss auch zugeben, wer
keinen Jambus vom Blankvers unterscheiden kann und einen
trochäischen Sechsheber nicht erkennt, wenn er ihm über den Weg
läuft. Also alle.
Im
Übrigen ist Verbotene Früchte natürlich die Platte eines frisch
gebackenen Vaters. (...). Mit diesem Wissen hört
man eine ganz andere Platte. Am Ende möchte man den kleinen Kerl
beneiden um die entzückenden Märchen und Fabeln, die ihm sein Papa
da vorsingt."
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MARCUS, Dorothea (2006): Damenopfer.
Bring sie zur Strecke: Die
Passion der Frauen als letzte Rettung wird wieder mit viel
Kunstfertigkeit zelebriert in den neuen Stücken von Botho Strauss,
in: TAZ v. 20.04.
- Inhalt:
"Was
treibt einen Autor dazu, die Grausamkeit an Frauen in den
Mittelpunkt seiner letzten Stücke zu stellen, die Leidenswege seiner
weiblichen Hauptfiguren so hingebungsvoll nachzuzeichnen - und diese
irgendwie versteckt lüstern wirkende Feier des Opfertums dabei noch
nicht einmal zu reflektieren? Fast hat man das Gefühl, dass die
Selbstauslöschung der Gesellschaft in dem Alterswerk des Autors auf
dem Rücken der Frauen ausgetragen wird und die unmögliche
Liebesutopie nur gelingen kann, wenn die Frauen so richtig schön zur
Strecke gebracht werden",
meint MARCUS zu Botho STRAUß.
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tip -Titelgeschichte:
Wie macht ihr das nur?
Berliner Mütter zwischen Job, Club und Kinderzimmer |
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APRAKU, Eva (2006): Muter schafft ganz schwer.
Politiker und Demografen fordern, dass Frauen wieder mehr Kinder
kriegen sollen. Welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Balanceakte Frauen mit Kindern regelmäßig zu bewältigen haben,
beweisen nicht nur Sozialstatistiken: Acht Berliner Mütter erzählen,
wie sie Kind, Club und Karriere unter einen Hut bringen,
in: tip Nr.9 v. 20.04.
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ZWIRNER, Heiko (2006): Endstation Bi-Ba-Butzeland.
Der Storch, die Schnecke, die Fledermaus: Blumfeld entdecken leider
die Natur,
in: tip Nr.9 v. 20.04.
- Inhalt:
Heiko ZWIRNER erinnert noch einmal an die
glorreiche Vergangenheit der Band
Blumfeld, um dann der Wende zum
Adult-Pop eine Absage zu erteilen:
"»Verbotene
Früchte« erinnert an einen Kindergottesdienst, und Onkel Jochen ist
der Prediger. (...).
Es hinterlässt ein Gefühl von Betretenheit und Leere, ungefähr so,
als würde man einer Ex-Freundin begegnen, die sich inzwischen den
Zeugen Jehovas angeschlossen hat. Man hört sie reden - und versteht
gar nicht mehr, warum man diese Person jemals geliebt hat."
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RTR (2006): Institut kritisiert mißlungene Familienpolitik
in: Welt v. 20.04.
- Inhalt:
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat die
Ausgaben für Familienpolitik berechnet:
"Nach
IfW-Berechnungen ließ sich der Staat die Familienpolitik 2005
insgesamt rund 240 Milliarden Euro kosten - knapp elf Prozent des
Bruttoinlandsproduktes. »Die Familienpolitik kann also kaum als
Stiefkind im Kanon staatlicher Fürsorge bezeichnet werden«, so das
Fazit der Studie."
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- BRUNS, Tissy (2006): Das gelenkte
Leben.
Bisher begünstigte der Staat
die traditionelle Geschlechterrolle – das muss sich ändern,
in: Tagesspiegel v. 20.04.
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WOLBER, Cornelia (20069: Widerstand gegen von der Leyens Elterngeld.
Bundeskanzlerin will Kritiker
überzeugen - "Vätermonate" und Leistungen für Geringverdiener
besonders umstritten,
in: Welt v. 20.04.
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EISMANN, Sonja (2006): Prekarität, Baby!
»Ist das noch Bohème oder
schon Unterschicht?« fragt die Berliner Band Britta auf ihrem vierten
Album und beschreibt unschöne Lebensumstände ganz konkret,
in: Jungle World Nr.16 v. 19.04.
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DIEDERICHSEN, Diedrich (2006): Zu dritt ein Kind machen.
Der Beitrag zum Genpool gibt
einem hedonistisch verfehlten Leben Sinn: François Ozons Spielfilm
"Die Zeit, die bleibt" ist schwerer ideologischer Kitsch.
Hübscherweise rettet ausgerechnet der Sex das Melodram vor dem Absturz
ins Bodenlose,
in: TAZ v. 19.04.
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BESSING, Joachim (2006): Klasse statt Masse.
Was Familienpolitik sein könnte,
in: Welt v. 19.04.
- Kommentar:
"Rettet die Familie!"-Joachim BESSING
mimt den
Daniel BAHR und wettert gegen Ursula
von der LEYEN:
"Es
werden nämlich buchstäblich die Falschen sein, die sich aufgrund
staatlicher Anreize zur Vermehrung entschließen. Wer, um seine Kinder
großzuziehen, auf die Hilfe des Staates angewiesen ist, der hat von
der kulturell entwickelten Lebensform Familie nämlich rein gar nichts
begriffen. (...).
Geburtenschwäche
hat vor allem seelische Gründe, denen mit Zahlungen schwer zu behelfen
sein wird. Gefördert werden muß nicht die Masse an Kindern, sondern
das Bewußtsein jener Klasse, deren Nachwuchs wir dringend benötigen.
Nicht die ohnehin bereits am staatlichen Tropf hängen, sollen die
Kinderlein kommen lassen. Wir brauchen starke Familien, die Werte
vermitteln können. Wir brauchen ein reproduktives Bürgertum.
(...).
Die Zukunft unserer Kinder wird
- zwingend wie jemals zuvor - nach Herkunft, Möglichkeit und Situation
sortiert werden."
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- KOHL, Hans-Helmut (2006): Der Begriff
"Rabenmutter" ist den Franzosen fremd.
Die französische
Familienpolitik gilt in vielen Ländern Europas als vorbildlich. Das
hat die erwünschten Folgen: Die Geburtenrate ist hoch,
in: Frankfurter Rundschau v. 19.04.
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THOMAN, Jörg (2006): Samstags schreibt Papi mir.
Eltern beraten Eltern: Der Babybücherboom,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.04.
- Kommentar:
Im Minimum-Feuilleton sind Väter heute wieder
die wahren Helden. Als einer der Letzten ihrer Art fühlt sich der
späte Vater THOMAN:
"Selbstüberhöhung
mag man belächeln; andererseits ist es vielleicht nicht das
schlechteste Heilmittel für eine kinderfeindliche Gesellschaft, wenn
man Vätern und Müttern einen gewissen Heldenstatus zugesteht."
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ROHRHOFER, Barbara (2006): Kinder? Später, vielleicht...
Im Mittelpunkt der Diskussion
um die sinkenden Geburtenzahlen stehen die kinderlosen Frauen. In
Wahrheit aber gibt es viel mehr Männer, die keine Kinder haben und
auch keine in die Welt setzen wollen. Es ist bereits von
"Zeugungsstreik" die Rede,
in: Oberösterreichische Nachrichten v. 19.04.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 11. - 18. April 2006
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