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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 18.-24. November 2017
News 15.-17. November 2017
News 11.-14. November 2017
News 06.-10. November 2017
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News 09.-11. August 2017
News 05.-08. August 2017
News 01.-04. August 2017
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 25. - 30. November 2017: [25.11.] [27.11.] [28.11.] [29.11.] [30.11.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Ungewissheit der Lebenssituation als Problem der privaten Altersvorsorge

"Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass die allgemeinen Unsicherheiten bei der Organisation der privaten Altersvorsorge insbesondere dann für den Abschluss eines Produkts problematisch sind, wenn sich Individuen in einer unsichereren Lebenssituation befinden. So sind es gerade Jüngere und Personen in instabilen Beschäftigungslagen, die sich mit der Planung und dem Abschluss von Vorsorgeprodukten zurückhalten. Die betreffenden Personen handeln dabei nicht irrational oder kurzsichtig, sie sind sich vielmehr der problematischen Absicherungssituation im Alter bewusst, nur sind sie erst dann in der Lage größere Zeithorizonte und damit das Alterssparen in den Blick zu nehmen, wenn kurze Zeithorizonte hinreichend abgesichert erscheinen."
(Felix Wilke "Private Vorsorge zwischen Wunsch und Wirklichkeit - die ambivalente Rolle von Unsicherheit im neuen Rentenmodell" in der Zeitschrift Deutsche Rentenversicherung, September 2017, S.331)

 
       
       
   

30.11.2017

 
       
   

Das Kindergeld in der Debatte

ASTHEIMER, Sven (2017): Polnisches Kindergeld entlastet deutsche Steuerzahler.
Obwohl die Zahl der Leistungsempfänger im Ausland auf 170.000 steigt, muss weniger Geld überwiesen werden,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.11.

Sven ASHEIMER rekapituliert noch einmal die angesichts der Wahlkämpfe angezettelte Debatte über Kindergeldzahlungen an EU-Ausländer, deren Kinder im Heimatland leben. Mit großem Getöse generierten sich die Rechten als Anwälte gegen Sozialmissbrauch und Ausverkauf des Sozialstaats.

Nun zeigt sich, dass ausgerechnet die vom linksliberalen Mainstream verdammte Politik der Nationalkonservativen in Polen den Deutschen zugute kommt. Da das Kindergeld mit Leistungen im Herkunftsland verrechnet werden, führt die Erhöhung des Kindergeldes in Polen,  zu Entlastungen in Deutschland. Von Linksliberalen wird das Kindergeld - ganz im Sinne einer qualitativen Bevölkerungspolitik zugunsten des Akademikermilieus - vehement bekämpft.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

HERZ, Carsten & Christian SCHNELL (2017): Lästige Policen.
Der Verkauf der klassischen Lebensversicherungen der Ergo ist gescheitert. Jetzt muss die Munich-Re-Tochter ihre Bestände selbst verwalten - und dafür einen Technologie-Partner finden,
in:
Handelsblatt v. 30.11.

HERZ & SCHNELL sehen die Verlierer des geplatzten Deals auf beiden Seiten. Die Kluft der jeweiligen Preisvorstellungen sollen die Ursache gewesen sein. Ergo wollte doppelt so viel für seine Altbestände als die Run-off-Betreiber zu bieten hatten. Nun will Ergo die Alt-Bestände in eigener Regie verwalten und selber ins Run-off-Geschäft einsteigen - so jedenfalls die Selbstdarstellung. Dazu muss jedoch die IT-Software erneuert werden - ein Unterfangen das sicherlich nicht einfach werden dürfte. Und am Ende könnte dann eine erneute Kehrtwende stehen, falls der Mutter die Gewinne nicht hoch genug sind. Im Kommentar spricht HERZ von einem Imageschaden. Kunden sind sicherlich gut beraten, wenn sie in Ergo einen unsicheren Kantonisten sehen.

HERZ, Carsten (2017): Zurück auf Anfang.
Kommentar: Mit dem Abbruch der Verkaufssondierung für die Altbestände der Lebensversicherung sorgt Ergo intern für Ruhe. Dennoch werfen Details Fragen auf,
in:
Handelsblatt v. 30.11.

SCHARRENBROCH, Christine & Henning PEITSMEIER (2017): Ergo macht Rückzieher beim Verkauf der Lebensversicherer.
Die Angebote waren zu niedrig, der öffentliche Widerstand zu groß,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.11.

SCHARRENBROCH, Christine (2017): Neues Geschäftsmodell.
Kommentar,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.11.

Christine SCHARRENBROCH hebt vor allem darauf ab, dass Ergo nun selber Abwicklungsdienste anbieten möchte. Dabei lässt sie mögliche Bedenken außen vor.  Was aber wenn die erhofften Synergieeffekte ausbleiben und andere Lebensversicherer das Ergo-Angebot ignorieren? Und vor allem, was, wenn der Mutterkonzern die Geduld verliert? Axel KLEINLEIN jedenfalls hegt Zweifel, dass Ergo seinen jetzigen Kurs durchhält. 

 
       
   

Deutschlands Zukunft im Spiegel der Öffentlichkeit

FRITSCHE, Andreas (2017): Alt wie ein Baum, tief verwurzelt.
Brandenburg: Senioren möchten in eigenen vier Wänden leben. Altersgerechte Stadtquartiere gefragt,
in:
Neues Deutschland v. 30.11.

"Im Land Brandenburg leben im Moment rund 540.000 Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Das sind 22 Prozent der Bevölkerung. Bis zum Jahr 2040 wird die Zahl der über 65-Jährigen auf mehr als 802.000 steigen. Sie werden dann 37 Prozent der Bevölkerung stellten",

behauptet Andreas FRITSCHE, ohne jedoch seriöserweise die Quelle dieser Bevölkerungsvorausberechnung zu nennen. Ein Kasten nennt weitere "Fakten" zu Brandenburg. Demnach leben momentan 135.000 80-Jährige und Ältere in dem ostdeutschen Bundesland. Die Zahl soll angeblich bis 240 auf 292.000 steigen. Der Anteil der Pflegebedürftigen wird mit 4,2 Prozent (Bundesdurchschnitt: 3,1 %) angegeben. Bis 2040 soll die Zahl um 70.000 auf 173.000 steigen. Auch dazu wird keinerlei Quelle genannt, sodass der Leser sich kein eigenes Bild davon machen kann, welche Interessen sich hinter diesen "Fakten" verbergen. Ohne Quellenangaben sind Zahlen jedoch keine Fakten!

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

BEDERKE, Jeanette (2017): "Zieh nach Frankfurt"-Kampagne will Studenten anlocken.
Brandenburg: Etwa jeder zweite der 6.600 Studenten an der Europa-Universität Viadrina pendelt täglich von Berlin nach Frankfurt (Oder),
in:
Neues Deutschland v. 30.11.

Jeanette BEDERKE berichtet über den verzweifelten Kampf einer ostdeutschen Universitätsstadt um mehr Studenten mit Erstwohnsitz. Dabei geht es kaum nur um den Aufbau einer lebendigen Studentenszene, sondern um knallhartes Geldmanagement, das durch neoliberale Stadtpolitik und die absurden Regularien des Finanzausgleichs erzeugt wird. Diese Absurditäten betreffen längst nicht nur Studenten, sondern auch unerwünschte Einwohnergruppen, die Städte ausgrenzen möchten. Im Namen des demografischen Wandels werden Kommunen von Land und Bund geknechtet. Eine solche Politik spielt den Rechtspopulisten geradewegs in die Hände.

 
       
   

Die Bodenwertsteuer in der Debatte

WEISMÜLLER, Laura (2017): Die Stadt als Goldgrube.
Bodenspekulation: Die Grundsteuer muss durch eine Bodensteuer ersetzt werden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 30.11.

Die Idealisten sprechen von "Bodensteuer", andere dagegen von "Bodenwertsteuer" oder "Landsteuer". Nur naive Idealisten glauben, dass mit einer solchen Steuer die Spekulanten, die gerne auch Investoren genannt werden, getroffen werden könnten. Tatsächlich zielt diese Steuer darauf ab, noch mehr Boden den Marktkräften zu unterwerfen. Die Dummen werden die Normalos sein.

 
       
   

Die Alternative für Deutschland in der Debatte

PINKERT, R. u. a. (2017): Mit dem Schreibtisch nach rechts.
Die AfD-Bundestagsfraktion stellt Politprofis ein - sogar eine frühere Linke,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 30.11.

Es ist noch nicht lange her, da meinten die Mainstreammedien, dass es der AfD an Mitarbeitern für Bundestagsabgeordnete mangeln könnte. Ein Irrglaube wie so vieles was die Mainstreamzeitungen behaupten. Tatsächlich rekrutiert die AfD ihr Personal vorwiegend aus Gesinnungsgenossen der anderen Parteien und aus Profis, die keinerlei Berührungsängste haben. Im Mittelpunkt des Berichts steht Shirley BORCHARDT, die einst für die Linkspartei-Abgeordnete Sabine ZIMMERMANN arbeitete und nun bereits seit längerem für Alexander GAULAND arbeitet. Während eine solche Karriere eher die Ausnahme ist, ist der Weg von Union und FDP zur AfD lediglich kein kurzer.

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

GRAW, Ansgar (2017): Drei Szenarien: Wie muslimisch wird Europa?
Der Einfluss des Islam wird selbst bei geschlossenen Grenzen zunehmen. Eine Zuwanderung auf jetzigem Niveau hätte laut einer amerikanischen Studie deutliche Veränderungen der Bevölkerung zur Folge,
in:
Welt v. 30.11.

Die Welt richtet ihr Blatt bereits auf eine Mitte-Rechts-Koalition aus, indem verstärkt Themen im Blatt lanciert werden, die auf eine Leserbindung bei AfD-Wählern abzielt. Will die Welt zum neuen Parteiorgan der AfD werden? Von allen Mainstreamzeitungen ist die Schnittmenge zur AfD am größten. Heute findet sich auch ein Interview mit einem AfD-Frontmann des völkischen Flügels in der Welt.

 
       
   

Didier Eribon - Rückkehr nach Reims

SCHEU, René (2017): Denkt so ein Arbeiterkind?
Der französische Autor Didier Eribon will seine Herkunftsscham überwinden und scheitert,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.11.

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

BALMER, Rudolf (2017): Neue Risse durch Frankreichs Rechte.
Macrons Bewegung spaltet die Bürgerlichen zunehmend,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.11.

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

OELRICH, Christian (2017): 10.000 Franken für jedes Kind.
Ein kleines Schweizer Dorf wirbt mit Geld um Mitbewohner und wird überrannt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 30.11.

Die Sensationspresse hat dafür gesorgt, dass das Schweizer Dorf Albinen nun zum Gespött werden dürfte, denn keineswegs ist das Dorf über junge Familien entzückt, sondern nur über gut situierte Familien, die 200.000 Franken investieren sollen. Dass eine solche Meldung weltweit lanciert wurde, sagt einiges über unsere hysterische Medienwelt und die Ökonomie der Aufmerksamkeit aus.  

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FREY, René L. (2017): Geld ist nicht essbar.
Gastkommentar: Altersvorsorge,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.11.

 
       
   

Das Single-Dasein in Island

HERRMANN, Rudolf (2017): Wenn sogar Wikinger überrannt werden.
Fokus der Wirtschaft: Islands Wirtschaft profitiert von einem beispiellosen Tourismusboom - der nicht alle glücklich macht,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.11.

 
       
   

29.11.2017

 
       
   

Sind wir auf dem Weg zur "Single-Gesellschaft"?

GRÜNHEID, Evelyn (2017): Wandel der Lebensformen in Deutschland. BiB Working Paper 2/2017. Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Der Haushaltsansatz des Mikrozensus, der Grundlage dieser Untersuchung ist, ist nicht in der Lage moderne Partnerschaften zu erfassen, sondern diese werden fälschlicherweise unter die Restkategorie der Alleinlebenden subsumiert.

"Wohnten 1991 noch 11,4 Millionen Menschen in Deutschland allein in einem Einpersonenhaushalt, was einem Anteil von 17,8 % der erwachsenen Bevölkerung entsprach, so stieg die Zahl der Alleinlebenden bis 2015 auf knapp 16,5 Millionen und 24,3 % an – gegenwärtig lebt also fast jeder vierte Erwachsene in einem Einpersonenhaushalt. Allerdings sind Alleinlebende nicht unbedingt partnerlos. Im Mikrozensus werden Paarbeziehungen nur dann erfasst, wenn sie im gemeinsamen Haushalt gelebt werden. Die bilokalen Paarbeziehungen mit getrennten Haushalten lassen sich deshalb mit Mikrozensusdaten nicht widerspiegeln",

erklärt uns Evelyn GRÜNHEID. Da moderne Partnerschaftsformen nicht erfasst werden, lässt sich nicht sagen, inwiefern die Zunahme der Alleinlebenden auf die Zunahme von modernen Partnerschaften oder die Zunahme von Partnerlosen zurückzuführen ist.

Die Analyse von GRÜNHEID ist auch dadurch beschränkt, dass die Alleinlebenden nicht nach Geschlecht, Familienstand, Alter und Ost/West untergliedert werden, sodass die Unterschiede der Struktur der Alleinlebenden zwischen den 1990er und seit den Nuller Jahren nicht deutlich werden. Stattdessen beschränkt sich GRÜNHEID auf die isolierte Betrachtung meistens zweier Kategorien (Altersgruppe/Gebiet; Altersgruppe/Geschlecht), sodass tiefer gehende Analysen unterbleiben müssen. Lediglich die Abbildung 16 differenziert die Geschlechter nach Alter und Familienstand, aber nicht nach Ost/West, obwohl gerade das wichtige Unterschiede hätte aufzeigen können.

Fazit: Alles in allem waren frühere Analysen zu Alleinlebenden weitaus aufschlussreicher als diese oberflächliche Darstellung, die wichtige Fragen unbeantwortet lässt. Nervig ist, dass ständig Fakten und Interpretationen vermischt werden. Das Literaturverzeichnis weist lediglich 11 Publikation auf, die nach 2010 publiziert wurden, während 14 Publikationen zwischen 1990 und 1996 erschienen sind. Dies ist entweder der Tatsache geschuldet, dass Lebensformen - sieht man von bevölkerungswissenschaftlichen Motiven ab, kein Forschungsgebiet ist, das boomt. Oder aber, dass GRÜNHEID die relevante neuere Literatur außer Acht gelassen hat.

 
       
   

Die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland

STALA BW (2017): Baden‑Württemberger sind im Schnitt 43 Jahre alt.
Alterungsprozess der Bevölkerung wird vor allem in den Großstädten durch Zuwanderung deutlich abgeschwächt,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Landesamt Baden-Württemberg v. 29.11.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Baden-Württemberg ist von 43,3 im Jahr 2014 auf 43,2 Jahre im Jahr 2015 gesunken, meldet das Statistische Landesamt.

 
       
   

Die Prognosen zur Entwicklung der Alterssicherung in der Debatte

SOZIALBEIRAT (2017): Gutachten zum Rentenversicherungsbericht 2017,
in: sozialbeirat.de v. 29.11.

Das Gutachten des Sozialbeirats übt keine Kritik an den Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung. Er verdoppelt lediglich die BMAS-Annahmen. Es müsste eigentlich erstaunen, dass lediglich auf den Altenquotient auf Basis der 65-Jährigen, statt der 67-Jährigen verwiesen wird:

"Der Sozialbeirat hält die genannten Annahmen grundsätzlich für nachvollziehbar und plausibel. Im Ergebnis steigt der Altenquotient (hier definiert als das Verhältnis der Anzahl der 65-Jährigen und Älteren zur Anzahl der Jüngeren im Alter von 20 bis 64 Jahren) in den Vorausberechnungen etwas langsamer als bislang und fällt im Jahr 2031 mit 49,0 Prozent um 1,2 Prozentpunkte niedriger als in der ursprünglichen Schätzung der Basis des Jahres 2013 aus." (S.3)

Bekanntlich liegt das Renteneintrittsalter ab 2030 bei 67 Jahren, d.h. das Gutachten zum Rentenversicherungsbericht 2017 rechnet die Entwicklung schlecht. Im Rentenversicherungsbericht selber wird dagegen gar nicht auf den Altenquotienten eingegangen, denn dieser ist keineswegs die relevante Größe für die zukünftige Rentenentwicklung.

Lediglich bei den Annahmen zur Rendite der Riester-Rente wird eine weitere Variante zur Zinsentwicklung und eine Evaluation der Entwicklung angemahnt. Der Sozialbeirat wurde im Vorfeld der Teilprivatisierung Anfang des Jahrtausends zu einem zahnlosen Tiger zurechtgestutzt wie bei Diana WEHLAU ("Lobbyismus und Rentenreform") nachgelesen werden kann.

 
       
   

Freiwillige Einzahlungen in die Rentenversicherung in der Debatte

WORATSCHKA, Rainer (2017): Mehr Rente durch Zusatzeinzahlungen - Linke empört.
Rentenversicherung: Immer mehr Deutsche zahlen zusätzlich in die Rentenkasse ein. Die Linke kritisiert das als Renditeanlage,
in:
Tagesspiegel Online v. 29.11.

"Den Regierungsangaben zufolge haben im Jahr 2015 von den insgesamt 287.359 freiwillig Rentenversicherten 5.045 Personen den Höchstbetrag von derzeit 1187,45 Euro im Monat eingezahlt. Von diesen »Sparern« sind nur sieben Prozent Ostdeutsche und nur 86 Frauen. Im Durchschnitt betrug der Monatsbeitrag der freiwilligen Einzahler knapp 128 Euro",

berichtet Rainer WORATSCHKA. Aufgrund der miserablen Rendite bei der privaten Altersvorsorge ist der Anteil der freiwilligen Einzahler rapide gestiegen:

"Zwischen 2010 und 2015 stieg die Zahl der freiwillig Versicherten, die den Höchstbeitrag einzahlten, von 1.586 auf 5.045 Personen. Allein von 2014 auf 2015 gab es einen Anstieg um rund 33 Prozent. Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor. Es steht aber zu vermuten, dass die Zahl weiter stark steigt."

 
       
   

DIW-Wochenbericht-Thema: Gesetzliche Rente

BUSLEI, Hermann (2017): Erhöhung der Regelaltersgrenze über 67 Jahre hinaus trägt spürbar zur Konsolidierung der Rentenfinanzen und Sicherung der Alterseinkommen bei,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.48 v. 29.11.

Das DIW ist unter Marcel FRATZSCHER noch weiter nach rechts gerückt und liegt nun auf einer stramm neoliberalen Linie - nicht nur was die gesetzliche Rentenversicherung anbelangt.

Bei Hermann BUSLEI wird nicht etwa die aktualisierte Variante der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung zugrunde gelegt, sondern die völlig veralteten Varianten aus dem Jahr 2015. Die Geburtenrate wird konstant bei 1,4 Kinder pro Frau gehalten, obwohl sie steigt und derzeit bereits bei 1,5 Kinder pro Frau liegt. Der Anteil jüngerer Arbeitskräfte wird damit unterschätzt, insbesondere für die Jahre nach 2040. In den Ausführungen wird lediglich der Altenquotient 65+ und nicht der Altenquotient 67+ nachgewiesen - offenbar, um das Problem zusätzlich zu dramatisieren (vgl. Tabelle 1), obwohl das Simulationsmodell selber mit Annahmen zur Erwerbsbeteiligung operiert, die gar nichts mit dem präsentierten Altenquotient zu tun hat (siehe Kasten).

Die Annahmen grenzen damit an dreiste Demagogie. Das Ziel bestimmt die Annahmen! Der Autor kennt zwar die aktualisierte Variante (siehe Fn12), hält aber die alten Varianten für seine demagogischen Zwecke geeigneter.

Es werden dann Kausalschlüsse gezogen, wonach die Erhöhung der Regelaltersgrenze zu höherer Beschäftigung führt, was nichts als ein Zirkelschluss ist. Dass zwischen der Beschäftigungsentwicklung und der Regelaltersgrenze keinerlei zwingender Kausalzusammenhang besteht, das belegen die langen Jahrzehnte vor der Einführung der Rente mit 67, in denen niedrigere und höhere Beschäftigungsniveaus bestanden - trotz gleichbleibend niedriger Regelaltersgrenze.

Auch der Zusammenhang zwischen Regelaltersgrenze und den Alterseinkommen ist nicht so eng wie die Studie unterstellt, denn entscheidend ist die Lohnentwicklung, die sich in den letzten Jahren immer mehr von der Beschäftigungsentwicklung abgekoppelt hat.

Fazit: Die Studie belegt nicht, was sie zu belegen beansprucht, sondern aufgrund der Annahmen und den berücksichtigten Faktoren, kommt genau das erwünschte Ergebnis zustande. Infolgedessen ist die Literatur, auf die sich der Autor bezieht, aufschlussreicher für die Interessengeleitetheit der Studie als die dürftige, pseudowissenschaftliche "Beweisführung", die überwiegend auf Zirkelschlüssen beruht. 

 
       
   

Die Entwicklung der Armut in Deutschland in der Debatte

DESTATIS (2017): 7,9 Millionen Empfängerinnen und Empfänger von sozialer Mindestsicherung am Jahresende 2016,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 29.11.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

WERNICKE, Christian (2017): Der Hass erreicht Altena.
Andreas Hollstein, Bürgermeister einer Kleinstadt, setzt sich für Flüchtlinge ein - und wird Opfer einer Messerattacke,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.11.

Der Artikel ist größtenteils aus der Floskelmaschine zusammengebastelt worden, während die Situation der Stadt schöngeredet wird. Im Jahr 2014 wurde in Altena ein Sparkommissar eingesetzt. Ist Altena also überall, wie uns die SZ erklärt? Oder hat die besondere Situation der Kleinstadt dazu nicht auch beigetragen?

"Im Sommer 2015 (...) hatte Altena freiwillig hundert Menschen mehr aufgenommen als sie musste, vorzugsweise Familie aus Syrien. Hollstein wollte seine Stadt »verjüngen«. Die Stadt leidet seit Jahrzehnten unter dem, was Politiker »Strukturwandel« nennen. Früher karrten Busse aus dem Ruhrgebiet jeden Morgen Malocher aus dem Ruhrgebiet ins Sauerland. Draht-, Metall- und Elektroindustrie schufen Wohlstand, doch die sind längst weggezogen. Oder pleite. Altena schrumpfte von 32.000 auf 17.000 Einwohner, viele Wohnungen standen leer. Genug Platz für heute 450 Flüchtlinge",

erzählt uns Christian WERNECKE. Man könnte hier auch von Altersrassismus sprechen. Mit ein paar Flüchtlingen lässt sich keine Stadt "verjüngen", die 17.000 Einwohner zählt. Aber es schürt den Hass auf die Alten. Soll also mit Altersrassismus die Fremdenfeindlichkeit bekämpft werden? Sollten besser die Alten aus der Stadt verjagt werden, damit sie jünger wird? Oder ist nicht das Fehlen von Arbeitsplätzen das eigentliche Problem?

"Altena hatte sich zuletzt berappelt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 6,9 Prozent, weitaus niedriger also als im Ruhrgebiet. Die AfD kam bei der Bundestagswahl auf 10,9 Prozent, weniger als sonst in NRW. Die Armut ist nicht größer als anderswo, Bürgermeister Hollstein zählt vier Obdachlose in seiner Stadt",

erklärt uns WERNICKE. Altena liegt im Sauerland. Weil dort aber die Arbeitslosigkeit viel geringer ist als im Ruhrgebiet, würde das Altena schlecht aussehen lassen, weshalb WERNICKE einfach den Vergleichsmaßstab geändert hat.

Altena gehörte bei der Bundestagswahl 2017 zum Wahlkreis 150 Märkischer Kreis II. Die AfD kam dort auf einen Zweitstimmenanteil von 11,6 Prozent. In Nordrhein-Westfalen erhielt die AfD dagegen nur 9,4 %. In Altena wählten also - entgegen dem Artikel von WERNICKE - mehr Menschen die AfD als in Nordrhein-Westfalen.     

 
       
   

Gerhard Matzig in der Debatte

MATZIG, Gerhard (2017): Es wird eng.
Die Metropolen wachsen, und mit ihnen die Wohnungsnot. Deshalb werden die deutschen Städte "nachverdichtet". Aber wie wirkt sich diese Entwicklung auf das Stresslevel ihrer Bewohner aus?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.11.

 
       
   

Die AfD-Hochburg Sachsen in der Debatte

LACHMANN, Harald (2017): "So geht sächsisch nicht!"
Der Freistaat hat den bundesweit schlechtesten Betreuungsschlüssel - das soll sich ändern,
in:
Neues Deutschland v. 27.11.

 
       
   

28.11.2017

 
       
   

Die Entwicklung der Sozialversicherung in der Debatte

STEFFEN, Johannes (2017): Rechengrößen der Sozialversicherung und sonstige Werte.
Übersicht und fachliche Erläuterungen mit langen Reihen,
in:
sozialpolitik-portal.de v. 28.11.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

KROHN, Philipp (2017): Alte Leipziger beichtet als erster.
Lebensversicherte erhalten sinkende Überschussbeteiligung,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.11.

Die Umverteilung der Risiken von den Lebensversicherern auf die Versicherten ist im vollen Gange. Kunden werden durch virtuelle Renditemöglichkeiten geködert, um die Altlasten zu verringern, die sich die Lebensversicherer mit großmäuligen Versprechungen Anfang des Jahrtausends aufgebürdet haben und nun nicht mehr bedienen wollen.

Um die klassischen Policen unattraktiver zu machen, gehen Lebensversicherer nun dazu über, die Überschussbeteiligungen für risikoreichere Produkte zu erhöhen. Die Alte Leipziger verkauft klassische Policen nur noch in Form der betrieblichen Altersvorsorge - wohl auch nur, um überhaupt gegenüber anderen Finanzdienstleistern konkurrenzfähig zu sein.    

 
       
   

Der IFF-Überschuldungsbericht 2017 in den Medien

PAPON, Kerstin (2017): Scheidungen führen wieder häufiger in die Schuldenfalle.
Konsumenten scheinen aber etwas vernünftiger zu sein. Hohe Nebenkosten verschärfen Überschuldung oft noch,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.11.

Kerstin PAPON berichtet über den noch unveröffentlichten Bericht. Im November wurde bereits der SchuldnerAtlas 2017 veröffentlicht.

 
       
   

Die Metropolenkultur in der Debatte

JUNG-MOUNIB, Monika (2017): Ein Ort zum Weitergehen.
Die Stadt Köln hat die Probleme rund um den Ebertplatz lange ignoriert - nach dem Tod eines Flüchtlings wird um seine Zukunft gestritten,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28.11.

"Entworfen wurde der Ebertplatz in den 1960er Jahren. Die sechsspurige Turiner Strasse (...) teilt ihn entzwei. Die eine Hälfte ist grün und idyllisch (...). Die andere Hälfte ist ein Souterrain (..). Blickt man von der Mitte des Souterrains nach oben, ist ausser grauen Häuserfassaden und Autos nichts zu sehen. Von dem Platz gehen drei Abgänge ab. Zwei von ihnen führen (...) in die U-Bahn-Station (...). Der dritte Abgang (...) führt in eine Fussgängerpassage, die drei Stadtquartiere miteinander verbindet: das familienfreundliche Agnesviertel für Wohlsituierte sowie das Kuniberts- und das Eigelsteinviertel mit der aus römischer Zeit stammenden Eigelsteintorburg",

beschreibt uns Monika JUNG-MOUNIB den Kölner Ebertplatz, der die Gentrifizierungsbemühungen in Köln stört. Die scheinbar objektive Darstellung der Verhältnisse, wird erst am Ende des seitenlangen Artikels aufgelöst. JUNG-MOUNIB stellt sich auf die Seite derer, die eine investorenfreundliche "Wandlung des Platzes durch eine Belebung", d.h. durch Kommerzialisierung, anstreben. Künstler und ihre "nicht-kommerziellen" Räume dienen dabei als Mittel zum Zweck. 

Köln; oben: Eigelsteinviertel; unten: Agnesviertel, Fotos: Bernd Kittlaus 2017

Der Ebertplatz trennt als Nicht-Ort brutal das lebendige Eigelsteinviertel vom Agnesviertel. Das Jahr 2008 wird als Beginn des Niedergangs beschrieben:

"Aus Spargründen stellte die Stadt Köln damals die Rolltreppen ab, kurz darauf schlossen die Geschäfte in der Passage. Es wurde an der Beleuchtung gespart, Lichtschächte wurden zugeschraubt, und schliesslich wurde der Brunnen auf dem Platz, eine wasserkinetische Plastik aus dem Jahr 1977 stillgelegt. Die unterirdische Passage am Ebertplatz zog immer mehr Obdachlose, Migranten und Drogendealer an. Die leeren Räume wurden zu einem Copyshop, einer afrikanischen Bar und nichtkommerziellen Ausstellungsräumen für Künstler."

Der Kampf um öffentliche Räume in den attraktiven Stadtteilen führt in der neoliberalen Stadt meist zu Investorenlösungen, die eine weitere Gentrifizierung vorantreibt.   

 
       
   

27.11.2017

 
       
   

Die Rentenpolitik der Parteien in der Debatte

THELEN, Peter  (2017): Wettlauf der Sozialpolitiker.
Leidartikel: Die SPD wird sich eine Regierungsbeteiligung mit teuren Sozialgeschenken erkaufen,
in:
Handelsblatt v. 27.11.

Jamaika war der Wirtschaft zu teuer. Große Koalition natürlich auch. Neoliberale hassen Politik (genauso wie die FDP). Kompromisse? Nicht mit uns! Interessenausgleich? Das war früher.

Passend zur Sicht des Wirtschaftsflügels der CDU, präsentiert uns Peter THELEN ein fast 1 1/2 Jahre altes Konzeptpapier, das bereits damals dem Wirtschafsflügel ein Dorn im Auge war (andere interessierten sich erst gar nicht dafür!). Jetzt darf das Papier als Horrorszenario der Neoliberalen seine zweite Karriere starten. War im Sommer 2016 einzig die Versicherungspflicht für Soloselbständige eine Diskussion wert, kramt THELEN nun jene Vorschläge hervor, die Neoliberale ein besonderes Greuel sind: Stabilisierung des Rentenniveaus, Erwerbstätigenversicherung und Mindestrente.

Das Konzeptpapier soll Einigkeit über die Rentenpolitik suggerieren. Die vergangene Legislaturperiode zeigte jedoch das Gegenteil. Selbst Projekte, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben waren, wurden nicht umgesetzt. Warum sollte das nun anders sein? Der rechte Seeheimer Kreis der SPD wird schon dafür sorgen, dass die Wirtschaftsinteressen nicht zu kurz kommen. THELEN sieht schon Peter ALTMAIER als nächsten Finanzminister. Die SPD wäre blöd, wenn sie dieses Ressort nicht selber beanspruchen würde. Nur mit dem Finanzressort könnte sie die CDU/CSU in Schach halten. Ohne Finanzressort für die SPD sollte keine Große Koalition zu haben sein!   

 
       
   

Freiwillige Einzahlungen in die Rentenversicherung in der Debatte

GRÄBER, Berrit (2017): Rechnen mit der Rente.
Freiwillig ins staatliche System einzuzahlen statt privat absichern? Einst verpönt, kann sich das heute rechnen,
in:
Welt v. 27.11.

Während im Wirtschaftsteil die Rente schlecht geredet wird, dient die Rente im Finanzteil als Goldesel, weil die private Altersvorsorge ihre vollmundigen Versprechungen nicht einlösen kann. Beides schadet der gesetzlichen Rente, die nicht nur durch neoliberale Bestrebungen auf Gesetzesebene, sondern auch per Ausplünderung durch Gutsituierte geschwächt wird. 

 
       
   

Die Landtagswahl 2018 in Hessen in der Debatte

ÖFINGER, Hans-Gerd (2017): Aus Waldmichelbach an die Macht.
Für die Landtagswahl 2018 setzt Hessens SPD auf die Verankerung in den Kommunen,
in:
Neues Deutschland v. 27.11.

 
       
   

Die Alternative für Deutschland in der Debatte

HAAK, Sebastian (2017): Gewerkschaftsfahnen statt Höcke.
Thüringen: AfD-Landeschef hatte sich an Schweigemarsch von Siemens-Mitarbeitern beteiligt - IG Metall sucht nach Antworten,
in:
Neues Deutschland v. 27.11.

Die Linke ist hilflos angesichts der Doppelstrategie der AfD: einerseits Stützung neoliberaler Unternehmensführung und andererseits Stilisierung zum Anwalt der kleinen Leute.

 
       
   

Das Single-Dasein in Griechenland

PILLER, Tobias (2017): Der tägliche Überlegenskampf in Griechenland.
Die Steuern steigen, die Renten schrumpfen, und mancher muss eine ganze Großfamilie über Wasser halten: Mehrere Griechen berichten, wie sie ihren Alltag meistern,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.11.

 
       
   

25.11.2017

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

WOLFF, Bettina  (2017): Dann trägt Siemens Görlitz zu Grabe.
Das Görlitzer Turbinenwerk soll nach 170 Jahren geschlossen werden. Die Belegschaft wehrt sich. Es ist ihre letzte Chance,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.11.

Bettina WOLFF sieht Siemens nicht in der Pflicht, denn auf die Grundsatzfrage, ob Siemens in erster Linie seinen Mitarbeitern, den Aktionären oder gar dem deutschen Staat und der Gesellschaft insgesamt verpflichtet sei, legt sie dar, dass Siemens blöd sei, wenn er seine Produktion nicht ins Ausland verlagere. Soll also die Politik einen Konzern subventionieren, damit er keine Stellen verlagert? Darf sich der Staat von Managern erpressen lassen?

"Schon jetzt lebt die Stadt zu einem großen Teil von der Zuwanderung von Rentnern, die keinen Job mehr brauchen: Sie werden mit günstigen Mietpreisen bei hohem Lebensstandard angeworben. Tatsächlich bestaunt man in der historischen und auffällig sauberen Altstadt nicht nur mehrere Tausend Kultur- und Baudenkmäler (...). Für die relativ geringe Anzahl der Einwohner gibt es auch ungewöhnlich viele Geschäfte und eine große Vielfalt sehr stilvoller Restaurants",

meint WOLFF. Kann aber die Rentnerzuwanderung, die durch Probewohnen künstlich beatmet wird, den Niedergang der Region aufhalten? Der Gewinner dürfte die AfD sein, die bereits bei der letzten Bundestagswahl das Direktmandat im Wahlkreis Görlitz gewann - ausgerechnet gegen den designierten CDU-Ministerpräsidenten  Michael KRETSCHMER. Es geht hier nicht nur um einen Sargnagel für Görlitz, sondern für die Sachsen-CDU.

RATHKE, Martina (2017): Wo die Jugend so um die 50 ist.
Mecklenburg-Vorpommern: Was hat die Kreisreform kleinen Orten wie Zudar gebracht? Die Probleme wurden eher verschärft, sagen Experten,
in:
Neues Deutschland v. 25.11.

"Zudar ist ein kleiner Ort mit etwa 350 Einwohnern im Süden der Insel Rügen. Seit der Wende verlor das Dorf etwa die Hälfte seiner Bewohner. Die Jugendlichen zog es in den Westen oder in größere Städte. Die Älteren blieben. »Wenn unsere Generation weg ist, gibt es keine Einheimischen mehr«, sagt Sponholz.
Vielen kleinen Orten in Mecklenburg-Vorpommern geht es wie Zudar. Während Kommunen mit zwischen 5000 und 10 000 Einwohnern überdurchschnittlich wachsen, sind vor allem die Gemeinden mit unter 2000 Einwohnern von Schrumpfung betroffen, sagt der Greifswalder Wirtschaftsgeograf Helmut Klüter. »Die Annahme aber, dass der gesamte ländliche Raum stirbt, stimmt nicht.« Kleine Landstädte, Dörfer an wichtigen Verkehrsadern wie der A 20 oder die Seebäder seien attraktiv für Zuwanderer. Dort sei das Wanderungssaldo positiv",

berichtet Martina RATHKE über die Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Helmut KLÜTER hat in einem Vortrag aus dem Jahr 2015 die Bevölkerungsvorausberechnung für Mecklenburg-Vorpommern angezweifelt. Im Artikel zitiert RATHKE seine Kritik an der Statistik und den darauf beruhenden Geldzuweisungen an Kommunen:

"(D)ie Häuser in Zudar sind fast alle saniert. Die schönsten von ihnen allerdings (...) sind Zweitwohnsitze, die nur im Sommer bewohnt werden. (...).
Diese Einwohner auf Zeit spielen aber in den Statistiken bislang keine Rolle. »Sie werden weder bei der Berechnung der Einwohnerzahlen noch bei den Schlüsselzuweisungen an die Gemeinden berücksichtigt«, kritisiert Klüter. Dies sei fatal, weil die Gemeinden die Infrastruktur vorhielten. Besonders für Vorpommern, wo zwei Drittel der touristischen Wertschöpfung des Landes generiert werde, sei dies problematisch. In Schweden beispielsweise würden die Sommerhausgebiete im Norden des Landes durch die Umlagen der reicheren Städter finanziert. Ein mögliches Modell für Mecklenburg-Vorpommern?"

Der Tourismus ist für Gemeinden wie Zudar jedoch nur ein kurzes Saisongeschäft während der sommerlichen Hochsaison, wenn die Badeorte Binz, Sellin oder Göhren von Urlaubern überlaufen sind. Die rhetorische Aufwertung des ländlichen Raumes angesichts der AfD-Erfolge dürfte kaum reichen, um kleinere Gemeinden vor dem Niedergang zu retten.

 
       
   

Die Alternative für Deutschland in der Debatte

KLEMT, Henry-Martin (2017): Kein AfD-Bürgermeister in Lebus.
Brandenburg: Beim zweiten Anlauf von Detlev Frye erschienen zu wenig Stadtverordnete,
in:
Neues Deutschland v. 25.11.

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

BELZ, Nina (2017): Inselstaat auf Sinnsuche.
Nicht erst seit dem Aufstieg Chinas leidet Japan unter einer Sinnkrise. Shinzo Abe will dem Land zu neuem Selbstbewusstsein verhelfen. Doch er lässt das grundlegendste Problem ausser Acht,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 25.11.

 
       
 

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Zu den News vom 18. - 24. November 2017
 

   
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