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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 23. - 25. April 2006

 
 
     
       
   

Zitat des Monats:

"Er sei es gewohnt, Distanzen zu ertragen, erklärt Chris, er sehe ja sogar seine Freundin Anika nur dreimal im Jahr, noch nicht einmal an Feiertagen. Dass sie sich an Weihnachten verabreden würden, sei klar, denn da müssten sie beide nie arbeiten, aber Ostern zum Beispiel, er könne sich nicht daran erinnern wie er die letzten Osterfeste verbracht hätte. »Irgendwie ging Ostern meistens an mir vorbei, ich habe noch nicht einmal Eier gekauft. Manchmal überweist meine Oma ein Osterei auf mein Konto. Ostern ist ein typisches Pärchenfest. Die Pärchen fahren für ein paar Tage raus, ein bisschen ins Grüne. Aber wenn man alleine ist oder die Freundin irgendwo in der Pampa, auf dem Land, aber leider in einem anderen, dann feiert man Ostern eben nicht. Oder man führt zu den Eltern. Aber ich will, ehrlich gesagt, nicht mit meinen Eltern zu dritt am Frühstückstisch sitzen, Vivaldi hören und bunte Schalen in den Eierbechern stapeln. Diese Festtage werden doch echt überschätzt.«"
(aus: Nikola Richter "Die Lebenspraktikanten", 2006, S.51f.)

 
 
   
 
  • SCHÜMER, Dirk (2006): Generation Promille.
    Jung aus Not: Ein Roman klärt über Italiens Jugend auf,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.04.
    • Inhalt:
      Dirk SCHÜMER berichtet über den Roman "Generazione 1000 Euro", den die Italiener Antonio INCORVAIA (Jahrgang 1975) und Alessandro RIMASSA (Jahrgang 1974) im Internet veröffentlicht haben. Er behandelt die  italienische Variante der deutschen "Generation Praktikum".

                
       Die Wiener Stadtzeitschrift Falter hat deshalb die Romane von INCORVAIA & RIMASSA und von Nikola RICHTER ("Die Lebenspraktikanten") bereits im März zusammen besprochen und die Autoren interviewt.
                
       SCHÜMER meint zur italienischen Situation:
                
       "Wieso Italiens Geburtenrate zu den niedrigsten der Welt gehört, wieso die Raten für Scheidung und Abtreibung konstant hoch liegen und im Süden die organisierte Kriminalität nicht zurückzudrängen ist, kann bei den prekären Lebensumständen der heute Dreißigjährigen niemanden verwundern. Wo nur zehn Prozent der Studienabgänger im ersten Jahr eine Festanstellung bekommen, wo weitere zehn Prozent sich mit einem Kurzzeitvertrag begnügen müssen und der Rest zur bloßen Verfügungsmasse wird, richten Normen und Traditionen nicht mehr viel aus."

 
  • RAPP, Tobias & Arno FRANK (2006): Die neue Blumfeld.
    Diese Woche erscheint "Verbotene Früchte", von manchen ersehnt, von anderen gefürchtet. Fest steht: An Blumfeld scheiden sich die Geister,
    in: TAZ v. 25.04.
    • Inhalt:
      Tobias RAPP verteidigt die Blumfeld-Platte "Verbotene Früchte", indem er den Wandel des Blumfeld-Mileus aufzeichnet:

                
       "Als Einzelne sind sie natürlich noch da, die radikalen Linken und die Theweleit-Leser, die Indierocker, die Antifas und die Popintellektuellen. Doch die große Frage, die dieses Milieu als Blumfeld-Hörer zusammenhielt, (...) hat keine identitätsstiftende Kraft mehr. Zu viel ist seitdem passiert: zwei Regierungswechsel im Großen, Familiengründungen und Erfolge wie Scheitern individueller Lebenspläne im Kleinen."
                
       Diskurspop bleibt Diskurspop, nur die Bedingungen haben sich eben geändert und "Verbotene Früchte" ist der adäquate Ausdruck dafür.
                
       Arno FRANK sieht dagegen den Diskurspop als Folge einer "déformation professionelle" ehemaliger Soziologie- und Germanistikstudenten , von der vor allem Sprösslinge mit bildungsbürgerlichem Hintergrund befallen sind, die " heute übrigens längst angekommen sind in den Redaktionen, an den Fließbändern der Kulturindustrie oder auf dem Lehrstuhl". Entsprechend ernüchternd ist seine Sicht auf die Musik von Blumfeld:
                
       "Wenn ihr Debüt, das Benn'sche Wortgeschrammel von der »Ich-Maschine«, 1992 noch als subversives Pop-Äquivalent zur artig umhäkelten Klorolle verstanden werden konnte, dann ist »Verbotene Früchte« ein musikalischer Wackeldackel, den sich das treue Publikum auf die Heckablage gleich hinter dem Kindersitz stellen kann - und sei es auch nur, um Spöttern, die das spießig finden, entgegenzuhalten: »Schau doch, wie kritisch er in die Landschaft blinzelt! Wie er mal nickt, mal den Kopf schüttelt, weil doch auch die Welt, die er sieht, so wahnsinnig ambivalent ist!«."
 
 
  • GRAFF, Bernd (2006): "Bin schon informiert".
    sueddeutsche.de kooperiert mit Microsoft Encarta,
    in: sueddeutsche.de v. 24.04.
    • Kommentar:
      "
      Nachrichten, Sensationen, eiligst aufgebauschte Skandale, das Stakkato einer täglich mehrfach heraufbeschworenen Apokalypse bewirken bei demjenigen, der sich dem Sperrfeuer der News-Geschütze stellt, kaum mehr als das Gähnen der Ciceronen.
                
       (...). Der ausschließlich nachrichtlich bediente Mensch ist eben nicht informiert - und wird so auch wohl kaum gebildet. (...). Da fehlt also etwas.
      (...).

                
       sueddeutsche.de, das Online-Portal der Süddeutschen Zeitung, das seit je mit dem Slogan „bin schon informiert“ wirbt, wird die Berichterstattung in Zukunft mit Inhalten der digital vorliegenden Enzyklopädie „Encarta“ von Microsoft bereichern. Überall, wo es der Redaktion sinnvoll erscheint, wird den tagesaktuellen News das fundierte Hintergrund-Wissen dieses (...) Kompendiums beigefügt werden (...). Denn erst so, erst in der Verbindung von Tagesaktualität und einordnendem Hintergrund, werden News relevant, erst so entsteht Information, formt sich, wenn nicht ein geschlossener Kreis, so doch eine Tangente zu diesem Kreis der Bildung."
                
       Oh je, wer glaubt heutzutage eigentlich noch solch einen Bildungsbürger-Schmarrn?
                
       Wird fehlende Recherche etwa dadurch kompensierbar, dass Falschmeldungen jetzt mit veralteten Hintergrundinformationen unterfüttert werden können?
                
       Sueddeutsche.de hätte besser mehr in soliden Journalismus investiert, statt nur Bildungsanspruch zu simulieren. 
 
SPIEGEL -Titelgeschichte: Ich bin Deutschland.
Der Kreuzzug der Ursula von der Leyen für Kinder, Kirche und Karriere
  • STEINGART, Gabor u.a. (2006): Lächelnd beim Tischgebet.
    Kinder, Kirche, Karriere: Mit frommem Eifer kämpft Familienministerin Ursula von der Leyen für ihr Ideal von einem besseren Deutschland. Die Frauen sollen mehr Kinder bekommen, die Väter zu Hause bleiben, und der Nachwuchs soll nach christlichen Werten erzogen werden,
    in: Spiegel Nr.17 v. 24.04.
    • Kommentar:
      Am 5. Januar 2004 titelte der Spiegel Der letzte Deutsche:

                
       "Deutschlands Frauen bringen im Schnitt nur noch 1,35 Kinder zur Welt (...). Rund 26 Prozent der 1960 geborenen Frauen sind kinderlos, unter den Akademikerinnen sogar 42 Prozent."
                
       Anlässlich der Veröffentlichung von SCHIRRMACHERs "Minimum" sah MATUSSEK Deutschland bereits "Unter Wölfen".
                
       Jetzt lesen wir plötzlich, dass Deutschlands Frauen 1,4 Kinder zur Welt bringen und etwa ein Drittel der Frauen mit Hochschulabschluss keinen Nachwuchs bekommen.
                
       Dabei sah die gesamte Mitte-Presse Deutschland noch im März demografisch am Abgrund stehen!
                
       Wie ist es also möglich, dass beim Vergleich zweier Spiegel-Titel die demografische Lage der Nation besser erscheint, während die Berichte des März das Gegenteil weismachen wollten?
                
       Nirgends wird mehr behauptet, dass der Frauenjahrgang 1965 zu einem Drittel kinderlos geblieben ist, obwohl das bis vor kurzem noch zum Konsens der Mitte-Presse gehörte.
                
       Stattdessen wird auf einem Schaubild lediglich darauf hingewiesen, dass von den Frauenjahrgängen 1956 - 1961 20,8 % kinderlos geblieben sind. Für die jüngeren Jahrgänge wird dagegen darauf verwiesen, dass diese nicht erfasst werden können, da hier viele Frauen noch im gebärfähigen Alter seien.
                
       Woher plötzlich diese Vorsicht bei der Präsentation von demografischen Fakten? Man war doch in der Vergangenheit in dieser Hinsicht nicht so zimperlich. Was verschweigen uns die Demografen?
                
       Verbirgt sich hinter den zurückgehenden GeburtenZAHLEN etwa ein Anstieg der GeburtenRATE in den jüngeren Generationen? Warum herrscht dazu Schweigen?
                
       Der Spiegel-Titel hält bereits die Lösung parat: Es geht um die reibungslose Durchsetzung des Elterngeldes.
                
       STEINGART u.a. stehen diesem prinzipiell aufgeschlossen entgegen, auch wenn der Beitrag zum Geburtenanstieg eher vernachlässigbar ist. Man empört sich höchstens darüber, dass vom Elterngeld durch einen Sockelbeitrag von 300 Euro zu viele profitieren:
                
       "Sie haben aus dem gezielten Elterngeld für wenige ein Wohlfahrtsprogramm für alle gemacht.
                
       Egal ob Doppelverdiener-Paar oder Hausfrauenehe, egal ob Multimillionärshaushalt oder Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft".
                
       Wichtig wäre für STEINGART u.a. der Ausbau der Kleinkinderbetreuung.
  • FLEISCHHAUER, Jan (2006): "Reibung schafft auch Wärme".
    Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, 47, über Wertevermittlung in der Erziehung, das geplante Erziehungsgeld und Widerstände gegen ihre Politik,
    in: Spiegel Nr.17 v. 24.04.
  • BRANDT, Andrea/KRAFT, Steffen/MEYER, Cordula/NEUMANN, Conny (2006): Die Frauen-Falle.
    In Deutschland ist die Emanzipation auf halber Strecke steckengeblieben. Während in anderen Ländern Frauen Karriere und Familie leichter vereinbaren können, wirft sie hier das erste Baby zurück in die fünfziger Jahre,
    in: Spiegel Nr.17 v. 24.04.
    • Inhalt:
      Die Autoren brechen eine Lanze für die Doppel-Karriere-Familie. Sie kritisieren das Ehegattensplitting und die mangelhafte Absetzbarkeit von Haushaltshilfen.

                
       Zitiert werden dazu Bert RÜRUP, Reiner KLINGHOLZ, Wassilios FTHENAKIS, Ulrike SPANGENBERG, Hans-Peter BLOSSFELD, Ute GERHARD, Cornelia KOPPETSCH, Sonja BISCHOFF, Doris JAHNSHEN, Thomas KÜHN, Harald ROST, Peter DÖGE und Renate LIEBOLD. 
 
  • EUBEL, Cordula & Moritz SCHULLER (2006): "In Deutschland ist es schwer, ein Reformer zu sein".
    Was braucht eine moderne Sozialdemokratie, Herr Giddens? Der britische Soziologe über Gerechtigkeit und Visionen in der Politik,
    in: Tagesspiegel v. 24.04.
 
  • GAULAND, Alexander (2006): Die Erziehungsdikatorin.
    Von der Leyens Elterngeld ist zutiefst unliberal,
    in: Tagesspiegel v. 24.04.
    • Kommentar:
      GAULAND hat überhaupt nichts gegen das Erziehungsgeld an sich, sondern einzig die beiden Vätermonate gehen ihm gegen den Strich.
 
 
  • KEESE, Christoph (2006): Was Familien bewegt,
    in: Welt am Sonntag v. 23.04.
    • Kommentar:
      "
      Es herrscht noch nicht einmal Einvernehmen, daß Deutschland überhaupt in einer demographischen Krise steckt", schreibt Christoph KEESE.
                
       Auf ein solches Eingeständnis mussten Kinderlose jahrelang warten. Seit diese Seite existiert, wurde von den Reformern immer geleugnet, dass der demografische Wandel unterschiedlich bewertet werden kann.
                
       Auf diesen Seiten wurde sogar belegt, dass noch nicht einmal die Faktenlage sicher ist. Die amtliche Statistik ist normativ. Das Ausmass der Kinderlosigkeit lässt sich nicht erfassen. Deutschland ist in Sachen Demographie eine Bananenrepublik! Die Datenerzeugung wird von nationalkonservativen Überzeugungstätern kontrolliert.
                
       Die Medienkampagne, die Frank SCHIRRMACHERs Buch "Minimum" begleitete, zeigte deutlich wie das Meinungskartell der Mitte-Medien funktioniert.
                
       Im Thema des Monats Mai wird die Geschichte einer Falschmeldung aufgezeigt. Die Tageszeitung Welt brachte eine Meldung über die Geborenenzahlen des Jahres 2005 in Umlauf, die selbst von den Qualitätszeitungen OHNE jegliche Überprüfung gedruckt wurde.
                
       Eine Meldung, die den herrschenden Interessen entspricht, wird begierig nachgedruckt. Alternative Sichtweisen sind dagegen chancenlos.
                
       Es gibt jedoch vereinzelten Widerstand. Da hilft es auch nichts, wenn KEESE die Widersacher als Leugner diffamiert.
                
       Kein Mensch bestreitet das Phänomen des demografischen Wandels. Umstritten ist jedoch, welches Ausmaß die Kinderlosigkeit in den jüngeren Generationen angenommen hat, wie sich die Lebenserwartung in Zukunft entwickelt und welcher Zusammenhang zwischen Wohlstand und Geburtenentwicklung besteht.
                
       Die deutsche Demografie ist dazu bislang auf Herwig BIRG, den "Mann mit der Schrotflinte", angewiesen gewesen. Das ist der Mann, der von sich behauptet, dass er sich noch nie geirrt hat.
                
       Der Mann kann sich auch gar nicht irren, solange er nur Wenn-Dann-Aussagen macht. Er kann sich dann höchstens verrechnen!
                
       Dummerweise, wird das in der Presse gerne vergessen und es bleiben nur die Dann-Aussagen übrig, die als Wahrheiten in Umlauf gebracht werden. Das Problem sind letztlich die Prämissen und hier darf man Zweifel anmelden.
                
       Nationalkonservative zählen gerne Noch-Kinderlose und Eltern, deren Kinder außer Haus leben zu den "Kinderlosen". Eltern werden zur Minderheit stilisiert und Singles haben angeblich die Herrschaft übernommen.
                
       Außerdem wird ein enger Zusammenhang von Wohlstand und Bevölkerungswachstum behauptet.
                
       Die historische Demographie bleibt einen solchen Beweis jedoch schuldig und auch die Ökonomie kann nur mit unbeweisbaren Behauptungen aufwarten. In historischer Perspektive bedeutete Kinderreichtum Elend und Armut für weite Teile der Bevölkerung.
                
       Man kann aber auch Herrn KEESE einen ungesunden Ehrgeiz vorwerfen. Wer vollmundig behauptet, dass 820.000 Babys pro Jahr ein Kinderspiel seien, und der nun mit ansehen muss, dass die Geborenenzahlen voraussichtlich im Jahr 2005 unter 700.000 gefallen sind, der sieht natürlich seine Felle davon schwimmen.
                
       Vielleicht ist also Herr KEESE der wahre Leugner, weil er den Deutschen unrealistische Ziele vorgegeben hat!
                
       Ein Manager müsste die Konsequenzen ziehen und den Hut nehmen, KEESE dagegen pöbelt gegen Kinderlose. Das ist unsere Ich-zuletzt-Elite...
                
       Ach ja, die WamS beginnt heute mit ihrer - bereits letzte Woche angedrohten - Familienserie. Da geht es um die wahren Helden. Angeblich soll damit die abstrakte Debatte anschaulicher werden. Dies liest sich dann z.B. folgendermaßen:
                
       "Stolz ist sie auch darauf, daß sie ihren zweiten Mann gewonnen hat. Vor zwei Jahren war Sven Schlösser noch ein echter Single, mit all den Frei- und Leerräumen, die ein solches Leben mit sich bringt. Er hat sich lange und schwer überlegt, gibt er zu, ob er das machen soll: die Beziehung zu seiner Freundin zu vertiefen und sich damit zwei Kinder ins Leben zu holen. »Es gab mich nicht solo«, erinnert sich Susanne Schlösser, »es gab mich nur mit Anhang.« Sven Schlösser hat dann ja gesagt, »es hat einfach gepaßt«. Seine Frau sagt: »Ich erkenne ihm das hoch an, so einen gewaltigen Schritt getan zu haben.« Es sei eben Glückssache gewesen."
                
       Ob das wirklich jemand lesen will, das muss jeder selber entscheiden. Zwischendurch gibt es dann immer noch Orientierungshilfen für diejenigen, denen selbst diese Storys nicht den vorgegebenen Weg gewiesen haben.
 
  • CW/RSO (2006): Väter an der Wiege.
    CDU ringt mit sich selbst um das Elterngeld. Die Vorschläge der Ministerin schmecken nicht jedem in der Union,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.04.
    • Kommentar:
      Das Porträtfoto sagt bereits alles: unser aller Betschwester betet für uns verirrte Schafe, die wir vom richtigen Weg abgekommen sind...
 
  • SCHMID, Thomas (2006): Das alte Lied,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.04.
    • Inhalt:
      Für den 68er Thomas SCHMID will Ursula von der LEYEN aus dem "Modell »Kinder und Karriere« eine neue Norm" machen, "die um so verbindlicher wirkt, als die siebenfache Mutter für die spielerische Verwirklichung des Modells im XXL-Format zu stehen scheint".

                
       Das "Bündnis für Erziehung" nimmt er deshalb nicht ernst und sieht darin lediglich ein Trostpflaster für die enttäuschten konservativen Unions-Anhänger.
 
  • KAUBE, Jürgen (2006): Bildungsexpansion als Trickbetrug.
    Eine Studie behauptet: Um Arbeitslosigkeit zu verstecken, betreibt die deutsche Politik seit den siebziger Jahren die Erhöhung der Studentenzahlen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.04.
    • Inhalt:
      Jürgen KAUBE stellt die Studie "Too Much to Die, too Littel to Live: Unemployment, Higher Education and University Budgets in Germany" von Thomas PLÜMPER und Christina J SCHNEIDER vor:

                
       "Um 1970 wurde noch geschätzt, daß die gesamten Kosten des Hochschulsystems sich binnen zehn Jahren verfünfzehnfachen und auf 100 Milliarden belaufen würden, 1980 waren es dann aber nur 10 Milliarden. Das war nicht zuletzt einer Lenkung der Studentenströme zu verdanken. Die Sozial- und Geisteswissenschaften wuchsen, was die Studenten angeht, nach 1975 am stärksten. Umgekehrt lag ein Numerus cluasus - seit 1972 durch zentrale Vergabe kontrolliert - vor allem auf teuren Studiengängen. (...).
      Auch heute läßt man Studiengänge, die zu wenig oder nichts führen, gern überlaufen, um hohe Studierquoten vorzeigen zu können."
   

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