[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 23.-25. April 2006
News 19.-22. April 2006
News 11.-18. April 2006
News 08.-10. April 2006
News 05.-07. April 2006
News 03.-04. April 2006
News 01.-02. April 2006
News 28.-31. März 2006
News 25.-27. März 2006
News 23.-24. März 2006
News 22. März 2006
News 21. März 2006
News 20. März 2006
News 19. März 2006
News 17.-18. März 2006
News 16. März 2006
News 15. März 2006
News 14. März 2006
News 09.-13. März 2006
News 07.-08. März 2006
News 05.-06. März 2006
News 04. März 2006
News 01.-03. März 2006
News 21.-28. Februar 2006
News 16.-20. Februar 2006
News 10.-15. Februar 2006
News 05.-09. Februar 2006
News 01.-04. Februar 2006
News 25.-31.Januar 2006
News 20.-24.Januar 2006
News 14.-19.Januar 2006
News 08.-13. Januar 2006
News 01.-07. Januar 2006
News 25.-31.Dezember 2005
News 21.-24.Dezember 2005
News 16.-20.Dezember 2005
News 13.-15.Dezember 2005
News 05.-12.Dezember 2005
News 01.-04.Dezember 2005
News 27.-30.November 2005

News 20.-26.November 2005
News 05.-19.November 2005
News 01.-04.November 2005
News 23.-31. Oktober 2005
News 19.-22. Oktober 2005
News 13.-18. Oktober 2005
News 09.-12. Oktober 2005
News 01.-08. Oktober 2005
News 09.-30. September 2005

News 02.-08. September 2005
News 01. September 2005
News 27.-31. August 2005
News 24.-26. August 2005
News 18.-23. August 2005
News 11.-17. August 2005
News 05.-10. August 2005
News 01.-04. August 2005
News 25.-31. Juli 2005
News 20.-24. Juli 2005
News 16.-19. Juli 2005
News 11.-15. Juli 2005
News 06.-10. Juli 2005
News 01.-05. Juli 2005

News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 26. - 28. April 2006

 
 
     
       
   

Zitat des Monats:

"Er sei es gewohnt, Distanzen zu ertragen, erklärt Chris, er sehe ja sogar seine Freundin Anika nur dreimal im Jahr, noch nicht einmal an Feiertagen. Dass sie sich an Weihnachten verabreden würden, sei klar, denn da müssten sie beide nie arbeiten, aber Ostern zum Beispiel, er könne sich nicht daran erinnern wie er die letzten Osterfeste verbracht hätte. »Irgendwie ging Ostern meistens an mir vorbei, ich habe noch nicht einmal Eier gekauft. Manchmal überweist meine Oma ein Osterei auf mein Konto. Ostern ist ein typisches Pärchenfest. Die Pärchen fahren für ein paar Tage raus, ein bisschen ins Grüne. Aber wenn man alleine ist oder die Freundin irgendwo in der Pampa, auf dem Land, aber leider in einem anderen, dann feiert man Ostern eben nicht. Oder man führt zu den Eltern. Aber ich will, ehrlich gesagt, nicht mit meinen Eltern zu dritt am Frühstückstisch sitzen, Vivaldi hören und bunte Schalen in den Eierbechern stapeln. Diese Festtage werden doch echt überschätzt.«"
(aus: Nikola Richter "Die Lebenspraktikanten", 2006, S.51f.)

 
 
   
 
  • DPA (2006): Geburten erreichen Rekordtief.
    Negativtrend seit 1972 hält an. Migration wird immer wichtiger,
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.04.
    • Kommentar:
      Anlässlich des Erscheinens von SCHIRRMACHERs Buch kam die Welt auf die glorreiche Idee, man könne doch mal wieder ein Geburtenrekordtief verkünden.

                
       676.000 Geburten kündigten uns MÜLLER & PETER für 2005 an. Jetzt kommt die Frankfurter Rundschau und bringt - wie von single-dasein.de erwartet - rechtzeitig zur Debatte um das Elterngeld eine Dpa-Meldung in Umlauf, in der uns jetzt nicht mehr als 690.000 Geburten versprochen werden.
                
       Das sind immerhin bis zu 14.000 Geburten mehr als am 14. März. Nur wird verschwiegen, dass diese Prognose des Statistischen Bundesamtes bereits am 20. Januar 2006 publiziert wurde.
                
       Man holt also alte Meldungen aus der Mottenkiste heraus, um sie uns als aktuelle Sensation zu verkaufen. Wie lange lassen wir uns solche Praktiken eigentlich noch bieten?
 
  • BUHR, Elke (2006): Er ist der Apfelmann.
    Jochen Distelmeyer und seine Band Blumfeld präsentieren auf ihrem neuen Album und rechtzeitig zur Tournee "Verbotene Früchte",
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.04.
 
  • ELTERNGELD-Debatte

    • ROSS, Andreas (2006): Die Krise der Wohlstandskinder,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.04.
    • KILB, Andreas (2006): Zeigt her eure Kinder.
      Worüber der neue Familienbericht nichts zu sagen weiß,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.04.
      • Inhalt:
        KILB empört sich darüber, dass Erfolglose sich - dank Sozialstaat - genauso wie Reiche -  dank ihres Vermögens - vehement vermehren, während die Mittelschicht schrumpft:

                  
         "Das untere Veirtel oder Fünftel der Gesellschaft, in dem Kinder via Kindergeld, Sozialhilfe, Mitzuschuß und Kleiderzulage zur Existenzsicherung gehören, reproduziert sich (...) durchaus, und auch die oberen drei oder vier Prozent mit ihren Dritt- und Viertkindern sind nicht vom Aussterben bedroht. Es gibt Dauerarbeitslosigkeit in dritter und vierter Generation, und es gibt Villen am Wann- und Chiemsee, die vor Nachwuchs bersten.
                  
         Was schrumpft, sind die mittleren zwei Drittel der sozialen Pyramide: die Mittelschicht."
    • FRAS, Damir & Daniela VATES (2006): Der teure Partnerbonus.
      Mit der Einigung auf zwei Vätermonate scheint der Streit um das Elterngeld beendet. Doch Finanzexperten rügen die Mehrkosten, und Sozialpolitiker wollen ALG-II-Empfänger besser stellen,
      in: Berliner Zeitung v. 28.04.
    • MARON, Thomas (2006): Fronten verhärtet.
      Elterngeld bleibt strittig,
      in: Frankfurter Rundschau v. 28.04.
    • WINKELMANN, Ulrike (2006): Für und gegen mehr Staat.
      CDU: Zu den neoliberalen kommen die Neokonservativen,
      in: TAZ v. 28.04.
    • EUBEL, Cordula & Hans MONATH (2006): Der Wert der Familie.
      Die große Koalition will ein Elterngeld einführen – der Staat soll eine Art Lohnersatz für Mütter und Väter zahlen. Was können Mütter und Väter künftig vom Staat erwarten?
      in: Tagesspiegel v. 28.04.
    • MARTENSTEIN, Harald (2006): Warum Kinder frei machen,
      in: Tagesspiegel v. 28.04.
      • Inhalt:
        "
        Der Staat darf Kindergeld bezahlen, auch an Wohlhabende, denn es ist wünschenswert, dass Kinder geboren werden. Von Ledigen darf der Staat deutlich höhere Steuern verlangen als von Verheirateten. Wer nicht heiratet oder sich scheiden lässt, wird bestraft. Es ist eben wünschenswert, dass geheiratet wird.Der Staat darf das. (...).
                  
         Nach Ansicht des CSU-Generalsekretärs Markus Söder darf der Staat aber auf gar keinen Fall finanzielle Vorteile an die Bedingung knüpfen, dass Männer aus dem Beruf aussteigen und sich um ihre Kinder kümmern. Dies, und offenbar nur dies, wäre ein Verstoß gegen elementare Freiheits- und Menschenrechte.
                  
         Konservative neigen traditionell dazu, Ver- und Gebote auszusprechen. Bei jedem Problem rufen sie: »Verschärft die Gesetze!« Sie sind wirklich nie besonders heftige Freiheitsapostel gewesen. Nun hegen sie aber in ihrer Brust eine Urangst vor dem Kleinkind, die stärker zu sein scheint als alle politischen Prinzipien. Sperrt Söder einen Tag lang mit Drillingen zusammen, und er tritt in die FDP ein, nach zwei Tagen ist er Anarchist", meint Harald MARTENSTEIN.
 
 
  • Eva Hermans antifeministischer Cicero-Artikel  in der Debatte

    • SCHMITT, Cosima (2006): Vom Glück des Stilles.
      Im "Cicero" beschwört Eva Herman ihre Geschlechtsgenossinnen, die Emanzipation links liegen zu lassen und sich wieder auf das Glück zu besinnen, das aus ihrem gebärfreudigen Becken kommt,
      in: TAZ v. 28.04.
    • ZUCKER, Renée (2006): Da staunt die Feministin!
      Ist Eva Hermans "Cicero"-Artikel ein Coup des Patriarchats? Haben die Neocons sie losgeschickt, den Feminismus zu schleifen? SPIEGEL-ONLINE-Autorin und Mutter Renée Zucker ahnt Böses. Und weiß: Frauen gehören an den Unruhe-Herd,
      in: Spiegel Online v. 28.04.
      • Inhalt:
        "
        Nun ist sie nicht die Erste, die sich diese Frage stellt, ihre Gedanken sind weder originell noch anregend.
                  
         Sie sind vielmehr ein Aufguss der Ideen Philip Longmans, jenes Fellows des Neocon-Think-Tanks »New America Foundation«, der seinem Buch über den Bevölkerungsrückgang in westlichen Gesellschaften »The Empty Cradle« einen auch hierzulande in einschlägigen Kreisen andächtig zitierten Aufsatz folgen ließ, in dem er die Rückkehr des Patriarchats voraussagte", meint Renée ZUCKER.
    • MOHR, Reinhard (2006): Mutteralarm in Deutschland.
      Eine Hölle namens Familie,
      in: Spiegel Online v. 28.04.
      • Inhalt:
        "
        Es gibt kein Zurück in eine vermeintlich heile Welt, sondern nur die Suche nach neuen Formen und Kombinationen. Phantasie ist gefragt statt simpler Nostalgie, Kreativität statt reaktionärem Kitsch", meint Reinhard MOHR.
 
  • DAX, Max (2006): "Mir geht es nicht um Natur".
    "Ich singe, was ich sehe": Jochen Distelmeyer ist der Sänger der Hamburger Band Blumfeld, die mit "Verbotene Früchte" heute ihr neues Album veröffentlichen. Ein Gespräch über Einflussangst und Folkmusik, Tierschutz und politische Militanz ,
    in: TAZ v. 28.04.
 
  • GROSS, Thomas (2006): Von der Boheme zur Unterschicht.
    Job, Geld, Leben – nichts ist mehr sicher. Eine neue Klasse der Ausgebeuteten begehrt auf: Das Prekariat,
    in: Die ZEIT Nr.18 v. 27.04.
    • Kommentar:
      Thomas GROSS liefert einen kurzen historischen Abriss der Debatte um die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse, die er Anfang der 80er beginnen lässt. Den Durchbruch der Debatte verlegt GROSS auf die Jahrtausendwende:

                
       "Virulent wurde der Prekarisierungsdiskurs erst, als Anne und Marine Rambach in ihrer 2001 erschienenen Streitschrift Les intellos précaires (»Die prekären Intellektuellen«) das Bild einer Intelligenz entwarfen, die mit dem Widerspruch leben muss, bei relativ hohem Sozialstatus immer schlechteren Arbeitsbedingungen ausgesetzt zu sein – und damit in Frankreich einen Bestseller landeten. Neu an der Debatte sind also nicht ihre Sachverhalte, neu ist die Tatsache, dass diese die urbanen Mittelschichten ergriffen haben."
                
       In dem lesenswerten Sammelband "Generationen" behauptet der Kulturwissenschaftler Kaspar MAASE, dass wir im Zeitalter der postheroischen Generationen angelangt seien.
                
       Es stellt sich also die Frage, ob die "Klasse" des Prekariats den Generationendiskurs in Zukunft ganz erledigt oder ob sich die Prekarisierten zu einer heroischen Generation zusammenfinden.
                
       Bislang deutet nicht viel darauf hin, dass entweder das eine oder das andere zutreffend sein könnte. Die Hackordnung der Prekarisierten deutet eher darauf hin, dass sich eine neue Arbeitsordnung entwickelt. Die urbanen Penner könnten zur neuen Mittelschicht mutieren - analog zu den Bobos, den Kriegsgewinnler der Alternativbewegung.
                
       Wenn Thomas GROSS die Debatte um die Prekarisierung mit der Neuen Bürgerlichkeit verknüpft, dann ist da die neue Unterschichtenliteratur auch nicht weit.
 
  • HILDEBRANDT, Tina & Elisabeth NIEJAHR (2006): Männer an den Herd.
    Mit »Vätermonaten« heizt die CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen in ihrer Partei einen Kulturkampf an – und scheint ihn zu gewinnen,
    in: Die ZEIT Nr.18 v. 27.04.
    • Kommentar:
      Die Debatte um das Elterngeld leidet an einem blinden Fleck.

                
       Die Behauptung, dass einst eine Generation zur Entscheidung zwischen Kind und Karriere gezwungen gewesen sei und dies nun der jungen Generation nicht mehr zuzumuten sei, vernachlässigt den entscheidenden Wandel: die Zunahme der Akademikerinnen durch die Bildungsexpansion der 70er Jahre.
                
       Der Anteil der Akademikerinnen ist von 2-3 % (1971) auf ca. 30 % (2003) angestiegen. Dagegen ist der Anteil der kinderlosen Akademikerinnen im gleichen Zeitraum gesunken.
                
       Das Vereinbarkeitsproblem jener Akademikerinnen, die im eigenen Elternhaus keinerlei Vorbilder hatten, ist völlig verschieden von der heutigen Situation, da eine akademische Müttergeneration heranwächst, die aus einem akademischen Elternhaus kommt.
                
       Die wichtigste Scheidelinie verläuft deshalb zwischen der Geburtselite und den Aufsteigerinnen. Es stellt sich deshalb die Frage, welche Konsequenzen das Elterngeld für die einen oder die anderen hat.
                
       Es gibt also möglicherweise gar nicht jene viel beschworene Kontinuität des Vereinbarungsproblems, sondern es muss davon ausgegangen werden, dass das Vereinbarkeitsproblem für Aufsteigerinnen größer ist als für die Geburtselite.
                
       Wenn aber nicht zwischen den unterschiedlichen Lebenslagen innerhalb der Akademikerinnengruppe differenziert wird, dann könnten sich bald ganz andere Probleme ergeben.   
 
  • BALZER, Jens (2006): Obst, Tiere, Transportwesen.
    Auf ihrem neuen Album stellen sich Blumfeld den zentralen Fragen der Existenz,
    in: Berliner Zeitung v. 27.04.
    • Kommentar:
      Die Berliner Zeitung hält sich nicht lange mit Pro und Contra auf, hält nichts von postmoderner Erwachsenendefinition, sondern kommt gleich zum Kern.

                
       Jens BALZER weiß was junge Männer wollen, wenn sie reifen:
                
       "»Lass uns nicht über Sex reden« hieß das prägnanteste Stück ihrer frühen Jahre, unter dem Mantel politischer Melancholie ging es damals in Wahrheit vor allem um eins: um den Wunsch gedankengetriebener junger Menschen, mit dem Gerede aufzuhören und endlich zu kopulieren. Die Melancholie, die aus ihren Stücken erklang, war immer die Melancholie nach dem ersehnten Koitus.
                
       Lange, zu lange haben sich Blumfeld damit begnügt, diese Melancholie zur existenzialistischen Position zu überhöhen. Das kam bei unausgelasteten jungen Männern eine Weile gut an; doch eigentlich haben ihre Songs und die damit verbunden Posen schon seit »L'état et moi« (1994) meistens genervt. Auf »Verbotene Früchte« ist das vollkommen anders: Endlich haben Blumfeld herausgefunden, womit man sich nach dem Ende des Sex trösten kann. Mit der Hoffnung auf das, was dabei entsteht und den Augenblick übersteigt: dass Samen und Ei sich zum Kinde verbinden."
                
       Poplinkskulturintellektualität reimt sich ab sofort müllerwesternhagenhaft auf Elternschaft. Jene, die sich diesem demografischen Trend der Zeit verweigern, halten Blumfeld dagegen für onkelhaft.
 
  • WIDMANN, Arno (2006): Doppelte Lottchen,
    in: Berliner Zeitung v. 27.04.
    • Kommentar:
      Der 68er Single-Rhetoriker Arno WIDMANN nimmt eine Kritik der katholischen Familienfundamentalisten zum Anlass, um sich über die Berechnung der Familienförderung zu erregen. Familienfundamentalistische Lobbygruppen haben ein berechtigtes Interesse, die Familienförderung klein zu rechnen.

                
       Dass Haushaltsposten in Debatten Doppelfunktionen haben können, ist ja keineswegs sensationell.
                
       Dass aber der Umfang der Familienförderung davon abhängt, was dazu und was nicht dazu gezählt wird, darüber wissen Singles spätestens Bescheid, seit mit dem familienfundamentalistischen Institut von Hans-Werner SINN und dem Kieler Institut für Weltwirtschaftsforschung zwei konkurrierende Berechnungsansätze existieren.
                
       Man darf sicher sein, dass ein anderes Institut wiederum andere Rechnungen aufstellen würde.
 
  • GRATON, Elise (2006): Heuschnupfen der Hipster.
    Moritz von Uslar erfindet einen Zeitgeist-Journalisten in Berlin-Mitte,
    in: Berliner Zeitung v. 27.04.
    • Inhalt:
      "
      Gieseking verkörpert die latent-depressive Stimmung einer Generation, der nichts neues geboten wird. Trotz bissiger Kritik scheitern aber seine Versuche, sich über seine Artgenossen zu erheben. Die Trennung zwischen »Coolen« und »Uncoolen« existiert nicht mehr. Wo fast jeder Techno-Musik und Drogen kennt, Originalität über die Bekleidung beweist und Kritik übt sowieso, läge Unkonventionalität in biederer Normalität. Aber das ist doch zu langweilig. Gieseking spiegelt den Zeitgeist, in dem er selber steckt, so scharf wieder, dass es schmerzt. Nur die Reflexionen darüber nerven", meint GRATON zum Roman "Waldstein" von Moritz von USLAR.
 
 
 
  • Der 7. Familienbericht der Bundesregierung in den Medien

    • OESTREICH, Heide (2006): Die ökonomisierte Familie,
      in: TAZ v. 26.04.
    • KAMANN, Matthias (2006): Wunsch und Wehleid,
      in: Welt v. 26.04.
    • EUBEL, Cordula (2006): Familiestudie.
      Kinder nicht nur Privatsache,
      in: Tagesspiegel v. 26.04.
    • STEGEMANN, Thorsten (2006): Die Familie: das "Zukunftsmodell unserer Gesellschaft".
      Es gibt viel zu tun: In Berlin wurde der siebte Familienbericht vorgestellt und etwa das Problem der "spezifisch deutschen Lebensverlaufsplanung" aufs Korn genommen,
      in: Telepolis v. 26.04.
      • Kommentar:
        STEGEMANN möchte uns das deutsche Dilemma der Lebensverlaufsplanung vor Augen führen und zitiert deshalb folgende Sätze aus dem 7. Familienbericht:

                  
         "So kann man in Frankreich z.B. vom Hilfslehrer zum Professor aufsteigen - und zwar noch im Alter jenseits der aktiven Elternschaft. Deutschland hingegen kennt eine »rush hour des Lebens«. Deutsche Akademikerinnen nehmen sich nach Ausbildungsabschluss und Berufseinstieg etwa 5 Jahre Zeit, um sich für oder gegen Kinder zu entscheiden. Das macht bei einer Lebenserwartung von fast 100 Jahren für Frauen des Jahrgangs 1970 einen Lebensanteil von 2% aus!"
                  
         Warum heißt es nicht von der Hilfslehrerin zur Professorin, obwohl hier doch die Frauen gemeint sind? Und warum muss die Lebenserwartungs-Avantgarde zur Erläuterung herhalten?
                  
         Der Bevölkerungsstatistiker Gerd BOSBACH hat darauf hingewiesen, dass nur 1,3 % der neugeborenen Mädchen 100 Jahre alt werden.
                  
         Warum werden Sachverhalte eigentlich nicht an Normalos sondern an Exoten erläutert?
                  
         Die deutsche Akademikerin ist zudem eine Vielheit, d.h. die Geburtenrate und das Erstgebäralter von Akademikerinnen in Deutschland unterscheidet sich sowohl nach Region (Ost - West) als auch nach Studienfachwahl.
                  
         Müssen also Exoten herhalten, um ein Phänomen zu erläutern, das nur für ganz spezielle Fälle gilt?
                  
         Man kann natürlich die Probleme von Spitzenmüttern zur Chefsache erklären, man sollte dann aber so ehrlich sein und dazu sagen, dass damit die GeburtenZAHLEN nicht entscheidend erhöht werden können.
                  
         Deutschland muss sich entscheiden, ob es eine Leuchtturm-Mütterpolitik will, von der vor allem die Erfolgreichen profitieren oder ob Familienpolitik nicht heißt, dass man den unterschiedlichen Lebenslagen von Kindern und Eltern gerecht wird.
 
  • BLUM, Thomas (2006): Leon muss Pipi.
    Kinderwagenschiebezeit,
    in: Jungle World Nr.17 v. 26.04.
    • Kommentar:
      Familienfundamentalisten und Sozialpopulisten können endlich aufatmen!

                
       Thomas BLUM liefert ihnen den seit langem ersehnten Artikel eines Kinderhassers. Jetzt darf fleißig zitiert werden...
 
  • WAIBEL, Ambros (2006): Die Boheme strebt.
    Die Boheme ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Ein Text aus der Niemandsbucht,
    in: Jungle World Nr.17 v. 26.04.
    • Kommentar:
      Nachdem Diedrich DIEDERICHSEN bereits in der Berliner Stadtzeitung zitty einen Abgesang auf die Bohème geliefert hat, schwelgt nun Ambros WAIBEL nochmals in seinen Bohème-Erinnerungen, die mit Songs der Lassie Singers verbunden sind, bevor er resümiert:

                
       "Wenn alle Winkel, in die sie sich einnisten konnte, sozialpolitisch ausgeleuchtet und versiegelt werden, muss die Boheme etwas tun, was sie noch nie getan hat: Sie muss sich stellen. Sie muss eine vernünftige Ausbildung machen, muss Kinder zeugen, muss Berufsschullehrer werden.
                
       Und in all die Institutionen, in die sie damit zwangsläufig gerät, muss sie den Geist des radikalen Unernstes, der Entspanntheit, der Muße und des Genusses tragen, so, wie aus den Gammlern der sechziger Jahre die engagierten und fleißigen Achtundsechziger wurden."
                
       Da darf man gespannt sein, wenn die Bohème den Marsch durch die Institutionen antritt...
  • STAHL, Enno (2006): Wenn ein jeder zum Krämer wird.
    Die Zahl der prekär Beschäftigten wächst. Aber das Prekariat hat nicht dieselben Interessen wie die Industriearbeiterschaft und ist sehr heterogen,
    in: Jungle World Nr.17 v. 26.04.
    • Kommentar:
      Enno STAHL referiert über die gegenseitigen Abneigungen von Beschäftigten jenseits des Normalarbeitsverhältnisses.

                
       Die Spitzenposition in der Hackordnung der Prekarisierten nehmen zurzeit wohl die urbanen Penner ein.
                
       Jüngere dürfen sich dagegen mit den "Lebenspraktikanten" oder der "Generazione 1000 Euro" identifizieren.
                
       Die Elitensoziologie der Generation Berlin spaltet mittels Inklussion-Exklussion-Trendvokabeln und Anwälte der Exklussionsklientel sprechen gerne von Working Poor.
                
       Man darf sicher sein, dass noch nicht aller Begriffe Abend ist...
  • YÜCEL, Deniz (2006): In Holzschuhen.
    Projekt Leben,
    in: Jungle World Nr.17 v. 26.04.
 
  • FANIZADEH, Andreas (2006): Alter Zombie Migration.
    Die Debatte um die demografische Entwicklung Deutschlands ist eng mit der um die Zuwanderung verknüpft: Konservative Intellektuelle wie Botho Strauß oder Frank Schirrmacher versuchen, einen ethnischen Kern der Gesellschaft zu propagieren,
    in: TAZ v. 26.04.
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom   23. - 25. April 2006

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2007
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 14. Juni 2007 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002