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News vom
16. März 2006
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Zitat
des Monats:
"Frauen,
die einsam sind, haben in der Wahrnehmung der Außenwelt »keinen
abbekommen«. Außer sie sehen aus wie Cameron Diaz, lachen
wie Penélope Cruz und haben einen Körper wie Helena Christensen.
Einsame Frauen haben ein massives Imageproblem. Während Männer
sich als »einsame Wölfe« in ihrer Selbstversunkenheit suhlen und
stilisieren dürfen (...), müssen Frauen noch sehr häufig
defensiv auftreten. Die selbstbewußte Singlefrau ohne tristen
feministischen Überbau und verhärmte Jungfern-Ideologie wurde Anfang des 21.
Jahrhunderts erst durch TV-Serien wie
»Sex and the City« salonfähig. Die einsame Frau wurde sexy
und aufregend, für Männer jeden Alters Herausforderung wie
Verlockung. Und dennoch scheint sich dies noch nicht
herumgesprochen zu haben.
In Deutschland
haben einsame Frauen noch das größte Emanzipationspotential.
Insofern kann man dieses Buch auch als feministisches lesen.
Über Jahrhunderte waren einsame Frauen als Hexen oder alte
Jungfern Außenseiter. Im Laufe der Emanzipation des 20.
Jahrhunderts hat sich das langsam geändert, aber erst jetzt
werden Frauen, die zu ihrer Einsamkeit stehen,
selbstverständlich.
(...).
Der einsame Mann
mißversteht sich als Held und verkennt, daß er in einer auf
Familie und Gemeinschaft ausgerichteten Gesellschaft ein
Mängelwesen ist. Gleichzeitig fungiert er in bürgerlichen
Gesellschaften als Leitbild eines konsequenten Individualismus:
Sein Freiheitsdrang schreckt auch vor den
Härten absolut verstandener Bindungslosigkeit nicht zurück.
Aber souverän und nicht pathologisch ist das Einsam-sein-Können
nur, wenn ihm gleichwertig das Mit-anderen-sein-Können
gegenübersteht."
(aus:
Ulf Poschardt "Einsamkeit", 2006, S.48f. & 74f.)
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-
- Kommentar:
Die Studie ist als PDF-Datei (über 3MB) auf
der Seite des Berlin-Instituts downloadbar.
Bereits im April 2004
hat das Institut die demografische Lage gesichtet.
Single-dasein.de wird diese beiden Studien vergleichen.
Dann wird sich zeigen, ob die
gegenwärtige Hysterie berechtigt ist, oder ob wir es hier nur mit
einer Schützenhilfe für das Elterngeld zu tun haben.
In einem Interview mit der
Berliner Zeitung hat der Bevölkerungswissenschaftler
Herwig BIRG den Beitrag des Elterngeldes zur Geburtenförderung auf
die zweite Stelle hinter dem Komma veranschlagt. Unsere erfolgreiche
Elite nimmt auch dieses Geld mit.
- KAHLWEIT, Cathrin (2006): Die Angst
vor dem Kind,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
- Kommentar:
Wir werden bis zur Verabschiedung des Elterngeldes
immer wieder mit angeblich neuesten Schreckensmeldungen über den
Geburtenrückgang bombardiert werden.
Es ist die
Stunde der Leitartikler.
Cathrin KAHLWEIT liefert einen Wohlfühlartikel für Eltern ab. Die
dürfen sich auf die Brust klopfen: Wir sind keine Angsthasen!
KAHLWEIT meint, dass die Situation eine Bankrotterklärung der
Politik sei. Dies ist nur die halbe Wahrheit.
Es ist auch die Bankrotterklärung der
Leitartikler.
Der Versuch
mit Alarmismus das Gebären zu fördern ist gründlich in die Hosen
gegangen. Die Menschen haben einfach ihre Kinderwünsche den
alarmistischen Meldungen angepasst.
Wenn
KAHLWEIT von sinkenden GEBURTENRATEN spricht, dann ist sie eine
Hellseherin. Der Rückgang der GEBURTENZAHLEN, der prognostiziert
wird, kann genauso gut mit einer steigenden Geburtenrate
einhergehen.
Die
"Verwechslung" - ob bewusst oder nur aus Schlamperei - dieser beiden
Dimensionen deutet darauf hin, dass hier die Stimmung angeheizt
werden soll, statt sachlich zu diskutieren.
Dies nützt
weder Eltern noch Kinderlosen.
- ZYLKA, Regine (2006): Deutschlands
Osten schrumpft.
Serie:
Volk mit Falten,
in: Berliner Zeitung v. 16.03.
-
SCHUH, Hans (2006): Systematischer Frauenklau.
Demografische Analysen
zeigen: Städte ziehen junge Frauen an, im Osten droht regional der
Niedergang,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 16.03.
-
MÜLLER, Uwe & Joachim PETER (2006):
"Es droht Einwohnerkannibalismus".
Berliner Institut blickt in
die demographische Zukunft - Durch Deutschland zieht sich eine
"Verlustschneise" von Görlitz bis Gelsenkirchen,
in: Welt v. 16.03.
-
SCHRÖDER, Miriam (2006): Der Osten verliert, der Süden profitiert.
Eine aktuelle Studie zeigt:
Große Teile Ostdeutschlands und manche Gebiete im Westen verlieren
schon jetzt dramatisch viele Einwohner. In den nächsten 15 Jahren
drohen ganze Landstriche auszubluten,
in: Spiegel Online v. 15.03.
- Kommentar:
Spiegel Online bläst die Studie
gleich zu einer ganzen Serie über das
"Verlorene Land, verlassene Land"
auf.
Der 68er Jochen BÖLSCHE erzählt Wohlfühlgeschichten
(MARTENSTEIN), denn hierzulande boomt nur noch die
Apokalypse-Industrie.
In den 70er und 80er Jahren sind die 68er extra in
die Toscana und die Provence gefahren, um sich in den
niedergehenden Regionen zu erholen oder sogar für immer
niederzulassen. Warum also plötzlich diese Aufregung?
Offenbar
verstellt der demografische Tunnelblick einen nüchternen Blick auf
die Realitäten: Wenn Wirtschaft und Politik ganze Regionen fallen
lassen - dafür hat zuletzt Jens BISKY unter viel Beifall plädiert
- dann ist es ziemlich verlogen, wenn dies als demografischer
Wandel debattiert wird. Die Menschen tun nur das, was unter den
gegebenen Bedingungen sinnvoll ist.
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RÜHLE, Alex (2006): Abwärts.
"Wir müssen die ökonomischen
Vorteile der Kinderlosigkeit abbauen": Der Soziologe Franz-Xaver
Kaufmann über den deutschen Bevölkerungsschwund,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
- Kommentar:
Franz-Xaver KAUFMANN hat mit seinem neuen Werk
"Schrumpfende Gesellschaften"
den Weg seriöser Wissenschaftlichkeit verlassen und stattdessen eine
nationalkonservative Kampfschrift verfasst.
Im
Gespräch mit Alex RÜHLE hält sich KAUFMANN jedoch - anders als in
seinem Buch - weitgehend bedeckt:
"SZ:
Die zentrale sozialpolitische Aufgabe des kommenden Jahrzehnts liegt
für Sie darin, dass die Kinderlosen, also diejenigen, die »nicht in
das Humankapital der nachwachsenden Generation investieren, in
äquivalenter Weise zur kollektiven Zukunftsvorsorge beitragen
müssen, nämlich durch zusätzlichen Konsumverzicht und die Bildung
von Ersparnissen«. Wie stellen Sie sich das denn in einer Demokratie
vor?
Kaufmann: Ich
gestehe zu, dass die Forderung nach einem Altersvorsorgezwang für
Personen, die - manchmal aus für sie tragischen Gründen - keine
Elternverantwortung übernehmen, noch als politisch unkorrekt gilt.
Es ist aber praktisch unmöglich, Familien ausreichend zu fördern,
ohne die ökonomischen Vorteile der Kinderlosigkeit abzubauen.
Diese Einsicht
wird sich durchsetzen. Was die Politik daraus macht, ist schwer zu
sagen."
Was
KAUFMANN jedoch vorzuwerfen ist: Er sagt BEWUSST nicht, was er unter
Kinderlosigkeit versteht.
In
den Sozialwissenschaften wird der Anteil der dauerhaft Kinderlosen
auf ca. 20 % geschätzt.
Der
Anteil der statistischen Kinderlosigkeit, also das was in der
Öffentlichkeit kursiert, beläuft sich dagegen auf 30 - 40 % (weil
auch Noch-Kinderlose und Eltern mit Kindern außer Haus mitgezählt
werden).
Außerdem
besagt die Statistik, dass dauerhafte Kinderlosigkeit eher mit
niedrigen Einkommen einher geht.
Nimmt man
KAUFMANN ernst, dann bedeutet eine Bestrafung der Kinderlosen, dass
der Anteil dauerhafter Kinderlosigkeit zunehmen wird, weil sich
immer weniger überhaupt Kinder leisten können.
Dies ist
auch der Tenor der Elterngelddebatte: Geburtenförderung sollen in
erster Linie die Erfolgreichen erhalten und nicht diejenigen, die
sich Kinder wünschen.
-
AFP/DPA (2006): Keine Kinder - halbe Rente?
Angesichts der sinkenden
Geburtenraten fordern Politiker und Wirtschaftswissenschaftler höhere
Renten für Eltern und Einschnitte bei der Altersversorgung für
Kinderlose,
in: sueddeutsche.de v. 16.03.
- Kommentar:
Die Online-SZ nutzt die Gunst der
Stunde, um singlefeindliche Parolen unter das Volk zu mischen.
Single-dasein.de hat bereits frühzeitig
die Verlogenheit einer Rente nach Kinderzahl (Hans-Werner SINN)
aufgezeigt.
Nicht einmal die demografischen Realitäten stützen diese Forderungen,
wie eine Widerlegung von Susanne GASCHKE zeigt. Daran ändert auch
der neueste Geburtenrückgang (Rückgang der Zahl der Geborenen)
nichts.
Ein
Geburtenrückgang kann sogar mit einer steigenden Geburtenrate
einhergehen, z.B. durch einen Rückgang des Erstgebäralters bei den
jüngeren Frauenjahrgängen. Die Demografen schweigen sich dazu jedoch
bislang aus.
Eine Umfrage der
Online-SZ zeigte um 16:30, dass bei 658 abgegebenen Stimmen 72 %
eine Rente nach Kinderzahl ablehnen.
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RADISCH, Iris (2004): Der Preis des Glücks.
Junge Frauen bekommen überall zu hören: Kriegt Kinder, und
zwar schnell! Über die Folgen werden sie getäuscht. Ein paar unbequeme
Wahrheiten,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 16.03.
- Kommentar:
Die reaktionäre GASCHKE-ZEIT hat für
diese Ausgabe Sendepause.
Der
Artikel von Christine BRINCK über die Freuden
des Frühgebärens hat wütende
LeserInnenbriefe hervorgerufen. Der Artikel war erst gar nicht ins
Netz gestellt worden.
Nun
hat man Iris RADISCH an die Gebär-Front geschickt, um die
aufgebrachten Leserinnen zu besänftigen.
Das
ist alles jedoch doch recht bieder. Die entscheidende Frage wird
erst gar nicht gestellt: Gibt es überhaupt zu wenig Kinder?
Die
Wirtschaft verlangt nach billigen Arbeitskräften und kaufkräftigen
Konsumenten, möchte aber die Reproduktionskosten für den Nachwuchs
nicht mehr bezahlen (sprich Lohnnebenkosten). Den sollen nun die
Eltern zahlen, die wenn die eigenen Kinder aus dem Haus sind, als
Kinderlose an den Pranger gestellt werden.
Der Staat
verlangt nach zahlungskräftigen Steuerzahlern und Beitragszahlern.
Statt jedoch das Kinderkriegen zu fördern, sollen die potenziellen
Eltern - also junge Kinderlose - bestraft werden.
Es gibt
eine Tendenz, diese Fragen auszublenden oder an angebliche
natürliche Sachzwänge zu delegieren.
Zeigt uns
diese Gesellschaft - jenseits der Sonntagsreden und
Reproduktions-Enzykliken - nicht tagtäglich, dass wir alle nur
überflüssig sind?
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DETTLING, Warnfried (2006): Vorsicht, Risiko!
Der Historiker Paul Nolte
liest unserer Gesellschaft gehörig die Leviten – aber wo bleibt die
Analyse?
in: Literaturbeilage der ZEIT Nr.12 v. 16.03.
- Kommentar:
Warnfried DETTLING bedient mit seiner
Besprechung des Buches "Riskante Moderne" von Paul NOLTE die alte
und die neue Mitte gleichermaßen.
Diesen Spagat schafft er durch eine Dreiteilung. Am Anfang und Ende
lobt er den süffigen und tröstenden Sound des Buches, den er in der
Mitte dann jedoch als Mangel an Analyse zerpflückt.
Nach
Meinung von DETTLING sind nicht die Mentalitäten, sondern die
Strukturen unser Problem. Er wirft NOLTE seine Doppelmoral vor:
einerseits lebe er "das Zukunftsmodell der bürgerlichen Familie",
andererseits verkünde er jedoch das Scheitern der Emanzipation und
die neue Geschlechterdifferenz.
Wo
eigentlich Analyse sein sollte, da findet sich bei NOLTE nur
Normatives: "Strukturelle Reformen lehnt er nicht ab: Er wertet sie
ab".
War noch
vor kurzem die Entdeckung der Unterschicht das Markenzeichen des
Paul NOLTE, so stört mittlerweile die Art der Thematisierung.
DETTLING hört einen neuen Ton in dieser Debatte:
"die
Ästhetisierung und Moralisierung sozialer Fragen, die es so bisher
in Deutschland nicht gegeben hat. (...). Von den deserving poor,
von den Armen, »die es nicht besser verdient haben«, spricht man in
anderen kulturellen und sozialen Räumen."
Wenn
DETTLING nun die neue Bürgerlichkeit als Selbstkonstruktion
bezeichnet, die eine neue Unterschicht zur Selbststilisierung
benötigt, dann zeigt dies auch den Bruch zwischen Agenda
2010-Rot-Grün und der Großen Koalition.
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HERRMANN, Ulrike (2006): Klötzchen aus dem Schreibbaukasten.
In den letzten Jahren stieg
der Historiker und Essayist Paul Nolte zum Star unter den politischen
Publizisten auf. Gebannt warteten vor allem seine konservativen Fans
auf das Buch "Riskante Moderne". Doch: Enttäuscht stellen sie fest,
dass er nichts Neues zu sagen hat. Und überziehen ihn mit Häme,
in: TAZ v. 16.03.
- Inhalt:
Ulrike HERRMANN befasst sich ausgiebig mit der
Rezeptionsgeschichte der beiden Werke von Paul NOLTE, denn so sehr
"Generation Reform" in den Himmel gelobt wurde, so sehr wird nun das
neue Buch
"Riskante
Moderne" verdammt. Für HERRMANN
lässt sich das erklären:
"Wie
konnte Nolte zu einem der angeblich »wichtigsten Vordenker«
(Klappentext) avancieren? Er war der erste Konservative, der gesehen
hat, dass Deutschland wieder eine Klassengesellschaft ist. Das sagen
sonst nur Linke jenseits der SPD. Anders als die Linken hat er diese
Einsicht jedoch mit einem patriarchalen Gestus gekoppelt: Die
Unterschichten sollen zur Vollwertkost und zum Lesen erzogen werden,
der Gameboy in den Abfall wandern. Das ist eine neue Form des
Klassenkampfs - er wird nun von den Oberschichten definiert. Diese
Strategie ist inzwischen von den Eliten übernommen worden. Nolte
wird nicht mehr benötigt, wie er jetzt zu spüren bekommt."
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- RULFF, Dieter (2006): Aussichtslos.
Franz Walter malt Deutschlands Perspektive in düsteren Farben,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.03.
- Inhalt:
Dieter RULFF bespricht den Essayband "Die
ziellose Republik" des Göttinger Politikwissenschaftler Franz
WALTER. Er bescheinigt ihm präzise Gegenwartsdiagnosen, vermisst
aber Rezepte zur Überwindung der Krise.
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- BUHR, Elke (2006): Der Abgang.
Ute Scheubs Suche nach dem faschistischen Vater,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.03.
- Inhalt:
"Scheub
(balanciert) gefährlich nah am Selbsterfahrungskitsch. Doch wenn
Scheub exemplarisch am Umfeld des Vaters die Kontinuität der braunen
Seilschaften auch in der Bundesrepublik herausarbeitet, wenn sie die
zerstörerische Wirkung des reuelos falschen Lebens in der Familie
beschreibt, die die heutigen Generationen immer noch beeinflusst,
dann bekommt ihre ganz persönliche Vatersuche dennoch jene
öffentliche Relevanz, die Manfred Augst mit seinem theatralischen
Abgang vergeblich ersehnt hatte",
meint Elke BUHR zum Buch
"Das falsche Leben" der taz-Mitgründerin Ute SCHEUB.
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MOHR, Reinhard (2006): Deutschland, einig Warteland,
Als wäre der eisig-starre
Winter ein Symbol, herrscht Stillstand in Deutschland. 90 Tage vor der
WM regt sich kein Frühlingsgefühl, kein Aufschwungs-Elan. Stattdessen
wird stur gewartet: auf den Jürgen, auf das Streik-Ende und auf die
Rettung durch den "neuen Bürger",
in: Spiegel Online v. 16.03.
- Kommentar:
Die einsame Karrierefrau gehört zu den Mythen
des Westens,
überindividualisierte
Karrieremänner wie Reinhard MOHR posaunen dagegen ihr
Zombie-Lebensgefühl - das sie auf das Land projizieren - in die Welt
hinaus.
Ulf
POSCHARDT hat in seinem Buch
"Einsamkeit" die Kehrseite der coolen
Supersingles à la MOHR in den Mittelpunkt gestellt:
"Der
Individualismus als eigentlicher Motor von Aufklärung und Moderne
gefährdet diese Gesellschaften da, wo sie am weitesten
fortgeschritten und ausdifferenziert sind. Ausgerechnet in den
aufgeklärtesten und modernsten Schichten kippt der Individualismus
in eine Art asozialer Solipsismus um."
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RM-Beilage: Was heißt hier konservativ?
- MISHRA, Robin (2006): Spiel nicht mit
dem Schmuddelwort.
Gegner: Auch bei
SPD, FDP und Grünen gibt es Politiker mit bürgerlichen
Markenzeichen. Weil sie es nicht zugeben wollen, besorgen sie das
Geschäft der Union,
in: Rheinischer Merkur Nr.11 v. 16.03.
- Kommentar:
Zum 60. Jahrestag hat sich der Rheinische
Merkur eine ziemlich uninspirierte Beilage über den
Konservatismus geleistet.
Robert MISHRA hat die Konservativen der Gegner begutachtet. Zu den
Grünen meint er:
"Jene
konservativen Grünen, die als Vorreiter einer schwarz-grünen
Koalition in Bund oder Land angesehen werden, zeichnen sich vor
allem durch ihre bildungsbürgerliche Prägung und starke
christlich-kirchliche Bindungen aus. Sätze aus der Anfangszeit der
Partei wie »Mein Bauch gehört mir« würden ihnen niemals über die
Lippen gehen. Von den aktiven Politikerinnen fällt beispielsweise
Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt in diese
Kategorie."
Wer dies
vorher noch nicht wusste, der gehört zur Zielgruppe dieser
Beilage.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 15. März 2006
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