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Medienrundschau:
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News vom
April 2001
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- GERSTL,
Sonja & Angelika HAGER (2001): Mama Unser!
Muttertag.
Was muss die moderne Mutter können? Warum
fordern selbst Ur-Feministinnen ein neues
Mutterschafts-Bewusstsein? profil analysierte
einen neuen alten Trend und zeichnet ein Panorama
von Müttern in ihren Epochen,
in: Profil Nr.18 v. 30.04.
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PINL,
Claudia (2001): Men's Health.
Was
heute als Familienpolitik verkauft wird, ist
nichts anderes als patriarchale
Bevölkerungspolitik. Die Frauen werden weiterhin
aus dem Berufsleben gedrängt,
in: TAZ v.30.04.
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- HOLLSTEIN,
Walter (2001): Der Mythos vom "starken
Geschlecht".
"Männerforschung"
begreift männliches Leben als spezielle
Sozialisation und eigenes soziales Handeln. Seit
unter diesem besonderen Blickwinkel geforscht
wird, sind wichtige Problembereiche von Männern
überhaupt erst öffentlich geworden,
in: Badische Zeitung
v.30.04.
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- KÖHLER,
Manfred (2001): "Die Ungleichheit der
Einkommen ist notwendig".
Otto Schlecht, Vorsitzender
der Ludwig-Erhard-Stiftung, über den
Armutsbericht, die Familienpolitik und Steffi
Graf,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v.29.04.
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- MÜLLER,
Marion (2001): Unterm Hammer.
Wenn
in der Eifel am 30. April die unverheirateten
Frauen von der männlichen Dorfjugend ersteigert
werden, haben weibliche Wesen keinen Zutritt.
Eigentlich. Doch unserer Autorin gelang es, zu
der rituellen Auktion als Beobachterin zugelassen
zu werden,
in: TAZ v.28.04.
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- KASTNER,
Ruth (2001): Keine Lust auf Kinder?
Wer
in Deutschland Kinder erzieht, leistet Arbeit
für die Allgemeinheit und wird dafür bestraft.
Nun ist der Staat gefordert, mehr für die
Familien zu tun. Die Experten sind sich einig:
600 Mark Kindergeld, kostenfreie Betreuung und
Ganztagesschulen sowie eine bessere Vereinbarkeit
von Familie und Beruf. Aber die Politiker
kneifen,
in: Hamburger Abendblatt v.
28.04.
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- DOEMENS, Karl
(2001): "Jedes Kind ist gleich viel
wert".
Stolterfoht will
Familien-Zuschüsse zur Pflegeversicherung,
in: Frankfurter Rundschau
v. 28.04.
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- HART, Klaus
(2001): Die Mauer in unseren Betten.
War Honnecker erotischer als
Kohl? Oder anders gefragt: Tötet der
Kapitalismus die Lust? Auch heute noch liegt der
Osten in den Betten vorn, sagen Experten,
in: Frankfurter Rundschau
v. 28.04.
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- RIMSCHA,
Robert von (2001): Die Ceranfeld-Republik.
Deutschlands
neue Elite hat aus Boheme und Bourgeoisie ein
neues Lebensgefühl destilliert, das die Parteien
in postideologische Verwirrung stürzt - vor
allem die Grünen und die Liberalen,
in: Tagesspiegel v. 28.04.
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- EVA (2001):
Singles wollen ins Augsburger Rathaus.
Peter Merk (36) plant
Gründung einer neuen Wählervereinigung für
Kommunalwahl 2002,
in: Augsburger Allgemeine
v. 27.04.
- Kommentar:
Die
"Single-Partei" lag nach dem
Verfassungsgerichtsurteil und der
Forcierung der Kontroverse "Familien
contra Singles" in der Luft. In der
Süddeutschen Zeitung vom 25.04.2001 hat
sich
Feridun ZAIMOGLU in einem anderen
Zusammenhang gegen
"Parteigründungen zum Zwecke einer
Interessenvertretung für
Partikulargruppen" ausgesprochen,
auch wenn dies eine ausgesprochen
einfache Sache wäre:
"In
Deutschland benötigt man für die
Gründung einer Partei nur drei
Mitglieder. Es werden sich ohne Mühe ein
Karrierist, ein Politcretin und ein
besserer Gemüsehändler auftreiben
lassen. Ich werde, obwohl von meiner
(...) Disposition her hervorragend dafür
geeignet, von einer Mitgliedschaft
absehen und einen Teil meiner Energie
darauf verwenden, einem solchen
Abschottungskomitee den Kampf
anzusagen."
Seine Kritik beruht u.a.
darauf, dass eine solche Partei sich
weder auf eine soziale Gruppe noch auf
eine soziale Bewegung berufen könnte.
Dies gilt
erst recht für die statistische Gruppe
"Single". Oder kann sich jemand
ernsthaft vorstellen, dass Auszubildende;
Wohngemeinschaftsmitglieder, schwangere
Frauen; Zahlväter; ungewollt Kinderlose;
allein wirtschaftende Familienväter;
allein für sich wirtschaftende Paare;
allein wirtschaftende Partner, die mit
einer familienwirtschaftenden
Alleinerziehenden zusammenwohnen (die
Liste ließe sich noch einige Zeit
fortführen) eine Koalition gründen
könnten?
Dazu
müssten sie erst einmal wissen, dass sie
statistisch zu den Singles gehören. Es
dürfte in Deutschland sehr viele
statistische Singles geben, die sich
ihres Singleseins gar nicht bewusst sind.
Sie fühlen sich eher als potenzielle
Eltern, werdende Eltern oder Eltern,
selbst wenn ihre Kinder ausgezogen sind
und sie selten besuchen.
Man sollte
in Deutschland einmal statistische
Singles danach befragen, ob sie sich zu
den Kinderlosen oder Eltern zählen. Man
würde sehr wahrscheinlich erstaunliche
Ergebnisse erhalten.
Das
Statistische Bundesamt hat eine virtuelle
Gruppe entstehen lassen, die von Politik
und Medien am Leben erhalten wird, weil
sie sich gut für die Durchsetzung der
angestrebten Bevölkerungspolitik eignet.
Jetzt hat sich ein unausgelasteter,
No-Name-Politiker dieser virtuellen
Gruppe angenommen. Drei Freunde reichen
aus, um ihr eine ausreichende physische
Basis zu geben.
Man
braucht kein Prophet zu sein, um ihm eine
rasante Karriere vorauszusagen. Die
Familienrhetoriker haben schon lange auf
so jemanden gewartet. Und die Medien
freuen sich auf Quoten. Denjenigen, die
sich zunehmenden
Stigmatisierungsprozessen ausgesetzt
sehen, wird das jedoch nicht helfen. Im
Gegenteil.
Aber auch
das Schicksal solcher Parteigründungen
sieht nicht gerade hoffnungsvoll aus,
wenn man ZAIMOGLU glauben darf:
"Der
radikale Grundgestus der Anfangszeit wich
schnell einem Vereinslokalaktivismus, und
natürlich war die Mehrheitsgesellschaft
für fünfeinhalb Minuten neugierig auf
den Haufen von Exzentrikern, die viel Gewese machten um das Ende der
Kollaboration mit der herrschenden
Meinung. Die Parteiführer riefen eine
Neue Ära aus und hielten
Pressekonferenzen ab, sie wollten keine
Zeit mehr mit Höflichkeiten verlieren
und drohten den Lautemperierten mit dem
groben Viehstachel, sie forderten Macht
ein und zwar sofort. Alle diese Parteien
hat ohne Ausnahme das gleiche Schicksal
ereilt."
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- GREVEN,
Ludwig (2001): Land ohne Kinder.
Die Alten-Republik. Not-Aktion Zuwanderung:
Millionen Ausländer sollen kommen - dennoch
vergreist und schrumpft das Volk dramatisch,
in: Die Woche
Nr.18 v. 27.04.
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- MONHEIM,
Heiner (2001): Mehdorns Kahlschlag.
Sabotage
mit System,
in: Freitag Nr.18 v. 27.04.
- Kommentar:
Die Mobilitätsanforderungen der
Gesellschaft haben ihren Niederschlag im Paarbildungsprozess
gefunden. Wochenendbeziehungen sind immer öfter Teil dieses
Prozesses. Die Bahnreform ist für viele Fernliebende ein
wichtiges Thema.
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- KoKo (2001):
Lustlos. Euro-Tisch,
in: Frankfurter Rundschau v. 27.04.
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- GLESS,
Florian & Walter
WÜLLENWEBER (2001): Volk
ohne Zukunft. Deutschland im Jahr 2030.
Unser Land - eine
Greisenrepublik. Die Sozialkassen sind
implodiert, die Märkte zusammengebrochen.
Fotograf Tom Nagy und stern-Redakteur Florian
Gless setzen die Welt von morgen in Szene. Walter
Wüllenweber beschreibt, was wir heute tun
müssen, damit es nicht so kommt,
in: Stern
Nr 18 v. 26.04.
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- KOHSE, Petra
(2001): Die langen Jahre an der Peripherie.
Mutmaßungen über die
mangelnde Beschäftigung mit der eigenen
Altersversorgung,
in: Frankfurter Rundschau
v. 26.04.
- Kommentar:
KOHSE fragt sich,
wie alles so kommen konnte wie es kam und
findet - wen wundert's - die 68er am
Anfang vom Ende:
"Die
heute Studierenden mögen pragmatischer
sein; die in den sechziger Jahren
Geborenen beugten sich - These! - einer
von altlinks tradierten
Staatsverweigerung, die rational nicht
mehr erklärt werden konnte, sich dadurch
aber nur umso effektiver in die
Lebensläufe fraß. Dieses diffuse
nicht-Mitmachen-wollen und lieber
auf-eigene-Rechnung-an-der-Peripherie-Bleiben
beginnt bei vielen erst jetzt allmählich
in ökonomisch rentable Bahnen
überzugleiten. Jetzt, da Familien
gegründet werden, sich ein zehnjähriges
Bemühen um Qualität mit einem
lukrativen Jobangebot vielleicht doch
noch bezahlt macht oder die
Überschreitung der Vierzigjahregrenze
auch die Fünfzig, Sechzig und
Fünfundsechzig in den Blick bringt.
Nicht wenige müssen entdecken, wie sie
dabei sind, als Lemming unter Lemmingen
der Klippe des Rentenalters
entgegenzumarschieren. Denn so sehr sie
dem staatlichen Regelwerk in sozialer und
kultureller Hinsicht misstraut haben, so
blind verließen sie sich in Finanzfragen
darauf. Man fragte nicht: Was tue ich, um
in diesem Staat kein mümmelnder
Billigmarktrentner zu werden? Sondern man
ging stillschweigend davon aus, dass dies
nicht passieren könne. Aber warum
eigentlich nicht?"
Die heute
Vierzigjährigen werden wohl in einigen
Jahren als Single-Generation in die
Historie eingehen. Die Kontroverse
"Familien contra Singles" ist
geradezu wie geschaffen für einen neuen
Generationenmythos...
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- AUSTILAT,
Andreas (2001): Eltern contra Kinderlose.
Wer
bezahlt wieviel? Der Streit um den Nachwuchs:
Zwei Positionen,
in: TAGESSPIEGEL v. 26.04.
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- MÜNZ,
Rainer (2001): Verzweifelt gesucht: mehr
Menschen.
Auch
wenn die gebärfaulen Deutschen ein Babywunder
herbeizaubern könnten, werden Arbeiter und
Rentenschaffer aus dem Ausland gebraucht,
in: Die ZEIT Nr.18 v.
26.04.
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- BERTH, Felix
(2001): Münchner CSU-Chef fordert: Vermieter
dürfen Kinder nicht diskriminieren.
Singhammer will
Immobilien-Inserate verbieten, in denen
kinderlose Paare und Alleinstehende bevorzugt
werden,
in: Süddeutsche Zeitung
v.25.04.
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- BRODER,
Henryk M. (2001): Ein deutscher Gau.
Henryk
M. Broder über die Angst der Deutschen vor dem
Aussterben,
in: TAGESSPIEGEL v. 25.04.
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- SCHOLZ,
Ernst-G. (2001): So leben die Hamburger.
Nur
in jedem fünften Haushalt werden noch Kinder
großgezogen,
in:
HAMBURGER ABENDBLATT v.25.04.
- Kommentar:
SCHOLZ liefert nur
solche Daten, die dem Leser garantiert
nicht den eigenen Nachvollzug
ermöglichen. Er kann der Argumentation
zustimmen oder nicht, aber überprüfen
kann er sie nicht.
- SCHOLZ,
Ernst-G. (2001): Leben in Hamburg. Kinderlose
Gesellschaft
in: HAMBURGER ABENDBLATT v. 25.04.
- Auszug:
"Man muss sich
das mal vorstellen: Ein Hochhaus und dann
die Balkone abgezählt. Eins, zwei, drei,
vier, Kinder, eins, zwei, drei, vier,
Kinder.
Nur in jeder fünften Wohnung
lebt mindestens ein Kind. Kinderlose sind
die Mehrheit.
Ist es da ein Wunder,
(...) wenn sich die Politik für Familien
nur halbherzig interessiert? Wer hofiert
schon Minderheiten."
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- KNIPPHALS,
Dirk (2001): Kampf der Kränkungen.
Bei
der Familiendebatte geht es immer um Geld.
Scheinbar. Tatsächlich prallen Ängste
aufeinander. Singles fühlen sich als biologische
Versager, Familien als Verlierer,
in: TAZ v.24.04.
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- STEINBERGER,
Petra (2001): Allein daheim.
Warum familienkonservative
Staaten schneller aussterben,
in: Süddeutsche Zeitung
v.24.04.
- KNAUER,
Roland (2001): Gefährdete Renten, glückliche
Natur?
Wie sich der
Geburtenrückgang in Deutschland auf das
Ökosystem auswirkt,
in: Süddeutsche Zeitung
v.24.04.
- Kommentar:
"Hilfe, die
Deutschen sterben aus! Dieser Panikruf
war in der vergangenen Woche vielfach zu
hören", schreibt Knauer. Warum sagt
ihm keiner, dass im Feuilleton gerade mal
wieder ausgestorben wird? Möglicherweise
verwechselt man bei der SZ etwas. Wenn
die Leser der SZ aussterben, dann sterben
die Deutschen deshalb noch lange nicht
aus!
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- MU
(2001): Mehr als die Hälfte der Frankfurter lebt
alleine,
in:
Taunus-Zeitung v. 23.04.
- Kommentar:
Die Taunus-Zeitung bringt das Kunststück
fertig und beraubt Frankfurt um fast die
Hälfte seiner Bewohner!
Was Journalisten mit
einer Schlagzeile schaffen, das schafft
so mancher Gebärstreik nicht. Die wahren
Verbündeten von Alice Schwarzer sitzen
in den Redaktionen dieses Landes.
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LOVENBERG,
Felicitas von (2001): Film-Tagebuch einer englischen
Katastrophe.
"Bridget Jones's
Diary" ist ein Phänomen. Die Bilder-Bibel
der Singles aller Welt im Kino: "Bridget Jones's Diary" mit Renée Zellweger und Hugh
Grant ist der Film zum Buch vom Phänomen,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 23.04.
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- LEHMING,
Malte (2001): Was ist "compassionate
conservatism"?
Die
Neuerfindung des Mitgefühls. Ein Buch über
Träume und Albträume der US-Unterschicht
inspirierte George W. Bushs Sozialprogramm,
in: Tagesspiegel v. 23.04.
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- BRINCK,
Christine (2001): Die Hälfte des Himmels.
Beruf und Familie dürfen sich nicht
ausschließen - wann kapiert die Politik das
endlich?
in: Welt v. 23.04.
- Kommentar:
"Die Kosten
fürs Auto werden vergesellschaftet, die
für die Familie privatisiert". Das
Vokabular von
Jürgen
BORCHERT dürfte man
wohl demnächst in allen Varianten bei
den Polarisierern finden.
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- MAYER,
Kurt-Martin (2001): Permanent verrechnet.
Die steigende
Lebenserwartung bringt Versicherer in die
Bredouille. Eine neue Hochrechnung soll helfen,
in: Focus Nr.17 v. 23.04.
- Kommentar:
Besonders neu ist
diese Erkenntnis nicht. Der
Bevölkerungswissenschaftler
Herwig BIRG hat z.B.
in einem WDR-Interview vom 13.07.2000 auf
diesen Sachverhalt hingewiesen.
Es ist
deshalb seit längerem bekannt, dass
nicht die Kinderlosen das Hauptproblem
des Prozesses sind, der mit
"Geburtenrückgang" eigentlich
falsch bezeichnet ist. Vielmehr ist die
Erhöhung der Lebenserwartung die Ursache
für die ständig niedriger werdende
Geburtenrate.
Zumindest
in den alten Bundesländern hat sich die
Anzahl der Geburten
seit 1978 erhöht.
In den neuen Bundesländern gab es
aufgrund des politischen Umbruchs einen
Einbruch bei den Geburtenzahlen, die in
den gesamtdeutschen Darstellungen der
Geburtenrate unsichtbar bleibt (Hier
wäre ein Ost-West-Lastenausgleich
notwendig).
Wer also
andauernd das Aussterben der Deutschen
beschwört hat, der suchte nur einen
Sündenbock. Wenn sich nämlich die
Lebenserwartung erhöht, dann heißt
dies, dass sich bei gleich bleibender
Geburtenzahl die Altersstruktur
verschiebt. Die junge Generation muss
also verstärkt Kinder gebären, um
diesen Effekt zu kompensieren. Wenn dies
aber der Fall ist, dann müssen zur
Finanzierung der Familienpolitik alle
herangezogen werden.
Dies ist
aber nicht das einzige Problem der
Statistik. Das gravierendere ist die
unzureichende Berücksichtigung der
Lebenslaufperspektive.
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- SENN, Martin
A. (2001): Lieblingskind Familie.
Wirtschaft und Parteien
haben ein neues politisches Zielpublikum gefunden
- die Familie, die es finanziell zu entlasten
gilt,
in: SONNTAGSZEITUNG v.
23.04.
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- KIRKWOOD, Tom
(2001): Wir sind aufs Leben programmiert, nicht
aufs Sterben.
Schöne neue Alten-Welt (1):
Als Hundertfünfzigjährige werden wir Triumphe
der biologischen Revolution feiern,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v.21.04.
- Inhalt:
Die FAZ lässt den
britischen Gerontologen KIRKWOOD in einer
Serie über die veränderten Bedingungen
des Alterns zur Wort kommen.
- Kommentar:
Während der
SPIEGEL von
"Greisenstaat" und dem
"Aussterben der
Deutschen" (seit den 70er
Jahren immer mal wieder das
Thema) berichtet, setzt dem die
FAZ mit dieser Serie positive
Utopien über das Altern
entgegen.
Das österreichische
Nachrichtenmagazin PROFIL liefert
dazu die richtigen Kosmetika,
damit mann/frau auch mit 150 noch
gut aussieht (Coverstory
in PROFIL Nr.17 v. 23.04.2001).
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Wochenende
ist für die Familie da, deshalb die Familienpolitik im
Blickpunkt:
- DROBINSKI,
Matthias (2001): Das Kreuz mit den Kindern,
in: Süddeutsche Zeitung v.21.04.
- HOFFMANN,
Andreas (2001): Im Dschungel der Ideen.
Mehr Kindergeld, weniger
Sozialbeiträge, ein Familiengehalt - Vorschläge
gibt es viele, doch der Spielraum für die
Politik bleibt eng,
in: Süddeutsche Zeitung
v.21.04.
- SCHNEIDER,
Jens (2001): Für drei Kinder ein volles Gehalt.
Eine gute Idee mit wenig
Chancen,
in: Süddeutsche Zeitung
v.21.04.
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Beiträge zum TAZ-Kongress
"Wie wollen wir leben?":
- KNIPPHALS,
Dirk (2001): Warten auf den Knall.
Glaubt
man dem öffentlichen Diskurs, so sind die 1968
Geborenen ganz anders als ihre einst rebellischen
Eltern: gesetzter, aber auch bindungsgestört,
orientierungslos. Hat da wer versagt?
in: TAZ v. 21.04.
- GOEHLER,
Adrienne (2001): Traumvilla Hügel.
Luxus ist gesund - sollte
aber besser umverteilt werden. Etwa so: vier
Monate Kreativität und süßes Leben im Süden,
acht Monate Arbeit am gesellschaftlichen
Fortschritt. Ein Wunschzettel,
in: TAZ v. 21.04.
- DRIBBUSCH, Barbara
(2001): Management der Triebe.
Sexualität
wird in intimen Details immer öffentlicher
behandelt - in Talkshows, Presse und
Psycholiteratur. Längst besteht die öffentliche
Moral nicht mehr im Verschweigen, sondern im
grenzenlosen Ausplaudern des Geschlechtlichen.
Eine neue Politik der sexuellen Befreiung muss
deshalb über eine neue, individuelle Schamkultur
verhandeln. Denn Scham ist notwendig. Nicht um
das Begehren zu unterdrücken - sondern um es zu
retten,
in: TAZ v. 21.04.
- Kommentar:
Es ist en vogue
einen direkten Zusammenhang zwischen dem
öffentlichen Reden über Sex und dem
Verhalten im Bett herzustellen. Der
Artikel von Barbara Dribbusch ist da
nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Das Problem der Sexualwissenschaft ist
jedoch, dass sie sich mit Befragungen
begnügen muss. Befragungen haben aber
den gravierenden Nachteil, dass sie
erheblich vom öffentlichen Reden
abhängen. Wer ist schon gern uncool,
wenn man auch cool sein kann.
Wenn ein
Popstar wie Britney Spears in der
Öffentlichkeit die "freiwillige
Jungfräulichkeit" zur Mode macht,
dann herrscht in dieser Gesellschaft ein
anderes Klima als vor 35 Jahren. Damals
war es unheimlich cool, Sex zu haben. Wie
peinlich, wenn die Angeberei heraus
kommt.
Der
entscheidende Wandel in der Sexualmoral
besteht also nicht im zunehmenden
Ausplaudern, sondern darin, dass
Sexualität von etwas Verbotenem zu etwas
Gebotenem geworden ist.
Zwei mögliche
Formen der Abweichung sind dann die
"freiwillige" und die
"unfreiwillige"
Jungfräulichkeit.
Michel Houellebecqs
"Ausweitung der Kampfzone" hat die
"unfreiwillige
Jungfräulichkeit" zum Thema
gemacht. Es wird ein beruflich
erfolgreicher Mann im mittleren
Lebensalter beschrieben, der sexuell
erfolglos ist. Der Erfolg dieses
Kultromans hat sicherlich dazu
beigetragen, dass inzwischen Talkshows
Jagd auf "männliche
Jungfrauen" machen, weil
heute nicht
mehr der "One Night Stand" die
Sensation ist, sondern neben der
"freiwilligen" auch die
"unfreiwillige" Nicht-Teilhabe
an der sexuellen Demokratie.
In einem
österreichischen Nachrichtenmagazin (siehe
PROFIL Nr.11 v. 12.03.2001)
konnte
man vor einiger Zeit lesen, wohin diese
Quotenjagd führen kann.
Die Wende
im öffentlichen Reden über Sexualität
könnte man auf das Ende der 70er Jahre
datieren. Meilensteine sind Bücher wie
"Mars"
(Bericht eines reichen Todkranken, der
ohne Sex zu haben, gestorben ist) oder
Svende
Merians "Der Tod des
Märchenprinzen". Dieser
Frauenroman war eine Absage an den
"swinging Single" und
propagierte die
"serielle
Monogamie".
Wenn
Dribbusch dieses Liebesideal mit den
gestiegenen Scheidungsraten in Verbindung
bringt, dann ist das nur die halbe
Wahrheit. Die angeblich so stabilen
vor-68er Zeiten kannten
"italienische Scheidungen" weil
Scheidung rechtlich nicht in dem Ausmaß
möglich war wie seit den 70er Jahren.
Der größte Unterschied dürfte deshalb
darin liegen, dass rechtliche
Veränderungen und das öffentliche Reden
über Sex das offen gelegt hat, was sich
vorher nur jenseits der öffentlichen und
statistischen Sichtbarkeit abspielte.
Die Rede
von der "Single-Gesellschaft"
verstellt offenbar den Blick darauf, dass
wir in einer Paar- und
Familiengesellschaft leben.
Im Jahr
1978 wurde der "Single"-Begriff
in Deutschland popularisiert. Es war
gleichzeitig das
Jahr mit den
wenigsten Geburten in der
deutschen Nachkriegsgeschichte. Und nicht
zuletzt fand damals jene Transformation
des Sexualdiskurses statt, der sich seit
dieser Zeit etabliert hat.
Diese
Tyrannei-der-Lust-Debatte lässt sich -
nebenbei bemerkt - erstaunlich gut für
die politisch angestrebte
Bevölkerungspolitik funktionalisieren.
Vom Single zum
"bevölkerungspolitischen
Blindgänger" ist es dann nicht sehr
weit.
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- LOHSE,
Andreas (2001): Gemeinschaft mit Tücken.
Wer eine Wohngemeinschaft
bildet, sollte auf Fallstricke bei der
Vertragsgestaltung achten,
in: TAGESSPIEGEL v. 21.04.
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- HEINLEIN,
Stefan (2001): Der menschenleere Osten - reale
Zukunftsvision?
Stefan
Heinlein im Gespräch mit Harald Ringstorff,
Ministerpräsident in Mecklenburg-Vorpommern
(SPD),
in: Informationen am
Morgen. Sendung des Deutschland Radio v. 20.04.
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- Kommentar:
Es
ist ein alljährliches Ritual geworden. Die
Haushaltsstatistik ist das ideale Instrument, um
Politik im Sinne "Familien contra
Singles" zu betreiben. Solange das
Statistische Bundesamt nicht die
Haushaltsstrukturstatistik mit der
Bevölkerungsstruktur verknüpfen muss, d.h.
sagen muss, dass in den 13,7 Millionen
Single-Haushalten NUR 13,7 Millionen Menschen und
damit ca. 69 Millionen Menschen NICHT in
Single-Haushalten leben, wird ein verzerrtes Bild
der tatsächlichen Lebensverhältnisse in
Deutschland vorgetäuscht. Denn ca.
85
% der Bevölkerung lebt NICHT in
Single-Haushalten!
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- KÖPF,
Peter (2001): Geld her oder zeugen.
Immer
mehr Politiker wollen die Deutschen vom
Kinderkriegen überzeugen. Die Singles werden zu
Hassfiguren. Dabei finanzieren die schon jetzt
den Nachwuchs anderer Leute,
in: TAZ v.19.04.
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ADAM,
Konrad (2001): Die Flucht der Jungen aus dem Land
der grauen Köpfe.
Mit
der staatlich subventionierte
Rücksichtslosigkeit gegen Familien und Kinder
muss Schluss sein,
in: Welt v.19.04.
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- SZ (2001): Auf
Wiedersehen, Kinder!
Zehn Thesen zum Verschwinden der
Deutschen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.04.
- Kommentar:
Die
SZ spielt im Feuilleton schon mal den
Fall durch, was passiert wäre, wenn die
Familienpolitik, die in den anderen
Teilen der Zeitung angepriesen wird,
Erfolg hätte:
"Wer
den Missmut im Gesicht der deutschen Durchschnittsfamilie
sieht, der kann rasch auf die Idee kommen, es sei wohl
besser diesen Teil der Weltbevölkerung nicht unbedingt zu
vermehren. Subversiv wirkt, wer sich dem vermeintlichen
Gebot der Stunde verweigert: es lebe daher der
bevölkerungspolitische Blindgänger!"
Vielleicht
sollte man lieber eine andere Zeitung lesen, aber welche?
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- RICHTER, Peter
(2001): Permanente Umwertung der Werte durch die
Medien.
Vom Chic des Speckgürtel-Eigenheims.
Wohnvarianten, die heute noch verpönt sind,
können morgen schon als Trendsetter fungieren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.04.
- Kommentar:
Peter RICHTER
schickt die
Yuppies in die
Wohnblocks und kinderreiche Familien, die
vom Sozialstaat leben, in die
Luxushütten der Innenstädte, was dabei
raus kommt, das liest man in diesem
eigenwilligen Streifzug durch die
Wohngeschichte des
Nachkriegsdeutschland...
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- PRANTL, Heribert
(2001): Deutsche Bevölkerung schrumpft
dramatisch.
Experten für radikale Erhöhung des
Kindergeldes. Ex-Verfassungsrichter Kirchhof
fordert Steigerung auf 1000 Mark / Studie
plädiert für "energische
Geburtenförderung",
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.04.
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- SCHUMACHER, Oliver
(2001): Trendwende ins Ungewisse.
Die Suche nach der besten
Familienpolitik,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.04.
- Kommentar:
Schumacher
bleibt in seiner Analyse der
Wählerinteressen zu sehr dem
Scheinkonflikt "Singles contra
Familien" verhaftet. Er
differenziert zwar ausführlich zwischen
verschiedenen Wählergruppen der relativ
altershomogenen Familienhaushalte. Die
Haushalte ohne Kinder, die er knapp als
"mit Abstand größte
Wählergruppe" bezeichnet, spart er
jedoch bei seiner weiteren Analyse aus.
Diese
Ignoranz könnte zu einer gravierenden
Fehleinschätzung hinsichtlich der
Anforderungen an eine moderne
Familienpolitik führen. Die
"Haushalte ohne Kinder" sind
ein altersheterogenes Wählerpotential,
das so gegensätzliche Gruppen wie
Auszubildende, Studenten, schwangere
Frauen, Zahlväter oder Trümmerfrauen
umfasst.
Wer von
einem unüberbrückbaren Konflikt
zwischen Eltern ("Familie") und
Kinderlosen ("Singles")
ausgeht, der könnte jene Spaltung in
zwei Lebensmodelle erst herbeiführen,
die angeblich verhindert werden soll.
Die Zunahme
von Haushalten ohne Kinder, die sich in
einer Lebenslaufperspektive meist als
Abfolgen von Single-Dasein, Paar- und
Familienleben darstellt, könnte darüber
hinwegtäuschen, dass es sich hierbei um
veränderte Familienbildungsprozesse
handelt. Wer den Eintritt in die
Familienphase weiter erschwert, lässt
z.B. unberücksichtigt, dass der
"Nestbau" gewöhnlich vor der
Realisierung des Kinderwunsches steht.
Eine Umverteilung von Geldern zwischen
Phasen der Familienbildung könnte also
gerade dort das Geld wegnehmen, wo es
ebenso benötigt wird. Eine
Familienpolitik, die Kinderlose
vorschnell der Kategorie "lebenslang
Kinderlose" zuordnet, ist für die
überwiegende Mehrheit der
Noch-Kinderlosen kontraproduktiv.
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- KNAPP, Ursula
(2001): Milchmädchenrechnungen.
Steuernachlässe helfen vielen
Familien wenig oder gar nicht,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.04.
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- FRANKFURTER NEUE
PRESSE (2001): Mehr als 52 000 Frankfurter sind
schwerbehindert,
in: Frankfurter Neue Presse v. 17.04.
- Kommentar:
Der
Sinn des Satzes "Der Zuwachs an
Behinderten ist der Studie zufolge auch
eine Konsequenz aus der steigenden Zahl
der Ein-Personen-Haushalte" dürfte
dem Verfasser klarer sein als dem Leser.
Aber er erinnert an ähnlich lautende
Sätze in anderen Zusammenhängen, da
hält man sich sowieso nicht lange mit
Nachdenken auf...
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- VOWINKEL,
Heike (2001): Rabenvater Staat.
Familie
von Kitzing hat sechs Kinder. In Deutschland ist
das kein Segen - das erfährt sie täglich. Darum
geht sie vor Gericht,
in: Welt am Sonntag v. 15.04.
- Kommentar:
Jürgen BORCHERTs nächster
Auftritt beim Bundesverfassungsgericht...
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- Heute:
"Familienpolitik - Kinder oder Inder oder
was? Deutschland ist angesichts der sinkenden
Geburtenzahlen aus jahrzehntelanger Lethargie
erwacht. Manche Staaten sind längst
munterer"
- LEVINE,
Tom: Praktizierte Gleichberechtigung -
größere Kinderzahl,
in: Berliner Zeitung v.
14.04.
- Kommentar:
Der
Bevölkerungsstatistiker Ron
Lesthaeghe kritisiert, dass die
deutschen Statistiker dem
Umstand, dass Frauen immer
später in ihrem Leben Kinder
kriegen, nicht genügend
Beachtung schenken würden.
"Betrachte man - anders als
die deutsche Statistik - nicht
nur die aktuelle
Geburtenentwicklung pro Jahr,
sondern das jeweilige Verhalten
von Frauen-Altersgruppen (so
genannten 'Kohorten'), so werde
deutlich, dass der
Geburtenrückgang langfristig
weniger dramatisch sein dürfte.
Die Frauen der Jahrgänge 1957
bis 1961 etwa hätten zwar viel
später mit dem Kinderkriegen
angefangen als ihre
Vorgängerinnen, aber dann
aufgeholt: Die Geburtenrate ihrer
Altersgruppe liegt bei rund 1,6
Kindern pro Frau ; verglichen mit
1,8 für die Jahrgänge
1942-1946. Die heute 35- bis
40-Jährigen hätten bereits
jetzt eine Rate von 1,5 erreicht
- obwohl sie sich
durchschnittlich noch länger
Zeit gelassen hätten, bevor das
erste Baby kam."
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- JOA, Norbert
(2001): Hausmänner sind die Ausnahme.
"Drei Jahre nur daheim, das würde
ich nicht machen". Nur in manchen Familien
klappt es, dass sich Mann und Frau die Hausarbeit
und Kinderpflege teilen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.04.
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- KRAUEL,
Torsten (2001): Der Sozialstaat löst die Familie
auf.
Die
Ökonomie als Maxime der Familienpolitik,
in: Welt v. 14.04.
- Kommentar:
KRAUEL
hält die Ehe für wenig leistungsfähig
und bangt deshalb, dass diese einem
ökonomischen Vergleich mit anderen
Lebensformen, in denen Kinder aufwachsen,
nicht standhalten könnte. Aus diesem
Grund wendet er sich gegen die
ökonomische Betrachtungsweise von
Familienleistungen und möchte sich
stattdessen auf eine geschützte
"Werteinsel" zurückziehen.
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- DURCHDENWALD,
Thomas (2001): Immer mehr Menschen leben allein -
vor allem Ältere.
Zahl der Single-Haushalte hat sich in
den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt -
Anteil der Kinder geht zurück,
in: Stuttgarter Zeitung v. 12.04.
- LSW (2001): Immer
mehr Menschen im Land leben allein.
Statistik: Die meisten Singles sind
Senioren,
in: Stuttgarter Zeitung v. 12.04.
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- NIEJAHR, Elisabeth
(2001): Singles als Verlierer?
Das Pflegeurteil könnte die
Rentenpolitik verändern,
in: Die
ZEIT v. 11.04.
- Kommentar:
Elisabeth NIEJAHR
widmet sich dem Grundsatzstreit:
"Soll die Erziehung von
Kindern innerhalb des Rentensystems gefördert werden (...).
Oder sollte lieber die Gemeinschaft der Steuerzahler die
Kindererziehung fördern?"
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- RIKLIN, Mark
(2001): Familie: Doch kein Auslaufmodell.
Der Konstanzer Familiensoziologe
Kurt Lüscher über den Wandel der Familie,
in: St. Galler Tagblatt v. 10.04.
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- Süddeutsche
Zeitung (2001): Niemand bekommt Nachwuchs wegen
der Rente.
Die einen haben vier Kinder, die
anderen gar keine - und beide Paare sind
überzeugt, sie müssten des jeweils anderen Last
tragen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.04.
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GESTERKAMP,
Thomas (2001): Väter ohne Spielraum.
Die
Väter-Kampagne von Familienministerin Bergmann
ist gut gemeint, aber wirkungslos. Sie ignoriert
die Realitäten. Eine neue Männerpolitik steht
noch aus,
in: TAZ v. 10.04.
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SPIEGEL
-Titelgeschichte: Zurück zur Familie.
Verfassungsgericht
verurteilt die Politik |
- DARNSTÄDT,
Thomas/FESTENBERG, Nikolaus/FISCHER,
Susanne/GATTERBURG, Angela
von/HILDEBRANDT, Tina/JUNG,
Alexander/MARTENS, Heiko/NEUBACHER,
Alexander/REIERMANN, Christian/SAUGA,
Michael (2001): Ein Segen für die
Familie.
Wer Kinder kriegt,
zahlt drauf. Das verstößt gegen die
Verfassung. Das Karlsruher Urteil zur
Pflegeversicherung verlangt einen
grundlegenden Wandel in der
Familienpolitik. Erziehungsarbeit muss
belohnt werden - auch damit der
Bevölkerungsschwund gebremst wird,
in: Spiegel Nr.15 v. 09.04.
- Wie
zeugungsfähig ist der Staat?
In Europa sinken die
Geburtsraten, aber mit unterschiedlichem
Tempo,
in: Spiegel Nr.15 v. 09.04.
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- DEPPE, Julia/dpa
(2001): Reicher Mann sucht schöne Frau.
Studie: Die Selbstdarstellung der
Geschlechter in Kontaktanzeigen hat sich in den
vergangenen 100 Jahren nicht geändert,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.04.
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- MAKOWSKY, Jutta
(2001): Opavater und Enkeltante.
Gemischte Verwandtschaftsverhältnisse
mit neuen und alten Kindern und Stiefgeschwistern
und Vettern und Basen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.04.
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- STICKLER, Ines
(2001): "Das machen wir selbst".
Die Tochter pflegt den Vater oder:
Warum im Hause Schmidt der Generationenvertrag
Tag für Tag funktioniert,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.04.
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Euro-TAZ: Familie
und Staat (06.04.)
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- DIETSCHI,
Irène (2001): Heiraten! Es lohnt sich.
Zwei
amerikanische Soziologinnen sind angetreten, die
Ehe zu rehabilitieren. Ihr Argument: Kein Deal
ist profitabler als der Bund fürs Leben,
in: Weltwoche Nr.14 v. 05.04.
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- SUSSEBACH,
Henning (2001): Ein Dorf geht in Rente.
Affler
in der Eifel: Sieht so Deutschlands Zukunft aus?
in: Badische
Zeitung v. 05.04.
- Kommentar:
In einer
strukturschwachen Region wie der Eifel
hat man ein Dorf mit 39 Einwohnern
ausfindig gemacht. Dort wurde vor 20
Jahren das letzte Kind geboren. Christian
ist der einsame Cowboy, der das
zukünftige Modell Deutschland
repräsentieren soll.
In den
60ern hätte man so nach dem letzten
Familienlosen in der Familiengesellschaft
fahnden können. Wer damals als Kind das
Pech gehabt hat, keine biologische Eltern
vorweisen zu können, der hätte sich in
der gleichen Lage wie Christian befunden.
Als einziger nur mit sozialen, statt mit
richtigen biologischen Eltern.
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- PLATTHAUS, Andreas
(2001): Wie aber hältst du's mit der Empirie?
Amerika soll uns nicht Vorbild sein, aber
Mahnung. Der Sozialkapitalist Robert Putnam hat
einen neuen Sprengstoff entdeckt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.
- Inhalt:
PLATTHAUS
schreibt über einen der Chefideologen
des Kommunitarismus, der den Niedergang
des "bürgerschaftlichen
Engagements"- wie es bei uns so
schön im Enquetekommissionsdeutsch
heisst - auf empirischem Wege belegen
möchte.
Während bei uns
die Vereinsmeierei mit dem ethnologischen
Blick entzaubert wird, rückt
Robert PUTNAM deren
zivilgesellschaftliche Bindungskraft in
den Mittelpunkt. Der Amerikaner findet es
nicht mehr im Verein am schönsten,
sondern bowlt lieber allein, so sein
griffiges Bild für den Niedergang des
Sozialkapitals.
In der
Süddeutschen Zeitung vom 04.04.2001
durfte Gerhard SCHRÖDER auf seine Weise
über diesen Sachverhalt nachdenken.
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- SCHRÖDER, Gerhard
(2001): Im Schatten des Gesetzes.
Diesseits des Staates: Das
"soziale Kapital",
in: Süddeutsche
Zeitung v. 04.04.
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- BENTELE,
Uli (2001): "Spaghetti Pronto" mit
Jürgen Röber.
Berlin
ist angeblich die Hauptstadt der Singles: Ein
Buch will Lebenshilfe bieten - in erster Linie ist
es überflüssig,
in: Welt
v. 04.04.
- Kommentar:
Wer sich selbst von
der Qualität überzeugen möchte, der
findet in der BIZ v. 01.04.2001 einen
Auszug aus dem Buch von Corinna
PHILLIPS.
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- GÖTTINGER TAGEBLATT
(2001): Singles nicht störender als Familien,
in: Göttinger
Tageblatt v. 04.04.
- Kommentar:
Die Stigmatisierung
von Singles lässt sich an dieser Meldung über einen
gerichtlichen Streitfall ablesen:
"Nachbarn hatten den Bau
der Häuser verhindern wollen, weil sie meinten, in die
zwangsläufig kleineren Wohnungen zögen vorwiegend Singles
ein. Diese sorgten für ein höheres Verkehrsaufkommen und
seien weniger rücksichtsvoll gegen Kinder."
Solche
Argumentationen sind Ausdruck der
zunehmenden Vorurteile gegenüber Singles
und sind Folge der sozialpolitisch
motivierten Single-Debatte seit Anfang
der 90er Jahre.
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-
KUNZ, Harry
(2001): Kinder sind kein reines
Privatvergnügen.
Pro: Die
Pflegeversicherung muss für Eltern
billiger werden,
in: TAZ v. 04.04.
- ROGALLA,
Annette (2001): Ein neues Stigma.
Contra:
Singles ohne Kinder zahlen schon genug
für Eltern,
in: TAZ v. 04.04.
- Kommentar:
ROGALLA
schneidet ein wichtiges Thema an,
bleibt jedoch dem Scheinkonflikt
"Singles contra
Familien" argumentativ
verhaftet.
- SCHEERER,
Susanne (2001): Urteil mit Sprengkraft,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 04.04.
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WIRTZ, Astrid
(2001): Kinderlos ist kein Ideal.
Trotzdem
geht die Geburtenrate zurück,
in: Kölner
Stadt-Anzeiger v. 04.04.
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FRANZEN,
Günter (2001): Das Märchen von der
Schnabeltasse.
Versorgt
auf grüner Wiese: Auch Pflegeheime sind ein Weg,
im Alltag das Altern zu leugnen,
in: Welt
v. 03.04.
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- HAGER, Angelika &
Nina HOROWITZ (2001): Solange wir uns lieben!
Abenteuer Familie. Die
traditionelle Kleinfamilie stirbt langsam, aber
sicher aus. Die Zukunft bringt ein spannendes
Spektrum neuer Miteinander-Formen: die
interessantesten Modelle, Prognosen und wie's in
der Praxis funktionieren kann,
in: Profil Nr.14 v. 02.04.
-
HORX, Matthias (2001):
"Mehr Intensität, mehr
Selbstbefreiung".
Zukunftsforscher Matthias
Horx über die familiäre Splitterwelt. Ein
Auszug aus seinem im Mai erscheinenden Buch
"Smart Capitalism",
in: Profil Nr.14 v. 02.04.
- PROFIL (2001):
"Ein Kind ist kein Postpaket".
Max Friedrich, Professor
für Kinderpsychiatrie, analysiert die neuen
Familienmodelle aus der Sicht des Kindes,
in: Profil Nr.14 v. 02.04.
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- PHILIPPS,
Corinna (2001): Ausgebremst.
Fast
jeder zweite Berliner lebt allein. Die Autorin
Corinna Philipps hat Singles in unserer Stadt zu
ihrer Situation befragt. Wie die 35-jährige
Karrierefrau, die noch auf der Suche ist nach dem
richtigen Mann,
in: Berliner
Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner
Morgenpost v. 01.04.
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- LATUSSECK,
Rolf H. (2001): Treue der Frauen liegt in
Hormonen.
Wie
lange eine Ehe hält, ist im Blut nachweisbar.
Hohe Cortisolwerte verraten die Neigung zur
Scheidung,
in: Welt
am Sonntag v. 01.04.
- Kommentar:
Aprilscherz, ja oder
nein?
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom März 2001
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[ Homepage ] |
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