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Presserundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   

News vom Juli 2000
News vom Juni 2000
News vom Mai 2000
News bis Mai 2000

 
       
   

News vom August 2000

 
   
  • MOLITOR, Andreas (2000): Der Start ist das Ziel.
    Wie das beschleunigte Arbeitsleben ständigen Neubeginn erlaubt und erzwingt. Besuche bei Rausgeworfenen, Job-Abenteurern und anderen ewigen Berufsanfängern,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 31.08.
    • Inhalt:
      MOLITOR beschreibt Individualisierung als Notwendigkeit und Chance anhand von vier Lebensläufen. Das Scheitern bleibt einem "Ossi" überlassen. Individualisierung wird hier zu allererst als Zurechnungsmodus à la "Jeder ist seines Glückes Schmied" begriffen. Wer das nicht begreifen will, der ist ein "Wesen aus vorindividualisierter Zeit" und wird "von der modernen Welt abgestraft".
 
   
  • MOLITOR, Andreas (2000): Die Konflikte im Reich der Freiheit.
    Der Soziologe Markus Schroer über den Wissenschaftlerstreit um die Folgen der Individualisierung: Nutzt der Einzelne seine Chancen? Oder verliert er nur seine Bindungen?,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 31.08.
    • Inhalt:
      Es werden die Vordenker der Individualisierungsthese vorgestellt. Markus SCHROER verteidigt die Perspektive von Ulrich BECK, die Schichtunterschiede ignoriert.
 
   
  • KÖGEL, Christiane (2000): Freu! Grins! Küss!, in: Süddeutsche Zeitung v. 29.08.
    • Inhalt:
      Das Internet macht nicht einsam, sondern stiftet Cyber-Romanzen. Was Partnersuchende in Chatrooms beachten müssen, das hat die Psychologin Nicola Döring erforscht.
 
   
  • ROOST, Frank (2000): Reclaim the Moderne.
    Immer mehr Künstler zieht es in die Räume der Nachkriegsmoderne. Dabei vollzieht sich ein ähnlicher Prozess wie in den Achtzigerjahren, als die Gründerzeitstadt wieder entdeckt wurde. Damals wie heute galt das Neuentdeckte als abrissreif,
    in: TAZ v. 29.08.
    • Inhalt:
      ROOST skizziert städtebauliche Entwicklungen seit den 70er Jahren wie sie für die Großstädte West-Deutschlands typisch waren. In den 70er Jahren begann der Aufschwung der Einpersonenhaushalte (WGs, unverheiratet zusammenwohnende Paare und Alleinwohnende). Vielerorts wurden die Altbauten der Gründerzeit entdeckt und in Besitz genommen. Diese Entwicklung wurde dann in den 80er Jahren als "Yuppisierung" kritisiert. ROOST sieht in Berlin Parallelen zur heutigen Situation.
 
   
  • SAARBRÜCKER ZEITUNG (2000): Singles geben ihre Hoffnung nicht auf,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 28.08.
 
   
  • VOIGT, Jutta (2000): Schöner als Leidenschaft.
    Ein Bund fürs Leben: Dilara und Robert Wilke bekennen sich zu einer Ehe ohne Sex, WOCHE-Serie "Wie Paare heute leben", Folge 3
    in: Die Woche Nr.35 v. 25.08.
    • Inhalt:
      Porträt einer Paarbeziehung zweier "verheirateter Singles". Auf die Beziehung passen Beschreibungen wie "DINKs" oder "offene Ehe" (O'Neill), je nachdem welchen Aspekt man betonen möchte.
 
   
  • EDWARDS, Tamala M. (2000): Flying solo.
    More women are deciding that marriage is not inevitable, that they can lead a fulfilling life as a single. It's an empowering choice, but for many not an easy one,
    in: Time Nr.28 v. 21.08.
    • Inhalt:
      Titelgeschichte über das Single-Dasein in den USA:

                  Die unverheiratete Karrierefrau wird als Modell für die heraufziehende Single-Gesellschaft vorgestellt. Dabei steht nicht mehr das "Swinging Single"-Stereotyp wie in den 70er Jahren im Vordergrund, sondern die Finanzkraft der Yuppies, wie diese Grupppe seit den 80er Jahren genannt wird.
                  Eine Psychotherapeutin spricht vom Ende der "Spinster"-Ära (alte Jungfer), weil das Singlesein nicht mehr gleichbedeutend mit Isolation, Alleinleben und eingeschränkter Teilhabe am öffentlichen Leben ist. Besonders die Frauen sind seit den 80er Jahren besser in der Gesellschaft integriert.
                  Der Markt stellt sich auf die neue Konsumgruppe ein. Seit den 90er Jahren hat das Phänomen der "späten Mütter" bzw. der "single Mothers" (Alleinerziehenden) zugenommen.
                  Gut gebildete und finanziell unabhängige Frauen stellen andere Ansprüche an die große Liebe. Es reicht nicht mehr aus, dass Männer sich auf die traditionelle Ernährer- und Beschützerrolle beschränken und auch zur Fortpflanzung sind sie nicht mehr unbedingt notwendig.
                  Im Schlussteil des Artikels wird dann doch noch die "Gewähltheit des Lebensstils" in Frage gestellt. Was passiert, wenn aus der gewählten, zeitlich befristeten Freiheit des Singlelebens ein erzwungener Lebensstil wird, weil sich "Mr. Right" nicht mehr blicken lässt?
 
   
  • OTT, Ursula (2000): Stress verbindet.
    Ingrid Lindblom und Andreas Traut sind nicht nur ein Paar, sie führen auch gemeinsam eine Firma. Er ist das Chaos, sie die Ordnung, WOCHE-Serie "Wie Paare heute leben", Folge 2: Die Geschäftsbeziehung,
    in: Die Woche Nr.34 v. 18.08.
 
   
  • WILHELM, Karl M. (2000): Single-Clubs.
    Keine Lust ohne Frust. Angenehme Atmosphäre mit Kennenlern-Möglichkeit und manchmal erheblichen Kosten,
    in: Tagesspiegel v. 18.08.
    • Inhalt:
      Partnerlose, die Gleichgesinnte suchen, können diese in Single-Clubs finden. Der Autor klärt anhand eines Gerichtsurteils über juristische Sichtweisen bei der vorzeitigen Kündigung von Mitgliedschaften auf.
 
   
  • WEBER, Thomas (2000): Ein Flüstern im Innern.
    Ob "Schwulen-Gen" oder "Frauen-Gen" - immer stärker wird Identität aus der Biologie abgeleitet,
    in: Welt v. 18.08.
    • Kommentar:
      WEBER beschäftigt sich mit der Biologisierung des Kulturkampfes, der in der Lebensstil-Politik Einzug hält. Die Individualisierung der Evolutionstheorie spielt dabei eine zentrale Rolle. Es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis das "Single-Gen" gefunden wird...
 
   
  • RÜCKERT, Sabine (2000): Was sich liebt, das stresst sich.
    Wie die Leidenschaft optimiert wird. Besuche bei Scheidungswaisen, Zweitmüttern und Verliebten über 60,
    in: Die ZEIT Nr.34 v. 17.08.2000
    • Im GLOSSAR werden die Begriffe "Individualisierung" und "multilokale Mehrgenerationenfamilie" erklärt.
 
   
  • RÜCKERT, Sabine (2000): Heimwerker des Lebens.
    Ronald Hitzler, Soziologe an der Universität Dortmund, über strapaziöse Beziehungen und die neue Unverbindlichkeit,
    in: Die ZEIT Nr.34 v. 17.08.2000
     
 
   
  • NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (2000): Frauen bleiben in der "Familienfalle" gefangen.
    Ehe und Mutterschaft bilden weiterhin schier unüberwindliche Karriere-Hürden,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.08.
 
   
  • BAUMEISTER, Klaus (2000): Senioren, Studenten und Singles leiden am meisten,
    in: Westfälische Nachrichten v. 15.08
    • Inhalt:
      Interview mit Gabriele REGENITTER, Leiterin des städtischen Amtes für Wohnungswesen über den Mangel an preisgünstigen Einzimmer-Appartements
      • Kommentar:
        In der Single-Debatte der 80er und 90er Jahre wurde das Bild vom einkommensstarken Alleinlebenden mit großer Wohnung geprägt. Man sprach u.a. von der "Yuppisierung der Großstädte". Der Wohnungsmarkt hat sich auf diese Yuppies eingestellt, vergessen wurden dagegen einkommensschwache Alleinlebende, die auf den Bau von Einzimmer-Appartements angewiesen sind.
 
   
  • POWER, Carla (2000): The New Singles.
    Increasing numbers of Northern Europeans are choosing to live alone,
    in: Newsweek v. 14.08.
    • Inhalt:
      POWER porträtiert alleinlebende Yuppies (neuerdings auch "Yetties" oder "Bobos" genannt) in Paris, London, Berlin, Stockholm und präsentiert dazu Daten aus verschiedenen nationalen Studien.
                  Ihre zentrale These ist, dass die "New Economy" seit Mitte der 90er Jahre zu einem neuen Individualisierungsschub geführt hat. Singlesein ist zu einer gewählten Lebensform geworden. Dies hat Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und die Konsumindustrie sowie die Dienstleistungsgesellschaft.
                  Das Single-Dasein hat jedoch auch Nachteile: Singles leben ungesünder als Verheiratete und haben weniger Sex als Personen mit fester Beziehung. Auch das Alter birgt Risiken.
      • Kommentar:
        POWER legt in ihrem Artikel nahe, dass Singles eine homogene Gruppe sind. Dies ist jedoch nicht der Fall.

                    Alleinlebende Yuppies sind quantitativ gesehen eine vernachlässigbare Gruppe. Wenn es um die Gesundheit geht, dann werden Verheiratete mit Unverheirateten (hier dominieren ältere Witwen) verglichen. Alleinlebende haben oftmals feste Partnerschaften (Living apart together).
 
   
  • UEDING, Gert (2000): Das Abenteuer im Wirklichen geht weiter.
    Von wegen gestorben: Untersuchungen zum Stand der Familie in der neueren deutschen Gegenwartsliteratur, in: Literarische Welt, Beilage der Welt v. 12.08.
 
   
  • BERGER, Michael (2000): Liebe auf Bewährung.
    Hektik, Stress und Karriere verändern das Gefühlsleben der Deutschen - welche Formen von Beziehungen sind noch zeitgemäß?,
    in: Die Woche Nr.33 v. 11.08.
 
   
  • OTT, Ursula (2000): Beziehungskisten.
    Was ist heute noch ein Leben lang sicher? Das Liebesglück nicht. Aber das macht nichts. Wir suchen einfach jemand anderen. Immer wieder neu,
    in: Die Woche Nr.33 v. 11.08.
    • Kommentar:
      OTT definiert den Begriff "living apart together" (LAT) als "kein Liebespaar mehr, aber ein Elternpaar, das zumindest die Wochenenden als Familie verbringt". Diese Definition entspricht nicht dem bisherigen Begriffsverständnis, sondern fällt eher unter die Rubrik "Patchworkfamilie".
 
   
  • VOIGT, Jutta (2000): Geliebte Ferne.
    Marianne und Horst Pitzen sehen ihre räumliche Trennung nicht als Verlust, sondern als Chance - eine Beziehung zwischen Bonn und Berlin. WOCHE-Serie "Wie Paare heute leben", Folge 1: Die Fernbeziehung,
    in: Die Woche Nr.33 v. 11.08.
 
   
  • REMKE, Susann (2000): Nur eins zählt für die Deutschen: privates Glück.
    Ob Fernbeziehung, "Peer Partner" oder Patchwork-Familie: Beziehungen liegen wieder im Trend,
    in: Welt v. 11.08.
 
     
   
  • MOLITOR, Andreas (2000): Heute hier morgen fort.
    Wie Familien in Zeiten weltweiten Wirtschaftens mit dem Zwang zum Umzug umgehen. Besuche bei Arbeitsnomaden, Wochenendpendlern und Mobilitätsverweigerern,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 10.08.
    • Im GLOSSAR werden die Begriffe "Commuter-Ehe" und "Individualisierung" erklärt.
 
   
  • VON THADDEN, Elisabeth (2000): Verheißung und Verlust.
    Mobilität ist nicht gut oder böse, sondern sehr kompliziert,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 10.08.
 
   
  • MAYER, Susanne (2000): Kinder, Kinder!
    Die Zahl der Deutschen fällt rapide. Noch immer fehlt ein Familienpolitik,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 10.08.
 
   
  • TSAINIS, Kathrin (2000): Plötzlich ist da wieder wer.
    Warum man nicht einfach nur glücklich sein kann, wenn nach sieben Single-Jahren endlich "der" Mann zum Leben gehört,
    in: Brigitte Nr.17 v. 09.08.
 
   
  • MÄRZ, Ursula (2000): Wohin mit dem Eros.
    Eine literarische Idee von Polizei: Warum alle Tatort-Kommissare ledig sind und sein müssen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 05.08.
    • Kommentar
      Der TATORT ist der Quotenrenner der ARD. Wie Singles in den Medien dargestellt werden, das hat immer auch Auswirkungen auf die private Wahrnehmung von Lebensformen.
                  Anders als der Untertitel vermuten lässt, behandelt MÄRZ Singles als Unverheiratete und nicht nur als Ledige. Die Autorin erklärt den Familienstand der Kommissare aus der Dramaturgie der literarischen Gattung heraus und blendet damit den gesellschaftlichen Kontext von Debatten über Lebensformen aus.
                  Es könnte nämlich gefragt werden, warum ein solcher Artikel gerade jetzt erscheint, denn es ist doch offensichtlich, dass hier eine Spielart des "Yettie-Syndroms" beschrieben wird. "Frauen stellen in ihrem Leben einen Störfaktor dar", weil sie ihr "obessives Verhältnis zum Mordfall relativieren". Sind also die Fernseh-Kommissare sozusagen Helden des "neuen Arbeitsethos"? Vorreiter bei der Einschwörung auf die "New Economy" und ihrer "Droge Arbeit"?
 
   
  • KEBIR, Sabine (2000): Emanzipationsschübe durch Kriege?
    Eine streitbare Epistel an West-Feministinnen, sich stärker materialistischem Denken zuzuwenden,
    in: Freitag Nr.32 v. 04.08.
    • Inhalt:
      Die Autorin geht der Frage nach, welchen Stellenwert die Frauenbewegung für die Emanzipation der Frau in der Weimarer Republik der 20er Jahre hatte. Dabei geht es immer auch um das "Leitbild der berufstätigen Frau", um Ehe- und Kinderlosigkeit - also Themen, die auch in der aktuellen Debatte neu verhandelt werden sollen.
 
   
  • SCHMIDT, Stephanie (2000): "Zweisam", "Dreisam", aber niemals einsam. Wohngemeinschaften als ideale Lebensform,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.08.
    • Im GLOSSAR wird der Begriff "Wohngemeinschaft" erklärt.
 
     
     
       
   

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