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Presserundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   

News vom November 2000
News vom Oktober 2000
News vom September 2000
News vom August 2000
News vom Juli 2000
News vom Juni 2000
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News bis Mai 2000

 
       
       
   

News vom Dezember 2000

 
       
   
  • PHILIPP, Bernd (2000): Scheiden tut weh.
    Trennungen: Noch nie gab es so viele prominente Paare, die auseinandergehen,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 31.12.
 
     
   
  • MAKOWSKY, Arno (2000): Der Fluch des Erfolgs,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.
    • Kommentar:
      MAKOWSKY macht Stimmung gegen Singles. Das Vermieter-Credo kann man auf das schlagzeilenträchtige Motto bringen: Lieber einen Single mit Kampfhund als eine Familie mit Kind...
 
   
  • SCHMID, Luzia (2000): Wenn die Grosis stören.
    Was man in den USA "Granny Dumping", das Deponieren der Oma nennt, nimmt auch hier zu Lande zu: Ältere Menschen werden über Weihnachten ins Spital abgeschoben,
    in: Facts Nr.52 v. 28.12.
 
   
  • GÄCHTER, Sven (2000): Die neue Leid-Kultur.
    Zeitgeist. Bloß keine Gefühle, hieß das Motto der zynischen Vernunft. Doch die zwanghafte Lust an der Ironie zeigt allmählich Verschleißerscheinungen. Sentimentale Ausrutscher häufen sich. Steht eine Renaissance des Pathos bevor?
    in: Profil Nr.52
  • Kommentar:
    Pathos hat Konjunktur und mit ihm die Aufladung der Familie mit übersteigerten Erwartungen oder wie es Botho Strauß ausdrückt: "Das Globale ist uns längst vertrauter als das Häusliche. Im herdlosen Raum wächst nun das Fernweh nach vertrauten Verhältnissen" (ZEIT Nr.52 v. 20.12.2000). Die Eiseskälte der "Single-Gesellschaft" soll in der Herdhitze der "Familiengesellschaft" geschmolzen werden. Das neue Pathos bedeutet die Ausweitung der Kampfzone "Familie versus Singles" von der Sozialpolitik auf die Kultur. Die Ausweitung dieser Kampfzone hat Michel HOUELLEBECQ vorangetrieben...
  • Michel Houellebecq: Scharlatan oder Erlöser? - Die Debatte um die neue Eigentlichkeit in der Kulturindustrie
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    • MÜLLER-LISSNER (2000): Gesellschaft im Wandel: Ist die Familie noch heilig?
      Sie gelten als die wichtigste Erziehungsinstanz: Vater und Mutter. Doch nicht nur die Ehen Hera Linds, der Beckers und der Scharpings scheitern. Immer mehr Kinder müssen ohne die klassische Familie groß werden. Nun werden Alternativen gesucht,
      in: Tagesspiegel v. 23.12.
     
       
    • MÜLLER-LISSNER (2000): Gesellschaft im Wandel: "Die Familie wird bunter".
      Ein Gespräch mit der Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim,
      in: Tagesspiegel v. 23.12.
     
       
    • SPERLICH, Christel (2000): Das Fest der fetten Braten und mageren Gefühle.
      Wenn ein Feiertag mit Erinnerungen und Erwartungen überlastet wird - Von der Weihnachtskrankheit Depression,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 23.12.
      • Kommentar:
        Weihnachten eine Krisenzeit für Alleinlebende? Wie überlebt man das Fest der Liebe? SPERLICH lässt Psychologen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge zu Wort kommen. Die TAZ plädierte am 09.12. eher für Party statt Tristesse.
     
       
    • FOCUS-Coverstory: Was ist Liebe? Annäherungen an ein großes Gefühl:
      THIEDE, Roger (2000): ...und fragst Du mich was mit der Liebe sei.
      Die Hiobsbotschaften häufen sich. Bleibt uns die Liebe im 3. Jahrtausend erhalten? Philosophische Annäherungen an ein großes Gefühl,
      in: Focus Nr.52 v. 22.12.
    • KLONOVSKY, Michael & Roger THIEDE (2000): Entgöttlichte Passion.
      Der Philosoph Peter Sloterdijk vergleicht die moderne Liebe mit den Kundenbindungssystemen der Industrie,
      in: Focus Nr.52 v. 22.12.
     
       
    • HEISE, Sebastian (2000): Feiertagsmuffel und Workaholics.
      Rund vier Millionen Menschen in Deutschland arbeiten am Heiligen Abend - Singles springen für Mütter und Väter ein,
      in: Giessener Anzeiger v. 21.12.
      • Kommentar:
        Einmal im Jahr sind Singles keine Schädlinge, sondern Nützlinge...
     
       
    • CH (2000): Single Schock
      in: Rheinpfalz v. 21.12.
      • Kommentar:
        Single-Gesellschaft à la Rheinpfalz!
                    "Da fährt ein Auto in der Stadt rum. Mittelklasse, gewöhnlich. Eine Aufschrift ziert das Heck: 'Just married! (1975)' steht da, darunter ein roter Kussmund. 25 Jahre sind diese Leute also verheiratet. Und tun es auch noch kund, in aller Öffentlichkeit!".
                    Dieses Auto, das allen Singles ein Mahnmal sein soll, fährt weiter durch alle Lokalteile der Rheinpfalz. Am 25. September ("Zum Single-Erweichen") wurde es in Neustadt gesichtet, am 08. November in Speyer und heute in Pirmasens.
                    Und da dieser Kommentator flexibel ist, hat er diesmal natürlich auch das "Alpha-Pärchen" B. & B. im Text untergebracht. Als Vorbild für solcherart Geniestreich könnte man glatt den Soziologen Ulrich BECK vermuten, der seine Texte zur Single-Gesellschaft auch kaum variiert hat...
     
       
    • BLUM, Wolfgang (2000): Kalkuliertes Eheglück.
      Glückliche Paare benötigen weder Kontaktanzeige noch Vermittlungsagentur - sie finden sich mithilfe mathematischer Modelle,
      in: Die ZEIT Nr.52 v. 20.12.
      • Kommentar:
        Welche Vorstellungen männliche Mathematiker von der Partnerwahl haben, das kann man bei BLUM nachlesen. Im Focus (siehe Nr.45 v. 06.11.) war bereits zu lesen, was männliche Biologen zum Thema beitragen.
                    Bezeichnenderweise wurde die "Hochzeitsmathematik" zuerst in der Kriegsführung angewendet. Einzigstes Kriterium der Partnerwahl ist der "Vogue-Faktor", womit wir wieder bei Michel Houellebecq wären, der immer noch en vogue ist.
                    DRIBBUSCH (siehe TAZ v. 14.12.) hat von BECKs Risikodiskurs gelernt, wie man dem Schlechten noch etwas Gutes abgewinnen kann: "Moralische Appelle gegen den Diskurs von 'Liebe als Markt" (...) helfen nichts (...). Eher ist die Erwartung berechtigt, dass der Diskurs von selbst bröckelt und bricht - an seinem eigenen Paradoxon. (...) Vielleicht entsteht aus der gegenwärtigen, ermüdenden Marktwertdiskussion daher am Ende sogar etwas Neues: Räume für eine Resolidarisierung der Geschlechter - für das Leben und gegen die Ödnis der Märkte." Eine Beitrag zum Fest der Liebe...
     
       
    • DOINET, Rupp u.a. (2000): Rache, Gier und miese Tricks.
      Wenn die Liebe geht, werden meist die Messer gewetzt. Die Partner kämpfen erbittert um Unterhalt und Kinder - nicht nur im Hause Becker. Die Schamschranken fallen, die Rosenkrieger riskieren sogar ihren guten Ruf,
      in: Stern Nr.52 v. 20.12.
      • Kommentar:
        Der Stern hat alle "Alpha-Paare" (siehe Stern v. 14.12.2000) zu einer Trennungs-Coverstory versammelt, damit "Beta-Pärchen wissen wie man es nicht machen soll. Ansonsten nichts Neues zur seriellen Monogamie und zur Patchworkfamilie...
     
       
    • WÖLFI, Adelheid (2000): Heim an den Herd.
      Schwarz-Blau. Ein Mann ist Frauenminister. Die Frauenpolitik wird zunehmend von der Familienpolitik inhaliert. Soll die Emanzipation rückgängig gemacht werden?
      in: Profil Nr.51 v. 18.12.
     
       
    • GRUBER, Renée & Roland GRÜTER (2000): Madonna hat ihren Traumprinzen gefunden.
      Die Popdiva heiratet ihren Angebeteten Guy Ritchy unter Ausschluss der Öffentlichkeit,
      in: SonntagsZeitung v. 17.12.
     
       
    • BOENISCH, Julia (2000): Die Verlierer sind immer die Kinder.
      Der Streit um die Kinder wird in vielen Prominenten-Ehen zum öffentlichen Rosenkrieg,
      in: Welt am Sonntag v. 17.12.
      • Kommentar:
        Für "Beta-Paare", die sich an "Alpha-Paaren" (siehe Stern v. 14.12.2000) orientieren möchten. Die anderen können den Artikel ignorieren.
     
       
    • MEIXNER, Christiane (2000): Der Kampf um Leben.
      In Deutschland kommen jährlich rund 4000 Kinder nach künstlicher Befruchtung zur Welt. Mal voller Hoffnung, mal ängstlich haben viele ihrer Eltern lange auf diesen Augenblick gewartet,
      in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 17.12.
      • Kommentar:
        In Deutschland herrscht Kinderzwang. Paaren, die keine Kinder haben, wird Egoismus unterstellt. Dies führt zu einem Leidensweg von Frauen, die ungewollt kinderlos bleiben und alles unternehmen, um dies zu ändern.
     
       
    • BOMBECK, Nataly (2000): Babyboom in Hamburg,
      in: Hamburger Abendblatt v. 16.12.
      • Kommentar:
        Während Sozialpolitiker und Greencard-Verfechter noch immer vom Aussterben der Deutschen reden, und dies Alice Schwarzer gar auf ihr Konto buchen möchte (
        siehe Spiegel Nr.41 v. 09.10.), werden Krankenhäuser vom "Babyboom" überrascht.
     
         
       
    • STUPPE, Andrea (2000): Schweine im Logo.
      Via Internet können kontaktarme Landwirte neuerdings auf Partnersuche gehen. Der clevere Service zweier Landfrauen erfreut sich starken Zuspruchs,
      in: Spiegel Nr.51 v. 16.12.
     
       
    • MEISE, Sylvia (2000): Geprüft elternfreundlich.
      Arbeiten und Kinderhaben unter einen Hut zu bringen soll nicht länger nur Müttersache sein. Damit dieses Vorhaben gelingen kann, bietet die gemeinnützige "Beruf & Familie" GmbH eine Firmenberatung an,
      in: TAZ v. 16.12.
     
       
    • BLINKERT, Baldo (2000): Maßstab ist die individuelle Kosten-Nutzen-Bilanz.
      Über die Bereitschaft von Angehörigen, kranke Menschen zu Hause selbst zu pflegen,
      in: Frankfurter Rundschau v. 15.12.
      • Inhalt:
        Der Freiburger Soziologe BLINKERT hat die Einstellungen der 40 - 60jährigen zur häuslichen Pflege untersucht.
                    Als Ergebnis der Studie fand der Soziologe milieuabhängige Einstellungen zur Selbst- bzw. Fremdpflege von Angehörigen. Entlang von Bildung, Einkommen (strukturelles Kapital) und Lebensentwürfen (symbolisches Kapital) ergeben sich unterschiedliche Einstellungen.
                    Modernisierungsverlierer (niedriges strukturelles Kapital und traditionale Lebensentwürfe) präferieren die Selbstpflege, während die Modernisierungsgewinner (hohes strukturelles Kapital und moderne Lebensentwürfe) die Fremdpflege bevorzugen. Daraus zieht BLINKERT den Schluss, dass aufgrund der Zunahme von Milieus mit modernen Lebensentwürfen die Prämissen der Pflegeversicherung, die von einer Zunahme der Pflegegeldbezieher statt einer Inanspruchnahme von professionellen Pflegekräften ausgeht, infrage gestellt werden.
     
         
       
    • DRIBBUSCH, Barbara (2000): Das Schwarzbuch der Liebe.
      Immer mehr Paare trennen sich. Doch in der Liebe geht es zwischen Männern und Frauen nicht um Gleichheit, sondern mehr um die Frage, wer wen am meisten braucht,
      in: TAZ v. 14.12.
      • Kommentar:
        DRIBBUSCH kommt beim Thema Trennungen ohne den Namen Boris Becker, aber nicht ohne HOUELLEBECQ aus. Sie hat den Focus Nr.45 v. 06.11. und den Spiegel Nr.48 v. 27.11. (Thema: ältere Frau liebt jüngeren Mann) gelesen, aber nur ersteres erwähnt. Ansonsten packt sie alles zu einem Weihnachtsgeschenk (Fest der Liebe!) zusammen, was gerade auf dem Beziehungssektor modern ist: multilokale Mehrgenerationenfamilie, Freundschaftsbeziehungen (Dezemberheft der Psychologie Heute) und die Resolidarisierung der Geschlechter (Woche Nr.48 v. 24.11.).
     
       
    • DOINET, Rupp u.a. (2000): Szenen einer Ehe,
      in: Stern Nr.51 v. 14.12.
      • Kommentar:
        Der Stern passt sich der Boulevardpresse an und spekuliert über die Ehe von B.B.. Dazu passt der Satz aus der FREITAG Nr.51 v. 15.12.:"Die Boulevardpresse hat endgültig die traditionellen Meinungsmacher der politischen Magazine abgelöst, Bunte statt Spiegel". Die Leser dürfen natürlich mitdiskutieren. Über was wohl? "Ist die Ehe fürs Leben ein Auslaufmodell?" B.B. & B.B. als "Alpha-Paar", da wissen die "Beta-Paare" endlich wo es lang zu gehen hat...
     
       
    • HIRSCH, Wolfgang (2000): Lebensglück auch ohne Nachwuchs,
      in: Informationsdienst Wissenschaft v. 14.12.
      • Inhalt:
        Psychologen aus Jena und Freiburg haben die Folgen von Kinderlosigkeit für 43 - 65jährige Frauen in Paarbeziehungen untersucht. Sie unterscheiden zwischen vier Gruppen:
                    "ungewollt Kinderlose, die sich nicht in medizinische Behandlung begaben, solche, die eine - erfolglose - künstliche Befruchtung bzw. Fremdsamenspende auf sich nahmen, gewollt Kinderlose und (...) Familienväter und -mütter. Die Psychologen kommen zu dem Ergebnis, dass bei der Bewältigung von Kinderlosigkeit jene am besten zurecht kommen, die sich "entweder bewusst gegen Nachwuchs entschieden haben oder eine Kinderlosigkeit aufgrund von Fertitlitätsstörungen als Schicksal akzeptieren".
        • Kommentar:
          "Kinderlose Paare sind genauso glücklich und sozial eingebunden, sie sind nicht kränker oder gesünder, haben nicht mehr psychosomatische Störungen, depressive Verstimmungen oder andere Erkrankungen als andere",
          ein solches Fazit wird den Ergebnissen nicht gerecht, ist aber neben der Schlagzeile das einzige, was von solchen Meldungen übrig bleibt und dann wiederum zu Vorurteilen führt: hedonistische Kinderlose als Inbegriff der Spaßgesellschaft.

                      Über die Repräsentativität der Studie wird jedoch nichts ausgesagt. Dies wäre aber die Grundvoraussetzung für eine solche allgemeine Aussage. Wurden nur bestimmte Milieus berücksichtigt? Verweigerten jene die Teilnahme, die überhaupt nicht mit ihrer Kinderlosigkeit zurechtkommen? Was ist mit Stadt-Land-Unterschieden? Fragen, die sich stellen, aber nicht beantwortet werden. Das Fazit widerspricht zudem den unterschiedlichen Bewältigungsformen, die im Artikel differenziert werden. Und nicht zuletzt fehlen Angaben über die Größenordnung der einzelnen Gruppen.
     
       
    • GRAUPNER, Heidrun (2000): Elf Kinder braucht die Frau,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 13.12.
     
       
    • HEER, Klaus (2000): Wenn die Liebe winkt.
      Wie lange soll man warten, bis man sich nach einer Trennung wieder verlieben "darf"?
      in: Brückenbauer Nr.50 v. 12.12.
     
       
    • MOHR, Reinhard (2000): Ist denn nichts mehr heilig?
      Boris ohne Babs: Das Ende des Traumpaars der neuen Mitte bewegt die Deutschen, blamiert die Klatschpresse - und zerstört den Glauben ans perfekte Glamour-Liebesglück,
      in: Spiegel Nr.50 v. 11.12.
    • HACKER, Doja (2000): Liebe.
      Auseinander mit Euch! Doja Hacker über das Schöne an Trennungsmeldungen,
      in: Tagesspiegel v. 11.12.
     
       
    • MOELLER, Michael Lukas (2000): Bedeutet Ehe auf Zeit das Ende der Familie?
      In Deutschland scheitert jede dritte Ehe. Paar-Therapeut Professor Michael Lukas Moeller hat ein Konzept entwickelt, das Hilfe bietet,
      in: Welt am Sonntag v. 10.12.
    • MARTENSTEIN, Harald (2000): Trennung der Beckers.
      Und jetzt? Harald Martenstein hat 33 Meinungen über Boris Becker,
      in: Tagesspiegel v. 10.12.
     
       
    • ENGELS, Volker (2000): Sinnfindung statt Gefühlsschwere.
      Wenn Weihnachten zum Terror wird: Die traditionellen Rituale unterm Christbaum sind für Singles und Patchworkfamilien häufig eine Belastung. Individuelle Sinnfindung bietet einen Ausweg. Die Skandinavier machens vor: Party statt Besinnlichkeit,
      in: TAZ v. 09.12.
     
       
    • SCHINDELE, Eva (2000): Wenn der Wunsch nach Kindern zurückgestellt wird.
      Weibliche Lebensentwürfe und moderne Reproduktionstechnologien,
      in: Frankfurter Rundschau v. 09.12.
      • Inhalt:
        SCHINDELE übt Kritik an der Reproduktionsmedizin, die Kinder als "Schwangerschaftsprodukt" auffasst und die "Krankheit" ungewollte Kinderlosigkeit zu heilen verspricht. Der Erfolg der Reproduktionsmedizin ist bislang gering. Nur 30 % der behandelten Frauen gebären ein Kind. Für SCHINDELE sind dagegen psychische Probleme, die sich aus einem gesellschaftlich verursachten Entscheidungsdilemma ergeben, ausschlaggebender. Die Publizistin fordert deshalb familienpolitische statt technische Lösungen, damit Kinder nicht nur gewünscht, sondern auch geboren werden.
     
         
       
    • HUMMEL, Manfred (2000): Paare warten mit der Heirat.
      Bayern gehen erst mit 31 Jahren zum Standesamt,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 09.12.
     
       
    • GRAW, Eva-Maria (2000): Liebe in Zeiten der Zweifel.
      Popstar Madonna heiratet und gibt allen krisengeplagten Romantikern ihren Glauben wieder,
      in: Welt v. 08.12.
     
       
    • CLAUSS, Ulrich (2000): Familie in Not.
      Die moderne Gesellschaft treibt ihre Mitglieder in immer aussichtsloser konkurrierende Ziele - Leitartikel,
      in: Welt v. 08.12.
     
       
    • KREITLING, Holger (2000): Die Liebe ist eine Baustelle.
      Die gescheiteterte Ehe von Barbara und Boris Becker führt die Krise der Partnerschaft in Zeiten der New Economy vor. Ist die moderne Spaßgesellschaft nicht mehr mit der traditionellen Institution Ehe vereinbar?
      in: Welt v. 07.12.
    • BELLINGER, Andreas (2000): "Einen Schlussstrich gibt es nie".
      Boris Becker über die Gründe der Trennung,
      in: Welt v. 07.12.
      • Kommentar:
        SPIEGEL hör die Signale! Boris Becker löst eine neue Hysterie aus. Es droht wieder einmal die Single-Gesellschaft. Wer mit der New Economy in Berührung kommt, der wird vom Trennungsvirus befallen. Boris war sicherlich kein Yettie, denn wer fragt "Bin ich schon drin?", der besteht den Yettie-Test nicht.
                    KREITLING hat anscheinend meinen gestrigen Kommentar gelesen: "Die Öffentlichkeit macht sich beim Blick auf Home-Storys immer ein gewollt schönes Bild. Vor sechs Wochen titelte der 'Spiegel' noch mit 'Glücklicher zu zweit' und führte selbstverständlich die Beckers als Kronzeugen für den gesellschaftlichen Trend zur stabilen Bindung mit Trauschein an (...) und im Falle eines Scheiterns gibt es ein Auffangbecken, nämlich die Gewissheit, dass Patchwork-Familien und allein erziehende Mütter und Väter keine Seltenheit, sondern nahezu die Regel sind."
     
       
    • BRACZKO, Claudia (2000): Selbständig in der "New Economy" - auch die Helden der Internetökonomie haben ihre Probleme
      in: Informationsdienst Wissenschaft v. 06.12.
      • Kommentar:
        Die "Yetties" sind der neue Menschentyp im Hyperkapitalismus und sie sollen identisch mit den Singles sein, die schon länger als "Pioniere der Moderne" gehandelt werden. Aber nach BRACZKO dominieren in der IT-Branche die "Setties", wie die über 30jährigen spöttisch genannt werden. Das Institut Arbeit & Technik hat in einer Online-Befragung bei 205 Beschäftigten der Branche (spricht nicht gerade für Repräsentativität!) folgendes herausgefunden: "Dreiviertel der Befragten waren zwischen 30 und 50 Jahre alt. Ebenso viele lebten in einer festen Partnerschaft, davon 38 % mit Kindern. 'Die Erwartung, der 'Single' sei die vorherrschende Lebensform der 'neuen Selbständigen' bestätigte sich also ebenfalls nicht". Näheres zu Yetties und Setties siehe meinen Kommentar vom 03.12.2000
     
       
    • BREMME, Bettina (2000): Mutterbild, verzweifelt gesucht.
      Der Verband der Filmarbeiterinnen tagte,
      in: Berliner Zeitung v. 06.12.
     
       
    • VOGEL, Benita (2000): Verkuppeln zahlt sich aus.
      Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist Single - die meisten nicht freiwillig. Sie suchen übers Internet oder Partnervermittler nach Traummann oder -frau - die Datingbranche dankt es,
      in: Neue Luzerner Zeitung v. 06.12.
      • Kommentar:
        Das Denkmuster "Single-Gesellschaft" hat sich in den Köpfen so sehr festgesetzt, dass Meldungen, die ins Schema passen, nicht mehr überprüft werden. Aber Statistik ist nicht die Stärke von VOGEL! Sie freut sich:
                    "Inzwischen sind 48,8 Prozent der Schweizer Bevölkerung Singles. Damit hat sich die Zahl der Ein-Personen-Haushalte seit 1960 verdreifacht".
                    Wer zwischen Bevölkerung und Haushalt nicht unterscheiden kann, der sollte bei Günter BURKART nachlesen. In der Schweiz wohnen ca. 7 Millionen Menschen, davon keine Million in Einpersonenhaushalten.
                    Davon abgesehen wohnen in Einpersonenhaushalten nicht unbedingt Partnersuchende, sondern Paare und vor allem ältere Witwen. Partnerlose wohnen auch bei den Eltern ("Hotel Mama") oder in anderen Mehrpersonenhaushalten.
                    Vielleicht wenden sich Partnerlose aber auch gleichzeitig an mehrere Partnervermittlungen, um ihre Chancen zu erhöhen. VOGELs Partnerlosenpotenzial reduziert sich also gewaltig...
     
       
    • RODEK, Hanns-Georg (2000): Das verflixte siebte Jahr.
      Die Ehe von Barbara und Boris Becker ist überraschend zerbrochen. Offizielle Begründung: "unterschiedliche Prioritäten in unserer Beziehung". Offenbar ist den beiden das gemeinsame Ziel abhanden gekommen,
      in: Welt v. 06.12.
    • GERTZ, Holger (2000): Es war einmal ein Traumpaar.
      Boris und Barbara Becker geben ihre Trennung bekannt,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 06.12.Welt
      • Kommentar:
        Jetzt muss die SPIEGEL-Coverstory von WELLERSHOFF "Glücklicher zu zweit" (siehe 23.10.2000) umgeschrieben werden:
                    "Die Familie mit Kindern, die unerschütterliche Zweierbeziehung mit Hund und Kanarienvogel - sie ist nicht mehr das kleinbürgerliche, fortschrittsfeindliche, lustferne Gefängnis (...). Sie erscheint vielmehr als selige Insel im feindlichen Meer. Das Langzeitehepaar Boris und Barbara Becker - seit sieben Jahren verheiratet, zwei Söhne - lebt das Familien-Ideal mit strahlendem Lächeln vor".
                    Wahrscheinlich hat WELLERSHOFF diese Entwicklung vorausgesehen und schnell noch die "Flicken-Familie" zum neuen Zukunftsmodell der Familie erklärt (siehe 04.12.).
     
       
    • DUBÖ (2000): Imagekampagne "Singles mit Kids" gestartet.
      Chance für Alleinerziehende,
      in: Augsburger Allgemeine Zeitung v. 05.12.
      • Kommentar:
        Die städtische Gleichstellungsstelle und der Arbeitskreis Alleinerziehende wollen das "Bild vom hausbackenen Alleinerziehenden zurecht" rücken. "Singles mit Kids", das klingt nach "LebenskünstlerInnen", "ZeitmanagerInnen", "die echten AbenteuerInnen", die "das Mehr an Lebensfreu(n)den" haben. Das soll potenzielle Arbeitgeber zur Einstellung von Alleinerziehenden bewegen?
                    So muss man sich das eher vorstellen, als Will Freeman, der Playboy aus NICK HORNBYs "About a Boy", auf die Idee kam, alleinerziehende Mütter als "intelligente, attraktive, willige Frauen" wahrzunehmen, die sich ideal für Affären eignen. Er ist wohl das Opfer einer solchen Imagekampagne geworden...
     
         
       
    • WELLERSHOFF, Marianne (2000): Die Flicken-Familie.
      Die Jüngeren schleppen die Mineralwasserkisten, die Alten passen auf die Kinder auf: Für die Zukunft erwarten Soziologen eine kompliziertes Geflecht von zusammengewürfelten Patchwork-Familien, in denen sich mehrere Generationen miteinander arrangieren,
      in: Spiegel Nr.49 v. 04.12.
     
       
    • BEYER, Susanne (2000): Stets zu Diensten.
      In neuen Luxuswohnungen werden alte Traditionen wieder belebt. Der Portier kehrt zurück, er heißt jetzt Doorman und soll die Bewohner bewachen und bedienen,
      in: Spiegel Nr.49 v. 04.12.
      • Inhalt:
        BEYER berichtet aus dem Innern der "BoBo & Yettie-Nation" (siehe 03.12.). Die Gründerzeit kehrt nicht nur als Start Up wieder sondern hat auch schon architektonisch ihren adäquaten Ausdruck gefunden: das Konzept der Gründerzeit-Bürgerhäuser kehrt zurück in die Geschichte. Für die Wenigerbetuchten gibt es die Rückkehr der "Concièrge", das Schreckgespenst aller Studenten der Vor-68er-Zeit.
        • Kommentar:
          Marissa PIESMAN hat diesen Typ der Luxuswohnhäuser in New York bereits 1995 in dem Krimi "Alternate Sides" (deutsch: Parkverbot) beschrieben. Der "hilfsbereite" Doorman (die Übersetzung spricht vom "Türsteher", als ob es sich um eine Disco handeln würde) wird jedoch Opfer eines Mörders.
                      Der FREIBEUTER hat bereits im Jahr 1985 die deutschen Yuppies, die im Herzen noch Hippies waren, mental auf die Gründerzeit-Epoche vorzubereiten versucht. Möglicherweise haben aber ihre Kinder von der Generation X oder @ heimlich den Freibeuter unter der Bettdecke gelesen und ziehen jetzt in die Gründerzeithäuser ein.
                      Der Priveteye Nestor Burma zeigt wie man an der Concièrge ungesehen vorbei kommt, aber nicht jeder ist so versiert wie ein Privatdetektiv. Welche Probleme studentische Untermieter mit Hauswirt/innen gehabt hatten, das liest man dagegen bei Uwe TIMM in "Heißer Sommer".
     
       
    • GATTERBURG, Angela & Peter STOLLE (2000): Der Genussmensch ohne Herz.
      Wachsendes Unvermögen, gemeinschaftliche Bande zu entwickeln, ein Verlust an Traditionund Identität, wachsende Distanz zwischen den Individuen: Der Ethnologe und Kulturhistoriker Hans Peter Duerr prophezeit neben dem ökologischen auch einen sozialen Kollaps,
      in: Spiegel Nr.49 v. 04.12.
      • Kommentar:
        DUERR scheint vom HOUELLEBECQ-Virus befallen zu sein. Dieser Krankheit ist kaum noch Einhalt zu gebieten. Eine Grippewelle ist harmlos dagegen. Wie bringt es der SPIEGEL nur fertig, in ein und demselben Heft einerseits die Hysterie der Deutschen zu beklagen und andererseits Apokalytikern eine Plattform zu bieten? Das nennt man die Dialektik der Marktwirtschaft...
     
         
       
    • KRÜGER, Michaele (2000): Keine Angst vor Hilfe.
      Seelsorge im Internet hat Konjunktur: Immer mehr Menschen suchen per E-Mail bei Geistlichen Rat und manche beichten sogar, was sie sonst niemandem erzählen würden,
      in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 03.12.
     
         
           
           
       

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