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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
     
       
       
   

News vom Februar 2001

 
       
   
  • LAU, Mariam (2001): Sex oder kein Sex, das ist hier die Frage.
    "Focus" und "Spiegel" streiten um deutsche Bettkultur,
    in: Welt v. 27.02.
    • Inhalt:
      Mariam LAU hat Focus und
      Spiegel verglichen:
                  "Mit dem Sex ist das ja so eine Sache: Die einen haben welchen, die anderen nicht. Und ebenso streng unterteilt sind bekanntlich die Leser von 'Spiegel' und 'Focus' (...). Seit der jüngsten Ausgabe der Magazine ist nun auch klar, wie diese Teilmengen einander zuzuordnen sind: 'Focus'-Leser sind die mit dem Sex, 'Spiegel'-Leser die ohne."
 
   
  • NUBER, Claudia (2001): Karriereträume auf seine Kosten,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 26.02.
 
   
  • FIEDLER, Tanja (2001): Die letzte Einheit.
    Die Scheidungszahlen steigen von Jahr zu Jahr. Ist die Treue eine aussterbende Tugend? Ein älteres und ein junges Paar sprechen über Erfahrungen und Erwartungen,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 25.02.
 
   
  • SPIEGEL (2001): Mangel an Begehren.
    Die große Liebe ist immer noch das Ideal der Deutschen. Sie wollen beides: tiefes Gefühl auf Dauer und wilden Sex. Doch dieser Wunschtraum, sagen Wissenschaftler, ist eine Illusion. Allerdings könne die erschlaffte Lust auf den Partner wieder belebt werden, etwa durch diskrete Seitensprünge,
    in: Spiegel Nr.9 v. 24.02.
  • KRONSBEIN, Joachim & Susanne BEYER (2001): "Seitensprung ist eine feine Sache".
    "Glück gibt es nur mit Unglück." Der Psychologe Michael Mary über die sexuellen Leiden in langjährigen Beziehungen,
    in: Spiegel Nr.9 v. 24.02.
    • Inhalt:
      Michael MARY nennt zwei Lösungen, um die Leidenschaft in dauerhaften Paarbeziehungen zu erhalten: zum einen die Fernbeziehung und zum anderen die Rückkehr zur Doppelmoral der 50er Jahre ("Revolution im Reihenhaus" wie GASCHKE das nennt).
 
   
  • HELBERT, Frank (2001): Versichert und vorbei.
    "Hausfrau" ist in Italien mittlerweile ein anerkannter Beruf - ab März sogar mit eigener Versicherung. Doch auch im traditionellen Mamaland ist die casalinga ein aussterbendes Lebensmodell,
    in: TAZ v. 24.02.
  • HELBERT, Frank (2001): Hausfrau adé.
    in:
    TAZ v. 24.02.
 
     
     
   
  • RIEHL-HEYSE, Herbert (2001): Der Kitt, den eine Gesellschaft braucht.
    Neue Ehre für das Ehrenamt - oder: Warum wir uns selbst um uns kümmern müssen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
  • FELIXBERGER, Peter (2001): Die neuen Sozialarbeiter.
    Gesellschaftliche Verantwortung ist für Unternehmen hierzulande oft ein Fremdwort, in den USA hingegen längst Alltag,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
    • Kommentar:
      Sowohl RIEHL-HEYSE als auch FELIXBERGER idealisieren die amerikanischen Verhältnisse.
                  Sie verweisen auf das dort weiter verbreitete soziale Engagement der Bürger. In den USA liest sich das jedoch völlig anders. Die Kommunitaristen (siehe PUTNAMs "Bowling alone") und ihre Klage über den "Niedergang des sozialen Kapitals" ähnelt doch sehr der hier vertretenen Jammeriade...
 
   
  • BAUSCHMID, Elisabeth (2001): Man arrangiert sich.
    Eine Studie belegt: Der Single ist nicht einsam,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
    • Kommentar:
      Man liest und denkt, zu schön um wahr zu sein. In der SZ ein kritischer Artikel über die familienpolitische Debatte? Man liest erstaunt über statistische Ungenauigkeiten bei der Erfassung von Singles und davon, dass nur 3 % der Bevölkerung Singles sind, aber dann kommt doch noch das Übliche: das "Single-Gespenst".
                  Der "Nicht-Single" wird glorifiziert: Für Krankheit oder Pflegebedürftigkeit sind die Ehefrau und die Tochter zuständig! Wer das nicht hat - also Singles - der liegt der Allgemeinheit auf der Tasche.
                  DIE wichtigste Botschaft aber fehlt: Nicht-Singles und Singles sind keine ausschließende Kategorien, sondern meist Phasen innerhalb eines Lebenslaufs. Wer heute Nicht-Single ist, der kann morgen durch Tod des Partners oder der einzigen Tochter zum Single werden. Aber für diesen Sachverhalt gibt es in unserer Gesellschaft kein Bewusstsein. Witwen sind die größte Subgruppe der Alleinlebenden und nicht die Yuppies, wie das die Medien suggerieren...
 
   
  • ENGLERT, Sylvia (2001): Darum in die Ferne schweifen.
    Werden wir unsere Familie künftig nur noch am Wochenende sehen?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
 
   
  • CALONEGO, Bernadette (2001): Das ganze Leben vor der Haustür.
    Wie es den Stadtplanern von Vancouver gelungen ist, das Zentrum wieder zu beleben, ohne die Steuerzahler zu belasten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.02.
    • Kommentar:
      CALONEGO schwärmt von Vancouver, weil in der "Stadtmitte immer mehr Familien, Singles, Rentner, sozial Schwache, aber auch Wohlstandsbürger und Luxus-Verwöhnte Mauer an Mauer" leben.
                  Bei uns ist dies bereits urbane Realität, nur wird es als Pluralisierung der Lebensstile verdammt. In Deutschland möchte man in den Städten nur gut verdienende Familien haben, weswegen das friedliche Nebeneinander verschiedener Lebensformen unerwünscht ist. Die hohen Haushaltszahlen verschleiern die Mehrheitsverhältnisse in den Städten. Städte sind keine Singlehochburgen, sondern schlichtweg Familienstädte.
                  Monika ALISCH hat bereits 1993 auf die wachsende Zahl der wohlhabenden Familien hingewiesen, die in der Innenstadt leben möchten. Sie spricht in diesem Zusammenhang von "Family-Gentrification". Dies weist darauf hin, dass Familien und nicht Singles als Verursacher von Aufwertungsprozessen auftreten. Eine solche Sichtweise ist in Deutschland politisch völlig unkorrekt, weswegen es hierzu keinerlei weitergehende Forschung gegeben hat. Die Neue Mitte - und damit die wohlhabende Familiengesellschaft - hat daran keinerlei Interesse. Das Feindbild "Single" muss aufrechterhalten werden...
 
   
  • HÖFL-HIELSCHER, Elisabeth (2001): Ende des Pillenknicks?
    Die Stadtstatistiker melden für München einen Babyboom
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 23.02.
    • Kommentar:
      HÖFL-HIELSCHER scheint den Mythen der Singlegesellschaft nicht mehr zu glauben:
                  "Manche erklären den Babyboom nun damit, dass jetzt die geburtenstarken Jahrgänge der 60-er Jahre ins Elternalter gekommen seien. Das kann aber so nicht stimmen: Die wären nämlich, auch wenn die 'erstgebärenden Mütter' immer älter werden, schon Mitte der 90-er Jahre dran gewesen. Das Rätsel müssen nun die Fachleute knacken. Bei denen galt es bislang ja als ausgemacht, dass in der Single- und Yuppie-Metropole kein Platz für Kinder sei. Eine Zeit lang rauschte sogar die Nachricht durch den Blätterwald, München sei die Stadt mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt. Und jetzt das! Sogar die Zahl der 'Familienhaushalte' und der Großfamilien nimmt trotz der hohen Lebenshaltungskosten zu".
                  Solche Analysen passen einfach nicht zum kommenden Familienwerte-Wahlkampf , in denen Apokalyptiker und Polarisierer das Wort haben...
 
     
   
  • THADDEN, Elisabeth von (2001): "Wir müssen die Männer zwingen".
    Der Familienforscher Hans Bertram fordert die Abschaffung des Patriarchats und eine Arbeitswelt, die Rücksicht nimmt auf die Bedürfnisse der Kinder und Eltern,
    in: Die ZEIT Nr.9 v. 22.02.
    • Kommentar:
      Auf die Frage nach der Geburtenentwicklung antwortet BERTRAM:
                  "Kein Mensch weiß dazu Plausibles. (...) Wer's erklären kann, sollte den Nobelpreis bekommen." Nur Apokalyptiker (siehe nächsten Artikel), Polarisierer und Bevölkerungswissenschaftler wissen genau woran es liegt und wohin es führt...
 
   
  • WEFING, Heinrich (2001): Eine Million Wohnungen ohne Interessenten.
    Stirb langsam: Unsere kleine Stadt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.02.
    • Kommentar:
      WEFING ist ein Apokalyptiker der neuen Mitte. Anfang der 80er Jahre texteten FEHLFARBEN:

                  "Ich schau mich um und seh´ nur Ruinen".
                  Das war subkultureller Sound der längst in den Feuilletons der neuen Mitte angekommen ist:
           "Eine Million Wohnungen, für die schlicht die Menschen fehlen (...) ist (...) eine Spätfolge der massiven Deindustrialisierung der ehemaligen DDR - und das notwendige Resultat einer Pluralisierung der Lebensstile. (...)
                  In der großen Leere (...) einzig ein ostdeutsches Problem zu sehen wäre freilich naiv. Berlin, die vermeintlich boomende Hauptstadt, verliert Jahr um Jahr an Einwohnern (...).
                  Die Grenzen des Wachstums sind längst überschritten, und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung verschärft noch den Imperativ des Weniger.
                  Die Stadt der Zukunft in diesem alt werdenden Land ist kein wachsender, wuchernder, kraftstrotzender Kosmos mehr, sondern ein Gebilde, das welkt, schrumpft, vielleicht sogar stirbt. Das ist das Unerhörte, kaum Begreifliche, das hinter den Leerstandszahlen aus dem Osten aufscheint. Entvölkerte Städte hat es in Deutschland zuletzt nach dem Dreißigjährigen Krieg gegeben, Zonen abgestorbener Zivilisation kennen wir nur aus apokalyptischen Visionen wie Andrej Tarkowskis Film "Stalker". Daß Städte wieder zu Dörfern werden könnten, daß Dörfer mangels Menschen von der Landkarte verschwinden, ist in unserem Denken nicht vorgesehen. Wir alle aber werden es erleben."
                  So klingt neodarwinistischer Sound im Anschluss an bevölkerungspolitischen Prognosenzauber. SCHMID/HEIGL/MAI haben im Jahr 2000 ein Buch mit dem Titel "Sozialprognose" herausgebracht, in dem sie auf eine zutreffende Prognose der Bevölkerungsentwicklung Anfang des Jahrhunderts hinweisen. Man hatte die Bevölkerung im Nachkriegsdeutschland ziemlich genau prognostiziert. Der zweite Weltkrieg war in diesen Berechnungen jedoch nicht enthalten!
                  Die verdrängten Zeiten vor 1968 haben eine Explosion der alten allein lebenden Bevölkerung gebracht: Zwischen 1957 und 1969 hat sich die Zahl der allein lebenden Witwen mehr als verdoppelt (Wirtschaft und Statistik 12/1970, S.616).
                  Vielleicht wäre es ganz heilsam, wenn man endlich die Debatten der 50er Jahre erforschen würde. Man würde vielleicht feststellen, dass sie unseren heutigen Debatten erstaunlich ähneln. Die Familiengesellschaft benötigt ihre Feinde, damals die Unverheirateten und heute eben die Singles.
 
   
  • FRANKFURTER RUNDSCHAU (2001): Messe für kaufkräftige Singles,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.02.
    • Kommentar:
      Ende Juni soll in Wiesbaden die erste deutsche Messe für Singles, die Single World 2001, stattfinden. Die DEMAT GmbH Frankfurt ist der Veranstalter und möchte "Singles aller Art" ansprechen. Die Haushaltszahlen, die im Bericht genannt werden, sind weit überhöht. Aber auf richtige Zahlen legt heute sowieso keiner mehr Wert...
 
     
     
   
  • RENTZSCH, Anne (2001): Kindermangel im Land der Pippi Langstrumpf.
    Schwedens Politiker sorgen sich über die sinkenden Geburtenzahlen im Land,
    in: Tages-Anzeiger v. 21.02.
    • Kommentar:
      Der Beitrag erschien bereits in der Süddeutschen Zeitung v. 08.02.2001. Siehe hierzu auch den Kommentar zum Beitrag über Schweden in der Wiener Zeitung v. 12.02.2001
 
     
   
  • BRUNS, Tissy (2001): Feminismus modern. Die Scham ist vorbei.
    Warum die Entscheidung gegen Karriere auch richtig sein kann,
    in: Tagesspiegel v. 20.02.
 
   
  • HILGERS, Micha (2001): Es bleibt ihnen nur eine Liebe auf Zeit.
    Paare mit großem Altersunterschied stellen die Illusion unbegrenzter Partnerschaft in Frage - Zumutung und Tabubruch,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.02.
 
   
  • SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (2001): aktuelles Lexikon: Wohngemeinschaft,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.02.
    • Inhalt:
      Im Lexikon geht es um die Wohngemeinschaft im Sinne des Deutschen Studentenwerkes. Bei den Studierenden geht der langfristige Trend "vom 'möblierten Zimmer' der Sechziger Jahre über die WG zur eigenen Wohnung (allein oder mit Partner), die um rund 150 Mark pro Monat teurer ist."
 
   
  • BÜNING, Eleonore (2001): Christoph Schlingensiefs Berliner Qualentherapie,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.02.
  • DIEZ, Georg (2001): Kolik der Gefühle.
    Es gibt kein richtiges Reden im Falschen: Die Berliner Volksbühne ruft die liebeskranke Gesellschaft aus und feiert die Verwirrung,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 19.02.
  • BEHRENDT, Eva & Manuel BRUG (2001): Hallo, liebe Liebenden, hier seid ihr fast richtig!
    Der
    Lovepangs™-Kongress in der Volksbühne: ein Happening, promigeil und gaga auf der Schwelle von Kunst und Geschäft,
    in:
    Welt v. 19.02.
 
     
     
   
  • THIELERT, Anette (2001): "Sie sind Sklavinnen ihrer eigenen Tradition".
    Bestsellerautorin Maja Storch über die schwache Seite von starken Frauen,
    in: Sonntagszeitung v. 18.02.
 
   
  • GREGORIO, Walter de (2001): Banalverkehr.
    Wer in den Himmel will, der erlebt im Bett höllische Langeweile. Für die katholische Liebesfibel "Sesso Santo" taugt Sex nur als Zeugungsakt,
    in: Sonntagszeitung v. 18.02.
 
   
  • PFEIFFER, Daniela (2001): "Ohne Geld bin ich reicher als zuvor".
    Die Psychologin Heidemarie Schwermer lebt seit vier Jahren ohne Geld. Was sie braucht, tauscht sie ein,
    in: Welt am Sonntag v. 18.02.
 
   
  • KLEIS, Constanze (2001): Männer hassen Veränderungen.
    Anfangs Harmonie, dann Realitätsschock: Die Berliner Jessica und Lars erzählen, wie sie das verflixte erste Jahr ihrer Beziehung überstanden haben. Hilfe verspricht auch ein neuer Crash-Kurs aus Amerika,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 18.02.
 
   
  • BRÜGGE, Christine (2001): Treue in Zeiten vielfacher Versuchung.
    Unsere Gesellschaft erlebt die öffentliche Darstellung
    von Seitensprüngen, Treuetests und Rosenkriegen. Große Unsicherheit macht sich breit. Das Leben für die Ich-AG erfordert egoistische Maßnahmen. Schlaglichter auf ein aufregendes Thema,
    in: Hamburger Abendblatt v. 17.02.
 
     
     
   
  • KÖHLER, Michael (2001): Aus, Schluss und vorbei.
    Die fremde Bekannte, die beinahe meine Schwiegermutter war - Warum sich aus Trennungen kein Gewinn ziehen lässt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.02.
 
   
  • WEIMER, Stefanie/MENDIUS, Hans Gerhard/KISTLER, Ernst (2001): Der schleichende demographische Umbruch.
    Die Personalpolitik in den Unternehmen ist nach wie vor zu jungendzentriert,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.02.
 
   
  • ZOUBEK, Holger (2001): Anrufe gegen die Einsamkeit.
    Bei den Mitarbeitern der evangelischen Telefonseelsorge melden sich jeden Tag mehr als 60 Ratsuchende,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 16.02.
 
   
  • MÜLLER, Kai (2001): Kummer macht klug.
    Die Volksbühne veranstaltet den 1. Kongress der Liebeskranken. Ein Gespräch über das Glück im Unglück,
    in: Tagesspiegel v. 16.02.
 
     
   
  • SPIRIG, Jolanda (2001): Flexible Arbeitszeiten ja - anständiger Lohn nein.
    Die alleinerziehende Mutter Susanne B. machte jahrelang Heimarbeit - und verdiente fast nichts,
    in: Weltwoche Nr.7 v. 15.02.
 
   
  • LUIK, Arno (2001): "Mein Job killt die Liebe. Ja, so ist es!",
    in:
    Stern Nr.8 v. 15.02.
    - Interview mit Peter Maffay
  • HACKE, Detlef (2001): Hart, aber zärtlich.
    Michael Schumacher zeigt sich vor der neuen Formel-1-Saison ungewohnt offen - beim Fotoshooting mit seiner Frau Corinna ebenso wie im Gespräch: der Weltmeister über privates Glück, sportliche Ziele, Wut und Tränen,
    in: Stern Nr.8 v. 15.02.
 
   
  • WIMMER, Martina (2001): Die Schmerzensbrecherinnen.
    Wer Liebeskummer hat, sitzt daheim und weint. Das soll sich ändern: Zwei Künstlerinnen veranstalten in dieser Woche in Berlin einen Kongress für Liebeskranke,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 15.02.
    • Inhalt:
      Für Liebeskranke haben die Kongressveranstalter "vier Schmerzstufen identifiziert und dazu ein Farbleitsystem entwickelt. Der Leidensweg beginnt mit einem Aufschrei: »Pain« meint den bodenlosen Schmerz, einsame Trauer und Fassungslosigkeit und ist im Lovepangs-System gelbgrün: eine bösartige Farbe, eitrig-eklig, die ins Auge hauen soll wie der Trennungsschmerz in die Magengrube.
      Wenn die Lähmung nachlässt, kocht das Gemüt hoch: »Rage« steht für Wut auf den bösen Anderen, auf Gott und die Welt und kommt so dunkelrot daher, dass man glauben könnte, es sei Blut gemeint.
      Dann legt sich der Sturm, kühler Zynismus macht sich breit: »Resent« ist Oberbegriff für Misstrauen, aber auch das erste Anzeichen eines sich aufhellenden Kopfs. Die zugehörige Farbe ist Blau wie ein frisch gechlorter Swimmingpool.
      Und irgendwann ist es vorbei, »over». Der Blick ist wieder klar, der Herzschlag ruhig und regelmäßig, und die Welt dreht sich von vorn. Alles kann passieren oder nichts, und diese Sicherheit ist schwarz."
                  Die Veranstalter haben auch gleich sog. "Lovepangs"-Aufkleber in allen vier Schmerzfarben entwickelt, damit sie "auf alles, was den Schmerzzustand verbessert" geklebt werden können.
                  Bei Büchern könnte das dann z.B. so aussehen: PAIN für "Die Widmung" von Botho STRAUSS, RAGE für HOUELLEBECQs "Elementarteilchen", RESENT für Jochen SCHIMMANGs "Vertrautes Gelände - besetzte Stadt" und für OVER "Das Herz ist eine miese Gegend" von Thommie BAYER.
 
   
  • SCHAUSS, Anette (2001): Liebe, Landflirt, Livekontakte.
    Keine Freunde? Flirt gefällig? Sportkamerad gesucht? Internet-Kontaktbörsen helfen bei der Partnersuche,
    in: Welt v. 14.02.
 
   
  • BRENNER, Susanne (2001): Wie im Wasser, so im Leben.
    Warum in manchem Manne ein Neandertaler steckt,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 14.02.
    • Inhalt:
      BRENNER beschreibt das Schwimmbad als Abbild der Single-Gesellschaft:
                  "Rücksichtnahme? Höflichkeit? Absolute Fehlanzeige. Im Schwimmbad zeigen manche Männer, was wirklich in ihnen steckt. Ein Neandertaler! Erstaunlicherweise sind es aber nicht etwa die Ungebildeten, die Hilfsarbeiter-Typen, die so aggressiv um jeden Zentimeter kämpfen. Nein. Es sind eher Yuppie-Männer. Wenn sie später aus der Umkleide kommen, tragen sie oft teure Lederjacken. Und steigen gerne in Autos mit dauerblinkender Lichthupe. Es sind Männer, die wahrscheinlich ihre Karriere genauso rücksichtslos voranbringen, wie sie im Schwimmbecken die Schwächeren rammen. Aus dem Weg, jetzt komme ich!"
 
   
  • MILBRECHT, Antje & Oliver FLESCH (2001): Solo in Hamburg: MOPO-Single-Report 2001.
    Spaß kann sein: Junge Singles über ihre Abenteuer,
    in: Hamburger Morgenpost v. 13.02.
    • Kommentar:
      Die Autoren haben im Hamburg der Jahrtausendwende die "Swinging Sixties" aufgespürt. Es gibt sie noch: die "swinging singles". Report heisst hier: Nennung von Name (egal), Alter (jung) und Anzahl der One-Night-Stands (oft). Als Ausnahme von der Regel gibt es noch die freiwilligen Jungfrauen à la BRITNEY SPEARS.
 
     
   
  • HAUSENSTEINER, Heike (2001): Babyfreundliches Schweden,
    in: Wiener Zeitung v. 12.02.
    • Kommentar:
      Während im
      SZ-Bericht vom 08.02. der Geburtenrückgang als Folge von kinderfeindlichem Stress dargestellt wird, legt dieser Artikel einen Zusammenhang zwischen Erhöhung und Beschneidung der Sozialleistungen in Schweden nahe:
                  "Als die staatlichen Leistungen in Schweden Ende der 1980er Jahre angehoben wurden, stieg auch die Zahl der Neugeborenen auf 14,5 pro 1.000 Einwohner. Durch Einschnitte im Sozialsystem auf Grund der Rezession Anfang der 1990er Jahre ging die Geburtenrate wieder zurück (10:1.000)".
 
   
  • THIELERT, Anette (2001): Trotz Kind in Form.
    Auffallend viele Stars adoptieren Kinder - oftmals nur, um schlank zu bleiben,
    in: Sonntagszeitung v. 11.02.
 
   
  • HOLST, Evelyn (2001): Getrennt von Tisch und Bett - und Glück.
    Mit einer Scheidung verliert eine Frau nicht nur den Ehemann, sondern auch das vertraute Umfeld und den Freundeskreis. So wie Barbara Becker,
    in: Sonntagszeitung v. 11.02.
 
   
  • SENNEKAMP, Peter (2001): Die Europäer sterben aus.
    Laut Statistik kommen in der EU zu wenige Kinder zur Welt,
    in: Schwäbische Donau Zeitung v. 10.02.
    • Inhalt:
      Die katholischen Länder Italien (1,19) und Spanien (1,21) haben die niedrigste Geburtenrate in Europa, während in Deutschland 1,37 Kinder pro Frau geboren werden.
 
   
  • DREWING, Lesley & Agnes WITTE (2001): Von Frau zu Frau.
    Das "verstaubte lila Gewand": Eine Antwort auf Gabriele Bruns. In der
    FR v. 16.12. forderte die Politikwissenschaftlerin Gabriele Bruns eine Modernisierung des Feminismus in der Bundesrepublik. Sie konstatiert einen Generationenkonflikt und begründet ihn mit dem "verstaubten lila Gewand", das der Feminismus ablegen müsse, um für junge Frauen wieder attraktiv zu werden. Die Thesen lösten vor allem unter den attackierten Frauen der "2. Frauenbewegung" heftige Diskussionen aus. Die Gleichstellungsbeauftragte der Uni Kiel, Lesley Drewing, und die Frauenreferentin der SPD-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein, Agnes Witte, haben eine Replik verfasst, die wir gekürzt dokumentieren.
    in: Frankfurter Rundschau v. 09.02.
 
     
   
  • REMKE, Susann (2001): Wo Kinder kriegen so leicht wie Brote schmieren ist.
    Geburts-TV im Morgenmagazin "Good Morning America",
    in: Welt v. 08.02.
    • Kommentar:
      REMKE wundert sich: "Geburtsfernsehen als Quoten-Garant — doch der erwartete Proteststurm von Kirchengruppen, Kinderschutzorganisationen und Elternverbände blieb aus." Ihre wenig glaubwürdige Erklärung: "Angesichts der Reality-TV-Inflation scheinen auch die schärfsten Kritiker abgestumpft zu sein."
                  Der Zweck heiligt hier eher die Mittel: eine "Zählleiste am unteren Bildschirmrand " zeigt den aktuellen Geburtenstand der Vereinigten Staaten an.
 
     
   
  • DPA (2001): Geburtenzahlen in ostdeutschen Großstädten steigen wieder.
    Drei Prozent mehr Kinder als 1999. Der Osten überholt den Westen,
    in: Lausitzer Rundschau v. 07.02.
 
   
  • MOSER, Christof (2001): Wollen wir ein Kind?
    Kinder - ja oder nein? Experten, Eltern und Kinderlose über Babyplanung und Kinderkrach,
    in: Brückenbauer Nr.6 v. 06.02.
 
   
  • FOCUS-Cover-Story: Echte Freunde - Die Wiederentdeckung eines wichtigen Glücksfaktors. Über die Kunst, Freundschaften zu schließen:
  • GERBERT, Frank (2001): "Alle Menschen brauchen Freunde".
    Enge Vertraute will fast jeder haben. Doch in der Ego-Gesellschaft scheint man vergessen zu haben, dass man für Freundschaften auch etwas tun muss,
    in: Focus Nr.6 v. 05.02.
  • GERBERT, Frank (2001): "Viel versprechender Ausweg".
    Der Philosoph Harald Lemke hält die Freundschaft für einen idealen Ersatz von Ehe und Familie,
    in: Focus Nr.6 v. 05.02.
  • GERBERT, Frank (2001): "Ein besseres Lebensgefühl".
    Die Freundschafts-Psychologin Ann Elisabeth Auhagen über Frauen- und Männerbindungen sowie die Grundregeln der Beziehung,
    in: Focus Nr.6 v. 05.02.
 
     
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2001): Viel Job, wenig Liebe.
    Die Leistungsgesellschaft führt zum heimlichen Gebärstreik. Jede dritte 35-Jährige ist kinderlos - die meisten bleiben es,
    in: TAZ v. 02.02.
    • Kommentar:
      "Der Kanadier Jerry Steinberg hatte die Nase voll. All seine Kumpels hatten geheiratet, in seinem Freundeskreis wurde nur noch über Babys geschwafelt. Steinberg gründete 'No Kidding!'."
                  Was DRIBBUSCH hier als Beispiel für die Zunahme der Kinderlosen präsentiert, ist eher ein Indiz dafür, dass Kinderlose eine Minorität sind. Der Versuch Kinderlose auszugrenzen, wie es z.B. in der sozialpolitischen Debatte immer sichtbarer wird, führt dazu, dass Kinderlose gezwungen werden, sich zu organisieren.
                  Diese "Ghettoisierung" ist nicht die Ursache, sondern die Folge der angeblichen Polarisierungen, die Demografen wie DORBRITZ zwar theoretisch postulieren, aber nicht beweisen können. Der Begriff "Gebärstreik" weist dabei auf die Wurzeln dieser Position (siehe hierzu meinen Kommentar und die weiterführenden Links zu MAYER in der ZEIT v. 01.02.2001).
                  Wenn man von einem dramatischen Geburtenrückgang reden kann, dann nicht in Deutschland, sondern im Maghreb. Dagegen verblasst das Gerede vom Aussterben hierzulande (siehe L'Express v. 25.01.2001). Wenn man dort die Geburtenrate wie bei uns hochrechnen würde, dann müsste dort die Bevölkerung lange vor den Deutschen vollkommen ausgestorben sein, aber vielleicht stimmt ja etwas mit den Berechnungen nicht...
  • BLOMBERG, Anna (2001): "Und ich wollte vier".
    Früher wollte sie unbedingt Kinder und hat jetzt keines: Eine 37-Jährige erzählt,
    in: TAZ v. 02.02.
    • Kommentar:
      Hier handelt es sich um ein (typisches ?) Beispiel für die "Single-Generation", über die nachfolgende "Generation Golf" usw. sagt dies jedoch nichts aus, da sich die Bedingungen seit den 70er Jahren grundlegend geändert haben. Die Folgen sind jedoch nicht abschätzbar, was die Geschichte der bevölkerungswissenschaftlichen Fehlprognosen lehrt.
  • DRIBBUSCH, Barbara (2001): Die Familienpolitik gelobt Nachbesserung.
    Regierung und Fraktionen arbeiten an neuen Konzepten zur Förderung von Nachwuchs. Wie immer hängt alles am Geld,
    in: TAZ v. 02.02.
 
   
  • FLORIN, Christiane/ÖHLER, Andreas/SCHÖN, Wolf (2001): Immer schön langsam.
    Die 68er haben nach langem Marsch die Institutionen zwar besetzt, aber nicht erobert. Deshalb freut euch, ihr Standhaften! Das Konservative ist der wahre Sieger in Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur. Eine deutsche Gesellschaftskomödie in sechs Akten,
    in: Rheinischer Merkur Nr.5 v. 02.02.
    • Kommentar:
      Feindbild Alice SCHWARZER aus der Sicht der katholischen Soziallehre, deren Anhänger aber immer weniger den Rheinischen Merkur lesen wollen, wenn man die sinkende Auflage betrachtet.
                  "Biologisch gesehen haben die Linken keine guten Karten. Sie geben ihre Gene nicht weiter, was sie mit Selbstverwirklichung und patriarchalischen Familienstrukturen verwechseln."
                  Vielleicht liegt hier nur die gleiche Verwechslung von Leben und Literatur vor wie bei MAYER...
 
   
  • UNGER, Ludwig (2001): Ängste vor der Zukunft.
    Forscher untersuchen Älterwerden von Singles,
    in: Fränkischer Tag v. 02.02.
 
   
  • BEHLER, Bettina (2001): Anbandeln lernen bei Sekt und Pralinen.
    Flirtkurs für Behinderte und Nichtbehinderte in Wiesbaden. Wochenendseminar war Anfang,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.02.
 
     
     
   
  • WELTWOCHE (2001): Wie halten es die Frauen anderswo?
    Internationaler Vergleich der Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern zeigt: Ob Mütter kleiner Kinder arbeiten oder nicht, das entscheidet die kulturelle Norm. Eine soziologische Analyse und sechs Beispiele,
    in: Weltwoche Nr.5 v. 01.02.
 
     
   
  • VEJR, Christina & Gudrun ALTROGGE (2001): Singles im Netz. Liebe auf den ersten Klick?
    Das Internet ist die größte Flirtmaschine der Welt. Tomorrow machte den Praxistest - was taugen Kontaktbörsen im Netz? Singles berichten exklusiv, was sie bei der Online-Partnersuche und beim Blind Date erlebt haben,
    in: Tomorrow Nr.4, 01.02.
 
   
  • HOCHSCHILD, Arlie Russell (2001): A Generation without public passion.
    Clinton's chief legacy to the young was to drain politics of idealism
    in: The Atlantic Monthly, Februar
    • Inhalt:
      Die Soziologin Arlie Russell HOCHSCHILD beklagt sich über den Niedergang des sozialen Kapitals (siehe Robert PUTNAM "Bowling alone") bei der US-amerikanischen Generation X und Y (in Deutschland würde man von Generation Golf sprechen).

                  HOCHSCHILD bezieht sich auf das Generationenkonzept des deutschen Soziologen Karl MANNHEIM und fragt danach, welches historisches Ereignis für die jüngeren Jahrgänge so prägend sein könnte, dass es zur Bildung eines Generationenbewusstseins kommen könnte. Sie verspricht sich dadurch ein größeres soziales Engagement der Jugend: "Big events collectivize. Litte events atomize." Während die Gesellschaft früher auf Heirat und Beschäftigung beruhte, ist für die gegenwärtige Gesellschaft die Heirats- und Arbeitsfähigkeit kennzeichnend. Zwei Herausforderungen sieht sie für die Nach-Clinton-Ära: zum einen die politische Implementierung einer familienfreundlicheren Arbeitswelt und zum anderen der Kampf gegen konsumistische Lebensstile (Stichwort: globale Erwärmung) als generationenstiftende Vision.
 
       
       
   

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