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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   

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News vom November 2000
News vom Oktober 2000
News vom September 2000
News vom August 2000
News vom Juli 2000
News vom Juni 2000
News vom Mai 2000
News bis Mai 2000

 
       
   
 
       
   

News vom Januar 2001

 
       
       
     
       
   
  • LÖFFLER, Rita (2001): Sorgerecht für Väter ohne Trauschein.
    Ohne Zustimmung der Mutter des Kindes geht nichts,
    in: Ostsee-Zeitung v. 29.01.

 
       
   
  • BERTRAM, Jörg (2001): Wohnen im Loft ist Lebensart.
    Der Charme des Außergewöhnlichen ist in Berlin Trend geworden - schöner wohnen in ehemaligen Fabrikanlagen,
    in: Welt am Sonntag v. 28.01.

 
       
   
  • PETROPULOS, Kostas (2001): Keine Halbheiten, bitte!
    Familiengeld und mehr Ganztagsbetreuung reichen nicht aus: Unsere Gesellschaft muss ein neues Verhältnis zur Familie finden,
    in: Rheinischer Merkur Nr.4 v. 26.01.

 
       
     
       
   
  • SIMON, Ulrike (2001): Printlandschaft.
    Neue Blätter braucht das Land
    in:
    Tagesspiegel v. 24.01.

Ulrike SIMON zitiert u.a. GRUNER + JAHR-Sprecher Kurt OTTO: "Eine Lücke im deutschen Zeitschriftenmarkt glaubt er in dem Themenumfeld zu entdecken, das der Zukunftsforscher Peter Wippermann die »Ich AG« bezeichnet. Dazu gehören Zeitschriften, die auf die Bedürfnisse, Probleme und Wünsche jener zunehmenden Gruppe von Menschen eingehen, die allein in einem kleinen Haushalt leben.
 
       
     
       
     
       
   
FOCUS-Titelgeschichte: ...zum Glück mit Ehevertrag.
Sicherheit: So wird's gemacht. Romantik: Den Partner überzeugen. Prominente: Der Fall Becker

SACHSE, Katrin (2001): Ehe alles schief geht.
Beziehungen: Selbst Traumehen können scheitern. Ein Ehevertrag mit klaren Spielregeln hilft, das schmerzliche Finale einer Liebe zu verkürzen,
in:
Focus Nr.4 v. 22.01.

Coverstory über DAS Thema, das seit B & B trendy ist. Damit die Scheidung nicht zum Fiasko wird, gleich bei der Hochzeit daran denken und einen Ehevertrag aufsetzen. Romantik pur ist out, das können sich nur Habenichtse oder Heiratsschwindler leisten...

SACHSE, Katrin (2001): ...und die Romantik?
Für den Familienforscher Wassilios Fthenakis gehört der Ehevertrag untrennbar zur Hochzeitsvorbereitung,
in: Focus Nr.4 v. 22.01.

 
       
   
  • Multilokalität in der Debatte

    • WEITHOLZ, Arezu (2001): Das Ziel ist im Weg.
      Ständig unterwegs zwischen New York und London: Die "Nylons" zelebrieren eine neue Form von Heimat und Gegenwart,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 22.01.

Arezu WEITHOLZ schreibt über Fernlieben (im doppelten Sinn). Das Leitbild ist hier Madonna und der SF-Roman Snow Crash von Neil Stephenson.

Multilokalität wird als Ressourcenverbrauch und Heimatlosigkeit kritisiert. Das nachbarschaftliche Leben kommt dadurch zum Erliegen, aber die Einheimischen scheinen das eher als Vorteil zu empfinden. In etwa so wie Vermieter, die froh sind über Mieter, die keinen Lärm machen und pünktlich ihre Miete zahlen.

Der Jet-Set-Bericht übersieht jedoch, dass Fernlieben bereits heute ein alltägliches Phänomen mit zunehmender Tendenz ist. Karin FREYMEYER & Manfred OTZELBERGER haben darüber das Buch In der Ferne so nah - Lust und Last der Wochenendbeziehungen verfasst. Die Autoren neigen jedoch ebenfalls dazu, dieses Phänomen in der Luxusklasse anzusiedeln. Aufgrund der Massenarbeitslosigkeit ist dieses Phänomen jedoch schon in der Mittelklasse weiter verbreitet als es in den Medien zum Ausdruck kommt. Die Zunahme der Einpersonenhaushalte ist ein sichtbarer Indikator, der immer wieder fehlinterpretiert wird (siehe nächster Artikel).

 
       
   
  • HACKER, Doja (2001): Der einzige Zeuge.
    Doja Hacker über den Vereinzelungsterror,
    in: Tagesspiegel v. 22.01.

Doja HACKER geht vor die Tür - dort wo die Hälfte in Einpersonenhaushalten wohnt - und sucht die Singles, die von HOUELLEBECQ, SLOTERDIJK und anderen Vereinzelungsterroristen beschrieben werden, aber sie findet nur Paare. Wenn sie sich diese Kulturpessimisten genauer anschaut, muss sie feststellen

"dass die Menschen, die uns den Vereinzelungsterror einreden wollen, selbst alle in funktionierenden Partnerschaften leben, diese mitnichten gegen einen Cybersexhandschuh austauschen möchten und auch zur Fortpflanzung, wenn sie denn sein soll, die überlieferte Methode bevorzugen, das wundert mich."

Vielleicht sollte HACKER aber einmal abseits der Bohème-Stadtviertel suchen und auch Mehrpersonenhaushalte nicht ausklammern. Bei den Modernisierungsverlierern unter den Singles ist das Elend zu finden und nicht bei den Yuppies!

 
       
     
       
   
  • Single-Shows in der Debatte

    • GEBHARDT, Miriam (2001): "Ich heirate einen Millionär". Einserschülerin sucht Märchenprinz.
      Aufs Geld, sagt Katja, sei es ihr überhaupt nicht angekommen. Trotzdem war sie Kandidatin bei der RTL-Show. Aber warum bloß? Was hat sie dazu gebracht, sich vor aller Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preiszugeben?
      in: Tagesspiegel v. 21.01.

Der Artikel (im Stile eines Illustriertenjournalismus à la Frau im Spiegel) handelt vom Unglück, eine Klassenkameradin zu haben, die Journalistin geworden ist.

Miriam GEBHARDT hat ihre Mitschülerin bei ihren "15 Sekunden Berühmtheit", (diese werden von Andy WARHOL auch unbegabten Laienschauspielern zubilligt) erkannt als sie trampelnd und bemüht lächelnd über die Fernsehbühne getrieben wurde.

Die schüchterne Katja (Pseudonym), die strickend zur Eins in Deutsch kam (die Turnnote wird nicht genannt), trotz linker und feministischer Indoktrination auf einem Kind beharrt und deshalb zu jedem Mittel greift, wird von GEBHARDT als typisch für die "Null-Bock-Generation" (nutzloses geisteswissenschaftliches Studium statt BWL) hingestellt.

Katja fühlt sich wie Vanina aus Ralf ROTHMANNs Roman Flieh, mein Freund! und hat einige gescheiterte Beziehungen - sogar eine Ehe - hinter sich und ist immer noch nicht geheilt von den Männern:

"Die Männer (Und Journalistinnen auch, möchte man hinzufügen!) müssen es irgendwie riechen, was Katja erpressbar macht. Sie wünscht sich Familie".

Ein Artikel für alle, die mit ihrer Ehe/Familie unzufrieden sind und lesen wollen, dass Singles - selbst Einserschülerinnen - auch nur unzufrieden sind. Ansonsten ein Beispiel für die Boulevardpresse-Berichterstattung über Kinderlose und die Gefahr, die Nicole DÖRING vor kurzem beschrieben hat:

"Die größte Gefahr liegt (...) in einem unkontrollierten Rückfluss der Informationen in das nahe soziale Umfeld"

Da kann man nur einen Ratschlag geben: Wenn nicht der Traumprinz, sondern GEBHARDT vor der Tür steht, sofort die Tür wieder zuschlagen, sonst kommt so etwas dabei raus.

 
       
   
  • BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (2001): Auf immer und ewig. Die Liebe in den Zeiten der Individualisierung.
    Die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern sind kompliziert: Je mehr die moderne Welt durchrationalisiert wird, je mehr die Menschen eine individuelle Lebensführung anstreben, desto grösser wird die Bedeutung von Liebe und Zweisamkeit. Die Flexibilisierung der Arbeitswelt steht zudem im Widerspruch zu dem, was langfristige Beziehungen - zumal wenn sie sich zu einer Familie auswachsen - brauchen: Kontinuität und Solidarität, einen festen Rahmen von Zeit und Ort.
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.01.

 
       
   
  • PFEIFFER, Franziska (2001): Ein Baby muss her.
    Erst kommt das pralle Leben, Ausbildung, Karriere - und dann die Panik. Frauen über 30 entdecken ihre eigentliche Berufung: das Mutterglück,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.01.

Franziska PFEIFER ist etwas ungehalten über die Frauen, die erst im Beruf Karriere machen und dann auch noch das Sahnehäubchen "Kind" obendrauf wollen.

In der Frage der Planbarkeit von Kindern argumentiert sie auf der Linie von STÖBEL-RICHTER und Günter BURKART. "Schicksal-Babys" nennt sie solche Kinder, die aus "Entscheidungsnot" entstehen. Den Traum von der leichten Geburt zerstört sie durch "unvorstellbare Qualen" bei der Geburt und "Wochenbett-Depression".

 
       
   
  • HÖLSCHER, Astrid (2001): Emotionale Sprengsätze.
    Europas Familien im Zentrum der Bitburger Gespräche,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.01.

    • Der ehemalige Bundespräsident Roman HERZOG plädiert für die Abschaffung des Ehegattensplittings, d.h. die kinderlosen Ehepaare sollen mit Eltern nicht mehr gleichgestellt werden. Er begründet dies mit der Bezahlbarkeit von Familienpolitik: "nur mit den Singles kann man das nicht finanzieren". HERZOG spricht damit etwas aus, was Sozialpolitiker gerne hinter der verschleiernden Formulierung vom "Familiensektor" verstecken. Aber auch HERZOG sagt nur die halbe Wahrheit, wenn er kinderlose Ehepaare heranziehen will, denn die Kinderlosen von heute sind mehrheitlich die Eltern von morgen. In der Sozialpolitik geht es im Kern um Verteilungskonflikte zwischen Familien, wie unlängst Verena Kern in der taz darlegte.
 
       
     
       
   
Sven EICHSTÄDT argumentiert mit den Ergebnissen einer Studie der Leipziger Soziologin Yve STÖBEL-RICHTER gegen die Forderungen nach Erhöhungen des Kindergeldes. Die Studie beschäftigt sich mit Unterschieden des Kinderwunsches in den alten und neuen Bundesländern. EICHSTÄDT schreibt: "Häufig ist der Kinderwunsch nicht geplant". Er meint jedoch, dass Kinder oft nicht geplant sind. Dies hat bereits Günter BURKART 1994 in seinem Buch Die Entscheidung zur Elternschaft in seiner Kritik an ökonomischen und soziologischen Entscheidungstheorien ausgeführt.

BURKART unterscheidet manifeste Entscheidungen vom latenten Kinderwunsch, der zu ungeplanten, aber nicht unerwünschten Schwangerschaften führen kann. Der Kinderwunsch ist für BURKART in erster Linie eine emotionale und keine rationale Angelegenheit. Auch STÖBEL-RICHTER sieht emotionale Gründe vorherrschen. Daneben spielt auch die soziale Erwünschtheit eine Rolle: "Ein Kind ist für mich notwendig, um als Erwachsener anerkannt zu werden". Dies widerspricht den Argumentationen, die behaupten, dass Kinderlosigkeit heutzutage kein Makel mehr ist.

Hinzu kommt, dass Kinder den Charakter von Statussymbolen erhalten. Zu einem erfolgreichen Leben gehören Kinder. Darauf hat Barbara DRIBBUSCH in der taz v. 09.01.2001 hingewiesen.

 
       
   
  • FORD, Carolin (2001): Single und glücklich,
    in:
    Petra, Februar (erschienen am 18.01.)

 
       
   
  • MEIER, Markus B. (2001): Relativ reich, total glücklich.
    Im besten Alter, in festen Händen und in führender Stellung - aber ja keine Kinder. Das ist die provokative Antwort der Wirtschaftsforschung auf die Frage nach den Faktoren menschlichen Glücks,
    in: Facts Nr.3 v. 18.01.

Markus B. MEIER erstellt eine Hierarchie der Glücklichen:

"Verheiratete sind glücklicher als Singles, Frauen glücklicher als Männer, gut Ausgebildete glücklicher als weniger Gebildete, Selbstständige sind glücklicher als Angestellte, Berufstätige glücklicher als Arbeitslose - und: Von der Geburt bis zum 30. Altersjahr nimmt das Glück ab, danach steigt es wieder".

An dieser Hierarchie fällt auf, dass man sie auf die Faktoren Erfolg und Sicherheit reduzieren kann. Das Unglück bricht herein, wenn Kinder kommen: "Paare ohne Kinder sind leichter zufrieden als solche mit Kindern im Haushalt". Daraus zu schließen, dass Kinderlose glücklicher sind, ist jedoch ein Trugschluss, denn MEIER bezieht sich hier nur auf eine Familienphase und nicht auf das "Kinderhaben" wie er nahe legt. Eltern werden ja keine Kinderlose, nur weil die Kinder aus der elterlichen Wohnung ausziehen, auch wenn dies die amtliche Statistik so ausweist und die Familienpolitiker dies so sehen. Generell sind solche allgemeinen Aussagen wenig sinnvoll. In einer Lebenslaufperspektive müssten eher die Übergangsphasen in den Blick genommen werden. Dies ist das zentrale Manko der Studien, die MEIER vorstellt.

 
       
     
       
   
  • SCHLIESSELBERGER, Helmut (2001): Weibl., ledig, jung, sucht...
    Partnerinstitute fahren gut mit dem Geschäft mit der Hoffnung der Singles auf Zweisamkeit. Partnersuchende nicht immer,
    in: Salzburger Nachrichten v. 17.01.

 
       
     
       
   
  • DIEDERICHSEN, Diedrich (2001): Luhmann mit langem U.
    Besser als die rollende Möllewelle sind die empirischen 68er, die noch wissen, dass Politik mit Inhalten zu tun hat, allemal: die elastischen Netze der Systemtheorie halten sie cool,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.01.

 
       
   
  • GROßKOPFF, Rudolf (2001): Hier irrt Kassandra,
    in:
    Stuttgarter Zeitung v. 17.01.

Rudolf GROßKOPFF bejaht Individualisierung und Globalisierung als grundsätzlich positive Entwicklungen. Er lehnt Etiketten wie "Egoismus" oder "Bindungslosigkeit" ab und verweist auf den Gestaltwandel der Familie, der von Politik und Interessengruppen anzuerkennen ist:

"Der Staat, die Verbände, die Kirchen haben die Pflicht, diesen Zustand in seiner Realität wirklich anzuerkennen (nicht nur theoretisch) und all jenes moralisch und wirtschaftlich zu unterstützen, was die Dauer im Wechsel fördert".

 
       
     
       
   

Der Alleinesser in der Debatte

  • EGGER, Barbara (2001): Solo und doch im Duett.
    Single sucht Single. Nicht, weil er oder sie auf der Suche nach der großen Liebe ist, sondern schlicht deswegen, weil es sich zweisam einsam besser lebt,
    in: Salzburger Nachrichten v. 16.01.

Der Untertitel ist eine Anspielung auf den Single-Slogan "Lieber allein, als gemeinsam einsam".
 
       
     
       
     
       
     
       
     
       
     
       
   
Der britische Observer befasst sich mit ungewollter Kinderlosigkeit, die in der familienpolitischen Debatte ausgeblendet wird (siehe Paul KIRCHHOF in der ZEIT Nr.3 v. 11.01.)
 
       
   
  • KERN, Verena (2001): Endstation Familie.
    Die Familie ist nicht in der Krise, sie ist in der Sackgasse. Dorthin gebracht haben sie nicht ihre Feinde, sondern ihre Freunde - mit tätiger Unterstützung der Familienpolitik,
    in: TAZ v. 13.01.

Verena KERN vertritt in dem Dossier die These vom Kampf der Lebensstile, der im Kern zwischen verschiedenen Familienformen ausgefochten wird und nicht zwischen Singles und Familien.

Den Trend zum Single-Dasein bezeichnet KERN als "optische Täuschung; Einpersonenhaushalte werden in der Mehrzahl von verwitweten Rentnern und Rentnerinnen geführt". Die Konsequenzen dieser Aussage werden jedoch nicht weit genug ausgeführt. KERN argumentiert in erster Linie aus der Perspektive von Patchworkfamilien, während die weit verbreitete multilokale Mehrgenerationenfamilie nicht zur Sprache kommt (siehe hierzu die Kritik an Karin JÄCKEL).

Abgesehen von dieser Einseitigkeit sind KERNs Ausführungen ein wichtiger Impuls für die festgefahrene Debatte. Es wäre zu wünschen, dass dieser Beitrag endlich eine lange überfällige Diskussion in den Feuilletons der deutschen Zeitungen einleitet.

 
       
   
  • KLEIS, Constanze (2001): Freestyle statt Frühstück.
    Endlich Sonntag. Ausschlafen. Und genießen. Man mische Breakfast und Lunch - heraus kommt Brunch. Die Geschichte einer Mahlzeit der Überraschungen, die auch der Seele Nahrung gibt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 13.01.

Constanze KLEIS sieht im Brunchen eine kulinarische Revolution dem das "goldene Kalb des Familienlebens, der Sonntagsbraten" zum Opfer gefallen ist. Brunchen ist eine gesellige Angelegenheit im Kreise der Wahlfamilie, die Frühaufsteher und Langschläfer zusammenbringt.
 
       
   
  • BOHRER, Karl Heinz (2001): Eine Phänomenologie des Einzelnen. Die gesellschaftskritischen Möglichkeiten des dichterischen Blicks.
    Wovon darf sich der kritische Kopf mehr versprechen: von normativer Gesellschaftstheorie oder von der seismographischen Wahrnehmung und Schilderung menschlicher Zustände, individueller wie kollektiver? - Einige Argumente, die für das kritische Potenzial des dichterischen Blicks sprechen,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.01.

Karl Heinz BOHRER fordert eine "Phänomenologie des einsamen, unglücklichen, hoffnungsvollen Menschen". Als Beispiel nennt er den "deutschen Houellebecq" Botho Strauß. Gegen die Demokratie, die "gewollte und institutionell abgesichterte Mittelmässigkeit" fördert, will BOHRER Elitebildung und ein Pathos des "Strahlenden und Herausragenden" setzen. Dies ist quasi die altmodisch formulierte Variante von Tristesse Royale.
 
       
   

Speed-Dating in der Debatte

 
       
   
  • RUTZ, Michael (2001): Gegen Verhütung und Abtreibung.
    Auf dem Wege zu einer kinderfreundlichen Gesellschaft die Enzyklika "Humanae Vitae" wiederentdecken, empfiehlt der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner,
    in: Rheinischer Merkur Nr.2 v. 12.01.

Die katholische Kirche ist eine traditionelle Institution für kinderlose Singles. In ihrem Buch Single Blessedness (1976) hat Margaret ADAMS die religiösen Wurzeln des "gesegneten Single-Daseins" beschrieben:

"In earlier times the religious vocation (which is one of the oldest institutions catering to unmarried members of society) was a very useful mechanism for absorbing a substantial segment of female society into a life pattern other than marriage and motherhood."

Verweltlichte Formen finden sich heute in der Popkultur wieder. In den 1980er Jahren finden sich bei der Popsängerin Madonna Anklänge an Nonnen und Jungfräulichkeit ("Like a virgin") und heutzutage ist Britney Spears eine Vertreterin dieser Entwicklungslinie des Single-Daseins.

Ein weiteres Beispiel wäre das Bremer Beginenhof-Projekt, das an religiöse Formen des Single-Daseins anknüpft.

Die gegenwärtige kirchliche Debatte verschweigt solche Entwicklungslinien, wenn undifferenziert über die "familienfeindliche Gesellschaft" geredet wird und das Single-Dasein als Ausdruck der "Spaßgesellschaft" auf Hedonismus reduziert wird.

 
       
   
  • KORN, Wolfgang (2001): Hilfe, unsere Liebe wird vermessen!
    Macht Liebe blind? Ist Sex ihr einziger Zweck? Gibt es eine Theorie der Liebe? Die Forscher wollen es jetzt wissen
    in: Weltwoche Nr.2 v. 11.01.

Ein Überblick über naturwissenschaftliche Ansätze, die das "Phänomen Liebe" mit technischen Mitteln erforschen. Diese Ansätze sind gerade wieder einmal en vogue und versprechen auf alle Fälle Forschungsgelder, aber der Autor bezweifelt den Erkenntnisgewinn.
 
       
   
 
       
     
       
     
       
     
       
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • BOSSHART, Maja (2001): Netzwerkerinnen.
      Weil in der Informatikbranche Tausende Stellen offen sind, entdecken Firmen die Frauen. Plötzlich sind Karriere und Kinder vereinbar,
      in: Facts Nr. 2 v. 11.01.

Maja BOSSHARDT rückt das Stereotyp vom sozial vereinsamten Hacker (Nerd) zurecht, das nicht mehr identisch ist mit den IT-Berufen, in denen Technik mit Kommunikation und Betriebswirtschaft einhergehen.

Damit möchte sie Frauen ermuntern, die IT-Berufe zu ergreifen, denn Frauen hätten besonders gute Chancen: "Heute gehört es zum guten Ton, wenn Firmen Frauen unterstützen". Auch das Stereotyp der kinderlosen Karrierefrau trifft nicht zu: "In der IBM sind weltweit etwa 60 Prozent der Frauen in Schlüsselpositionen erwerbstätige Mütter".

MOHR, Seraina (2001): Ein Luxus-Problem.
Jeder dritte Mieter sucht eine neue Bleibe. Die teuren Wohnungen sind am heissesten umkämpft,
in: Facts Nr. 2 v. 11.01.

 
       
   
  • GRAW, Isabelle (2001): Der Körper der Königin.
    Im Yogakurs mit Madonna: Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere macht sich die Selbstinszenierungskünstlerin Madonna rar. Als Ikone des Feminismus hat sie ausgedient. Großbritannien hofft in ihr die neue Königin der Herzen gefunden zu haben,
    in: TAZ v. 10.01.

Madonna: Der Popstar als Leitfigur des BOBOismus
 
       
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • SANTIAGO, Marlise (2001): Wunschkinder.
      In der Schweiz werden jährlich rund 550 Kinder adoptiert. Im Mittelpunkt soll in Zukunft vermehrt deren Wohlergehen sein,
      in: Brückenbauer v. 09.01.

 
       
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2001): Eine doppelte Hierarchie.
    Streit um Babyprämien: Kinder sind nicht nur ein Armutsrisiko,
    in: TAZ v. 09.01.

    • Barbara DRIBBUSCH weist auf das familienzentrierte Wertesystem unserer Gesellschaft hin:

      "Heute (...) hat sich eine doppelt gewirkte Hierarchie herausgebildet - eine heimliche Rangordnung von Status und Glück. Ganz oben in dieser Hierarchie steht der beruflich erfolgreiche Mann, der sich nicht nur eine, sondern möglicherweise irgendwann sogar noch eine zweite Frau und Familie leisten kann. Ganz unten in dieser Doppelhierarchie aus Geld und Bindung hingegen stehen allein stehende, kinderlose und beruflich erfolglose Frauen. Eher oben rangieren Familien, in denen die Frau und Mutter auch noch einen Beruf ausübt. Weiter unten stehen kinderreiche, sozial schwache Familien und Alleinerziehende auf Sozialhilfe."

      Die verteilungspolitisch motivierte Debatte leugnet dieses Wertsystem und verstärkt damit die Diskriminierung der Benachteiligten. DRIBBUSCH fordert deshalb:

      "Weder die vielköpfige Familie mit geringem oder gar keinem eigenen Arbeitseinkommen darf stigmatisiert werden noch kinderlose Frauen, die sich nicht für ein Kind entscheiden konnten, wollten oder die nicht den richtigen Mann dazu gefunden haben".

 
       
   
  • ZACH, Brita (2001): Erkner: Für jedes neue Baby erhalten Mieter zwei Wohnungskaltmieten,
    in:
    Berliner Morgenpost v. 08.01.

Die städtische Wohnungsgesellschaft von Erkner betreibt kommunale Bevölkerungspolitik. Man rechnet mit 20 - 30 Geburten bei 3000 Mietern.

Wir wollen hoffen, dass die Wohnungsgesellschaft nicht zahlungsunfähig wird.

 
       
     
       
   
  • Süssmuth, Rita (2001): Mehr Geld, mehr Kinder, mehr Zukunft.
    Wer Frauen verweigert, Beruf und Kinder zu vereinbaren, riskiert gesellschaftliche Stabilität,
    in: Tagesspiegel v. 08.01.

Rita SÜSSMUTH stellt eine rhetorische Frage, auf die sie nur eine Antwort gibt:

"Welche Gesellschaft wollen wir? Eine Gesellschaft, in der 30 bis 40 Prozent eines Altersjahrgangs kinderlos bleiben oder eine Gesellschaft, in der Kinder selbstverständlich dazugehören? Wenn wir Letzteres wollen, führt kein Weg an einer starken ideellen und finanziellen Familienförderung vorbei."

Familienpolitiker aller Parteien tun alles mögliche, um ihren Wählern beim Kindergeld nicht sagen zu müssen: Liebe Wähler, wir möchten eine Umverteilung zwischen verschiedenen Familienphasen. Kinderlose, die Kinder erst zu einem späteren Zeitpunkt wollen, sollen vorher erst einmal dafür zahlen, dass sie ihr Geld später wieder zurückerstattet bekommen. Eltern, die nicht mehr mit ihren Kindern zusammenwohnen, sollen jene Eltern finanzieren, die mit ihren Kindern zusammenwohnen. Dieses so genannte Nullsummenspiel möchten die Politiker unter keinen Umständen ihren Wählern kundtun. Stattdessen wird den Eltern weisgemacht, dass es so viele finanzstarke, lebenslange Kinderlose gibt, dass diese die Eltern finanzieren könnten. Dazu haben schlaue Wissenschaftler den Schlüsselbegriff "Familiensektor" erfunden. Siehe dazu den Kommentar zu Alan POSENER in der Welt v. 08.01.

SÜSSMUTH käme in die Klemme, wenn sie beweisen müsste, dass es möglich wäre 30-40 % eines Altersjahrgangs vom Kinderkriegen abzuhalten. Das würde die Schaffung von vielen neuen Arbeitsplätzen erfordern und die Streichung aller familienpolitischen Maßnahmen. Wie möchte sie das durchsetzen? Aber SÜSSMUTH weiß natürlich genau, dass sie dafür niemals in die Pflicht genommen wird.

 
       
   
  • LENZ, Susanne (2001): Kein Baum fürs Leben
    in:
    Berliner Zeitung v. 08.01.

    • Heute ist der Tag der Widersprüche. LENZ wundert sich über das Missverhältnis zwischen der Zahl der Single-Haushalte und der Zahl an Weihnachtsbäumen in Berlin. Lesen Sie dazu den Kommentar zum nächsten Artikel.
 
       
     
       
     
       
   

Das Alleinreisen und Single-Reisen in der Debatte

 
       
   
  • WILHELM, Petra (2001): Kleinfamilie ade?
    Neue Wohn- und Lebensformen,
    in: Das Buffet. Sendung des SWR1 am 07.01. 10.05 bis 12 Uhr

 
       
     
       
   
  • WARNHOLD, Birgit (2001): Morden zum Ausgleich.
    Ingrid Noll ist Deutschlands erfolgreichste Krimi-Autorin. Ende Januar erscheint ihr Roman "Selige Witwen", den die Berliner Morgenpost von morgen an vorab druckt. Wir haben die Schrifststellerin in Weinheim besucht,
    in: Berliner Morgenpost v. 06.01.

 
       
   
  • KIPPENBERGER, Susanne (2001): Agatha Christie.
    Die frühe Lady Di. Mit zwei Milliarden verkauften Büchern ist sie die erfolgreichste Autorin aller Zeiten. Vor 25 Jahren starb sie. Acht Experten erinnern an eine umstrittene Frau,
    in: Tagesspiegel v. 06.01.

Agatha CHRISTIEe hat mit Miss Marple eine Identifikationsfigur für ältere Alleinstehende geschaffen. Eva DEMSKI umschreibt dies so:

"Miss Marple mag ich als Möglichkeit, nach dem Ende der weiblichen Anziehungskraft sich sinnvoll und die Leute störend zu beschäftigen."

 
       
   
  • BRAUCK, Markus (2001): Scheidungsquote.
    Die lange gefeierte heile Ehewelt der Beckers wird so öffentlich zu Grabe getragen, wie sie auch inszeniert worden ist - nach Privatsphäre fragt jetzt niemand,
    in: Frankfurter Rundschau v. 06.01.

Der Kampf der Lebensstile und die Normalfamilie der Neuen Mitte
 
       
   
  • HEIN, Till (2001): Roboter, die unsere Grosseltern pflegen.
    Service-Roboter leisten immer mehr. Bald sollen sie in Altersheimen und Spitälern Patienten den Puls fühlen und ihnen auch Pillen verabreichen. Eine Vision, die die Meinungen spaltet,
    in: Weltwoche Nr.01 v. 04.01.

 
       
   
  • SCHMIDBAUER, Wolfgang (2001): Lebt euch auseinander!
    Wenn Paare erklären wollen, warum ihre Ehe gescheitert sind, sagen sie immer dasselbe: "Wir haben uns auseinander gelebt". Hätten sie es doch bloß getan! Ein Ratschlag für Prominente und alle anderen Beziehungsopfer,
    in: Die ZEIT Nr.02 v. 04.01.

 
       
     
       
   
  • Die Bobos als globale Klasse

    • BECKER, Andreas (2001): Der Bobo hat Niveau.
      Eine neue soziale Klasse aus dem Geist des Milchkaffees,
      in: Frankfurter Rundschau v. 04.01.

 
       
   
Die New Economy, ihre Folgen für die Sozialintegration und das neue Menschenbild vom flexiblen "Yettie"
 
       
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • SANTIAGO, Marlise (2001): Väter bleiben Väter.
      Eine Scheidung hat für Mütter und Väter nicht die gleichen Auswirkungen
      in: Brückenbauer Nr.1 v. 03.01.

      • Buchtip: Lu Decurtins (2001): Was Trennung und Scheidung für Väter bedeutet. Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Scheidungsverarbeitung von Männern sowie ein praktischer Teil mit Unterstützungsangeboten für den Mann. Verlag Rüegger.
 
       
   
  • GILLIES, Peter (2001): Neue deutsche Heiterkeit.
    Die Deutschen haben sich für das private Glück und gegen den verlautbarten Trübsinn entschieden,
    in: Welt v. 02.01.

    • Im Allensbacher Meinungsforschungsinstitut ist Deutschland noch in Ordnung und diese Ordnung beeinflusst die Zukunft, denn über "fünf Jahrzehnte stellten die Sozialforscher fest, dass einer Jahreswende mit viel Hoffnungen stets auch ein Wirtschaftsjahr mit properem Wachstum folgte. Es scheint, als besäßen die Menschen eine Witterung für die Zukunft." In 365 Tagen wissen wir mehr...
 
       
   
  • WDR 5 (2001): Lust und Liebe.
    Langzeitpartner gesucht - Ende des Single-Kults?
    in: LebensArt, Radiosendung vom 02.01.

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