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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
     
       
       
   

News vom März 2001

 
       
       
   
  • MÜLLER, Michael (2001): Der Autismus der Gesellschaft.
    Die Demontage des Sozialen ist die Krankheit unserer Zeit - Plädoyer für die Neubelebung der kritischen Theorie,
    Über den Verlust des Sozialen in der Gesellschaft der Moderne haben viele kluge Köpfe nachgedacht. Eine Demokratie ohne Sozialität ist im Kern gefährdet. Wie aber lässt sich diese Entwicklung durch Politik einfangen? In der FR-Serie zur Janusköpfigkeit der Moderne geht Michael Müller auf diese Frage ein. Der Autor ist stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, neu gewählter Sprecher der Parteilinken und Mitglied sowohl in der Programm- als auch der Grundwertekommission seiner Partei.
    in: Frankfurter Rundschau v. 31.03.
 
     
   
  • GAMILLSCHEG, Hannes (2001): Ein Babygipfel gegen die Pensionsbombe.
    Schweden präsentiert sein Modell zur Lösung der Bevölkerungskrise: Staatliche Anreize für die arbeitende Mutter,
    in: Frankfurter Rundschau v. 23.03.
 
   
  • TAZ-Thema: "Kein Nachwuchs für Europa":

    • WOLFF, Reinhard (2001): Frauen werden den Wohlstand sichern (Stockholm),
      in:
      TAZ v. 22.03.
    • HAHN, Dorothea (2001): Die Französinnen sind optimistisch (Paris),
      in:
      TAZ v. 22.03.
    • BRAUN, Ulrike (2001): Abtreibung ist ein Kinderspiel (Prag),
      in:
      TAZ v. 22.03.
    • BRAUN, Michael (2001): "Die Frau arbeitet viel mehr als ein Mann" (Rom),
      in:
      TAZ v. 22.03.
 
     
   
  • BOLZ, Norbert (2001): Der geschwätzige Affe.
    Was nützt uns das Protzen mit Funktionstasten und Features? Wozu taugt das endlose Gerede im Fernsehen und Internet. Der Essener Philosoph Norbert Bolz über die wahren Bedürfnisse des Menschen im Umgang mit Computern und in der vernetzten Welt,
    in:
    Spiegel Nr.12 v. 19.03.
 
   
  • KÜRTHY, Ildiko von (2001): Wie lange hält die Liebe?
    14 Antworten auf die einzige Frage,
    in: Stern Nr.12 v. 15.03.
 
   
  • EVERS, Adalbert (2001): Damit der Einsatz auch Wertschätzung erfährt.
    Zwischenbericht aus der Enquetekommission des Bundestages "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements".
    Die enorme Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für den Bestand und die Zukunft einer Gesellschaft sind unbestritten. Deshalb hat der Bundestag auch eine Enquetekommission installiert. Adalbert Evers gibt einen Einblick in die Arbeit der Kommission. Der Autor ist Mitglied der Enquete "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" und Professor für Politikwissenschaften in Gießen. Wir dokumentieren seinen Zwischenbericht der Kommissionsarbeit im Wortlaut. Er ist entnommen Heft 4/2000 des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen, Verlagsgesellschaft Lucius & Lucius, Stuttgart.
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.03.
 
   
  • KRUMPF, Doris (2001): Ich kaufe, also bin ich.
    Liebe dein Logo wie dich selbst - die Ausstellung "Shopping" in der Generali Foundation Wien,
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.03.
    • Kommentar:
      Zum heutigen Weltverbrauchertag:
                  "Das Schlimmste sind die stillen Sonntage mit ihren Nachmittagsspaziergängen am Rande des Lebensüberdrusses. Zumindest für die wachsende Anzahl an Singles in der westlichen Hemisphäre dieser Welt. Das Sinn-Loch stopfen - neben Werktätigkeit rund um die Uhr - Einkaufserlebnisse, die nach den liberaleren Ladenöffnungszeiten nun den Konsum-Gottesdienst auch auf den leeren Sonntag ausdehnen."
                  Wie Verlassene den Sonntag überleben können, das hat Benjamin Stuckrad-Barre in seinem "Soloalbum" für die "Generation Golf" beschrieben:
                  "Sonntags alleine aufwachen macht dich zum Cowboy, und deshalb nix wie raus aus der Wohnung, raus in die Prärie, unter die Leute. Wichtig aber: unter Leute, die man nicht kennt und nicht kennenlernen wird."
                  Der ideale Ort ist nach Meinung des Erzählers ein Bahnhof in Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern, denn dort "kann man allen möglichen Menschentypen beim Überleben zusehen, alles Mögliche kaufen, und man muß dabei nicht sprechen."
                  Als Alternative bietet sich nun in Wien das Museum an, wo "Shoppen" zum Thema der Kulturkritik wird. Wer dennoch zu Hause bleiben möchte, der kann "No Logo" von Naomi Klein lesen...
 
   
  • KIPPENBERGER, Susanne (2001): Warum schreiben Sie mit dem Ohr?
    Die 44jährige Autorin, die 1990 führ ihre Erzählung "Das Muschelessen" in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt, wird gerühmt für die Leichtigkeit ihrer Sprache und ihre präzise Beobachtung,
    in: Tagesspiegel v. 14.03.
    • Kommentar:
      "In Ihrer neuen Erzählung 'abgehängt' geht es um Nähe und Distanz, um Leute, die anderen zu nahe rücken.
      Eigentlich würde ich sagen, es geht nur um Distanz. Meine Erzählerin hat mit fast niemandem direkt zu tun, sie kommuniziert fast nur über Telefon, Fax, Mail, Post. Und da wundert sie sich, dass es offensichtlich anderen auch so gehen muss: dass sie ein so großes Intimitätsbedürfnis haben, dass sie Unbekannten ihre Schicksale und Bücher schicken. Das ist diese Nähe, die keine ist, eine völlig unbegründete Emotionalität. Wir sind ja auch zutiefst beteiligt am Verhältnis zwischen Boris Becker und seiner Frau. Ich will zeigen, was da kocht in diesem Topf zu Beginn des neuen Jahrtausends: ganz wahnsinnig viel ungebundene Emotionalität. Die sich nicht mehr an den Nächsten wenden kann, weil es den gar nicht mehr gibt. Wir haben 60 Prozent Single-Haushalte."

                  Es ist interessant, dass vor allem Familienmenschen meinen, sie leben in einer Single-Gesellschaft. Möglicherweise sehen Singles dagegen überall nur Paare und Familien. Wenn also von der Single-Gesellschaft geredet wird, dann kann es um die Familiengesellschaft nicht schlecht stehen. Aufhorchen müsste man dagegen, wenn alle von der Familiengesellschaft reden würden.
                  Zahlen von 60 Prozent Single-Haushalten finden sich höchstens punktuell in speziellen Großstadt-Quartieren, aussagekräftig sind diese Zahlen jedoch nicht und über die Lebensverhältnisse, die damit beschrieben werden sollen, sagt diese Kategorie noch weniger aus...
 
   
  • Coverstory zur Familienpolitik

    • MEINHART, Edith & Adelheid WÖLFL (2001): Vater Staat.
      Familienpolitik. Das neue Kindergeld bringt den österreichischen Familien 16 Milliarden Schilling - und damit doppelt so viel wie bisher. Der Teufel steckt im Detail,
      in: Profil Nr.11 v. 12.03.
    • PROFIL (2001): Papamonat statt Kindergeld.
      Schweden, die BRD und Frankreich im Vergleich,
      in: Profil Nr.11 v. 12.03.
 
   
  • HAGER, Angelika (2001): "Ich bin noch immer Jungfrau".
    Skandal. Michael Schiessl wurde bei "Vera" als "männliche Jungfrau mit 39" vorgeführt, sechs Wochen später kam er mit der Frau, die ihn angeblich zum Mann machte. Die Betroffenen erklären, dass der ORF die Story erfunden hat,
    in: Profil Nr.11 v. 12.03.
    • Kommentar:
      1999 hat der Kultursoziologe Gerhard SCHULZE in "Kulissen des Glücks" den Steigerungswettlauf der Medien beschrieben. Der entscheidende Wandel unserer Zeit hinsichtlich der Sexualität liegt für SCHULZE "darin, dass Sexualität von etwas Verbotenem zu etwas Gebotenem wurde."
                  In dieser Logik liegt die Jagd der Medien nach einer "männlichen Jungfrau" begründet.
                  HOUELLEBECQ hat diese Logik bereits in seinem Kult-Buch "Ausweitung der Kampfzone" erfolgreich angewandt. Es ist auch kein Zufall, dass der "Kandidat" als Computerexperte inszeniert wurde, wird damit doch das weit verbreitete Klischee vom "Nerd" bedient.
 
   
  • SCHMOLLACK, Simone (2001): Wo ist Aschenputtel?
    Studien beweisen es: Die Liebe ist auch eine Sache der Bildung. Akademiker bleiben bei der Partnerwahl weitgehend unter sich. Auch in anderen Schichten geht das Herz selten neue Wege,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 11.03.
 
   
  • WESTHOFF, Annette (2001): Wohnen im Loft ist Lebensart 2001.
    Loft Projekte in NRW: Der Charme des Außergewöhnlichen ist in NRW Trend geworden - schöner Wohnen in ehemaligen Fabrikanlagen,
    in: Welt am Sonntag v. 11.03.
 
   
  • SCHEFFLER, Gabriele (2001): Kinder als Verteilungsmasse.
    Getrennt lebende Väter beschweren sich oft über "Mütterboykott" und "Kindesentzug". Doch viele Väter wollen keinen Kontakt zu ihren Kindern; Unterhalt gilt als Belastung,
    in: TAZ v. 10.03.
 
   
  • HILLAUER, Rebecca (2001): Plötzlich muss Martin jonglieren.
    Mehr Männer ins Baby-Jahr - Die Bundesregierung startet eine Väter-Kampagne,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.03.
 
   
  • ARNU, Daniela (2001): Wenn die Firma Familie nicht mehr funktioniert.
    Kranke Mütter suchen oft vergeblich nach jemandem, der sich eine Zeit lang um Kinder und Haushalt kümmert,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.03.
 
     
   
  • MEIER-RUST, Kathrin (2001): Das bisschen Haushalt...
    Den Wert von Hausarbeit bestreitet eigentlich niemand, aber kosten darf sie nichts. Der Ethiker und Hausmann Christof Arn hat über diese Heuchelei ein Buch geschrieben,
    in: Weltwoche Nr.10 v. 08.03.
 
   
  • HERRMANN, Ulrike (2001): Die subtile Rache der Frauen.
    Es ist paradox: Der Feminismus ist tot, jede einzelne Frau passt sich an - aber gerade dadurch kommt die Emanzipation. Hinterrücks ereignet sich eine Revolution,
    in: TAZ v. 08.03.
 
   
  • Zum Frauentag ein umfassendes Dossier in der TAZ, u.a. zur Evolutionsbiologie als neuem "Schlachtfeld des Geschlechterkampfes":
    • DRIBBUSCH, Barbara (2001): Überleben ab Faktor 0,7
      in:
      TAZ v. 08.03.
    • MENSING, Kolja (2001): Die Scham ist vorbei,
      in:
      TAZ v. 08.03.
      • Inhalt:
        Kolja MENSING beschäftigt sich nicht mit dem, was man hinter der Schlagzeile vermutet, sondern mit der Krise des Mannes und hat dazu die Männermagazine durchgeblättert.
 
   
  • KÖLNER MORGEN (2001): Allein reisen ist längst Normalität.
    Veranstalter haben aber immer noch zu wenig Angebote,
    in: Kölner Morgen v. 08.03.
    • Kommentar:
      Die Vorsitzende des Freundeskreises der Alleinreisenden beziffert die Zahl der Singles auf 21 Millionen. Wer das sein soll, das bleibt offen. Es wäre jedoch ein Trugschluss, Alleinreisende mit Partnerlosen oder Alleinlebenden gleichzusetzen. Gerade ältere Alleinlebende, also die größte Gruppe der Alleinlebenden, bevorzugen Gruppenreisen. Wer die Alleinreisenden sind, darüber lesen sie hier mehr.
 
   
  • STERN (2001): Die Bahn kommt... nur wann?
    Was taugt die Bahn? Gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat der stern sie unter die Lupe genommen. Ergebnis: Reichlich Verspätungen, zu hohe Preise, zu langsam, aber auch freundliches Personal- das Unternehmen muss noch viel besser werden,
    in: Stern Nr.11 v. 08.03.
 
   
  • RUBNER, Jeanne (2001): "Stilaltbau, 180 m2, keine Kinder".
    Auf dem engen Münchner Wohnungsmarkt ist kaum Platz für Familien,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 08.03.
 
   
  • H.K.J. (2001): Ich
    in:
    Frankfurter Rundschau v. 07.03.
    • Inhalt:
      Der Autor widmet sich dem weit verbreiteten Egoismus-Vorwurf:
                  "Wo immer vermeintliche Ichhaftigkeit Anstoß erregt und einer Egoist gescholten wird, ist aber auch Misstrauen gegenüber solchen richterlichen Instanzen angezeigt."
                  Nach ein paar Beispielen, widmet sich der Autor dem "bekennenden Egoisten", der Eigensinn als "ästhetisch (und wohl auch ethisch) begründete Lebensform" realisiert.
      Die einstige Zeitschrift Der Egoist, die in den 50-er und 60-er Jahren ein Forum "schräg zum Hauptstrom des gerade modisch Angesagten oder Vieldebattierten" war, und in der Achtundsechziger-Phase unterging, hätte heute nach Meinung des Autors als Konzept wieder Chancen.
 
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2001): Angst vor dem Spielraum.
    Kommen Kinder, ackern Männer oft nicht weniger, sondern mehr, um die Ernährerrolle auszufüllen. Nur zwei Prozent der Erziehungsurlauber sind Väter,
    in: TAZ v. 07.03.
  • STRENGE, Beate (2001): Das Schweigen der Mütter.
    Für "mehr Spielraum für Väter" braucht es mehr als eine Kampagne,
    in: TAZ v. 07.03.
  • DRIBBUSCH, Barbara (2001): taz, die Ausnahme.
    Väter, die mitmachen,
    in: TAZ v. 07.03.
    • Inhalt:
      Die taz als Modellbetrieb für "neue Väter": "Mit einem Anteil von 80 Prozent Erziehungsurlaubern an den Vätern dürfte die taz bundesweit an der Spitze liegen."
  • Erfahrungsberichte von taz-Vätern:
    • KOCH, Hannes (2001): Das Leben ist langsam,
      in:
      TAZ v. 07.03.
    • METZGER, Reiner (2001): Es ist selbstverständlich,
      in:
      TAZ v. 07.03.
    • FÜLLER, Christian (2001): Deadline Mittagsschlaf,
      in:
      TAZ v. 07.03.
 
   
  • SPOERR, Kathrin (2001): Väter im Erziehungsurlaub - ein Kommentar,
    in:
    Welt v. 07.03.
    • Kommentar:
      SPOERR scheint Angst zu haben, dass Väter die Mütter überflüssig machen könnten, denn sie weißt darauf hin, dass "kleine Kinder ihre Mütter dringender brauchen als Väter, denn Frauen bekommen die Kinder."
 
   
  • KREKELER, Elmar (2001): Lässt sich Liebe leben? - Eine Glosse
    in:
    Welt v. 07.03.
    • Inhalt:
      KREKELER hat den Bücherfrühling begutachtet und kommt zu dem Fazit, dass Wertkonservative frohlocken können. Die Langzeitpartnerschaft lebt, auch wenn die Partner am Ende nur als Versehrte zusammenbleiben.
 
   
  • GERMIS, Carsten (2001): Elternzeitgesetz.
    Familienministerin Bergmann will es Vätern ermöglichen, sich stärker um Kindererziehung zu kümmern,
    in: Tagesspiegel v. 07.03.
  • MARTENSTEIN, Harald (2001): Die neuen Väter.
    Männer am Rande des Kinderzimmers - Ein Kommentar,
    in: Tagesspiegel v. 07.03.
 
   
  • LEGGEWIE, Claus (2001): Texanisches Mantra.
    George W. Bush flirtet mit dem Kommunitarismus,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.
    • Inhalt:
      Claus LEGGEWIE nennt die Kommunitaristen Amitai ETZIONI und Robert D. PUTNAM als Stichwortgeber für BUSHs "mitfühlenden Konservatismus". Den Isolationstendenzen soll mit der Gemeinschaft als Mantra des Dritten Weges entgegengewirkt werden. LEGGEWIE ist der Meinung, dass dadurch der Kommunitarismus auch in Europa Aufwind bekommen könnte.
 
   
  • MAYRING, Eva-Maria (2001): Kampf der Einsamkeit.
    Förderung von Wohngemeinschaften für Ältere
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.03.
 
   
  • PAULI, Margarete (2001): Das Bild der Großeltern wandelt sich.
    Der Dialog zwischen den Generationen erhält eine neue Qualität,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.03.
    • Interview mit dem Tübinger Sozialpädagogen Hans THIERSCH.
 
   
  • STATISTISCHES BUNDESAMT (2001): Alleinlebende Frauen in Deutschland materiell benachteiligt,
    Herausgeber: Statistisches Bundesamt, Pressestelle v. 06.03.
    • Die Meldung in der Presse:
      • EXPRESS (2001): 2.851 Mark im Monat zur Verfügung.
        Single-Frauen mit schmalerem Geldbeutel als Männer,
        in: Express v. 06.03.
      • GIESSENER ANZEIGER (2001): Single-Frauen mit deutlich schmalerem Geldbeutel als Männer.
        Kluft auch bei Erwerbstätigen - Schmalhans ist bei Alleinstehenden Küchenmeister,
        in: Giessener Anzeiger v. 06.03.
      • Focus Online (2001): Weiblich, ledig arm,
        in: Focus Online v. 06.03.
        • Kommentar:
          Bereits die Schlagzeile führt in die Irre. Das Magazin, das viel auf Fakten hält, geht schlampig mit Begriffen um. Es ist nicht ersichtlich, dass sich die Daten auf alleinlebende Frauen beziehen. Ledige sind zum einen eine Subgruppe der
          Alleinlebenden, aber sie können auch in Mehrpersonenhaushalten leben.
      • FRANKFURTER RUNDSCHAU (2001): Der kleine Unterschied beträgt 18 Prozent.
        Das Einkommen allein stehender Frauen liegt nach wie vor unter dem der Männer,
        in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.
        • Kommentar:
          Für die FR gilt das gleiche wie für den Focus. Allein stehende Frauen sind unverheiratete Frauen, die
          Alleinlebende sein können, aber eben nicht müssen.
    • Kommentar:
      Die Pressemeldung des Statistischen Bundesamt (StBA) ist ein klassisches Beispiel für verzerrte Darstellungen.
                  Das StBA meldet: "Die im Durchschnitt erheblich geringeren Einkommen alleinlebender Frauen verglichen mit Männern in einer ähnlichen Lebenssituation sind zum Teil auch die Folge eines "demographischen Struktureffekts": Die Gruppe der alleinlebenden Frauen wird auf Grund ihrer höheren Lebenserwartung anteilsmäßig durch ältere Frauen im Rentenalter dominiert, während bei alleinlebenden Männern jüngere Personen im erwerbsfähigen Alter einen höheren Anteil aufweisen."
                  Dies ist bereits eine drastische Verharmlosung der Verhältnisse, denn im mittleren Lebensalter (25-45 Jahre) mit den höchsten Verdiensten, stellen deutsche Männer (64,5 % gegenüber 35,5 %) die Mehrheit, dagegen sind über 65jährige deutsche Alleinlebende überwiegend weiblich (83 % gegenüber nur 17 %).
                  Es finden sich auch in wissenschaftlichen Abhandlungen selten Darstellungen, in denen sowohl das Alter als auch das Geschlecht der Alleinlebenden gleichzeitig sichtbar wird. Dies sollte eigentlich misstrauisch machen. Warum wird gerade dieser Zusammenhang ausgeblendet? Es liegt die Vermutung nahe, dass sozialpolitische Interessen im Spiel sind.
                  Stefan HRADIL, der 1995 ein Gutachten für die Bundesregierung über Singles erstellte und ein Buch mit dem Titel Die "Single"-Gesellschaft veröffentlichte, schreibt dort über das Geschlecht lapidar:
                  "Singles sind (noch?) in der Mehrheit (58 %) Männer (Allbus 1992)".
                  Bei der Altersverteilung wird auf das Geschlecht gar nicht erst eingegangen. Bei der Einkommensverteilung schreibt HRADIL, dass sich die "Einkommen männlicher Singles stärker über das gesamte Einkommensspektrum" verteilen, dagegen konzentrieren sich die Einkommen der weiblichen Singles im "oberen Mittelfeld".
                  Die Nennung eines mittleren Einkommens in der Pressemeldung unterschlägt den Sachverhalt, dass die erwerbstätigen Frauen zwar bei den höchsten Einkommen weniger vertreten sind, aber auch bei den geringsten Einkommen.
                  In der Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes wird im letzten Satz ganz lapidar gemeldet:
                  "Offensichtlich sind bei den Haushalten alleinlebender Männer Einkommen und Vermögen noch ungleicher verteilt als bei den alleinlebenden Frauen."
                  Dieser Satz hat jedoch keinen Eingang in die Agenturmeldungen gefunden.
                  Es klingt natürlich viel besser, wenn man schreiben kann:
                  "Weibliche Singles sind trotz Gleichberechtigung finanziell deutlich schlechter gestellt als alleinstehende Männer (...) Die Statistiker wiesen daraufhin, dass diese Geschlechterunterschiede beim Einkommen längst nicht nur mit demographischen Strukturen zu erklären seien. Auch erwerbstätige Frauen seien deutlich schlechter gestellt als ihre männlichen Kollegen." (EXPRESS und GIESSENER ANZEIGER, 06.03.2001). Zum Frauentag ist das natürlich eine Meldung, die ins Klischee passt.
                  Dies klingt wesentlich besser als: alleinlebende Rentnerinnen und Pensionärinnen haben ein niedrigeres "Einkommen" als berufstätige allein lebende Männer im besten Alter. Diese Tatsache wäre dann aber keine Meldung mehr wert...
 
     
     
   
  • FIEDLER, Tanja (2001): Fit über Nacht.
    Noch fehlt das Publikum, aber die Unternehmer sind sicher: Sportstudios, die rund um die Uhr geöffnet haben, sind Berlins Zukunft - ein Selbstversuch,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage zur Berliner Morgenpost v. 04.03.
 
   
  • GREFFRATH, Mathias (2001): Und wo bleibt die Gerechtigkeit?
    Über soziale Sicherheit, gesellschaftliche Ungleichheit und die Zukunft der sozialdemokratischen Grundwerte,
    in: Frankfurter Rundschau v. 03.03.
    • Kommentar:
      Der 68er GREFFRATH ist außerparteiliches, beratendes Mitglied der SPD-Grundwertekommission. Der Publizist verteidigt sowohl die Individualisierungstendenz als auch den Sozialstaat, da erst dadurch Vielfalt und Individualität lebbar geworden ist. Heute ist es jedoch üblich entweder für das eine und gegen das andere zu sein oder umgekehrt.
                  Seit der Soziologe Ulrich BECK die neueste Individualisierungsdebatte in den 80er Jahren eröffnet hat, gilt den Anhängern der Individualisierungsthese der Sozialstaat als Gegner. Die Sozialstaatsbefürworter sagen dagegen der Individualisierung den Kampf an. Der Single ist für beide der Inbegriff des individualisierten Individuums.
                  Ein Bekenntnis zu beidem, das erfordert heutzutage Mut und grenzt irgendwie an Weltfremdheit, scheint doch mit der "Generation Golf" und der "Generation Berlin" die Flucht aus der Finanzierung des Sozialstaats und damit dessen Selbstauflösung mangels Arbeitnehmer keine abwegige Utopie zu sein...
 
   
  • RUTSCHKY, Michael (2001): V wie vaterlose Gesellschaft.
    Serie: Das Alphabet der 70er Jahre,
    in: Stuttgarter Zeitung v. 03.03.
    • Inhalt:
      Michael RUTSCHKY schreibt zum Thema "vaterlose Gesellschaft" folgendes:

                  "Alexander Mitscherlichs »Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft. Ideen zur Sozialpsychologie«, 1963 zuerst erschienen, und ich habe es, wie die Anstreichungen zeigen, nie völlig geschafft: Auf Seite 318 (von insgesamt 484) gab ich auf.
                  Denn es handelt sich um ein merkwürdig pointenloses, um nicht zu sagen: konfuses Buch. In einer Art unabschließbarem Selbstgespräch versichert sich Alexander Mitscherlich seiner psychoanalytischen Überzeugungen und (...) verzichtet (...) auf deutliche Begriffsbildungen und Argumentationen und verharrt bei freundlich-unentschlossenen Erwägungen.
                  (...) Der Sound geht so: Es gibt irgendwie Zusammenhänge zwischen persönlichen Charaktereigenschaften, Erziehungspraktiken und gesellschaftlichen Entwicklungsstufen, und man kann darüber im psychoanalytischen und im soziologischen Vokabular reden. - Insgesamt ging Alexander Mitscherlich ja als Repräsentant von Sigmund Freuds Lehren in die Kulturgeschichte der BRD ein.
                  Oder war es doch nur die Formel von der "vaterlosen Gesellschaft'', die sich einprägte? (...)
                  Gewiss lieferte Mitscherlichs Formel von der "vaterlosen Gesellschaft'' der antiautoritären Revolte der späten Sechziger eine Parole. Und in den Siebzigern kehrte in der konservativen Kulturkritik als "Mut zur Erziehung'' (ein Kongress von 1978) noch einmal der Autoritarismus zurück, den Helmut Kohl 1982 in einer geistig-moralischen Wende zur Richtlinie der Politik machen wollte. Aber dann kam der ganze Zusammenhang - trotz allem - aus der Mode."
      • Kommentar:
        Obwohl (oder gerade weil?) der ganze Zusammenhang aus der Mode gekommen ist, scheint die Formel von der "vaterlosen Gesellschaft" aktueller denn je. Die unhinterfragte Plausibilität des Topos reicht aus, um die Debatte um die "neuen Väter" zu bestreiten.
 
     
   
  • FRICKE, Thomas (2001): Aktienkultur vor der Baby-Pause.
    War der Börsenboom nur ein Ausreißer in Zeiten geburtenstarker Jahrgänge? Ein Verdacht, der sich aufdrängt,
    in: Financial Times Deutschland v. 02.03.
    • Kommentar:
      Während man in Deutschland den Ruin des Sozialstaats mit dem Geburtenrückgang zusammenbringt, hat man nun in den USA den Ruin der Aktienkultur als Folge des Geburtenrückgangs entdeckt. Bislang waren meist die Baby-Boomer (us-amerikanisches Synonym für die 68er) die Bösewichte, das scheint sich langsam zu ändern...
 
     
   
  • OTT, Ursula (2001): Am Mutterkreuz.
    Die Schwangerschaft von "Tagesthemen"-Moderatorin Gabi Bauer ist einigen Zeitgenossen Anlass für Lobgesänge auf die traditionelle Frauenrolle,
    in: Woche Nr.10 v. 02.03.
    • Inhalt:
      Ursula OTT setzt sich kritisch mit den Meldungen von "Bild am Sonntag", Tagesspiegel vom 20.02.2001 (siehe dort) und der FAZ auseinander.
 
   
  • GÖRICKE, Jutta (2001): Wo Stadtindianer ihre Zelte aufschlagen.
    Vom Hausbesetzer zum Hausbesitzer: Hamburger Wohnprojekte demonstrieren, wie ein Leben jenseits der Kleinfamilie aussehen kann,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 02.03.
 
   
  • BRINCK, Christine (2001): "...Mutter sein dagegen sehr".
    Die Zeit der Superweiber ist vorbei: Frauen wollen wirkliche Hilfe bei Kindern und Karriere,
    in: Welt v. 02.03.
 
   
  • BÄCHTOLD, Rudolf (2001): Wenn Mütter nie geboren haben.
    "Naissance sous X" - Herkunft unbekannt: RUnd 50 000 Menschen in Frankreich haben offiziell keine Mutter und keinen Vater. Nach französischem Gesetz ist es möglich, anonym zu gebären - obwohl dies gegen internationale Abkommen verstösst,
    in: Weltwoche Nr.9 v. 01.03.
 
   
  • GILLIES, Peter (2001): Abschied vom Seniorenteller.
    Das Klischee von den armen, kranken und verwirrten Alten stimmt nicht mehr,
    in: Welt v. 01.03.
 
   
  • WINDISCH, Elke (2001): "Bedrohung für die nationale Sicherheit".
    Die Russen sterben aus,
    in: Die Presse v. 01.03.
    • Kommentar:
      Eine Überschrift und was dahinter steckt:
                  "Hält der Trend an, hört in 500 Jahren 'die russische Nation überhaupt auf, zu existieren', warnt Alexander Sinelnikow, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Demographie und Umwelt."
 
   
  • LACHE, Anette & Thomas ÖSTREICHER (2001):
    Vom Wickert zum Wickeln - und dann? "Tagesthemen"-Moderatorin Gabi Bauer hat sich entschieden: Ein Babyjahr ist genug. Ihren Beruf gibt sie nicht auf. Warum beides, Kinder und Karriere, wichtig ist, sagt sie im Gespräch mit dem stern,
    in: Stern Nr.10 v. 01.03.
 
   
  • STREITBÖRGER, Wolfgang (2001): Woher kommt die Schieflage in den Kopulationsstatistiken?
    Nach der Anzahl der Sexualpartner gefragt, liegen Männer in Umfragen immer vor den Frauen. Männliche Prahlerei ist aber nicht der Grund, wie ein US-amerikanischer Forscher entdeckt hat,
    in: Psychologie Heute, März
    • Inhalt:
      Dewon D. BREWER von der University of Washington erklärt die Schieflage der Statistik mit der Nichterfassung von Prostituierten. Ursache ist die Erfassung der Population nach Haushalten. Prostitutierte leben aber oft in Hotels, Motels oder auf der Straße oder sind vorübergehend im Gefängnis, Obdachlosenheimen oder anderen Institutionen untergebracht.
 
       
       
   

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