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Presserundschau:
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News
vom Oktober 2000
News vom September 2000
News vom August 2000
News vom Juli 2000
News vom Juni 2000
News vom Mai 2000
News bis Mai 2000
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News vom
November 2000
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- RÖWEKAMP,
Christian (2000): Wenn der Supermarkt zum
Kühlschrank wird.
Mit
welchen Problemen Singles beim Einkauf
konfrontiert werden - Viele Produkte gibt es
nicht in kleineren Mengen,
in: Heilbronner Stimme v.
28.11.
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- MASCHLER,
Nicole (2000): Hurra, es ist ein Gayby!
"We
are family" - der einstige Schlachtruf der
Aidshilfe beschreibt eine neue Realität. In
Berlin haben Lesben und Schwule ihre
Lebensplanung längst selbst in die Hand genommen
- gegen alle Vorurteile,
in:
TAZ Berlin v. 28.11.
- Inhalt:
Bericht über die
Berliner Agentur "Queer and
kids", die Lesben und Schwule mit
Kinderwunsch vermittelt
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- JOE
(2000): Sind Sie Yettie oder Settie?
Die
Informationstechnologie (IT) zeugte einen neuen
Menschentypus. Checken Sie selbst, ob Sie zu der
neuen Gattung Mensch gehören, indem Sie die
folgenden Fragen beantworten!
in: Spiegel Online Nr.48 v.
27.11.
- Kommentar:
Spiegel Online recycelt
einen Test aus dem Börsenreport vom September. Dazu musste
nur eine Frage variiert werden:
"Kaufen Sie statt
Autozeitschriften und SPIEGEL lieber 'Computerwoche' und
'Börse-online'?"
Für alle, die
lieber das Original lesen oder sich für den Yettie
interessieren:
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- BEYER,
Susanne (2000): Geliebte Jungs.
Ältere
Männer mit jungen Gefährtinnen entsprechen dem
hergebrachten Beziehungsmuster. Kehren nun
Frauen, die sich offen zu jüngeren Partnern
bekennen, einfach die Geschlechterrollen um?
Tatsächlich erwarten ältere Frauen vom
jüngeren Mann eine reifere Partnerschaft,
in: Spiegel Nr.48 v. 27.11.
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- BARTH, Ariane (2000):
Hiphop der Hormone.
Wohin entwickelt sich das Liebesleben im 21.
Jahrhundert? Sexualität und Fortpflanzung
rücken immer weiter auseinander. Die sexuelle
Revolution hat nicht die große Befreiung, aber
etliche Freiheiten gebracht: Der Mensch der
Zukunft wählt zwischen vielen Rollen- und
Sexspielvarianten,
in: Spiegel Nr.48 v. 27.11.
- Inhalt:
Für BARTH ist die
serielle Monogamie das gegenwärtige
Modell der Geschlechterbeziehung.
Swinging Singles gehören ins Reich der
Märchen:
Das Single-Dasein "soll
trostlos sein, es sei denn, dem Single
gelingt nach frustierender Suche eine
feste Beziehung, ohne die beiden
Haushalte gleich
zusammenzuschmeißen."
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- MEYHÖFER, Annette
(2000): Kosmischer Orgasmus.
in: Spiegel Nr.48 v. 27.11.
- Inhalt:
Cyber-Sex und
No-Sex-Bewegungen (Sex nur in der Ehe
oder Zölibat) sind für MEYHÖFER die
trostlosen Beziehungsformen der Zukunft.
- Kommentar:
Das Thema
"Zölibat" wie es von
MEYHÖFER hier aufgegriffen wird,
ist spätestens seit "The
New Celibacy" von BROWN
(1980) immer wieder einmal für
einen Trend gut.
BARTH und MEYHÖFER sind aber nur
das Vorspiel für das Interview
mit
Michel HOUELLEBECQ, der dann über
den Warencharakter der Liebe und
die "Ausweitung der
Kampfzone" reden darf.
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- JIRSA,
Wieland & Kayhan ÖZGENC (2000): Ehe-Aus im
Gotteshaus.
Die
evangelische Bischöfin Margot Käßmann will
Paare künftig in der Kirche scheiden,
in: Focus Nr.48 v. 27.11.
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- KLÜVER, Reymer
(2000): Requiem für Nummer 16098.
Immer mehr Leichen kommen
unter die Erde, ohne dass Angehörige Notiz davon
nehmen - Geistliche wollen darüber nicht einfach
Gras wachsen lassen,
in: Süddeutsche Zeitung v.
25.11.
- Kommentar:
Menschen in Pflege-
oder Altenheimen erscheinen in keiner
Statistik zur Single-Gesellschaft. Viel
wird über "Bindungslose"
geschrieben, aber man sucht sie in
Einpersonenhaushalten, statt in den
Anstaltshaushalten oder unter den
Obdachlosen. Diese Ausgesonderten gelten
nicht einmal mehr als
"Singles"...
- Im
GLOSSAR werden die
Begriffe "Alleinlebende
(Einpersonenhaushalt)" und
"Anstaltshaushalt"
erklärt
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- SCHROETER, Johannes
(2000): Eine Frage der Zeit.
Die Lasten der
Kindererziehung sind privatisiert, der Nutzen
seit langem sozialisiert: die Ursachen des
drastischen Geburtenrückgangs,
in: Rheinischer Merkur
Nr.47 v. 24.11.
- Inhalt:
Während andere Autoren die
Ursachen des Geburtenrückgangs bei den 68ern suchen, geht
SCHROETER noch einmal 100 Jahre zurück.
Seine
zentrale These ist, dass der Geburtenrückgang eine
"unbewältigte Folge des Übergangs von der Agrar- zur
Industriegesellschaft" ist. Die bäuerliche Familie ist für
SCHROETER das Gegenbild zur Kleinfamilie der
Industriegesellschaft. Der "Pillenknick" ist eine
"Lappalie und völlig harmlos im
Vergleich zu dem, was die Frauen der Geburtsjahrgänge
zwischen 1865 und 1900 verursachten. Zum einen erstaunt,
dass sie ihre Kinderzahl gegenüber der vorherigen Generation
um zirka 60 Prozent absenken konnten - ohne sichere
Verhütungsmittel."
Das
Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie kam mit der
Industriegesellschaft in die Welt. Im Kern ist es ein
Problem der "Wohlstandsdifferenz zwischen Elternschaft und
Kinderlosigkeit", das auf zwei Wege gelöst werden kann:
Senkung des Aufwandes durch öffentliche Einrichtungen oder
Erhöhung des Nutzens von Kindern durch Erziehungsgehalt,
höheres Kindergeld usw.
- Kommentar:
Der Ansatz
von SCHROETER ist lobenswert,
zeigt er doch, dass es sich bei
dem Problemkomplex
"Geburtenrückgang" um
ein Phänomen handelt, das sich
im historischen Kontext
relativiert, gleichzeitig mangelt
es SCHROETER an einer kritischen
Reflexion bezüglich der
statistischen Daten und deren
Interpretierbarkeit. Der
Soziologe Hans BERTRAM hat in
seinem Beitrag "Arbeit,
Familie und Bindungen"
(2000) den Vergleich zwischen den
1920er Jahren und heute
angestellt und kommt zu dem
Fazit: "Der
Geburtenrückgang in Deutschland
seit 1968 ist im wesentlichen auf
das Verschwinden der Drei- und
Mehr-Kinder-Familien
zurückzuführen. Die zunehmende
Kinderlosigkeit von Frauen spielt
demgegenüber nur eine
untergeordnete Rolle".
Wichtiger als dies ist jedoch die
Tatsache, dass BERTRAM den
Familienbegriff der amtlichen
Statistik in Frage stellt. Es ist
davon auszugehen, "daß die
handelnden Subjekte sich nicht
mehr den staatlichen
Ordnungsvorstellungen, wie sie in
dieser Statistik zum Ausdruck
kommen, unterwerfen". Wenn
dies der Fall ist, dann müssten
alle amtlichen Daten einer
umfassenden Neuinterpretation
unterzogen werden...
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- THIEL,
Christian (2000): Am Anfang habe ich nur noch
funktioniert.
Als
Kerstin W. sich von ihrem Mann trennten will,
bringt er sich um. Sie bleibt zurück mit zwei
kleinen Kindern und einer Menge Fragen,
in: Freitag Nr.48 v. 24.11.
- Kommentar:
Die Selbstmordrate
von Männern ist höher als von Frauen.
Dies gehört auch in die Rubrik
"höhere Lebenserwartung von
Frauen". Wo bleiben die Berichte
über Männer, die einen
Selbstmordversuch hinter sich haben? Eine
soziale Gruppe, die anscheinend keine
Lobby hat...
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- HACKENBERG,
Dorothea (2000): Risiko Liebe.
Hingabe
statt Rausschmiss, Intimität statt
Beziehungskrampf - Die Trendwende zu einer neuen
Moral der Frauen im Geschlechterkampf kündigt
sich an,
in: Die Woche Nr.48 v.
24.11.
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- FREELY,
Maureen (2000): Divorce and be damned.
The
pro-marriage movement is gaining strength on both
sides of the Atlantic. Now its leaders say they
can prove that divorce damages kids for ever. But
as Maureen Freely reveals, real life often tells
a different story,
in: Observer v. 19.11.
- Inhalt:
FREELY berichtet
für den britischen Observer über die
amerikanische Anti-Scheidungs-Kampagne
(siehe auch Focus v. 30.09. und Time v.
25.09.)
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- MÄRZ,
Ursula (2000): Frauen stören nur.
Affären
sind erlaubt, Heirat nicht: Schimanski und die
anderen Kommissare am "Tatort" müssen
ledig sein - und das seit 30 Jahren. Eine Ehe
behindert die Ermittlungen,
in: Berliner Illustrierte
Zeitung, Beilage der Berliner Morgenpost v.
19.11.
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- HÜTTENMOSER, Marco
(2000): Die soziale und emotionale Rolle der
Grosseltern. Dynamik der
3-Generationen-Beziehungen in familienfeindlichen
Zeiten.
Grosseltern gewinnen wieder
an Bedeutung. In den Vereinigten Staaten
berichtet die Homepage der "Foundation For
Grandparenting" regelmässig über neue
Forschungsergebnisse zur Rolle der Grosseltern in
der Gesellschaft. In Europa fehlt es an
fundierten Untersuchungen. Der Autor fasst die
wichtigsten Erkenntnisse zusammen und leitet
daraus sozialpolitische Forderungen ab. Dabei
wird nicht nur die biologische, sondern auch die
soziale Grosselternschaft ins Auge gefasst,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 18.11.
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- FRANKFURTER RUNDSCHAU
(2000): Urteil: Mitfahrzentrale für Bahnfahrer
erlaubt,
in: Frankfurter Rundschau
v. 18.11.
- Kommentar:
"Das Angebot
der Bahn richte sich an Gruppen, die eine
soziale Bindung hätten, wie Familien-
oder Firmenangehörige, sagte Bahn-Anwalt
Christian Schreyer. Durch die
Mitfahrzentrale entstünden künstliche
Gruppen."
An Paare denkt die Bahn
nicht unbedingt, obwohl gerade Paare, die
eine Wochenendbeziehung (siehe 16.11.)
bzw.
Fernbeziehung aufrechterhalten, zu
den Vielfahrern gehören (könnten).
Die
Kriterien, die von der Bahn an Paare
(gemeinsamer Haushalt, Heirat) gestellt
werden, schließen viele Paare (besonders
im sensiblen Paarbildungsprozess) von
Vergünstigungen aus.
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- NÄGER, Doris (2000):
Weiblich, jung erfolgreich.
Christine
Bortenlänger sitzt als erste Frau auf dem
Chefsessel einer deutschen Börse - für sie ist
das völlig normal,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 18.11
- Kommentar:
Bei dieser
Schlagzeile ergänzt man automatisch
ledig und kinderlos, denn so stellt man
sich heutzutage die weibliche
Führungskraft in der Single-Gesellschaft
vor - typisch Yuppie! Oder moderner:
Yettie.
Aber die Porträtierte ist eine alleinstehende Mutter - ein Lebensstil,
der im Brennpunkt der Lebensstildebatte
steht.
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- AHRENS,
Peter (2000): Quo vadis, Single?
Endlich
wieder Revolutionäres aus dem Hause Opaschowski
am Alsterufer: Wer allein lebt, geht öfter in
die Kneipe,
in: TAZ Hamburg v. 18.11
- Kommentar:
Seit 1981 nichts
Neues vom Pädagogen Opaschowski, aber
das immer wieder...
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- MUSTROPH,
Tom (2000): Sturzgeburt eines Begriffes.
Neue
Versöhnungsformel. Nach Emanzipation,
Gleichstellung und Mainstreaming heißt es jetzt
"Geschlechterdemokratie",
in: Freitag Nr.47 v. 17.11.
- Inhalt:
MUSTROPH bezweifelt,
dass Hausarbeit in Zukunft der zentrale
Ort des Geschlechterkampfes sein wird:
"»Hausarbeit kaufen statt teilen!«
dürfte die Devise der künftigen
Infoelite lauten."
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- DEUL,
Dieter (2000): Scheiden tut gut.
Für
die Ära nach der Ehe: Das englische Magazin
"Vive",
in:
Süddeutsche Zeitung
v. 17.11.
- Inhalt:
Bericht zum Start
eines Lifestyle-Magazins für Geschiedene
in England
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- HSM
(2000): Singles heizen Konsum an.
Neue
Studie von Hamburger Freizeitforscher,
in:
Hamburger Abendblatt
v. 16.11.
- Kommentar:
Nichts Neues vom
Freizeitpädagogen OPASCHOWSKI. Alles wie
1981 ("Allein in der Freizeit")
nur eben mehr vom gleichen (Singles
contra Familien - ansonsten ein großes
schwarzes Loch, das die restlichen
Lebensformen verschluckt hat) und mit
neuerer Technik (Email und Handy statt
Telefon)...
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- AFP
(2000): Singles sind für Statistiker nur schwer
zu fassen,
in:
Berliner Morgenpost v. 13.10.
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- HACKER,
Doja (2000): Mach dich rar.
Doja
Hacker über die Ängste der Männer und die
Ratschläge der Mütter,
in: Tagesspiegel v. 13.11.
- Inhalt:
HACKER befasst sich
mit "The Rules" von Ellen FEIN
& Sherrie SCHNEIDER, speziell mit
Regel Nr. 5 "Rufen Sie ihn nicht an
und auch nicht immer gleich
zurück".
- Kommentar:
Was man aus
"The Rules" und
sonstigen Ratgeberbüchern lernt
oder nicht lernt, das ist auch
das Thema von Melissa BANKs Roman
"Wie Frauen fischen und
jagen", der gerade als
Taschenbuch erschienen ist.
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- MOHR,
Reinhard (2000): Abwasch für die Gruppe.
Dummlabern,
kuscheln, Körbe flechten und gemeinsam sauber
machen - immer mehr erweist sich "Big
Brother" als spätes Medienkind der 68er,
in: Spiegel Nr.46 v. 13.11.
- Inhalt:
Der 78er Reinhard
MOHR reagiert auf das Interview mit dem
68er Rainer LANGHANS in der WELT v.
06.11. (siehe dort). Ist "Big
Brother" die Wiederkehr der
"Kommune 1"?
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- FIEDLER,
Tanja (2000): Die Sehnsucht blieb.
Fast
die Hälfte der deutschen Paare kommt nicht
voneinander los und wagt nach der Trennung einen
zweiten Anlauf. Dabei finden manche ihr neues
Glück mit dem alten Partner erst nach 18 Jahren,
in: Berliner Illustrierte
Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v.
12.11.
- Kommentar:
Die amtliche
Haushaltsstatistik kann nur die
lebenslange Ideal-Ehe adäquat erfassen.
Auch der Familienstand kennt nur
Verheiratete oder Nicht-Verheiratete.
Lebensformen jenseits der Normalfamilie
und des Normallebenslaufs existieren für
die amtliche Statistik nicht. Die
Erforschung von Partnerschafts- bzw.
Eheverläufen ist ein reichhaltiges Feld
der Mythenbildung.
Sozialwissenschaftliche Studien zum Thema
haben Seltenheitswert oder verwenden
Methoden, die dem Gegenstand nicht
gerecht werden.
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- SCHMOLLAK,
Simone (2000): "Wer lacht, kann nicht gut
arbeiten".
Mobbing
unter Karrierefrauen. Konkurrenz zwischen
Bewerberinnen um Spitzenpositionen gilt als
feministischer Tabu-Bruch,
in: Freitag
Nr.46 v. 10.11.
- Kommentar:
Kinderlose,
unverheiratete Karrierefrauen sind eine
zahlenmäßig kleine soziale Gruppe, sie
stehen jedoch im Brennpunkt der
öffentlichen Aufmerksamkeit. MADONNA und
Hillary CLINTON stehen dagegen für den
Mainstream der gegenwärtigen
Frauenbewegung: verheiratete
Karrieremütter. Was in den 70er Jahren
die radikalen Feministinnen waren, das
sind heute die Verfechterinnen der
postmodernen
"Hausfrauenfamilie".
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-
BASTIAN,
Till (2000): Die Wiederentdeckung der
Geschwisterlichkeit.
"Allein
machen sie dich ein!" Diese Erkenntnis ging
schon immer dem Zusammenschluss von
Gleichaltrigen voraus: In Wohngemeinschaften,
Cliquen, Bruderschaften und anderen Gruppierungen
ließ sich der Widerstand gegen eine feindliche
Welt besser organisieren. Die geschwisterliche
Beziehung zwischen Menschen ist eine Ressource,
die in der heutigen Leistungs- und
Singlegesellschaft wichtiger ist denn je,
in: Psychologie Heute, Dezember
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- CH (2000): Single
Schock
in: Rheinpfalz v. 08.11.
- Kommentar:
Single-Gesellschaft
à la Rheinpfalz!
"Da fährt ein
Auto in der Stadt rum. Mittelklasse,
gewöhnlich. Eine Aufschrift ziert das
Heck: 'Just married! (1975)' steht da,
darunter ein roter Kussmund. 25 Jahre
sind diese Leute also verheiratet. Und
tun es auch noch kund, in aller
Öffentlichkeit!".
Dieses Auto, das allen Singles ein Mahnmal sein soll,
fährt wohl durch alle Lokalteile der
Rheinpfalz. Am 25. September ("Zum
Single-Erweichen") wurde es in
Neustadt gesichtet und heute im Speyrer
Lokalteil. Ob es auch durch die
Lokalteile anderer Zeitungen fährt?
Irgendwann muss man ja auch Urlaub
machen. Hessen. Bayern. Es gibt noch
viele Lokalteile! Ich werde berichten,
wenn es wieder irgendwo gesichtet wird...
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- LEONHARDT,
Rudolf Walter (2000): Meine Sprache: das
unerwünschte Fräulein,
in:
Tagesspiegel v. 08.11.
- Kommentar:
LEONHARDT wünscht
sich in vorfeministische Zeiten zurück,
in denen man Bedienungen in Szenelokalen
(nannte man da auch noch nicht so!) mit
"Fräulein" herbeizitieren
durfte. Was ist an "Fräulein"
so unanständig, überlegt er, ist doch
quasi eine Art Ehrenbezeichnung. Über
das Mittelalter kommt er jedoch nicht
hinaus.
Fräulein
und Frau, das war in der
Heiratsgesellschaft der vor68er-Ära der
altehrwürdigen "BRD" der
Unterschied zwischen Kindheit und
Erwachsensein, zwischen trostlosem
Single-Dasein und vollwertigem Mitglied
der Heiratsgesellschaft.
Bei der
NASA würde man sagen: "Houston, wir
haben ein Problem!" Vielleicht
sollte die TAZ einen Ideenwettbewerb zum
Thema starten...
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- RÖTZER, Florian
(2000): Mit den Handys in den Geschlechterkampf.
Evolutionspsychologen haben
Singles in einem Pub beobachtet,
in: Telepolis
v. 07.11.
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- BÖCK,
Ingrid (2000): Wer mit wem schläft...
...und
warum, lautet die von Soziologen und
Evolutionsforschern heiß diskutierte Frage.
Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse sollen
das Rätsel Partnerwahl lösen,
in: Focus Nr.45 v. 06.11.
- Kommentar:
Der SPIEGEL hat vor
zwei Wochen die "Neue
Zweisamkeit" ausgerufen. Der FOCUS
folgt nun konsequenterweise mit einer
Cover-Story über die Partnerwahl, damit
es mit der Zweisamkeit auch klappt. Das
nennt man Arbeitsteilung.
Auf dem
Cover lockt der FOCUS damit, dass der
Leser sein Glück bei der Partnerwahl
steuern kann, wenn er die Story liest
(Werbung muss halt sein).
Da werden
dann alte Hüte als neuester Hit
verkauft. Seit den 70er Jahren wird immer
wieder betont, dass Single-Dasein und
Scheidungen die Konsequenz eines
"neuen" Bindungsideals sind. Das steht selbst
bei BECK/BECK-GERNSHEIM "Das normale
Chaos der Liebe", die BÖCK als
Gegenbeispiel herangezogen hat. Da heißt
es:
"Die Ehe hat durch ihren
Formenwandel (...) zum luftigen Gebilde
der Gefühls-, leidenschaftlichen und Selbstfindungsehe wohl an Stabilität,
nicht aber an Attraktivität
verloren" (S.227).
Wenn es um
die Partnersuche geht, erhalten die
Evolutionsbiologen das Wort. Das Weibchen
folgt dann ihren Instinkten und es hat
"keinen Zweck gegen derlei Klischees
anzukämpfen". Der Mensch ist Sklave
seiner Gene! Im Normalfall verbreiten
sich die "Gene für schlauere
Konversation und einfallsreichere
Gedanken", weil sie bei der
Partnerwahl über Tausende von
Generationen bevorzugt worden seien. Aber
aufgepasst: die Pille vernebelt den
Instinkt! (andere Verhütungsmittel
benutzen oder die demographische
Entwicklung fördern. Tip an die
Pillenhersteller: eine eigene Studie in
Auftrag geben, die das Gegenteil
beweist.) Noch wichtiger für die Frauen:
den Zyklus genau beobachten. Damit kann
man steuern, ob man einen männlichen
oder einen verweichlichten Mann erwischt.
Für
Männer hat die Autorin jedoch keine
solch hilfreichen Ratschläge parat
(liegt daran, dass die Forscher alle
Männer sind!). Man erfährt weiter, dass
Frauen zu Promiskuität und zum
Seitensprung neigen. Die Anzahl der
Frauen, die das zugibt, ist jedoch von
Umfrage zu Umfrage verschieden. (Dies
lässt sich einfach erklären: Im einen
Fall hatten die Befragten im FOCUS kurz
vorher gelesen, dass
"Seitensprünge" angesagt sind
und im anderen Fall war laut FOCUS gerade
"sexuelle Abstinenz" angesagt.
Manche haben aber vielleicht gerade mal
PLAYGIRL gelesen, obwohl sie eigentlich
immer nur EMMA lesen (man muss ja wissen,
was man zu kritisieren hat)).
- Mario Héne
- Lieber allein, als gemeinsam einsam
Der
Liedermacher hat 1977 das neue
Bindungsideal auf den Punkt gebracht.
Vielleicht hat die LP auch der Soziologe
Ulrich BECK in seinem Plattenschrank.
Kaufen kann man sie leider nicht mehr
(höchstens noch in einem Antiquariat),
würde aber verhindern, dass man alte
Hüte als neueste Hits verkaufen kann.
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- BÖCK,
Ingrid (2000): "Gelegenheit macht
Liebe".
Der
Soziologe Thomas Klein erläutert, welchen Regeln
die Partnerwahl folgt und warum Männer künftig
das Nachsehen haben,
in: Focus Nr.45 v. 06.11.
- Inhalt:
Der Heidelberger
Soziologe Thomas KLEIN geht auf die Bedingungen des
Partner- bzw. Heiratsmarkts ein und
rückt den Single-Mythos zurecht, indem
er darauf hinweist, dass "die
Hälfte aller Menschen in so genannten
Single-Haushalten über 65 Jahre alt
sind"
- Kommentar:
Natürlich
darf seine These nicht fehlten,
dass künftig Männer das
Nachsehen haben, weil es einen
Heiratsengpass gibt, der diesmal
nicht die Frauen, sondern die
Männer treffen soll (siehe dazu
meinen Kommentar vom 05.10.)
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- BÖCK,
Ingrid (2000): "Es ist eine Art Wettrüsten.
Der
Sozialpsychologe Ronald Henss erklärt, warum
Schönheit bei der Partnerwahl zählt und was wir
in Gesichtern auf den ersten Blick erkennen
können.
in: Focus Nr.45 v. 06.11.
- Kommentar:
Es ist so, als ob
HOUELLEBECQ die Fragen gestellt hätte
und sein Alter-Ego, der namenlose
Informatiker hätte geantwortet, mit dem
Unterschied dass "Ausweitung der
Kampfzone" wesentlich mehr
Unterhaltungswert hat...
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- HARTMANN, Elke (2000):
Krieger und Prinzessin.
Die Partnerwahl wird von
unserem individuellen Drehbuch diktiert,
behauptet der amerikanische Psychologe Robert J.
Sternberg,
in: Focus Nr.45 v. 06.11.
- Kommentar:
Auf einen kurzen
Nenner gebracht: Liebesgeschichten
gelingen nur, wenn beide Partner vorher
die gleiche Literatur gelesen haben,
entweder den gleichen Beziehungsratgeber
(Bestsellerlisten studieren! Das
vergrössert den Heiratsmarkt und
beschert den Autoren Money...) oder das
gleiche Nachrichtenmagazin.
SPIEGEL-Leser/in und FOCUS-Leser/in, das
geht bestimmt schief, aber FOCUS-Leser/in
und VIVIAN-Leser/in, das ergänzt sich
ideal.
Besonders
wichtig für die Generation-Golf:
der dies sagt wird
im amerikanischen "Who's who"
gelistet, es steht jedoch nicht da, von
wem die Klamotten sind, die er getragen
hat, als man ihn ablichtete. So
fortschrittlich ist der FOCUS nun doch
noch nicht...
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- WEBER,
Christian (2000): In der Ferne - noch nah?
Wenn
der Job die Beziehung hemmt: Ein Autorenpaar
analysiert Probleme und Chancen der
Wochenendliebe,
in: Focus Nr.45 v. 06.11.
- Kommentar:
Vor genau 10 Jahren
erschien das Buch "Liebe auf
Distanz" von Dorothea
SCHMITZ-KÖSTER. Es stand jedoch ganz im
Schatten des Bestsellers "Das ganz
normale Chaos der Liebe" von
BECK/BECK-GERNSHEIM aus dem gleichen
Jahr, wonach die Single-Gesellschaft aus
bindungslosen Elementarteilchen besteht
(so wurde das Buch jedenfalls
wahrgenommen).
Durch die
Umstellung der amtlichen Statistik und
die Tatsache, dass die geburtenstarken
Jahrgänge in Ausbildung und Beruf
drängten, hatte sich die Anzahl der
Einpersonenhaushalte drastisch erhöht.
Neue Formen
der Paarbildung und -beziehung passten
gerade nicht in die Medienlandschaft, die
von der sozialpolitischen Debatte
beherrscht wurde. Jetzt scheint gerade
eine kurze Atempause zu herrschen.
Vielleicht gelangen da ein paar andere
Aspekte ins Medienlicht.
Typisch
für journalistische Einseitigkeiten sind solche Aussagen
wie:
"Bislang, so die düstere
Aussicht von Sozialwissenschaftlern, schlitterten wir
unaufhaltsam der Individualisierung entgegen - einer
Gesellschaft voll bindungsunwilliger Einzelgänger und
Beziehungskrüppel" (Ingrid BÖCK im gleichen Heft, S.260).
"Neue"
Paarformen, die statistisch unter den
Einpersonenhaushalten
("Singles") eingeordnet werden,
sind u.a. die "nicht-eheliche
Lebensgemeinschaft", "Living
apart together" oder die
"Commuter-Ehe".
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- RITTER,
Christa (2000): "Das ist eine utopische
Situation".
"Big
Brother" ist eine konsequente Fortsetzung
von '68, meint Rainer Langhans, Begründer der
Kommune 1 - Gespräch,
in: Welt v. 06.11.
- Inhalt:
Der Kommunarde
Rainer Langhans entdeckt junge Singles
als Zielgruppe für eine Neuauflage der
Eigentlichkeit, die in der
Öffentlichkeit und nicht im Privaten
stattfinden soll.
- Kommentar:
COSMOPOLITAN
hat den Typ der "virtuellen
WG" als zukunftsweisende
Wohnform im Novemberheft
vergessen. Die vernetzte
Single-Gesellschaft - das wäre
doch ein schöner SPIEGEL-Titel
(fürs Frühjahr vormerken, denn
dann ist wieder der Single
angesagt).
LANGHANS
ähnelt HOUELLEBECQ. Beide hoffen
den Neuen Menschen technisch
herstellen zu können.
HOUELLEBECQ klont einfach einen
neuen Menschen und LANGHANS
vernetzt den alten. Die Zukunft
gehört den Ingenieuren und nicht
der Frau. Außerdem liegen sie
beide mit der "Neuen
Eigentlichkeit" im Trend.
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- OBSERVER
(2000): The Singles Issue.
Welcome
to the Singles Century. By 2010, almost half the
population will be unmarried and, according to
recent survey, half the pople still getting
married are thinking about getting divorced as
they sidle down the aisle,
in: Observer v. 05.11.
- Kommentar:
Beim britischen
Observer hat man keinen SPIEGEL (siehe
23.10.) gelesen. Ein ganzes Jahrhundert
der Singles soll auf die Briten zukommen.
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- DIEFENBACH, Ute
(2000): ich lüge dich.
Immer noch allein? Selbst schuld. Die Welt der
Liebe ist einfach zu erklären, behaupten die
Autoren von Beziehungsratgebern. Ihre Bücher
verkaufen sich massenhaft.
- Inhalt:
DIEFENBACH setzt
sich kritisch mit den Ratgebern von John
GRAY, Allan & Barbara PEASE und
Regina SCHNEIDER auseinander.
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- WOLFF, Harriet/FETT,
Susanne/MUNDE, Verena (2000): So lässt es sich
leben...
Auf die klassische
Kleinfamilie haben immer weniger Leute Lust und
probieren neue Formen des Zusammenlebens aus.
Frei nach dem Motto: zweisam, dreisam, gemeinsam.
Wir zeigen, was alles möglich ist.
in: Cosmopolitan v.
November
- Inhalt:
Die Journalistinnen
haben 5 Wohngemeinschaften porträtiert
und ihnen solche Etiketten wie
"Männer-WG",
"Frauen-WG",
"Land-WG",
"Teilzeitehe-WG" und
"Mega-WG" verpasst.
- Kommentar:
Was die
wieder bei COSMOPOLITAIN
anrichten. WGs propagieren! Denkt
mal an die armen Statistiker und
Sozialwissenschaftler, die diese
Wohnformen klassifizieren
müssen. Kein Wunder, wenn die
Zahl der Einpersonenhaushalte ins
Unermessliche steigt. Die
amtliche Statistik hat für
solche Wohnformen überhaupt gar
kein Verständnis. Der nächste
SPIEGEL-Titel ist schon
vorprogrammiert: "Die neue
Single-Sucht"
- Im GLOSSAR werden die
Begriffe
"Einpersonenhaushalt"
und "Wohngemeinschaft"
erklärt
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JAEGGI, Eva &
Heidi MÖLLER (2000): Psychologen in den Medien:
Psychogebabbel im Trash-TV.
Bin ich
schokoladenabhängig? Ist Sex in Windeln normal?
Was verrät die Handtasche über die
Persönlichkeit ihrer Besitzerin? Ob Sexualität,
Sucht, Lifestyle oder der neueste
"Trend": die Medien setzen bei allen
großen und weniger großen Problemen auf
Expertise, Rat und Tat von Psychologen. Eva
Jaeggi und Heidi Möller sehen viele Kollegen
aber als Bauernfänger und Betrüger: Als
Handlanger meist unseriöser Medienmacher
diffamieren sie nur ihre Zunft,
in: Psychologie Heute Nr.11
vom November
- Inhalt:
Die beiden
Psychologinnen beschäftigen sich u.a.
mit den Trend-Meldungen und meinen:
"Viele 'Trends' sind überhaupt
keine, sondern entstehen - zum Beispiel -
in der Kantine einer Redaktion, wo sich
gerade drei junge Journalistinnen
geschworen haben, dass sie nie heiraten
wollen, oder wenn ein Magazin einen
spektakulären Aufmacher sucht".
Statt Trends wie "Das neue
Singleleben" oder "Die neue
Zweisamkeit" zu proklamieren, sollte
danach gefragt werden, warum es einen
derart gesteigerten Bedarf an
Trendmeldungen gibt.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom Oktober 2000
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