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Presserundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   

News vom September 2000
News vom August 2000
News vom Juli 2000
News vom Juni 2000
News vom Mai 2000
News bis Mai 2000

 
       
       
   

News vom Oktober 2000

 
   
  • BETTERMANN, Stella (2000): Die große Single-Lüge.
    In der Statistik tauchen sie oft, in der Realität eher selten auf. Soziologe Laszlo Vaskovics klärt das Single-Missverständnis auf,
    in: Focus Nr.44 v. 30.10.
    • Inhalt:
      Interview mit dem Familiensoziologen Laszlo VASKOVICS über das Single-Dasein und die Ergebnisse der Bamberger Studie.

                  VASKOVICS kritisiert die Unzulänglichkeiten der amtlichen Statistik bei der Erfassung von Partnerlosen und Kinderlosen und fordert eine Lebenslaufperspektive zur Beschreibung des Single-Daseins.
      • Kommentar:
        VASKOVICS kritisiert zwar den Familienbegriff der amtlichen Statistik, bleibt aber selbst dem Haushaltsbegriff verhaftet, der nicht alle Familienformen erfassen kann.
                    So wendet er zwar ein, dass auch Kinder, die nicht mehr bei den Eltern leben zur Familie gehören, aber der Begriff "Familienhaushalt" schließt diese Gruppe aus dem Familienbegriff aus. Das Deutsche Jugendinstitut hat bereits Mitte der 90er Jahre im Rahmen des Familiensurvey entsprechende Daten erhoben, die jedoch von VASKOVICS nicht erwähnt werden.
                    Im FOCUS-Artikel wird zudem die Zahl der Singles zu hoch angegeben. In einer Zwischenüberschrift heißt es:
                    "Unter den 55- bis 75-Jährigen gibt es nur 5-10% echte Singles".
                    Im Interview selbst heißt es dagegen:
                    "Allein lebend, in den letzten fünf Jahren keine feste Partnerschaft, kein Kind vorhanden. Wir mussten allerdings 20 000 Adressen Alleinlebender im Alter von 55 bis 75 abchecken, um auf tausend Personen zu kommen, bei denen unsere Definition gegeben war - so drastisch sind die Relationen."
                    VASKOVICS spricht von 55-75jährigen Alleinlebenden. Nicht alle 55-75jährigen leben jedoch im Einpersonenhaushalt.
                    Aber auch dies ist wohl noch nicht richtig. In der Selbstdarstellung wird von 1000 Singles im Alter zwischen 45 und 75 Jahren gesprochen. Auch in anderen Meldungen wird diese Altersspanne genannt. So z.B. in der Zeitschrift Psychologie Heute vom Oktober. Dort wird der Bevölkerungsanteil dieser "Singles" mit 2,9 % angegeben.
                    Der Begriff "echte Singles" ist zudem nicht definiert. Was soll darunter verstanden werden? Wenn man ein Kriterium wie "Freiwilligkeit" von Partnerlosigkeit und Kinderlosigkeit einführen möchte, dann muss man die Motive der Bevölkerungsgruppe erforschen, d.h. der Anteil der "echten Singles" würde dann noch geringer ausfallen.
 
   
  • DORN, Thea (2000): Deutschland, Leiche, Mutter.
    Montags links oben. Thea Dorn über die Angst der Deutschen vorm eigenen Aussterben,
    in: Tagesspiegel v. 30.10.
 
   
  • MEINHOLD, Philip (2000): Betr.: Der Wertewandel des Wertewandels.
    Der "Spiegel" singelt in die Zweisamkeit,
    in: TAZ v. 26.10.
    • Inhalt:
      MEINHOLD hat die Single-Titelgeschichte vom 04.03.2000 mit der Titelgeschichte vom 23.10. verglichen und wundert sich über die Schnelligkeit gesellschaftlicher Wertewandelprozesse.
      • Kommentar:
        Vielleicht hätte MEINHOLD auch die Autorenschaft vergleichen sollen. Er hätte festgestellt: der Frühjahrstitel repräsentiert die männliche Sichtweise und der Herbsttitel die weibliche Sichtweise. Und wir wissen ja seit einigen Jahren: Männer kommen vom Mars und Frauen von der Venus, auch wenn sie für das gleiche Blatt schreiben...
 
   
  • HOLCH, Christine (2000): Der Führerschein fürs Eheglück.
    Gestern noch verliebt, heute ernüchtert, morgen schon geschieden? Mit neuartigen Testverfahren gelingt es Paarberatern, diese Abwärtsspirale anzuhalten. Am besten, die Brautleute prüfen ihre Beziehung schon vor der Ehe auf Herz und Nieren!,
    in: Chrisma. Das evangelische Magazin Nr.11 v. November
 
   
  • WELLERSHOFF, Marianne (2000): Glücklicher zu zweit.
    Der flotte Single, viele Jahre fast eine Kultfigur der Gesellschaft, ist plötzlich out, ebenso der lässige Seitensprung. Eine neue Sehnsucht nach Bindung, nach stabiler Zweisamkeit bewegt vor allem die Jüngeren. Eine Reaktion auf Tempo und Kälte der globalisierten Ökonomie?
    in: Spiegel Nr.43 v. 23.10.
    • Kommentar:
      WELLERSHOFF hat einen Trend zur neuen Zweisamkeit für den SPIEGEL ausfindig gemacht.

                  Was soll daran jedoch neu sein? Lifestyle-Magazine haben bereits Ende der 80er Jahre den Single auf die Liste der aussterbenden Arten gesetzt und außer Ulrich BECK und der harte Kern der Individualisierungstheoretiker, die sich auf die amtliche Statistik berufen haben, haben alle empirischen Single-Studien, die einen differenzierteren Single-Begriff verwendet haben, nachgewiesen, dass von einer "Single-Gesellschaft" keine Rede sein kann.
                  Bereits die erste SPIEGEL-Story zur "Single-Gesellschaft" Ende der 70er Jahre hatte herausgefunden, dass viele "Singles" in festen Partnerschaften lebten, für die sich der Begriff "Living apart together" einbürgerte.
                  Wenn der Single zur "Kultfigur der Gesellschaft" geworden ist, dann liegt das auch an der SPIEGEL-Berichterstattung. Der Soziologe Günter BURKART spricht stattdessen vom "Mythos Single". Dies trifft den Sachverhalt genauer.
                  Wenn sich also überhaupt etwas geändert hat, dann ist das die Berichterstattung der Medien über Singles. Es gibt da einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen der Durchsetzung sozialpolitischer Reformen und der Single-Berichterstattung. Warten wir also auf die nächste Runde in der sozialpolitischen Debatte. Dann wird man sich beim SPIEGEL bestimmt wieder auf die Single-Gesellschaft besinnen...
 
   
  • WELLERSHOFF, Marianne (2000): "Single-Frauen sind isoliert".
    Der Zürcher Psychotherapeut Jürg Willi über Liebesbeweise und vorschnelle Trennungen,
    in: Spiegel Nr.43 v. 23.10.
 
   
  • MOELLER, Michael Lukas (2000): "Der Schatz der Eifersucht".
    Der Paarexperte Michael Lukas Moeller über Seitensprünge und deren Bedeutung,
    in: Spiegel Nr.43 v. 23.10.
 
   
  • SCHEUCH, Erwin K. (2000): Meistens kommt es anders.
    Über die Haltbarkeit von Voraussagen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.10.
 
   
  • METZNER, Monika M. (2000): Wenn Oma streikt.
    Großmütter lassen für die Kinder ihrer Kinder alles stehen und liegen? Es gibt auch andere. Und die stricken ihr Leben ganz und gar nicht nur um die Enkel,
    in: Frankfurter Rundschau v. 21.10.
 
   
  • GASCHKE, Susanne (2000): Mehr Männerförderung!
    Die SPD braucht eine neue Familienpolitik. ZEIT-Gespräch mit Renate Schmidt,
    in: ZEIT Nr.43 v. 19.10.
 
   
  • VINCENZ, Sabine (2000): "Wenn man jung ist, sieht man alles lockerer".
    Die eine ist mit 45 schon zweifache Großmutter. Die andere hat mit 40 ihr erstes Kind bekommen: Zwei Mütter sprechen über ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen
    in: Brigitte Nr.22 v. 18.10.
    • Kommentar:
      Wenn es nach Alice SCHWARZER ginge, dann dürften Frauen keine BRIGITTE lesen (siehe 09.10.)
 
   
  • HAMER, Eberhard (2000): Dinkies und Singles als Rentenproblem
    in: Welt am Sonntag v. 15.10.
 
   
  • HARTMANN, Martin (2000): Goldregen für alle.
    Individualisierung - auch out of München theorietauglich?
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.10.
    • Inhalt:
      HARTMANN bezeichnet den Ansatz des Soziologen Ulrich BECK als "Yuppiesoziologie.

                  Die Anhänger der Individualisierungsthese, so der Einwand, meinen im Grunde immer nur die mehr oder weniger wohlhabende Sicht junger, urbaner Manager, die von Termin zu Termin jetten, um abends dann von New York aus der fernen Freundin per Handy mitzuteilen, dass man sich am nächsten Morgen doch in Florenz treffen könne.
                  In seinem Artikel bezieht sich HARTMANN auf das Interview mit Markus SCHROER in der ZEIT Nr.36 v. 31.08.
 
   
  • STERN (2000): Herz sucht Heimat,
    in: Stern Nr.42 v. 12.10.
    • Kommentar:
      Kontaktanzeigen sind laut STERN Kult und davon will der STERN mit seiner neuesten Coverstory auch profitieren, denn jeder zweite Deutsche soll diese Kontaktanzeigen lesen (hat irgendwer herausgefunden, will aber anscheinend nicht genannt werden!).
                  Wer auf Kontaktanzeigen antwortet, muss damit rechnen, dass der Anzeigenverfasser gar nicht auf der Suche nach einem Partner ist, sondern nur wissen will, wer sich hinter der Anzeige verbirgt. So ist auch der STERN über einen kleinen Umweg zu seinen Porträts von 10 Inserenten gekommen. Der STERN-Leser kann an dieser "Aufklärungsarbeit" jetzt teilhaben.
 
   
  • DPA (2000): Konkurrenzdruck macht krank.
    Psychische Zusammenbrüche am Arbeitsplatz nehmen zu,
    in: Frankfurter Rundschau v. 10.10.
    • Inhalt:
      Die WHO hat den 10. Oktober zum "Tag des psychischen Wohlbefindens" erklärt, um das Tabu psychischer Krankheiten auf die Tagesordnung zu bringen.
      • Kommentar:
        Sie haben aber vergessen HOUELLEBECQ zu engagieren, weswegen das niemand mitbekommen wird. Wer sich für das Thema interessiert, dem sei die SPIEGEL-Titelstory als Einstieg empfohlen:
        • LAKOTTA, Beate (2000): Todesangst an der Käsetheke.
          Die Hamburger Verhaltenstherapeutin Ulrike Lupke über ihren Praxisalltag, den Horrorfilm im Kopf ihrer Patienten und Hausaufgaben gegen Panikattacken,
          in: Spiegel Nr.36 v. 04.09.
 
   
  • ROTTENBERG, Thomas (2000): Zu Besuch bei alten Damen.
    Die "Gesellschafterin" soll Einsamkeit vertreiben helfen,
    in: Standard v. 09.10.
 
   
  • SCHWARZER, Alice (2000): Die gläserne Wand.
    Siege und Niederlagen der Frauen im Kampf gegen die Männerherrschaft,
    in: Spiegel Nr.41 v. 09.10.
    • Kommentar:
      Der Spiegel druckt einen Auszug aus SCHWARZERs neuem Buch, in dem die Feministin die demographische Lage aus der Perspektive einer 70er-Jahre-Feministin interpretiert. Man darf so schön antiquierte Sätze lesen wie:

                  "Im krassen Gegensatz zu den schönen bunten Trendstorys in den Medien, die uns so gern von den neuen Hochzeitsbooms und Kinderbooms erzählen, sieht die Wahrheit ganz anders aus, nämlich genau umgekehrt. Jede dritte 35-Jährige (Jahrgang 1965) ist heute kinderlos (im Jahrgang 1945 ist es nur jede achte). Immer mehr Frauen treten also in den Kinderstreik. Und die Männer? Die Männer treten in den Sexstreik!"
                  Bei Karsten Pöhl (01.03.2000), der das Buch "Familienbildung in Deutschland Anfang der 90er Jahre" der Demographen Juliane ROLOFF & Jürgen DORBRITZ rezensiert hat, liest man dagegen:
                  "Für die 1965 geborenen westdeutschen Frauen wird erwartet, daß ca. 30 Prozent von ihnen kinderlos bleiben".
            Und in einer Beschreibung eines DFG-Forschungsprojektes (31.07.2000) "Späte erste Mutterschaft" lesen wir:

                  "Madonna bekam ihr erstes Kind mit 38, Demi Moore mit 36 und Birgit Schrowange bekommt ihrs mit 42! 12 Prozent aller Frauen kommen heute ihr erstes Kind mit über 35 Jahren und die Zahl steigt: Seite Mitte der 80er Jahren hat sich dieser Anteil vervierfacht."
                  Diese beiden Meldungen relativieren SCHWARZERs Aussage entscheidend. Zum einen wird aus einer Tatsachenaussage eine Prognose, denn die 35jährigen aus SCHWARZERs Jahrgang 1965 sind im Gegensatz zu den 55jährigen die als Vergleichsmaßstab herangezogen werden, noch im gebärfähigen Alter. SCHWARZER geht jedoch davon aus, dass die 35jährigen in einen Gebärstreik getreten sind (klingt eher nach 70er Jahre als Kinderstreik, was immer dieses merkwürdige Wort bedeuten soll). In zwanzig Jahren lässt sich entscheiden, in wie weit sich SCHWARZERs Vergleichjahrgänge tatsächlich unterscheiden.
                  "Die Männer treten in den Sexstreit!" SCHWARZER sollte weniger EMMA oder SPIEGEL lesen...
 
   
  • HOLLSTEIN, Walter (2000): Männer in anderen Umständen.
    Der Bücherherbst hat sein Thema gefunden: Die Krise des Mannes. Nach alten Werten erzogen, bekommt er zunehmend Schwierigkeiten mit den Anforderungen der modernen Welt,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung, Beilage zur Berliner Morgenpost v. 08.10.
    • Kommentar:
      Schon wieder Michael! Diesmal wird er vom weiblichen Imago des Soziologen HOLLSTEIN, die er Christine nennt, aus dem Paradies der Ehe verjagt. Er hat sich zu wenig an Hausarbeit und Kindererziehung beteiligt, obwohl er doch gezwungenermaßen bereits in die Männergruppe gegangen ist ( Aber wahrscheinlich wurde da nur gesoffen, über Autos und blöde Tussis gelabert und zuhause etwas vom "Neuen Mann" gefaselt?).

                  HOLLSTEIN ist dennoch überzeugt: der Weg zum Glück des Mannes führt durch die Männergruppen der Republik. Ehemänner werden nach der Lektüre wohl eher verhindern, dass ihre Ehefrauen ins Fitness-Studio gehen, um dort wenigstens eine neue Liebschaft ("Neue Männer" gibt es dort auch nicht!) zu finden oder sie gehen selber ins Fitness-Studio...
 
   
  • BERNACK, Jenny (2000): Die Zukunft der Singles im Alter.
    Alleinlebende sind ein wertvolles Potential für den Bereich der Ehrenämter,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.10.
    • Kommentar:
      BERNACK spielt den Freizeitpapst OPASCHOWSKI gegen den Biografie- und Milieuforscher BURKART aus, um eine EMNID-Umfrage über die Stabilität der Partnerschaft (haben wohl vor der Umfrage gerade in der Zeitung gelesen, dass es um die Partnerschaft schlecht steht) an den Leser zu bringen.

                  Zum Schluss wird auch noch die Studie der Bamberger Familienforscher erwähnt. Für jeden etwas dabei...
 
   
  • NOACK, Frank (2000): The Kid.
    Junges Ego. Disney-Remake über zwei Ecken: John Turtletaubs Film mit Bruce Willis,
    in: Tagesspiegel v. 05.10.
    • Kommentar:
      NOACK hat sich an den Newsweek-Artikel "Too late for Prince Charming" von Eloise Salholz aus dem Jahr 1986 erinnert.

                  Dies ist wohl der am meisten zitierte Artikel der 80er Jahre zum Thema Single-Frauen gewesen. Er ist quasi unsterblich und geistert immer wieder einmal durch die Weltpresse, z.B. im Februar 1999 durch den Nouvel Observateur. Dort wird er behandelt, als ob er gerade erst geschrieben worden wäre:
                  "Sans parler de cette autre étude publiée dans «Newsweek» affirmant qu'à Manhattan une femme à la fois active et diplômée avait «autant de chances de trouver un compagnon que de se faire abattre par un terroriste»".
                  Der Artikel hat eine ganze Ära von Frauen-Literatur begründet. Angefangen hat das mit Elisabeth DUNKELs 1988er Bestseller "Every Woman Loves a Russian Poet" (deutsch: Der Fisch ohne Fahrrad).
                  Er hat außerdem die Ratgeberliteratur beflügelt. Susan Page hat ein ganzes Kapitel nur dem Thema gewidmet, ihren verzweifelten Klientinnen die Statistik zu erklären, bevor sie zum Kern ihres Themas kommen konnte. Andere haben den Slogan gleich als Titel für ihren Ratgeber verwendet. Ein beliebtes Spiel ist auch die Abwandlung. So heißt es bei Claudia KELLER:
                  "Lena ist vierunddreißig und somit hart an jener Schallgrenze, an der eine Frau, wie wir alle schaudernd vernommen haben, eher von einem Tiger gefressen wird, als daß sie noch die Chance hätte, einen Mann zu finden".
                  Nun also hat NOACK diesen Slogan wieder ausgekramt, um ihn auf Single-Männer anzuwenden. Er meint, dass die Unterhaltungsindustrie nun auch Männer unter Druck setzen will. Hoffentlich gehen da auch wirklich Junggesellen rein und nicht wieder nur Verheiratete.
                  Soziologen wie Dorothea KRÜGER warten schon seit 10 Jahren darauf, dass die Männer endlich begreifen, dass sie mit einem Heiratsengpass zu kämpfen haben. Außer Thomas KLEIN , der seit Mitte der 90er Jahre vergeblich mit seinen Statistiken hausieren geht, hat das noch keiner eingesehen.
                  Vielleicht glauben Männer weniger an Statistiken als an Horoskope. Man müsste dann die Geschichtsschreibung ändern. Vielleicht lesen sie auch nur die falschen Bücher oder gar keine. Vielleicht müsste man aber auch einen Werbetexter wie Viktor PELEWIN oder Frédéric BEIGBEDER (kennt man bei uns zwar noch nicht, aber das ändert sich) darauf ansetzen ein männliches Pendant zu erfinden. NOACK macht es sich jedenfalls zu einfach, aber ich kann wenigstens meine Sammlung um einen weiteren Artikel erweitern.
 
   
  • SCHMIDT, Susanne (2000): Editorial
    in: Solos, Nr.10, Oktober
    • "Solos" nennt sich der neueste Versuch ein Single-Magazin auf dem Markt zu etablieren. Bisher sind alle Versuche gescheitert. Seit 20. September gibt es das Blatt am Kiosk, das 80.000 Käufer finden will.
                  "Solos" soll besser klingen als "Singles". Eine neue Generation von Singles soll angesprochen werden: Power-Singles hören in erster Linie auf sich selbst, lassen sich keinen Lebensstil aufdrängen, nur um 'in' zu sein, wissen genau was sie wollen und sind wenig kompromissbereit. Sie haben hohe Ansprüche an eine Beziehung, sind zwischen 20 und 45 Jahre alt und leben in einem Einpersonenhaushalt.
                  Hohe Ansprüche an die Qualität eines Single-Magazins traut man ihnen jedoch nicht zu. Es ist kein Hochglanz-Magazin und besteht vorwiegend aus Kontaktanzeigen. Eine Billigversion von AMICA oder JOY und wie sie alle heißen, die inzwischen Singles zum Verlieben bieten.
                  Lifestyle möchte man bieten. Die ist zwischen Jacobs-Krönung und Bacardi-Rum-Klischee angesiedelt. Wer sich dafür interessiert, der ist mit den vorhanden Lifestyle-Magazinen besser bedient. "Solos" ist ein aufgepepptes Anzeigenblatt, das nicht mehr im Zeitungs-, sondern im Zeitschriftenformat daherkommt. Man wird es nicht vermissen, wenn es wieder verschwindet.
                  Auf eines soll jedoch noch hingewiesen werden. Die Idee mit dem Tagebuch eines männlichen Singles ist ja nicht schlecht und dass er Michael heißt ist nur ein Zufall, er hat aber überhaupt nichts mit meinem Michel Müller zu tun
 
       
       
   

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