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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom September 2001

 
       
     
       
     
   
  • SCHMIEDENDORF, Berit (2001): Vom "Bullenbunker" zum Lichthof.
    Das denkmalgeschützte Ledigenwohnheim wandelt sich in ein modernes Domizil mit Appartements und Maisonettes,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 28.09.
    • Kommentar:
      In Darmstadt wurde in den 50er Jahren ein Ledigenwohnheim mit 156 Appartements gebaut. Maximal 25 qm waren damals für Alleinstehende vorgesehen. Der Umbau dokumentiert den Wandel der Wohnverhältnisse in Deutschland. Selbst Studenten wohnen heute lieber in Wohngemeinschaften als in einer solchen Nachkriegswohnung für Alleinstehende.
 
   
  • HEIDEL, Uschi (2001): Kein Single will Single bleiben.
    Sie glauben an die große Liebe, wünschen sich Kinder und sehen ihr Alleinsein als vorübergehende Lebensform - Singles sind offenbar anders, als man denkt
    in: Netzeitung.de v. 24.09.
    • Inhalt:
      Bericht über die Doktorarbeit der Wuppertaler Sozialpsychologin Beate KÜPPER.
 
   
  • GÄCHTER, Sven (2001): Ausweitung der Kampfzone.
    Jahrelang wusste niemand, wie man mit dem schlechten Gewissen umgehen sollte. Jetzt scheint man ein Gegenmittel gefunden zu haben: die Angst,
    in: Profil Nr.39 v. 24.09.
 
   
  • BRIEGLEB, Till (2001): Jedem sein Bollwerk.
    Drei Viertel der Deutschen wollen im Grünen wohnen, die Politik bestärkt sie darin. Doch wer ins Eigenheim aufs gelobte Land zieht, beschert der Allgemeinheit gravierende Umweltprobleme,
    in: Die Woche Nr.39 v. 21.09.
    • Inhalt:
      BRIEGLEB stellt der Idealisierung des Eigenheims die Realität gegenüber:
                  "Sowohl anhand von Interviews mit Eigenheimbewohnern als auch durch Statistiken über Zwangsversteigerungen, Ehescheidungen und Untersuchungen über die Verkaufsstrategien von Immobilien-Händlern und Banken konnte Bourdieus Forscherteam zeigen, dass der Traum sich in vielen Fällen in einen einsamen Alptraum verwandelt: Verschuldung, soziale Desintegration und Spießerelend sind offensichtlich der tatsächliche Preis der Stadtflucht."
  • BRIEGLEB, Till & Anno SACK (2001): Zurück in die Stadt!
    Bundesminister Kurt Bodewig will den Eigenheimbau fördern. Hamburgs Stadtentwicklungssenator Willfried Maier will mehr Urbanität. Ein Streitgespräch um die Zukunft des Wohnens,
    in: Die Woche Nr.39 v. 21.09.
 
   
  • WINKLER, Willi (2001): Die neuen Männchen.
    Kaum haben uns die Frauen verweichlicht, sehnen sie sich wieder nach echten Männern. Eine Streitschrift,
    in: Süddeutsche Zeitung Magazin v. 21.09.
 
   
  • HABERMAS, Jürgen (2001): Ein Paternalismus eigener Art.
    Wenn aus Eltern Designer und aus Kindern Programmierte werden: Zu den Folgen genmanipulierender Eingriffe für familiäre und gesellschaftliche Beziehungen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.09.
 
     
   
  • WYDRA, Thilo (2001): Weiblich, ledig, zu allem entschlossen.
    "Sex and the City", die US-Serie um vier New Yorker Karrierefrauen auf Männerjagd, läuft in Deutschland an,
    in: Tagesspiegel v. 18.09.
 
   
  • ZYKLA, Jenni (2001): Sex in Stöckelschuhen.
    Spaßig, spießig und Feminismus light: Mit einer neuen Frauen-Sitcom will Pro 7 "Ally McBeal" Paroli bieten ("Sex and the city"),
    in: TAZ v. 18.09.
 
   
  • KELLER, Harald (2001): Carrie und ihre Freundinnen.
    Auf spitzen Absätzen aufrecht durch New York: Sarah Jessica Parker ub der Großstadtsatire "Sex and the City",
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.09.
 
   
  • KELLER, Harald (2001): Das Fenster zum Hof.
    Im Herbst wird sich das Unterhaltungsfernsehen wieder auf die Privatsphäre stürzen und manches erinnert an '68
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
    • Inhalt:
      KELLER berichtet u.a. über die Sendereihe "Treffpunkt Fernsehen" aus dem Jahr 1953, in der "bundesdeutschen Jungfern und Junggesellen zum passenden Partner" verholfen werden sollte. Diese "Kuppelshow" fehlt bei SCHOLTEN (TV Spielfilm)
 
   
  • FRIEDMAN, Michel (2001): Informationen, die sich selbst dementieren: Der Journalismus und die Attentate in den USA,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 18.09.
 
   
  • FISCHER, Heinz-Joachim (2001): Bei Mamma ist's am schönsten.
    Immer mehr junge Italiener wohnen noch bei ihren Eltern,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.09.
 
     
   
  • REMMLER, Alexander (2001): Nur die Liebe zählt?
    Glücklose Singles sind ein Quotenrenner - auch in der neuen Kultserie "Sex and the City",
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 16.09.
 
   
  • KEGEL, Sandra (2001): Die Frau von dreißig Jahren.
    Ally McBeal, der Sex und die Stadt: Mutmaßungen über eine neue Condition féminine, die die Frauenfrage nicht obsolet macht, aber anders stellt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.09.
    • Inhalt:
      Ein umfangreicher Essay über die dreißigjährige ledige Frau in den Medien.
                  Sandra KEGEL kann "Sex and the City" nichts abgewinnen. Sie sehnt sich nach AUSTENs "Emma" zurück, die sie als Vorgängerin von Frauenfiguren wie Bridget Jones und Ally McBeal sieht. KEGEL sieht zwischen diesen Frauen nur einen einzigen Unterschied: Emma ist zehn Jahre jünger. Der Grund:
                  "Die Fragen, die heute eine Dreißigjährige beschäftigen, stellten sich vor zwei Jahrhunderten einfach früher."
 
   
  • KRESTA, Edith (2001): Ein Traum von einem Mann.
    Frauen, die der Liebe wegen an ferne Strände reisen, gelten als Sextouristinnen. Doch ihre Lust segelt unter romantischer Flagge, Heirat nicht ausgeschlossen,
    in: Die ZEIT Nr.38 v. 13.09.
 
   
  • KÜRTHY, Ildiko von (2001): Jagd auf Männchen in Manhattan.
    Ahhhmm... ohmmm... so reden Frauen über gute Liebhaber. In "Sex and the City" ziehen jetzt vier Freundinnen über schlechte her - und siehe da, der Fernsehabend hat einen neuen Höhepunkt,
    in: Stern Nr.38 v. 13.09.
 
   
  • MEJIAS, Jordan (2001): Ein Wort mit vier Buchstaben.
    Zum Beispiel "Shopping and F...": Amerikas Fernsehen flucht freizügig auf Teufel komm raus,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.09.
    • Inhalt:
      MEJIAS informiert über Tabubrüche im US-amerikanischen Fernsehen. In der Serie "Three's a Crowd" soll demnach 1984 das erste unverheiratete Paar eine Fernsehwohnung bezogen haben.
 
     
     
   
  • SCHOLTEN, Michael (2001): Singles: Kaufen, Kino, Kontaktanzeige,
    in: TV Spielfilm Nr.19
    • Kommentar:
      SCHOLTEN stellt einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Einpersonenhaushalte und zunehmender Partnerlosigkeit her, der in dieser Form nicht stimmt.
                  Es ist ein weit verbreiteter und anscheinend nicht auszurottender Irrtum, dass Alleinlebende mit Partnerlosen oder gar Partnersuchenden identisch sind. Dieser Tage wurde die Studie "berufliche Mobilität und Lebensform" vorgestellt. Hier wurde fälschlicherweise behauptet, dass Singles nicht zu den Befragten gehörten.
                  Alleinwohnen und Partnerschaft sind aber kein Gegensatz! Die steigende Zahl von Alleinlebenden ist in der Altersgruppe 25 - 55 vor allem das Ergebnis von modernen Paarformen, die sowohl vom Statistischen Bundesamt als auch von konservativen Sozialwissenschaftlern ignoriert werden. Was nicht sein soll, das darf nicht sein, ist auf diesem Gebiet das Credo!
                  Partnerlose finden sich dagegen auch unter denjenigen, die bei den Eltern leben, d.h. die sogenannten "Nesthocker"
                  Natürlich möchten die Geschäftemacher gerne die Yuppies abzocken, nur diese leben vorwiegend in Paarhaushalten, die jedoch nicht immer statistisch als solche eingeordnet werden.
                  Die Kategorie "Einpersonenhaushalt" ist eine von den Statistikern gehasste Restkategorie. Alles, was nicht als Familienhaushalt gilt, das interessiert die Politik nur im negativen Sinne. Nicht Forschung, sondern Moral bestimmt die statistische Erfassung der Lebensformen. Solange dies so ist, wird die Wirtschaft bezüglich der Größenverhältnisse ihrer Zielgruppen im Dunkeln tappen müssen.
  • SCHOLTEN, Michael (2001): Shows zum Verlieben.
    Baggern per Bildschirm ist in Mode. Doch nur wenige Kuppelshows helfen wirklich bei der Partnersuche,
    in: TV Spielfilm Nr.19, 8.-21.09.
    • Kommentar:
      Guter Überblicksartikel zum Thema Single-Shows.
                  Es gibt einerseits eine kleine Geschichte der Kuppel-Shows "Kuppeln damals und heute". Zum anderen wird Kritik an der Praktik der großen Sender geübt, die in erster Linie nicht an der Vermittlung von Partnersuchenden interessiert sind, sondern an der Unterhaltung der Zuschauer.
                  SCHOLTEN hat einen Trend zum Ballungsraumfernsehen entdeckt, der den Partnersuchenden zugute kommen könnte, weil Zuschauer und Teilnehmer in der selben Stadt wohnen und deshalb die Show als "Eisbrecher bei der Kontaktaufnahme" dienen könnte.
 
   
  • STURM, Susanne (2001): Blow Job!
    Ob zotig wie "Sex and the City" oder frustig wie "Ally McBeal": Vor allem die Qualität der Synchronisation entscheidet bei uns über den Erfolg von US-Sitcoms,
    in: TV Spielfilm Nr.19, 8.-21.09.
    • Inhalt:
      STURM befasst sich mit dem Problem der Synchronisation von Single-Serien. Der Misserfolg von "Seinfeld" und "Friends" in Deutschland wird der schlechten Synchronisation zugeschrieben, der Erfolg von "Ally McBeal" dagegen der gelungenen Übersetzung.
 
     
   
  • MICHELS, Claudia (2001): Mit dem Doorman kehrt das Wohnen in die Innenstadt zurück.
    Im neuen Büro- und Wohnhaus "Skylight" lassen die Mieter ihre Koffer stehen und können sich ganz der Arbeit widmen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.09.
 
   
  • ENGELS, Josef (2001): Willst du mit mir gehen?
    Diskos, Piercing und SMS: Eine Topografie menschlicher Balz von der sexuellen Revolution der sechziger Jahre bis zur Gegenwart,
    in: Welt v. 07.09.
    • Kommentar:
      ENGELS kann sich einen Blick in mögliche Zukünfte doch nicht ganz verkneifen:
                  "Noch nicht ganz abzuschätzen sind die Folgen der Gentechnik auf die Balz. Wie diese ausschauen könnten, deutet Michel Houellebecqs Roman "Elementarteilchen" an: Ermüdet vom ständigen Klassenkampf der Körper gibt sich die Menschheit auf. Und schafft Platz für ein Wesen, das unisex ist und sich dank avancierten Klonens fortpflanzt. Mit den anstrengenden Balz-Spielen ist somit unwiderruflich Schluss.
                  Jammerschade eigentlich."
 
   
  • LADENTHIN, Volker (2001): Hilfe, wir sterben aus!
    Soll doch der Lebensborn versiegen: Unsere Individualethiker haben die Verpflichtung, für Nachwuchs zu sorgen, ausgeblendet.
    in: Rheinischer Merkur Nr.36 v. 07.09.
    • Inhalt:
      LADENTHIN macht sich unter anderem Gedanken über die Last der Erbengeneration:
                  "Bei einer Rate von zwei Kindern pro Paar erbte die nachfolgende Generation einen Hausstand. O. k., das war zu verkraften. Bei einer Rate von 1,4 Kindern pro Paar erben die Kinder einen gesamten Hausstand plus 60 Prozent. Das ist mehr, als eine Einzelperson brauchen kann."
 
   
  • POSENER, Alan (2001): Spaß muss sein.
    Gäb's eine Zensur, so wünschte man sich ein Verbot des Begriffs "Spaßgesellschaft" - mitsamt dem misslaunigen Lippenschürzen, das seine Aussprache begleitet - Kommentar
    in: Welt v. 07.09.
 
   
  • HELLGE, Stefanie & Claudia MAYER (2001): Warum bin ich Single.
    Singles sein macht Spaß. Ungefähr acht Wochen lang. Dann beginnt, seien wir ehrlich, die Suche nach der grossen Liebe. Wenn wir jemanden gefunden haben, stellen wir nach kurzer Zeit fest: wieder ein Flop. Wieder sind wir solo. Was Spaß macht. Acht Wochen lang. Es hört nie auf. Wieso eigentlich?
    in: MAX Nr.19 v. 06.09.
    • Kommentar:
      Bericht über allein wohnende Partnerlose in der Paar- und Familiengesellschaft.
                  Am Anfang steht die Erkenntnis: Es gibt keine Statistik, die das Ausmaß der Partnerlosigkeit in Deutschland erfasst. Nur eines scheint klar: Die Anzahl der Partnerlosen wird überschätzt.
                  Wer partnerlos ist, der ist nach Meinung der Autoren ein "armes Schwein". Die bloße Existenz der CD "Nie mehr allein. 62 Minuten Zweisamkeit" reicht ihnen dafür als Beleg. Partnerlosigkeit ist gewöhnlich kein Dauerzustand, sondern eine mehr oder weniger kurze Lebensphase. Jeden kann es treffen und deshalb boomt das Geschäft mit der Angst vor Einsamkeit. Der Erfolg von Filmen wie "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" setzt das Bewusstsein vom "Paar auf Zeit" voraus.
                  An den "armen Schweinen" möchte auch MAX verdienen und bietet deshalb eine Single-Kontaktbörse.
 
   
  • WINKLER, Willi (2001): Verblasste Mythen: Die Brunst,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.09.
    • Inhalt:
      WINKLER schreibt über die Krankheit der Jugend. Er beginnt beim Sturm und Drang des 18.Jahrhundert und endet bei der ewig verlängerten Jugend der 68er.
 
   
  • OESTREICH, Heide (2001): Irrtum einer Ikone.
    Muss man wie Doris Lessing die verunsicherte Spezies Mann mütterlich unterstützen gegen die Feministinnen? Wohl kaum, denn sie hat an ihren Problemen selbst Schuld
    in: TAZ v. 06.09.
    • Inhalt:
      Heide OESTREICH berichtet über den Abwehrdiskurs der männlichen "Unterhaltszahler, Quotenverlierer und Katalogfrauenbesteller", die nicht am Feminismus erkrankt sind, sondern an ihrer verkorksten Identität. Das Defizit des Feminismus sieht sie im Fehlen eines Konzeptes von Männlichkeit jenseits der schlichten Negation. Die Kritik von Doris LESSING, die vor kurzem die Männer vor dem Feminismus in Schutz genommen hat, geht ihr entschieden zu weit.
             "'Man konnte kleine Mädchen sehen, fett vor Selbstgefälligkeit und Einbildung, während die kleinen Jungen zusammengekrümmt dasaßen, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dies sei nun das vorgegebene Muster ihres Lebens.' Der Feminismus sei wie eine Religion geworden, die man nicht verraten dürfe. 'Es ist endlich Zeit, dass Männer zurückschlagen'", zitiert sie LESSINGs Schelte.
 
   
  • EIGENMANN, Anja (2001): Zur Kasse Schätzchen.
    Immer Zoff in Sachen Kohle! Aller romantischen Gefühle zum Trotz: Geld ist der Hauptgrund für üble Streitigkeiten zwischen Partnern.
    in: Brückenbauer Nr.36 v. 04.09.
  • EIGENMANN, Anja (2001): Geld gefährdet die Romantik.
    Gerlinde Unverzagt, Verfasserin des Buches «Liebe, Geld und Partnerschaft», über Konflikte um die Kohle.
    in: Brückenbauer Nr.36 v. 04.09.
 
     
   
  • WALTER, Birgit (2001): Einengung der Kampfzone.
    Kinder werden flächendeckend interniert, schreibt Susanne Gaschke. Eine Katastrophe,
    in: Berliner Zeitung v. 03.09.
 
   
  • KOERNER, Swantje-Britt (2001): Welcome Larry McBeal,
    in: FAZ.Net v. 03.09.
 
   
  • HARTMANN, Elke (2001): Immer nur das Eine.
    Eine erfolgreiche US-Serie soll jetzt auch hierzulande unbemannte Frauen in den Dreißigern trösten,
    in: Focus Nr.36 v. 03.09.
  • SCHAERTL, Marika (2001): Kurse für Zicken.
    "Sex and the City"-Erfinderin Candace Bushnell über Zeitgeist, Liebhaber und die Vorzüge, über 40 zu werden,
    in: Focus Nr.36 v. 03.09.
 
   
  • HAGER, Angelika (2001): Schräger wohnen.
    Lebensräume. Erlebnis-Ghettos wie in der Simmeringer G-Town, Edel-WGs, Großfamilie light und Neo-Nomaden. Anlässlich der Eröffnung der Gasometer stellt sich die Frage: Wie wird die Wohnung des postmodernen Menschen in naher Zukunft aussehen?
    Die Prognosen der Trendforscher, Soziologen und Architekten.

    in: Profil Nr.36 v. 03.09.
    • Kommentar:
      HAGER berichtet über Wiener Wohnprojekte, die richtungsweisend für die Zukunft sein sollen. U. a. wird über den Wohnkomplex G-Town berichtet, deren Bewohner "Gasomettis" genannt werden. Der Prototyp dieser "Gasomettis" ist laut HAGER der Yuppie. Sicherlich ist dies der Wunschbewohner der Geschäftemacher, aber die Statistik, die HAGER präsentiert, ist irreführend:
                  "Das Wesen, das sich die Wohnungsplaner zurzeit am meisten zu Herzen nehmen müssen, ist der Single. Zurzeit leben in Österreich 976.000 Singles. Das Statistische Zentralamt prognostiziert bis 2030 ein Anwachsen der Solohaushalte auf 1,27 Millionen, davon werden 436.000 Alleinerzieher/-innen sein, wobei 90 Prozent davon die Frauen stellen. Der durchschnittliche Single beansprucht für sich eine Wohnfläche von 70 Quadratmetern, vor 20 Jahren waren es noch 40. Er ist allein, will dabei aber in Gesellschaft sein. Suburbane Unterhaltungszentren nach der Methode G-Town decken dieses Bedürfnis wie maßgeschneidert ab."
                  Für die österreichische Statistik gilt das gleiche Defizit wie für die deutsche Statistik: sie lügt, weil sie moderne Lebensformen nicht richtig einordnen kann. Gerade die steigende Zahl von Alleinerziehenden ist ein statistisches Artefakt:
                  "Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft mit gemeinsamem Kind ist statistisch häufig doppelt gezählt worden als ein Alleinerziehendenhaushalt plus ein Einpersonenhaushalt. Daher weist die amtliche Statistik regelmäßig überhöhte Anteile der Bevölkerung an Einpersonenhaushalten ("Singles") und Alleinerziehenden aus", heißt es in einer neuen Studie über "Lebensformen in Deutschland", für die der Mainzer Soziologe Norbert F. SCHNEIDER eine Sonderauswertung des Mikrozensus 1998 durchgeführt hat.
                  Wer also auf der Basis der amtlichen Statistiken den Bedarf an Wohnungen ableitet, der wird am tatsächlichen Bedarf vorbeiplanen!
                  Der durchschnittliche Alleinlebende existiert nicht, sondern ist die erfolgreiche Propaganda der Sozialpolitik. Bei den Singles muss zwischen den vielen Gering- und Normalverdienern einerseits und den wenigen Spitzenverdienern andererseits unterschieden werden.
                  Grosse Wohnungen werden in erster Linie von den allein wohnenden Frauen belegt. Die meisten sind Witwen, die ihre Familienwohnung nicht aufgegeben haben, und nicht gut verdienende Yuppies. Die Männer, die im mittleren Lebensalter dominieren, hausen dagegen vorwiegend in Kleinwohnungen. Selbst Manager leben - wenn es sich um "Shuttles" (Wochenendpendler) handelt - in Ein-Zimmerappartements! Die Kategorie "Solohaushalt" bzw. "Einpersonenhaushalt" ist also unzureichend. Unverzichtbar ist die Unterscheidung zwischen Erst- und Zweit- oder sogar Drittwohnsitzen.
 
   
  • SPIEGEL-Coverstory "Das zerbrechliche Geschlecht"

    • Kommentar:
      Die Krise des Mannes hat seit letztem Jahr Konjunktur, nachdem selbst Feministinnen wie Susan FALUDI das Thema entdeckt haben. Zeitschriften wie Men's Health leben schliesslich gut von der Unsicherheit des ehemals starken Geschlechts. Auch der SPIEGEL erhofft sich eine Stärkung seiner Auflage und bietet ein "Carepaket" rund um den gestressten Mann...
    • LAKOTTA, Beate & PETERMANN, Jürgen (2001): Das verletzliche Geschlecht.
      Der Zürcher Psychiatrie-Professor Jules Angst über die erhöhte Suchtgefährdung, die ausgeprägte Verdrängungsneigung und das höhere Risiko von Männern, zum Opfer ihrer eigenen Aggressivität zu werden,
      in: Spiegel Nr.36 v. 03.09.
      • Kommentar:
        Biologie ist in, also ein Gespräch über die stammesgeschichtlichen Wurzeln und den Primat der Natur über die Kultur, denn "Wir können nicht einfach aus unserer stammesgeschichtlichen Haut heraus". Damit lässt sich dann so manches rechtfertigen...
 
     
   
  • HZ (2001): Projekt "Mehrgenerationenhaus".
    Jung und Alt zufrieden unter einem Dach,
    in: Westfalenpost v. 01.09.
    • Inhalt:
      Bericht über ein Kölner Wohnmodell:

                  "Das Konzept: Jung und Alt wohnen einträchtig unter einem Dach - in verschiedenen Wohnungen, aber durchaus damit einverstanden, sich gegenseitig zu helfen. Bevor die Mieter bzw. Wohnungseigentümer der unterschiedlichsten sozialen Schichten einzogen, wurde in einer Kennenlernphase entschieden, wer zu der großen Gruppe passen würde und wer eher nicht (..). Und es müssen Gemeinschaftsflächen vorhanden sein, auf denen Veranstaltungen stattfinden können. Dann kommen Singles, junge Familien und Senioren gut miteinander aus - wenn auch nicht immer reibungsfrei."
 
   
  • SCHMIDT-KRASKA, Anke (2001): "Kein Versandhandel für Traumpartner".
    Immer mehr einsame Herzen suchen Vermittlungsagentur auf,
    in: Freies Wort v. 01.09.
    • Kommentar:
      "Dem Singledasein möchten viele entfliehen. Doch oft fehlen geeignete Treffpunkte für einsame Herzen oder die Zeit, auf die Suche zu gehen. Ausweg für viele ist der Gang zu einer Partnervermittlungsagentur. Die Branche hat guten Zulauf", behauptet SCHMIDT-KRASKA. Belegen kann sie es jedoch nicht:
                  "Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gab es 1999 in Thüringen 35 solcher Ehevermittlungsinstitute, die allerdings erst mit einem Umsatz von über 32.500 DM registriert werden."
 
     
   
  • STEDING, Maraike & Susann SACHSE (2001): Im Namen der Liebe - Single
    in: Subway Nr.9, September
    • Kommentar:
      Selten wird die Zielgruppe in einer Zeitschrift derart genau benannt:
                  "soziologisch definiert gelten nur diejenigen als Singles, die zwischen 25 und 55 Jahre alt und wirtschaftlich unabhängig sind, keinen festen Partner haben und in einem eigenen Haushalt leben".
                  DIE soziologische Single-Definition gibt es nicht. Die genannte Definition orientiert sich jedoch an Stefan HRADILs engem Single-Begriff. Der entscheidende Unterschied: HRADIL grenzte die allein lebenden Partnerlosen auf die "swinging Singles" ein, während die beiden Autorinnen die unfreiwilligen Singles auf Partnersuche ebenfalls dazu zählen und "Swinging Singles" ins Mythenreich verbannen wollen. Ein weiterer Unterschied: die wirtschaftliche Unabhängigkeit wird besonders betont, aber nicht genau spezifiziert. HRADIL setzt dies dagegen voraus, weil Singles sonst nicht einen eigenen Haushalt führen könnten.
                  SUBWAY ist ein so genanntes Stadtmagazin, das sich in erster Linie an ein Szene-Publikum richtet. Der Artikel spricht deshalb nicht alle Partnerlosen bzw. Partnersuchenden an, obwohl die Partnersuche als das zentrale Thema der Singles angesehen wird: Singles suchen die "große Liebe".
                  Diese Sichtweise entspricht dem Trend der Zeit, wie er von SPIEGEL bis FOCUS verkündet wird. Die typisch locker flockige Sprache entspricht dem angesprochen Segment, grenzt sich jedoch explizit gegen die einstige gegenkulturelle Tradition der Stadtmagazine ab:
                  "Von den einstigen Hippie-Idealen, Sex mit allen, Ruhe in mir selbst und Frieden mit der Welt, ist also nicht viel übrig geblieben. Die freie Liebe ist anscheinend nichts, gegen die einzig wahre."
                  Der Text ist eine Zielgruppenansprache zur Vermarktung des neuen Single-Magazins "Ich will kein Single mehr sein", das es als Beilage zum Magazin gibt und das am 3. November auf einer Braunschweiger Single-Party verteilt werden soll.
             Ein Single-Magazin, das sich "Ich will kein Single mehr sein" nennt, das bringt den Widerspruch dieses unmöglichen Begriffs genau auf den Punkt. Der Begriff "Single" ist durch die familienpolitische Debatte seit Ende der 80er Jahre als Identifikationsbegriff für Solisten unbrauchbar geworden. Überzeugte Singles nennen sich deshalb anders und Partnersuchende möchten sowieso nicht als Singles angesprochen werden...
                  Das Segment des neuen Single-Magazin ist quantitativ wesentlich geringer als dies erscheint, denn viele Alleinlebenden im mittleren Lebensalter sind nicht partnerlos. Wer aber nicht-alleinlebende Partnerlose gar nicht erst einbezieht, der grenzt gerade jene aus, die aus unterschiedlichen Gründen, weder von der Sozialforschung noch von der Marktwirtschaft als Zielgruppe angesehen werden. Dazu gehören allein erziehende Partnerlose genauso wie Partnerlose, die aus finanziellen oder sozialen Gründen bei den Eltern wohnen.
 
   
  • HERTIN, Katja & Stefanie SCHMIDT (2001): Zum Glück allein...
    ...oder doch auf der Suche nach dem Volltreffer im Liebes-Lotto? Weiblich, ledig, jung spricht: Sechs Single-Frauen über Sehnsüchte, Traummänner und Dating-Desaster,
    in: Cosmopolitan Nr.9, September
    • Inhalt:
      Sechs Singles wurden mit dem Film "Bridget Jones -Schokolade zum Frühstück" konfrontiert und durften anschließend über ihre Bridget-Joneshaftigkeit reden.
                  Wem das noch nicht reicht, für den gibts "Chardonnay und Schokolade - Tipps von Film-Heldin Bridget Jones gegen Single-Frust", die aus dem neuesten BJ-Merchandising-Produkt stammen: "Comic Relief: Bridget Jones' Guide to Life". Das Buch gibt es jedoch bislang nur in englischer Fassung.
 
   
  • STRECK, Carolin & Katja BURGHARDT (2001): Irgendwo brennt für jeden ein Licht.
    Wer schmerzen hat, geht zum Arzt. Wer einen Partner sucht, geht zur Single-Messe. PETRA schoss zwei bindungswillige Autorinnen in den Orbit der Alleinstehenden. Protokoll eines unbemannten Raumflugs,
    in: Petra Nr.9, September
    • Kommentar:
      Die Autorinnen waren wenig begeistert von der Messe:
                  "Wunsch und Wirklichkeit: Die 'tolle Zielgruppe' der Single-Messe hat heute was andres vor, die überraschend schwach besuchten Hallen gleichen einer verkehrsberuhigten Zone. Die Aussteller sind enttäuscht - wir sind es auch."
                  Die Autorinnen hätten sich vorher bei single-dasein.de informieren können, dann wäre ihnen die Enttäuschung erspart geblieben (siehe hierzu z.B. den Kommentar zum Wiesbadener Kurier v. 26.06.2001 oder das informative Spezial-Heft "Singles - Individualisten machen mobil" der Lebensmittelzeitung)
 
   
  • SPINNEN, Burkhard (2001): Die absolute Kindheit.
    Kindheit ist das Lieblingsthema der jungen deutschen Literatur. Kritiker erkennen darin ein Defizit. Burkhard Spinnen sieht das anders: Die heute 30- bis 40jährigen schreiben mit dem Bewusstsein ihrer Schicksalslosigkeit, und das ist gut so,
    in: Literaturen Nr.9, September
 
       
       
   

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Zu den News vom 16. bis 31. August 2001

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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