"Selbst kinderlos, weiß Autorin
Birgit Kofler, wie sehr Frauen ohne Kinder mit
Vorurteilen zu kämpfen haben. Dieses Buch ist ein
Plädoyer für die Wahlfreiheit, gegen Kult und Kitsch
und für eine Auseinandersetzung mit der Realität
vielfältiger Frauen-Lebensmodelle.
Angela Merkel
und drei von fünf Ministerinnen der neuen deutschen
Regierung sind kinderlos. Mächtige Medienfrauen wie
Sabine Christiansen und Sandra Maischberger gehören
dieser Spezies ebenso an wie österreichische
Spitzenpolitikerinnen oder Topmanagerinnen, etwa
Außenministerin Ursula Plassnik oder Siemens-Chefin
Brigitte Ederer. Und trotzdem, wie es die prominente
Paartherapeutin Gerti Senger auf den Punkt bringt: »Eine
kinderlose Frau gilt in vielen Köpfen noch immer als
so etwas wie eine unfertige Frau, die ihre Erfüllung
noch nicht gefunden hat.«
Für viele
Medien und Politiker gelten kinderlose Frauen als
verantwortlich für das drohende Pensionsdesaster.
Die Wirklichkeit sieht anders aus: Diese meist
kontinuierlich berufstätigen Frauen konsumieren
nicht nur im Laufe ihres aktiven Lebens deutlich
weniger Sozial- und Transferleistungen aus den
öffentlichen Kassen, sondern tragen mit ihren
Steuern und Sozialabgaben ganz wesentlich zur
Finanzierung öffentlicher Ausgaben bei.
Dieses Buch beleuchtet das Leben von Frauen ohne
Kinder von allen Seiten. Viele gewählt und gewollt
Kinderlose, darunter auch prominente Frauen,
beschreiben die Motive für ihre
Lebensstilentscheidung, erzählen über ihren
beruflichen und privaten Alltag, räumen mit
Vorurteilen wie der angeblichen Einsamkeit, der
vermeintlichen späten Reue, dem vorgeblichen
Egoismus oder dem behaupteten Fehlen einer wichtigen
Erfahrung auf, erzählen, wie sie sich um anderer
Leute Kinder kümmern und machen deutlich, wie
glücklich ein Leben ohne Nachwuchs sein kann.
Expertinnen analysieren Hintergründe zur gewollten
Kinderlosigkeit und nehmen das Konzept von
Kleinfamilie und perfekter Mutterschaft unter die
Lupe, das historisch gesehen viel jünger ist als oft
vermutet."