Inhaltsverzeichnis
I.
Enzyklopädischer Überblick
1. Der
geographische Rahmen der deutschen Bevölkerungsgeschichte
2. Quellen: Volkszählungen, Kirchenbücher, Zivilstandsregister
3. Phasen der Bevölkerungsentwicklung
3.1
Bevölkerungswachstum im "langen" 19. Jahrhundert
3.2 Die Epoche der Katastrophen und die
nationalsozialistische Bevölkerungspolitik
3.3 Bundesrepublik, DDR und das wiedervereinigte Deutschland
4. Die
langen Trends
4.1 Von
der Mobilität zur Sesshaftigkeit: Binnenmigration und
Verstädterung
4.2 Vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland
4.3 Von der unsicheren zur sicheren Lebenszeit: Rückgang der
Sterblichkeit und Anstieg der Lebenserwartung
4.4 Die Entwicklung der Fertilität im Übergang zu
Geburtenkontrolle und Familienplanung
4.5 Der Bedeutungswandel von Heirat, Ehe und Unehelichkeit
4.6 Wandel der Altersstruktur
II.
Grundprobleme und Tendenzen der Forschung
1.
Bevölkerungsgeschichte und Historische Demographie
2. Bevölkerungswissenschaft und Bevölkerungspolitik
2.1
Paradigmen der Bevölkerungspolitik: Von der
"Übervölkerungsangst" zur "Entvölkerungsangst"
2.2 Nationalsozialistische Bevölkerungspolitik
3.
Migrationen
3.1
Bevölkerungsgeschichte und Migrationsforschung
3.2 Transnationale Migrationen
3.3 Binnenmigration
4.
Sterblichkeit
4.1
Faktoren des Wandels der Mortalität
4.2 Säuglingssterblichkeit
5.
Fertilität und Geburtenrückgang
6. Heiratsverhalten und Unehelichkeit
7. die Bevölkerungsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts:
ein "demographischer Übergang"?
III.
Quellen und Literatur
A. Quellen
und Daten
B. Literatur
1.
Forschungsberichte, Wissenschaftsgeschichte, Theorien,
Methoden
2. Übergreifende Darstellungen: Deutschland im
internationalen Kontext
3. Übergreifende Darstellungen und Sammelbände zur deutschen
Bevölkerungsgeschichte, -theorie und -politik
4. Epochenspezifische Darstellungen
4.1
Deutscher Bund und Kaiserreich 1815-1914
4.2 Weltkriege, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und
nationalsozialistische Bevölkerungspolitik,
Nachkriegsjahre (1914-1949)
4.3 DDR
4.4 Bundesrepublik
5.
Länder- und Regionalstudien
6. Lokale Fallstudien, Mikrogeschichten
7. Migrationen und Verstädterung
8. Mortalität, Lebenserwartung, epidemiologische Transition
9. Fertilität und Geburtenkontrolle
10. Heiratsverhalten und Unehelichkeit
11. Demographischer Übergang
Zitate:
Altersstruktur und Wirtschaftswachstum hängen nicht
unmittelbar zusammen
"Auch
wenn man die prognostizierte Entwicklung für realistisch
hält, bleibt es schwierig, ihre Auswirkungen zu beurteilen.
Schwankungen in diesem Ausmaß hat es auch im Verlauf des 19.
und 20. Jahrhunderts gegeben. Vor allem sollte man sich
hüten, einen hohen Anteil an »Erwerbsfähigen« automatisch
mit wirtschaftlicher Prosperität gleichzusetzen. (...) (Die)
Periode des Kaiserreichs (wies) mit ihren hohen
wirtschaftlichen Wachstumsraten einen sehr niedrigen Anteil
an potenziell Erwerbstätigen auf, die Krisenperiode 1914 -
1945 dagegen einen sehr hohen Anteil. Interessanterweise
wurde gerade in den 1920er Jahren mit ihrer außergewöhnlich
günstigen Altersstruktur im öffentlichen Diskurs die Gefahr
der »Vergreisung« besonders dramatisch beschworen.
Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt sich
kein Zusammenhang zwischen den Veränderungen der
Alterstruktur und den Konjunkturzyklen erkennen. Dazu kommt,
dass die Stärke einer Altersgruppe ein sehr unzuverlässiger
Indikator für die Zahl der Erwerbstätigen ist. Die Macht der
Geschlechterrollen (das Alleinverdiener-Hausfrauen-Modell),
die Beschaffenheit der Arbeitsmärkte (zwischen
Arbeitskräftemangel und Arbeitslosigkeit), die Struktur der
Ausbildungs-, Renten- und Sozialsysteme und viele andere
Faktoren stecken den Rahmen, in dem der Übertritt von der
altersmäßigen Erwerbsfähigkeit erfolgt." (55f.)
Forschungsdefizit:
Baby-Boom der 1950er Jahre
"Der
Wandel der Fertilität vom Zweiten Weltkrieg bis zur
Gegenwart wurde nicht von Bevölkerungshistorikern oder
Historischen Demographen untersucht, sondern von
Sozialwissenschaftlern. Diese haben sich seit den 1970er
Jahren auf den so genannten »neuen Geburtenrückgang« (...)
konzentriert, während der vorhergegangene »Baby-boom« der
1950er Jahre bisher kaum auf das Interesse der Forschung
stieß." (S.111)