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Marlene Streeruwitz: Wider die Reduzierung der Frau auf die Gebärfunktion

 
       
     
       
     
       
   

Marlene Streeruwitz in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • STREERUWITZ, Marlene (2001): Frauen stolpern, Männer schauen.
    Wenn das Warten aufgebraucht ist: Zum Briefwechsel von Marieluise Fleißer,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.12.
    • Inhalt:
      Marlene STREERUWITZ beschreibt den Trailer von "Sex and the City":

            
      "Die Lesehilfe (...) steht in der Tradition der amerikanischen Fernsehserie für die Frau von 26 bis 38 (...). Sie bleiben immer daddy's little girl, das immer noch und immer wieder und nach noch so vielen Studienabschlüssen und Erfolg im Beruf peinliche Sachen macht. Sie bleibt immer ein bißchen peinlich."
  • STREERUWITZ, Marlene (2002): Nur noch der Bauch macht die Frau.
    In den Wahlkampfprogrammen der Parteien kommt Weibliches nur unter einem Aspekt vor: wenn es um die Gebärfunktion geht. Statt von Frauen und Männern wird viel von "Menschen" gesprochen - eine durch und durch entpolitisierende Redeweise,
    in: TAZ v. 21.08.
 
       
   

Marlene Streeruwitz: Porträts und Gespräche

 
   
  • KRAMATSCHEK, Claudia (2002): Das Jetzt der Existenz.
    Gespräch mit Marlene Streeruwitz,
    in: neue deutsche literatur Nr.5
 
       
   

Jessica, 30 (2004)
Frankfurt a/M: S. Fischer

 
   
 
 

Klappentext

"Eigentlich ist alles bestens. Jessica sieht gut aus, ist jung und intelligent, ein Muster der Generation Golf Zwei. Eigentlich sollte sie nur mit vielen one night stands experimentieren, die sie dann am nächsten Tag mit ihren Freundinnen bespricht. Doch dann erfährt sie die Politik am eigenen Leib und aus »Sex and the City« wird ein C-movie und der Neoliberalismus erotisiert auf Dauer auch nicht. Aber Jessica hat Gegenstrategien: Sie beschließt, ihren Körper zu privatisieren, und lässt die Täter nicht stillschweigend davonkommen. Jessica Somner - 30 Jahre alt, Kulturwissenschaftlerin, Single - ist die hinreißende Heldin dieser Geschichte, die man sich zur Freundin wünscht. Ihr innerer Monolog ein irrwitzig literarisches Abenteuer von Marlene Streeruwitz."

Pressestimmen

"In ihrem fünften Roman schlüpft die in Wien lebende Marlene Streeruwitz (...) hinter die Stirn einer typischen Neoliberalismus-Verliererin, die das hohle Geschwätz von Elitenbildung und Top-Qualifikationen der Lächerlichkeit preisgibt. Romanheldin Jessica Somner hat alles richtig gemacht (...). Trotzdem kann sie als Journalistin nirgendwo landen
(...).
Mit der Kritik an diesem letzlich regressiven Sex & The City-Supertussentum (...) hält die Autorin auch im Interview nicht hinter dem Berg: »Zeitschriften wie Woman verlangen doch endgültig die Zurichtung der Frau zur Hure und Heiligen in einem.« Auch der auf ewig verzögerte reale Berufseinstieg junger Menschen und da besonders wieder der Frauen im Medienbusiness durch die Praxis des Praktikumsmarathons empört die Schriftstellerin, die sich derzeit in Wie für die Gründung zweier Linksparteien und einer neuen linken Wochenzeitig stark macht: »Besonders empörend finde ich, dass die Frage der Wahl eines Lebensentwurfs durch diese Dauervolontariate total ad absurdum geführt wird.«"
(Sonja Eismann in Intro, Juni 2004)"

"Der Roman ist die beklemmende Innenschau einer einzigen Zurichtung durch sich selbst. Zwar kennt die promovierte Jessica ihren Foucault und die postmoderne Gesellschaftskritik, doch Theorie nutzt dem Leben nicht: Jessica ist beherrscht vom Sündenfall Maple Walnut mit Schlagobersbergen, von fehlender Sexlust, von den Angora-Fusseln auf der Jacke, der Farbe des Lippenstifts und dass sie sich jetzt auf jeden Fall gut fühlen muss, um selbstbewusst rüberzukommen. Die (post)moderne Frau steht unter permanenter disziplinarischer Beobachtung, doch das Panoptikum ist innen."
(Andrea Roedig im Freitag vom 30.07.2004)

 
 
 
       
     
   
  • Rezensionen

    • ADORJÁN, Johanna (2004): Sie und ihr Maple Walnut.
      Mit ihrem neuen Roman "Jessica, 30" tut Marlene Streeruwitz Frauen keinen Gefallen,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.05.
      • Kommentar:
        Klischees! Klischees! Klischees! erregt sich ADORJÁN. Das Schlimme sind ja nicht die Klischees, schließlich produziert jeder Journalist tagtäglich Klischees. Er möchte dann aber wenigstens seine eigenen Klischees reproduziert sehen, aber STREERUWITZ reproduziert nicht die FAS-Klischees, sondern die Klischees von Frauenzeitschriften und Serien wie "Sex and the City". Bridget Jones-Klone überall.

              
          Nachdem sich ADORJÁN vier Zeitungsspalten lang erregt hat, zitiert sie aus einem FALTER-Interview mit STREERUWITZ:
              
          "Sie habe sich beim Schreiben »wirklich in eine Dreißigjährige hineingespielt, die 'Woman' liest, 'Sex and the City' schaut«, sagte Streeruwitz, 53, dem österreichischen »Falter«. Herausgekommen ist eine Art Neuauflage des Klischeefrauen-Bestsellers »Schokolade zum Frühstück« mit Kunst-Anspruch."
    • EISMANN, Sonja (2004): Jessica, 30.
      Im Clinch mit den Supertussen,
      in: Intro, Juni
    • MÜLLER, Burkhard (2004): Neue Menschen, alte Hüte.
      Noch heute maile ich den Endemol-Leuten: In "Jessica, 30" lässt Marlene Streeruwtz das Komma joggen,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 04.06.
    • KRUMBHOLZ, Martin (2004): Durchschnittlich unglücklich.
      Die Luft für Liebe ist verbraucht: Marlene Streeruwitz schickt "Jessica, 30" in die Sprachwerdung,
      in: Frankfurter Rundschau v. 19.06.
    • WEINZIERL, Ulrich (2004): Mein ist die Rache, spricht die Frau.
      Kolportage, emanzipiert: Marlene Streeruwitz,
      in: Welt v. 03.07.
    • FEDERMAIR, Leopold (2004): Das ungenierte "Und".
      Marlene Streeruwitz beschreibt Österreich als Sumpf,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.07.
    • ROEDIG, Andrea (2004): Körper, Karriere, Koitus.
      Punktlos. Im Roman "Jessica, 30" erzählt Marlene Streeruwitz die Generation Ally als inneren Monolog,
      in: Freitag Nr.32 v. 30.07.
    • Neu:
      ERDINGER, Andrea (2004): Der Lauf des Lebens.
      Ohne Punkt, ohne Abschluss, aber voller Hoffnung: "Jessica, 30" von Marlene Streeruwitz,
      in: TAZ v. 31.07.
 
       
   

Tagebuch der Gegenwart (2002)
Wien: Böhlau

 
   
 
 

Klappentext

"Die Schriftstellerin, Dramatikerin und Regisseurin Marlene Streeruwitz kommentiert, von den Standorten Wien, Berlin, Karlsruhe, Basel, Chicago, Feistrizwald und New York aus, in einem Tagebuch der Gegenwart das politische und gesellschaftliche Zeitgeschehen des 21. Jahrhunderts.
Seit den 90er Jahren sowohl durch ihre viel gespielten Theaterstücke als auch durch ihre Romane "Verführung" und "Nachwelt" wie durch ihr theoretisches Werk, das sich um die Tübinger und Frankfurter Poetikvorlesungen zentriert, bekannt, analysiert Marlene Streeruwitz in diesen Zeitessays die in TV und Medien zu Nachrichten verdünnten Ereignisse und Themen unserer Tage: Der Schlingensief-Container; die Konsensgesellschaft von Provakateur und Provozierten in der Kunst; das Schaukampf-TV von Literarischem Quartett bis Herzblatt; das neue Heimatgefühl; Frauen und Privatheit in der Politik; Literatur im Internet; Leihmutterschaft, Sterbehilfe als Regie zum Tode.
Als eine der drei Weisinnen der Protestbewegung gegen Schwarz-Blau in Österreich nominiert, entwirft Marlene Streeruwitz eine neue Poetik des Politischen, die keine Verwendung hergebrachter Formen des Widerstandes mehr gestattet."

 
 
 
       
   
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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 15. Oktober 2002
Stand: 31. Juli 2004
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