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Peter Glaser in seiner
eigenen Schreibe
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- GLASER, Peter (1996): Die Nerds kommen.
Künstler aus dem Silikon Valley und Computerautor
Peter Glaser entdecken eine sonderbare Elite,
in: Stern
Nr.22
- GLASER,
Peter (2001): Ein Planet, eine Jugend, ein Sender.
Von der Dauerwerbesendung zur Kulturform: MTV wird 20 Jahre,
in: Berliner Zeitung v. 01.08.
-
GLASER, Peter (2003): Tanz im Vakuum.
Der deutsche Punk und die Neue Deutsche Welle im Schnelldurchlauf,
in: Rolling Stone, Oktober
- GLASER, Peter (2004): Vorwärts in
die Kuhzunft.
Wo spielt die Musik?
Pop kommt in Deutschland aus der
Provinz: Wie Düsseldorf einen kurzen Sommer der Anarchie erlebte,
in: Tagesspiegel v. 23.09.
- Inhalt:
"Ich bin Österreicher, aus Graz. Während wir kleinen
Berglandhippies in den frühen Siebzigerjahren noch auf alten
Autobussitzen in einer Kellerdisko das Küssen lernten, war anderswo
schon längst alles gelaufen und in dunkelbraune
Breitcordwohnlandschaften und den Fettglanz von Lipgloss
hineinverloschen. 1978 folgte ich der Einladung eines Freundes, er
hatte eine günstige Unterkunft in einem Heizungskeller anzubieten,
und rettete mich nach Düsseldorf", so beginnt Peter GLASER seine
kurze Geschichte des Punk in Düsseldorf, die Jürgen TEIPEL in
»Verschwende deine
Jugend« ausführlich beschrieben hat.
- Neu:
GLASER, Peter
(2007): Arbyte. Drei Portraits aus den digitalen Arealen. In:
Johannes Ullmaier
(Hg.) Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit, Frankfurt
a/M: Suhrkamp, S. 212-237
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Peter Glaser: Porträts
und Gespräche
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- SPIEGEL (1983): Gefletschte Zähne.
Das Taschenbuch "Der große Hirnriß" wurde per
Multi-Media-Spektakel lanciert, Teile gleich vertont. Es
schildert einen Generationenkonflikt der besonderen Art,
in: Spiegel Nr.29 v. 18.07.
- Inhalt:
Das Buch "Der große Hirnriß" von Peter GLASER
und Niklas STILLER wird als Manifest der Post-Punk-Ära
vorgestellt. Damit soll eine neue Zielgruppe erreicht
werden, die als "»schräg«, »cool«, »Neonkinder«,
»Nach-Hippies« und »Nach-Hausbesetzer-Generation« umrissen
wird.
- SCHÖDEL, Helmut (1986): Die wilden
Raben.
Josef Hartmann, Peter Sempel, Peter Glaser, drei aus der
Dritten Generation der Gegenkultur: Eine Reise ins Grenzland
der Künste,
in: Die ZEIT Nr.14 v. 18.03.
- Inhalt:
SCHÖDEL u.a. über Peter GLASER:
"Es geht um Suspense, Action, Knalleffekte.
In einem kulturellen Klima, das mit literarischen oder
theatralischen Entwürfen von Vorgestern die Welt von Heute
retten will, in dem jeder drittklassige Lyriker schon wieder
Auftrag und Berufung spürt, flirtet Glaser mit dem Kommerz.
Peter Glaser hat zum Schreiben großes Talent. Er stellt es
vorerst in den Dienst der neuesten Mode, auch eine Art von
Protest."
-
Jürgen Teipel - Verschwende Deine
Jugend
-
SCHÜMANN, Helmut (2003): Zurück
aus dem Cyberspace.
Punker, Computer-Freak, Schriftsteller: Peter Glaser war
der Vordenker des virtuellen Zeitalters. Heute findet er,
das alles sei "langweilig" und "eintönig" geworden,
in: Tagesspiegel v. 27.09.
-
SCHÄFER, Frank (2003): Das Echo des Rawums.
Peter Glaser
gehörte zu den Grenzgängern zwischen Musik, Literatur und
Journalismus in den Tagen des Punk. Jetzt erlebt er sein
Comeback als Autor,
in: Jungle World Nr.51 v. 10.12.
- Inhalt:
Frank SCHÄFER hat Peter
GLASER besucht und rollt dazu nochmals die Punk-Story auf:
"Wenn
Rainald Goetz der
Medienstar und Multiplikator war, dann war Peter Glaser
der Begründer und Theoretiker der New Wave in der
deutschen Literatur Anfang der achtziger Jahre. Goetz
schnitt sich beim Ingeborg-Bachmann-Preis die Stirn auf,
Glaser lieferte mit »Der große Hirnriss« (Co-Autor Niklas
Stiller) 1983 den ersten deutschen Punk-Roman – wenn es so
etwas gibt. Im Jahr darauf erschien seine (gerade wieder
aufgelegte) Anthologie »Rawums«, die
sich nichts weniger vornimmt, als dieses neue literarische
Terrain zu vermessen, und zugleich auch, in Glasers
fulminantem Vorwort, eine Poetik entwirft. »Zur Lage der
Detonation« ist ein brillantes Pamphlet, das abrechnet mit
der deutschen Literatur (»Das beste Buch des Jahres ’81
ist eine
Schallplatte: ›Monarchie und Alltag‹ von Fehlfarben«)
und eine neue Popliteratur installieren will."
- WINKELS,
Hubert (2005): Damals in Düsseldorf.
Ein großer Hirnriß und seine Folgen: Wie aus Punk,
Poststrukturalismus und Poesie ganz dringend die neue
Literatur entstehen mußte. Ein Beitrag zur Archäologie der
Achtziger,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
06.03.
- Kommentar:
Die
ehemaligen Zaungäste sind
gerade dabei die gesellschaftliche Hegemonie zu erobern,
denn in ihrer Jugend bewältigten sie bereits jene
Krise, die nun die Generation Golf
zum ersten Mal erlebt: Die
Nutzlosigkeit erwachsen zu werden:
"Ich studierte schon viel zu
lange ohne einen einzigen Gedanken an Beruf und
Fortkommen. Wohin auch? An der Uni war mir unser
Arbeitskreis Lacan und Heidegger das wichtigste geworden.
Einmal in der Woche trafen wir uns,
Jochen Hörisch, Michael Wetzel und einige
Wechselkandidaten, um die Schriften des Meisters aus
Frankreich zu besprechen oder komplizierte Graphen zu
entschlüsseln."
Hubert WINKELS erzählt von jenem Tag im
Jahr 1982, als sein vorgezeichnetes Leben eine wundersame
Wendung erlebte.
Im
Nachmittagskneipencafé "Tagtraum" begegnet er erstmals dem
österreichischen Puppie Peter
GLASER:
"der junge Mensch (stützte
sich) auf einem schwarzen Krückstock (ab) (...), der mit
einigen Pflastersteinen geschmückt war. Das war ein
doppeltes Signal; es hieß: gehbehindert und Punkt. Und die
Geschichte, die er erzählte, paßte dazu, weil sie von
einer Arbeit als Landvermesser in der Steiermark handelte,
wo man oft tagelang bei regnerischem Wetter draußen im
Schlamm mit Meßgeräten aller Art sich fast den Tod geholt
hatte: »man«, das waren Xao Seffcheque und er, der
Erzähler. Da war sie wieder die Verbindung: Unterkühlt im
Schlamm, das hieß Gelenkschmerz, Rheuma, Krückstock; und
Xao Seffcheque, das hieß für jeden Düsseldorfer
Kneipengänger: »Mittagspause«, »KFC«, »Fehlfarben«
- die ganze
Düsseldorfer Punk-Blase."
Was
Amelie von HEYDEBRECK im Jahre 2002
programmatisch als den Loser der neuen Schule formulierte,
der seine zweite Chance ergreift, war bereits damals
unbewusstes Programm der deutschen
Generation X.
WINKELS erzählt wie er
durch die Bekanntschaft mit Peter GLASER, der damals für
das Stadtmagazin "Überblick" als Setzer arbeitete, in
einen Sog geriet, und dadurch zum richtigen Zeitpunkt am
richtigen Ort war:
"Von diesem »Tagtraum«-Tag an
verschoben sich sämtliche Koordinaten meines
Studentenlebens; besser gesagt: damit endete es. (...).
Durch meine ständige Anwesenheit in der
Zeitschriftenredaktion wurde ich in wenigen Wochen vom
Gelegenheitskorrektor zum Aushilfsredakteur zum
Zuständigen für Literatur zum Vollredakteur, und da ein
Herausgeber plötzlich seine Sachen packte und nach
Norddeutschland zurückkehrte, wurde ich zum Chefredakteur.
Das alles in weniger als einem halben Jahr."
WINKELS
beschreibt Peter GLASER, der damals vor seiner ersten
Buchveröffentlichung stand, als typischen PUPPIE (so
bezeichnete
single-dasein.de bereits
im Jahr 2001 unsere
neue Kulturelite, die mit Elementen
aus Punk und Hippietum unsere verkrustete Kultur aufbricht
und damit erneuert):
"Das wichtigste war das Buch,
an dem Peter Glaser aufopferungsvoll schrieb. Es sollte
»Der große Hirnriß« heißen, ein Roman sein, und es hatte
einen Co-Autor, einen ökologisch und alternativmedizinisch
engagierten Arzt namens Niklas Stiller, der bereits mit
seinem Roman »Der Tod und das Flugzeug« in Rowohlts Reihe
»Das neue Buch« Aufmerksamkeit erregt hatte. Stiller war
ein grüner Spätachtundsechziger, sanft und sympathisch und
das Gegenteil von dem, was Punk sein wollte. Allerdings
war auch Peter Glaser eigentlich das Gegenteil von Punk;
aber er hatte alle Achtundsechziger- und Hippies- und
Moralheuchler-Verachtungstopoi internalisiert und konnte
mit ihnen blendend jonglieren. Der »Große Hirnriß«
erschien, und die große »Spiegel«-Story über den Roman
trug den Titel »Der Apo-Opa und der Punk«. Das war's, das
ging gut ab".
WINKELS erzählt
außerdem wie
Helge MALCHOW zum Kölner
Zentrum einer neuen Literatur wird:
"Es war an einem (...)
freundlich diskussionserregten Nachmittag, als ein junger
Lektor aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch dazustieß. Sein
Name war Helge Malchow, er hatte den »Großen Hirnriß«
gelesen, und Peter Glaser sollte der erste Autor werden,
den er zum Verlag holen würde."
So entstanden nach und
nach die ersten Werke jener Popliteratur, die stilprägend
werden sollten: die Anthologie »Rawums«,
Peter GLASERs »Schönheit in Waffen«.
Die ungekürzte Story
erscheint als Prolog im neuen Buch von Hubert WINKELS'
Buch
"Gute Zeichen - Deutsche Literatur
1995 - 2005".
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Das Werk in der Debatte
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Klappentext
"Scheitern ohne
aufzugeben – neueste Erzählungen des
Ingeborg-Bachmann-Preisträgers 2002
Peter Glaser meldet sich eindrucksvoll zurück: Mehr
als eine Dekade nach seinen richtungsweisenden
Bänden »Rawums.« und »Schönheit in Waffen« zeigt er
sich auf der Höhe seiner Erzählkunst.
Der Titel ist Programm: Es geht um nichts – und doch
um alles, nämlich um den Menschen in der modernen
Alltäglichkeit. Geschichten mitten aus dem Leben
also, die um die eine große Frage kreisen: Wie kann
man bestehen in einer Welt, die sich jeder
Sinngebung verweigert? Peter Glaser liefert keine
Antworten, aber Beispiele dafür, wie Menschen sich
behaupten, obwohl sie keine Helden sind. Mit extrem
geschärfter Wahrnehmung und einer Lakonie, die den
Zumutungen der Wirklichkeit ein feines Lächeln
entgegensetzt, folgt er ihren Versuchen, Anschluss
zu finden, glücklich zu werden, durchzuhalten.
So führt die Titelgeschichte den Leser in rasanter
Fahrt vom Fuße der Pyramiden von Gizeh durch
Griechenland und Italien nach Hamburg, immer auf den
Fersen eines jungen Deutschen, der seine
davongefahrene alte Tante sucht und dabei vom Verrat
seiner Geliebten erfährt. In der Erzählung
»Raumpflege« entfaltet sich eine
Verschwörungstheorie, nach der ein Analphabet, eine
Putzfrau und ein Steuerberater den Lauf der Welt
verändert haben. Durch die Mikrobeobachtung und die
Raffinesse der erzählerischen Feinmechanik entstehen
Texte, die die Weltwahrnehmung erweitern, weil sie
rätselhafte Berührungen mit der Wirklichkeit
herbeiführen. Und immer wieder kann es einem
passieren, dass man einen Satz liest, der die ganze
Welt aufgehen lässt."
Pressestimmen:
"Die
Betrachtung der Dinge durch die Brille seiner
Verrückten, Verlassenen und Verlierer setzt die
sogenannte Normalität in ein entschieden
unkonventionelles Licht"
(Marion Löhndorf in der Neuen
Zürcher Zeitung vom 18.10.2003)
"Die Geschichten spielen um das Jahr 2000, in einer
Ära des wirtschaftlichen Abschwungs. eine Gegenwart,
die anmutet, als sei sie 100 Jahre alt und zugleich
futuristisch. Es riecht nach David Lynchs »Eraserhead«,
Orwells »Down and Out in London« und nach
Megalopolis."
(Carsten Klook in der Financial
Times Deutschland vom 02.01.2004)
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Rezensionen
- LÖHNDORF, Marion (2003): Die
Innenwelt der Aussenwelt.
Peter Glasers Erzählungen "Geschichte von Nichts",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.10.
-
BARTELS, Gerrit (2003): Der Wirklichkeitserleuchter.
"Sprache ist die schönste,
umfassendste und beeindruckendste Technologie, die der Mensch
erfunden hat": Mit seinem Erzählband "Die Geschichte von Nichts"
bestätigt der Schriftsteller Peter Glaser, dass er im vergangenen
Jahr das Ingeborg-Bachmann-Wettlesen in Klagenfurt zu Recht gewonnen
hat,
in: TAZ v. 22.11.
- Inhalt:
BARTELS beschreibt GLASERs Stil:
"Bloß
nicht ins Erzählen kommen:
Anti-Franzen, wenn man so will,
Anti-Politycki,
auch Anti-Pop,
mehr frühe Sonic Youth als Gumball"
- KUNISCH, Hans-Peter (2003): Das
Vibrieren der Papierschneidemaschine.
Schmelzwasser aus den fernen Gebirgen der Wirklichkeit: Peter
Glasers Erzählband "Geschichte vom Nichts",
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.12.
- Inhalt:
KUNISCH holt erst einmal weit aus, um den
neuesten Erzählband in Glasers Werk einzuordnen:
"Glasers
literarischer Werdegang führte vom steirischen Herbst in
Düsseldorfer Kunstkeller,
zur New Wave. Was das literarisch heißt, deutete Glaser etwa in
einer Erzählung aus dem Band »Schönheit in Waffen. Stories« (1985)
an. Gegen Geld sollen Lily und Hardy von ihrer Liebe erzählen. Cool
sollte sie sein, als das noch nicht üblich war. Der Autor bezahlt
nur für eine »moderne Geschichte« ohne »romantische Schlagseite«.
Man war nicht verliebt, sondern einander verfallen. Atmosphärisch
sollten die Beziehungen zwischen film noir, der nouvelle vague und
dem letzten Tango schweben. »Manchmal ist es aber ziemlich
jämmerlich«, sagt Hardy, »das interessiert niemanden«, meint der
Autor. »Man macht jetzt eine neue Richtung, sagte ich. Heute muss
man scharf und flink und witzig sein.« Manches aus dieser Zeit war
eher cowboyhaft amüsant als interessant, Aber Glasers Sprache blieb
stets schnittig und steil. Und die Skepsis Gefühlen gegenüber
förderte schon damals das Verhältnis zur Dingwelt."
- JÄHNER, Harald (2004): Wie wenn es
nur ein Als-ob gäbe.
Peter Glasers Meisterstücke aus der Handwerksammer der rasanten
Vergleiche,
in: Berliner Zeitung v. 11.12.
- KLOOK, Carsten (2004): Meine
Gegensprechanlage und ich.
Im Strom der Zeit: Peter Glaser erzählt von Technik, Kultur und
hauchdünner Liebe,
in: Financial Times Deutschland v. 02.01.
-
KOCK, Peter (2004): NIchts - und doch: fast Alles"
Über Peter Glasers "Geschichte von Nichts",
in: Literaturkritik.de Nr.1, Januar v. 06.01.
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Klappentext
"Der junge
österreichische Schriftsteller Peter Glaser ist ein
Flaneur im elektronischen Zeitalter. Manchmal in
Lichtgeschwindigkeit, manchmal in Zeitlupe bewegt er
sich durch die bunten Metropolen der späten 80er
Jahre, in den sich Kino und Leben so heftig
durchkreuzen, daß sich der Kopf dreht. Mit Mikroskop
und Fernglas stöbert hier jemand in der großen Welt
der kleinen Dinge, das Buch: eine Reise in den
Alltag in 32 Kapiteln.
Wenn man die ersten kleinen Edelsteine dieses Buches
über die Gummibärchen oder die Legosteine, den
Reißverschluß, das Telefon oder den Quelle-Katalog
gelesen hat, beginnt man, die Welt mit anderen Augen
zu sehen. Man entdeckt die Poesie der Schokoriegel
und des Computerterminals, des Uhu-Klebstoffs, des
Werbefernsehens oder des Plastikfeuerzeugs. Eine Art
literarische Archäologie der Gegenwart läuft hier
ab, unsystematisch, sprunghaft, aber genau. Die
neuesten Stimmungen im Westen werden gelassen und
sarkastisch seziert, die kleinen Macken und großen
Ängste der Zeitgenossen ins Visier genommen und mit
Genuß getroffen."
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Klappentext
"»Rawums.«, zum
ersten Mal 1984 erschienen, vereint Texte, die ein
völlig neues Tempo vorlegten und sich der
Wirklichkeit annahmen, randscharf und in heilloser
Schönheit. Sie hatten nachhaltigen Einfluss auf das,
was in den 90er Jahren geschrieben, gelesen und
gelebt wurde. Texte von Peter Glaser, Rainald Goetz,
Diedrich Diederichsen, Clara Drechsler, Jutta
Koether, Martin Kippenberger, Bodo Morshäuser,
Hubert Winkels u.v.a.m."
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Die Beiträge der Anthologie
- GLASER, Peter - Zur Lage der
Detonation - Ein Explosé
- EITNER, Kerstin - Die Marktstube
- EITNER, Kerstin - Jahre später
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MORSHÄUSER, Bodo
- Malte und Malte
-
WINKELS, Hubert -
Patriot tötet Bundesadler - Immendorff und die große Politik
-
WINKELS, Hubert -
Angriff in der Mittagssonne
-
WINKELS, Hubert -
Tanken
- MELBA-FENDEL, Heike -
Schnitzeljagd für Liebhaber
- LOBECK, Rolf - blablatext
- DOKOUPIL, Georg - Texte und Bilder
- DISTL, Gottfried - Europa den
Afrikanern
- DRECHSLER, Clara - Die
Feuersbrunst vom Erzbergerplatz 13
-
LOTTMANN, Joachim
- Drei Frauen
- STINGL, Kiev Jaguar - Ich bin von
der Kripo
-
GOETZ, Rainald -
Subito
- KRÖHER, Michael O. R. - Das
Debakel von Mainz
-
KIPPENBERGER,
Martin - Kippenberger
- PADELUUN - Glocken den Heimat
- GLASER, Peter & Thomas SCHWEBEL -
Handlung mörderisch
- HEYDER, Wolfgang - 66 E's
-
DIEDERICHSEN,
Diedrich - "Die Frau im Kapitalismus"
- KOETHER, Jutta - Die Geschichte
der Louise L.
- WAFFENDER, Manfred - Marathon ist
gleich um die Ecke
- BERGMANN, Simone -
Computer-Software
- JARGSTORF, Sven - Banned from the
Schnaps
- GLASER, Peter - Angreifen
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Rezensionen
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NEDO, Kito (2003): Retrophänomene,
in: Fluter v. 31.08.
- Inhalt:
Kito NEDO über einen guten Anfang und ein
sinnvolles Ende des Punk-Revivals:
"mit
dem Erscheinen von »Rawums« könnte die Retro-Phase, die der
Journalist Jürgen Teipel mit der Veröffentlichung seines
Doku-Romans »Verschwende
deine Jugend« im Herbst 2001 auslöste, zu einem vorläufigen Ende
finden. Es soll ja noch was zum Wiederentdecken für das nächste
Revival übrig bleiben. Außerdem: Wer nach all dem (Ausstellungen,
Kinofilm,
Re-Releases, Compilations,
Fehlfarben- und DAF-Comeback, etc.) immer noch nicht genug hat,
läuft Gefahr, zum Revival-Punk zu verkommen. Was das ist, definierte
der Poptheoretiker Martin Büsser
1997: »Wo der einzelne Punk in den Achtzigern noch Teil
selbstbestimmter Strukturen gewesen ist, gibt es den Revival-Punk
nur noch als Konsumenten einer vermittelten Punk-Idee.« Oder
andersherum, von Rainald Goetz:
»Und der Fan, der Depp, soll keine blöden Banner raushängen, sondern
selber ein tolles Leben anfangen.«"
-
RÜDENAUER, Ulrich (2004): Wie unter dem Vergrößerungsglas.
Porträt des
Verkorkstheits-Poeten als mitteljunger Mann: Der
Bachmann-Preisträger Peter Glaser erzählt eine "Geschichte von
Nichts",
in: Frankfurter Rundschau v. 20.01.
- Inhalt:
"Was
Anfang der achtziger Jahre, als die Hipster der Republik ihre
Jugend an die Nacht, die Musik und den Rausch verschwendeten,
mit der Literatur los war, beschrieb Peter Glaser damals so:
»Wenn ich im Ratinger Hof, der Düsseldorfer Wellen-Brutstätte,
schreie: ‚Literatur', rennen mehr Leute weg, als wenn ich
schreie ‚Polizei'.« Glaser,
Rainald Goetz & Co. wollten diesen verkorksten Zustand
wieder umkehren - mit einer Literatur, die es zumindest ein
wenig mit der Punkattitude der Musik aufnehmen konnte, die auf
der Höhe des Diskurses und der Technologie war. Bei dem aus
Graz stammenden Peter Glaser fingen die Maschinen zu rattern
und zu reden an: Zumeist trat der elektronische Poet bei
seinen Lesungen nicht selbst auf, sondern schickte Disketten
und Kassetten. Die damaligen Zuhörer waren Zeugen ganz früher
audiovisueller Computerexperimente, Kopplungen von Autor und
Maschine.
Glasers neoavantgardistisches Manifest »Zur
Lage der Detonation« gab die Richtung vor: Die Literatur
sollte knallen, »selbstsicher« sein, »adrenalintreibend«,
»störend und ungehalten«, »schnittig« und »schräg«. Rawums
lautete 1984 folglich der Titel eines Sammelbandes, in dem die
jungen Wilden von
Joachim Lottmann über den Maler Kippenberger bis zu
Diedrich
Diederichsen vereinigt gegen die »Langeweile« und
»Lahmarschigkeit« der zeitgenössischen Schreiberei mobil
machten und der nun, knapp zwanzig Jahre später,
wiederveröffentlicht wurde",
führt Ulrich RÜDENAUER in die Geschichte der Punk-Literatur
ein.
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