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Peter Handke: Der wilde Mann

 
       
     
       
     
       
   

Peter Handke in seiner eigenen Schreibe

 
   

HANDKE, Peter (1975): Die privaten Weltkriege der Patricia Highsmith,
in: Spiegel Nr3

 
       
   

Peter Handke im Gespräch

 
   

SCHREIBER, Hermann (1978): "Und plötzlich ist das Paar wieder denkbar".
Spiegel-Interview mit dem Schriftsteller Peter Handke über Gefahren und Chancen des Alleinlebens,
in: Spiegel Nr.28 v. 10.07.

  • Im Rahmen der ersten deutschen Single-Serie interviewt Hermann SCHREIBER den Schriftsteller:

    "SPIEGEL: Das Alleinsein ist zentrales Thema in mehr als nur einem Ihrer Bücher, Herr Handke. »Das Gewicht der Welt« handelt davon, und auch »Die linkshändige Frau« hat entscheidend damit zu tun. Warum beschäftigt den Schriftsteller Peter Handke das Alleinsein so intensiv?
    HANDKE: Weil es evident geworden ist. Weil es die Mitte der Existenz ausmacht."

    Wie kommt es nach HANDKE zum Alleinleben?

    "Ich glaube, man kann sich nicht entschließen zum Alleinleben. Es muß sich eine Art Katastrophe ereignen. Es muß etwas explodieren in der vorausbestimmten Biographie. Es muß eine gewaltige Abweichung geben von dem vorgeträumten Leben."

    Nach HANDKE wird durch die Epoche des Alleinlebens das neue Paar möglich:

    "Ich habe einen ganz anderen Eindruck: daß durch den epochalen Vorgang des Alleinlebens - das ist schon ein epochaler Vorgang, der sich da aus vielen privaten Fällen zu einer gewissen öffentlichen Kraft zusammenballt -, daß durch diesen oft gar nicht gewollten Vorgang des Alleinseins und dann Alleinbleibens allmählich eine sanfte Kraft der Spiritualität entsteht, überall. Und daß dadurch die Möglichkeit des Paares entsteht, Paare wieder möglich erscheinen."

BUCH, Hans Christoph (2002): Jung sein ist nicht alles.
Polemische Anmerkungen zum neuen Kampf der Generationen in der deutschen Literatur,
in: Welt v. 11.05.

WEINZIERL, Ulrich (2009): "Kummer ist ein schönes Wort".
Peter Handke über seine Erzählung "Wunschloses Unglück", den Selbstmord seiner Mutter und die Flüchtigkeit aller Orte,
in: Welt v. 07.11.

 
       
   

Peter Handke in der Debatte

 
   

BÖTTIGER, Helmut (2002): Popstar in der Niemandsbucht.
Erst Kultautor einer ganzen Generation, dann einsamer Sucher der eigenen poetischen Wahrheit: Peter Handke zum 60. Geburtstag,
in: Tagesspiegel v. 06.12

Infos zu: Helmut Böttiger - Autor der Single-Generation

SPIEGEL, Hubert (2002): Die Lehre der heiligen Beatles.
Peter Handke zum Sechzigsten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.12.

STEINFELD, Thomas (2002): Im Abseits.
Peter Handke und das Unbehagen des Romans an sich selbst,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.12.

Infos zu: Thomas Steinfeld - Autor der Single-Generation
 
       
   

Der Große Fall (2011)
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Die Geschichte eines müßiggängerischen Schauspielers, an einem einzigen Tag, vom Morgen bis tief in die Nacht: Das Gehen durch eine sommerliche Metropole, von den Rändern bis in die Zentren. Die Begegnungen: mit den Läufern, den Obdachlosen, den Paaren, dem Priester, den Polizisten. Ein Weg mitten durch Nachbarnkriege, vorbei an überlebensgroßen Leinwandpolitikern, dann inmitten von Untergrundfahrern aus einer anderen Welt. Wetterleuchten in der Stadtmitte. Und das Gesicht einer Frau"

     
 
       
   

Rezensionen

Neu:
ROSENFELDER, Andreas (2011): Walking für ganz weit Fortgeschrittene.
Jahrzehntelang war Peter Handke ein Verfechter der Stadtflucht. Mit seinem neuen Roman "Der Große Fall erobert er die City zurück,
in: Welt am Sonntag v. 13.03.

 
       
   

Don Juan (2004).
(Erzählt von ihm selbst)
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Peter Handke erzählt nichts weniger als »die endgültige und die einzig wahre Geschichte Don Juans«. Genauer gesagt: Er läßt Don Juan selbst erzählen, sieben Tage lang in einem Maigarten nahe Port-Royal-des-Champs, und nur ab und an findet sich ein Kommentar desjenigen, dem die Abenteuer der vergangenen sieben Tage vorgetragen werden. Dieser Zuhörer bezeugt, daß all die Don Juans im Fernsehen, in der Oper, im Theater oder auch im »primären Leben« die falschen sind. »Don Juan ist ein anderer. Ich sah ihn als einen, der treu war - die Treue in Person.« Das heißt nun nicht, daß die Geschichten mit Frauen, Geschichten von geglückten Begegnungen und geglückten Abschieden, ausgeblendet bleiben, im Gegenteil: An jeder Station der Reise, die Don Juan zunächst zu einer Hochzeit in den Kaukasus führt, dann nach Damaskus, am dritten Tag in die nordafrikanische Enklave von Ceüta, weiter auf einen Bootssteg in einem Fjord bei Bergen, zu einer Düne in Holland - überall trifft er Frauen, mit denen er, energisch trauernd, in eine Zeit des großen Innehaltens eintauchen kann, in eine Zeit, in der Augenblick und Ewigkeit in eins fallen."

Pressestimmen

"Was Don Juan antreibt, ihn zum Suchenden macht, ist nicht die einzelne Frau, es ist das weibliche Ideal an sich. Er findet es in den kurzen Momenten völligen emotionalen Gleichklangs. Doch selten schafft die körperliche Vereinigung Intimität. Oft ist es ein Blick oder das Ineinandergreifen zweier Hände. Die Flüchtigkeit dieser Momente zwingt Don Juan zur rastlosen Odyssee von Frau zu Frau, von Abschiedsparadies zu Abschiedsparadies. Sie ist der Grund für seine Trauer, die sein Schicksal »überpersönlich« und beispielhaft für die Unmöglichkeit dauerhafter Liebe macht."
(Raoul Löbbert im Rheinischen Merkur vom 29.07.2004)

"Handke kam auf die wahrlich originelle Idee, seinen Don Juan Vater sein zu lassen, Vater eines toten Kindes. Wo doch die Fortpflanzung in den Don-Juan-Vorlagen akribisch ausgeklammert wurde!
(...).
Bedenkt man, dass die Figur des Don Juan den Libertin schlechthin darstellte, den skrupellosen, keiner Moral verpflichteten mordbereiten Verführer, so kommt man nicht umhin festzustellen, dass Handke mit dem Libertinismus und dem Jansenismus zwei geistesgeschichtliche Sphären miteinander konfrontiert - und damit die Lust mit der Treue, die Fruchtbarkeit mit der Enthaltsamkeit, den Exzess mit der Askese. Ist es abwegig zu vermuten, dass Handke die beiden einander ursprünglich widersprechenden Denk- und Fühlrichtungen miteinander versöhnen will?"
(Ina Hartwig in der Frankfurter Rundschau vom 30.07.2004)

"Port Royal war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt der jansenistischen Bewegung, einer als elitär geltenden, sehr frommen Glaubensrichtung. Nach dieser Lehre kann die menschliche Seele nur durch die Gnade Gottes gerettet werden. Der Wille des Menschen zum moralisch Guten hat keinen Einfluss auf die göttliche Gnade. Es gibt keine Belohnung für irdische Taten, keinen Deal, keinen Ablasshandel. Die Kirche in Rom begriff, dass damit ihre Macht untergraben würde, und bekämpfte den Jansenismus erbittert.
Immer wieder bezieht sich Handke explizit auf diese Geschichte des Orts. Schließlich geht es in seinem Entwurf des Don Juan auch um Fragen der Moral oder besser gesagt: um eine Lebensform, die nicht nach Gut und Böse schielt und in keine bürgerlichen Schemata passt."
(Jörg Magenau in der TAZ vom 31.07.2004)

"Mag man (...) das Drama der Leidenschaften vermissen oder die Dringlichkeit der Probleme «für unsere Zeit», so erweist es sich gleichwohl als Lehrstück. Nämlich, nicht das Streben nach dem Gegenständlichen definiert den Akt der Liebe, sondern die Kompetenz des Abstands."
(Martin Meyer in der Neuen Zürcher Zeitung vom 03.08.2004)

"Handkes Don Juan hat (...) kaum etwas von dem, was die Stoffgeschichte von ihm verlangt, wohl aber alles, was man von einem Handkeschen Helden ohnehin erwartet. Er ist also ein Virtuose der wahren Empfindung und ein Spezialist für erfüllte Augenblicke."
(Ernst Osterkamp in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 07.08.2004)

"Alle Stationen der unmöglichen Reise sind Variationen eines immergleichen verführerischen Zustands äußerster, stummer Näheerwartung zwischen Mann und Frau - mit austauschbaren Personen und Umgebungen: Großer Irrsinn und strenge Textlogik fallen ineins. Der mythische Frauenheld ist von Handke aus der Literatur und der Opernwelt entführt und in die Mitte einer scheinbar völlig selbstbezüglichen Fantasie gestellt worden."
(Harald Jähner in der Berliner Zeitung vom 09.08.2004)

"Don Juan ist (...) Gegenzauber und Gegengift gegen die Lebens- und Erfahrungsleere der zivilisierten Welt, an deren Verwandlung und Erlösung Handke mehr gelegen ist als an der Wohlgestalt epischer Formen."
(Iris Radisch in der ZEIT vom 12.08.2004)

     
 
       
   

Rezensionen

WEIDERMANN, Volker (2004): Wir wollen nicht mehr einsam sein.
Als ich mich fand in einem dunklen Walde, abgeirrt vom rechten Wege: Die neuen Bücher von Peter Handke und Martin Walser,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.07.

Infos zu: Volker Weidermann - Autor der Generation Golf

LÖBBERT, Raoul (2004): Zauber des Ungefähren.
Meisterhaft. Peter Handke findet mit seinem neuesten Werk endlich wieder zu alter Klasse zurück,
in: Rheinsicher Merkur Nr.31 v. 29.07.

HARTWIG, Ina (2004): (Kein) Verführer von Gnaden.
Wer er ist, man wird es nicht erfahren: Peter Handkes "Don Juan (erzählt von ihm selbst)" balanciert geschickt zwischen Lust und Diskretion,
in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.

Infos zu: Ina Hartwig - Autorin der Single-Generation

MAGENAU, Jörg (2004): Wahre Empfindungen.
Innere Einkehr: Peter Handkes schillernder Roman "Don Juan (erzählt von ihm selbst)",
in: TAZ v. 31.07.

ORTHEIL, Hanns-Josef (2004): Don Juan trägt Trauer.
...denn Peter Handke möchte lieber reden als lieben. Er erzählt von sieben Tagen mit sieben Frauen. In Tiflis und dem Kaukasus, in Damaskus, Nordafrika, Norwegen und Holland. Und der Koch hört zu,
in: Welt v. 31.07.

Infos zu: Hanns-Josef Ortheil - Autor der Single-Generation

DOTZAUER, Georg (2004): Die Woche der klaren Empfindung.
Trauer als Kraft. Peter Handke erzählt von Don Juan und anderen Schemen,
in: Tagesspiegel v. 01.08.

Infos zu: Georg Dotzauer - Autor der Single-Generation

HAMMELEHLE, Sebastian (2004): Die wahre Hölle ist die Welt.
In Peter Handkes neuem Roman "Don Juan" triumphiert der Erzähler über den Verführer,
in: Welt am Sonntag v. 01.08.

MEYER, Martin (2004): Augenschein der Liebe.
Peter Handke erzählt aus dem Leben von Don Juan,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.08.

MÜLLER, Lothar (2004): Mach ihm lieber keine schöne Augen.
Ein Buch des Übermuts: Peter Handke hat den Don Juan der Oper entführt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.08.

OSTERKAMP, Ernst (2004): Held der erfüllten Zeit.
Weg von hier: Peter Handke verbringt sieben Nächte mit Don Juan,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.08.

JÄHNER, Harald (2004): Der hohe Ton als brüske Kauzigkeit.
Seit vierzig Jahren liegt Peter Handke im Zwist mit der Gesellschaft. Der Graben vergrößert sich,
in: Berliner Zeitung v. 09.08.

RADISCH, Iris (2004): Ein Blick, der glücklich macht.
Peter Handke schreibt über Don Juan und ist bewundernswert romantisch und unzeitgemäß,
in: Die ZEIT Nr.34 v. 12.08.

Infos zu: Iris Radisch - Autorin der Single-Generation
 
       
   

Untertagblues (2003).
Ein Stationendrama
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Ein »Wilder Mann« ist mit der Untergrundbahn unterwegs, er geht im Waggon auf und ab oder hält sich im Gedränge an einer Haltestange fest. Seine Seelenlage ist nicht einfach nur angespannt, nein: hochexplosiv. Mindestens. Wer immer da neben ihm steht oder ein- und aussteigt in den vielen Stationen von Peripherie zu Peripherie einer Metropole - alle Mitfahrer steigern nur seine Wut, sie ekeln ihn an. Besser, er wäre zu Hause geblieben. Aber warum er? »Nein, ihr gehört nach Hause, ihr. Warum bleibt ihr nicht endlich einmal vollzählig und ganztägig in euren Löchern und Unterschlupfen?« Der Weltekel des »Wilden Mannes« ist allumfassend, nichts als Scheinleben, Verlogenheit und Hässlichkeit um sich herum nimmt er wahr, und immer mehr redet er sich in Rage, wirkt angsteinflößend und komisch zugleich. Er erfindet den einzelnen Passagieren Geschichten, die unversehens zu Beschimpfungen werden; er liest ihnen die Leviten - bis eine Zusteigende ihn zum Schweigen bringt und den Konterpart gibt, ohne dass er noch einmal zu Wort kommt."

     
 
       
   

Rezensionen

WEIDERMANN, Volker (2003): die neue deutsche Romantik.
Die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zieht sich ins Private zurück und feiert das Glück der Liebe,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.09.

Infos zu: Volker Weidermann - Autor der Generation Golf

MERKEL, Andreas (2003): Ekel-Peter singt den Blues.
Fernab von Landschaftsverstiegenheiten und Serbien: Mit seinen neuen Büchern "Untertagblues" und "Über Musik" wird Peter Handke wieder richtig sympathisch,
in: TAZ 15.11.

 
   

Versuch über die Jukebox (1990)
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Pressestimmen

"Bei einer Erinnerung ans frühe Jurastudium taucht das Café wieder auf, in dem er eine Musik hörte, »bei der er zum ersten Mal im Leben, und später nur noch in den Augenblicken der Liebe, das erfuhr, was in der Fachsprache ‚Levitation' heißt, und das er selber mehr als ein Vierteljahrhundert später wie nennen sollte: ‚Auffahrt'? ‚Entgrenzung'? ‚Weltwerdung'? Ohne zunächst wissen zu wollen, wer die Gruppe war, deren Stimmen, getragen von den Gitarren, gleichermaßen einzeln, durcheinander und endlich unisono erbrausten – er hatte in den Jukeboxen bisher die Allein-Sänger bevorzugt – staunte er einfach. Als er dann aber bei seinem selten gewordenen Radiohören einmal erfuhr, wie der Chor der frechen Engelszungen hieß, die mit ihrem mir nichts, dir nichts hinausgeschmetterten ‚I want to hold your hand', ‚Love me do', ‚Roll over Beethoven' alles Gewicht der Welt von ihm nahmen, wurden das die ersten sozusagen ‚unernsten' Platten, die er sich kaufte (er kaufte in der Folge fast nur noch solche). Und heute noch dachte er, das Anfänger-Schallen der Beatles im Ohr, aus jener von Parkbäumen umstandenen Wurlitzer: Wann würde je wieder solch eine Anmut in die Welt treten?«
Hier sind E- und U-Kultur dasselbe, hier gibt es keine Grenzen mehr."
(Helmut Böttiger im Tagesspiegel vom 06.12.2002)

     
 
       
   

Die linkshändige Frau (1976)
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Pressestimmen

"Alle ein bisschen angegroovten Frauen der siebziger Jahre lesen »Die linkshändige Frau«: Man ist links, feministisch und wenn überhaupt, dann allein erziehend. Man findet sich in der linkshändigen Frau wieder."
(Helmut Böttiger im Tagesspiegel vom 06.12.2002)

     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 17. September 2003
Update: 15. März 2011