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- SIEDERBERG, Sven (2004): Die
Kaffeehausaufsuchkrankheit.
Wien ist um lauter Kaffeehäuser gebaut. Thomas Bernhard verzweifelte
häufig im und am Bräunerhof,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.02.
- NICKEL, Eckhart (2004): In guten
Tüchern.
Der Stilist Thomas Bernhard beherrschte auch noch das perfideste
Wechselspiel von Bauer zu Edelmann,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.02.
- KEHLMANN, Daniel (2006): Loden.
Eine Hassliebe muss es gewesen sein. Tiefer Hass, tiefe Liebe. Er
war einfach kompromisslos, der größte Schriftsteller des Landes. Eine
Erzählung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.02.
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BLUM, Thomas (2004): Das Käuzchen im Walde.
Zum 15. Todestag Thomas Bernhards,
in: Jungle World Nr.7 v. 11.02.
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BLUM, Thomas (2004): Wie scheußlich!
Thomas Bernhard privat,
in: Jungle World Nr.7 v. 11.02.
- Inhalt:
Thomas BLUM beschreibt u.a. anhand von Selbst-
und Fremdzeugnissen die Stilisierung von Thomas BERNHARD zum
Kinderhasser:
"Hegt
er nicht doch einen heimlichen Wunsch nach einer Familie? Was wäre,
wenn ihm morgen die große Liebe begegnete? »Ich könnte es nicht
verhindern« (...), sagt Bernhard. Und möchte er nicht doch insgeheim
Kinder? »Wenn er einmal alt ist, wünscht er sich, dass, wenn er auf
der Straße geht, die Kinder vor ihm davonlaufen (…) Und die Mütter
sollten zu ihren Kindern sagen: ›Wenn ihr nicht brav seid, dann kommt
der Bernhard.‹"
- REICHENSPERGER, Richard (2004):
Naturgemäß? Alles lächerlich?
Vor 15 Jahren starb in seiner Gmundner Neubauwohnung der "Bauer zu
Nathal" und Nicht-Nobelpreisträger Thomas Bernhard. Seither boomt die
Bernhard-Factory. Das Werk selbst verschwand dabei zwischenzeitlich.
Die Ursache? - Eine Andeutung,
in: Der Standard v. 12.02.
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NARHOLZ, Christoph (2006): Nach Bernhard.
Über Thomas Bernhard, seine
Kopisten und die Kopisten seiner Kopisten. Ein Vortrag samt Vorwort,
in: Jungle World Nr.29 v. 19.07.
- Inhalt:
NARHOLZ begibt sich zuerst auf die Spuren von
Thomas BERNHARD, um dann die popliterarischen Epigonen von
Rainald
GOETZ bis
Moritz von USLAR vorzustellen:
"Nickels
Buch ist neben Krachts
»Faserland« und Stuckrad-Barres
»Soloalbum« (...)
das heimliche dritte Gründungsdokument der damals so genannten
»neuen«, irgendwie adeligen, boulevardesken, jungskrawalligen
deutschen Popliteratur geworden, die sich einen dandyistisch
zurechtgeschnöselten Gutsherrenbernhard natürlich gerne zum Vorbild
genommen hat.
Moritz
von Uslar schließlich hat es zuletzt sogar geschafft, Bernhard aus
der Bernhardkopie von Rainald Goetz weiterzukopieren. Sein Roman
»Waldstein
oder Der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005« stimmt ein
besonders extralässig abgehangenes Weltanschauungsgerede an, das im
Betriebsklima unterschwellig aber trotzdem ungesund überhitzt, weil
Bernhards fröhliche Totalisierungslust, besänftigt zwar durch die
mildernde Intervention von Goetz, als herausfordernder
Übertreibungsdruck weiter auf dem weichen Text lastet und ihn dazu
treibt, glotzäugig einerseits wirklich jeden Mist ganz besonders
beflissen hoch kompliziert intensiv toll zu finden, und auf der
anderen Seite genauso hingegeben in eine banale Trübsal versenkt."
- Neu:
KRAFT, Thomas (2006):
Wahlverwandtschaften.
Thomas Bernhard und die Popliteratur,
in: Volltext Nr.4, August/September
- Inhalt:
"Thomas Meinecke
hat seine erste Seminararbeit über ihn geschrieben,
Eckhart Nickel über ihn
promoviert (...), Elke Naters
findet ihn schlicht »göttlich«,
Christian Kracht zählt
ihn nach eigenen Angaben in großen Teilen zur
»komplementär-funktionalen« Literatur seiner eigenen Texte,
Rainald Goetz erwähnt ihn nicht
weniger als 30 mal in Abfall für alle, seinem Tagebuch des
Jahres 1998, und Benjamin von
Stuckrad-Barre schrieb 2001 sogar eine mit ironischen Brechungen
arbeitende, 20-minütige Variante es Bernhardschen Dramoletts Claus
Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen, die (...) für
Furore sorgte.
Es gibt nicht viele Autoren, die bei der jüngeren Generation noch eine
Rolle spielen. Thomas Bernhard hingegen gilt bei vielen als der
Prototyp einer künstlichen Existenz, die sich ausschließlich dem
eigenen Werk verschrieben und mit beispielloser Verve und Leidenschaft
die Arbeit und das Spiel mit der Sprache betrieben hat", schreibt
Thomas KRAFT über den Einfluss des Schriftstellers BERNHARD auf die
neuere Popliteratur.
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Klappentext
"»Auslöschung« ist Thomas
Bernhards letzter großer Roman. Es ist die
Niederschrift des Erzählers Franz-Josef Murau, der
über den Ort seiner Herkunft schreibt, um ihn
auszulöschen. Dieser Herkunftskomplex nimmt seinen
Anfang in Schloß Wolfsegg. Das ist der Ort, wo Murau
aufgewachsen ist, und den er endgültig verlassen und
vergessen will. Er beginnt zu schreiben, um einen
radikalen Kahlschlag zu vollenden."
Stimmen zum Buch
Der "echte Bernhard (...) überlebt in seinen
Büchern, in den sehnsuchtsvoll stilisierten Figuren,
allen voran im eleganten Onkel Georg in der
»Auslöschung«, ein Geistesmensch par excellence, der
sich von der Familie abwendet, um am Mittelmeer
Rosen zu züchten.
Als er stirbt,
lässt er in seinen Grabstein folgende hochkomische
Frechheit eingravieren: »Der die Seinigen zum
richtigen Zeitpunkt hinter sich gelassen hat.«"
(Eckhart Nickel in der
Süddeutschen Zeitung vom 07.07.2004)
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