Die Bohème ist hier nicht mehr, behauptet
Andrian KREYE. Hier - das ist das mythische Manhattan:
"Modern
und Free Jazz, Abstrakter Expressionismus, die Beatniks, Pop Art,
Punk, Performancekunst und Hip Hop waren allesamt Bewegungen, die
ihren Ursprung auf den 26 Quadratmeilen felsigem Boden zwischen
dem Hudson und dem East River nahmen".
Schuld
ist für KREYE die Globalisierung, die die Stadtsoziologin Saskia
SASSEN in ihren Auswirkungen für die Städte beschrieben hat. Bei
KREYE liest sich das so:
"Der
Paradigmenwechsel der Kulturstadt New York ist der Endpunkt einer
Entwicklung, die der New Yorker Bankier David Rockefeller fast im
Alleingang in Bewegung setzte – eine grundlegende Umwälzung der
örtlichen Geografie, die keinen Platz für für Experimente ließ".
Die
Folge ist für KREYE:
"Die letzten
Nischen sind nun erobert. Die Bohème ist weitergezogen. Nach
Brooklyn erst, dann auch nach Queens und in die Bronx. Doch hier
funktioniert das Urbanlabor nicht mehr. Die einzigartige Geografie
von Manhattan sorgte all die Jahre dafür, dass Kulturindustrie,
Sub- und Hochkulturen auf engstem Raum nebeneinander existierten."
Am
Ende bleibt eine visionslose Vision:
"Vielleicht ist die Suche nach einem Ort der Impulse bald schon so
antiquiert wie die Nostalgie nach der Pariser Bohème des 19.
Jahrhunderts (...). Vielleicht waren die Pop- Phänomene von
Manchester, Seattle und Berlin nur das letzte Aufbäumen eines
Weltbildes, das sich bald überholt. Und wenn die Zukunft kein
Zentrum mehr hat, dann ist New York schon bereit. Denn am Ufer des
Hudson etabliert sich die einstmals zukunftsweisende Metropole als
mächtige Hauptstadt des Jetzt."
Vielleicht
kommt es aber auch ganz anders, denn nach der Bohème ist vor der
Bohème. Man muss sich nur von dem Gedanken verabschieden, dass
diese zukünftig von der Jugend getragen wird... |