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Aram Lintzel:
Neokonservatismus
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Aram Lintzel in seiner
eigenen Schreibe
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- LINTZEL, Aram (2001): Im
Klub mit der Regierung.
Generation Berlin und ihre Popkultur in
Berlin-Mitte.
Berlin-Mitte ist ein Reagenzglas, in dem Pop und Establishment,
Mainstream und Underground stets neue Mischungsverhältnisse bilden.
Dabei hat es den Anschein, als entstehe hier die nächste Generation
jener Bobos
(«Bourgeoise Bohemians»), die der Amerikaner David Brooks
beschreibt,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.06.
- LINTZEL, Aram (2001): Netzkarte: Der
Mann, der immer kann.
Bei Verdacht auf Feminismus gibt es im Internet kein Halten mehr,
in:
Literaturen
- Das Journal für Bücher und Themen, Juli/August, S.138
- Inhalt:
Auf seinem Streifzug durch das Netz ist LINTZEL
auch bei single-dasein.de vorbeigekommen:
"materialreiche
Website
www.single-dasein.de (...) Deren Macher wollen die mediale
Aufmerksamkeit auf die Existenzbedingungen der Alleinlebenden lenken.
Als eine Art Dokumentationszentrum informiert die Website über den
politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Singlediskurs."
- LINTZEL,
Aram (2001): David Brooks: Die
Bobos. Der Lebensstil der neuen
Elite,
in: Literaturen
Nr.6, Juni
- Inhalt:
LINTZEL bezeichnet das Buch
"Die Bobos"
von David BROOKS als "amüsante Mentalitätsstudie",
in der die historische Leistung einer Versöhnung
widersprüchlicher Individualisierungsschübe in den
60er und 80er Jahre zu einem hybriden Lebensstil
beschrieben wird.
Diese "Kapitalisten der
Gegenkultur" kennzeichnet einen neuen Pragmatismus.
Diese Analyse einer
gesellschaftlichen Elite könnte nach Meinung von
LINTZEL die 68er-Debatte bereichern, vorausgesetzt
der hierzulande tobende Kulturkampf zwischen
Bourgeois und Boheme würde beigelegt.
-
LINTZEL, Aram (2004): Wellness oder Wahnsinn.
in: Netzeitung.de v. 19.10.
-
LINTZEL, Aram (2004): Glossar der Gegenwart.
Hinter der Sprachkulisse,
in: fluter.de v. 05.12.
-
LINTZEL, Aram (2005): Tocotronic.
Bald fliegt der ganze Schwindel auf,
in: Intro Nr.124, Februar
- LINTZEL, Aram
(2005): Lebenslänglich Whirlpool.
Über das "Glossar der Gegenwart",
in: Texte
zur Kunst, H.57, März
- Inhalt:
Angesichts der Ökonomisierung des Sozialen
beschreibt LINTZEL zwei Modelle des sanften Widerstandes im
bohemistischen Milieu:
"das strategisch-affirmative Modell des
heroischen Scheiterns, wie es in Ingo Niermanns Band
»Minusvisionen« ausbuchstabiert wurde. (...). Im
»Glossar der
Gegenwart« findet sich ein angenehm nüchterner Name für diese
(Berliner) Ideologie des narzisstischen Scheiterns:
Sighard Neckel
nennt es in seinem Eintrag zu »Erfolg« einfach das »Reich des
Durchwurstelns«.
Die andere kritische Haltung wäre das
unstrategisch verweigernde Modell der abstrakten Negation, wie es in
letzter Zeit im Hype um das »I prefer not to...« aus Herman
Melvilles »Bartleby« exzessiv durchgespielt wurde. (...). Früher
hätte man das das »Null-Bock-Prinzip« genannt.
LINTZEL geht es jedoch um etwas
Drittes:
"Ziwschen romatisch-heroischem Scheitern
und romantisch-heroischem Absentismus wäre eine dritte Form
kritischer Lebensführung noch zu erfinden. sie müsste sich für
unterschiedliche gesellschaftliche Zonen je eigene Formen der
Gegen-Gouvernementalität ausdenken."
LINTZEL bemängelt, dass das
»Glossar der Gegenwart« zwar eine wichtige Gegenwartsdiagnose
leistet, aber für eine kritische Haltung kaum Ratschläge an die Hand
gibt.
- LINTZEL, Aram (2005): Die Kindheit für
Erwachsene.
Die infantilen Texte in der neuen deutschen Popmusik,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 25.08.
- Inhalt:
Für Aram LINTZEL vollzieht sich in der neuen
deutschen Popwelle die regressive Abwehr der harten ökonomischen
Realitäten.
Keine
"teenage angst" weit und breit, sondern Rückzug in die heile Welt
der Erinnerung:
"Die
deutschsprachige Popmusik scheint jener Rolle rückwärts ins
Kuschelige zu folgen, die vor einigen Jahren in der «Generation
Golf»-Literatur eines
Florian ILLIES,
einer Alexa Hennig
von Lange vorgemacht wurde: Auch diese reanimierten eine
Lebenswelt, in der die Pubertät nicht das von Jean-Jacques Rousseau
beschriebene «dunkle Reich» war. Die besänftigende Botschaft: Wir
waren eine glückliche Familie, mit den Schmuddelkindern haben wir
nie gespielt!"
-
LINTZEL, Aram (2005): Spiralen der Erinnerung.
Pop - Nostalgia - Art,
in: Texte zur Kunst, Nr.60, Dezember
- Inhalt:
Aram LINTZEL widmet sich künstlerischen Praxisformen,
"die eine Art Erinnerungsarbeit an verlorenen Momenten
lebensweltlicher Fülle und hoffnungsvoller kollektiver Aufbrüche
leisten und gerade darin an dem politischen Anspruch des
Pop-Begriffs entgegen seinen hedonistischen Indienstnahmen
festhalten wollen."
-
LINTZEL,
Aram (2006): Kinderlose aller Länder...
...vereinigt euch! - Auf www.nokidding.net treffen sich
Nachwuchs-Unwillige,
in: Literaturen, Juni
-
LINTZEL, Aram (2007): Schapsideen statt Bierernst.
Ein neues Album von der deutschen Kult-Band Tocotronic,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 13.07.
- Inhalt:
Aram LINTZEL hat sich mit Dirk von LOWTZOW
getroffen, um über das neue Album
"Kapitulation" zu sprechen:
"Vielleicht
ist die «Kapitulation» sogar als ultimative Steigerungsform der
Romantik zu verstehen: Schliesslich kann derjenige, der sich
jeglichem Tun und jeglicher Entscheidung kategorisch entzieht, wie
niemand sonst in den unendlichen Traumwelten noch nicht
verwirklichter Optionen schwelgen. «Ein schöner Gedanke»,
kommentiert von Lowtzow, «viel schöner als diese -Ideologie, die
heutzutage aus allen Kanälen dröhnt.»
(...).
Ganz allein sind Tocotronic in ihrer Trutzburg nicht. Auf dem neuen
Album der New-Wave-Veteranen Fehlfarben ruft Sänger
Peter Hein im
Titelsong «Handbuch für die Welt» mehrfach aus: «Ich kann nicht mehr
/ Ich kann nicht mehr.» Ist das Zufall? Nein, meint von Lowtzow:
«Diese Reaktion auf den
Zwang zur Selbstoptimierung, auf diesen
neoliberalen Imperativ, etwas aus sich zu machen und in Bewegung zu
bleiben, kann ich sehr gut verstehen.»"
-
LINTZEL, Aram (2008): Der Kommunikationale Imperativ.
Von der verborgenen Schönheit des Sachzwangs,
in: Berliner Gazette v. 25.06.
- Inhalt:
Aram LINTZEL setzt sich mit modischen
Kritiken an der Demokratie auseinander:
"Oft
kommt es mir so vor, als werde (...) Politik nach aesthetischen
Kriterien bewertet, als werde eine Kuenstlerkritik eins zu eins
auf sie angewandt. Doch auch die haesslichste, unglamouroeseste
politische Institution – meinetwegen den baden-wuerttembergischen
Landtag – halte ich fuer wichtig. Die Absage an Vermittlung und
Verfahren, wie sie einige (...) Konzepte durchdringt, dagegen fuer
gefaehrlich."
- Neu:
LINTZEL, Aram (2008): Die Kulturtechnik des Grölens.
Auf der Suche nach den Resten der Freiheit: Diedrich Diederichsen
feiert das kulturelle Fremdgehen,
in: Literaturen, Juli/August
- Inhalt:
"Über verschiedene Ecken nähert sich der
Popkulturtheoretiker (...) der Frage: Wie kam es, dass Ideen, die
einst gegen »das Starre und das Stehende« gerichtet schien - wie
sexuelle Befreiung oder Selbstverwirklichung -, in mehr oder
weniger sanfte Zwänge umschlagen konnte?" meint Aram LINTZEL zum
Buch
"Eigenblutdoping" von DIEDERICHSEN.
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Aram Lintzel im
Gespräch
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- KRÜMMEL, Clemens & Aram LINTZEL
(2004):
Eine neokonservative Warenkunde.
Eine Gesprächsrunde mit Ekkehard Ehlers,
Andreas Fanzizadeh,
Judith Hopf, Rahel Jaeggi, Tobias Rapp,
in:
Texte zur
Kunst , H.55
Neokonservatismus, September
- LINTZEL, Aram (2007): Schnapsideen
statt Bierernst.
Ein neues Album von der deutschen Kult-Band Tocotronic,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 13.07.
- Inhalt:
Aram LINTZEL hat sich mit Dirk von LOWTZOW
getroffen, um über das neue Album
"Kapitulation" zu sprechen:
"Vielleicht
ist die «Kapitulation» sogar als ultimative Steigerungsform der
Romantik zu verstehen: Schliesslich kann derjenige, der sich
jeglichem Tun und jeglicher Entscheidung kategorisch entzieht, wie
niemand sonst in den unendlichen Traumwelten noch nicht
verwirklichter Optionen schwelgen. «Ein schöner Gedanke»,
kommentiert von Lowtzow, «viel schöner als diese -Ideologie, die
heutzutage aus allen Kanälen dröhnt.»
(...).
Ganz allein sind Tocotronic in ihrer Trutzburg nicht. Auf dem
neuen Album der New-Wave-Veteranen Fehlfarben ruft Sänger
Peter Hein im Titelsong «Handbuch für
die Welt» mehrfach aus: «Ich kann nicht mehr / Ich kann nicht
mehr.» Ist das Zufall? Nein, meint von Lowtzow: «Diese Reaktion
auf den
Zwang zur Selbstoptimierung, auf diesen neoliberalen
Imperativ, etwas aus sich zu machen und in Bewegung zu bleiben,
kann ich sehr gut verstehen.»"
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Beiträge des Heftes
- GEBHARDT, Richard -
Vollkornbrote für die Unterschicht. Paul Noltes neokonservative
Wertepolitik und die
"Generation Reform"
- DAVIES, Anthony - Back to Basics.
Posteuphorische Tendenzen in Wirtschaft, Kunst und Aktivismus
- KRÜMMEL, Clemens & Aram LINTZEL -
Eine neokonservative Warenkunde. Eine Gesprächsrunde mit Ekkehard
Ehlers, Andreas Fanzizadeh, Judith Hopf, Rahel Jaeggi, Tobias Rapp
- REBHANDL, Bert - Diktatur der
Erziehung. Die Filme
"Die fetten Jahre sind vorbei" und "Muxmäuschenstill"
- MAYE, Harun - Die Rückkehr zum
Konkreten. Der Neue Journalismus in deutschen Magazinen für
Popkultur
- SCHMITT, Viola - Anfang und Ende und
MDR. Die Agenda 2010 - ein Entwicklungsroman
- GUTMAIR, Ulrich - Aus dem Reformhaus.
Christina Knülligs Sammelband
"Aufwärts Bitte!"
- CELIKATES, Robin - Politik und
Polizei. Jacques Rancière zur Logik von Entpolitisierungsprozessen
- GEENE, Stephan - Status Quo Vadis.
Alain de Botton und seine
"StatusAngst"
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Das Heft in der Debatte
- GEER, Nadja (2004):
Neokonservative, seid ihr alle da?
Stochern im Gesinnungsnebel: "Theater heute" und "Texte
zur Kunst" entdecken in der Pop-Kultur ein neues deutsches
Phänomen,
in: Tagesspiegel v. 24.10.
-
MARESCH, Rudolf (2004): Neokons ante portas.
Die linke Popkultur fürchtet um etwas, das sie längst
verloren hat: Deutungshoheit und Meinungsführerschaft,
in: Telepolis v. 02.11.
- Kommentar:
Der Anti-68er MARESCH befasst sich in
seinem Artikel mit dem "Popstalinisten" Diedrich
DIEDERICHSEN und seinem Essay
"Die Leitplanken
des Zeitgeistes" im Theater heute-Jahrbuch 2004
und mit dem Themenheft der Zeitschrift Texte zur Kunst
über "Neokonservatismus".
MARESCH wirft der
Poplinken vor, den Zeitgeist verengen zu wollen, also das,
was jene den Neokons unterstellen.
Auch
wenn man MARESCHs Kritik nicht unbedingt folgen mag, eines
dürfte klar sein, die Poplinke hat ihre
Meinungsführerschaft längst auch im eigenen Milieu
eingebüßt.
Die
Orientierungslosigkeit der Poplinken bringt Judith HOPF im
Gespräch mit KÜMMEL & LINTZEL auf den Punkt:
"Wenn ich Neon oder
Publikationen aus dem SZ-Umfeld lese - nicht lese, sondern
gucke -, bekomme ich die Krise. (...). Es gibt aber keine
alternative Vorstellung dazu, es gibt kein Liebeskonzept
oder irgendeine Gefühlskonzeption, die von konservativen
Entwürfen abwiche und versuchte, etwas anderes
einzuschließen. Das fällt einfach aus dem Konsens raus. Es
gibt nur dieses komische
»68 hat nicht
geklappt« und diese Vaterfiguren, die noch immer total
attraktiv sind."
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Die Neokons in der Debatte
-
IRLINGER, Steffen (2004): Die Neokons der Popkritik.
Auf in die Vergangenheit:
Die bürgerliche Popkritik ruft zur neokonservativen Sinnstiftung und
reaktiviert dafür einen zwanzig Jahre alten Popbegriff. Wo einst
bedingungslos die Oberfläche gefeiert wurde, soll auch heute wieder
Glamour sein. Die feinen Unterschiede bleiben dabei auf der Strecke,
in: TAZ v. 22.05.
- Kommentar:
Wenn das neue TAZ-Spießertum die neuen
konservativen Reaktionäre der SZ kritisiert, dann erhält man eine
dröge Popkritik, wie sie IRLINGER hier liefert:
"Vor
allem im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung wird
mit einem veralteten und grotesk fehlinterpretierten Popbegriff
herumgespackt, der in den frühen Achtzigern in Zeitschriften wie
Sounds oder Spex entwickelt
wurde und mittlerweile - über verschiedene mediale Schwundstufen -
eigentlich im Stadium seiner vollendeten Kompostierung angekommen
sein sollte. Als rhetorische Kniffe wie die bedingungslose Feier
der Oberfläche, die Überbetonung des Glamourbegriffs und der
unbedingte Wille zur Affirmation in den frühen Achtzigern
entwickelt wurden, standen sie in einem bestimmten Kontext: Sie
dienten der Abgrenzung von den
ästhetischen Idealen der Hippies. Doch genau dieser Popbegriff
wird heute von einer Bande reaktionärer Popschreiber unreflektiert
in die Jetztzeit projiziert.
Zwei Grüppchen sind dabei erkennbar - die Evil-Twins der neuen
neokonservativen Popkritik. Da wäre einerseits die
Tristesse-Royal-Connection der
Herren Joachim Bessing und
Eckart Nickel, die dem wehrlosen Opfer mit ihrer Einstecktuchlyrik
und einem um zwanzig Jahre bereinigten popkulturellen Weltbild auf
den Leib rücken. Andererseits die übrig gebliebenen
Affirmationsgläubigen aus der Jetzt-Schule. Die
wiederum begeistern mit einer diffusen Mischung aus
Beamtenmentalität, Hysterie, und
seltsam verknispelter Poesiealbenprosa."
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