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Dietmar Dath: Die dunkle Seite der "Single"-Gesellschaft

 
       
     
       
     
       
   

Dietmar Dath in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • DATH, Dietmar (2001): Lustlos keck.
    Frédéric Beigbeders Blindtext,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.11.
  • DATH, Dietmar (2001): Ist denn gar nichts mehr heilig?
    Im Schlafzimmer der Verdinglichung: Die Liebe der Zukunft wird eine Liebe zu Puppen sein,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.12.
    • Kommentar:
      Der Kulturpessimist Dietmar DATH ist den Absonderlichkeiten der "Single-Gesellschaft" nachgegangen. Seine Gewährsmänner sind Michel HOUELLEBECQ und Bret Easton ELLIS. Im Mittelpunkt stehen deshalb die "emotional geschädigten, kontaktgehemmten mittelständischen Sexual-Autisten unserer Großstädte", die Partnervermittlungen wie "Coincidence Design" beauftragen oder in "Hausgemeinschaften mit Real Dolls" leben.
  • DATH, Dietmar (2002): Der grauenhafte Musterschüler.
    Medienmonster betreten die Schule: Die Haßindustrie hat es vorgespielt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.04.
    • Inhalt:
      DATHs Fazit zum Massaker in Erfurt:

            
        "Wenn man Erziehung nicht als Dressur will, kommt es darauf an, das verbreitete Spielmaterial der kollektiven (und einsamen!) Träume Jugendlicher ernster zu nehmen, als sowohl eine Spaß- wie eine Angstgesellschaft das können. Worte müssen wieder stärker gemacht werden als Bilder."
  • DATH, Dietmar (2002): Notturno Neunzehnhundertsechzehn.
    Schlachtenlärm hat immer schon die Phantasie der Kulturschaffenden befeuert: Wie, wo, wann und warum heutige populäre Phantastik die Urszenen des Ersten Weltkriegs wiederholt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.09.
    • Inhalt:
      DATH stellt die These auf, dass die "Urkonstellation der modernen Massenkulturen - ein hedonistisches Freiheitsversprechen der Teilhabe am Massenspaß unter dem allgegenwärtigen Verhängnis des Mitgerissenwerdens von tödlichen Massendynamiken - (..) in der Konstellation »1916« eingeschlossen (ist)".
  • DATH, Dietmar (2002): Nicht einmal ans Legalisieren von Cannabis denken.
    Warum Hanfmagie und Haschisch-Schamanismus der Menschheit auch nicht weiterhelfen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.10.
    • Inhalt:
      DATH über die neue Qualität der Gegenwartsgesellschaft:

            
        "Eine an der Arbeitskraft-Benutzer-Oberfläche intakte »Leistungsgesellschaft«, wie sie die Beatniks und Hippies vorfanden und mit Nichtstun provozieren wollten, ist etwas anderes als eine Gegenwart, die sich angeblich von brüchigen Koalitionen echter Ausgegrenzter und Kleinkrimineller mit abstiegsgefährdet-kleinbürgerlichen Jobbern und Kulturindustrie-Zuarbeitern in die Schranken weisen lassen soll. Die Geste der Wiederentdeckung alter Faulheitsformen ist magisch statt politisch, verläßt sich ganz auf Analogiezauber, auf Voodoo".
  • DATH, Dietmar (2003): Wenn ich das Wort Pop höre, entsichere ich meinen Revolver.
    Wider die falschen Freunde: Auch Massengeschmack ist elitär,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.02.
    • Kommentar:
      Dietmar DATH verteidigt den Popqualitätsjournalismus - u.a. also sich selbst - gegen
      Vertreter
            
        "eines journalistischen Populismus, der sich mit »Pop« verwechselt (...).
      Und so müssen wir das Elend weiter leiden: Vierzigjährige Laffen, die ihre Pubertät verpaßt und keine einzige Nacht ihres Lebens unter Bedingungen durchgemacht haben, die sie nicht kontrollieren konnten - das erst wäre »Pop« -, geben dem Publikum, »was es will« und was zu produzieren sie selbst nicht imstande sind, aber dafür gibt es dann ja dreißigjährige Gecken, deren Faxen suggerieren sollen, Popliteratur sei herzustellen, indem man gewöhnliche Nabelschauschreiberei mit öden Plattenanspielungen durchschießt, anstatt zu kapieren, daß Popliteratur, wenn überhaupt, nur entstehen kann, indem Literaten die Arbeitsbedingungen der Kulturindustrie teilen und das auch wissen, Leute wie Stephen King also, William Gibson oder die Macher von »Perry Rhodan«."

            
        Jetzt ist es also raus! Nicht "Raumschiff Enterprise", sondern "Perry Rhodan" ist die Referenzserie des FAZ-Feuilleton.
            
        Das ahnte man eigentlich schon länger, aber lesen konnte man es nicht. SCHIRRMACHER fühlt sich als Erbe des Universums Deutschland und wirft deshalb seinen Größenwahn lieber anderen vor.
            
        "Frick arbeitet heute als Journalist und Buchautor und er ist der Chef-Redakteur der Perry Rhodan-Heftromane. Er ist das beste Beispiel dafür, dass Punks in die Hochkultur eingezogen sind", konnte man im Dezember erstaunt im DeutschlandRadio hören.
            
        Ist nicht Dietmar DATH heute dort, wo Diedrich DIEDERICHSEN schon 1985 in "Sexbeat" war, als er schrieb:
            
        "Der intellektuelle Perry-Rhodan-Kritiker interpretiert, meist stark psychologisch gefärbt, die Inhalte dieser ungebrochen populären Primitiv-SciFi-Serie. Er vergißt, daß sich bei Perry Rhodan wie auch beim Marvel-Comic jedes Einzelexemplar in eine unendliche Reihe einordnet mit den ausgetüftelsten Querverbindungen, die für das Lesen viel wichtiger sind als die rechtsreaktionären Inhalte. Einmal mehr hatte Saussure recht: Die Bedeutung von Perry Rhodan und vieler anderer proletarischer Kulte erschließt sich nicht durch die Beziehung Perry Rhodans zur Wirklichkeit, sondern über das Verhältnis eines Perry-Rhodan-Heftes zu allen anderen Perry-Rhodan-Heften."
            
        Perry Rhodan ist jedoch keine proletarische Kultur, sondern typische Realschüler- bzw. Gymnasiasten(nerd)kultur (wobei es immer der kleinere Bruder ist, der die Hefte eigentlich liest; siehe Steffen KOPETZKY in der SZ vom 15.06.2001).
            
        Und es dürften etliche männliche Ungeliebte geben, die den "Einsamen der Zeit" (nicht Atlan, sondern Alaska Saedelaere) zu ihrer pubertären Identifikationsfigur erkoren haben.
  • DATH, Dietmar (2004): Kerstin Grether.
    Zeitschriftstellerin,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.04.
    • Inhalt:
      Der ehemalige SPEX-Chefredakteur Dietmar DATH stellt Kerstin GRETHER vor, die in diversen Musikzeitschriften von SPEX bis Intro schreibt:

            
        "Fast mag man (...) nicht recht glauben, daß sie (...) erst 1975 geboren sein soll, gibt es doch im hiesigen Popjournalismus locker zwei Dutzend pressenotorische Mittvierziger, die sich allmählich sputen müssen, wenn sie die Reife und Durchdachtheit von Grethers Positionen in in diesem Leben noch erreichen wollen".
  • DATH, Dietmar (2004): Revolutionsstau.
    Ruhe im Inland: Die intellektuelle Linke kritisiert nach draußen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.06.
    • Kommentar:
      Dietmar DATH attestiert der intellektuellen Linken die Nicht-Thematisierung der sozialen Frage in Deutschland.

            
        Die so genannte Neue Linke hatte sich in den 70er Jahren von der Arbeiterbewegung verabschiedet. Das erfolgreichste Enttäuschungsprodukt dieser Neuen Linke  war die Individualisierungs-Linke der 68er um den Popsoziologen Ulrich BECK.
            
        Dietmar DATH geht es jedoch primär um die hedonistische Poplinke - sozusagen das Konkurrenzprojekt der Single-Generation -, das sich erst gar nicht vom Proletariat verabschieden musste, sondern sich nur von den großen Brüdern abgrenzte.
            
        DATH zitiert deshalb den Popintellektuellen Diedrich DIEDERICHSEN damit, daß
      "seit '45 kein radikaler Linker in der BRD auch nur einen einzigen Arbeiter oder andere Soll-Subjekte der Geschichte auch nur zu einem Schluck Bier mobilisiert hat."

            
        Das Engagement für den deutschen Arbeiter war für den hedonistischen Poplinken im Gegensatz zum Engagement für den Nicht-Deutschen unsexy.
            
        Aufgegangen in der wabernden Multitude jedoch, könnte nun der deutsche Arbeiter seine Renaissance als Subjekt der Poplinken erleben, denn hier kommt die Kaltfront.
            
        DATH jedenfalls hat schon einmal "ein ganzes Meer der Unruhe, in den man als Gesellschaftskritiker schwimmen könnte wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser, ausgemacht.
  • DATH, Dietmar (2005): Wer Zukunft zeugt.
    Soll Mutterschaft wieder Schicksal werden?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.02.
    • Kommentar:
      Heute muss Dietmar DATH an die demografische Front. Im Gegensatz zur bisherigen Debatte verteidigt DATH die Wahlfreiheit in Sachen Reproduktion.

            
        DATH weist daraufhin, dass bei den Grünen bereits Mitte der 80er Jahre die "neue Mütterlichkeit" zur Verdammung der kinderlosen Karrierefrau führte:
            
        "Vor den jüngsten demographischen Warnschüssen einer überalterten Gesellschaft war diese Differenz zwischen Natur und Kultur noch das Proprium »neuer sozialer Bewegungen«, etwa der Leute, die den berühmten »grünen Mütterkongreß« ausrichteten, der 1986 unter dem Motto »Leben mit Kindern - Mütter werden laut« stattfand und unter anderem dazu führte, daß Feministinnen, die trotzdem keine Kinder kriegen wollten, sich von linken Genossinnen und Genossen als »Aquariumskarrieristinnen« anschwärzen lassen mußten."
            
        Hatte also die Nach-68er-Generation ihr Eltern-Coming out bereits in den 80ern, so wird die postfeministische Mütterlichkeit durch eine Debattenatmosphäre befeuert, "in der plötzlich wieder von Reproduktionsverpflichtungen gesprochen werden kann, die erfüllt werden müssen, um die brüchig gewordenen tieferen Stockwerke des Gesellschaftsbaus zu stabilisieren."
            
        DATH beklagt die damit verbundene Naturalisierung des Sozialen (siehe hierzu ausführlicher Christoph BUTTERWEGGE) und nennt die Interessen, die von einer solchen Naturalisierung profitieren:
            
        "Wenn in den reichen Ländern der Nordhalbkugel die Kleinen ausbleiben, fallen die Mieten und steigen die Löhne. Daß das den Besitzern von Wohnungen und Fabriken nicht gefällt, ist ebensowenig ein vernünftiger Grund, Frauen zur Bereitstellung einer nachindustriellen Reservearmee fürs postfordistische Zeitalter zu verpflichten, wie der Wunsch vieler Männer, die lästige weibliche Konkurrenz von den Arbeitsmärkten zu verscheuchen, weil die Lage dort prekärer geworden ist.
            
        Auch die verbreitete Angst vor der unkontrollierten Vermehrung Zugewanderter gebietet logisch nicht zwingend, einheimische potentielle Mütter an die demographische Front zu schicken. Denn wenn der besagte technische Fortschritt, oft in der Chiffre »Lebensstandard« versteckt, angefangen von der Ausbildung zu einem Leben, das ihn zu nutzen versteht, auch Migrantinnen offensteht, dann werden sie in entsprechender statistischer Verteilung ebenfalls Karrierefrauen oder Mütter mit Beruf sein - was sie allenfalls noch daran hindert, sind wagenburgartig abgeschottete Sozialzusammenhänge, die von der gesellschaftlichen Prämierung der Selbstethnisierung zehren, nicht ein mythischer Gebärtrieb."
            
        DATH sieht in der Bejahung des Fortschritts - und dazu gehört auch die Freiheit der Reproduktion - die einzige Alternative zu einer "Neuorganisation nach biologischen Kriterien":
            
        "Alles andere als die Anerkennung der Tatsache, daß zur Reproduktion die freie Wahl gehört wie zur modernen bürgerlichen Gesellschaft die »Hochachtung vor der individuellen Subjektivität« (Hegel), riecht nicht nach Neuzeit, sondern nach mit ökonomischen und kulturellen Erwägungen nur notdürftig verbrämten vormodernen Vorstellungen vom Gemeinwesen, die sich an Bluts- statt an Bürgerrecht orientieren."
  • DATH, Dietmar (2005): Die Kritik der Kopfhörer ist ein sehr schwieriger Job.
    Diedrich Diederichsen denk den Wechselstrom zwischen Kunst und Leben,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.10.
    • Inhalt:
      DATHs Besprechung des Buches "Musikzimmer" ist zweigeteilt.

            
        Am Anfang steht eine Hommage an Diedrich DIEDERICHSEN: Wer sich in einer Welt bewegt, in der man die Popkultur nicht ignorieren kann, "muß Diederichsen gelesen haben und wird ihn weiter lesen müssen, denn was ihn wichtig, wertvoll und manchmal heikel macht, darin läßt er einfach nicht nach, wie sein neues Buch »Musikzimmer« beweist."
            
        DATH pflichtet DIEDERICHSEN bei, wenn dieser schreibt: "Wenn man Nonkonformismus entwickelt, sollte man wenigstens wissen, was der aktuelle Konformismus geschlagen hat".
            
        Im zweiten Teil der Rezension versucht sich DATH von DIEDERICHSEN zu emanzipieren.
            
        Im Gegensatz zu DIEDERICHSEN will DATH nicht die soziale Praxis als oberste Richtschnur gelten lassen:
            
        "Die Idee, daß ein sozialer Raum an sich wahrer, weil wirklicher ist als selbst die wahrste Idee, muß nicht stimmen. Es wäre nämlich auch möglich, daß schon der empirische Zusammenhang solcher Räume und Sozialtatsachen eben nicht von einer Praxis gestiftet wird, die das Leben verbessert, sondern vom falschen Bewußtsein derjenigen, die glauben, sie hätten Teil an diesem Zusammenhang. (...). Daß das Kollektiv, dessen Praxis er vorfindet, mit der er sich solidarisiert, kein praktisches, sondern ein ideologisches ist, sieht der Kritiker nicht, wenn er gerade dabei ist, diesem Kollektiv ein richtiges Bewußtsein zu basteln und anzudrehen.
      Zu Zeiten, da so einer das noch sehen konnte, hieß er nicht Kritiker, sondern Aufklärer. Die sind lange vorbei. Aber was man jetzt tun muß, damit das, was seither schlechter wurde, nicht noch schlechter werde, erfährt man nicht von Kunst.
      "  
  • DATH, Dietmar (2005): Weltverbessserwissen.
    Schwarzgrün denken: Martin Heidegger hat alles vorausgewußt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.11.
    • Inhalt:
      Dietmar DATH denkt Botho STRAUSS weiter:

                
      "Der späte Heidegger (...) empfahl nicht Wissen, sondern etwas, das er »Denken« nannte (...). Als besonderen Zug der Moderne hat er (...) ausgemacht, daß sie zwar nicht mehr sehr viel glaubt, aber noch längst nicht alles weiß."
                
      Unsere Zeit charakterisiert DATH risiskogesellschaftlich als "Zeit, die spiegelsymmetrisch zur Frühmoderne zwar nicht mehr viel weiß aber auch noch nicht wieder alles glaubt."
                
      Für DATH ergibt sich aus dieser Situation ein Auftrag an die Eliten als Wissende und Avantgarde.
                
      Letztlich geht es DATH jedoch nur um eines, nämlich die Rettung des gesellschaftlichen Privilegiensystems der Eliten vor den barbarischen Massen:
                
      "Die Welt von »manufactum« und die Ideologie des ökologischen Häusle-Bauerns für Kleinbesitzer entspringen am selben Punkt - dem Horror vor der Kollektivierung. Schwarzgrün ist darum die logische Option aller, die Heideggers Nachkriegs-Technikphilosophie verstanden haben und in der Frage »Industrie oder stabile Hierarchien« sich zugunsten der Hierarchien entscheiden. Denn die Nichtbesitzer werden sich nur dann daran hindern lassen, die Eliten zu enteignen und für die Masse größere Kuchenstücke zu fordern, wenn man ihnen den Verzicht auf die Früchte der Industrialisierung als etwas moralisch Hochwertiges, als eine neue Frömmigkeit verkaufen kann. Genau dafür braucht die Elite die grüne Option."
  • DATH, Dietmar (2006): Lumpenliberalismus.
    Wir wollen auch gefressen werden: Wie sich die jungen Kreativen selbst abschaffen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.02.
    • Inhalt:
      Der Ex-Spexler Dietmar DATH rechnet mit den Neuliberalen (nicht zu verwechseln mit den Neoliberalen) ab, die er an Personen wie Johannes VOGEL (Bundesvorsitzender der JuLis), Ulf POSCHARDT und Ex-Spexler Wolfgang TILLMANS festmacht.

                
      Er skizziert die Entwicklung von den Alternativbetrieben der 80er Jahren bis zu den gegenwärtigen kreativen Kreisen:
                
      "Der neueste Liberalismus für die Kreativen ist (...) eine Art Basisbewegung alerter, kosmopolitischer Individualisten - so etwas Ähnliches wie die New Economy, nur ohne Wagniskapital."
                
      Im Gegensatz zum klassischen Liberalismus gehe es ihnen "nicht mehr um die erste Million mit fünfundzwanzig, sondern um (...) Selbstverwirklichung".
                
      DATH prangert den Umgang dieser kreativen "Lumpenliberalen" mit Praktikanten an und wirft ihnen vor, dass sie sich für "freie Marktsubjekte halten, bloß weil sie jene Freiheiten genießen, die auch der Tagelöhner vor dem Sklaven voraushat".
                
      Für DATH beschleunigt dieses vulgärmarxistische Klassenbewusstsein der neuliberalen Kreativen das "Absterben der ökonomisch unabhängigen Kreativen".
  • DATH, Dietmar (2006): Wie wir "Spex" zerstört haben,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.12.
  • DATH, Dietmar (2007): Contra naturam. In: Johannes Ullmaier (Hg.) Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S. 386-411
 
       
   

Dietmar Dath im Gespräch

 
     
       
   

Dietmar Dath in der Debatte

 
   
  • STÜTTGEN, Tim (2003): Elend und Anomie sind nicht okay.
    Kein Generationen-Clash par excellence, sondern ein zeitlich arg begrenztes Interview aus Anlass der Wiederveröffentlichung von "Sexbeat", das - wie könnte es anders sein - auch um Fragen zu diesem Magazin kreist. Ein Gespräch außerdem über die Möglichkeiten, in der Diskurs-Produktion verschiedene Welten zu addieren und die stets bestehende Notwendigkeit interventionistischen Schreibens. heute ist längst nicht alles gut und früher war auch nicht alles besser, meint nicht bloß Diedrich Diederichsen,
    in: Spex, April
    • Inhalt:
      Zum Pop-Diskurs in den Feuilletons merkt DIEDERICHSEN an:

            
        "Natürlich ist das ein schrecklicher Diskurs geworden, dieser Pop-Diskurs in den Feuilletons. Aber ja, das ist halt eine Herausforderung. Darauf müsste reagiert werden, wie es Dietmar Dath am 13. Februar in der FAZ getan hat. Das hätte zwar auch schon früher jemand machen können, aber immerhin."
  • STRUNZ, Christoph (2003): Trivialmythen.
    Der Pop und der Abfall,
    in: Spex, April
    • Kommentar:
      Benjamin von STUCKRAD-BARRE und Rolf-Dieter BRINKMANN zusammenzubringen, das ist das Kunststück, an dem sich STRUNZ versucht.

            
        Das ist so etwas wie die Widerlegung der popkulturellen Variante der HUNTINGTON-These vom Clash der Kulturen.
            
        STRUNZ geht dazu weit zurück und zwar bis zum Buch "Trivialmythen", das Renate MATTHAEI 1970 im März-Verlag herausgegeben hat.
            
        Oberflächlich gesehen steht STUCKRAD-BARRE für "Lebensstilbücher" wie das gerade verfilmte "Soloalbum" und BRINKMANN steht für die Verneinung jeglichen Lebensstils. So würde das gewiss auch Johannes ULLMAIER sehen.
            
        Mit einem Umweg über Dietmar DATHs FAZ-Artikel kommt STRUNZ zum Punkt:
            
        "die heutige Assoziation von Pop mit Grundsatz als Theorie, und pop mit Inhalt und Bildung, (stützt) sich auf Programme um 1970 (...), die damals eigentlich viel widersprüchlicher funktionierten."
            
        Diesen angeblichen Widerspruch versucht STRUNZ dann mit STUCKRAD-BARREs "Deutsches Theater" zu widerlegen. Damit versucht STRUNZ Bezüge zum Projekt "Trivialmythen" herzustellen.
            
        Darüber dürfen sich nun die Pop-Intellektuellen streiten.
            
        Anlass der STRUCKRAD-BARRE-Verteidigung sind Leserreaktionen auf einen Text des Popliteraten im Septemberheft der SPEX gewesen:
            
        "Vielen Reaktionen (...) ist anzusehen, dass sie die Kombination von Stuckrad-Barre und SPEX als unüberwindlichen Gegensatz sehen, der vor allem Anlass zu deutlich konturierter Positionierung gibt."
  • BALZER, Jens (2006): Spex.
    Was geht und was nicht geht,
    in: Berliner Zeitung v. 22.12.
 
       
   

Die salzweißen Augen (2005).
Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
 
 

Klappentext

"»Liebe Sonja«, schreibt David in diesen aufklärerischen und verzweifelten Briefen an eine angebetete Mitschülerin von einst, »zurückzuschauen ist nicht immer die beste Idee: Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule.«
Dennoch hält er Rückschau: Damals, in den
»klebrigen siebziger Jahren«, wollte Sonja wissen, was ihn an Heavy Metal, an Zombie- und Pornofilmen und Horrorcomics denn fasziniere. Jetzt, in den Briefen, holt er aus, zitiert Gräßliches und definiert theoretisch: Drastik, das ist »die kulturindustrielle Form, die das Selbstwunsch- und -angstbild von modernen Menschen annimmt, wenn die sozialen Versprechen der Moderne nicht eingelöst werden -« Doch angetrieben wird seine Erklärung von der eigenen Geschichte: einem kaputten Elternhaus, der Sonjafixierung, Drogenerfahrungen, einem Zusammenbruch."

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • fehlen noch
 
       
   

Phonon (2004)
Berlin: Verbrecher Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"Dietmar Dath, von 1998 bis 2000 Chefredakteur der traditionsreichen Zeitschrift für Popkultur »Spex«, beschreibt in »Phonon« die Musikkritikwelt von ihrem Ende her – eine Zeitschrift muss produziert werden, von und für »Erniedrigte und Beleidigte und Wichtige«. Zeitgleich steht der Stadt Kandor eine Katastrophe bevor. Lediglich ein paar Verschwörer um die so genannte »Gruppe Pfadintegral« mühen sich um Aufklärung, indem sie Gegenwehr betreiben. Ein spannendes und vertracktes Buch. Die erste Ausgabe des Buches, 2001 zunächst in einer Kleinstauflage erschienen, fand große Resonanz und war sofort vergriffen. Mit dieser Neuausgabe ist das Buch endlich wieder verfügbar."

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • VÖLZKE, Daniel (2004): Pop ist ein Stahlbad.
      Dietmar Dath geht nicht in den Untergrund,
      in: Tagesspiegel v. 24.10.
 
       
   

Schwester Mitternacht (2002)
(zusammen mit Barbara Kirchner)

Berlin: Verbrecher Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"Dietmar Dath und Barbara Kirchner haben diesen Roman gemeinsam verfasst. Erdreht sich um Himmel und Hölle, um den Kampf von Terroristen und Regierungen, um Sex, Sex, Sex (AIDS ist geheilt) und um die neue Droge »Schwester Mitternacht«, die auch die Hirne der WissenschaftlerInnen benebelt. Ein Thriller und zugleich eine Gesellschaftssatire."

Pressestimmen

"Dath und Kirchner - er schreibt schlaue Texte für die FAZ, sie für die FR - haben ihre Verschwörungsgeschichte auf einer Theorie Richard Dawkins aus den Siebzigern aufgebaut, die sich in letzter Zeit größerer Beliebtheit erfreut."
(Kolja Mensing in der TAZ vom 11.12.2002)

"Bei »Schwester Mitternacht« kann man nicht alles verstehen, weil so eben vieles im Leben ist: nicht zu verstehen. Auch das ist eine Aussage des Buchs. Und deswegen treiben Kirchner und Dath ein Spiel mit unentschlüsselbaren Quellen in einem Verweisnetz aus Fakten und Behauptungen."
(Nikolaus Stemmer im Fluter vom April 2003)

 
 
 
       
     
   

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Update:02. August 2009