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Dietmar Dath: Für immer in Honig

 
       
   

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Für immer in Honig (2005)
Berlin: Implex Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"»Für immer in Honig« ist ein historischer Roman über Dinge, die nie passiert sind und nicht passieren werden. Er erklärt alles, was in der Zeitung steht und im Fernsehen kommt und handelt von Leuten in Europa, Amerika und Israel, die sehr viel wissen und trotzdem alles falsch machen. Die Geschichte, die ohne Hintergedanken im Stil leicht erkälteter Unterhaltungsliteratur erzählt wird, umfaßt mehrere Jahrzehnte, in denen Deutschland vor die Hunde geht und die Beziehungen der Vereinigten Staaten von Amerika zum Rest der Welt sich verschlechtern, während die Toten ins Leben zurückkehren, die Wissenschaft Fortschritte eher seitwärts als nach vorne macht und die Popmusik sich nicht gerade verbessert."

Stimmen zum Roman

"Nicht selten ist es die so genannte Poplinke, die seinen Spott ertragen muss. Doch die sollte das nicht so persönlich nehmen, ist sie doch nur eine Facette in Daths vor sich hin wucherndem Unterhaltungsroman, in dem es neben der Journalistenszene in Berlin-Mitte auch um Neonazis in der badischen Provinz, Dämonenjägerinnen in Freiburg, knabenmordende Familienväter und sehr viele lebende Leichen, genannt Zombies, geht. Ach ja, und um Hillary Clinton und eine neue Weltordnung, die dem alten Leninismus doch sehr ähnlich sieht. Kurzum: Dieser Roman neigt dem Monströsen zu, und das nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf formaler Ebene."
(Nadja Geer in der Zeit vom 13.10.2005)

"Wiedererkennungseffekte gibt es zuhauf, für jeden und jede scheint etwas dabei zu sein. Und selbst wenn man mit den vielen Bezügen nichts anzufangen weiß, hat man wenigstens die Genugtuung, einen unterhaltsamen und klugen Science-Fiction-Roman gelesen zu haben."
(Martin Janz in der Jungle World vom 19.11.2005)

 
     
 
       
   

Vorabdruck

DATH, Dietmar (2005): Wo wir alle herkommen.
Und wie man nicht kämpft: Dietmar Daths neuer Roman "Für immer in Honig" - Ein Vorabdruck,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 03.04.

Romantisch korrekt erzählt Dietmar DATH von der einsamen Karrierefrau, die nach dem 11. September 2001 in einer Bar auf den Spießer Freddy trifft:

"Die Idee einer einigermaßen vernünftigen, tragödienfreien Lebensplanung hatte ab dem Moment jener Bar-Begegnung (...) nicht nur bei ihm, sondern bei allen beiden nichts mehr zu bestellen: Springen wir rein, auf geht's."

 
   

Rezensionen

SDUN, Nora (2005): Fanpost,
in: textem.de v. 25.04.

SCHLÖGL, Martin (2005): Eine neue Spezies,
in: WochenZeitung Nr.25 v. 23.06.

GEER, Nadja (2005): Großer Geist und Drang.
Dietmar Daths unerwiderte Liebe zur Massenkultur,
in: Literaturbeilage der ZEIT Nr.42 v. 13.10.2005

JANZ, Martin (2005): Wenn das falsche Vakuum kollabiert.
Dietmar Daths schöner, neuer Roman ist der reine Irrsinn,
in: Literaturbeilage der Jungle World Nr.42 v. 19.10.2005

GRETHER, Kerstin (2005): Die kleinen Gespenstinnen.
Die dicken Kinder von heute lesen morgen dicke Bücher und retten übermorgen den Planeten: In seinem plot- und figurenreichen Roman "Für immer in Honig" nimmt sich Dietmar Dath unter anderem derjenigen an, die als neue Unterschichten verteufelt werden - und gibt ihnen die Würde zurück,
in: TAZ v. 22.08.2005

Kerstin GRETHER bedankt sich bei Dietmar DATH mit einer Rezension: "Nie hat der ehemalige Spex-Chefredakteur so detailliert seine und die Jugend von heute beschrieben. Daths Jugend lebt die »Kunst des stilvollen Verarmens« bereits. So, dass man sich fast schämt für die Generation der über-30-jährigen Bildungsbürger, die einen höhnischen Sicherheitsabstand wahrt, wenn sie diese Pink hörenden, Rüschenjeans tragenden, kleinen Gespenstinnen jetzt auch noch ernst nehmen soll. Und vor lauter Ecken-und-Kurven-Angst all die Knackpunkte nicht wahrnehmen will, die die Dath'sche Geisterbahn aus kollabierenden Familien nebst klapsmühlenhafter Wirtschaftslage bevölkern. Natürlich muss sich der Metal-Fan Dath daher auch nicht künstlich vom ach so toten Pop-Roman absetzen. Der ja umso heftiger totgeredet wird, je mehr er gebraucht würde. Weshalb es besonders erfrischend ist, wie der Autor diesen postoptimistischen Casting-Kultur-Opfern ein bisschen Würde zurückgibt, indem er ihre Spiele und Codes, von Sex bis Revolutionsfantasien, liebevoll ernst nimmt. Und dabei auch noch die Boheme- und Kunstlichterwelt seiner Generation fortschreibt.
Wer glaubt, dass Dath hier noch mal den universellen Pynchon-Postmodernen raushängen lassen oder gar den ersten Bildungsroman des 21. Jahrhunderts schreiben wollte, unterstellt zu viel Kalkül. Dath hat einfach viel zu sagen, und er sagt es. Er hat die Zukunft des Rock 'n' Roll im Menschen selber gesehen. Oder wie es der Berliner Songwriter Jens Friebe neulich zu Protokoll gab: »Dietmar Dath ist der letzte manische Aufklärer Deutschlands.«"
 
   

Das Buch in der Debatte

Neu:
RAPP, Tobias (2005): Lass uns nicht über Spex reden.
Wer hat die Hegemonie im Popdiskurs? Ulf Poschardt wirft Diedrich Diederichsen Realitätsverlust vor, Dietmar Dath wünscht der Popkulturlinken den Weltbürgerkrieg an den Hals. In der Popkritik tobt ein Erbfolgekrieg um die Hinterlassenschaft der "Spex" und die Definitionsmacht darüber, was real ist,
in: TAZ v. 15.11.

Tobias RAPP zeichnet nochmals die POSCHARDT- Debatte nach, wobei er noch Dietmar DATH und seinen Roman Für immer in Honig mit einbezieht. Im Roman von Dietmar DATH zettelt eine "Gruppe von mathematisch und leninistisch geschulten Übermenschen einen Weltbürgerkrieg an".  RAPP zeigt die poplinken Verflechtungen auf, die zwischen Diedrich DIEDERICHSEN, Ulf POSCHARDT und Dietmar DATH bestanden, um seine Vatermord-These zu belegen:

"Diederichsen (...) war der Gutachter von Poschardts Doktorarbeit, die unter dem Titel »DJ-Culture« dann das Buch wurde, das ihm einige Türen öffnete. Dath war der letzte Spex-Chef bevor das Magazin verkauft wurde - Diederichsen war damals einer der Herausgeber."

DIEDERICHSEN wird von RAPP als "Lobbyist hinter den Kulissen" dargestellt, der das wahre Erbe der Musikzeitschrift Spex weiterpflegt:

"seine Behauptungen und ästhetischen Richtungsangaben konnten ihre Kraft auch deshalb entfalten, weil er niemals müde wird, sie als Lobbyist hinter den Kulissen durchzusetzen. Er mag nicht der einzige gewesen sein, der in der Jury saß, die die Bundeskulturstiftung bei der Vergabe ihrer Gelder beriet, doch es gab Partys linker Kulturschaffender in den letzten Jahren, wo die Zahl derjenigen, die ihre Miete direkt oder indirekt von der Bundeskulturstiftung bezahlt bekamen, locker die Zahl überwog, die sich anderswo ausbeuten. Umso abstruser natürlich Poschardts Vorwurf, Diederichsen hätte die Verbindung zur Realität verloren. Dies ist Realpolitik."

Vor diesem Hintergrund erscheint die POSCHARDT-Debatte dann als

"Erbfolgekrieg um die Hinterlassenschaften der Spex (...). Es geht um kulturelle Hegemonie. Und der, der über sie bestimmt, darf sagen, was real ist."

 
       
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 25. November 2005
Update: 23. Mai 2015