| |
|
DIEZ, Georg
(2000): Der Aufkleber,
Teil
1 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche Zeitung
v. 27.11.
DIEZ,
Georg (2001): Na Logo!
Göteborg und die Quellen
des gegenwärtigen Antikapitalismus,
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 18.06.
DIEZ, Georg (2004): Bude.
Deutschland De Luxe,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.01.
-
Georg DIEZ hat sich mit dem
Soziologen Heinz BUDE, einem Vordenker der
Berliner Republik, unterhalten. BUDE gehört zu den
Modernisierungsgewinnern der Single-Generation. Diese Aufsteiger
tendieren neuerdings zum Neokonservatismus.
DIEZ zitiert hierzu BUDE:
"daß er Leute wie sich heute vor allem
in der CDU finde, daß Familie immer wichtiger werde, die Leute
wieder Kinder kriegen und daß die Gewinner von Aufstiegsbewegungen
»nicht sonderlich liberal« seien: »Die wollen für ihre Kinder jetzt,
daß es gut wird. Die wollen Schulen, wo man sagt, wenn ich da mein
Kind hinschicke, dann kann ich damit meine Statusposition sichern in
der folgenden Generation«.
Solche Sachen sagte Heinz Bude, und ich dachte an meine Freunde, die
ihre Kinder auf Privatschulen schicken, und fragte mich, ob das also
diese Gewinner von Aufstiegsbewegungen waren und wie sie sich dabei
fühlten."
|
DIEZ, Georg (2004): Beigbeder,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.04.
-
Eigentlich sollte Georg DIEZ über eine
Lesung von Frédéric BEIGBEDER schreiben, aber offenbar hat er dazu
keine Lust, weshalb er über Michel HOUELLEBECQ schreibt:
"Michel Houellebecq übrigens, der
neokonservative Miesepeter, hatte eine Weile einen anderen
Doppelgänger im deutschen Feuilleton. Der hieß Uli Beck, war eher
ein linksliberaler Schönwetterschreiber und verschwand vor ein
paar Jahren mehr und mehr aus den Zeitungen, so wie Houellebecq
weniger und weniger schrieb, bis er sich ganz in den Rauch seiner Zigartetten aufgelöst zu haben schien."
Über den
Zusammenhang zwischen den Thesen von Ulrich
"Uli" BECK und Michel HOUELLEBECQ
hat single-generation.de bereits im Jahr 2000 geschrieben. Bis ins
Mitte-Feuilleton war das bisher nicht durchgedrungen. Nun,
da es die Spatzen bereits von allen Dächern pfeifen, dass die
Individualisierungsthese zum Ladenhüter geworden ist, wagen
auch Mitte-Journalisten das Thema aufzugreifen. In diesem Zusammenhang wäre
vielleicht noch darauf hinzuweisen, dass neulich der
Lifestyle-Soziologe Stefan HRADIL, der Mitte der 90er Jahre durch
die
These vom
Single als Pionier der "Single"-Gesellschaft aufgefallen war,
in einer
Rezension von Michael VESTERs Buch über den Strukturwandel der
Gesellschaft, der "subjektiven" Individualisierungstheorie von
Ulrich BECK eine klare Absage erteilte:
"Ausgiebige empirische
Untersuchungen deckten auf, dass die alltäglichen Lebensweisen der
Menschen keineswegs völlig von ihrer Schichtzugehörigkeit (...)
unabhängig sind."
VESTERs Buch über die "pluralisierte
Klassengesellschaft" wurde bereits Anfang der 90er Jahre zum
ersten Mal veröffentlicht. Damals wollte jedoch noch kein seriöser
Mainstream-Soziologe den Begriff Klassengesellschaft verwenden. Zwei Jahre nach Erscheinen der
vollständig überarbeiteten zweiten Auflage von VESTERs Buch lobt
nun HRADIL dessen Arbeit methodisch als richtungweisend.
VESTERs Milieueinteilungen scheinen
heutzutage jedoch bereits antiquiert, denn neben führenden
Elitemilieus und unterprivilegierten Volksmilieus, gibt es bei ihm
ein so genanntes mittleres Volksmilieu, das in der politische
Debatte auch als alte bzw. neue Mitte gehandelt wird. Hier tun
sich jedoch momentan die Gräben auf... |
DIEZ, Georg (2004): German Psycho.
Der seltsame Weg des Benjamin von Stuckrad-Barre: Von der
Schwierigkeit, mit der Gegenwart auf Augenhöhe zu bleiben,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.04.
-
Anlässlich des Nicht-Erscheinens
des neuen Buches Festnetzspeicher der Kontrollgesellschaft - Remix II (sollte im
Februar erscheinen, wurde aber mittlerweile auf Ende Mai
verschoben) von
Benjamin
von STUCKRAD-BARRE, denkt Georg DIEZ am Beispiel des
Shooting-Stars über die Popliteraten im Zeitalter der neuen
Ernsthaftigkeit nach.
Zwischen dem
Roman Solo-Album
und dem
11. September 2001 vollzog sich
nach DIEZ der Aufstieg von STUCKRAD-BARRE zum gleichermaßen
geliebten und gehassten Erfolgsschriftsteller. Seinen Abstieg
formuliert DIEZ folgendermaßen:
"Seine Denkbewegung aber ging immer
mehr fort von der Introspektion (...) hin zu einer Vergewisserung
anhand der Oberflächen und der Öffentlichkeit - er verwandelte
sich in eine jener Figuren, über die er früher so hingebungsvoll
lästern konnte. Wenn Jürgen Drews der Endpunkt ist, dann gelang es
Stuckrad-Barre immer schlechter, diese Grenze nicht zu
überschreiten. Öffentlichtkeit wurde zu einem Wert an sich. Eine
Existenz im Neonlicht. Irgendwann war es nur noch die
Notbeleuchtung."
STUCKRAD-BARRE einst Mitglied
des popkulturellen Quartetts, das sich mit
"Tristesse
Royale" einst ein umstrittenes Manifest gab, wird von
DIEZ zwei anderen Mitgliedern des Quartetts gegenübergestellt, um
Alternativen aufzuzeigen:
"Der andere Weg ist der, den
Christian Kracht
eingeschlagen hat - und auf seine Weise auch Joachim Bessing, der
mit seinem neuen Buch
Rettet die Familie! jedes Vorurteil bestätigt, wonach die
Ironieschübe der neunziger Jahre einnen konservativen Kern oder
zumindest eine konservative Konsequenz haben. Kracht jedenfalls
(...) hat den Weg gewählt, sich in eine fast mönchisch geprägte
Sprach- und Kunstwelt zu retten. Eben die Versenkung als
Gegenbewegung zur Verflüchtigung."
|
DIEZ, Georg (2004): Die Macht singt ihre Lieder.
Falk Richter schreibt und inszeniert Stücke gegen das System - das
System bestraft ihn mit Erfolg und Berühmtheit,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.04.
-
Georg DIEZ passt die Entwicklung von Falk
RICHTER nicht.
Wahrheiten, dafür ist einzig
die Frankfurter Allgemeine zuständig! Wer es deshalb wagt, die
Medien zu kritisieren, der bekommt es mit der publizistischen Macht
von FAS/FAZ zu tun:
"Richter (trägt) eigene
Wahrheiten selbstgefällig vor sich her (...).
Falk Richter ärgert sich, wenn man ihm das sagt. Überhaupt schwankt
so ein Gespräch mit ihm ständig zwischen Angriff und Verteidigung,
zwischen Ernst und eben dem Lachen, mit dem Richter schnell auch
manche Konturen verwischt. Das liegt wahrscheinlich daran, daß sich
Richter wie fast kein anderer Dramatiker auf eine Art und Weise für
unsere trügerischen Medienwelten interessiert, die man nur durch
eine zwiespältige Faszination erklären kann, wobei der bequeme Ekel
siegt."
Wohin sollte sich Falk RICHTER
dagegen entwickeln?
"In »Amok. Weniger Notfälle«
ist das Unbehagen zu spüren, das in der bürgerlichen Welt herrscht.
Ein Zustand zwischen Kontrollzwang, Angstattacke und Gewaltexzeß".
|
DIEZ, Georg (2005): Die Armen sind
die Avantgarde.
Nichts wäre verkehrter als Herablassung: Die Kultur der
Unterschicht ist womöglich unser aller Zukunft,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.03.
-
Angeblich schreibt man bei der
FAS nur noch
über etwas wovon man auch etwas versteht. Georg DIEZ, der eigentlich eher
für die Welt der Reichen und Schönen zuständig ist, will uns
nun die Unterschichten erklären. Dies delegiert er deswegen an
so genannte Experten:
"Die Auflösung ganzer Milieuformen
sieht etwa Wolfgang Kaschuba, Professor für Europäische Ethnologie
an der Berliner Humbold-Universität. Er spricht von der
Individualisierung, die die Unterschicht besonders hart trifft,
weil mit dem Verschwinden der klassischen Organisationsformen wie
Verein oder Arbeit das Wir-Gefühl verloren geht.
Ein
Drittel der Gesellschaft zählt er zur Unterschicht, nach
Kriterien wie Arbeitslosigkeit, Bildung, Einkommen, Milieu.
Es gibt immer weniger kinderreiche Unterschichtfamilien, es gibt
mehr Singles, mehr Getrennte. Die Vereinzelung führt zu neuen
Formen der Organsiation, von der
Wiederkehr der Eckkneipe (...) bis zur
Tankstelle,
die vor allem in ländlichen Gegenden eine Mischung aus
Jugendtreff, Disco und Kneipe ist."
Seit 1983 verkündet Ulrich BECK die
Auflösungstheorie, wonach Individualisierung -
wohlgemerkt ausgehend von den individualisierten Milieus der neuen
Mitte - die ganze Gesellschaft erfasst.
Es spricht nichts dafür, dass
diese These ausgerechnet heutzutage zutreffend sein sollte.
Typischerweise sollten gemäß BECK ja auch die Klassen aufgelöst
werden.
Für KASCHUBA ist dagegen dieser
Widerspruch kein Thema mehr, denn Klasse und Individualisierung
sind für ihn keine ausschließenden Sachverhalte, sondern
Individualisierung bezeichnet in dem Artikel nur Kultur- und
Konsumphänomene.
Kulturelle Individualisierung
bei sozialstruktureller Polarisierung könnte man deshalb diesen
Deutungsansatz nennen. Das mit den Armen als
Avantgarde ist auch nicht wirklich ernst gemeint, denn:
"Die Mittelschicht kennt vielleicht
die Angst. Die Unterschicht lebt mit den Konsequenzen".
Einzig als Anregungspotential
für die zukünftigen Distinktionsspiele einer gelangweilten
Oberschicht könnte sie dienen. Was ängstigt unsere Kulturelite
aber am meisten? Das Internet:
"Tassilo geht praktisch nie aus dem
Haus, er schaut kein Fernsehen, er hat noch nie ein Buch zu Ende
gelesen, er kauft sich keine Musik, er geht nicht ins Kino. Er
lebt im Internet. (...). Er verdient auch ein bißchen Geld im
Internet. (...). »Ich versuche mir da, eine Existenz aufzubauen«,
sagt er. Eine unsichtbare Existenz. (...). Es ist eine zutiefst
verunsicherte Schicht, die uns stark prägen wird.
Man kann fast sagen, daß die Unterschicht eine Avantgarde ist. Sie
zeigen uns, wie viele von uns in Zukunft noch leben werden."
|
DIEZ, Georg (2006): Wir Empathiker.
Gibt es eine Spaltung im
deutschen Literaturbetrieb? Eine Antwort auf Hubert Winkels,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.
DIEZ,
Georg (2006): Die sexuelle Gegenrevolution.
Skizzen der demografischen
Krise: In ihren Romanen laufen Rabea Edel, Moritz von Uslar und
Matthias Keidtel vor der Liebe davon,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 11.05.
-
Deutschland hat keine
Kinderkrise, sondern eine
Liebeskrise oder gar eine Sexkrise.
Dies will der Empathiker Georg DIEZ aus 3 Romanen
herausdestilliert haben. Passend zur demografischen Krise
resümiert er deshalb:
"Es
ist (...) nicht damit zu rechnen, dass diese Generation von
Schriftstellern besonders viel für die Sicherung der Renten tun
wird. Ihre Lebensentwürfe sind von Angst und Vorsicht geprägt und
von einer Negativität, die nichts
damit zu tun hat, dass der ganze wunderbare Irrsinn der Liebe
durchaus eine große Jammernummer sein kann. Die Schnittmuster
kommen alle aus jenen imaginären fünfziger Jahren, durch die wir
seit einiger Zeit wanken. Und das ungeklärte Verhältnis ist, wie
praktisch immer in Deutschland, das zu den eigenen Eltern."
Matthias
KEIDTEL (Jahrgang 1967) und
Moritz von USLAR (Jahrgang 1970)
stehen ein für den deutschen Mann der Generation Golf. Der ist
entweder ein heinzerhardthaftes Tantensöhnchen, Marke Nesthocker,
oder ein frauenverachtender Männerbündler:
"Der
symbolische Tod des Um-die-dreißig-Jährigen kommt an dem Tag, an
dem er sich entscheidet, mit Kind und Wäscheklammern und all dem
alt zu werden: Der Tag, an dem er sich für die Enge entscheidet,
an der er leiden wird, weil er leiden will.
Das
ist jedenfalls das Männerbild, das sich fügt, wenn man Matthias
Keidtels Antihelden Holm dazu nimmt, der in vielem das Gegenstück
zu
Gieseking ist".
Nimmt
man
Felicitas von LOVENBERGs Kritik an Ulf
POSCHARDTs Einsamkeitsfibel noch
hinzu, dann hätte man die drei männlichen Prototypen komplett, die
uns geradewegs in den
demografischen Abgrund führen
werden. Was
bleibt aber, wenn man diesen Authentizitätsschmarren der
Empathiker, die zwischen Leben und Roman einen direkten
Zusammenhang konstruieren, durchdringt?
Es
ist ja kein Zufall, dass Moritz von USLAR und die Popliteraten der
Generation Golf Journalisten und Schriftsteller in Personalunion
sind. Von daher gibt es zuallererst einen Zusammenhang zwischen
dem Popjournalismus der urbanen Feuilletons und den Romanen, der
sich am offensichtlichsten
beim
"Urvater" Joachim LOTTMANN kundtut.
Nicht
zwischen demografischem Wandel und Roman besteht also ein enger
Zusammenhang, sondern zwischen der
Debatte um den demografischen Wandel und dem Roman.
Der
Versuch von DIEZ, aus dem Verhalten von Romanfiguren die deutsche
Rentenkrise abzuleiten, mag für Empathiker und ihre Fangemeinde
einleuchtend sein, nur mit der Realität hat das eben nichts zu
tun. |
DIEZ, Georg (2009): Der Tod meiner Mutter.
Im Tod ist jeder allein, und was uns bleibt, ist nur die
Möglichkeit, ein letztes Mal "Auf Wiedersehen" zu sagen: Ein Sohn
nimmt Abschied,
in: SZ-Magazin Nr.34 v. 21.08.
DIEZ, Georg (2010): Zum Glück.
Helene Hegemann wird im Februar 18 und hat ein sehr erstaunliches
Buch geschrieben. Es erzählt von einer Generation, für die das Wort
Freiheit bedrohlich klingt - und es liest sich ein Nachruf auf die
Berliner Bohème. Treffen mit einer schüchternen, jungen Frau,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.01.
Georg DIEZ porträtiert Helene HEGEMANN, die
seiner Ansicht nach mit
"Axolotl Roadkill" zur Stimme ihrer
Generation geworden ist:
"Helene
Hegemann ist (...) eine Stimme des wahrhaft rebellierenden Teils
ihrer Generation. Und da man meint, dass es ihr in jeder Zeile (...)
um nicht weniger als um Leben und Tod geht, so ist sie, anders als
zum Beispiel
Sarah
Kuttner oder Charlotte Roche, sicher auch die Stimme
dieser Generation."
Der
Berlin-Hasser geht jedoch noch weiter und stilisiert HEGEMANN zur
Kritikerin des Milieus ihres Vaters:
"Ihr
Vater ist der Dramaturg und Universalgelehrte Carl Hegemann, eine
Schlüsselfigur der Berliner Theaterszene, (...), Vordenker der
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die die Kultur des
Nachwende-Berlin prägte. Hier wurde der Theaterbegriff erweitert,
bis er platzte. »Axolotl Roadkill« ist - auch - das böse Porträt
dieses Milieus, eine Art letzte Feier. Denn zugleich ist es ein
Nachruf auf die sich für den Nabel der Welt haltende, dabei rührend
hermetische und von sich selbst sogenannte: Berliner Bohème."
War
da nicht eine gewisse
Sophie DANNENBERG,
die 2004 mit
"Das bleiche Herz der Revolution"
ebenfalls auf eine Schlüsselfigur der Berliner Theaterszene
abzielte? Man könnte die Debatte um "Axolotl Roadkill" als
Fortsetzung jener Debatte um das Jahr 2004 betrachten, nur dass die
Hauptakteure diesmal jünger sind. Die Konfliktlinie ist gleich
geblieben, aber das Rad der Generationengeschichte hat sich weiter
gedreht... |
DIEZ, Georg (2010): Traktate der schlechten Laune.
Der Kapitalismus ist ein Monster, das Internet macht dumm, die
Leistungsgesellschaft führt in die Depression - viele Sachbücher
dieses Herbstes erklären unsere Gesellschaft für krank. Es sind die
Wutbücher eines aufgebrachten Bürgertums,
in: Spiegel Nr.48 v. 29.11.
DIEZ,
Georg
(2011): Der Homer der Hipster.
Mehr als 50 Jahre nach der
Erstveröffentlichung ist die unredigierte Originalfassung von Jack
Kerouacs legendärem Roman "On the Road" erschienen, die er auf
einer knapp 40 Meter langen Papierrolle schrieb. Es ist dieselbe
Geschichte, aber ein neues Buch,
in:
Spiegel Nr.5 v. 31.01.
Neu:
DIEZ, Georg (2012): Meine Jahre mit Kracht.
Hat der Spiegel Rufmord begangen am Schriftsteller
Christian Kracht? Ihn denunziert? Eine Antwort des Kritikers Georg
Diez an seine Kritiker,
in: Spiegel Nr.9 v. 27.02.
|
Georg DIEZ verteidigt seine
Einordnung von Christian KRACHT als rechten Denker und seine
Formulierung von Christian KRACHT als "Türsteher der rechten
Gedanken".
DIEZ zieht eine Verbindung
zwischen dem Tabuwort "rechts" von Botho STRAUß' Essay
Anschwellender Bocksgesang über Uwe TELLKAMPs Roman
Der
Eisvogel (2005) zur heutigen Situation einer nervösen
Demokratie:
"Was hat sich geändert?
Schriftsteller wie Botho Strauß hatten schon immer einen
Hang zum Erhabenen - vielleicht auch als Reaktion darauf,
dass sich das Land, die alte BRD, gern kleiner machte, als
sie tatsächlich war, weniger gefährlich, weniger mächtig.
Dieses Abtauchen ist nicht mehr möglich, die Jahre 2008 bis
2012, zwischen Wirtschafts- und Finanzkrise und Euro-Debakel
haben das Gefahrenbewusstsein und das Krisengefühl wachsen
lassen. (...). Wir leben in einer nervösen Demokratie."
Diese Veränderungen, die
Gabriele GÖTTLE
in der heutigen taz aus Sicht der Denkwelt von
Wilhelm HEITMEYER noch differenzierter schildert, hat einen
Rechtsruck dieser Republik und ihrer neubürgerlichen
Mittelschicht zwischen den Jahren 2001 und 2012, mit den
Signalereignissen 11. September, Einführung der
Hartz-Gesetzgebung und Finanz- bzw. Wirtschaftskrise,
ausgelöst und auch nach eigenem Bekunden das Denken von DIEZ
ab 2008 verändert:
"Diese Jahre zwischen
2008 und 2012 zwischen Krachts vorherigem Roman
Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
und
Imperium, haben meinen Blick verändert. Für mich
stellt sich Krachts Werk heute anders dar. Ich jedenfalls
kann Imperium nicht mehr mit der Brille der Ironie lesen."
Willkommen im
Zeitalter der
neuen Ernsthaftigkeit, das bereits für 2001 angekündigt wurde.
Adé Postmoderne?
Aber vielleicht haben wir
es im
Zeitalter nationalkonservativer Demografiepolitik nicht
lediglich mit einem "wachsendem Krisengefühl" zu tun, sondern
vielmehr mit einer neuen Normalität (mehr
hier,
hier und
hier). Die netten Jahre sind vorbei!
Vielleicht ist die
Re-Lektüre der Artikel von Georg DIEZ seit
2005 viel erhellender als diese Rechtfertigung. |
|
|
| |
|
DIEZ,
Georg (2000): Der Aufkleber,
Teil
1 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 27.11.
WILLEMSEN,
Roger (2000): Der Alden-Schuh,
Teil
2 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 04.12.
Infos zu:
Roger Willemsen -
Autor der Single-Generation
SCHINDHELM,
Michael (2000): Onkel Otto,
Teil
3 der Serie "Das war die BRD",
in: Süddeutsche
Zeitung v. 11.12.
Infos
zu:
Michael
Schindhelm - Autor der
Single-Generation
SEIDL,
Claudius (2000): Die Tür des P1,
Teil
4 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 21.12.
Infos zu:
Claudius Seidl -
Autor der Single-Generation
BERNARD,
Andreas (2001): Die Kicker-Stecktabelle,
Teil
5 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 10.01.
Infos zu:
Andreas
Bernard - Autor der Generation Golf
DIEDERICHSEN,
Diedrich (2001): Der Reisebürosonderzug,
Teil 6 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 25.01.
Infos
zu:
Diedrich
Diederichsen - Autor der
Single-Generation
ZAIMOGLU,
Feridun (2001): Der Nudelsalat,
Teil
7 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 31.01.
Infos zu:
Feridun Zaimoglu
- Autor der Single-Generation
SCHRÖDER,
Jörg (2001): Der Jaguar,
Teil 8 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 08.02.
MAAK, Niklas
(2001): Die Capri-Sonne,
Teil 9 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 15.02.
DÖRRIE, Doris
(2001): Das Trockenshampoo,
Teil 10 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 22.02.
Infos zu:
Doris Dörrie -
Autorin der Single-Generation
WINTER,
Michael (2001): Die Kachel,
Teil 11 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 01.03.
ALTENBURG,
Matthias (2001): Die Juno-Zigarette,
Teil 12 der Serie "Das war die
BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 08.03.
Infos
zu:
Matthias
Altenburg - Autor der
Single-Generation
LAPPIN,
Elena (2001): Der Maximantel.
Teil
13 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 15.03.
KREYE,
Andrian (2001): Die Kelle.
Teil
14 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 22.03.
SCHLINGENSIEF,
Christoph (2001): Die Fleischwurst.
Teil 15 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 29.03.
ZIELKE, Anne
(2001): Der Pass.
Teil 16 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 04.04.
Infos zu:
Anne Zielke -
Autorin der Generation Golf
GABANYI,
Stefan (2001): Racke Rauchzart.
Teil 17 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 11.04.
NEUMEISTER,
Andreas (2001): Der Dual-Plattenspieler.
Teil 18 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 18.04.
Infos zu:
Andreas Neumeister -
Autor der Single-Generation
TIMMERBERG,
Helge (2001): Das Palästinensertuch.
Teil 19 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 25.04.
BERG, Sybille
(2001): Der Trainingsanzug.
Teil 20 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 03.05.
Infos
zu:
Sibylle
Berg - Autorin der
Single-Generation
WINKLER, Willi
(2001): Das RAF-Fahndungsplakat.
Teil 21 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 09.05.
Infos zu:
Willi Winkler -
Autor der Single-Generation
GRAF, Dominik
(2001): Die Elastolin-Figur.
Teil 22 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 17.05.
BILLER,
Maxim (2001): Der Joint.
Teil
23 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 31.05.
Infos
zu:
Maxim
Biller - Autor der Single-Generation
OSWALD,
Georg M. (2001): Die Pershing.
Teil
24 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 07.06.
Infos
zu:
Georg
M. Oswald - Autor der
Single-Generation
KOPETZKY,
Steffen (2001): Perry Rhodan.
Teil
25 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 15.06.
NICKEL,
Eckhart (2001): Das Krabbenbrötchen von
Gosch.
Teil
26 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 21.06.
BÖNT,
Ralf (2001): Die Wrangler.
Teil
27 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 28.06.
Infos zu:
Ralf Bönt - Autor der
Single-Generation
KEIL,
Christopher (2001): Der Puma-Schuh.
Teil
28 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 06.07
MATZIG,
Gerhard (2001): Die Carrera-Bahn.
Teil 29 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 18.07
Infos zu:
Gerhard Matzig
- Autor der Single-Generation
OSTERMAIER,
Albert (2001): Die Musik-Cassette.
Teil
30 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 26.07
KNAPP,
Gottfried (2001): Der Klodeckelbezug.
Teil
31 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 02.08.
NIERMANN,
Ingo (2001): Westberlin.
Teil
32 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 09.08.
HÖBEL,
Wolfgang (2001): Das
Trimm-Dich-Männchen.
Teil
33 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 17.08.
-
HÖBEL hat
einen Irrtum in Florian ILLIES'
Bestseller entdeckt:
"Die 'Jogger' fanden bereits
in der BRD der siebziger Jahre so
viele Nachahmer, dass Kardiologen
sich bald über eine bedenkliche
Häufung von Todesfällen beim
Laufen sorgten. (Hier irrt
übrigens Florian Illies in
seinem schönen
Bestseller 'Generation Golf' : Er datiert
den 'Paradigmenwechsel' durch die
Verwandlung des Wortes
Dauerlaufen in Joggen im
deutschen Sprachgebrauch auf
Mitte der Achtziger Jahre
in Wahrheit war das Wort schon in
den Siebzigern so populär, dass
der Spiegel dem Volkssport
'Jogging Spaß am Laufen'
1978 eine Titelgeschichte
widmete.)"
|
ALTHEN,
Michael (2001): Tri Top.
Teil
34 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 22.08.
Infos zu:
Michael Althen -
Autor der Single-Generation
MAKOWSKY,
Arno (2001): Der VW-Käfer.
Teil
35 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 29.08.
GAUS,
Günter (2001): Die "DDR".
Teil
36 der Serie "Das war die BRD",
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 07.09
Infos zu:
Günter Gaus -
Autor der Flakhelfer-Generation
|
|