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SUNDERMEIER, Jörg (2002): Es hört nicht auf.
Großes Leid, deutsches Leid. Ein Passionsweg in
zehn Stationen durch Günter Grass' neues Buch "Im Krebsgang",
in: Jungle World
Nr.9 v. 20.02.
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SUNDERMEIER, Jörg (2003): Nutzt die Mode!
Der letzte linke Student XXVI,
in: Junge World Nr.41 v. 01.10.
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SUNDERMEIER, Jörg (2003): Der Glanz von Berlin.
Dummy ist eine Art ideelle Fusion von Konkret und Vogue,
in: Jungle World Nr.47 v. 12.11.
- Inhalt:
SUNDERMEIER beschreibt aus Sicht der Poplinken
anlässlich des Erscheinens des neuen Hauptstadtmagazins
"Dummy" die goldenen Zeiten und das
gegenwärtige Defizit der Magazin-Szene in Deutschland:
"In
hedonistischen linken Kreisen war es in den achtziger und neunziger
Jahren nicht unüblich, sowohl Konkret als auch Vogue zu lesen. Es
waren jene Leute, die zwar für die Befreiung und gegen den
Kapitalismus waren, die aber dennoch nicht der Ansicht waren, man
müsse, um seine politische Haltung stets jedem und jeder anzuzeigen,
blaue Overalls und Schiebermütze tragen und ein grässliches Benehmen
an den Tag legen. Diese Leute mochten Konkret, weil es hier gut
geschriebene Texte und ausführliche Analysen gab, und sie lasen die
Vogue, weil das Blatt damals noch Humor hatte.
(...).
Die Vogue konnte man
schlechten Gewissens als eine Art Vorschein dessen wahrnehmen, was
nach der Revolution zu fordern sei.
Heutzutage aber sieht es übler aus, und an die Stelle dessen, was
sein könnte, ist vor allem Depression getreten. (...).
In diese Tristesse nun flattert ein Blatt hinein, das so tut, als
sei nichts gewesen und als habe sich die Welt nicht in der Weise
verschlechtert, wie man es in seiner Frustration annahm. Dummy heißt
es"
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SUNDERMEIER, Jörg (2004): Reguliertes Schreiben.
Zensur und Literatur,
in: Fluter v. 01.03.
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SUNDERMEIER, Jörg (2004): Hitze, Liebe, Leere.
Eine schöne
Wiederentdeckung: Eric Rohmers Roman "Elisabeth" von 1946,
in: TAZ v. 06.03.
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SUNDERMEIER, Jörg (2004) Liebt gern!
Der letzte Student XXX,
in: Jungle World Nr.12 v. 10.03.
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SUNDERMEIER, Jörg (2004): Zum Salat die Kuchengabel.
Cicero ist das Magazin für Leute mit kleinem Latinum und ohne
Manieren,
in: Jungle World Nr.15 v. 31.03.
- Kommentar:
Jörg SUNDERMEIER beschäftigt sich mit
unserem CICERO-Bürgertum, das Bildung nur noch simuliert. Außerdem
schlägt er einen besseren Namen vor:
"Wer
könnte Deutschlands Magazin für politische Kultur einen besseren
Namen geben als Cicero?«
Die Antwort fällt leicht. Tacitus."
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SUNDERMEIER, Jörg (2005): Das coole Wissen.
Vor 25 Jahren wurde die Spex gegründet. Sie gab vor, was man
kaufen, hören, lesen musste,
in: Jungle World Nr.34 v. 24.08.
- Kommentar:
Jörg SUNDERMEIER erzählt von der
Zeit als die 78er noch hip waren, aber es noch keiner wußte, weil
sie sich in ihrer Spex-Nische verkrochen hatten.
Heute
dagegen kennt jeder die 78er, aber keiner will dazugehören.
Nicht mal die 78er selber.
Wir
Lifestyle-Linke, was waren wir doch für
hippe Jungs, wir hatten das
coole Wissen und die anderen nur die Macht.
So
könnte man diese Früher war alles besser-Jammeriade zusammenfassen,
in der SUNDERMEIER noch einmal das - inzwischen vergreisende -
Personal jener Jahre Revue passieren lässt:
"Die
Spex (...) redete immer von dem mordsseltenen Zeug, das man sich
besorgen musste via Zickzack-Mailorder, das man auf Kurzurlauben in den Städten
kaufen musste, redete von aufregenden Konzerten, die in Siegen,
Konstanz, Bielefeld und Krefeld nie stattfanden, redete aufgeregt
von Dingen, die es ausschließlich in New York, Tokio oder wenigstens
Antwerpen gab.
Bücher
des März-Verlages wurden empfohlen, die man nur in sehr guten
Antiquariaten fand, Kataloge, die sich niemand leisten konnte,
wurden zur Pflichtlektüre erklärt. Arschlöcher halt, Söhne und
Töchter just jener verhassten SPD-Lehrer, Leute, die das dicke
Taschengeld hatten und irgendwie den Riecher für das, was dann bald
schwer angesagt, man sagte damals: »wichtig« wurde.
Das
war das coole Wissen. In der Spex-Redaktion machte man mit
Rainald Goetz, dem verrückten Mediziner aus München, rum, der
damals gerade bei Suhrkamp debütierte, mit
Martin Kippenberger, der ein bisschen im SO36 aufgetreten war
und danach genialisch-betrunken durch die Welt jettete, in der
Spex-Redaktion war man mit den Musikerinnen und Musikern bekannt bis
verwandt, mit den Labels verschwägert.
Im Verlag Kiepenheuer & Witsch, der einige Jahre zuvor das Wort Pop
nicht einmal denken konnte, produzierte man merkwürdige,
hochnervöse, zeitgemäße Bücher, die alle lesen mussten, auch
diejenigen, die die Spex-Redaktion und ihre Zeitschrift abgrundtief
hassten.
(...).
Damals stand in der Zeitschrift, was wir alle ein paar Monate später
kaufen mussten, (...) und die Ausgabe, in der erstmals eine
geschäftstüchtige Discoqueen aus New York auftauchte, die man
ein paar Monate später verzweifelt zu ignorieren versuchte, (...)
wurde in der Spalte, in der man alte Ausgaben bestellen konnte,
immer beworben mit dem Satz: »First appearance in der Weltpresse«.
(...).
Cooles
Wissen funktionierte immer über Codes, und Spex war die Zeitschrift,
die das Wissen und die Codes vermittelte. Man glaubte ihr. In der
konkret beschäftigte man Diederichsen einige Zeit als Popsachverständigen, die taz fragte
mal schüchtern nach Beiträgen. Nach getaner Arbeit ließ sich die
Redaktion dann gern im Kölner »Sixpack« anhimmeln (...). In dieser
Zeit, die spätestens 1995 endgültig vorbei war, war die Spex etwas
Besonderes (...).
Es
war die Zeit (...), in der alle aus einer Clique dieselben Magazine
und Zeitungen lasen, in der es
in den tollen Cafés zum guten Ton
gehörte, dass Süddeutsche und Kicker, Vogue, UZ und Spex rumlagen."
Aber
nun ist alles anders. Man ist so wehleidig wie der
neue Michel
HOUELLEBECQ und die wahlweise neue Unregierbarkeit bzw.
Unübersichtlichkeit der
Szenen hat von der hippen
Lifestyle-Linke
nur noch das Onkelhafte übrig
gelassen.
Das
Dilemma dieser zurückgebliebenen Generation liest sich dann so:
"Wenn
sich (...) eine Generation oder Szene nicht mehr darauf einigen
kann, wogegen man sich eigentlich wehren muss, kann man sein Publikum
weder provozieren noch schockieren, kann es weder führen noch
abstoßen."
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SUNDERMEIER, Jörg (2006): Die Vielbeschäftigte.
Kathrin Passig, Sachbuchautorin, Übersetzerin, Kolumnistin,
überzeugte Jury und Publikum mit ihrem literarischen Debüt,
in: TAZ v. 26.06.
- Inhalt:
"Ich lernte
Kathrin Passig
kennen, als sie für den Verbrecher Verlag den Vertrag für »Das nächste
große Ding« unterzeichnen sollte. Sie war müde, kurz angebunden und
schlief kurz ein. Sie entschuldigte sich nicht, erklärte nur: »Ich bin
müde.« Mehr war nicht zu sagen. Als sie das Buch Korrektur las,
brauchte sie für 80 Seiten keine zwei Stunden. Ihre Korrektur war
perfekt. Sie ist schnell. Vielleicht ist sie daher oft müde,
vielleicht oft wortkarg, weil sie müde ist. Wenn sie aber spricht,
dann trifft sie", schreibt Jörg SUNDERMEIER.
- Neu:
SUNDERMEIER, Jörg (2006): Was wir uns erlauben.
Zur Geschichte des Verbrecher Verlages,
in: Volltext Nr.4, August/September
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