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Martin Kippenberger: Café Central

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1953 in Dortmund geboren
    • 1978 Geschäftsführer des SO 36 in Kreuzberg
    • 1987 Buch "Café Central"
    • 1997 gestorben
 
       
     
       
   

Martin Kippenberger in der Debatte

 
   

DIEDERICHSEN, Diedrich (2003): "Der kann ja auch malen!"
Zu Lebzeiten war er ein ständiges Ärgernis. Sechs Jahre nach seinem Tod wollen ihn nicht nur alle Museen, er wird kommende Woche im deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig ausgestellt. Martin Kippenberger wird zum Ahnen der neuen deutschen Malerei gemacht. Dazu taugt er wenig,
in: TAZ v. 06.06.

Diedrich DIEDERICHSEN über Martin Kippenberger:

"Kippenberger war (...) zu Lebzeiten wirklich umstritten. Die Presse, jedenfalls das so genannte Feuilleton, schrieb kein einziges freundliches Wort, die Museen ignorierten ihn. Das distinguierte Kunstpublikum ließ sich - ja, ich muss das schreckliche Wort hier benutzen - »provozieren«, die Szene war von seinen sexistischen Witzen genervt und selbst die, die ihn trotz allem immer wieder verteidigten, versuchten die endlosen Performances auf den Eröffnungsparties zu schwänzen. All das ist wie weggeblasen: Nach seinem Tod wollen ihn alle Museen, das Feuilleton schreibt kein unfreundliches Wort mehr. Und auch eine neue Interpretation setzt ein, die aus dem »Der konnte ja malen« schließlich den Ahnen der neuen deutschen Malerei und all ihrer - vor allem - biederen Rückkehrmanöver zu einer Kunst der klaren Arbeitsteilung zwischen den wieder ganz unbezweifelten Institutionen des Kunstbetriebs gemacht hat.
(...)

      
  Als Kippenberger anfing, öffentlich zu agieren, war nicht klar, dass allein die Kunstszene sein bevorzugtes Milieu sein würde. Im Berlin, Paris und Hamburg der späten 70er, frühen 80er wechselte er zwischen theatralen Performances und der Welt des Punk-Rock und spielte in mehreren Spielfilmen mit."

  • Neu:
    AREND, Ingo (2013): Wer ist dieser Mann?
    Kultur: Er gilt als einer der wichtigsten Künstler der letzten Jahrzehnte. Berühmt ist er nicht nur für seine Arbeiten: Martin Kippenberger ist untrennbar verbunden mit Kreuzbergs Boheme und dem SO 36. Der Hamburger Bahnhof ehrt ihn ab heute mit einer Retrospektive,
    in: TAZ Berlin v. 22.02.

  • RIECHELMANN, Cord (2013): Martin Kippenberger, Multiplikator.
    Ausstellung: Zu seinen Lebzeiten mag man mehr auf den Mann und weniger auf seine Kunst geguckt haben - im Hamburger Bahnhof konzentriert man sich nun bei der Martin-Kippenberger-Schau wirklich auf sein Werk,
    in: TAZ Berlin v. 22.02.
 
       
   

Café Central (1987).
Skizze zum Entwurf einer Romanfigur
Hamburg: Meterverlag

 
   
     
 

Klappentext

"Der post-ungegenständliche Dichter Hannemann schrieb uns die folgenden Zeilen: Metall und Mensch klatschen einmal mehr auf das Ende. Höhere Krieger mit der Macht tötend auszusteigen, Milizen der Blutgruppen hassen es im März zu sterben, Höllenvettern, Todesveteranen erheben sich, Vorsicht Attacke, Euer Blut könnte brennen, endloser Krieg, nicht zurückrennen, Vorsicht Attacke, Ankunft des Todes, Seine Befehle sind klar, heut kein Verstecken, kämpft bis zum Verrecken, das sinnlose Töten der kompletten Menschheit nimmt überhand, bewaffnete Meuchelmörder verhindern mutwillig Dein Entkommen, Kinder des Kummers werden ins Grab getrampelt, es gibt keine Zukunft, es gibt keine METER zum retten, Vettern des Stahls lassen nicht ab von der Zerstörung der Menschheit, das letzte Kommando tanzt den Reigen des Todes, Skeptiker des Hasses regnen auf die Erde, Wolken des Terrors zerstören jede Hoffnung auf Kippenbergers Wiedergeburt."

Zitat:

Disco-Forschung

"Erinnern Sie sich nicht an das Buch, das 1984 bei Peter Pakesch in Wien von mir erschien unter dem Titel »Sind die Discos so doof, wie ich glaube, oder bin ich der Doofe«? Dann werden Sie wissen (der Kenner), daß dort zwischen den Buchdeckeln nichts geschrieben stand. Dieses möchte ich im Laufe der Zeit nachholen. Die Vorstellung vom 19. Dezember '86 ist keine andere als, daß ich glaube, daß es scheißegal ist, ob in einer Discothek, die 250 Personen faßt, drei Menschen unterwegs sind oder 250, soweit die drei Personen genauso aussehen wie die 250. Man hat so seine Vorbehalte gegen Truppentherapie. Vermutet man etwas Bildhübsches oder etwas Absonderliches, ist dies nur ein Beweis dafür, daß man es nicht wahrhaben will. Selbstverständlich gilt auch hier die Ausnahme. Eine davon bin ich natürlich, da ich nicht nur glaube, daß ich besser aussehe (besser bin), sondern derjenige, der den ganzen Stall durch wissenschaftliche Arbeit zusammenhält, bis diese die abschließende Erkenntnis gebracht hat. Kindliche, jugendliche und nun mittlerweile mittelalterliche Gezeiten meiner Forschung waren geprägt durch den Blick zur Tür. Erstens: Wer kommt da rein? Zweitens: Da könnte ja jemand reinkommen (jemand Besonderes)! Und drittens: Wenn ich jetzt gehe, bevor der Laden dicht macht, könnte ich denjenigen oder diejenige Person, die den Beweis für die Ausnahme liefern könnte, verpassen. Zweitens - und das sei ehrlicherweise dazu gesagt - mußte ich als Kind immer pünktlich ins Bett. Dagegen wehre ich mich noch heute. Doch zurück zum heutigen Tag zwischen drei Uhr fünfzehn und fünf Uhr. Auf die nächtliche Frage, die ich an Michael Krebber, der als ein in sich gekehrter beobachtender steifer amRandeder DisoTanzflächestenderTyp, stellte »Was sagst Du dazu?« Er darauf: »Wozu?« MaKi: »Ja, zur Disco hier und so!« Er darauf: »Ich könnte viel dazu sagen, aber ich bin alleine hier.« Sehen Sie, der Mann hat's schon beinah. Ich fügte hinzu: »Unter humanen Bedingungen.« Denn solange man nicht auf's Ganze geht, heißt das Motto »Nie wieder allein oder jetzt noch nicht«." (S.136f.)  

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 31. März 2005
Stand: 22. Februar 2013