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Peter Thiessen im
Gespräch
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KRIEST, Ulrich (2004): Kante.
Es sind nicht alle Leute jugendlich-unbeschwert unterwegs,
in: Intro Nr.119, August
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STÖGER, Gerhard (2006): "Etwas wird passieren".
Die Hamburger Diskurspopper
Kante überraschen auf ihrem neuen Album "Die Tiere sind unruhig" mit
lauten Stromgitarren. Sänger Peter Thiessen und Schlagzeuger
Sebastian Vogel sprachen mit dem "Falter" über Bananen in der
Unterhose, das Tier im deutschen Pop und besoffene Deutschlandfans,
in: Falter Nr.30 v. 26.07.
- GÖTZ, Oliver (2006): Dein Instinkt
kennt den Weg.
So ist das mit Schnapsideen: Wenn man nicht von ihnen läßt,
bekommt man einen schlimmen Kater. Die Band Kante ging wegen ihres
albumgewordenen Allesfressers Zombi sogar fast
vor die Hunde. Helfen konnte da nur noch und wieder mal: der Rock,
in: Musikexpress, August
- OPITZ, Sven (2006): Unruhe sanft,
in: Intro Nr.141, August
- BRÜGGEMEYER, Maik (2006): Die
irdische Liebe.
Die Hamburger Band Kante hat den Traum vom perfekten Album
aufgegeben und findet neue Freude am Zusammenspiel,
in: Rolling Stone, August
- BRAUN, Christoph (2006):
Kante.
Die Sache mit dem Knoten,
in: Spex, Nr.301, August
- Inhalt:
Peter Thiessen u.a. über den
Albumtitel:
"Der Titel des
Albums ist nicht von mir, den habe ich von Rolf Dieter
Brinkmann. Von seinen Tonbandaufnahmen »Wörter.Sex.Schnitt«.
Da läuft er mit einem Tonband durch Köln und beschreibt
einfach, was er sieht. Meistens schimpft er rum und steigert
sich völlig in sein Schimpfen rein. Als er so an einer
Haustür vorbeiläuft, weist ihn ein Mann zurecht, zeigt dabei
auf einen Hundezwinger und sagt: »Seien Sie still! Die Tiere
sind unruhig«. Mit dieser Aussage spielt Brinkmann dann. Das
beschreibt ganz gut so eine Stimmung, dass etwas bevorsteht,
und man weiß nicht, ob sich die Dinge zum Guten oder zum
Schlechten ändern werden."
BRAUNs
Fazit zum Album:
"Das Schöne an der neuen
Kante-Platte ist (...), dass sie die diffuse Lage da draußen
einfängt wie keine andere Pop-Platte seit dem 11. September
und Hartz IV. Wie eben Brinkmann in den 70ern und Goetz in
den 90ern."
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Songtitel
1 - Die Tiere
sind unruhig
2 - Ich hab's gesehen
3 - Nichts geht verloren
4 - Die größte Party der Geschichte
5 - Die Wahrheit
6 - Ducks and Daws
7 - Die Hitze dauert an
Pressestimmen
"Die jüngsten
Hitzewallungen der Band sind einem Verdacht auf
Apokalypse geschuldet, der vom Eröffnungsstück
Besitz ergreift, dann werden die Kinder nervös, die
Tiere unruhig und der Himmel fleckig. Das ist Peter
Thiessens Art zu sagen, dass alles anders wird. Oder
schon geworden ist."
(Frank Sawatzki in der ZEIT vom
03.08.2006)
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CD-Kritiken
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HAMMELEHLE, Sebastian (2006): Über Wassermelonen, die zu
lange lagern.
Erst
stilprägend, dann ranzig: Mit Kantes "Die Tiere sind
unruhig" hat der Gitarrenrock der Hamburger Schule sein
Verfallsdatum erreicht,
in: Welt am Sonntag v. 29.07.
- Inhalt:
"Peter
Thiessen (...) beschwört die Atmosphäre vor einem Gewitter,
könnte aber auch den ranzigen Schick einer spätbarocken
Missionsstation im Regenwald oder einfach die aufgeladene
Atmosphäre im Sommer 1914 meinen. Denn hier ist alles
hochgezüchtet, überzüchtet, doch der Zusammenbruch, der
dahinter lauert, wird nicht mehr lange aufzuhalten sein.
Tatsächlich
sind Kante geradezu der Inbegriff der Spätphase einer
Kultur. In ihrem Fall ist es der deutschsprachige
Gitarrenrock der Hamburger Schule, zu der man all die Bands
zählte, die Anfang der 90er Jahre mit ungestümem,
unbehauenem Indierock die Lähmung im deutschen Pop
überwanden. Formationen wie
Blumfeld,
die Goldenen Zitronen und
Tocotronic beherrschten
zwar kaum ihre Instrumente, doch ihre Musik war voll
ungestümer Leidenschaft",
meint HAMMELEHLE.
-
DATH, Dietmar (2006): Alle sieben Meere voll Windpocken.
Das Album "Die Tiere sind unruhig" der Hamburger Rockband
"Kante" setzt auf eiernde Einzelheiten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.07.
- Inhalt:
"»Die Tiere sind unruhig« (...) gleicht einer
Liebesgeschichte, die unter ungünstigem Stern angefangen
hat: Erst erhebend, dann riskant, dann melodramatisch,
mittendrin ziemlich fragwürdig, und am Ende war's eine
eiernde Erfahrung, die man gemacht haben muß, wenn man es
nicht nur darauf anlegen will, im Leben immer recht gehabt
zu haben", meint der Ex-Spexler
Dietmar DATH.
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BÜSCHER, Christoph (2006): Kante - Die Tiere sind unruhig,
in: Intro Nr.141, August
- Inhalt:
"»Die Tiere sind unruhig« (setzt)(...) den
Vorgänger »Zombi« thematisch fort: das
Gefühl von Unbehagen. Man befindet sich in einer
Zwischenwelt, Unruhe und Rastlosigkeit ziehen sich auch hier
wie ein roter Faden durch die sieben Stücke", meint BÜSCHER.
- SANDKÄMPER , Carsten (2006):
Kante - Die Tiere sind unruhig,
in: Spex, Nr.301, August
- Inhalt:
"Es gibt Momente von generationsdefinierender
Wahrheit, von tiefer Verzweiflung und gleichzeitigem Wissen
um den persönlichen Triumpf - oder wenigstens das Überleben
-, irgendwann, in der am flirrenden Horizont schemenhaft
sich abzeichnenden Zukunft. Es geht um Liebe unter anderen
Umständen als den träumerischen, denen des echten Lebens
nämlich, voll von Ermüdung, Schmerz, Zorn und Hitze. In den
Momenten, in denen jede Bewegung schmerzt und den Herzschlag
beschleunigt, wird die Anspannung fassbar, die eigene
Ohnmacht körperlich. An einem dermaßen heißen Tag bellen die
Hunde Gespenster an, und die Luft erstarrt", meint
SANDKAMPER.
- WEBER, Stefan (2006): Kante
in Rock,
in: Musikexpress, August
- REINHARDT, Gunther (2006):
Kante - Die Tiere sind unruhig,
in: Rolling Stone, August
- SAWATZKI, Frank (2006): Die
fabelhaften Bären-Boys.
Die Hamburger Band Kante und ihr Album "Die Tiere sind
unruhig",
in: Die ZEIT Nr.32 v. 03.08.
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Das Album in der Debatte
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Neu:
FELLMANN, Max (2006): Sonnenstrahlen, wie für uns gemacht.
Die Popkultur entdeckt Wiesen und Wälder - "Blumfelds"
'Apfelmann' war nur der Anfang, jetzt kommt die Tier-Offensive von
"Kante",
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.08.
- Inhalt:
Max FELLMANN sieht einen eindimensionalen
Trend Zurück zur Natur, den er an den Alben von
Tocotronic,
Blumfeld und
Kante sowie am Roman
"Waldstein" von Moritz von USLAR festmacht.
Entsprechend
der SZ-Doktrin von der
neuen Ernsthaftigkeit, die
neuerdings im Gewande des
Neospießertums daherkommt, proklamiert
FELLMANN:
"So
wie der Naturalismus Ende des 19. Jahrhunderts auf die neue
Unübersichtlichkeit des Industriezeitalters reagiert, sucht
vielleicht jetzt die Kunst einen Ausweg aus der Ironie-Sackgasse.
Spätestens seit Mitte der neunziger Jahre ist ja alles durchtränkt
mit Ironie. (...). Wohin man schaut: Augenzwinkern.
Als
Reaktion darauf bleibt nur größtmögliche Ernsthaftigkeit. Und was
könnte ernsthafter sein als der Anfang von allem? In der Natur
gibt es keine Ironie."
Anmerkung:
Man könnte das Zurück zur Natur von
Tocotronic, Blumfeld und Kante aber auch mit
Judith MAIR & Silke BECKER ("Fake
for real") ganz anders sehen, als Fake nämlich:
"Wo
das Konforme sich rebellisch gibt und die Mächtigen sich um den
Posten des Kritikers rangeln, muss das Nichtkonforme und Kritische
lieb, nett und harmlos daherkommen. (...) Fake dreht den Spieß um:
Wenn da, wo Rebellion draufsteht, nur Harmloses drin ist, muss da,
wo Rebellion drin ist, »harmlos« draufstehen." (2005, S.237)
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Pressestimmen
"Grundthema
von »Zombi«, dem Album, ist die Krise, die nicht nur
den Zusammenbruch überkommener Strukturen
bezeichnet, sondern auch das Eröffnen neuer Räume
und Möglichkeiten."
(Ulrich Kriest im Intro vom August
2004)
"Mastermind
Thiessen, der alle Texte schrieb und auch die
meisten der zehn Lieder komponierte, erzählt auf der
CD von Außenseitern, Ausgestoßenen, von schwer
fassbaren Zwischenräumen, unheimlichen Orten und
rätselhaften Begegnungen - auf manchmal
surrealistische Art und Weise."
(Peter Landerl in der Wiener
Zeitung vom 20.08.2004)
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CD-Kritiken
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KRUMBEIN, Michael (2004): Kante - Zombi,
in: Intro Nr.119, August
-
WIGGER, Jan (2004): Kante - Zombi,
in: Spiegel Online v. 10.08.
-
KIRSTEN, Guido (2004): 1.000 Mystizismen tief.
Wenn man im Denken
innehält: Mit dem neuen Kante-Album "Zombi" vollzieht die
Hamburger Schule den letzten Schritt im Lehrplanwechsel,
in: TAZ v. 14.08.
- Inhalt:
"Thiessens »Wir« ist genauso diffus wie
Negri/Hardts »Multitude«, aber noch viel unbrauchbarer",
kritisiert KIRSTEN.
- BALZER, Jens (2004): Den
diskursiven Wert des Klugscheißertums muss man neu
überdenken.
Heute erscheint "Zombi", das neue Album von Kante. Am
Sonnabend spielte die Band beim Summerize-Festival in der
Kulturbrauerei,
in: Berliner Zeitung v. 16.08.
- MÜLLER, Kai
(2004): Vom Fleisch gefallen.
Schwerelos: "Zombi", das neue Album von Kante,
in: Tagesspiegel v. 17.08.
- Inhalt:
"Die Sterne haben zuletzt ein Agitprop-Album gemacht, das
bemerkenswert deutlich den Frust der machtlosen mittleren
Generation formuliert.
Im Reigen von Blumfeld,
Tocotronic und anderen Hamburger
Fährtenlegern sind Kante das ambitionierteste Projekt in
Sachen Postrock. Also: beseelt von dem paradoxen Bemühen,
Rockmusik mit den Mitteln des Rock zu retten.
(...).
Jetzt haben Thiessen & Co auch noch das Außenseitertum
entdeckt, das sie – ganz unironisch – idealtypisch
aufladen," merkt MÜLLER zur neuen CD von Kante an.
-
LANDERL, Peter (2004): Zwischen allen Stilen,
in: Wiener Zeitung v. 20.08.
- WEBER, Julian
(2004): Untot ohne E,
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.08.
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