Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Willkommen zu Hause. Prolog zur Diktatur der Angepassten
Stichworte zur Diktatur der Angepassten
Elemente des
Konformismus
Hieroglyphen im
Hohlraum der Kulturindustrie. Erkenntnistheorie,
dialektische Bilder
Pop Mythos Pop. Zur
Konstruktion von Subversion
"Regt Euch jetzt bitte
nicht künstlich auf!" Anmerkungen zur Poplinken –
Maxiversion & Remixe
Die Rückkehr der Kulturindustriethese als Dancefloorversion.
Episode I
Schwierigkeiten einer Philosophie der Popkultur
Shoppen und Tanzen. Gegen den Technoremix der Cultural
Studies
"Alles geht kaputt... und ich lach, ha, ha, ha!" – Humor in
der Kulturindustrie
Versuch einer kritischen Theorie des Glücks
"Jede ist Expertin!" - Identität und Verweigerung in der
Diktatur der Angepassten; notwendiger und möglicher Umbau
der Welt
Zitate:
Die Poplinke und die besseren Partys
"Dass wir die besseren Parties haben,
überzeugt ja nicht einmal mehr die größten Idioten in den
eigenen Reihen.
Zudem: Die so genannte Pop- oder Kulturlinke glaubte als
politischen Fehler der Linken die Politik selbst zu erkennen
und meinte die Politik zugunsten der Popkultur verwerfen zu
können. Schon als Konzept einer immanenten Kritik der Linken
ist das fraglich (...). Darüber hinaus liegt der
Kulturlinken der doppelt merkwürdige Befund zugrunde, wonach
die traditionelle Linke keine adäquate Auseinandersetzung
mit dem »kulturellen Feld« kannte, und die Politik sich dort
einholen ließe, wo die Politik des Sozialen sich in Kultur
auflöst - wenn alles Pop wird, dann ist poplinks auch
politisch; und wenn Pop das Gemisch aus Party, Musik und Sex
ist, dann proklamiert poplinks die besseren Parties, die
bessere Musik, den besseren Sex. Diejenigen, die das als
Konsens der Linken definiert haben wollten, nivellieren die
Linke dadurch als Konkurrenzunternehmen zur Rechten, im
Sinne der Attraktivität und des Identifikationsangebots für
Jugendbewegungen. So betreibt man Jugendzentren, aber keine
emanzipatorische Praxis. (...).
Auch die besseren Parties finden noch immer im Falschen
statt; die Drohung des Exterminismus, das Zeitalter der
Angst lässt sich nicht wegtanzen." (S.136f)
Die
Poplinke und der bessere Sex
"Die
Kulturlinke kennt (...) keine politische Bewegung (also: das
Desiderat der Theorie kippt hier in die fehlende Praxis).
Ihr Adressat ist ein Publikum, das zunächst genauso
konsumiert wie das Mainstreampublikum; auch poplinks
verlangt man Unterhaltung und nicht Rechenschaft über
Produktionsbedingungen. Man möchte Spaß und will sich
wenigstens darüber freuen, dass der Spaß von links kommt.
Das führt, über einen kleinen Umweg (...) zum besseren Sex:
Die Kulturlinke versprach, dass die Warengesellschaft nur
lustvoll abgeschafft werden kann; geeinigt hat man sich wohl
darauf, dass diese Gesellschaft nicht abgeschafft zu werden
braucht, solange sie ein bisschen »Sexyness« zulässt.
Es wird behauptet (...) in den (post-)modernen Formen der
Massenkultur schaffe sich ein neuer, lustvoller Körper Raum:
gegen die körperfeindliche Gesellschaft, die das Begehren
und die Lüste aussperre, habe sich jenseits des Mainstreams
Orte und Inseln der subversiven Körperpraxis gebildet".
(S.141)
Die Identitätspolitik der Poplinken
"Der
Kulturbegriff der Linken, der globalen wie der antiglobalen,
orientiert sich selbst am Authentischen, echten, an der
Unmittelbarkeit. Darauf zielt das Scheinproblem der
Identitätspolitik: In ihrem Nahmen werden Identitäten nicht
neu bestimmt, aufgelöst, sondern gefestigt; und das häufig
schon im naiven Gebrauch des Identitätsbegriffs. Mit der
Kritik der Identität wurde schließlich das emanzipatorische
Konzept von Subjektivität selbst über Bord geschmissen. In
der linken Kulturpraxis wurde dies als scheinbarer
Hedonismus propagiert, der aber nicht mehr bedeutete als die
Ornamentalisierung und Ästhetisierung des eigenen
(authentischen) Lebens; übrigens ein frühes Modell
bürgerlicher Selbstbehauptung." (S.143f.)
Identitätspolitik contra Klassenpolitik
"Die Identitätspolitik einer radikalen Linken ist
bestimmt durch das Experimentieren mit neuen Identitäten und
die Verweigerung bestehender Identitätsmuster. Das ist
vielleicht der wesentliche Unterschied zu einer Politik des
Klassenbewusstseins, die nach dem Modell größtmöglicher
Identifikation mit dem männlichen, weißen Arbeiterideal
funktionierte." (S.255)
Die
kritische Theorie der Popkultur als Ideologiekritik
"Eine
kritische Theorie der Popkultur (...) entschlüsselt (...)
Popkultur als sowohl überzeichneten als auch naiven Ausdruck
des falschen Bewusstseins von falschen gesellschaftlichen
Zuständen". (S.151)