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GROß, Thomas (1995): Aus dem
Leben eines Mögenichts.
Gesellenstück aus der "Tempo"-Literaturwerkstatt:
Christian Krachts Debütroman "Faserland, eine ungnädige
Reise durch Deutschland,
in: TAZ v. 23.03.
GROß, Thomas (1996): Das
große Jungensding.
Endlich! Der Roman
über die männliche Liebe zur Schallplatte ist da. In "High
Fidelity" verrät Nick Hornby, was das Sammeln runder
Scheiben mit konkreter Lebenshilfe zu tun hat. Und warum
Frauen leider draußen bleiben müssen,
in: TAZ v.
24.02.
GROSS,
Thomas (1999): Rückzug des Papstes aus
Memphis.
Geschlagen zieht
die Gegenkultur nach Hause, meint
Poptheoretiker Diedrich Diederichsen.
Sein jüngstes Buch ist ein Abgesang auf
Popmusik als gesellschaftsverändernde
Kraft. Im neuen Berlin soll alles zu Ende
gegangen sein,
in:
Tages-Anzeiger
v. 31.05.
GROSS, Thomas (2000): Chose 2000.
Die Berliner Band Surrogat arbeitet an der
Wiederkehr des Verpönten: Rock,
in:
Die ZEIT
Nr.16 v. 13.04.
GROß, Thomas (2000): Berühmtheit
als Kunstform.
Madonna
verstehen ist Intellektuellensport. Jetzt trägt die Pop-Diva Cowboyhut
und lässt sich für ihre neue CD "Music" als Königin der Nacht in der
Luxuslimousine herumkutschieren,
in:
Die ZEIT
Nr.39 v. 21.09
GROSS, Thomas (2001): Maxima Moralia.
Balladen aus dem beschädigten Leben: Die Band
Blumfeld sucht nach alten, neuen Wahrheiten,
in:
Die ZEIT
Nr.21 v. 17.05.
GROß,
Thomas (2002): Wie früher, aber anders.
Folkmusic war einmal. In New York spielt man jetzt Antifolk: gegen
den öden Wohlklang und den Zwang zum Konformismus. Szenen aus dem
Leben der neuesten Boheme,
in: Die ZEIT Nr.47 v. 14.11.
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Thomas GROß hat kürzlich den
Aufstand der alten Männer - wie
er die Mitglieder der Punkband Fehlfarben nannte - kritisiert.
Nun präsentiert er seine
authentische New Yorker Alternative. Im Greenwich Village hat er
einen Generationsgenossen von
Peter HEIN,
einen gewissen LACH aufgesucht, der den Begriff "Antifolk" erfunden
hat. Um diesen Begriff hat sich eine "neue Boheme, eine
Sammlungsbewegung der Unangepassten" geschart.
Das Motto dieser Zu kurz
gekommenen ist, sich "jenseits der Mitte neu zu entwerfen". Die
jungen Musiker sind Nesthocker wie ihre deutschen Punkkollegen,
während LACH alles andere als ein Hipster ist: "Ich habe meine
Musik, eine nette, geräumige Wohnung, ich bin mit einer schönen Frau
verheiratet."
Viel Boheme-Pathos, um Antifolk
den Flair des Nonkonformismus zu verpassen! |
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Thomas GROSS zeigt sich als gelehriger Schüler des Soziologen
Ulrich BECK, der Anfang der 80er Jahre den Lebensstil als
entscheidenden Vergleichsmaßstab der Gesellschaftsmitglieder
hervorgehoben hat. Vor diesem Hintergrund schreibt nun GROSS:
"Gruftig muss sich nur fühlen, wer gar
nichts anzufangen weiß mit Bastelbiografie und Identitätssampling".
Im Einklang mit dem Kultursoziologen
Gerhard SCHULZE behauptet GROSS weiter, dass sich die
hedonistischen Lebensstile gegen den Widerstand der Kriegsgeneration
auf breiter Front popularisiert haben. Dieser Siegeszug gipfelt für
GROSS in der langfristigen Abschaffung des Alters.
Wenn jedoch Jugend als Jugendlichkeit
allumfassend zu werden droht, da ist die Krise nicht weit. GROSS
entwirft zwei Szenarien für die Zukunft. Zum einen einen
"Aufstand derer, die nicht nur ökonomisch, sondern
auch ästhetisch zu den Modernisierungsverlierern gehören".
Da diese jedoch letztlich auch nur
dazugehören möchten, bleibt nur die alternativlose Welt als
Supermarkt (HOUELLEBECQ). In dieser Welt des "totalen Pop" ist die
Arbeit am Selbst der kategorische Imperativ. Ein Aufstand der Eltern im Zeichen der
Generationengerechtigkeit liegt für GROSS außerhalb des
Popuniversums. |
GROSS,
Thomas (2006): Songreiter, die wir sind.
Die Berliner Band NM Farner verarbeitet das Stimmengewirr der
Großstadt zu einem einzigartigen Sound,
in: Die ZEIT Nr.11 v. 09.03.
GROSS,
Thomas (2006): Von der Boheme zur Unterschicht.
Job, Geld, Leben – nichts ist
mehr sicher. Eine neue Klasse der Ausgebeuteten begehrt auf: Das
Prekariat,
in: Die ZEIT Nr.18 v. 27.04.
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Thomas GROSS liefert einen kurzen historischen
Abriss der Debatte um die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse,
die er Anfang der 80er beginnen lässt. Den Durchbruch der Debatte
verlegt GROSS auf die Jahrtausendwende:
"Virulent
wurde der Prekarisierungsdiskurs erst, als Anne und Marine Rambach
in ihrer 2001 erschienenen Streitschrift Les intellos précaires
(»Die prekären Intellektuellen«) das Bild einer Intelligenz
entwarfen, die mit dem Widerspruch leben muss, bei relativ hohem
Sozialstatus immer schlechteren Arbeitsbedingungen ausgesetzt zu
sein – und damit in Frankreich einen Bestseller landeten. Neu an der
Debatte sind also nicht ihre Sachverhalte, neu ist die Tatsache,
dass diese die urbanen Mittelschichten ergriffen haben."
In dem
lesenswerten Sammelband
"Generationen"
behauptet der Kulturwissenschaftler
Kaspar MAASE,
dass wir im Zeitalter der postheroischen Generationen angelangt
seien. Es
stellt sich also die Frage, ob die "Klasse" des Prekariats den
Generationendiskurs in Zukunft ganz erledigt oder ob sich die
Prekarisierten zu einer heroischen Generation zusammenfinden.
Bislang
deutet nicht viel darauf hin, dass entweder das eine oder das andere
zutreffend sein könnte.
Die Hackordnung der Prekarisierten
deutet eher darauf hin, dass sich eine neue Arbeitsordnung
entwickelt. Die urbanen Penner könnten zur neuen Mittelschicht
mutieren - analog zu den Bobos, den Kriegsgewinnler der
Alternativbewegung. Wenn
Thomas GROSS die Debatte um die Prekarisierung mit der Neuen
Bürgerlichkeit verknüpft, dann ist da die
neue Unterschichtenliteratur
auch nicht weit. |
GROSS, Thomas (2007): Projekt Flausen.
So giftig süß wie nie - die Band Tocotronic und ihr neues Album
"Kapitulation",
in:
Die ZEIT
Nr.28 v. 05.07.
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Das ZEIT-Thema lautet Was braucht der
Mensch zum Glück? Für Thomas GROSS ist das klar: Das Album
"Kapitulation"
von Tocotronic. "Wo überall schnöder Pragmatismus regiert, wird
Passivität zur letzten Widerstandsgeste", erläutert GROSS. |
Neu:
GROß, Thomas & Tobias TIMM (2010): Die neue
K-Klasse.
Kreativhotels,
Kreativkieze und Kreativbeauftragte: Berlin sieht sich als Labor
einer zukünftigen, wissensbasierten Ökonomie. Aber was tun diese
Kulturarbeiter eigentlich den ganzen Tag? Eine Recherche in der
"Hauptstadt der Innovation",
in: Die ZEIT Nr.45
v. 04.11.
GROß & TIMM beginnen ihren
Streifzug in einem Hotel für die neue kreative Klasse in
Berlin, wandern weiter zum Café St. Oberholz, das zum
symbolischen Ort der digitalen Bohème avancierte, um dort den
Aufstieg und die Implikationen des Begriffs "kreative Klasse"
von Richard FLORIDA, der durch sein Buch
The Rise Of
The Creative Class 2002 berühmt wurde, zu beschreiben.
Der Begriff beschreibt kein homogenes Milieu, sondern eine
schillernde und heterogene Szene mehr oder weniger
selbstständigen Unternehmern und Dienstleistern. Obwohl
FORIDAs Theorie eher einer Heilslehre denn einer seriösen
Theorie ähnelt, gestehen ihm GROß & TIMM zu, dass er die
öffentliche Aufmerksamkeit auf zwei wichtige Entwicklungen
postindustrieller Entwicklungen gerichtet hat:
"Zum einen rückt seit der
globalen Rezeption seiner Thesen der Mikrounternehmer,
bislang als »Künstler« weitestgehend in einem ökonomischen
Jenseits angesiedelt, erstmals ins Blickfeld
volkswirtschaftlichen Interesses. Zum Zweiten und
Wichtigeren aber hat er die Rolle urbaner Szenen bei der
Herausbildung eines neuen Unternehmertypus aufgezeigt. (...)
Plakativ und etwas verkürzt: Die Slacker von heute sind die
Kapitalisten von morgen."
Mit dem Begriff "kreative
Klasse" ist gemäß GROß & TIMM ein Statuswandel der
künstlerischen Bohème einhergegangen:
"Während Subkulturen
früher als faul, verlaust und randständig galten, sind sie
heute umworbene Träger der gesellschaftlich-ökonomischen
Modernisierung."
Wie sieht es aber mit der
Wirtschaftlichkeit der Kreativen aus? Dazu werden die
zuständige Senatsbeauftragte Tanja MÜHLHANS und einige
Kreative aus der Modebrancher, der Kunstszene, vom Film usw
befragt. Und natürlich bleibt es nicht aus, dass die Rolle der
Kreativen bei der Gentrifizierung des Prenzlauer Bergs
angesprochen wird:
"Viele von ihnen sind
Künstler, die als Avantgarde das Viertel »hipgewohnt« haben,
sich aber nach Generalsanierungen die Mieten nicht mehr
leisten können. Sie ziehen weiter – in den Wedding oder nach
Moabit."
Der Stadtforscher Bastian
LANGE, der eine Studie über Die Räume der Kreativszene
verfasst hat, bezeichnet Kreative auch als "Culturepreneurs":
"»Culturepreneurs« nennt
Bastian Lange Leute wie Anna Franke, in Anspielung auf die
gefallene Grenze zwischen Ökonomie und Kultur: Der
Culturepreneur ist ein Unternehmer seiner selbst, dessen im
Nachtleben erworbenes Wissen auch tagsüber eine
kapitalisierbare Ressource darstellt. Der Begriff taucht
erstmals 1999 bei den britischen Sozialforschern Anthony
Davis und Simon Ford auf; Lange hat das Instrumentarium
verfeinert und auf die Besonderheiten der Berliner
Verhältnisse angewandt, in dem durchaus pragmatischen
Bewusstsein, »dass auf der Ebene der Akteure neue Lösungen
gefunden werden müssen«. Sein Interesse gilt kollaborativen
und temporären Arbeitsformen, die es den Teilnehmern
ermöglichen, mal wirtschaftlich und dann wieder
experimentell zu arbeiten. »Spielbein-Standbein-Logik könnte
man es nennen«, sagt er".
Zum Abschluss wird das
Betahaus am Rande von Kreuzberg vorgestellt und als Zukunft
der Arbeit präsentiert. |
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Rezensionen
WALTER, Klaus (2000): He did
it schon so früh.
Berliner Barock: die "Popsingles" des Thomas Groß,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.10.
Infos zu:
Klaus Walter - Autor der
Single-Generation
PILZ, Michael (2001):
Soundtrack unserer Zeit.
Vom Versuch, mit Popmusik die Literatur und die Kunst,
das Leben sowie die Welt zu verstehen,
in: Welt v. 17.02.
HEIN, Helmut (2001): Der Papst wird zum Pop-Star.
Ketzerische Reportagen des Pop-Journalisten Thomas Groß,
in: Neue Musikzeitung, Nr.5, Mai
RÜDENAUER, Ulrich (2001): Ein
Buch voller Hitsingles.
Der Popjournalist Thomas Groß stellt mit "Berliner
Barock" eine Sammlung seiner Artikel und Essays vor,
in: literaturkritik.de Nr.4, April
NICKEL, Eckhart (2001):
Meister des Pop,
in: Financial Times Deutschland v. 27.04.
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