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Wolfgang
Welt: Die Ausweitung der Kampfzone in Bochum
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Wolfgang
Welt in seiner eigenen Schreibe
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- WELT, Wolfgang (1992): Nacht-Fluch.
Der Autor vor seinem Radio,
in: Der Alltag, Thema: Stadt/Land, Oktober
- WELT, Wolfgang (1999):
Heinz Rudolf Kunze - Deutsche Lieder,
in: derselbe "Peggy Sue", München:
Heyne
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Wolfgang
Welt: Porträts und Gespräche
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- SCHÄFER,
Frank (2001): Stiller Freund der vielen Fernen.
Am
Bochumer Schauspielhaus hat Wolfgang Welt viele
Menschen kommen und gehen sehen. Klar, er ist der
Nachtwächter. Früher galt er als der
"wichtigste Musikjournalist des Potts".
Gerade ist mal wieder ein Roman von ihm
herausgekommen,
in: TAZ v.
08.12.
- FUCHS,
Oliver (2002): Unter Sex leide ich nicht, weil
ich keinen haben.
Melancholie, Mode und
Verzweifelung im Ruhrpott: Wolfgang Welt ist der
manische Chronist der Post-Punk-Ära in Bochum,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 11.01.
- FRÖMBERG, Wolfgang
(2006): Wolfgang Welt. Es muss nicht immer Jean Genet sein.
In 300 Spex-Ausgaben steht kein einziger Artikel von Wolfgang
Welt. Höchste Zeit für eine Würdigung des "Universaldilettanten",
dessen gesammelte Werke nun bei Suhrkamp vorliegen. Ein Besuch in
Bochum, zwischen Opel und dem Geist von Buddy Holly,
in: Spex Nr.300, Juli
- Inhalt:
Wolfgang FRÖMBERG erklärt, warum Wolfgang Welt
in der Popliteratur bislang ein stolzer Außenseiter blieb.
Er
beginnt mit einem Verriss des Romans "Peggy Sue" durch Diedrich
DIEDERICHSEN, der Mitte der 80er Jahre mit
"Sexbeat" die Szene
bestimmte. Die Geschichte des Suhrkamp-Buchtitels reicht bis
zum Beginn der 80er Jahre zurück:
"1982
erschien im Kübler Verlag die von Diedrich Diederichsen
herausgegebene Anthologie »Staccato - Musik und Leben«. Darin finden
sich Beiträge aus dem Umfeld der Zeitschrift »Sounds«, u.a. eine
Polemik von Kid P (Andreas Banaski) gegen alles, was gerade angesagt
war: »Übrigens, wer hier nicht erwähnt wird, war es nicht wert,
nicht mal wert, runtergemacht zu werden.« »Staccato« enthält die
erste lange Story von Wolfgang Welt: »Buddy Holly auf der
Wilhelmshöhe«."
Mit
Peter HANDKE hat Wolfgang WELT einen Fürsprecher gefunden
und
der Zeitgeist hat sich mittlerweile gedreht:
"Aus der
Position, deren lautester und versiertester Verfechter Diederichsen
damals war, nämlich Popstorys mit subjektiven Behauptungen
aufzuladen, war ihm eine positive Besprechung von »Peggy Sue« kaum
möglich. Denn WoW kennt keine Behauptung und keinen roten Faden
außer sich selbst.
Das
Zentrum seiner Reflexionen ist das Jugendidol Buddy Holly, das Ziel
all seiner Anstrengungen ist die Eroberung des weiblichen
Geschlechts. (...). Hinter den Versprechungen der Popindustrie kommt
durch Welts »Ehrlichkeit« an der Olympia-Schreibmaschine dröge
Jungswelt-Realität zum Vorschein. Diese Qualität der Welt'schen
Offenheit durfte ein ausgesprochener
Szene-Insider wie DD
freilich nicht gutheißen, jedenfalls nicht, dass sie so unvermittelt
daherkam."
-
SÜSELBECK, Jan (2007): Lenz, postmodern.
Eine Begegnung mit Wolfgang Welt, dem Autor der Romansammlung
"Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe",
in: Literaturkritik, Februar
-
SÜSELBECK, Jan (2007): J.R. im Tunnel.
Er tauchte in die Popszene der Achtziger ein und bald darauf ab.
Jetzt sind seine Romane bei Suhrkamp erschienen. Eine Begegnung mit
Wolfgang Welt, der dem Wahnsinnigwerden ein literarisches Denkmal
gesetzt hat,
in: Jungle World Nr.7 v. 14.02.
-
SCHÖNEBÄUMER, Matthias (2008): Welt lebt im Staccato.
Vergessene Autoren: Ist Wolfgang Welt der erste deutsche
Popliterat? Er hat versucht, vom Schreiben über Pop zum Literaten zu
werden. Leider ist es ihm nicht ganz gelungen,
in: Zeit online v. 03.06.
- Inhalt:
SCHÖNEBÄUMER erinnert an den vergessenen Autor
Wolfgang Welt, den er u.a. mit
Jörg FAUSER vergleicht, dessen
Karriere aber im entscheidenden Moment scheitert:
"Als
der Suhrkamp-Verlag Interesse an seinem Romanmanuskript zeigt, kommt
Bewegung in die Sache. Einzig Wolfgang Welt kommt nicht voran.
Lieber interviewt er Achim Reichel und begleitet Motörhead auf ihrer
Englandtour. Danach holt ihn die Wirklichkeit ein: Vollkommen
ausgebrannt landet er in der Psychiatrie.
Nach seiner Entlassung will er endlich seine Geschichte
aufschreiben, doch ein anderer Autor kommt ihm zuvor.
Statt seiner debütiert nun Rainald
Goetz mit Irre bei Suhrkamp. Ein Moment von tragischer
Gleichzeitigkeit, der Wolfgang Welt nur ein paar trockene Zeilen
wert ist: »Dagegen hatte ich natürlich keine Chance, und es sollte
dann noch mal zwanzig Jahre dauern, ehe ich die Story schrieb.« Eine
Story, in der eigentlich nichts passiert und doch so unheimlich viel
geht."
-
RUNTE, Alexander (2009): Der Anwärter.
Manche halten ihn für den größten Erzähler des Ruhrgebiets - aber
Wolfgang Welt ist seit vielen Jahren Nachpförtner. Ein Besuch in
Bochum,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 07.02.
- Anmerkungen:
RUNTE porträtiert Wolfgang WELT, dessen Roman
Doris hilft diesen Monat bei Suhrkamp erscheint.
Vor ein
paar Tagen hat Klaus WALTER den jung gestorbenen
Buddy Holly als Paten
aller weißen Nerds beschrieben.
Wolfgangs WELTs spätes Debüt bei Suhrkamp hieß, man glaubt es kaum:
Buddy
Holly auf der Wilhelmshöhe. Diese Wilhelmshöhe liegt
weithin sichtbar über Kassel, sondern bezeichnet eine Zechensiedlung
in Bochum. Der Angehörige der Single-Generation arbeitete
nach einer gescheiterten Karriere als Popjournalist und mehreren
Psychiatrieaufenthalten als Nachtportier im Bochumer Schauspielhaus.
Die
literarische Leistung sieht
Diedrich DIEDERICHSEN bei Wolfgang
WELT darin, dass er "als einer der Ersten das eigene
Nerd- und Fantum" stilisierte. So etwas ähnliches sagt DIEDERICHSEN im übrigen
über alle, die nicht seinem männlichen Hipsterideal à la
Sexbeat
entsprachen (siehe
Kerstin GRETHER).
Willi WINKLER, der ebenfalls bei
der Süddeutschen schreibt und so etwas wie der
Gegenspieler von DIEDERICHSEN ist, hat ein Nachwort zu WELTs neuem
Buch verfasst.
RUNTE bringt
die Texte von WELT auf den Punkt:
"In seinen Texten
vermischte er die Glamourwelt des Pop mit seinem eigenen Loserleben
in Bochum, wo er mit Fußballkumpels soff, immer noch bei seinen
Eltern wohnte und sexuell zeit seines Lebens mit Vollgas und im
Leerlauf unterwegs war".
Hartz IV als
Rentner oder Durchbruch, so beschreibt RUNTE die gegenwärtige
Situation von WELT. Könnte er so etwas wie der
Paul POTTS der Literaturbranche
werden?
Wilhelm GENAZINO beschrieb vor 5 Jahren in seinem Roman
"Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman"
das Grundprinzip solcher Art von Teilzeitkarriere, die in den
goldenen Jahren noch leichter möglich erschien.
Anfang der 1980er Jahre war
die Gefahr des Scheiterns größer und die
Nutzlosigkeit des Erwachsenwerdens
machte sich breit. Nicht jeder schaffte den Absprung zum Postpunk,
zum Hipster oder ähnlichen Haltungen. Arbeitete nicht auch der 5
Jahre jüngere Peter HEIN - trotz Monarchie und Alltag - als
Jobber, bevor er nach der Jahrtausendwende den Wiedereinstieg wagte?
Seit Michel HOUELLEBECQ dem
Nerd
mit seinen ersten beiden Romanen
ein Denkmal setzte, sodass sich neuerdings feministische Frauen
notgedrungen mit der Tatsache beschäftigen müssen, dass dem
Mann in der Krise
eine Sympathie entgegen gebracht wird, denen Feministinnen bislang
wenig entgegen zu setzen hatten.
Es scheint einen
wachsenen Markt zu geben, den es zu bedienen gilt. Heinz STRUNK hat
mit
Fleisch ist mein Gemüse gezeigt
wie es geht. Im Gegensatz zu STRUNK scheint WELT jedoch den im
Literaturbetrieb üblichen Standards nicht zu genügen. Es bleibt also
eine spannende Frage, wie es mit dem Nerd aus Bochum weiter geht.
-
SCHÄFER, Frank (2009): Mutti seufzte nur.
Die Romane von Wolfgang Welt sind drastisch und manisch – das
Gegenteil der deutschen Schreibschul-Literatur. Jetzt ist sein
viertes Buch erschienen. Ein Porträt,
in: Zeit Online
v. 24.02.
-
DEBES, Herbert (2009): Welt-Literatur aus Bochum.
Wie Wolfgang Welt mit seiner autobiographischen Trilogie des
Scheiterns nach zwanzig Jahren doch noch bei Suhrkamp gelandet ist
und nun sogar einen neuen Roman geschrieben hat »Doris hilft«,
in: glanzundelend.de v. 19.03.
- Inhalt:
"Wolfgang
Welts Geschichte ist mehr als eine Trash-Komödie mit regionalem
Flair. Sein »Buddy Holly auf der
Wilhelmshöhe« ist ein dem Leben abgerungener, tragikkomischer
Bildungsroman eines Möchtegerns, und als solcher authentisches
Dokument einer Zeitspanne zwischen Anything goes - but nothing
happens", meint DEBES.
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Klappentext
"»Doris
hilft« steht an einer Wand der Bochumer Uni, an der
Wolfgang Welt in seinem Wahn vorbeiläuft. Doris, so
hieß doch die Bedienung in seinem Stammlokal, die er
geliebt hatte – Doris hilft ist der vierte Roman,
den Welt seinem Leben als Autor, Biertrinker,
Dauersohn und Nachtwächter auf der Bochumer
Wilhelmshöhe und in deren Umgebung widmet. Lauter
Nachrichten aus der Wirklichkeit (um 1990), aber es
braucht jemanden wie Welt, den »größten Erzähler des
Ruhrgebiets« (Willi Winkler), der sie uns aufgreift,
»anleuchtet«, sichtbar macht.
Im Anhang:
»Bob Dylan & Buddy Holly. Kein Vergleich«, einer der
besten Artikel des Musikjournalisten Wolfgang Welt
aus dem Jahr 1991."
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Rezensionen
- SCHÄFER, Frank (2009): Doris
hilft,
in: Rolling Stone, April
- Inhalt:
"Welt ist skrupellos gegen sich selbst und
gegen andere. Er schreibt auf, was die meisten weglassen
würden. Und es gibt anders als bei Heinz Strunk et alii auch
keine ironische Hintertür, durch die der Leser sich aus
dieser Plebejer-Hölle davonstehlen könnte, meint Frank
SCHÄFER.
- Neu:
SCHOLZ, Gabriele (2009): Kreuzehrlich,
in: Jungle World Nr.14 v. 02.04.
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Klappentext
"Aus
kleinen Verhältnissen stammend und mit einem
abgebrochenen Studium im Gepäck gerät Wolfgang Welt
als Musikjournalist Anfang der achtziger Jahre in
die Pop-Maschinerie. New Wave, Neue Deutsche Welle,
Marabo, Sounds, Musik Express, Rockpalast, Herbert
Grönemeyer, Dallas, Frauengeschichten, DJ-Dasein und
immer wieder Buddy Holly sind Begleiterscheinungen
einer kurzen, steilen Szenekarriere. Sie endet im
Wahnsinn. Welt wird verhaftet und in die Psychiatrie
gesteckt. Wieder halbwegs normal, schreibt er in
großen Abständen drei autobiographische Romane, die
hier vereint vorgelegt werden, der dritte als
Erstveröffentlichung. 2002 erhält er ein Stipendium
der Hermann- Lenz-Stiftung. Seit langen Jahren
arbeitet er als Nachtportier im Schauspielhaus
seiner Heimatstadt Bochum und hört regelmäßig WDR 4.
Wolfgang Welt, geboren 1952 in Bochum, lebt dort (in
seinem Elternhaus in der Bergarbeitersiedlung
Wilhelmshöhe). Peggy Sue, erschienen zuerst 1986 im
Konkret Literatur Verlag, kam 1997 erweitert und mit
einem Vorwort von Leander Haußmann als Taschenbuch
heraus. Der Tick wurde 2001 veröffentlicht. Der
Tunnel am Ende des Lichts ist, wie gesagt, eine
Erstveröffentlichung"
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Rezensionen
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KLAHN, Andrej (2006): "Mein Lebensziel ist erreicht".
Neuer Roman des Bochumer Nachtpförtners Wolfgang Welt,
in: Welt am Sonntag v. 30.07.
- DEGENS, Marc (2006): Mit
Mutters Butters.
Die Wolfgang-Welt-Werkausgabe im Suhrkamp Verlag,
in: junge Welt v. 19.09.
-
SCHÄFER, Frank (2006): Sich seiner eigenen Raserei stellen.
Ausflüge in Welts Welt: Die ersten drei Romane von
Wolfgang Welt liegen gesammelt vor - "Buddy Holly auf der
Wilhelmshöhe",
in: TAZ v. 11.11.
- Inhalt:
"Dieser Band versammelt das vorläufige
belletristische Gesamtwerk vom
Lester Bangs des
Ruhrpotts, der in den frühen Achtzigern drauf und dran war -
mit einer gehörigen Portion Chuzpe, Größenwahn, aber eben
auch Können -, ein Star und eine echte Zierde der Zunft zu
werden", meint Frank SCHÄFER.
-
TUSCHICK, Jamal (2007): Endlich in der Bundesliga,
in: Textem v. 06.02.
- Inhalt:
"Der Autor adelt den Alltag mit einer
vollkommen unironischen Aufmerksamkeit. Das erscheint dem
Zuhörer/Leser zum Schreien absurd", berichtet
Jamal Tuschick
anlässlich einer Lesung.
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Klappentext
"»Wolfgang
Welt, der größte Autor des
Ruhrgebiets« (SZ), hat ein neues
Buch geschrieben. »So wie ich es
sehe, mögen Mädchen einen Kerl mit
einem kreativen Touch. Deswegen habe
ich angefangen zu schreiben, um ein
bisschen Reklame für mich zu machen
und mir zu Bettgenossinnen zu
verhelfen.« Darum geht es!"
Stimmen zum Buch
"Anstatt das Erlebte und Gehörte mit zeitgeistiger
Kulturtheorie aufzupeppen oder zu ironisieren,
bedient sich Welt einer phantastisch schnörkellosen,
charmant-prolligen Sprache, die dem mythisch
überhöhten Beruf des Musikjournalisten jeglichen
Glamour raubt. Gerade das ist es, was den »Tick« von
der Masse der belanglosen Retro-Romane abhebt und so
etwas wie »Authentizität« verleiht."
(Kito Nedo in fluter.de vom April
2002)
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