| |
|
 |
|
 |
| |
|
|
Klappentext
"Was
tun, wenn man fünfundzwanzig wird und dort lebt, wo
Russland und Asien ineinander übergeben, im
sibirischen Minusinsk. Roman arbeitet nach dem
Militärdienst als Kulissenschieber im Stadttheater,
fühlt sich als Künstler, träumt von der idyllischen
Kindheit oder von der Liebe - und schlägt doch nur die
eintönige Zeit tot, mit den Kumpanen des Wohnheims,
den Kollegen und seinen Maler- und Musikerfreunden
beim Saufen. Romans Eltern, ehemals Idealisten, die
die Kultur in die sowjetischen Republiken tragen
wollten, leben vom Gemüseanbau in einem benachbarten
Dorf. Die Seelen trösten oder vergiften sich diese
Existenzen, Maulhelden, dealende Kleinkriminelle oder
einfach nur Ratlose wie Roman, mit billigem Wodka -
und der heißt in Minusinsk, mit sprechendem Namen,
Minus.
Minus: ein Debütroman, der die gewohnten Formen
postsowjetischer Literatur hinter sich läßt und
stattdessen authentisch und ironisch, schonungslos
aber auch verständnisvoll von Menschen aus der rauen
und schäbigen Provinz erzählt.
Minus liest sich als aufregender Bericht über eine
sibirische »lost generation« - ohne Geld aber mit
Lebensmittelmarken, mit wenig Zukunft aber mit vielen
Vorsätzen"
Pressestimmen
"Auch der
junge Erzähler in Roman Sencins Roman »Minus« hat
die Hoffnung auf ein anderes Leben längst
aufgegeben. Eigentlich wollte er »eine Band gründen«
und »ein Demo-Tape nach Nowosibirsk oder Moskau
schicken«, aber jetzt betrinkt er sich jede Nacht
mit seinen Freunden. Jura, der Maler, tauscht seine
Bilder gegen billigen Wodka, und wenn Sergej
anfängt, von dem großen Roman zu erzählen, den er
schreiben will, winken die anderen nur gelangweilt
ab: »Hast du diese Krankheit noch immer nicht
überwunden?« Mehr als dreihundert Seiten über
verbummelte Nachmittage, versoffene Nächte und
verkaterte Vormittage: Mit »Minus« hat Sencin (...)
ein bemerkenswert hoffnungslos gestimmtes Debüt
vorgelegt. Und er hat einen neuen Ton in der
russischen Literatur angeschlagen."
(Kolja Mensing
in der TAZ vom 24.09.2003)
"Roman
selbst arbeitet als Bühnenarbeiter im Provinztheater
der sibirischen Stadt Minusinsk; zwar fühlt er sich
als Künstler, doch hängt seine Gitarre an der Wand:
»Erst vor kurzem habe ich begriffen, daß der Sinn
des Lebens in der Beschaffung von Nahrung besteht«,
philosophiert er. Ging es bei Denezkina ums
Jugendlich-sein, so geht es hier ums
Erwachsen-Werden - und das versteht sich im neuen
Russland keineswegs mehr von selbst. »Wir haben
keine Ahnung« so lautet der Befund des
Ich-Erzählers, »wer überhaupt noch das Stadium eines
Erwachsenen erreicht.«"
(Moritz Baßler in den Literaturen,
Oktober 2003)
"Rausch und
Tauschwirtschaft bilden die Existenzgrundlage dieser
Generation, die sich in ihrem fortgesetzten
Dämmerzustand alle erreichbaren Ziele nur sehr kurz
zu stecken vermag.
Denn die Hoffnung (...) ist das schlimmste Übel und
richtet den Menschen übel zugrunde.
(...).
Der Arbeitsplatz Theater, die institutionalisierte
Illusionsfabrik, dient dem Ich-Erzähler als Symbol
für ein System der Täuschung, dem die Menschen im
maroden Imperium schon seit der Kindheit
ausgeliefert sind."
(Michael Grus
in der Frankfurter Rundschau vom 08.10.2003)
"Roman
Sencin hat (...) mit »Minus« eine Art Manifest der
russischen Generation X geschrieben. Deren
Angehörige sind die Erben des Himmelreichs im Traum
des implodierten Sowjetmenschen, ohne Glauben, ohne
Utopie und ohne Gewissheit, außer einer: keine
bestimmbare Zukunft zu haben."
(Egbert Hörmann im Tagesspiegel
vom 08.10.2003)
|
|
|
 |
|
 |
|
|
| |
|
Rezensionen
-
MENSING, Kolja (2003): Am Morgen nach der Schlacht.
"Besoffen, blöd und nirgends angekommen": Junge russische
AutorInnen wie Roman Sencin, Irina Denezkina oder Ilja
Stogoff erzählen in ihren Roman vom Schicksal einer
Generation, die zwischen den historischen Umbrüchen verloren
gegangen ist,
in: TAZ v. 24.09.
- BAßLER, Moritz (2003): Ein
dystanziertes Gefühl.
Russlands junge Autoren transferieren mit Pfiff die
Warenkultur des Westens. Ein Streifzug durch den Pop à la
Russe,
in: Literaturen, Oktober
-
PETER, Stefanie (2003): Zwanzig Grad unter Null Bock.
Holden Caulfield in der Steppe: Roman Sencin seziert die russsische
Provinz,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 07.10.
- Neu:
GRUS, Michael (2003): Rausch und Tausch.
Roman Sencin widmet sich den Erniedrigten und
Beleidigten,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 08.10.
- HÖRMANN, Egbert (2003): Ein
Prosit auf diese saure Brühe.
In seinem Debütroman "Minus" blickt Roman Sencin in die
Herzen überflüssiger Menschen,
in: Tagesspiegel v. 08.10.
|
|