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Maria Sveland: Bitterfotze

 
       
     
       
     
       
   

Maria Sveland in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Maria Sveland: Porträts und Gespräche

 
     
       
   

Bitterfotze (2009)
Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
 
 

Klappentext

"Ein Roman, der hier im Haus so heftige Diskussionen auslöste, dass ein (männlicher) Kollege beleidigt das Zimmer verließ und noch Stunden später kleine Grüppchen auf dem Gang zusammenstanden, um sich auszutauschen. Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist ein Thema, das leider nichts von seiner Aktualität verloren hat, im Gegenteil: Es war schon mal besser, und die Lorbeeren, auf denen sich viele ausruhen, sind längst vertrocknet.

Sara entflieht dem dunklen Januar und ihrer Winterdepression und reist für eine Woche allein nach Teneriffa. Sie ist Mutter eines zweijährigen Jungen und enttäuscht – vom Kinderkriegen, von ihrem Mann, der sie gleich nach der Geburt ein paar Wochen alleine ließ, von der Gesellschaft, in der immer noch die Männer dominieren. Auf Teneriffa hat sie Zeit, über alles nachzudenken und zu beobachten: warum Frauen bitterfotzig werden, an welchen Punkten die Ungleichbehandlung offensichtlich wird und wie hoffnungslos alles ist, wenn bereits in der Zweierbeziehung so vieles falsch läuft.

Ein Buch, das in Schweden die Bestsellerliste anführte, von einer Autorin, die eine Revolution will und sich keineswegs mit dem zufrieden gibt, was vermeintlich schon alles erreicht wurde. Laut, kompromisslos und ehrlich haut Maria Sveland uns ihren bitterfotzigen Zorn um die Ohren, und jede Frau, die versucht, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, wird zustimmend nicken. Und wütend werden."

 
 
 
       
   
  • Der Roman in der Debatte

    • LINDEMANN, Thomas (2009): Sie wollen Sex, und sie sind wütend.
      Junge Autorinnen aus aller Welt etablieren ein neues, freizügiges Frauenbild in der Literatur,
      in:
      Welt v. 21.01.
    • BORTOLANI, Martina (2009): Die Bittergebiete der Frau.
      Mit "Bitterfotze" beschreibt Maria Sveland die Leiden einer jungen Mutter,
      in: Sonntagszeitung v. 22.02.
    • OESTREICH, Heide (2009): Keine Angst vor bitteren Lippen.
      Maria Sveland hat das Kunststück geschafft, den feministischen Entwicklungsroman der Siebziger zu modernisieren: "Bitterfotze", in Schweden ein Bestseller, untersucht die "condition féminine" in postpatriarchalen Zeiten. Morgen erscheint das Buch in Deutschland,
      in: TAZ v. 27.02.
    • KNIPPHALS, Dirk (2009): Die Wut als Seismograf.
      Sara, die Ich-Erzählerin in Maria Svelands Roman, begreift ihr persönliches Leiden als Indikator eines ungerechten Allgemeinzustands. Damit knüpft das Buch an erzählerische Muster der "Neuen Subjektivität" an. Trotz des kämpferischen Tons ist das Ende jedoch vorsichtig versöhnlich,
      in: TAZ v. 27.02.
      • Inhalt:
        KNIPPHALS ordnet den Roman "Bitterfotze" von Maria SVELAND literaturgeschichtlich in die Tradition der neuen Innerlichkeit ein, ein erfolgreiches Genre der 1970er Jahre:

                     "Maria Sveland (...) knüpft an viele erzählerische Muster an, die in den Siebzigerjahren unter den Rubrizierungen »Neue Subjektivität« oder auch »Neue Innerlichkeit« verhandelt wurden. Ihre Icherzählerin Sara lernt ihre Probleme und Leiden im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Bedingungen verstehen. Und ihre Wut, sie selbst spricht von »Bitterfotzigkeit«, begreift sie allmählich als Indikator eines ungerechten Allgemeinzustands - als Seismograf, der anzeigt, dass etwas nicht stimmt. Das sind beides Topoi, wie sie in der Literatur der Neuen Subjektivität vielfältig durchgespielt wurden. Romane wie Karin Strucks »Klassenliebe« (1973) oder Verena Stefans »Häutungen« (1974) zeichneten weibliche Suchbewegungen nach. Äquivalente auf männlicher Seiten waren »Lenz« von Peter Schneider (1973), »Mars« von Fritz Zorn (1974) oder »Die Reise« von Bernward Vesper (1977). Auf Erica Jongs Weltbestseller »Angst vorm Fliegen« (1973) nimmt Maria Sveland direkt Bezug.
                     In zwei Punkten kann man ihren Roman geradezu als Versuch eines Revivals dieser 70er-Jahre-Kultbücher lesen: Sveland verknüpft die Entwicklungsgeschichte ihrer Heldin mit einem Gesellschaftspanorama. Und sie übt sich in einem kämpferischen Ton."
                     In Abgrenzung zur 1970er Literatur, die Michael RUTSCHKY in seinem Buch "Erfahrungshunger" auf den Punkt gebracht hat, sieht KNIPPHALS jedoch auch Unterschiede:
                     "In »Erfahrungshunger«, dem kanonischen Text über die Siebziger, interpretiert Michael Rutschky »Schrecken und Schmerz« als Inbegriffe der authentischen Erfahrungen der damaligen Zeit: Nur durch sie könnten sich die AutorInnen der Siebziger durch das schlechte Gesellschaftliche als reale Subjekte begreifen. Der einzige Weg, aus der Entfremdung und Unterdrückung herauszufinden, liegt für sie in einer Bewegung aus der Gesellschaft heraus. Im günstigsten Fall endete das in Subkulturen oder künstlerischer Fundamentalopposition. Bei Fritz Zorn und Bernward Vesper endete die Bewegung im Tod.
        Maria Sveland lässt ihren Roman dagegen vorsichtig optimistisch enden. Der Rückgriff auf die Dramaturgie der Neuen Subjektivität bietet ihrer Erzählerin die Möglichkeit, eine Weile aus der Mühle ihres Lebens herauszutreten und über sich selbst einigermaßen klar zu werden. Sie sieht dann
        »eine Reihe von Möglichkeiten, neu anzufangen«. Das ist mehr, als viele AutorInnen der Siebziger ihren Figuren oder sich selbst zugestanden haben."
    • ANONYM (2009): Die Bitterfotze.
      Zwei Kinder plus Karriereberuf. Grund genug, verbittert zu sein. Und Fotzen sind Frauen sowieso. Oder?
      in: Emma März/April
    • HALVA, Boris (2009): Mama ist sauer,
      in:
      Frankfurter Rundschau v. 07.03.
    • POHLMANN, Sonja (2009): Hölle, Hölle, Hölle.
      Maria Svelands postfeministischer Roman "Bitterfotze" ist keine verschärfte Version der "Feuchtgebiete", sondern ein zorniger Appell für mehr Gleichberechtigung,
      in:
      Tagesspiegel v. 11.03.
    • FREUDENSCHUß, Ina (2009): Richtig bitterfotzig.
      Ihr subjektiver Aufschrei aus der Kleinfamilien-Hölle ließ in Schweden kaum jemand kalt: Nun ist die "Bitterfotze" von Maria Sveland auch auf Deutsch erschienen,
      in: Der Standard v. 22.03.
    • SCHÄFER, Frank (2009): Muttermythen und Patriarchenväter.
      In "Bitterfotze" seziert Maria Sveland maskuline Unterdrückungsmechanismen,
      in: Tip Nr.9 v. 16.04.
    • KÜMMEL, Anja (2009): Cheddar statt Schmeldkäse.
      Nach den »Feuchtgebieten« kommt die »Bitterfotze«. Maria Svelands Roman ist vordergründig feministisch, spricht sich dann aber doch für das klassische Familienglück aus,
      in: Jungle World Nr.19 v. 07.05.
    • Neu:
      RABE, Jens-Christian (2009): Große Erwartungen.
      Warum der Geschlechterkampf gerade erst beginnt,
      in:
      Süddeutsche Zeitung v. 18.05.
      • Anmerkungen:
        Jens-Christian RABE eröffnet den Familienwahlkampf in der SZ. Er liest den Roman "Bitterfotze" von Maria SVELAND als Bericht über den Geschlechterkampf.

              
           
         
        "Das Konfliktpotential ist nach wie vor riesig, neu ist, dass die Frauen der Auseinandersetzung immer weniger aus dem Weg gehen", meint RABE.
              
           
         
        Betrachtet man dagegen das neu erschiene Buch "Das kleine Schwarze", das sich als Handbuch für die Frau versteht, dann zeigt sich, dass sich Frauen eher mit der Realität arrangieren, statt auf Konfrontationskurs mit Männern zu gehen.
              
           
         
        Bücher wie die "F-Klasse" von Thea DORN zeigen zudem wie sich heutzutage die Beilegung des Geschlechterkampfes vollzieht.
              
           
         
        Im hedonistischen Milieu kommt man ebenfalls zu anderen Ergebnissen bei der Lektüre von "Bitterfotze":
              
           
         
        "Was lernt die Frau von heute daraus? Flucht bedeutet eine Woche Pauschalurlaub auf Teneriffa. Das Höchstmaß an Skandal und Auflehnung, wissen wir seit »Feuchtgebiete«, sind unrasierte Achselhöhlen", meint Anja KÜMMEL.
              
           
         
        Wirtschaftskrisen waren noch nie gute Zeiten für einen Geschlechterkampf.
 
   

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© 2002-2009
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 22. Februar 2009
Stand: 18. Mai 2009