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Christian Kracht: Faserland

 
       
     
       
     
       
   

Faserland (1995)
Köln: Kiepenheuer & Witsch
(als Taschenbuch bei
Goldmann, 1997 erschienen)

 
   
 
 

Klappentext

"Einmal durch die Republik, von Nord nach Süd: in Christian Krachts Debütroman Faserland berichtet der namenlose Ich-Erzähler von SPD-Trotteln und Nazi-Schweinen, von Partys und aus Bars, von Himmelfahrtsnasen der Mädchen und vom Kotzen mit Stil, von der Schönheit der Leere und vom plötzlichen Wunder des Rauchringemachens. Alles ist dem Erzähler klar, und gleichzeitig entgleitet ihm alles. Der Verfall ist ausweglos, Erlösung findet der Erzähler nur durch seinen komisch-melancholischen Plauderton.
Christian Kracht schreibt mit Detailwut, in seinem Haß liegen Humor und Schwermut. Das ist außerordentliche Unterhaltung. In seinem scheinbar leichten Erzählton, der in Wirklichkeit sehr kunstvoll gebaut ist, mit einer schnoddrigen Trauer und mit einem manchmal geradezu slapstickhaften Blick auf die deutsche Provinzialität schreibt Christian Kracht den Roman einer Jugend, die sich ohne die klassischen Auswege der Rebellion oder der Anpassung dennoch nicht arrangieren will."

Pressestimmen

"Wenn der 28jährige Sohn des ehemaligen Generalbevollmächtigten von Axel Springer ein Buch schreibt, ist ein bißchen Provokation Programm. Hinzu kommt, daß der (Kracht sehr ähnliche) faule, aber reichlich mit Geld versorgte Schnösel, aus dessen Blickwinkel alles erzählt wird, jede Links-Codierung seines Stilinventars aufgekündigt hat; wer in den achtziger Jahren an die schöne Idee einer romantischen Subversion der Verhältnisse im Geiste des New-Wave-Dandyismus geglaubt hat, sieht sich hier gezwungen, dem späten Zerrbild seiner eigenen Jugend ins Auge zu sehen. Mehr noch: Ein »eigentlich« veralteter Typus, ein popperhafter Wet-Gel-User und Barbourjackenträger, behauptet sich als Modell der Stunde, indem er noch die wackeren Versuche problembewußter junger Leute von heute, das Soziale wiederzuentdecken, die Verdammten dieser Erde zu verstehen und Hiphop als Musik der Stunde zu theoretisieren (»die echte Auflehnung und so weiter«, heißt das verächtlich bei Kracht), als Sinnsuche von Spießern denunziert."
(Thomas Groß in der TAZ vom 23.03.1995)

"Man könnte manches einwenden gegen dieses Frühwerk eines Begabten, das nicht zuletzt den Prinzipien eines ordentlichen Roadmovie folgt, und dessen Urheber um Originalität nicht sonderlich besorgt scheint. Jedoch kann man dem Roman auch einiges zugute halten: liefert er doch eine erfrischende, vermutlich sogar authentische Darstellung bestimmter Verhältnisse hierzulande, von denen man sonst bloß in Illustrierten liest."
(Jamal Tuschick im Rheinischen Merkur vom 24.03.1995)

"Krachts Verzweiflung ist ziellos, und das macht seinen Hohn moralisch erträglich. Was aber, wenn dieser verwöhnten und hochnäsigen Enkelgeneration plötzlich ein Sinn einleuchtet? Dann Gnade uns Gott."
(Gustav Seibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 22.05.)

 
 
 
       
   
  • Buchrezensionen

    • HUETLIN, Thomas (1995): Das Grauen im ICE-Bord-Treff,
      in: Spiegel Nr.8 v. 20.02.
    • MARQUARDT, Volker (1995): Genese eines Spießers.
      Wenn Hamburger Zeitgeist-Journalisten Romane schreiben: Der Held in Christian Krachts Debüt "Faserland" hält Gegenkulturen für dreckig - lustig, oder?
      in: TAZ Hamburg v. 28.02.
    • GROß, Thomas (1995): Aus dem Leben eines Mögenichts.
      Gesellenstück aus der "Tempo"-Literaturwerkstatt: Christian Krachts Debütroman "Faserland, eine ungnädige Reise durch Deutschland,
      in: TAZ v. 23.03.
    • PIEPGRAS, Ilka (1995): Ein Zeitgeistbuch von Christian Kracht,
      in:
      Berliner Zeitung v. 23.03.
    • TUSCHIK, Jamal (1995): Provozierende Posen,
      in: Rheinsicher Merkur v. 24.03.
    • SEIBT, Gustav (1995): Trendforscher im Interregio,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.05.
    • FESSMANN, Meike (1995): Das Leben als unschöne Party,
      in: Basler Zeitung v. 11.08.
    • FISCHER, Susanne (1995): Faserbrand.
      Christian Krachts Reise durch ein Land, das eigentlich ganz schön sein könnte, wenn nur die Nazis nicht
      in: TAZ v. 29.07.
    • PRALLE, Uwe (1995): Die Rebellion auf Kreditkarte,
      in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.
      • Kommentar:
        Zu Zeiten von PRALLEs Rezension war die "Generation Golf" noch nicht entdeckt, weshalb sie noch unter dem Label der 89er oder der Generation X läuft:

              
           "Mit einer Innigkeit, die wohl auch aus Selbsthaß entspringen mag, gibt Christian Kracht in Faserland Ausschnitte aus dem Panoptikum westdeutscher Lebenslagen, die schon deshalb literarisch selten beleuchtet werden, weil sie eher das Revier von Lifestyle-Magazinen sind und ohne photographische Aufbereitung schnell das Odium des Tragikomischen und geballter Depression ausstrahlen. Den Seelenhaushalt in diesen Welten regulieren feinsinnige Differenzen zwischen Warenemblemen und Preisen; allerdings grinst immer auch das Nichts durch die exklusiven Fasern, weil »Armani« oder das »Lacoste-Krokodil« nur konjunkturabhängig und beschränkt vor den Furien des Leerlaufs schützen.
        Krachts Roman und Erzähler geben Einblicke in das spezielle Null-Bock-Syndrom eines Generationssegments, dem kürzlich das Etikett »89er-Generation« angeheftet wurde.
        "
 
     
     
       
   

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Update: 28. August 2005
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