Zitate:
Alleinsein als
die bessere Alternative?
"Ich bin nicht zynisch. Ich bin nur, was Frauen nicht
vertragen, durchaus sachlich. Ich bin kein Unmensch,
wie Ivy behauptet, und sage kein Wort gegen die Ehe;
meistens fanden die Frauen selbst, daß ich mich nicht
dafür eigne. Ich kann nicht die ganze Zeit Gefühle
haben. Alleinsein ist der einzigmögliche Zustand für
mich, denn ich bin nicht gewillt, eine Frau
unglücklich zu machen, und Frauen neigen dazu,
unglücklich zu werden. Ich gebe zu: Alleinsein ist
nicht immer lustig, man ist nicht immer in Form.
Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, daß Frauen,
so bald unsereiner nicht in Form ist, auch nicht in
Form bleiben; sobald sie sich langweilen, kommen die
Vorwürfe, man habe keine Gefühle. Dann, offen
gestanden, langweile ich mich noch lieber allein. Ich
gebe zu: auch ich bin nicht immer für Television
aufgelegt (...) und Stimmungen ausgeliefert, aber
gerade dann begrüße ich es, allein zu sein. Zu den
glücklichsten Minuten, die ich kenne, gehört die
Minute, wenn ich eine Gesellschaft verlassen habe,
wenn ich in meinem Wagen sitze, die Türe zuschlage und
as Schlüsselchen stecke, Radio andrehe, meine
Zigarette anzünde mit dem Glüher, dann schalte, Fuß
auf Gas; Menschen sind eine Anstrengung für mich, auch
Männer. Was die Stimmung betrifft, so mache ich mir
nichts draus, wie gesagt. Manchmal wird man weich,
aber man fängt sich wieder. Ermüdungserscheinungen!
Wie beim Stahl, Gefühle, so habe ich festgestellt,
sind Ermüdungserscheinungen, nichts weiter, jedenfalls
bei mir. Man macht schlapp! Dann hilft es auch nichts,
Briefe zu schreiben, um nicht allein zu sein. Es
ändert nichts; nachher hört man doch nur seine eignen
Schritte in der leeren Wohnung. Schlimmer noch: diese
Radio-Sprecher, die Hundefutter anpreisen, Backpulver
oder was weiß ich, dann plötzlich verstummen: Auf
Wiederhören morgen früh! Dabei ist es erst zwei Uhr.
Dann Gin, obschon ich Gin, einfach so, nicht mag
(...). Es kommt vor, daß ich dann einfach einschlafe,
die Zeitung auf dem Knie, die Zigarette auf dem
Teppich. Ich reiße mich zusammen. Wozu? (...) Was
weiter? Dann stehe ich einfach da, Gin im Glas, den
ich nicht mag, und trinke; ich stehe, um keine
Schritte zu hören in meiner Wohnung, Schritte, die
doch nur meine eignen sind. Alles ist nicht tragisch,
nur mühsam: Man kann sich nicht selbst Gutnacht sagen
- Ist das ein Grund zum Heiraten?"
Alleinwohnen in
New York
"Meine Wohnung, Central Park West, war mir schon
lange zu teuer, zwei Zimmer mit Dachgarten,
einzigartige Lage, kein Zweifel, aber viel zu teuer,
wenn man nicht verliebt ist - ".
Gewollte
Kinderlosigkeit als verantwortungsvolles Handeln
"Schwangerschaftsunterbrechung ist heutzutage eine
Selbstverständlichkeit. Grundsätzlich betrachtet: Wo
kämen wir hin ohne Schwangerschaftsunterbrechungen?
Fortschritt in Medizin und Technik nötigen gerade
den verantwortungsbewußten Menschen zu neuen
Maßnahmen. Verdreifachung der Menschheit in einem
Jahrhundert. Früher keine Hygiene. Zeugen und
Gebären und im ersten Jahr sterben lassen, wie es
der Natur gefällt, das ist primitiver, aber nicht
ethischer. Kampf gegen das Kindbettfieber.
Kaiserschnitt. Brutkasten für Frühgeburten. Wir
nehmen das Leben ernster als früher. Johann
Sebastian Bach hatte dreizehn Kinder (oder so etwas)
in die Welt gestellt, und davon lebten nicht 50 %.
Menschen sind keine Kaninchen, Konsequenz des
Fortschritts: wir haben die Sache selbst zu regeln.
Die drohende Überbevölkerung unserer Erde. Mein
Oberarzt war in Nordafrika, er sagt wörtlich: Wenn
die Araber eines Tages dazu kommen, ihre Notdurft
nicht rings um ihr Haus zu verrichten, so ist mit
einer Verdoppelung der arabischen Bevölkerung
innerhalb von zwanzig Jahren zu rechnen. Wie die
Natur es überall macht: Überproduktion, um die
Erhaltung der Art sicherzustellen. Wir haben andere
Mittel, um die Erhaltung der Art sicherzustellen.
Heiligkeit des Lebens! Die natürliche Überproduktion
(wenn wir drauflosgebären wie die Tiere) wird zur
Katastrophe; nicht Erhaltung der Art, sondern
Vernichtung der Art.
(...).
Wer die Schwangerschaftsunterbrechung grundsätzlich
ablehnt, ist romantisch und unverantwortlich."
Walter Faber und
die Spaßgesellschaft
"Ob ich traurig sei, wollte sie
wissen. Weil ich nicht tanzte. Ich finde sie lustig,
ihre heutigen Tänze, lustig zum Schauen, diese
existentialistische Hopserei, wo jeder für sich
allein tanzt, seine eignen Faxen schwingt,
verwickelt in die eignen Beine, geschüttelt wie von
einem Schüttelfrost, alles etwas epileptisch, aber
lustig, sehr temperamentvoll, muß ich sagen, aber
ich kann das nicht."