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Sieglinde Geisel: Irrfahrer und Weltenbummler

 
       
     
       
     
       
   

Sieglinde Geisel in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • GEISEL, Sieglinde (2001): Der Russe vom Dienst.
    Wie Wladimir Kaminer den Berliner Alltag bewältigt,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 05.02.
  • GEISEL, Sieglinde (2001): Generation "taz".
    Ein Kongress in Berlin,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.05.
  • GEISEL, Sieglinde (2001): Das Verblassen Amerikas.
    Die Bobos - ein durch und durch amerikanisches Phänomen,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 05.09.
    • Inhalt:
      Für GEISEL ist die Toskana-Fraktion zwar der Vorreiter der Bobo-Kultur gewesen, aber ansonsten sind die Bobos durch und durch amerikanisch:

            
        "Bobos saufen, rauchen, streiten nicht, und neben den finanziellen achten sie peinlichst auf die Einhaltung der sexuellen und politischen Korrektheiten.
      Anders gesagt: Die Bobos beschleunigen das Verblassen Amerikas."
  • GEISEL, Sieglinde (2001): Und am Herd ein braves Weib.
    Der Mann steht heute auch in der Küche. Und in was für einer! Der Küchenkauf nimmt zuweilen den Rang des Autokaufs ein. Wie es dazu kam und was es dazu brauchte,
    in: NZZ Folio. Alles Design?, Oktober
    • Inhalt:
      Eine Küchengeschichte, die über feministische Vorstellungen einer küchenlosen Wohnung, den Funktionalismus von Einbauküchen und den 68er WG-Einfluss auf die Wohnküche bis zur Gegenwart reicht.
                  Die Gegenwartsküche ist nach Meinung der Autorin von teuren "Selbstdarstellungsküchen" geprägt:
                  "Verkäufer der Topküchen schätzen, dass nicht einmal die Hälfte ihrer Kunden eine Küche für die Familie kaufen, alle andern gehen an kinderlose Paare, vereinzelt auch an vermögende Singles, die ihrem Loft mit einer exklusive Küchenzeile das gewisse Etwas verleihen wollen.
      Laut David Brooks, einem amerikanischen Journalisten, gehören die Küchenkunden diesen Schlags zur neuen Elite der «Bobos», der «bourgeois bohemians». Für die nämlich ist der reine Luxus tabu."
  • GEISEL, Sieglinde (2002): Verantwortung für den «Arbeitsplatz Kind»
    Fremdbetreuung im Vorschulalter zwischen Ideologie und Konjunktur

    in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.
  • GEISEL, Sieglinde (2004): Die Patriarchen sterben aus.
    Zeitzeichen. Eine kleine Polemik,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.01.
    • Kommentar:
      Wenn die Zeitschrift EMMA Benjamin Lebert zum Pascha des Monats wählen muss, weil es keine richtigen Männer mehr gibt, dann heißt das nicht, dass die Patriarchen aussterben, sondern dass die Autorin nicht dort sucht, wo das neue Patriarchat entsteht.

            
        Die neuen Patriarchen nennen sich neudeutsch Werteelite. Bereits im Oktober wurden bei Brand Eins  fleißig neue Manifeste zur Lage der Nation verfasst.
  • GEISEL, Sieglinde (2004): Die verarmende Gesellschaft: Kinderlos,
    in: DeutschlandRadio Berlin v. 19.01.
  • GEISEL, Sieglinde (2004): Tauchen statt Surfen.
    Was seine Journalistenkollegen an Interessantem zu Papier bringen, landet bei ihm im Netz. Thierry Chervel, Kopfspringer bei der Feuilleton-Presseschau
    www.perlentaucher.de,

    in: NZZ Folio Nr.2, Februar
  • GEISEL, Sieglinde (2004): Mutterrolle - kein Privileg der Frauen.
    Vom Ernährer zum engagierten Vater
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.05.
  • GEISEL, Sieglinde (2004): Das Pendel schwingt zurück.
    Männer und Frauen - unverwüstliche Klischees,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.06.
  • GEISEL, Sieglinde (2004): Nach der Wohngemeinschaft.
    Eine neue Unübersichtlichkeit des Familienlebens?
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 10.07.
    • Kommentar:
      Sieglinde GEISEL wendet sich gegen jene Nostalgiker, die wie Joachim BESSING in einem Zurück zur Familie die Wiederkehr der Idylle sehen:

            
        "Vorbei die Zeiten, als die harmonische Zweikind-Kleinfamilie als spiessig galt. Wo das Modell gelingt, ist es in manchen Kreisen eine Bestätigung dafür, dass es überhaupt noch klappen kann. Ein Unbehagen in der Gegenwart fördert unweigerlich Nostalgie. Schnell ist die Familie von «früher» vergoldet: früher, als man sich wegen einer mittleren Ehekrise beispielsweise nicht gleich scheiden liess, oder noch früher, als in der bäuerlichen Grossfamilie ein Dutzend Kinder für Leben sorgte und die Grosseltern bis zu ihrem Tod in der Familie lebten. Die Kleinfamilie kommt einem vor wie eine moderne Erfindung, die ihre stabilsten Zeiten in den fünfziger und sechziger Jahren hatte, bis die Jungen rebellierten und «ausbrachen», in chaotische Wohngemeinschaften und wilde Ehen.
      Fast keine dieser Annahmen hält einer Prüfung stand.
      "
  • GEISEL, Sieglinde (2006): Autorin auf Probe.
    Nachforschungen bei der Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.07.
    • Inhalt:
      Nach Ina HARTWIG fügt GEISEL neue Mosaiksteinchen zum ZIA-Hintergrund der Bachmann-Preisträgerin Kathrin PASSIG hinzu:

                
       "Die Wurzeln der ZIA, die derzeit über einen festen Kern von sieben Mitgliedern sowie zwei Dutzend «IM» verfügt, gehen auf ein Magazin zurück, das zwei Hauptakteure Mitte der neunziger Jahre als Studenten in Münster herausgegeben hatten. Trug man früher die Texte zum Drucker und verkaufte die selbst verlegten Heftchen in Kneipen, stellt man jetzt einfach alles ins Netz."
  • GEISEL, Sieglinde (2006): Schlachtopfer des Fleisses.
    Lösen sich die Grenzen zwischen Arbeit und Spiel allmählich auf?
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.08.
  • GEISEL, Sieglinde (2007): "Eine Dirigentin ist für mich keine Frau".
    Über Chefinnen und Mütter am Arbeitsplatz,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.02.
    • Inhalt:
      "
      Dorn liefert Bestätigungsprosa für privilegierte Frauen der oberen Mittelschicht.
                   (...). Doch der neue Feminismus will sich nicht einstellen, sosehr man ihn auch herbeiredet. Die Argumente sind längst bekannt.
                   «Frauen haben seit Jahrhunderten als Spiegel gedient, Spiegel mit der magischen und erhebenden Kraft, die Gestalt eines Mannes in doppelter Grösse wiederzugeben», so heisst es in Virginia Woolfs Essay «Ein eigenes Zimmer» - ein Text, der auch nach fast hundert Jahren noch Massstäbe setzt für Geschlechterdebatten. Die Unterlegenheit der Frau sei für den Status der Männer entscheidend, schreibt Woolf, denn «wenn sie nicht unterlegen wären, würden sie auch nicht mehr vergrössern».
                   Das Problem ist nicht der alte, neue oder mangelnde Feminismus, das Problem sind die Männer", meint Sieglinde GEISEL.
  • Neu:
    GEISEL, Sieglinde (2007): Schattengefechte ums Kind.
    Warum soll man Kinder kriegen? Wir sind die erste Gesellschaft, die sich darüber Gedanken macht. "Kinder kriegen die Leute sowieso" - dieser Satz von Konrad Adenauer ist in den letzten Jahren als Irrtum berühmt geworden. Und doch steckt in ihm eine tiefe Wahrheit - eine Wahrheit allerdings, von der wir uns entfernen,
    in: DeutschlandRadio v. 21.03.
    • Inhalt:
      Sieglinde GEISEL beschäftigt sich mit einem typischen Journalistinnenproblem:

                   "Menschen, die keine Kinder hatten, hat es immer gegeben. Doch in früheren Zeiten waren sie trotzdem von Kindern umgeben."
 
       
   

Irrfahrer und Weltenbummler (2008).
Wie das Reisen uns verändert
Berlin: wjs

 
   
 
 

Klappentext

"Goethe reiste noch kaum anders als die alten Griechen und Römer. Mit der Erfindung der Eisenbahn aber begann die Welt zu schrumpfen. Seitdem prägen Bewegung und Fortbewegung, Abfahrt und Ankunft, Reisen durch Raum und Zeit das Gesicht der Moderne. Wer im Hier und Jetzt verharrt, verpasst Chancen, verliert den Anschluss, verhindert sich selbst und den Fortschritt.

Doch längst zeigen sich auch die Widersprüche des Reisens: Wer schnell vorankommen will, muss stillsitzen. Je mehr Menschen vorankommen wollen, desto größer wird der Stau, und die Hoffnung auf gesteigerte Bewegung erweist sich nicht selten als trügerisch: Unsere Verkehrsmittel sind schneller geworden, aber die Fahrt zum Arbeitsplatz dauert immer noch so lange wie vor hundert Jahren der Fußmarsch zur Fabrik. Tritt die mobile Gesellschaft also trotz der Beschleunigung auf der Stelle? Neigt die Mobilität gar dazu, sich selber aufzuheben?

In ihrem klugen Essay folgt die Journalistin Sieglinde Geisel den Spuren der Weltenbummler und Irrfahrer und fragt nach den Träumen, die Menschen zum Aufbrechen veranlasst haben, und nach den Ängsten, die sie dabei überwinden mussten. Sie erinnert an Geschichtliches und Mythisches und schlägt den Bogen in die Gegenwart. Dabei wird offenbar, was Skeptiker immer schon ahnten: Der grenzenlos mobile Mensch ist nirgends anwesend und nie ganz gegenwärtig. Manchmal beschleicht ihn sogar der Verdacht, das Entscheidende finde ohne ihn statt.

Sieglinde Geisel, selbst mehr Weltenbummlerin als Irrfahrende, hat ein kurzweiliges, pointiertes Buch geschrieben, das jedem Reisenden ins Gepäck gelegt werden sollte."

 
 
 
       
     
   
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webmaster@single-generation.de Erstellt: 22. Juli 2008
Update: 08. September 2008
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