Statt einer
Einleitung: Loblied des Junggesellenlebens
Der meistbedauerte
Menschentyp unserer Tage ist der Junggeselle
Über die geringe
Chance, Junggeselle zu bleiben
Über die
mannigfaltigen Fähigkeiten der Frau im Angriff und die
Möglichkeiten des Mannes in der Abwehr
Über die Hausfrau
Über das
Mauerblümchen
Über das Verhalten
gegen werdende Schwiegermütter
Über die
gefährlichen Situationen des bürgerlichen Heldenlebens
und die Kunst, sie zu vermeiden oder unerlegt zu
bestehen
Zitate:
Der Junggeselle in
der Sicht der Gesellschaft und die Ursachen der
Vorurteile
"In den Augen
älterer Tanten, gereifter Matronen mit einer
heiratsfähigen Töchterschar und besserer älterer
Herren mit jahrzehntelangem Familienleben, die das
Wort Freiheit nur noch aus dem Lexikon kennen, ist der
Junggeselle ein verknöcherter, komischer Bursche mit
allerlei seltsamen Manieren, ungepflegt und
verwahrlost, wenn nicht zufällig seine Vermieterin
oder barmherzige Verwandte sich seiner annehmen,
treibt sich aus Budenangst allabendlich in Gaststätten
und Vergnügungslokalen herum, hockt Weihnachten
in seinem Zimmerchen und sehnt sich in diesen Tagen
nach einer ihn liebevoll umsorgenden Familie. Kein
liebendes Weib begrüßt ihn abends, wenn er vom Büro
heimkommt, mit einem Kuß, keine reizenden Kinder
umhüpfen ihn, keine treue Ehefrau wärmt ihm das kalte
Bett. Er wird mit dem Leben nicht fertig und stirbt
allzufrüh, noch ehe er aus den Versicherungsanstalten
an Rente oder Pension wieder herausgeholt hat, was er
im Laufe eines trostlosen Lebens einzahlte. Moralisch,
seelisch und körperlich geht er angesichts des gerade
abgestotterten Fernsehempfängers zugrunde und nur ein
paar Berufskollegen starren ihm in das Grab nach.
Das ist eine Vorstellung, der nicht entschieden genug
entgegengetreten werden kann.
Stellen wir einmal fest, daß hier zumeist der Wunsch
der Vater des Gedankens ist. Die alte Jungfer haßt den
Junggesellen, weil er in ihren Augen daran schuld ist,
daß sie ledig bleiben mußte; und ihre
Rachewunschvorstellung wird, um ihr Unterbewußtsein
von bösen Gedanken zu entlasten, in das Gefühl des
Bedauern umgewandelt, weil Bedauern eine edle Regung
ist und man sich somit selbst in die höhere Region des
tugendhaften Mitchristen erhebt.
Bei den mütterlichen Matronen ist es die
Torschlußpanik, auf drei unverheirateten Töchtern
sitzenzubleiben und so wünschen sie sich, indem sie
sich die Schreckensbilder des armen Einsamen vormalen,
diesen armen Eisnamen herbei, auf daß er ihren
Haushalt entlaste.
(...).
Die geplagte Mutter (...) begnügt sich im Zeitalter
des Journalismus damit, in gelegentlichen
Zeitungsartikeln, soweit sie journalistisch
vorbestraft ist, und im Nachbarinnenklatsch den
herbeigesehnten Einsamen zu bedauern." (S.14f.)
Der
Frauenüberschuss und die Chancen Junggeselle zu
bleiben
"Die Statistik
(...) sagt (...), daß kaum fünf Prozent der Männer
Junggesellen bleiben, daß in Westdeutschland 24,3
Millionen Männer und 27,5 Millionen Frauen leben -
allein hier in unserer schmal gewordenen
Bundesrepublik also ein Frauenüberschuss von 3,2
Millionen besteht; mithin stehen 1000 Männern 1131
Frauen gegenüber; welche Perspektiven...!" (S.24)
"Infolge der
starken Nachfrage stehen wir also, ohne es zu wissen,
hoch im preis, aber wir werden wegen unserer
Unwissenheit viel zu billig eingekauft." (S.25)