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NÜRNBERGER,
Christian (2001): Die Karrieremutter und
der Hausmann.
Als Erstes, dachte
ich, werde ich ein Buch über mein Leben
als Hausmann und Vater schreiben. Seht
her, werde ich Alice Schwarzer und den
anderen mitteilen: Hier bin ich, der neue
Mann, ein Held unserer Zeit!,
in: Emma,
Juli/August
- Kommentar:
Offensichtlich
gibt es bei EMMA (und nicht nur
hier) ein Problem: Die
Artikelschreiber sind Teil der
Medienbranche und gehören damit
zu einem Milieu, das für die
Gesamtgesellschaft wenig
repräsentativ ist, aber dafür
wenigstens die besten
Möglichkeiten besitzt
"Politik in eigener
Sache" zu betreiben und es
gibt Einblicke in die Familien
der Neuen Mitte.
NÜRNBERGER
ist kein freiwilliger neuer
Vater, sondern hat sich erst dazu
entschlossen, nachdem seine
berufliche Perspektive nicht mehr
ganz so rosig aussah. Positiv
gewendet: "Aussteigen. Vater
werden!".
Der Autor
beschwert sich wie
Paul-Hermann
GRUNER
über das negative Image von
neuen Vätern, aber das war wohl
nicht das Hauptproblem:
"Nach einem Jahr hatte ich
vom Hausmännerdasein die Nase
voll. Wir engagierten Putzfrauen,
Babysitter, au-Pair-Mädchen und
überhaupt alles, was man so
braucht, und ich atmete auf.
Endlich konnte ich wieder meinem
Vergnügen nachgehen, meinem
Beruf, wenn auch weiter von zu
Hause aus."
Nicht nur
die Lösung der
Geschlechterfrage, auch die
Lösung der Kinderfrage wird
heutzutage in der Neuen Mitte
pragmatisch der
Dienstleistungsgesellschaft
anvertraut...
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NÜRNBERGER, Christian (2004): Vater mit Heimvorteil.
Väter: Drei Jahre Elternzeit zu Hause sind das beste
Managementseminar der Welt. Warum nur merkt das keiner? Ein
Selbstgespräch,
in: Die ZEIT Nr.21 v. 13.05.
- NÜRNBERGER, Christian (2007):
Als ich noch Humor hatte.
Kinderbetreuung: Wie viel Mami braucht das Kind? Ein
Hausmann kann sich über die aktuelle Debatte über die
Kindererziehung nur wundern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.03.
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NÜRNBERGER, Christian (2010): Das beste Leben der Welt.
Um 1950 in Westdeutschland geboren, das bedeutete für
eine ganze Generation: nie Krieg, nie Armut, nie Sorgen.
Aber was macht sie daraus?
in: SZ-Magazin Nr.2 v. 15.01.
- NÜRNBERGER,
Christian (2010): Wir müssen reden, Alice.
Frauenquote, Schwarzer vs. Schröder ... und die
Feminismus-Debatte nimmt kein Ende. Dabei ist doch viel
interessanter, warum zwar ständig die Geschlechterrollen
erschüttert werden, nicht aber die Machtverhältnisse,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.11.
- Anmerkungen:
Das Skript nach denen die
Geschlechterfragen-Problematik ständig aufs Neue
verhandelt wird, stammt in seiner
Urform aus dem Buch
Risikogesellschaft von Ulrich BECK
und funktioniert nach dem altbewährten Dreisatz These -
Antithese - Dritter Weg.
Diese
Geschichten nehmen immer ihren Anfang bei den
Radikalfeministinnen, deren Ziel die Vermännlichung der
Frau war und dessen Ergebnis nach BECK die "vollmobile
Single-Gesellschaft" gewesen wäre.
Dieses
Szenario hat sich mittlerweile überholt und
wird höchstens noch von ewiggestrigen Außenseitern
reproduziert. An seine Stelle ist mittlerweile die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die damit
verbundene Gefahr der vollmobilen
Alleinerziehenden-Gesellschaft bzw. die
Einstundenfamilie (Iris RADISCH)
getreten.
Die
Antipoden sind die Verfechter der
re-feudalisierten Hausfrauenfamilie.
Bekannteste Vertreter dieser Fraktion sind mittlerweile
Frank Minimum SCHIRRMACHER und Eva Prinzip HERMAN. In
dieses vielfach variierte Schema passt auch der Artikel
von Christian NÜRNBERGER, der inzwischen seinen
Doppelnamen abgelegt hat, schließlich muss man im
individualisierten Milieu immer auf der Höhe der Zeit
sein.
NÜRNBERGER
stilisiert sich zum Veteranen des zwangsbekehrten
Nach-Studentenbewegten, die zu spät für die 68er-Bewegung
kamen und deshalb zum einen im roten Jahrzehnt landeten
und zum anderen mit den frühen Feministinnen aneinander
gerieten:
"Ich
war frisch verliebt in eine Schöne und wollte Romantik,
Rotwein, Kerzen, das ganz normale, heiratsanzeigenübliche
Mann-Frau-Programm. Die Schöne aber wollte diskutieren.
(...). Viele Leidensgenossen meiner Generation machten
diese abtörnende Erfahrung."
NÜRNBERGER
reiht sich mit seiner Veteranengeschichte aus dem
Geschlechterkampf ein in die Reinhard MOHR-Jörg LAU-Rainer
PARIS u.a.
Generation der 78er,
deren Parallelgesellschaft das
Tod des Märchenprinzen-Biotop
war, dem die Ernüchterung des
Ganz entspannt im Supermarkt-Biotops
folgte: Weder Chauvi noch Softi, sondern Tugend der
Orientierungslosigkeit. Während die einen früher oder
später beim Antifeminismus landeten, wurde NÜRNBERGER
mangels Alternativen zum männlichen Feministen:
"Die
Ironie der Geschichte aber ist: Während wir Männer mit
unserer Weltrevolution jämmerlich scheiterten, zogen die
Frauen ihr Ding konsequent durch und haben uns gezeigt,
wie man eine Revolution macht."
Als
Dank darf er seitdem als neuer Vorzeigemann in der SZ
und sonstigen Vereinbarkeitspostillen den letzten Schrei
dieser wendigen Position verkünden. Mittlerweile ist das
eine neoliberalismuskritische
Schutzzonen-Vereinbarkeitsposition, die auch der
7. Familienbericht
vertritt.
Diese
Position wendet sich gegen Alice SCHWARZER mangels
symbolkräftigerer Alternativen, meint aber ihre
neoliberale
F-Klasse-Fortsetzung:
"Für
Feministinnen scheint es erreicht zu sein, wenn die Hälfte
aller Politiker-, Aufsichtsrats- und Vorstandsposten
weiblich besetzt sind.
Das
aber heißt: Die Sklavin will nicht frei werden, sondern
Sklavenaufseherin."
Der
neue Feminismus gilt nicht umsonst als
konform mit dem neoliberalen
Wirtschaftsmodell:
"immer
mehr brave, bestens an den Markt angepasste Streberinnen
(konkurrieren) mit den anderen Strebern darum (...), ihren
Herrinnen und Herren die höchste Rendite abzuliefern."
Michel
HOUELLEBECQ und die
Familie als letztes Bollwerk gegen
den Kapitalismus lassen grüßen.
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- SPIEGEL (2001): "Man muss den
Charakter bilden".
Die
"heute"-Moderatorin Petra Gerster und
ihr Mann, der Journalist Christian Nürnberger,
über ihr Buch zum "Erziehungsnotstand"
in Deutschland, die Unsicherheit von Eltern und
Lehrern und die Folgen der Globalisierung für
die Familie
in: Spiegel Nr.35 v.
27.08.
- Kommentar:
NÜRNBERGER
spricht von einer möglichen
"Herrschaft der Kinderlosen",
um seine Forderungen nach einer Diktatur
der Eltern rechtfertigen zu können.
Er
fordert eine Elternquote in Parteien,
sowie ein kinderzahlbezogenes Stimmrecht
bei Wahlen. Solche Stammtischparolen
mögen zwar Anklang finden, aber nur so
lange bis klar ist, dass damit der Begriff
"Kinderloser" endlich einmal
eindeutig definiert werden müsste.
Möchte
man Teenagerschwangerschaften provozieren
? Oder möchte man nur Kinderlose über
30 ausgrenzen? In der Debatte wird nur
von Haushalten ohne Kinder gesprochen.
Soll es also Eltern erster und zweiter
Klasse geben, d.h. Eltern von Kindern,
die nicht mehr im Haushalt wohnen und
Eltern, deren Kinder schon ausgezogen
sind? Was ist mit Eltern, deren Kinder
vorzeitig sterben?
Offensichtlich
geht es manchen Journalisten nicht um die
Sache, sondern es soll Stimmung gegen
Kinderlose gemacht werden und als
Nebeneffekt noch die klassische
Haushaltsfamilie als einzige legitime
Lebensform durchgesetzt werden.
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