"City: Der unwahrscheinlichste aller
Orte ist die Vision einer globalisierten und
zerrissenen Welt. Michal Hvorecky hat eine
hochaktuelle Groteske über das neue Europa in Form
einer literarisch brillanten Liebesgeschichte
geschrieben. Er läßt eine Generation aus der Mitte
Europas zu Wort kommen, die nichts anderes kennt,
als den Kapitalismus in seiner extremsten
Ausprägung. Ein Roman über die Sucht nach Bildern
und die Suche nach Liebe.
Der junge Fotograf Irvin Mirsky lebt in einer Welt,
in der der globale Kapitalismus das Leben der
Menschen in Besitz genommen hat. Neugeborene werden
Nivea oder Gucci genannt, da große Konzerne für die
Namensgebung bezahlen. Ein Stipendium führt Irvin
nach City, den unwahrscheinlichsten aller Orte, wie
die neue Hauptstadt Supereuropas genannt wird. Dort
versucht er der Sucht zu entkommen, die ihn seit
seiner Jugend verfolgt: Er ist abhängig vom
Internet. Auf der Suche nach innerer Ruhe trifft er
Lina, die Frau seines Lebens. Während Lina zur Ikone
der öffentlichen Revolte wird, die das Leben aus den
Fesseln der Virtualität befreien will, überwindet
Irvin seine Abhängigkeit und versucht die Welt
seinerseits von der Übermacht der Bilder zu
befreien.
Der Roman erzählt in Lichtgeschwindigkeit über Liebe
und Abhängigkeit, über Manipulation und Widerstand."
Stimmen zum Buch
"Eine neue Generation von Autoren hat die Nase voll
davon, ein untergegangenes Arkadien zu beweinen, das
angestaubte "Mitteleuropa" der Dissidenten zu suchen
oder noch einmal die Narben des Blockzeitalters zu
zeigen. Doch statt Nach Europa! heißt das
neue Programm: Distanz zum (westlichen) Kerneuropa.
Juri Andruchowytsch aus der Ukraine oder sein
polnischer Freund Andrzej Stasiuk justieren Europa
neu von seinen vergessenen Rändern im Osten und den
schmutzigen Dörfern abseits der Metropolen. Der noch
einmal fast zwanzig Jahre jüngere Michal Hvorecky
nimmt seine innere Kolonisierung aufs Korn.
(...).
In Gestalt des Netz-Desperados Irvin Minsky meldet
sich, nach dem französischen »Philosophen« Camille
de Toledo (...) ein weiterer Ritter der Romantischen
Revolution zu Wort, die zum Sturm gegen die
entfesselte Postmoderne bläst - diesmal aus dem
Osten. Michael Hvorecky artikuliert die Ernüchterung
einer Generation über die Glücksversprechen des
Epochenbruchs. Man muss den regressiven Subtext
seines Romans nicht goutieren. Aber nachdenklich
macht die Botschaft schon: Wenn die große Utopie
sich in Technik, Konsum und Konzernen erschöpft,
dann hauen wir eben ab aus den Vereinigten Staaten
von Europa."
(Ingo Arend im Freitag vom
17.03.2006)
"Hvorecky,
einer der Stars der jungen mitteleuropäischen
Literaturszene, schreibt wie eine übermütige
Mischung aus William Gibson und Michel Houellebecq.
Jack Womack hat er ins Slowakische übersetzt, Filme
wie »Matrix«, »Gattaca« und die »Truman Show« sind
mit höchstwahrscheinlich auf seiner Festplatte
geladen. Zugleich bietet der 1976 geborene Autor
aber auch eine aberwitzige Parodie auf negative
Utopien und Cyberliteratur, macht sich über
Globalisierungsgegnerromantik und
Verschwörungstheorien lustig."
(Mathias Schnitzler in der
Berliner Zeitung vom 20.03.2006)